Google
This is a digital copy of a book that was prcscrvod for gcncrations on library shclvcs bcforc it was carcfully scannod by Google as pari of a projcct
to make the world's books discoverablc online.
It has survived long enough for the Copyright to expire and the book to enter the public domain. A public domain book is one that was never subject
to Copyright or whose legal Copyright term has expired. Whether a book is in the public domain may vary country to country. Public domain books
are our gateways to the past, representing a wealth of history, cultuie and knowledge that's often difficult to discover.
Marks, notations and other maiginalia present in the original volume will appear in this flle - a reminder of this book's long journcy from the
publisher to a library and finally to you.
Usage guidelines
Google is proud to partner with libraries to digitize public domain materials and make them widely accessible. Public domain books belong to the
public and we are merely their custodians. Nevertheless, this work is expensive, so in order to keep providing this resource, we have taken Steps to
prcvcnt abuse by commercial parties, including placing lechnical restrictions on automated querying.
We also ask that you:
+ Make non-commercial use ofthefiles We designed Google Book Search for use by individuals, and we request that you use these files for
personal, non-commercial purposes.
+ Refrain fivm automated querying Do not send automated queries of any sort to Google's System: If you are conducting research on machinc
translation, optical character recognition or other areas where access to a laige amount of text is helpful, please contact us. We encouragc the
use of public domain materials for these purposes and may be able to help.
+ Maintain attributionTht GoogXt "watermark" you see on each flle is essential for informingpcoplcabout this projcct and hclping them lind
additional materials through Google Book Search. Please do not remove it.
+ Keep it legal Whatever your use, remember that you are lesponsible for ensuring that what you are doing is legal. Do not assume that just
because we believe a book is in the public domain for users in the United States, that the work is also in the public domain for users in other
countries. Whether a book is still in Copyright varies from country to country, and we can'l offer guidance on whether any speciflc use of
any speciflc book is allowed. Please do not assume that a book's appearance in Google Book Search mcans it can bc used in any manner
anywhere in the world. Copyright infringement liabili^ can be quite severe.
Äbout Google Book Search
Google's mission is to organizc the world's Information and to make it univcrsally accessible and uscful. Google Book Search hclps rcadcrs
discover the world's books while hclping authors and publishers rcach ncw audicnccs. You can search through the füll icxi of ihis book on the web
at|http: //books. google .com/l
600070360V
600079360V
A
DEÜTSCBDE MYTHOLOGIE
VON JACOB GRIMM.
DBITTB AUSGABE
ZWEITER BAND.
GOTTmGEIN
DIETERICHSCHE BUCHHANDLUNG
1854.
jiys: /?t.. y6t
[
600070360V
'T? v^
jidUms pii
GAP. XXI. bXVBIE und THIERE.
Da nach der ansieht des heidenthums die ganze na«
tur für. lebendig galt*]^ den thieren spräche und verstfindnis
menschlicher rede, den pflanzon empfindung zugegeben,
unter allen geschöpfen abejr vielfacher Wechsel und Über-
gang der gestalten geglaubt wurde; so folgt von selbst,
dafs einzelnen ein höherer werth beigelegt, ja dieser bis
zur göttlichen Verehrung , gesteigert werden konnte, götter
und menschen wandelten sich in bäume, pflanzen oder thiere,
geister und elemente nahmen thierformen an; es lag nahe
den cultus, desfien sie tbeilhaft waren, der abgeänderten
besonderhdt ihrer erscheinung nicht zu entziehen, unter
diesen gesiobtspunct gebracht hat eine Verehrung der. bfipme
oder thiere nichts befremdliches, roh geworden ist sie nur
dann, wenn im bewustsein . der menpch^n das höhere We-
sen hinter der fmgenpmmenen form schwand und diese nun
atteui es zu vertreten hatte.
Von göttlich verehrten gewachsen und geacfaöpfei zu
unt^scheiden siad. aber solche, die heilig und hoch ge-
halten wurden, weil sie in n^b^em {leziig zu göttern oder
geistern stiinden. dahin ge^r^ zum opfer dienende pflan-
zen oder thiere, bäume, i/(nt^r denen höhere wesen wob«
nen, thiere, welche sie begbilteii.
*) am b^zrafanogtiFollsteD drdekt' es der «Nidisohe mylfaus tod
Baldr aus: dem geliebten g«lk alle drohende gefahr abzuwenden,
nahm Prigg eide ton trasser» feuer, erde, steinen, gewfiehsen, thieren,
Tögeln^ gewürmen, ja .tob 4en persönlich gedaoht<$fei seuehen, dafs
sie seiner schonen wollten; eiaem' eintig^n Strauch erliefs sie den
schwur, weil er zu jung war. Sn. 64. Um den todten Baldr weinen
hernach alle geschöple, menschen, thiere, pflanzen, steine. 6n. 68.
Der alts. dichter des Hei. nennt die stnmme natar das *u§queHkan4i'
nnd er dröckt steh 168, 32 so ans: that thar waldandes d6d im«-
^fueU^andcM s6 fllo antkenniaa scolda, that is endagon erika bir^da,
hrisidan thia b6hnn hergow, harda üinoi clubon, feKs6$ after them
felde. zwar sind diese naturereignisse biblisch (llattb. 27, 51. 52),
doch möglicherweise schwebte dem Terfasser (wie s. 134. 264) eine
heidnische torstellung in gedanken^ hier die kiMe nm Beider der
nm den heiland ahnlieh. Herbort Ififst alles den Hector b<>jammern:
bitten , sagt .er '68*, steine , sinnen , kalk und send wits and sinn,
wnrden sie auch geklagt haben. Ebenso tief in der menschlichen
natur gegrnnd^ ist, dafs der onf^ckselige sein leid den felsen, bXo-
men nnd ir&ldem kUge ; : das ist schön aaagespra^hin in dem lied
Ms« ,t, dP. und alle , < denen- hier geklagt worden war,, erbieteib sieh
.%u hilile. .... . .1 ,.'.'.-.' .'
614 fiÄüMt;
Beiderlei arten lassen sicli kaum trennen , weil unge-
naue/vnvollilft«di^ Mqhrictil^ iiichl zu erkeanon ge^n,
welche gemeint sei. *
In wie hohem ansehn WÄLDER und BÄUME bei den
heidnischen Deutschen standen hat schon das vieHe cap.
gezeigt, einzelnen gottheiten, vielleicht allen, waren baine,
in dem hain vermutlich noch besondere bftume geweiht,
ein solcher hain durfte nicht Von profanen betreten, eifi
solcher bäum nicht seines laubes, seiner zweige beraubt
und nie umgehauen werden *). Auch einzelnen dämo-
nen, elben, wald und hausgeistern sind bäume geheiligt
(s. 476).
Ntthere Schilderungen, wenn sie auf uns gekommen
wftren, würden manches wissenswerthe von der hegung
ttiid Unterhaltung heiliger Wälder, Von den darin begang-
nen opfern und fefsten mittheilen. Im indicolus paganla-
rum heifst es ^de sacris silvaruM, (}tiae nlmidä$ vocant*.
der deutsche ausdruck scheint mir uttv^r^erbf, darum nicht
leichter verständlich: es ist eitl pluf. mäsc. vom sg. m-
mid **) , wir müsten von sämtlichen bedeutungen utiter^
richtet sein, deren das einfache verbum neman vor alters
fUhig war, um den sinn des Wortes zu treffen, in das
deutsche nimo, wie es arllen anschein hat, einerlei mit ^i/tto,
so mag sich auch nimid dem gr. pd/tios und tat. nemus ver-
gleichen: weidetrift, wftld mark, sacrum silvae***). Ur-
kunden von 1086 und 1150 geben einen ortsnamen Nimö^
*) sacrum umm», nemgu caMüim bei Taeitus. Qtid. «mor. III. 1,1:
sUt vetut et muUofl ineaedum iiha p0r aoooi»
eredibile est Uli numen ioesse loqo:
* Com sacer in roedio «. aotcüancaque pmnioe pendeoa,
et latere ez omni duloe ^oeruntor avea.
Lucan. phara. 3, 399: lucoa erat longa, nunquam n^kou» ab aevo.
So der sennouische wald, daa Demua derNertbw, daa slaTiache lo*-
cus Zutibure, der preuaajache hain Ronow^. Bei deu Ehaten gilt
für ruchloi, im heiligen hain auch nur ein blatt 4bKobrechen: so loeU
sein schaUsn reicht ^ut umbra .pertingit« .RA 57. 105) nehmen sie
nicht einmal eine erdbeere weg; manche begraben' heimlich ihre
todten dahin (Petri Ebstland 2, 120). solche wälder nennen sie hio
und davon heifst die iosel Dagdö ehstn. Hiomah^ weil neben dem hof
Biohof nahe ein geweihter wald liegt. (Thom. Hiirn).
"**) wie beKd (heros) gimeinid (eommunio) frumid pl. frumidas
(affs. frymdas, primitiae], barid (clamor, das ich* ans Tac. baritqs
folgere).
***) könnte mmtd heidnischer anadnick sein fär opfer? o^iieMUM
heifst im 13 jh. mactare, scUaohten (rom tieh gebraucht) BerCfacld
p. 4€ wie wir noch heute «tAAini, obsdmnAen sagen, Ulf. nfsntir'
pan; Schmids schwSb. wb. 405 abnehmen^ geflugel abschlachtet, diese
BÄUME «IS
ihm^ Nimetkn (Mosers osimlNr. gaach. iio. 34. 56), dietfe ana-
logie kann weiter leiten.
Unter einsEelnen heiligten binmen hat gewis eine sett<-
lang nach der bekehrung das voIk fortgefahren lichter an*
sustinden und kleine opfer darsubringen, wie ea de noch
beute bekrftnst, nnd reigen darunter ftthrt (a. 51). das
hiefs in den kiivriilichen rerboten: ^vota ad orboreM facere
aut ibi candelam se« qnodlibet munus deferre, arborem
colere, votom ad arborem persolvere, arhares daemam^
bu$ canaecraUu coleroi el in tanta venera tione habere,
»1 valgus nee ranmi» nee surcuhim amdeai anqmiare\
das ist das ags. ire^99eorim$g (onltus arbomm), das altn.
blöta faniüfM. Laiidn. 3, 17. Die aeta Bened. aec. 2.
p. 841 berichten: ^adeat quoqua ibi (an Lutosas, heute
Leuze) non ignoti miraculi fagus^ nAter quam lumkuh-
ria saepe cum aoeema abaque hominom accessu videmns,.
divini aiiquid fore suspicanHir'. so nutate die kirche den
aberglauben ffir ihre wunder: an der steile des banns
wurde ein klMler gestiftet Von den heutigen Bkaten
wird in RosenpISnlers beitr. 9, 12 erzählt: noch vor
einigeo jähren opferten sie » kirchspiel Harjel in der
Georgy Johannis und Michaelisnacbt fin^er emigen bäu^
menj d. b. sie eehlachteSen ein sekioar»e$ kuhn^). Von
der heiligen eiche des donnergottes wurde s. 63. 64. 156.
168 bericMet, und gramm. 2, 997 der ahd. ausdruck
eealdeih (Uex) den ags. pflanaenaamea scaldhyfel, aoald-
j^yfel and dem auch oben s. 83 angeführten scaido ver-
glichen, das ailea ist noch unsicher und bedarf nfiheren
anfochlnsses.
Bei den Langobarden kommt die Verehrung des soge-
nannten bhMaums oder heiligen baums vor (oben s« 90)*
genaueres davon meldet die vita sancti Barbati in den
actis sanctor. vom 19 fahr. p. 139. Der heilige (geb. um
bedeutuDg wfrd nicfat io der partikel liegen, nur im worte selbst be-
ruhen: niman'', nenian irfire also schneiden, schlachten, theilen. m-
miätu wiren im heil, baiir, unter bäumen geschlachtete opfer? Tgl.
was im tezt aber den langobard. opferbaum gesagt wird. CeHitche
etymologien scheinen für diesren offenbar sächsischen indiculos we-
niger gerecht schon Adelung (Mithrid. 2, 65. 77) Terglich Nemetes
und nemet (templum), naomh ist ir. sanctus, neamh (gen. nfmhe)
coelum , neimheadh geweihtes , der kirche gehöriffes laod.
*) nach dem aberglaoben der lausitsischen wenden gibt es wil-
der, die jähf^ek ein menschenopfer fordern (gleich den fltlssen,
oben s. 462): e« mufs ein mensch darin sein leben lassen, hohla
djrbi koj^dtt Ijeto jeo«he ca'lowek« «Jen*. (laasHt. non^^achr. 1797
p. 74^ ,' I o.
«1« BÄUME
602 , f tim 683 ] lebte : za Beftevent, unter den kt)nigen
Grimoald und Romuald, das langoberdiscke volk wfar ge*
Uiift, hieng aber noch an aberglfiubiachen gebrauchen:
quin . etiam non , longe « Beneventi moenibus df^votisahn^
sacnlegam cokbcmt arborem, in qua su^pema eario
cuncti qui .aderant terga vertentes arbori celerius equita^
banty calcaribus cruentantea equoa, ut unus altorum posset
praeire, atque in eodem cursu reiroversis marUbus im
corium jaculabauiur, sicque particulam modicam ex eo
comedendam superstittoae accipiebant. et quia stnlta iUic
penohebant eota, ab actione illa nomen ioco iiii« s\(M
hactenus dicHur, eoium impoauerunt Barbatua predigt
vergebens dawider: iili ferina coecaiti dementia ifil aUaid
nisi seseorum meditantea vsus, Optimum esse fatebantu|r
cuUum legis tnajorum worum y quos nominatim bellico«-
sissimbs asserebant. Alsi Romuald naeh . Neapel zi^ht, re^
pente beatissimuö Barbatus securiflfi aocipiens et ad eotum
pergens auis mBnüm» nefandmm arborem^ in qua per ioi
iemparis spaüa Langobardi exitiale sacriiegium perfioie«^
bant, defossä humo a radicibus ineidit ap deauper terrae
congeriem fecit, ut nee imlicium etx ea quia postea -^va*
luerit reperire *). Diese nachricfat vom niederhauen ' des
baums klingt prahlerisch und unwahrscheinlich) die be-
Schreibung des heidnischen gebrauchs mag aber getreu
sein, ich habe s. 159 gewiesen, dafa von Osseten und
Circassiern Stangen mit thierhätUen zu ehren g6ttUcher
Wesen aufgerichtet wurden, nach Jemandes bei den 6o-
then dem Mars ^easuoiae truncis suspensae^ (oben s. 67),
dafs überhaupt thiere an opferbäumen hiengen (s. 65. 66);
vermutlich war auch dieser baüm einem gotte durch opfer
heilig d. h. durch votivopfer einzelner^, der ganze ort
*) eine andere titki Barbati (das. p. 112} eriSblk folgenderge-
ftalt: nam quid deipicabiliuB credendum est,; quam ■ex.mortuis ani-
malihus non carnem sed corium accipere ad esum comestionis, ut
prayo errori subjecti Loogobardi feeerunt ? qui suisirum festa solen-
nitatum eqois praecurrentibus unus altero praecedente , sicut mos
erat ^enüliiim , arhori ludilicae procul non satis Beneyento eoto sua
Mohehant, Suspensa itaque putredo corii in hanc arhorem divam
equorum sessores Versis post tergum brachiis ignomipiam* corii cer-
tabant lanceolis yibrare. cumque . lanceolis esse tibrata pellis mortua
eerneretur, Veluti pro remedio animae ex, hac illusione corii partis
mediae factam recisionem ^ustabant. ecee quali ridiculo Tan^e men-
tis homines errori subjacebänt pestifero. ... i . .
**j oben B. 334; .Totüm nickt blofs das gelnbde, auch die abla-
tio rei TotiTae. yotare puemna bei Pertz 2, 93 was sonst oipime».,
ttilllfB «19
Uefii davotii 'ad YOtm'. Welche beiievlong der- jpeer*
wurf dmrok die hängendB haui hatle^ ist noch aicht klar;
auch inn Norden pflegte man derci mrfgehättgte rohe
ochieBhäu^ lu sohieften (fornm. aög. 3, 18, 4^ 61) ^ es
war zeichen Ton kunst und stArice. dafs es rttdiwSrtg ge*
schab, erhöhte die scbwierigkeii, und ist ganz alterthüm-
iich^). warum das berapsgeworfne stückoheii haut genos-
sen wurde? ist schwer aa sagen} s^te dadurch verstattete
theilnabme an dem opfer (s. 41) zu erkennen gegeben
werden ?
Nicht blofr bfiwne unter walchen geopfert, an wel*
eben faaupt oder baut des geschlachteten tbiers aurgehan«
gen wurde, galten fär heilige ; auch stumme, die auf> apfer^
thieren erumchsem die satzweide auf dem todten füllen
oder kalb soll nicht versehrt werden (abergl. 838); sind
4las nicht völlig des Adam von Ebremen 'ar6ars» em nmrto
t>el tabo immobUarm^idiümme'? (oben a« 66).
Unter den geheiligten hiumen (im späteren mittelalt er
sind sie gewöhnlich frau angeredet) sieht oben an die
eiche (s. 63. 64. 65. 67). eine eiche oder buche ist die
arbor frugifera beim loosen (Tac. Germ. 10). Nächst der
eiche war die eMehe heilig , wie schon der mythus von
erschaffung d«s menschen lehrt; von dtar esche Yggdrasill
wird im verfolg zu handeln sein, der wolf, dessen be-
gegnnng sieg. verheUkt, steht unter eschfisten. *lbe com-
mon people believe, tbat tis very dangerous to break a
bough from the adt, to this very dsy*. Roh. Plots Staf«-
fordabires. 207. eine abart der esdhe! isl retmlree, ro«-
wantree, den man für zauberhaft hält. (Brookett p. 177)«*).
Auch mit frau Hotel fähren unsre Volkslieder geaprftche,
nad das alte gericht wie noch beute Saatfelder zu hegen
dienten häseln. RA. 810. nach Östgötalag (bygdab. 30)
soll ia gemeiniem wald jeder hauen dürfen, ohne buDie,
aufser eichen und haseln, die haben friede, d. b. können
nicht gefällt werden, abergl. 972 wird gesagt, dafs eiche
und hasel Widerwillen gegeneinander haben und sich nicht
vertragen, sowenig als hagen ufid schiebe (weifsdorn und
schwarzdorn). Auch der hoUunder (sambucus) abd. Ao-
kmtar genofs ausgezeichneter. Verehrung , holen für sich
bedeutet schon einen bäum oder eine Staude (ags. cneevho-
*) 90 iBiiste das beste haapt MaiemSaJb iaferährt werden, 'RA.
396; ao wird absewandteB haupta geepfavt (8.'46l),' räcimirlB ibar
daa haept geworrob (8.59S»). • •
**) eBcahia Joti lacra, Pün. 16» 4. i .^ . •
61« BAUME
len, ruscus), in Niedersaohsen heMit die sambucus nigirk
eUom, etthom^). Arnkiel erzfthlt 1, 179 unverdftcbligf:
'also haben unsere vorfahren den ellhorn auch heilig f e-
halten, wo sie aber denselben unterhauen (die ftsle stutcen)
musten, haben sie vorher pflegen dis gebet zu thun: ^frau
Eühomf gib mir was von deinem holz, dann will ich dir
von meinem auch was geben, wann es wächst im walde".
welches theils mit gebeugten knieen, entblörstem baupte
und gefaltenen hftnden zu thun gewohnt, so ich in meinen
jungen jähren zum öflern beides gehört und gesehen\
Dazu halte man, was von den holhmdersiangen (abergl.
866), vom pflanzen des hoUunders vor stallen (das. 169)
vom giefsen des wassers unter den hoUumder (das. 864)
und der hollundermmUer (dSn. abergl. 162) geradeso ge*
meldet wird **). Der wachobhr spielt in dem märchen
von machandelboom eine grofse roDe; im gedieht von des
spiegeis abenteuer bl. 38 folgende dunkle ftuTservng:
fraio Weekolter ich sich,
daz du ir***) swester bist,
du kund euch falsche list,
dö du daz kind verstait.
in Sttdermannland war ein kn#cht eben im begrif einen
schönen, schattenreichen wacholder ai^zuhauen, als eine
stimme erscholl: %au den wacholder nicht T er kehrte
sich nicht an die warnung und wollte von neuem hauen,
da rief es noch einmal: 'ich sage dir hau den bäum nicht
ab!' erschrocken entfernte sich jetzt der knecfat ****). Et<-
was ähnliches liegt dem kindermfirchen no. 128 zum grund,
nur dafs er eine scherzhafte wendung empfangen hat; den
hoizhauenden ruft eine stimme aus dem b«um entgegen,
'wer haspelhoh hüut, der stirbt'. Unter solch einem bäum,
der Klintfl tall (Klinta flehte) in WestmaAland, hauste eine
hafiifru und zwar der flehte tSl (s. 465); men sah schnee«-
• ^
J ags. eilen, die canones editi sub Eadgaro rege reden cap.
16 (Thorpe p. 396) Ton der Zauberei die getrieben werde *on e/fo-
num and ehe on oAruni misllcum IreÖTum* (in aambucis et in alHa
▼ariis arboribM).
**) Pusohkait, der gott, wohnt «iter den Aotfumler, die I^tteo
legt9ft ihm brod a«d hier neben den bauili. Thonw- Uiirn p. 4^^
***) meiner untreuen geliebten.
****) Loccenius antiq. aueog. 1, 3 aoll diea erzählen; in der ausg.
ton 1647 sieht es nicht, Tielleieht in einer apiteren. Afzeliua 2, 147
«hat die aage mit dem i»ati, dafa auf den zweiten hieb bletitoa
der Wurzel flofa und nun der hauende mann beimkahiie end bald
^^ aiecben begann«
BÄUMB «!•
wei&es vieh aas dem see iber die wiesen n dem bäum
treiben, niemand wagte seine fiste ansdtUhren. Hinzeinen
elben, waldgeistern und hansgeistern sind dergleichen
biume heilig, man nennt sie scfawed. hoträd^ dan. b^tirä \
(oben s. 4T6). Zumal aber werden den elben nicht t>lob
einzelne bäame beigelegt, sondern ganze bmmgärten und
haincy an deren pflege sie flreude beben, wie Laurins
diireb einen seidenfaden gehegter r&senfforien zeigt, in
Schweden heifsen diese girten elfirädgirdar.
Das leben der grlech. dryaden^ und hsmadryaden ist
an bäume gebunden ^ mit dem verwelken und absterben
der bfiume nehmen sie ab and bOren sie sell>st auf; jede
Verletzung der Mste und zweige empfinden sie als wun^
den, und gewaltsames umhauen macht ihnen plötzlich ein
ende*^. naht sich das frevdnde bell, so ertönt ihr weh»
voller ruf. Bine schöne, sage erzfthlt Ovid (met. 8, 742 ff.)
von Erisichthon:
ille etiam cereale nemus violasse secnri
dicitur et locos ferro temerasse vetustos.
stabat in bis ingens anmoso fi^bore guereut^
saepe sub hac dryades festes duxere choreas. »^
contremuit, gemitumque dedit deoia ((uercus
et pariter frondes pariter pallescere glandes
coepere, ao longi pallorem duoere rami.
Haut einer die erfe, so blutet und weint sie, und hebt
za reden an (Melnerts Ituhlandoh. 122). ein östr. mftr--
cheii (Zisl^a 88 --42) erzählt von der stolzen fähre,
worin eine fee sitzt, welcher zwerge dienen, die tmschvl»
dige begabt, schuldige neckt ein serbiacfaea lied (Vuk
no. 296) vom mädchen in der fichtCj deren rinde der
knabe mit gddnem und silbernem hörn spaltet, zaober"^
spriche bannen in frau Fichte das kalte fieber.
Dieser glaube an geisterbewohtite bftume war nioki
weniger unter Gelten einheimisch. Sulpicias Severus (aus
dem beginn des 5 jh.) meldet im leben des h^. Hartinus
ed. Amsterd. 1665 p. 457: dum in vico quoda« templom
antiquissimum diraisset, et arbarem pintnn, quae fano
erat proxima, esset aggressus excidere, tum vero antistes
illius luci ceteraque gentiUum turba coepit obsistere. et
cum iidem Uli, dum templum evertitur, imperante domino
quievissent, succidi arborem non patiebaniur, jUe eos
sedulo commonere, nihil esse religionis in stipite, deupi
*) wird »gs. flloMieii; t/udmlfenm^t naldelbiiiDe«.
**] *aon sine benadrjradiB fite cadit ailio^a tiabs*/ hwäpn^- \
$i» BLDMW. THIERE
potius cui serviret Ipse, sequerentur. arbor^m illwi ex*
«cindi oportere, quia esset daemqni dedicata u. a. w.
Von der heiligkeit einzelner pfkuuen oder bli^men
wäre viel zu schreiben; entweder sind sie bestiounten
göttem geweiht und nach ihnen benannt (vgl. Donners hart
B. 167. Baldrs brA s. 203. Forneotes folme s. 220. Lok-
kes havre s. 222. Freyju hftr, Friggjar gras s. 280] oder
aus der Verwandlung bedrängter , sterbender menschen
entsprungen, fast alle solche gewächse haben kraft zu
heilen oder zu schaden, sie müssen aber freilich gebro-
chen und gesammelt w^den; das capitel von der zaube^
rei wird belspiele liefern, gl^ich schatzenden, heiligen
thieren werden sie als zeichen in das wapen der länder,
Städte und beiden gesetzt. So scheint den nordwestlichen
Deutschen, pameDtlich Friesen und Seeländern von uralter
zeit her das seeblait (die nymphaea, nenuphar) gegen-
ständ der Verehrung, die Holländer nennen es plomp^^
die Friesen pompe^ genau gesprochen heifsen die breiten^
auf der see schwimmenden blätler pampebledden , die
weifsen, inwendig goldgelben, duftenden blomen sioanne-
bhmmen (flores cygnei], was an den s. 457 beigebrach-
ten namen nixblume, näckblad, midme und mummei
(d. i. Schwanjungfrau) erinnert. Die Friesen setzen sieben
seeblätter (zeven plompenbladen ) in ihren schild und glaub-
ten unter diesem zeichen zu siegten *) ; das weiis schon un-
ser Gudrnnlied 1373, worin dem Herwlc von Sdwen oder
Standen eine wolkenblane fahne beigelegt wird: ^sibUter
swebent dar inne'. diese seeblume ist der heilige lotus
des alten Aegyptens, der auch in Indien verehrt wird und
vor dem sich Tibetaner und Nepaleser neigien, er wird
in €empeln aufgestellt, Brahma und Yischnu schwimmen auf
seinem blatt, und gerade ein mnl. gedibht erwähnt noch
des auf dem blatt schwimmenden dänmlings (oben s. 420).
Noch reichlicher wird von heiligen THIERBN, die sich
inniger an menschliche Verhältnisse schlieTsen^ als die
stumme iiatur, zu melden sein, ihr cultns aber auf zwei
oder drei hauptursachen zurückgebracht werden dürfen,
entweder standen sie in bezug zu einzelnen. göttem^ ge-
wissermafsen in deren dienst y und so gehört der eher zu
*) J. H* Halbertsma het buddhisme en ziJD sticbter. DeTepler
1843 I. 3. 10, der binzüfugt, dafs das yolk nocb heute im brechen
und trasen der plompen sehr vorsichtig ist: wer diese blume in
der hand haltend fällt, bekommt die fallemle sucht, ploonben , nhd,
plunpfttfu sllo* pomp» hedeolel hinfallen, hinainrxen« .
MIR»« a»
Pro, der woIf und rabe su Wuotan ; oder es liegen eer-
wandhmgen göiiüchtr toesen in thiergfestalt zam gninde,
derentwegen nun die ganze gattang in höherer ehre bleibt,
so können einigemal bftr, stier, Icüh, schlänge zu neh«
men und uralte inparnationen vorauszusetzen sein, bis zu
deren yollstindiger künde unsere mythologie Iftngst niehl
mehr aufsteigt. Nah an solche niederlassung des gottes
in das thier grenzt die zur strafe erfolgende Aeraftsetani^
des, menschen tn ein ihier^ die alte lehre von der see«
lenWandrung, worin man eine dritte Ursache der thierhei**
ligung erblicken kann, obwol sie keinen eigentlichen cul-»
tus begründet, diese mythen, z. b. von dem kukuk, specht,
der nachtigall u. s. w. gewähren eine fttlle von schönen
sagen, die oft in den heldencultus eingreift .
Unter allen thjereil nenne ich zuerst die pferde, das
edelste, klügste, vertrauteste hansthier, mit dem der held
freundliche gesprfiche fahrt (s. 365), das seinen kummer mif'-
fahlt und sich seiner siege miterfreut. Wie beiden nach dem
pferd heifsen (Hengest, Hors], so erhSR auch es vielfache
eigennamen; in der nord. mythologie ist beinahe jedem gott
sein besonderes, mit wunderkrfiften ausgestattetes pferd
zog'efnesen. Odins ros hiefs Sleipnir (s. 140], es war,
gleich riesen und beiden achtfflfsig. S©m. 44« Sn. 18 wer-
den die übrigen pf;erde der äsen aufgezfihlt, ohne angäbe,
welchen sie zustanden, mehreire benennungen sind mit
fax! (jubatus, comatus, ahd. vahso) gebildet, z. b. Skinfaxi
(SsBm. 32. Sn. 11) GuUfaxi (Sn. 107. 110) Ertmfaxi (S»m.
32. 91. Sn. II) f^eyfaxi (Vatnsd. 140. 141): Gullfaxi (das
goldm'äbnige) gehörte dem riesen Brüngnir, Skinfaxi (das
glanzmähnige) war das ros des Tags, Hrtmfaxi (das thau-
mühnfge vgl. oben s. 607) der Nacht. Ftud ist aber auch
für sich schon name von pferden , z. b. fornald. sog. %
168. 508. Arf>ahr (der frühwachel und Abeiär (der all-
kTöge) rosse des sonnenwagens (Saem. 45. Sn. 12); auf
Atvakrs ohr, aufAlsvinns fttif standen runen geschrieben*).
8f>aäilfar% Wh ' A9iS pferd des bauenden riesen (Sn. 46).
Auch die held^nsage überliefert uns viele namen berüfatn-«
ter" rosäfe (fc. ;3e9): löajart wird ilüg geschildei^t (tiHe Als-
vidr)j er soll noch im Ardennerwald Idben, wo man ihn
alljährlich auf Johannistag wiehern hört (qüatre "fils Ai^
mon, 180®). die spur von Schimmings hufeisen steht im
fels eingedruckt. Vilk. saga cap. 37.
■ ■. -..I ■.... , 11 .
*) erinnert ap die deutsche thierfabel (Reinh. cclxiii). mit un-
recht, glaube kib/ zieht ftafn fornald. sog. 1,169 die leaart höfdi for.
Ol» fvwm
JwßB Freyfaxi der YatQ^^lagag« w|ir im (»asitac ein^
mamiies nawians Brandr, von dem man lagtß, i^(ß er 0«
göltlioh verehrte (at haw hefdi fltrfinad ft Fa^fi) wd der
darum Faxa|>randr hjefa. Hrafnkdl, ie^sw ung^uckte
sagi|y inir nur aiia IfiUlerß t)ibl. 1, 103 bekannt ist, halte
auch ein aolchea pf^rd Freyfaxi (Freirfara druckf»), und
es zum halben theil an Freyr geschenkt , zugleich i^s ge^
{9Me geihan, den mann umzubringen, der es gfigen sei-
nen willen ryeiten würde, ich kann die «t^Ua aua Joh.
Erici de philippia apud priscog boreales, Ups. 175^ p. 122
mittheileii: Hrafnkell ätti ^ann grip i eigo sinni, er h&noni
t>6tti betri enn annar, {lat var hf^^tr bleikalöttr pt lit, er
kann kalladi- Freyfaxß, bann g(rf Frey ein ifinam (oben
s. 82. 192) petinß Aest hälfasm* ^ ^essom he^M hafdi
hann svÄ mikia elsko, at bann strengdi f)e$s heil, a:faann
skyldi f)eim manni at bana verda y er {>eim heati riili An
hans vilja. Brands dtrünadr bezog sich ohne zw^jfßl eb^
darauf, dafs das ros dem goU geheiligt und geloht war.
Ein merkwürdiges Zeugnis dafür hißtet OlaJaTr. fionar laga*]:
dem könig war verkündet wprden, dafs die Traeudiic (Dront-
heimer) sich wieder zu der Verehrung Freys, d^^jien bild-
seule noch hei ihnen ßtehe^ gewendet hätten, aut des kö-
nigs geheifs dieses hild zu zerbrechen ver^^tzien sie: 'ei
munum ver briota Ukt^ski Frey^y ^lyV^ vßr höfum leiugi
hönum {^ionat, ok hefr i oss vel dügat'. Olafr berief sie
zu isiner versamluag und entschlofs sic^ den göt^en selbst
zu zerstören, er schifte ^u der kiluste hin, wo der tempel
(hof) erriclitet war; ^ er landete, toeiifeten da des gat'^
tes pferde (^ft s^u bfma fueuu stAdhros^ nokr vid vegin,
er t>eir sögdu at hann Freyr SBtti). der könig bestieg den
hengst und liefs seine hpfleute die Stuten nehmen, so rit-
ten sie zu dem tempel, Olaf trat vom pferd, gieng hin-
ein, warf die götzen (godin) um**), nahm aber Freys hild
mit sich weg« Als die Thr^ndir ihre götzen gßschftndet|
Freys hild fortgeführt fanden, merkten fi^ woL. daf^ ea
der könig gethan hätte, und gieugen zur versamlung- der
könig lieCs das bild im {>ing aufstellen und fragte das
Volk: kennt ihr diesen anann? es jst Freyr unser gott^
antworteten sie. wie hat er euch seine macht erwiesen?
er hat, oft mit uns geredet, das zukünftige geweisaagt|r
p*»"
*) ed. skalh. 169a 1690. 2, 190 eap. 49; fornm. sog. 2, 189 ist
dies cap. weggeblieben. Wenn auch neuerer susati h&Ue es als be-
deutsame Überlieferung im aohang plats ferdient
**) es standen also noch andere bilder aufser Frejs.
firiaden päd frucktbarkeit varliek«ii (veitli oss Ar oc frid).
der teufel redete ini4 evch, sagte dar k&iiigy nahm eine
axt und. rief dem bU4 »i : bilf dir jetzl und wehre dich,
wenn du kannst. Da Freyr fortwährend schwieg, hieb
ihm Olafr beide häade ab| und predigte darauf dem volk,
wie diese abg4tterei aufgekommen «ei, Pie ganze eraftk-
lung trftgt spatere^ geprüge an sich, ist ai)er doch ans der
Qord. tradition herTorgegangen uod bestttUgt uns, dab
dem Freyr pf^rdif geheUig$ wurden, die man io dem ger
weibien wnkrei$ ^^iner iempet unterhielL YernuitUch
hatten auch die tempel andrer götter solche pferda? die
thiere, welche Wilibrort in Fo^etes heiligthum weidend
antraf (s. 21 0), waren schwerlich pferde, weil er sie
sonst nicht zur speise hütte schlachten lassen; aber sitte,
den göUem geweihtes vieh aufzuziehen , wird dadaroh
nicht^f^toweniger bezeugte Einzelne thiere, scheint es,
wurden aufserdem von besonderen Terehrern des gottes
unterhalten.
Diese zucht reiner und geweihter rosse diente zu hei-
ligen gehrftucben, uamentlich zu opfern, Weissagungen und
für den nmzug der götterwagen. Ihre mahnen wurden
sorgsam genährt, gepflegt und geschmückt, wie die be*
Dennung Faxi anzeigt; vermutlich wand oder flocl^t man
gold, Silber und bäader in die locken (Gullfaadf S/tin-^
faxi\; m^n gI6ar (juba splendet) Saem. 92* lysir mön af
mari (lucet juoa ex aquo) Ss^m. 32^, wie das lat. jnbar
an juba erinnert, weil die mahne strahlt, das licht baar*-
artige strahlen wirft*). GulUappr^ Sitfrintaifpr hiafsen
rosse« deren ;$chweif (toppr) mit gold oder silber bawua«*
den war^ Sn. 4f. Gyüir und Gier (golden, glänzend) Sn»
44 können sie davon oder auch von d^m goldoea be«
schlag ihrer hufe , von vergaldung ^ des zäum« und sattele
genannt 3ein. Unter allen färben galt die weifse für die
edelste, auch könige zogen auf toeifsen rossen ein und
belehajen, auf fpeijsen rossen sitzend, des wei/sen pfer-^
des gedenken die weisthümer oft (z. b. 3, 857); wenn eine
aAsduft ladig liagl, so satt- dem vögt auf einem noeifsen
*) eiDzeloie biiar« »«s der mÜhne oder dem schweif heiliger
pferda vyrdeo Aufbe^ahxlf franx We98ftl j$, U «ri^Ahlt, df^f.die
Johanniter in Städten und dörfern , wo sie predigten , einen schönem
bengst omreiten liefsen, dem opferte das yolk ^«{gebowen woppen'
(ha/errispep) ; konnte einer aus des pferd.es ^/sbwani^ eip hsar be-p
kommen, so pric^s er sich glücklich und nahte es mitten in das
seibetuch, dann war die milch gegen sauber gesichelt.
62« mOEüUB
fohlen sitzen, einen rnnnn vor, den andern 'hinter sieli
setzen und einen davon anf das erbe herablassen (3, 831
vgl. 2, 641). das fohlen galt für noch edler nrtd reiner,
als ein ros*).
Tacitus (Germ. 9. 10), nachdem er gesagt hat lueos
ae nemora consecranf, fügt hincn: 'proprium gentis, equo-
rum quoqoe praesagia ac monitus experiri. pkibHee
akiiUur, iisdem nemoribus ae lueis, eantüdi ei nuUo
mertaU opere contacHy quos pressos saerd curi*u sader«^
dos ac rex vel princeps civitatis comitantur, hinnihtsque
ac fremitus observant. nee Ulli auspicio major fides noii
solum apud plebem, sed apud proceres, apud sacerdo-^
tes : se enim ministros deorum , illos cömcios putant,
diese heiligen thiere sind mitwisser der g(Hter und ton-
nen- deren rathschläge offenbaren. Noch der indiculus
paganiarum cap. xm redet de auguriie equorum, ohne sie
naher zu schildern; pferdegewieker ist heilbringendes ze!"-
chen (abergl. no. 239)**). kriegem galt das toiehem (ahd.'
huei6n, mhd. weien, mnl. neien, altn. hneggja, schwed.
gnägga) ein Vorzeichen des siegs, und wenn sich die
rosse ihrer freudigen, mutweckenden stimme enthielten,
der niederlage; ein beispiel gewahrt die flandr. reimchro-
nik ed. Kausler 7152 (vgl. anm. s. 604). bekannt ist die
persische königswahl nach dem gewieher des hengsts. He-
rod. 3, 84. In dem norweg. mUrchen Grirasborken (Asb.-
og Hoe no. 38) wird ein fohlen von zwölf Stuten aufge-
saugt mid kluger rede theilhaftig.
Und wie in Mfmirs abgehauenem haupte seine klugheit
fortdauerte (s. 852), seheint das heidenthum mit abge-
schnittenen, aufgerichteten pferdehäuptem vielfachen zauber
getrieben zu haoen. in einem kindermfirchen (nö. 89) wird
des treuen Falada haupt Über das thor genägeU und die
königstochter führt mit ihm gesprfich. dieses abschneidens
und aufstellens der pferdehäupter habe ich schon s. 41,
42 erwähnt als einer uralten deutschen sitte. PlinJ 19, 10
*) der M$km emna fohlen,. Mheint es« wiMe Qiagebtntft «ndalt
schätz mittel, getragen, ein mhd. dichter sagt: 'gerater nnde föUutni
an gr6zen noBten sint ze swach*, MS. 2, 169 helfen nur für kleine
schmerzen, kinder, die man anf schwarzem fohlen reiten lifst, zah-
nen leScht. abergl. 428. ' nach Eracl 1320. 1485 scheinen fOhene die
geschobnen ersten tlhne des fohlen, die das pferd später dilrch an-
dre ersetzt.
**) was der a^em des schweins Teninreinigt hat, stellt der dei
Pferds wieder her (abergl. 820. sdhwed. 92), das pferd ist ehi rei^
fite dUer. einer gebihrenden hilft, dafs das pferd aus (krer sehüni
firesse (abtrgL 387).
« II •
godenki als eioe« mütels gvgwr di» raupali: d ptdo impö^
«anliir in hortis atia ciipilit e» tqulm& gmtmre, lo Soaa-
diMivMt -«teokte «laa pfepddhftopter auf stang^B und rioh*-
lete den> aiü hölzern au%86perrtes , gthnenden raehMi*)
nach der gegfend^ woher der angeiaindete mann, dem man
schaden woUte, kommen moste, das hiefs wetrfslmijw,
Saxp gtatem, p. 75 : mmokUi dik epA abtekmm capmi
ootUo eatcipiem» mbjeeH» säpUUmM dMenüM famemm
rieiH9 apenüi, sperans se primos Erici ooaatos atroois
speolacuif formidine .frogtralnram. arbitrabatiir en» ineptas
barbarorum meotes oblatae cerricis terriculaniento eessvras;
et jam Erieus obYwm ilis iter agobat. qui prospeoto
eminus capUe obscoenitatis apparalum . inteUigens ^ silere
socios oauliuaqoe se gerere jubet, nee quemqnam temare
praecipüare sermonem, no incauto effamine uUum malefioiia
insiruereiit locom, adjiciens«i sermone opus inoideret verba
se pro Omnibus hamurum. jamque inedius illos amnis
secreverat^ cum roagi, ot Ericum pontis adita deUirbarent,
contum^ quo equi capüt rtfiüDeranty fluvio citimum locant.
itte nihilominus pontem intrepide aggressus 4n latorem'
iaquit 'gestaminis sui förlutia recidat, nos melior conse«-
9Dafiir eventus. male maleficis oedat , infaustae molis ge«
ruium onus obruat, nobis potiora tribuani omina sospitatem V
Nac secus quam optabatur evenit: continuo namque ex*
cussa «orvioe ruens. ferentem stipes oppressii. Egilssaga
p. 389: Egill tAfc i htod ser Aes/ts tkumgy ok geck A
bergsnana nockura, .^ er vissi til lands ii|n* j>A tdkhann
kroMshöfud 'Ok $eM up ä MtaungifUL sktan veitti bann
forma^ia ok meltt. sra: 'her. set.ek upp mdstaung ok sn^
ok f»essn ntdi ä iktoi Eiriki konüngi ok Gunnhildi dr6it«
ntngu.' Kann .mteri'\hrf9S»häfdimi tun ä kmd, «Andere
mal wurde ein menachenhfnipt (aus'hots)' geschnitzt, auf
eine Stange befestigt, diese aber in die brüst eines ge^
schlßclUet^n pßrdes gesteckt**). Vainsd« p. 142: lökul
skar.karls hftfiit d sühi endaun ok risti 4 rünar med öllu«
f»eim fonoMa' sem -fyrr • tar sagdr, stdan €knp lökulL mer
eina, ok opon^Sti hana hfa briostinu, fierdu ä sülunti^ ok
IStu borfa heim & BjDrg. Es ist . aller beachtung wertb,
dafs bis auf; den heutigen tag in einiem tbeile Niedarsachsens
*) auch' itoifthä&pie^ •' wur4eo so mif ha$elsMen gesperrt nn4
aufyehanfffn,' hengvim «45. 647. #46. ReiDardaaa, 293. 312. Rein*
hart eipleitung a. liix, o h, i •. > . i ,
**) ^i'&et^:89S dtuf netten d«r yreUie in das maul das tödteo
fuffena.
GrimmM mytKoL B* mugube, 40
62e FFBRim
(LünebuHB^, Holstein, Meklenbarg) die baoernliiuser auf
dem giebel. §e$chniiue pferdek&pfe haben: man sieht es
als blofsa auszierung des dachgebälks an, die sitle oMg
aber weit hinauf reichen und mit dem heidnischen glauben
zusammenhängen, dafs durch die auswärts schauenden
häupter von den häusern unheil abgehalten werde*), nach
den jb. des mekl. Vereins 2, 118 sind die pferdeköpfe^wi
jedem giebel (kühlende) des dachs kreuzweise angenagelt,
eine erinnerung an die heiligen rosse der alten. Heitfr.
Schreib w (taschenb. f. 1840 s. 240 ff.) hat diese gegen
einander springenden pferde auch auf den giebeln der
älteren häuser im romanischen Rhätien (nicht in der deut-
schen Schweiz noch in Tirol) wahrgenommen; offenbar zu
voreilig erklärt er sie für ein celtisches symbol, denn
wollte man sagen in Niedersachsen sei dieser brauch von
früheren Gelten her übrig, so verlöre die critik allen halt
mir scheint die silte und der pferdecultus überhaupt auf
gleiche weise Gelten, Deutschen und Slaven eigen, welche
einzelnen stamme unter diesen vülkern ihm zumeist er-
geben waren, wird sich künftigen forschangen allmälich
enthüllen. Praetorius (weltbeschr. 2, 162. 16^ erzählt, die
undeutschen leute (Wenden) pflegten zur abwehrung und
tilgung der Viehseuchen um ihre stalle herum häupter t>on
toUen Pferden und kühen auf zaunstakea zu stecken; auch
ihren pferden, welche nachts vom mahr oder leeton matt
und müde geritten würden, einen pf&rdekopf unter das
futter in die krippe zu legen, das hemme die macht des
geistes über das thier. Wahrscheinlich meint das aber*
gläubische vergraben des todtenkopfs im stall (no. 816)
den eines pferdes**). in HoIIahd hängt man einen pferde'^
kopfüber schweinställe (Westendop p. 518), in Meklenbnrg
wird er dem siechen unters ^Kopfkissen gelegt (jb. 2, 128).
>A*
*) etwa, wie man den köpf des adlers auf dem hause drehte
nnd damit den wind za richten wifante (s. 600). aus der lieidnischen
Sitte des thierhauptaufstecikens deuten sich uralte ortsoamen in Deutsch»
land und Frankreich, z. b. Berhaupien, 7ierA«iifil0M, Roskaupie»
(Schm. 2, 223). ad locum qui nuncupatur capui eabaüinum (Pertz 2,
278). ad locum qui Tocatur capnt equi (Tita s. Magni, bei GAnisins
lect. ant. 1, 667), bei Goldast (sor. rer. alem. I. 2, 198) mit dem
Eusatz: et idcirco yocatus est ille locus caput equi, quia omnes re-
natores reliquerant ibi suos caballos et pedestres ibant ad Tenandum
offenbar eine falsche, spatere deutnnff, wie denn überhaupt dieses
leben des heil. Magnus (Magnoald, Mangold) mehrfach interpoliert
ist , TgL Mabillon acta Bened. seo. 2. p. 505. r
**) Tgl. fbroald« sog. 2, 168. 300 waa^.Toa dem hroi^kam des
Faii erzlhlt wird.
VFBRDI «29
Aach 4ä^ werÜMi ' des pffsrddumpU in die JobaniriBflamme
(s. 585) sollte saaberhaft wirken*).
Sehen des Praetorios nachricht «eigt, deb die Kaven in
pferdeeoltns mit den Deutschen tibereinstinimten. es fehlt
aber nicht an merkwürdigeren flheren Zeugnissen. Dietmar
von Merseburg (6,17 p. 612) meldet, von den Loitizern d.h.
Wilzen : terram cum tremore infodiunt, qpo sortibus emissis
remm certitudinem dubiarum perquirant. quibus « finitis
ceapite viridi eas operientes, equmn^ qui maximus inter
alios habetur, et ut sacer ab his. venerahir^ tuper fixat
in terram duonun • cutpides hoitUnim kUer $e irantmu'^
icrum supplici obsequio ducim^, et praemissis sortibus,
quibus id explicavere prins, per hunc quoii dhimun denuo
amguratUur; et si in duabus his rebus par omen apparet,
factis completur; sin autem, a tristibus populis hoc prorsus
omittitwr. Die vita beati Ottonis episcopi bambergerisis,
verfaTsI von einem gleichzeitigen ungenannten (bei Cani-
81US in. 2, 70) erzählt lib. 2 cap. 22 umständlicher von
den Pommern I welche Otto, im j. 1124 bekehrte: habebant
eabaUum mitrae magniiudmis, et pinguem, nt^* cohris^
et acrem valde. iste toto anni tempore vacabat, tantaeque
Mt stmciUaHSf ut nullum' dignaretnr sessorem; babuitque
onum de quaiuor sacerdotibus templorum eostodem dili-
gentissimumw Quando ergo itinere terrestri contra bestes
aut praedatum ire cogitabant, eventum rei hoc modo so-
lebant praediscere. hoitae navem disponebantur humo,
spatio unius cubiti ab invieem separatae. Strato ergo
caballo atque frenato sacerdos, ad quem pertinebat custodia
iliias^ tenlum freno per jacente$ hasta» transversum dU"
eebai ier atque reduoebat quod si pedibus inoffensis
hastisque indistoiiiatis equus transibat, Signum habuere
prosperitalis, ei securi pergebant, sin autem, quiescebant.
Hi^rnaOh wu^de durch neun ellenweit von einander lie-
gende Speere, nach Dietmars älterer meldong über die
spitzen »weier verschränkter Speere das heilige ros geleitet;
es kann aber bei den Lutizern damit verschieden gebalten
worden sein als bei den Pommern. Saxo gramm. p. 321
erafthlt'die^ sache> von den rUgischen Slaven wieder anders;
praeterea peculiarem albi coloris equum titulo possidebat
(numen), cujus jubae aut caudae pilos coneellere nefarium
ducebatur. hunc soIi sacerdoti pascendi insidendique jus
*) wozu habe« die möache im kloster ein eapui eabtdUnumf
Eeinardus 4, 3032. 8l53i bei Borcard Waldis 4, 2 die redensart
'aas einem todUti r0$häpf gespuaneoV heifot das gesabbort?
40*
628 rBBRBl
erat, na dMni animcUk ^mus quo frieqveiitior im viKonr
haberetur. In hoc equo, opinione Rugiae, StaiUaoiim
(id aimttkero tocabulun eral) ad^Fersum liaororum aoonim
hostea bella gerer& credebatur. cujus rd inraacipuiM ar«*
gumenfum ex8tabat> sqnod is nactunio tempore, atabulo
insistena tdeo plecumque mane sudore ae faito respennis
videbetiir *) ; otanipiMim ab exercitatione veniendo anagnomm
itlnerum apacia perciurriaaet. Atupieiä qaoqve per evodeni
e^um hujiiamodi {lumebantur. cum belliun adversam ali«*
quam provinciaai auscipi placuiaaet, ante fanom Iripie»
hasiar$M ordo ministroruiA 4>pera di^ioni solebat y in
quorum quolibet binae e irMersQ jmctue^ opnveraia in
terram cuapidibns figebaiitnr, aeqnali spaciohini magnitn^
dine ordinea disparante. ad quos equus daetandae eacpc^
ditionia tempore solenni precatione praenüssa a saoerdola
e veatibulo cum loramentis productus, si propositas or^
dinea anle de^ßito quam laevo pede itranscenderet^ fan^um
gevendi belli eoMn accipiebatar. sin taeeum eel semiel
dexirö praeMiaset^ petendae provinciae propositum mu*»
tahatur. Diese .acUlderung ist noch genauer, das heiBge
hier der gottheit selbst, £e es zu nacht beateigt, beige*«
legte rot wird dreimal über zwei gekreuzt eingesteckte,
also über äechs Speere geführt, und mufa jedesmal, wenn
die bedeutung glücklich sein soll, mit dem rechten fnb
zuerst vorschreiten : hat es nur in einer reihe den linken
vor dem rechten erhoben, so steht Unheil bevor, die Earbe
des rosaes wird loet/a, wie bei Tacitus, nicht adbaor», wie
bei dem lebensbeschreiber Ottos angegeben.
Nach der chronica anguatensis ad a. 1068 (bei Freher
1, 349) hatte der Halberstidter biachof Bureard (der Bnko)
welchen noch das heutige kinderapiel kennt) den Lntiaem
ihr heiliges pferd weggenommen und war seikst darauf
nach Saobaen keim geritten: Burcardns hailieratateiisis
episcopus LmuUciorum provinciam ingressus inceadil, Tasta-
▼it) avectoque eguo^ quem pro deo in Rkeda^*) cotebmU,
auper eum sedens in Saxoniam redü.
. Darf man nun folgende TOrsteUung fassen: Dietmar
und der Augsburger annalist meinen des Radigast zu Rhe«
*) wie das yom nachtgeUt geriUene pferd firokmorgeas
und scbweifsig dailebl (s. 626).
**) Dickt «in rkeda* (Wedekinds noten 1, 173). Rkeira, ein kaopt-
ert de» alaT. ketdeetkama, aack.Adaaa vo» Bfcme« iaa kade der
Retkarier, wo dea Redigoat teanpel atekl; Dielaiaf gikc der
atadt, iai gM Riedera, aelbal d^ neaaea RipdegeaL
IFBRDB e28
In, StsCo. and der avtor der vita Otlonis des Svaflovit zu
Arkona beiliges pferd f jedem dieser götter f] waren rosse
geweiht and vielleicht noeh andern, ßo mögen audi in
Deutschland mehrern gottheiten rosse geheiligt nnd veie*
sagung^n untelr ihnlichen gebrauchen damit gepfiof en wor-
den sein, namentlich dem Frouwo (s. 621. 622) und Wuo«*
tan (8. 14Q. 141).
Einige nachrichlen von der terehmng beiliger f ferde
in Ditmarsen scheinen bedenklioh. Der Rieswold oder Rie-
swBWoId an der grenae zwischen Norder nnd Sfiderditr*
maraen soll, der sage nach, ein heiHger wald gewesen
sein, worin menechenopfer statt fanden, nnd leei/se, den
fföüem geweMe pferde genfthrt wurden**), das i&t nichts
als unbefugte anwendung- der taoitischen stelle auf eine
bestimmte gegend. Eigentbtimlicher . klingt was Bolten 1»
262 dem yerdftchtigen Carsten naoheraübtt, bei Windber-
gen habe ein dem Hesas (I) geheiligter haiii gestanden,
ao<ih heute genannt Hese oder Heseholt ***). in dem hi(»n
seien dem gott «eet leet/se pferde , ein junges und ein
«lies, gefuttert worden, welche niemand besteigen durfte,
SOS deren gewieher und springen gute, oder böse seichen
entnommen wurden, einige reden von zehn oder zwanzig
rossen, ein priester des gottea steckte stftbe in die erde,
führte das gezftumte ros heran, und liefs es durch ge-«
wisse gftnge langsam über die etäbe Springern. Job. Adolfi
d. i. Neoeonts, aitf den sich dabei bezogen wird, hat nichts
?on allem dem. auob das Terbot des besteigens stimmt zu
jenen rossen der Slaven.
FOr die heidnisohen fuhren aber Ufst sich die slayisehe
gewohnheü beglatabigen. das chronicon livonicum Tetus
meldet ad a. 1192 (bei Gruber p. 7): coiligitur populus,
Tolunlaa deomm de immektione (fratris Theoderici, cister«*
eiensia) aorti^ inquiritur. ponitur lanaeay cakat eqwus;
pedem friiae depuMum (d. i. den rediten) nutu dei prae^
ponit. erat frater ore, tnanu benedieit. arietas deum
Christianorum equi dorso :insidero et pedem equi äd {Hrue-
ponendum movere asserit, et ob hoc equi dorsum tergen*-
*) SfiaUmii oder Sranleiit hat man yennengt mit deoi heil. Vi-
ta«, sanctus Vitua, Tgl. acta saDctor. 15 jan. p.1018; unmöglich
aber. kann man aus Vitas den gott SvanteTit entspringen lassen.
**) Falks samlang yon abhaadlangen. 5, 103. Tondem 1828.
***) bei üeaem fle«elMW «lilainnt man sich -ttriflens ier siWa
Hein 9 Heu an der Ruhr in Westfalen (Lacombl. no. 6. 17. 64^260)
and im wHimemuki dasilVcit»; >
630 RINDSa
daniy quo deus clabatur. quo faeto, dorn fqirag eiiae
pedem praeponit, ut prina, frater Theodorieus vitae r»*
serTatar. Bier tri^f heidnisches und chrisüichea wunder
zusammen.
Auch altpreuTsiscb war dieser cultus: Prussonun aii-
qui equo» nigros, quidam aUn cohriSf propter deos suos
non audebant aliqualiter equitare. (Dusburg 3, 5) ^.
Der pferdeapfer und des davon unzertrennlichen pfer^
defleisckessens geschah schon s. 41 — 43 erwähnung; Strabo
berichtet, dafs die Veneter dem Diomed ein weifses pf€rd
opferten (V. 1, 9. Siebenk. 2, 111). Die Inder bringen
mit feierlicher zurüstung grofse pferdeopfer. Merkwürdig
scheint, was von den Kalmüken erzählt wfard. bei ihnen
sieht man eine menge aufgestellter gerüste mit pferdehäu^
ten und köpfen^ überbleibsei gebrachter opfer. die rfeA-
iung de» pferdekapfs nach osten oder westen bestimmt , ob
das Opfer einem guten oder bösen geist gebracht wurde**),
es gemahnt einmal an jenes opfermäfsige aufstecken der
pferdehftupter in Deutschland in bestimmter richtung, das
nach einführung des christenthums für boshaften zaufcer
galt, dann an die pira equinis sellis constructa bei Jemandes
und das cr^/uo der scythischen könige bei Herodot (RA. 676).
Von heilighaltung der rinder weifs ich weniger mitzu-*
theilen, wiewol sie schon darum nicht zu bezwmfeln ist,
weil rinder geopfert wurden, sHere den' fränkischen königs-
wagen zogen (RA. 262).' noch im spätem raittelalter be-
hielten die kriegswagen riader bei: capto ducis (lovaniensis)
vexillo, dicto gallice standart, opere plumario a regina An«
gliae. ei misso, quod fastu superbiae quadriga baüm ferebat
Chapeaville 2, 69 (a. 1129). eines mit vier wei/sen ochsen
bespannten wagens in Lothringen gedenkt Scheffers Haltaus
s. 251. Nach Plutarchs bekannter meidung im Marius (ed.
francof. p. 419) schwuren die Cimbera Über einem ehernen
etier, woraus man das stierhaupt im meklenburgischen wa-*
pen herleitet. (Mascov 1, 13). Zu Hvttabier verehrten die
leute ein rind (fornald. sog. l, 253), zu Upsal eine knh
(das, 1, 254. 260. 266. 270. 272).
Während von den pferden der hengst mehr als die
Stute verehrt wird, scheint unter den rindern die kuh den
vorzag zu haben. Itühe waren vor der Nerthus wagen,
die edda gedenkt einer kuh namens Äudhumla, welche
*) dafs die Ehstea dem pferd weusagemd« kraft 'zaschreibeo lebrl
•bergL no. 35.
**) Ledeboar reise Dach dem AUai. Berii* i6d0. 2. 54. M. • •
ItlNDm 631
bei den erateo meeeehengescUeelit eine grobe roHe spielt
(& 526)y sicher für eifi heiliges thier galt. Jenem glauben
an pferde (s. 622) steht ein 'fttrftnadr ä kü' zur seite. kö^
nig Eysteinn von Schweden glaubte an eine kub, die 8t^
bUja Jiiefs: 'hun var svft miök bldtin, at menn mAItu eigi
standest lAt bennar', sie wurde mit in die sehlacht ge-
führt (fornald. sog. 1, 254. 260). könig Ögvaldr fflhfte eine
solehe heilige kuk überall mit sieh, zu wasser und zu land,
und trank bestfindig ihre wäcL fdrnm. sog. 2. 138.
10, 302). ♦)
Wie die mfibnen der pferde schmückte man die hOro-
ner der kühe mit goM: guühymdar kfr (Sem. Idß 14 1'*)
noch heute ziert d^ alpenhirt die hOmer des -rinds mit
bfindern und blumen. den opferrindern wird diese aus^
stattung nicht gemangelt haben.
Das sansta*. gaiu (bos und vacca), thema gA, aoc.
gftm, pers. ghau, gho, entspricht dem lett. gokw, ahd«
ehuo, ags. eü, altn. kfr. noch wichtiger ist, dafs fA
zugleich terra und plaga bedeutet (Bopp gramm. S. 123
gloss. p. 108^), wodurch es sich an das gr. yci, f^ scmierst.
hierzu das auftreten jener AuUmimia in der nord. stitö«
pfangsgeschichte genommen , Iftfst sich vielleicht rmk$ (die
erde) und Rmdit (s. 230) zu rmd armentum halten, weiehes
freilich in der alten form HR fordert (Graff 4, 1171); wer
weils ob nicht anch rinde (cortex) ursprünglich aspiriert
war? .EvgAutf^ der name eines theils der erde wird zu-
gleich erde, (die weite etJ^cio) ausdrücken, und s* 314
vermutete ich,' dafs Europa ^ mit der Zeus als stier buUte,
selbst als AtiA, gleich der lo, gedacht worden sein
mag; nicht die erde hirt von ihr, vielmehr sie nach der
erde den namen. Über die Verehrung der kühe und rinder
bei Indern y Aegyptern und Römern verweise idi auf
A. W. Schlegels gelehrte abhandlung ^^). auch die Israe-
liten brachten das . brandopfer einer rotben kuh (goth.
kalb6), auf. welche noch kein joch gekommen. war. Mos.
IV, 19.
Eber und book waren beilige opfertbiere (s. 44. 45),
'^j , W|i8 bedeutet die schwane kvh in folgenden redensarten?
' die sehwane kvh drückt ihn| (Hüpels liTland. idiot 1^1), 'die
schwane kuh hat ihn getreten* (Etners apoth. 514). 'yan onser goe^
den Maren «oe, yan miere bhren coe* ist bor. belg. 6, 97. 101 (vgl,
223) die rede^ Ton der blauen kvh ir. elfenm. GXX. soblachten der
schwanen kuh bringt gefahr (abergl. 887). unter den benennungea
des . regeobpgeas findet sich das sloifen« mawa^ schwane kuli.
**} ind. bibL 2, 288 — 295. '
1 1 I
6Sa EBIR. VBND
der eher*) Aem Freyr (s. 194), böehe and Ü9gmk' dma
TMwT (s. 168) gewidmet, wie iiedi jetzt bodc nnd fliege
für tettfebgeUiier gelten **). Auf jenen göttlichen efor
glaube ich nech das alte lied beliehen wq d^f^n, $M den
nna Nelher (der sa selten vor fremder gelehrsamkeit dann
kommt was er vateriftndischea wüste anfznseiehneD) eine
stelle behalten hat: imo sint ftaoae fuodermAze,
imo sint bürste ebenhö forste,
nnde zene sine znelifehilge,
seine borsten ragen hoch -wie der wald, seine haUer sind
zwölf .eDen lang. Einen gmnd der heäi^iailnng des ebers
findet man darin, dafs er die erde aofwühlt, und die men**
sehen ¥on ihm das pflügen. gelernt haben, Auoh die Sie*»
Yen seheinen solche eher verehrt zu haben: 'testatur idem
antiquitas, errore delusa vario, si quando his saeve, lon«-
gae rebellionis asperitaslmmineat, ut e mari praedicto (nahe
bei Riedergost) aper magnus > et coMdido deute e »pumig
htcescenie exeai^ seque in yolutibro deleotatum terribili
quassatione multis ostendat'. Ditm. ikiersebi p. 812.
Nur hausthiere waren opferbar, obgleioh niefat alle, na-
mentlich der hvnd nicht, der sich sonst oft zu dem iienrn
wie das pferd verhält; er ist treu und klug, daneben aber
liegt etwas unedles, unreines in ihm, weshalb mit seinem
namen gescholten wird, bemerkenswerth seheint, dafs
hunde geistersichtig sind (abergi^ 1111) und den nahenden
gott, wenn er noch mensehiichem an^ verborgen bleibt,
erkennen, als Grtmnir bei Geirrödr eintrat, war ^eingi
kundr svft ölmr, at A henn mundi hleupa', der könig li^
den schwarzgen^antelten fangen, ^er eigi vild^ kimdar
ftrAda'. Stem. 39. 40. auch wenn Hei umgeht, merken sie
die hunde. dazu stimmt genau der griech. glaube, niemand
erschaut die nahende Athene, selbst nicht Telemnohoa,- nur
Odysseus und die hunde, Od. 16, 160:
ovif Sga TfjXijuaxog idtv ä^t/W, ovrf' iviTjUe^^
dXX udvaevß %e xvvegj itai q ot/v vXaopte^^^),
*) doppelt benannt heifst er ahd» epwy ags, eofor und ahd. p^^
ag8. bAr, (golh. bAii?).
**) wie gott (Wuotan) den wolf icbuf (a. 134), braohte dtt leo«-
fei (Donar?) die gei^B herror. |ia einigen ortea ilat man die
füfse nicht (Toblar a. 2 14).
*•«'
') in einem diD. yoOuilied 1,207.209 bellen aie dae geapanat an.
bellen oder nichtbellen iat hier einerlei ^ . ..
I
:\\ -t /. tiK
i
gaheol der innida ist yorhadeotoui (abergi. 4S9lf ami xaigt
feoer ML ' dem. 04inii wierdea band« beigebt, Vidris
greg S«m« 151*, avck den Dornen (». 381): nerna frmf,
SwuL ETSf*. «rorauf fründet 8icb aber die aaf e de» fil^
h«ii BittelalterB von dem h. Petrna und dem band? der
ags. Satnm und Sahiinon (bei Thorpe s. S8) fragen: *8aga
me hvilc man ^roal rmre Tid baad • spracende ? ' nnd £e
anlwort ist: /ic (»e seogOy saneins Petrus'. Niaiaaaga cap.
158 p. 275 irärd eine formel mitgelhdll , die aus der ge-
wali der wassergeialer rette: Vunnit keflr hmmdt pkm^ Petr
peetoli, tu Biftma tyivar^ ek mnndi reana it firMtja ann, ef
^u leyfdir'.
Unter den wilden waldthieren gab ea dimge, die der
mensch mit sehen betrachtete, denen: er direrbietnng
bezeigte: TOr allen Ur, wolf und fi$ehs. ich «habe dar*
gethan, daüB diesen freien, nacii weit ühd frühe .in
Enropa vei^reiteter sitte^ ehrende nanaenr beigelegt irm^
den *), und dafs unsem ahnen der bär fflr den ämg der
tkiere galt^^ Einö nrk. yen 1290 (Längs reg. 4, 467)
liefert den beinamen ^Chnonrat der heiägüt'j wosu man
den fttteren manns und franeanamen aHn. AsbUm^ ags.
Osbeom^ ahd. 'AMper^ npd ahn. Aibirwi, ahd. Ampi^
rin (im Walth. Ospirn) halte ; damals scheint noch unter
dem volki saigen , von - ^der heiligkeit des thiers im gang
gewesen. Biöm war ein beiname des Thdnr, und nach
der welschen sage wurde hönig iinnr.als bär und gott
dargestellt, was man« nicht erst aus einer Hhnliehkeit des
nameas mit igisvog au leiten hat: der bär am bimmel
spielt eine grofse rolle, ein eddischer beiname des bä^
reu war VetrlÜi (Sn. 179) hiemem sastinens, weil er Hber
winler schläft und der winler biamamött hieb, der eigen-
name gieng auf menschen über, fornm« sog. 2, 802 ein
VetrUA skAld und 3, 107 ein Veirtiü, in welchem sich
der name seines vaters ABbiäm erneuerte ***), den my-*
thos von dem weiften bär und dem wichtel habe ich s.
447 nachgewiesen. Es ist nicht zu übersehen, dafs ein-
äelae' Uiierfabi^In in menschliche mytben verwandelt Wer-
*),Ke!nh. p.'i.V. ccyn.'446,' nberrascliend ist die io Victor Hu-
gos notre dame de Paris 2, 272, nach einem bacb, oder mündHcher
ül^erKefeninf^ mitgetheilte nachricht, dafs die zigeuner den facbs
fnedifleiii caurMir dei bais^ den /vroU ffiedgris, fieddorS, den bfiren
ineux oaer grandph-e nennen.
•*) das 8. jhim t, ccxcy»
***) aoeh dai aeejnoh^ aufiente. TsneielaMl den naoten JV^^wrUt
(bei Mona 98I»). • s' - • .'i'>!m / " >
63« WOLF. FDCBS. KATZE
den oder lungekelirly x. b. die rolle des barem oder fiickteM
auf einen riesem oder den leufei üttergfeiit so fiadet sich
die ehstnisciie ersfthlnng ron dem mann der mit dem Mren
rttben und haber auf dem acker baut (Reinhart ccxzzxnn)
anderwfirts von dem .teofeL dies in einanderstreifen des
thiermirchens und der übrigen tradilionen ist neue gewihr
für die epische natnr jenes. Zwei wölfe, fi^sri und A-eAt,
waren dem Odinn beilig, ihnen gab er zn fressen was ihm
von speise yorgesetzi wnrde (Sn« 4), sie waren gleichsam
-des golles hnnde (Vidris grey). ich möchte wissen, woher
H. Sachs den bedeutenden zug entnommen hat, daTs g9lt
der herr der wölfe, als seiner Jagdhunde , sich bediene *)?
Ein söhn des Loki, der FenriiUfry tritt in wolfyeetali unter
den göttern auf; überhaupt kennt unser alterthum keine
häufigere Verwandlung als die der menschen in werwölfe.
Bi^r und wolf sind sehr oft in wappen aufgenommen , mit
ihnen ist eine menge von mensdiUcben eigennamen zu-
sammengesetzt; keins von beiden findet statt bei dem/vcfts.
daher sich auch kaum mit dem fuchs mythische Vorstel-
lungen verknüpfen; einige spuren sind Reinh. ocxcvi ge-
wiesen **) , im kindermärchen (no. 36) werden ihm nmm
schwänsse beigelegt, wie dem Sleipnir acht füfse, oder hol-
den und göttern vier arme.
Der Freyja wagen war mit zwei kataen (tveimr köttum)
bespannt (s. 282); da altn. fre$ nicht blofs kater sondern
auch bftr bedeutet, hat man neulich gar nicht uneben be-
hauptet, köttum könne aus freseum entsprungen, und ein
bärengespann der göttin gemeint sein, wie Cybeles wagen
löwen zogen (s. 233). vom Stiefelkater s. 471. 476, das
norweg.' mftrchen in den folkeeventyr no. 89. katoe und
wiesei gelten für kluge zauberkundige thiere, die man zu
schonen ursach hat (abergl. 292).
Mit den vögeln lebte das alterthum noch verlrAuter,
und wegen ihrer gröfseren behendigkeit scinnen sie- ge^
sterhafter als vierfüfsige thiere. ich führe hier mehrere
*} 1, A9^ ed. 15&8: 'die wrif er im enrelen gond und hei sie
bei ihm für jagdbiind*.
**] Klaproth bat aus japanischen bäc^en^, dafs mw\ in Japan
den fuchs (inari) alt tchuttgott Terebrt: in Tielen nikps'era.t zumal ge-
ringerer leute , sind ibm kleine tempel gewidmet sie fragem. ihn
in schwierigen dingen um raih^ und stellen ibm abepds .ireis oder
bobnen bin. fehlt morgens etwas daran, so glauben sie, dei^ fucbs
habe es Terzebrt und ziehen gute Torbedeutung daraus ; da^ gegen«-
tbeil ist ein übles zeichen. (nouT. annales deti royages. d^cembre
1833 p. 298). Sie balteo ihn för einen ka«i, d. b. fär die seele
eines Terstorbnen guten menschen (das.) ^
TOGHL iOLBI. HAHN 685
beiqiiele an, dabman die wilden Togal flWafte« Dfelaiar
▼on Meraeb. enahh tm Mabtildis, Otto 1 mvHer (Pmü
5, 740): 'non aollim paoperibus ¥0111111 etiam aoibm victam
snbminialrabafy und ebenao bobt es ia der vitaMahtild»
(Perti 6, 294): ^ee etiani oblita est ^obiemm aestiTO lem«-
pore m arboribas retoaanlini, praecipiena niniatris sab
arborea proicere anieaa pasia'. In Nerwegen seilte man
jnlabenda den sperüngem kembftaehel aus: jnleaftea at
sette trende kornbaaad paa atöer ander aaben himmel Ted
laden og fiielraaet 10 jpirrafif fftde, al de nftste aar ikke
skal giöre skade paa ageren ffiorthöi Gnibranda dalea.
Kb. 1785. ly lao, es war ein den Tegehi gebraehtes opfer,
damit aie den Auren nieht schadeten, man entsinnt sich
dabei des vermaehtnisses fttr die vögel auf Walthers Ton
der Togelweide grabstdn, dessen nanen schon pascna
STiom ansdrflckt
Götter und gdttinnen pflegen sich in vögel an rerwan-»
dein j aber auch ' den riesen war diese gäbe eigen. Tara-
pita, der ehstnische gott, fliegi von einer statte au der
andern (s. 67), die griechische Torstellung hat geßügelie
getter, die jfldiache geftügeUe engel, die aildeatsche Jung-
frau mit sekwamfiügelm. Nordische götter und riesen
legen ein adierkleid, anuurham an (s. 599), gOttinnen ein
fiftenUeid, vabham (s. 279). Der wind wird als riese
und adler dargestellt (s. 600), nnd heilige iuUer schreien
aof den bergen: dm g6I arla, arar gullo. Sem. 142* 149«.
Wolfram denkt sich die erde als einen vogei, wenn er
sagt Ws. 308, 27 : s6. diu erde ir ^evidere rdrt
nnde si der meiß lArt
ir müae alsus volrecken.
Von opferdiensamen hausrögeln, namentlich deas hahn
nnd der gans, sind mir wenig mytlusche bezüge bekannt.
Das feoer wird als rother luAn geschildert (s. 568), H.
Sachs sagt : den roten han aufs stadel setzen* : ein däni-
sches Sprichwort: ^den rode hane galer over taget' (der
rothe hahn kräht auf dem dach, d. h. die flamme prasselt],
rothe bahne musten vorzuffsweise gevinst (vielleicht iM-
her geopfert) werden (RA. 376). Vöiuspä 54 wird Halarr
aufgeführt', fagurraudr hani', im walde singend, gold-
kammiger hahn erweckt die beiden, dunkelfarbiger kräht
in der Unterwelt, bedeutsam krähen im dän. lied (1, 212)
der rothe bahn • und der »chfoan6e hahn hinterein-
ander; ein anderes lied (1, 20B) fügt noch einen weißen
dritten hinzu. Vldofnir, ein andrer eddi^cher bahn sitzt
auf MImameidr (S«m. 109*); Finn MagnufieiK (iejLr «Aylh,
686 * BAHN
824. 1090) Tergleieht ihm den hiibiiy der auf «mijMmm
gesteckt ra werden pflegt Die Wenden errichteten ktenn*«»
bftume^ brachten aber, hemilidl noch heidnisch gesinnt , zo
Oberst anf der Stange einen wetterkahn an^). In einem
mfirchen (no. 108) sitzt Hansneinigels iahn auf emem
bäum des waldes. Ich weib nicht , wann die goldnen
hälme auf kirehMtrmen eingefidurt wnrilen , bloise wetter«-
fahnen sollten sie ursprünglich kaum sein« Gnibertas in
▼ita sua , lib. 1 , cap. 22 , gedenkt eines gallui mtper imri ;
im beginn des 12 jh. hersdite also die sitte in Franko*
reich, aber schon zwei Jahrhunderte vorher im sfidliohen
Deutschland. Eckehard erzählt vom rinbrsch der Ungern:
duo ex illis accendnnt camptmanumf cujus cacmninis
gtMum aureum putantee, deumque lod sie voeaium, non
esse nisi carioris metaUi maleria fusnm, lancea dum um»
ut eum reyellat, se yalidus protendit, in atrinm de aUo
cecidit et perüt (Pertz 2, 105). den Ungern erscheint dieser
bahn als gottheit des orts, worin vielleieht noch ilas
znsammentreiTen der namen des heiligen Galtais mit dem
des yogels bestärkte; sie verlassen sogar ans scheu vor
ihm hernach das kloster: monasterio, eo quod Qaiku,
deus ejus, igmipotens sit, tandem omisso (ibid. 106)**).
Tit. 407 : '46 golde ein ar gercetet, gefiuret unde gefunkelt
4f ieglich kriuze gelcetet.^ Zwar ist der bahn symbol der
Wachsamkeit, und dein wichter, damit er alles überschaue,
gebührt der höchste Standpunkt***); mOglich aber wäre,
dafs' die bekehrer einen heidnischen brauch, hähne anf
gipfeln heiliger bäume zu befestigen , schonend ihnen auch
eine stelle, auf kinchthürmen einräumten , und dem zeichen •
hernach nur allgemeinere deutung unterlegten.
An der spitze des wilden gevdgels steht der oiUtr als
känig, und ist des Zeus böte. In unsem thierbbeln
*) annalen der churbr. hannÖT. lande 8 jabrg. p. 284. einige
beziehen den babn auf Petra» Terlengnung.
**) alles sagenhaft; dena» Tom einbrucb iler ungern ins bloaltr
Herzfeld (Hirulfeld) an der Lippe wird in 4er Tita a^ Idae äbfüipli
erziUt, sie seien auf den nolariaa gestiegen, aber die glocken loszn-
macben unTermögend gewesen und nnn plötzlich geflohen, aliqnid
ibi esse diTalis numinis snspicati sunt (Pertz 2, 573). hier kommt
der babn nicht in betracbt, die glocken tbun ea allein.
***) Münters ainnbilder der alten Cbtisten p. J55. Da Gregelr der
groOM gallus durch pracdicator Mialegt (opp. Paris t70^ 1, 95^9.
961) und auch den specnlator auf den praedicator bezieht, so. könnte
er in folgender stelle an den babn gedacht haben , obgleich ' er ihn
nicht nennt : specnlator ^emper in altitudtne ftat , nt «piidquid tea**
Ipriiai alt lon|e proapictat (ibid. 1, t'i83). <i>
■IBH: SCBWJOME 9U
ßAmad der rak die roOe kdd^r, des wolfe nmi iMnes
«I Oberaekneo, er betüH die frebgier jeaee aeben der
Uogheit dieses. Gleidi de» swei «rOifMi sind aaeh swei
raben, J7ifffäMi tmd Mmtmm, Odiiis besliiidife begleiler
(8.134); ihre namendrOckeii denUtraft und erinneraag aas:
sie tragen ihm nachricht yon allen ereignissea sn*). vefw
adiiodeaBich acheiaea diese odiaisehen vOgel ^ dea sagen
enrihiil, x. b. Olaf TTyggr. cap. 28 boaeagen schreiende raten,
dafii Odiaa das darigebnidite opfer annimnit iwei raben
fliegen- mit einem mann d^n ganaen tag. Niaiss. 119. ebenso
gdeitea dea heil. Gregor drei fliegende raben (PanKDiacl,
2ß). In dea scbikaea mythas von könig Oswald greift der
rabe, dem aeia gefiader mit goid bewnnden wird (Tgl. den
£riken Ms. 1, 38**) wesentlich ein; er hat nichts von der
böaen tenflischen natnr, die hemaoh diesem vogel beigelegt
wird. Gharacteriatisch ist aaeh, daib der von Noah ans
der arche gesandte rabej von welchem es gen. 8, 7 blors
helbt jBtti iiiX&wv mix up4inf$ff/e, in der deutschen wie*
derersflhlnng sich aaf einem as aiederlAfst. Ga|dm. 87, 11.
Unt. 3, 60. König Artas, den wir vorhin als bftren fanden,
soll in einen roAea verwandell worden sein: 'qua anda
haaUt abora converlido en cuerto, y ie esperan en stt
reyno por momentos*. don Quixote 1, 49. In Volksliedern
verschen vOgal gewöhnlich boteadienst , sie bringen knnde
von dem was vorgegangen ist aad werden mit meidungen
entsendeL böhm. sagt man: etwas vom vogel erfahren
(dowideCi se po ptatfku).
In den sagen reden vögd untereinander von dem ge«
sdiiok der menachen und weissagen. ra6ea verkündigen
dem blinden das mittel, wodurch er wieder zu seinen äugen
gelangt (KM. no. 107), hauwögel besprechen sich von dem
bevoretehenden antergang der bürg (deutsche sag. 1, 202).
Bin tmekdr vogel (fugl fridhugadr) wird in der Helgaqvioa
(Smm. 140. 141) re£ind und weissagend eingeführt und er
fordert, wenn er mehr aussagen solle, von dem menschen
&pfer and tmnp^L nach einer deutschen sage erwirbt siüh
der mensch das Verständnis der vögeltproithe durch den
genaA einer weif wen teUange (KM. no. 17). Sigurdr ver-
steht sie, sobald des drachen Fafnir herzblA von den
fingerspitaan -iiuf seine zungö kommt: es sind sokwalben
(igtfor), die, ihm ratfaschlag ertheilen (Ssm. 100. 191).
*) io eiosiir ■loveniseheo mirclien bsrilit Jeniand sinen raben
(wdwtt), «leralhviNend («MmA) war uad ihnl, weon ar heiailiahr^
allei^ aaaihlla^ Murka» alofen. dantachei wb. Griu IM8. p. 606*
688 :8T0IK!H: SPBGHf
SMAx>älben zu töAen bringt mkeil, nach abergl. 37& yev«»
nrsacht es yierwochenlangen regen; ihre nealer -un dem
hänsern wagt niemand aussuitorsen. aus. Saxes (p. 327)
bericht von der eichnen biUbeule des Rugürtt darf man
schliefsen , dafs die Slaven ruhig daran ^ die sckwaAen
niaten liefaen.
Die mythische eigenheit des Bckmaitt bekimiet 4ie
sage von den schwanfrauen (s. 398) und voii dea Serben**
den thiers gesang. Auch der ^ftircA galt fUi^ unveridtzbory
gleich den schwalben ist er frühlingsbote; sein dichterischer
liame mufs ins heidenthum zurückreichen, widerstrebt Aber
noch den deutnngen. die. ahd. glosseo geben odebero
(Graff d, 155) udebero (sumerl. 12, 16) oUioaro ^ odebor»
(fundgr. I9 366) odeboro (gl. Trofs); mhd ädebar (nur
Diut. 3, 453) ; mnd. edebere (Bruns beitr. 47) adebar (Heinke
1777. 2207; mnl. odetarcy hodevare (Biein. 2316. Cligoetl
191); nnl. 6yetär\ nnd. ä^er^ äbdr, atjebar; im ags. und
nord. nichts ähnliches, bero oder boro ist träger, aber
das erste wort, solange man der quantität des vocals un-
sicher bleibt, läfst sich schwer erk&reii, zwischen glück-
bringer (von 6t opes) und kindbringer wäre> die wähl, doch
das letzte stimmt zu dem* noch allgemein herschenden
Volksglauben , dafs der storch^ die neügebornen kinder zu-»
trage, neben dem alts. partic ddan genitus, ags.. eäden,
ahn. audinn.müste sich ein subst. Ad, eäd^preles) erweisen
und alles wäre in Ordnung, der. prosaische ausdruck- ahd«
storcAy ags. starCy altn. siarkr mag gleich »alt sein, nach
fries. Volksglauben treten Wandlungen des Storchs in mensch
und des menschen, in storch ein. ein lied Wolframs 5^ 21
versichert) der storch schade den saaten nicht.
Altlatj Völkern war der gpecht heilig, er galt für den
vogel des Vtars, ** Ap^os ogpig; den Sabinern Weissagtet ein
auf hölzerner seule ( ^l »tovo^ ^vkii^ov) stehender specht
im hain bei Hatiena (oder Hatiera Dion. haL 1, 14. Reiske
p. 40), einst halte er sie den weg geführt^ &g/t¥f]vtat ol
ninsvttvoi ^vonoXan'tov f^v oiop ^yeaaf^^^) (SiraboV
p. 240). für Romülua und Remus , als der wölfin milch
nicht genügte, trug er andere nahrong herbei (Ovid. fest. 3,
37. 54 v^. Niebuhr 1^ 245). Nach Virg. Aen. 7, 189.
Ovid. metam. 14, 321 war Picus. sohii des Saturn, vater
des Faunus*), und wurde in den vogel verwatMlelt. Wie
*) wenn in der Schweii der schwarzspecbt merttafiUU (merzfohlen)
beiftt (Stald. 2, 199. Tobler 31 6^)4 erklirt sich das am einfachsten*
aüa dem picna martius ; fällt könnte aber auch Tögeli sein, also menm
logül oder MartinsTOgel , worüber mehr im €«p. vchi dem angang.
SPBGBT ^ SM
fnsere diehUMg von Beoomlf (Ueiieiiwolf ^ d. L speeht)
diesem Pieus verwaadt scbeiDe ist s. 343 angedeutet In
Norwegen heiTst der rothhaoMchte sehwarzspeoht Gertntdi-'
eogel und e&i mirclien bei Asbiörnsen nod Moe (m>. 2)
erttutert seinen nrsprung: als- nnser herrgoU mit Petrus
auf der erde wandelte, kamen sie cn einer frau, welche
sais nnd buk, sie hieft Gertrud nnd trug eine rotbe haube
auf dem köpf, mttde und bungrig von dem langen weg
bat sie unser herr um ein stück kucdien. sie nahm ein
wemg teig und setit^ ibn auf, er wucbs so hoch , dafs er
die ganze pfanne fttllte. da meinte sie, der buchen sei
fir ein almosen zu grob, nahm weniger teig und begann
zu backen , doch auch dieser kucben erlangte . dieselbe
gröfse und sie weigerte ihn wiederum zu geben, nahm
zum drittenmal noch weniger teig und da der kuchen
dennoch ebenso grofs aufsohofs, sagte Gertrud, %r mttfst
ohne aimosen gehn, all mein gebick wird zu grofs für
euch. Da zürnte unser herr und sprach: ^weil du mir
nichts günnst, sollst du zur strafe ein kleiner yogel werden,
dein dürres fütler zwischen holz und rinde suchen nnd
nicht öfter trinken, als wann es regnet', kaum waren diese
worle ausgeqin'ochen, so wandelte die frau sich in den
Gertrudgtogel und flog den küchensdiomstein hinaus, und
noch heute sieht man sie mit ihrer rothen haube, ganz
sokwarz am übrigen leib, weil die Ofenröhre sie schwärzte;
beständig hackt sie in die baumrinde nach fiitter und pfeift
gegen dia regenwetter, denn sie dürstet immer und hoft
zu trinken*). In unsem thierfabeln bleibt sonst der speckt
ohne roUe, nur in einer alles Zusammenhangs entbehrenden
erzAhkuig • (Reinh. 41d) wird er mit dem wolf sich unter'-
redänd «u^c^ührt. Die Wotjaken erzeigen dem baum*-
hackenden specht göttliche ehre, damit er ihren Wäldern
nicht schade *% den Serben heifst das geschrei des baum-
hackenden Spechts (zhunja)***) klitschi, kliknuti, kliktati,
gleich dem der vila (oben s. 407) baumklopfende Spechte
zeigen den weg zum flufs (Igorlied 79); die alte sage vom
Specht und d^ äpringwnrzel wird später erörterung finden.
Die eUter (pica) ist ein dem specht (picus) nahstehender
YOgd. ihr altn. name lautet ^kcidiy schwed. siato, dän»
•*) Gerfvud, «rnrd« s« 54», 282 init;.Freyja irergliebeni imd dieselr
köniite der TOgsl, wenn Mhon hier üls Tevwandelter menMli 4arge»
•teUl, haäig ceweseD Bein.
**) RytMmkovs retie dufch das ruu. ri^icb» vbari. ▼. Hase.
Riga 1774 p. 124.
***) kraitijsoBii»* pola« bObm< ilnwa» böhm. anehwlksr tonst wolfa.
N
«10 SPERBBU XDKUE
äüade^ wna mit 4er (tbstraojkan bedeotung fdhnntunn
■tengeMnuneo woffdea dtrf, mhd. scfado; zo «ingiBiig der
Vdtsunga saga begegnet ein mann namens iSilaäK; weichen
F. MagniMen (lex. 609) ffir die gdttin OkaA erUärti I«
der flandrischen thiersagie hieis die eieter ^er. Aye'y >:fra«
Ave. In Poitou dauert nooh eine 'spnr des ekterdullM
fort, auf den gipfei eines hohen banma ^ird ein sfträuiii
Ton beide und lorbeer der elfter n» ekran- angehundcay weil
flie den einwobnern durch ihr gesohrei den nriienden wolf
anzeigt: . porter la crApe ä lapdeu (mS^nib des««iitiq. 8|451.)
b altböhmischen liedem ist der Jperfter (krahui, krabug)
ein. heiliger vogel und wird im götlerhaia> gehegt (königinh.
hs. 72. 80. 160). auf den ästen der eiche, dw ans dem
grabe des erschlagenen spriefst) .sitzen heilige sperber^ und
verkünden geschehoen mord*
Keinem andern vogel wird aber allgeaieiner die f»he
der Weissagung beigelegt als dem kukuk^)^ idessett iMle,
gemessene stimme im neubelaubten faain erscbatlt. 9en
beginn des lenzes drückt im> altdeutsehen redht die forind
aus 'wann der.^aife& gtdtef (RA. 36], wie nach Hesiods
hausiehren der rufende kukuk die zeit des fallenden saal-^
regens verkündet. Zwei alte lieder sehilderii des frtthtings
unä winters weltstral über den kukuk, und der hirten
Uage um ihn : der frübling preist , die tarda bienis echik
den vogel, hirten stellen ihn als geraubt oderetsttuft der,
merkwürdig ist die zeile:
tempus adest veris, cficu/fis modo ratnpe soporead**).
Er kündigt durch seinen ruf diö iieUiohsle zeit des Jahres
an, dafs er den menstifaem weissage wird hier niehl gesagt
das . jähr verkünden (jähr bieten) schreibt und der agSi.
cod. exon, 146, 27 diesem vogel zu: *g4doa» geaet bodbn\
*) gotb. ff^aks? ahd. soob (Hoffm.' 5, 6) ags. geiic; ulto. gaukr,
mhd. goucb M8. 2, 132^ daneben reduplideredd (wi^ caeulas) ffao«
goucbMS. 1, 132", goggoucb.US. i» 166*, nbd^^kok, kukak,. ober«'
deuUcti ggggabch, gu^ig€iiicb%
**) beide eclogen io DornaTU lampj^iibeatcam 456. 457, >wo sie
dem ßeda zugelegt sind , ein gleiclies^ geschieht bei .Lejser p. 207,
nacb welcbem sie zuerst in der mnkf. aasg. ' de'r OTidisoben amutoiien
•von 16tO p. 190 gedrackt worden «ein söHen. ind«s9en tbeilt^Oudin
(de scrip. eccles. 2, 327. 328 ed. lips. 1722) den conflictns reria et
htemis mit inter dem nemen des JIK/o saneti Anaedi eloeneiifeis mo-
nachua (aua der ersten hSlfte des 9 jh.) 'Ond -da« tfweite gtedidbt de
morte cucoli findet sich in Mabillons anal, t, 369* als Jlatäfi- Teraea
^e eliculo. lotnerhin fallen 'beide io ddtf 8 oder 9* Jh.; in eormption
der peDuliima Ton cucalus stimmen sie zu Reinantna 3^, 528. dei
eoaflictui babea aoeh Hoffm: hiiras belf.6, 28dtriederaafj|eobniineii.
m
eocoK anatiiii' nmftiave^ew M»cii jetzl libör teiert; der hoUuh
gfoidi^, wer im frtthliflg mir eratenmal das aehreieii des
kttkuks vernehme, kdniie. toa ikm die zaU seiner übrigMi
lebensjalire erfragen .(abergl. Id7. sekwed. 119l däa. 128.
14^. ia der ficiiweis riofen die. Ifinder: ^g^gVf wie iMig
lebi no ?* in Niedersachsen:
kukik Tarn häven^
wo langcf sali . ik. leven?
mid dann fibt man aekft und aihlt: wie vielmal der vogel
nach der anfrage ruft, soviel jähre sind deaa, fragf^Ai^i}
übrig zu toben (Sditttae liolsl..idiol. 2, 363)« In andern
gegenden *) lautet der isprttoh :
kmkitkf beckeidmechli
. sag mir recht,
wie viel jähr ioh leben soll?
der vogei^ wird erzäkU^ sei ein verwünschter becker oder
müUerfaiecht, und trage darum fahles, meUbestaubtes ge-'
fieier. in tfieurer zeit habe er aroaea lettlea vcju ihrem
teig g^estolen^. und wenn gott den teig im ofen segnete,
ihn herausflogen I bezupft und, jedesmal dabei gerufen
^guknk!' (ei siebl), darum strafte ihn igott der herr und
verwandelte ibn in einen, raubvogel, der unaufhörlich dieses
gesohrei wiederholt**). Gewis wurde die sage, die uralt
sein mag und der vom aj^cht (a. 639) gleicht, früher gan;;
anders erzählt, mit jener tbeuarwg . kann, zusammenhän-
gen, dafs des kukus ruf,, wenn er nooh Aach Johannis
vernommen wird,, theuerung bedetite (abergL 288).
In Schweden weissagt er ledigen mädcben, wie viel
jähre sie unverheiratet MeiheA sollen:
göks ^ök, ailii ipa quisi,
säg mig ¥ist^ . 1 • . <
hur mänga ar , . ; .
jag ogift gar?
ruft er öfter als zehmnaH, so sprecdien sie, er sitze 'pl
galen quist\ auf einem. nUrrisc^hen (verzauberten) zweige,
und achten seiner Prophezeiungen nicbl« . Auch soll auf die
himmelsgegend viel aidiommen, aus welcher man den kukuk
zuerst hört, mai^ mufa im trühling genau acht, geben: hört
man ihil von norden (d. h, der onglücUichen seite) , so
wird man des jahra treuer haben» von osten und wüsten
*) \9^. Alh^rtim narrenhatz» Aag»b, 1617 p. 95- inmasaep jc-
aenr. all^tft wejb beach^hen, welche einen guguck fragte, wie tu
jar sie ooch zu leben heUe? der guguck fieng an fünfmal guguck zu
tiogeii, da ..rermwUe «ie dafs^ sie noch fünf jar zu leben bette u.8.w.
**) j^ Praetoriof wellbeichr. 1, ^Q. 2/ 491«
mytkoL 8, musgabe* ^*
Mi
fi|/>l/
bedemet «eUi nif gUtok, Yon südeo bar iit es der bstter«
aasrofdr: *ä$tergök ir IröstegMi, WMtergök ftr baslag«k|
nmrgök ftrsorggöt, «^^di är smörgök' *).
In Gottes friiblingsorakel verkiadet der prophetische
Ydgel einem v rerliebten paar nahende hechzett und xahl
der kinder.
Auffallend genug, dafs msere Itsderdiehfer des 13 jh.
den kukuk nicht wahrsagend eittfübren, «die sache war
ohne Zweifel damals aUgemefai bdmnt, dorn auch in
Renaer heifel es 11340
daz weiz der g&uck^ der tin für wAr
bat gegutxet hundert j4Sr.
Csesarius heisterbac. 5, 17: narravit nobis aano praeterito
(71221) Theobaldus abbas eberbacensis , quod quidam. con-
versus, cum nescio (fuo tenderet et avem, quae cuaUu»
dicitur a Toce nomen habens, erebrku tumUmiem audiret,
vices interruptionis numeravil, et viginti duas invenjens,
easque quasi- pro omine accipiens pna anrns iotidem vices
easdem sün computami: 'eia' inqnit ^certe viginti duobus
annis adhnc vivam, ni quid tanio tempore mortificem me
in ordine? redibo«ad seculum, et secuio deditus viginti
annis fruar deüciis ejus, duobus annis, qui supersant,
poenitebo'. Im couronnemens Renart vernimmt der fuchs
des vogels stimme und legt ihm <tie frage vor:
a cest mot Renart Je cucu
eiUenty Bi jeta un faus ris,
'jou- te cönjur*, fait il 'de cris ,
215 oaous, qne me dies le vojr,
quans ans jai ä imrel savoir
le veir *•), cuen, en preu cucu,
et deus cucu, et trois cucu,
quatre cucu, et eine cucu,
220 et sis cucn, et set cacu,
et ttit cucu, et nuef cucn,
et dis cacu, onze cucu,
duze cucu, treize cucu.
atatit se taist, que plus ne fn
225 li oisiaus illuec, ains s'envoHe;
erfreut bringt Renart seiner frau die nachricht, dab ihm
der vogel noch Ureize ans d*aö' zngesprechen luibe.
*] Arndts reise durch Schweden 4,5^7. die schnepfe heifst
Bcbwed. hongjöky altn. hrossagotikr (rosseknkuk) und auch sie hat
die gäbe des welssagens (oben 9. 168).
**) hier scheint eine leile zu mangeln, worin gesagt Ist, dafs der TOgel
■eben schrei beginne, en pren cucu, da kluger kakiik, fugi fr6tfhugadr
Külui eu
yielleiclH \gi der kuküfk unter 4«iar iMMgei gemeiBl,
V4>ii dem es Hb. l, 88^ heifst: 'diu Tröide viogxet ^ellek
AemsätBogei in item neste\ wenigstens fobri mich daranf
eine steile des Plmins, die überlitupt hieher gehftrt, im
aequinoctium vernum soll der landmann alle venplttelea
arbeiten scbnell ipomehmenf 'dum seiat inde natam exprö-
brationem foedam potantinm viles ' per imitatioaem cantui
aUÜ$ fo»f)wrarii , ' quem cucirium Tocant. dedeeQs etnn
habetur opprobriumque meritum, falcem ab üla volncre
in Tite deprehendi, ut ob id petnianltae saflas etiam- cum
priroo vere iudantur'.
Die Freude über des kukuka erste» ruf drttdd mm
schweizerischer spruch (Tobler 245^) 00 a«s:
Wenn der gugger chond ge gugga ond s menaföU laeUi
denn wötti gad geh le, 'swit i koh möchi,
man wähnt, dafs er nie vor dem dritlai april und nie
nach Jobannis mfe:
am dretta abareiia . v
mofs der gugger • grüena haber schnella;
er könne aber nicht rufen, eh er ein vogelei gefressen
habe, hat man, werni sein ruf zuerst erschallt, geld im
sack, so reicht man das ganze jähr gut ans, hat man aber
keine im sack, se mangelt es das ganze jähr (abergl. 374),
und war man nüchtern, mufs man diis ganze jähr hungerui
wenn der knkuk dreimal satt kirscben gegessen bal, hört
er auf zu singen.
Den Polen heifst der vogel zezda, den Böhhien ie^
ihnle (beidemal fem.), in der altpoln. chronik desProkesz*),
p.ll3 der tat. aosg., findet sich folgende merkiKürdige
erzählung von dem cnitus des slav. gottes Zywie: dirhiitati
Zywie finum exstruc^um erat in monte ab ejusdem nomiiie
Zywiec dicto, ubi primis diebus mensis neaji innomerus
populus pie . conveniens precabatur ab ea, qaae vitae **)
auctor habebatuir, löngam et prosperam valetudlnem. Prae**
cipoe tamen ei litabatur ab iis, qui primum cantum eucuU
audivi8$efUf ominantes superstitiose., tot annos $e piciuroSy
quoties vocem ' repetfisset. Opinabantur enim sapremum
hunc universi moderatorem trmufigutari m emeuhuny vk
*) kronika palska priei Prokosza. Warsz. 1825 und lateinisch
ehronicon slaTosarmaticuin Procosii. VarsaT. 1827 ; angeblich aus dem
10 jh. Ein so hohes alter kommt ihr nicht zu, aber Dobrowskj
(wien. jb. 32, 77^80) geht ZQ wek, wenn er sm ^z für erdich-
tang aiMgiebt; ea liegen, ihr auf jeden fall alte äberlieferongan inai
grande.
**) ^J^J lebendig, ifmi daa*iebea erhalten, Q^hffea. .
41 ♦
614 lüKÜK
\fm» annlmtiardl vitoe temporit: unde^ critniti ddoeftatar,
eapimliqia« poana: a magüstratibus afiioiebfitm; qui eiicuhiin
oocUUsset. Bier ist 4er weissofgende vogel ein •eruMü^
dklter ffoU, wie. IM* in jenem sftc^sisebM reim kiikuk '«a«
hä0en' hiefa. "^ .
Den serbischen haiduken he4eiitet * es unheil^ irenn
iie . kukamtna irüb erseheint uad.aus dem schwarzen walde
r«ft^ aber glück ^ wenn sie aus grttnem waitde iMhreit {Vvk
.r . Im eddisdhen GrottasiMPg wird den mabnägdlan nicht
länger ruhe und schlaf gestattet, als. loMrend den hdntl^
acAioisi^ (enti gayfanin ^agdi).
Er kann gMdc und Unglück weissagen; man soll sich
g«gen ihu.(wie gegen andere zaübervögel, eule and elster)
mit Worten und fragen hüten, dafs man sich nicht ver^
stricke *). Ihn »hme ursaoh eu tödte» bringt gefahr, sein
anhang könnte es rächen. Er vermag die meASchen zu
neckeUy zu belhörenj das nennt der schwedisole akerglanbe
dara, der dänische garOe. In einem. mML gedieht
(fjMgm. 38^): petenlln und louch
.hAt> begucket mit der geneh..
Sein erscheinen ist oft böser vorbedeutwig. Paulus Diac. 6,
i& mädet YOB) dem langobardis^en könig Hildeprand:
o«i dum coBlum^ sicui moris est^ tiraderent, in. ejus cimA
^ummikOe .eueubte oras volitando ventens imediL - tune
aliquibus prudentibus hoc portento visuin est sigoiiieari ejus
principaAum inutilem. fore.
Wie jene idavische al|ernähremie .lebeiiag:otftkeit. gestak
des hukttlßi an sich nimmt, hat sieh aoch d^ griech; Zeus
ih ih» verwandelt f als. er zuiarst der Here. vabt.. Der
giMin sitzendes bikl zeigit einen kuhdt auf dent,Mb^ ein
die hochzeitsprooession des Zeus und der Jiere vorMel^
lendes basre^ief lärsl auf des Zeus (wie auf jenes lango«-
bardiscben königs) »epier einen kukuk' HtBeM^f); -dieser
«rofel ist also in die viqrstellung: d«r : heiligsten ehefeier
veäeobteii, man begreift, wafum er Verheiratung' und
eheaegfn weissagt. iJer b^rg aber, auf welchem -Zeus und
fiere zusammenkanien, fräker Qgopa^ (ven ^pcfo^, sitz
des donnerers ? vgl. oben s. 167) oder Go^vai geheifsen,
*) Arndt a. a. o. 3, ia
*^) Weicker la Sobwenk 269. 270 ; aonst aiUI d* ei^ adUr,
Kaan die gestalt des kukoka and adlars- oicfat deutlich gaacdiiedea
werden, so nennt auch noch heute das jolk in Baiern den pv^dlai*
•eben adler aohenireiae gakeaer (Sohm. 2» 97),-
/ r .
wxmm e«»
eriiMt fitehher 4eti mämen ofog %on*^)^iop% Kofarin^
berge haben wir nob aacb in Deutsohiand, s. b. onweil
Kreuznach liegt ein 6kntd^9ierg (WiiWere Pfals 4^ 36)^
ebenso bei Dnrlach und Weingberg {Monea ann. 6, 360)^
in der Schweiz ein GuggUberg (Joh« MOller 1, 347. 3, 82
Tschachdan p. 2), Oöckerüberg (Km. no; 96); die benen-*
Bung würde sich ganv natäriicih aas dem rufen des vogek|
das von berg her veraommen wird, erklären, wi^n nidM
auch noch andere Überitsfeningen damit suMamenhieAgen.
Freidank 82, S und fast ebenso . Bonerius 65, 55
wlsin wen unt tumbiu werc
diu habere die von Qomchetbere;
hier werden die ieate vom Gancbsberg als ^weise ^edisMl
aber einfUlig handelnd dargesleUt, Gauehsb^g ist gleioh**
viel mit Narifenberg ^*). schon im .sehnten jh. bat gouh die
nebenhedeatmig von narr (N, ps. 48, il. 93, & urheiskonb
N. BA. 175, kriegsnbrr}, utid so tIbaraH im dveisehnleil
(Walth. 22, 31. Trist. 8631. 18215), ^MA gewöhnlich
noch ein adj. oder ein ^en, pl. be^efügt sieht: ich tumber
gouch MS. 1, 65* tumber denn ein goneh Troj. 6126
timiber gouoh Bari. 319, 25 gonch unwtse Bari. 228, 32
ännelöser gou^h 31 9^ 38. der treit Ruches hodbet IfaH. 3,
468«, rehter wilze ein gonch HS. 2, 124^, der nusre wi
gdiclieltn Ben« 809^ wo ^uch das ai^mentativ gMchgOMiti
Altn. gädor. m^eich arrogans moi^io* H. Sachs ^verwendet
einigemal OaiwlAerg ^^^) in gleichem sinny II. 4, 1164
(Kempten U. 4, 220«) avsz. von Gös 1, ^2. Denhoeh mag
bei Ganchsberg iirsprfthl^ich an den vogel selbal m einer
ans. Jetst verdunkeilen ominösen bedeutung gedadit worden
sein •*♦•).
Der kuknk steht aneh sonst in. üblem ruf, er gilt für
*} Pausanias II. 36, 2.
**) daher aach ein andermal dafür gesetzt wird Afftnherc (Do-
cena mise. % 187),' Affenherc und Narrental MsH. 3. 200^; Affenial
dart. 213« ttlid Renntfr 16469. Apenherg und Nmrenderg in dtfr
plattd. Narragootf 77b, 137»? MseMere Diut. 2, 77, Tkitr«, welche»
schon die alt£ aprache dummheit beimifst, sind ochs, «sei, aflie, bock,
gans, gauch und heher. N. ps.. 57, 1 i hat ruoh (stnlius] d. i. hruoh»
ags. hr6c (gVaculus, gramm. 3, 361). ,
***] weit häufiger Sehaffi$berg, in der redensart *va ded «chalks-
perg häwen* L 5, 524«. HL 3, tiSa. ^AK IV. 3, 20«ti 31«. 40«, deren
miprong« ich niioht kennt* bi Franken* winhst S^hoOubergw wei«
Henricna dictus de SceUkeshergh. Spilker 2, 148 (a. 1268).
****) wen nach anderer anafegung rerlangt, der findet sie reichlich
in Monea ans. 6, 350 ff.: Gonchaberg iM Ranklitfna, iHä Eiberich
geiat dea Albordach , diabolna der pera. dir.- . . ' ''
C46 EÜEÜK
einen ehbreclier, der seine eier in fremde neiler l^e,
weshalb den Körnern cncnlas gleichviel mit moechus wat
(Ptautas, ecblufsseene der Asinnria, Eweimal] und in unserer
spräche vor allers gouch, gaucke^ unechtes kind, bastard
ausdrückt (Nib. 810, L Aw. 1, 46). in der Schweiz heirst
gugich ein ungebetener nebenbuhler bei der liebsten. Jr
er erscheint als tenffisdies thier oder als teufet selbst in
den aUgforein hergebrachten redensarten: dafs weifs der
hämk! des kvkuks werden, der kuhuk hat ihn hergebracht,
und ähnlichen, wo überall, mit gleicher bedeutnng, teufet
gesetzt werden könnte. Dies scheint mir auf alte, heidnische
traditionen hinzuweisen, denen aHmälich erst der teuflische
amtridi gegeben wurde; dahin zähle ich auch die in Nie**
dersachsen y^breit^e formd ^der kuhuk und sein Aröster^,
unter diesen kflster wird, nach breoi. wb. 2, 858, der
ißiedhopf gemeint, ein vogel, der gleichfalls durch verwand**
lung seine gestalt erhalten haben soll« näher vermag ich
die*fabel vom kukmk und wiedkapf nicht anzugeben, singt
dieser jenem vor? Von dem kUriiA. gehen ähnliche sagen
und redensarten.
Der schäum auf weiden, iexk die cicatfa spumaria ber^
vorbringt, heifst kukuksspeiehel, Schweiz, guggerspeu^ engl,
euckowspit, cuckoospittle, dän. giögespgt anderwärts hexen-
Speichel, norweg: troldkiäringspye *), also auch hier beruh-*
rung des vogels mit zauberisQhen wesen, man entsinnt sich
dabei des vogelspeichels (fugis hrtki), der nach Sn. 34
flrit zum band Gleipnir gebraucht wurde. Einige pflanzen-
namen Tcrsichern uns seiner mythischen natur. acetosa:
ahd. gouckesampfera, Schweiz, guggersauer, ags. geAces-^
»ürCy dän. giögemad, giögesyrcy man glaubte, dafS er sie
gern fresse; nhd. kukuksbrot^ gaucklaucky franz. pain de
coucaUf panis cuculi. wiesenkresse : kukuksbhime, gauck-
blumey flos cuculi. anagallis: gauchkeil u. s. w. . guck-
gauchdom Fischart geschichtskL 269^
Den Slaven hat der vogel, den sie stets weiblich vor-
stellen, nichts böses, nichts teuflisches, »ezkulice klagt
auf der eiche über des frühiings Vergänglichkeit (königinh.
hs. 174]. Die Sierbische kukaeitia war eine jangfrau,
welche ihreii bruders tod so lange beweinte, bis sie in
den vogel verwandelt wurde; 'sinja kukavitza* (die graue)
Vuk 3, 66 ; drei frauen in kukavitzen gewandelt, Vuk ] ,
no. 321. auch in kleinrussischeü liedern vogel der to'auer
^ ^M^»^ ■ ■ ■ ■
, 4
') «ommeripronen, bairisch gugk^rschegkefi, koknlisOecLeii, SdiiB.
2, 27, Tri. Höfer 1, 33T. , , , .,...;...
ROTHKBtCBBIi MEISE 613
nmi s£li#enmrty üihI roMiache ^«Jkaitgeii ItssM wiedemü
6iii JmigetiiitfdeHea durdi eine 9aiib«rin rerwandeM wwden
(Gdizes srerb. iieder s. 212).
Von den Ueüien yögeln wurde der sekwalbe sckon
gedacht, an firaa nachügall erinnefrn die ounaesinger oft,
aber dermythuS) dafs sie ihre todtgebornen kinder lebeniKf
singe, scheint nicht daatschea Ursprungs. lerche und ga^
lamter werden in der thi^saga bfler au%[etreten ^ein, als
wir jetat wissen, vom suumkiknff, ags. vrenaa, engl, wren,
g^B schöne mdrcben. docb««nd noch awei vöglein aft-»
znffthrmi, die mir vor alters in hahar bailigkeit gtMtanden
2U haben scheinen rrethkchlchen und raeise.
Dem rothkeIckeH (engl, littta Rohfai redbreM) aaH
niemand sein nest stören, sonst schlägt das wetlar ins
haus; den blitz zkhX das nest des rothschwAaachens heras.
letzteres heifst in der Sdsweit kiurötheHf plagt odcs* nimnH
man es a«s, so geben die htihe rothe miloh (Tobler 261).
waren, sie dem Donar heilig, dem telhbirtigen? und geht
darauf die rothe ferbe detr kehle und des seh wlsits ? man
sagt, das rothkelehen trage blumen und Mfttter auf ::das
gesteht einea erschlagenen , den es im waide Ssodb. tbat
es das. im dienste eines gottes, der nicht htt, dafs man* ihm
schaden auftlge?
Von d^v kleinen meme^^ die er geTaHerin nennt,
mtfa sogar Reinhart . sich ttherlisten lassen, in. . wekhem
anseha dieses waldvöglein stand lehren die weisthämer,
welche auf samen fang die höchste bufse setzen: item si
quis; sibHando. ^^ alio modo yolncrem ilium ceperit, l|ui
Tulgo eieisa nuncnpatuf, banni reus erit. jura ardiitp.
trenrer. in Laeombl. arch. 326; si quis auceps haue silvam
inlraverit, pro nullo genere yotucrnm componet, nisi: capiat
meisam que dieitnr^ banmeisay et pro illa componat 60 sei.
tanquam pro cervo. ibid. 367; wer da fehet ein bermsket^
der. sal geben ein koppechte hennen und zwelf huakeie
und sechzig schiUtttg pfiming und einen belbeiing. Drei-
eidier wSdbann (weistb« 1, 499); wer eine lufbneiBe iienge
mit Bmen ader mit slagegam, der sal unserme herrn geben
eine fiidbe henne mit sieben hftnkeln. Rheingauer w. 1, 5dS);
wer ein sterzmeise fahet , der isj umb leiB u. guet und in
unsers herrn ungnad. Creuznacher w. (2, 153). Der grund
dieser gesetze entgeht uns, offenhar achtete man den vogel
für heiUg und unverletzlich, dazu litimmt aber vollkommen,
*) «bd. nvitA, agt. inAse, eol. n^xe« fraBz."iriesaagfr, allfrinz.
moveB^ey enfjL titmoBw(«. titB^sefv
6IS SGBLANQB
t ••
daft noeh die heiitigeD Letten diee-TiML üraen JÜle^) fD«*
naimte vögleiii ftbr weissagewi «nd gliekkri»feiid haileA,
und selbst ein Wahrsager ihnen sSüneekB heifst **). aooh
die span. benennnng der meiae eid (d. i. Herr) odifr cid
paxaro (herr speriing) ist zu erwägen, meise, saunkOnig
«nd specht (bienenwolf) mengen sieh im voiksglaiiben , es
giH dem aUerkleinsten, sierlichstenrageL
.Schlangen scheinen durch die Schönheit ihrer form, die
gefiihr ihres bisses vor andern thiwen scheu und fthrfurcbt
£«, gebieten; eine menge sagen erzSUt yon vertauschang
der gestalt zwisdien menschen und seUangeiK hierin liegt
fast untriegliches «zeichen des. caltue. wesen, . dia aus
menschlicher in thierische biidbng übergegangen aiiid und
den umstftndea Aach in jene zurückkehren können , ist das
heidenthum heilig zu halten geneigt, es Terehrte gütige,
wolthätige schlangt, während in der christücfaen* anaicht
der begrif böser und teuflischer schlangen verwailet
Dieselbe vita Barbak, der wir knnde des langobar*-
dischen baumcultw verdanken (s. 615), meidet zugieioh
Ton einer scklangenverehrung: bis Tero diebua quamvis
Sacra baptismatis unda Langobaidi. abkierenlnr, - tamea
pmcmn §enHUiaH$ rüam tenentes, sive beüiaii mente
degebant, besHae simulachro, quae Tulgo e^iera nomida-*
tur, fleeicbani cotta, quae dehüe guo debehant fl^ctere
crealori praeterea Romuald ejasqne södahsa y priaea
eoecati arrorey pahun se solum deum colere fntelianlat,
et in abditis viperae iknutachrum ad snam permciem
adarabanß. Barbatus in des hönigs abwesenheit ersucht
Theodorada, Romualds gemahlid, ihm das schlattg«nbikl za
▼erschaffen, illaque respondit: 'si hoc perpelravero, pater,
▼eraciter scio me morituraro'. er isrst ater nicht ab und
bewegt sie endlieh; sobald das bild in sdnen hfinden ist,
schmelzt er es ein und übergibt die messe goldachraieden,
nm Schüssel und helch daraus za fertigen **^). Aus diesen
goldgefaiaen wird dem könig nach seiner heimkehr «das
chriäiche sacrament gereicht, und Barbatna gesteht ihm,
dafs das kirehengerfith aus dem eingesehmolznen bM ge-
schmiedel sei. repente unus ex circumstantibus ait: 'si
II II I ■
*) ütth. zjle, zjMle; poln. sikora, böhm. «ykera-, rms. tinifca,
miqiWi BMiisa. Tielieioht ist der' lelt. oAine ton (dooaht, der litth. tob
sVnoli «cire su leitea, imd die -Tolle Torrn w«ra tipnele, ijnlei, der
klage wissende TOgel? auch der heber heifst lett. sihls.
**) mag. der lett. lit gesellsch. Mitau 1838. 6, 1^1.
***) wie aw dem- gotd der schwaDriBce nipfe geiehmiedd werden,
und das gold dem schmiede wichal^ dails -er ibeitihehllt'
SGHUUIQB M§
imMi «jOir lalia perp^lratset, nnilii idtdrposito «loneiil«
absoiiMiereni capttt ejus'. Ans der andern tita gehörl noch
<ttese stelle hierher: <(ani etiain iriperam muri mektüo
farmakm $m9mi pra magMudit^ dei sapplioi derotione
veMrari videbantur. nnde naque hodie, eieat pro voto
arboria voimif ita ei locus ilie eonMUi^ dovoliones *) nbi
viperae reddobantur, dignosoitnr appetlari^ Über TOlimi
habe ich mich s. 616 erkürt, cmuius drAakt.das golb. gtU,
§U$ir^ ahd. käU, käbkir ans (oben s. 34 nnd RA. 358).
beide Wörter TOtum nnd censns sengien nicht wenig füft*
die editheit. und das' alter der lebensbeachreibung» Hier
haben wir mna ein merkwürdiges beispiel eines aus gold
gescluniedeten götaenbiids und wiederum das bestreben
des bekehrers, den heiligen stof beizubehalten , aber in
chrislUche form umnogestalten. Welches höhere Wesen
die Langobarden sich nnler der schlänge vorstellten? ist
kaum richer an beatimmen, sieht die alles umschlingend«
Weltschlange > den midf ardsormr , iOrmunganAr der . nor^
disciien mylhologie, denn keine spur verräth, dafs dieser
im Norden selbt, geschweige anderswo, bildlich dargestellt
und verehrtf wurde. Ofmir und ßhpäfmr sind altn, «riilan*
geneigennanum und Odina beinnmen (TgU su 181), unter
dem snmlnui dens der Langobarden wftre also an Wnotan
an denken? doch die eigenthümlichen Terhftitnbae ihres
schtangenonltoa entgehn uns gtlnEiith. Wenn der ansdruck
Tipera, wie ich nicht zweifle, mit bedacht gewählt ist, kann
nur eine kleinere Schlangenart (coluber beras), ahd. notom,
agf/ ftädrßf altn. fmdra (aber goth. nadrs» alta nadr auch
iMsc«) yerstanden werden,- wiewel das simulaemm, ane
desaen gold sich sehifisel und kelch schmieden liefsen, faHs
es nicht wuchs, auf bedeutendere grOfse hinweist
Die Jangobardische sage eraäklt aber sonst noch ron
sehlangen, und gerade von kleinen. • im heldenbuch wird
der kämpf eines feuerspeienden thierleins am Gartensee
(lago di Garda) mit rinem löwen und Wolfdieterich , denen
beiden es au schaffen macht, geschildert:
DUD hörest durch ein wunder, wie das tierlein ist genant:
es heilst zu welseb .^ »undeTf zu teutch ein saribamf^
in Sittenland nach eren ist es ein vipper genant»
und weiter folgt, dafe immer nur zwei solcher vipern
leben , indem die jungen bald nach der geburt ihre eitern
auffressen, dies stimmt nahe zu den angaben im physio-
/ • ' 1 .
*) gedmcki steht: locna lUs .sessna dststionitf nbi 'Tt|>flrae red«^
debantnr. - •
65a SOHLANOB
togiu (Diät; 3, 29. 30. Hoffm. faflrifr. 28). mmder weih
ich aus keiner italienischen mnndart eu erkttren, ^aribani ist
daa mhd. terpani Trist. 8984. Sittelianland halte ich für Wal-
liserland, dessen hanptstadt Sitten, hier konnte leicht das ro-
manische viipem 101 gebrauch irieiben (graubündn. vipra, Tivra).
Im Jura heifst eine geflögelte ansterbliche schhrnge mit dia*-
mantnem äuge wmore (vipera). mbok. des antiq. 6, 217.
Von hauMschbmgen vnd unken*) gehen noch jetfet viel
Überlieferungen. Auf wiesen and wriden, auch in hSnsem
kommen schlangen zu einsamen hindern , saufen mM ibnea
milch aus der schüssel, tragen goktkraneny die' rie bäm
milchtrinken vom haupt auf die erde niedersetzen^ und
manchmal beim weggehn vergessen; siebewachen diekinder
in der wiege und den gröfseren weisen sie eehfitze: §ie
%M tödten bringt unglBck. jedes dorf weifs von eignen
schlangen. So wird in Schwaben erzfthlt. hessisebe sagen
sind kinderm. no. 106 gesammelt , eine ösireiohisdie steht
inZiskas volksmfirchen (Wien 1822 p. 51), fast alle haben**)
den zug des miichirinkens und der goktkrane. Über-
raschen nun die eiteren die schlänge bei dem kind wmI
tödten sie, so beginnt das knid abzunehmen und iNdd- zi
sterben (Temmes pomm. sagen no. 257). Einmal war einer
schilpenden schwangern frau die sehlange in den otneti
mund gekrochen, als sie kindes genas, lag dieseth die
Schlange fest um den hals und muste durch ein milohbad
losgebracht werden; sie wich aber nicht von des fcindes
Seite , lag bei ihm im bett und frafs aus seiner schttssel
ohne ihm ein leid zu thun (Mones anz. 8, 530). Noch
andere berichte erwähnen einer haus unrd hof rnffillenden
inenge von schlangen, deren känig adk durch eine schim-
mernde kröne auf dem haiqit auszeichnete. . wenn er den
hof verliefs, begleiteten ihn alle ttbrigen, im stall,* wo er
wohnte, hausten sie so zahhreich, dafs die fütternden mfigde
sie oft armvollweis aus der kriK>e nahmen, sie waren
aber dem vieh und den leuten befrenndet; als- ein neuer
hofbauer ihren könig erschofs, wichen sie aUe und mit
•) mhd. unk, ,unhes. MS. 2. 2001>. 206«: von iupfer «cheidel
man dai golt mit eines Doken eschen (cinere); darum hiefs ein al-
ohymist tmkenbtenmer (Felix Malleolus de nobiUtale et. rmticilate
eap. 30). Unter vmke wird eigentlich die rasa port^ntosa, oft aber
auch schlänge allgemein yerstanden. das yolk nennt sie (gleich der
wiesel) -achmeicbelnd müemeleinj müemel, Schm. 2, 576. '
**) bis auf die wiederkehrende formel: 'ding, ifs auch brocken !*>
^frifi auch roocken, nicht lauter ichlappesr Mones «otiS^dSO; fnit
auch brocken, nicht lauter briiher daaelbit 6, 175. '"
SCHLAMB 6S1
ihoen schiratid gegen und reicbAhnoi von dem gnl (da-
selbst 6^ 174]*). Hierher gehört auch die schbmgen^
königin (deutsche sagen nd. 220) und eine merkwürdige
erzählung in den geüis Rbmanorum cap. 68. zu einem
viehmftdchien in lonneneioh kam jeden morgen und abend
zur meHtzeil eine grofse schlänge in den stall, auf dem
köpf trug sie eine grobe kröne, allemal gab ihr das
mädchen wmrme hAnUkh mi »awfdn* als es wegen eines
T^rdrnsses plötzlich ans dem haus gekommen war, und
die neue viehmagd das n'stemal melken wollte, fand sie
auf dem melkstühl die goUknme liegen, in ^r geschrieben
stand: ^ate dankbarkeiV. Sie brachte die kröne der her-
schaft-, welche sie demabgekomm^iem mädchen gab, für
das sie* bestimmt war , uqd seitdem ist die schlänge nichl
wieder gesehen worden^ JHones anz. 8, 537. das atierth'
krönlem macht jeden der es trägt unsichtbar (Schm. 2,
388) und dazu steinreich. Man el*zöhlt auch in einigen
g^ettden , fedes haus habe zwei schlangen , ein mftnnchen
und Weibchen, die sich aber nicht eher sehen lassen, als
bis der hansvater oder die hausmutter stirbt, .und dann
ein gleiches loefs erfahren. Dieser zug und. noch andere,
wie das hinstellen der milch, nfihern die hamschlangeH dem
b^^ guter hilfreicher hausgeister.
Die schlänge erscheint als ein heilbringendes, onver-*
letzliches thier, und ToUkommen für den heidnischen cultus
geeignet, den Stab des Asklepies umwand die schlänge,
und .an h^bninnen lagen schlangen (s. 554). Ihrem Po-*
trimpos unterhielten die alten Preufsen eine groCse schlänge
und die priester hüteten sie> sorgsam, sie lag unter ge-*
traidettl^en nnd wurde mit wMch genährt**). Den I^etten
heüsen die schlangen mildkmmer (peena mahtes); sie
standen unter dem sehmz einer höheren göttin Brebkina
(die st^eiende) genannt, welche den emtretonden «usohrie,
man solle ihre peena mahtes «ungestört im hause lassen***).
es wird ihnen milch in näpfea hingestditr Auch die Ut-
tbaner Terehrlen schlangeh, hegten sie im haus, und
brachten ihnen Qpfert)^ ägyptischen schlaagendienst be-
zeugte Herodot'2, 74. NuUus locus sine genio, qui per
anguem plerumque ostenditur« Serv. ad Aen. 5, 85.
*] ihaliche sage .todi BeyaDgeaköiiig bdb Lübbenau im laatiui*
Beben Spreewald (Büschings wöch. Dachr. 3, 342).
**) Voigt sesch. Preursens 1, 584.
***} mag. der lett. gesellBek. 6, 144/
f ) Seb. Fraaiies wellboeh ^1^, MoBes beidenlh. 1 , 9&. Adam,
brem. de sita Daaiae cap. 24. 'von den Litthaneni: dracanes adavant
MS VtA€Bm
Man brachte schlaagen da niiber in fdiweHeni' «od
auf hehnen an:
liggr meA eggje armr dreycfMr,
enn ft vaibösto rerpr naJ^ hak. Smm, 142K
aus dem haft (hels, hiail) dea achwerta, nahm maa «n,
renne der ormr oder yrmiingr in die apitae und wieder
anrück (Kormafcaaaga s. 82. 84. Vilk. sage s. 101). VIkge
hiefa %it dem shmgen' Ton aeiaem hehnzeiohen (helden**»
sage p. 148). die belme erhietten dadnrcb faatigkeil) die
(dingen kraft. Nicht unähnlich acheiüt, dafii fihrieute in
ihre peitsche ötterzungen flechten (abergL 174).
Die schlänge kriecht oder ringelt sich anf dem boden^
stehn ihr flfigel au gebol^ ad heiral aie ärmdhe^ waa ein
undeutsches 9 ans dem iat. draco, gr. ^aaii^ atanunendeai
schon früh eingeführtes wort ist, aU. tracchOf aga. dnem,
altn. dretd. die S»m. edda hat nur einuMd dreki^ im
Jüngern S61arl. 127^, sonst steht dafiar €rtmy ags. tyrrn^
ahd. wurmy goth. wuirms ^ welches allgemeiner a«di die
Schlange mitbegreift. Als geflügelte achhinge (serpena ala-*
tus) erscheint zumal die von Beondf beatandne: nihtes
fleoged 4541 , aie fliegt nachts aus und hcirst darum tiik#-
9ceaia 4536 , nocturnus hostis ^ aggressor. hfftBoeadä (ae*
reus hostis) cod. exon. 329, 24. auch der drache, welcher
Krimhitd auf dem drachenstein geftmgen halt, kommt durch
die luft gefahren oder geflogen. Doch der andere', den
Siegfried vom schmid aasgesandt früher tödtete, lag im
watd bei einer linde ^ unfliegend, diea war der eddische
Fd/Mr, ein mensch, der wurmgestalt an sich genommen*
hatte, Yon ihm braucht die edda akrtda (repere, sciveiten)
8mm. 186. Sn. 138 ; es ist der Tftm oder draca, den nach
Beov. 1765.1779 Siegemund und Fitela achlugen. Nib. 101,
2. 842, 2 heifst er • /inliracfte, hnidraohef Im Siegfriedalied
8, 2 liiflioifrai , welcher ausdruck auch Mar* 148, 28.
En. 2947. Troj. 25199 zu lesen, und nicht aua linde (tilia),
wie die spätere sage es misverstand, sondern aua dem
ahd. IhU zu erklären ist. mit diesem HM (goth. iii^^,
ags. lid, altn. Hnn ?) sind' viele frauenaamen gebildet (Graam.
'2, 505> z. b. Siglliht, altn. SigrKnn (oben s. 399),. und es
könnte den begrif von gianz ^er schdtiheit enthalten, wie
es für frauen oder schlangen gerecht ist, die abgeleitete
altn. schwache form ^ifHii (masc.) bedeutet wiederum
cäm vohieribuit onibos etiam viTOe Uiaot hQmines» 4|i]0ft'ik merca-
torihut emuot, dili|teDtt;r oomifiiO'fkrDhaM, ne «aoullm in corpore
[mufeOB WS
orivber, Mrpeiis. dar Mafg«. ottsiMne linbnrg^ «:» iUii^
hurg ist riobtigcr auf schlahga als aaf liBd« xo besiebHi.
-Von dea dinchen war imn dia bttaoha»4e ▼«rsteHiuig
dea alteirthuroa : sie tiegea^ amf tfroi §old Cmd 'Imicbteii
davon , das gold salbst, hiefa dichterisch wwmbMy aitn»
ormbetfr oder ormbedseldf) wnrmbetttsfeaeit , - iMd daiaa
knüpft steh weiter^ dilfs sie sehftlae bewaehen und eaelris
durch' die lüfte tragen. |enev wurm, den Sigeonnd erlegte,
heifsthordes hylrde.fieov, 1767; den e«dern, nit wcIchiBBi
Beovqlf kämpfte y bMirichnet '• dafc epithel: se hoM .bavao*«
teife 4k420, Fafnir, ein alter lieiie, lag als warm nü. dem
Oegiahialm aber ererbtem gfiOd (Siem. 188*^. 1B9^), lia heUsI
'! l^ngvi' (von \^w%y bei4e) und itar oti wird als Gnfta^
heidi lieaeiehnel; davon findet sich auch sonst der n6me
^^99%, Ifuff&rmry beidewurm fttr drache. noch heute
setai der volkagfaube gifihentfe schftlae auf einsame beiden^
wo aie von draeben gfc^hWet werAea. hcBJten gpld Beov.
kann beides aüsdrfteken aurum tesquerum oder ethnicornm,
denn die drachen galten gleich den rieaen für alt und
hochbrt^brt» Mgl. ealdi uhtaeaeada Beov. 453fi; vintrum fröd
4548; |>re0 build vintra hedd e« hrusan 4&5fr, zugleich
aber sind sie g^g, neidisch, giftig und flammenspeiead:
nÜdraca Beev« 4540, ätiot$cima &673, f^re befongea
4541; ongan gIMwn sptvan. 46^19; dMrcum nihtum rtcsiaa
4417. von Ftfeir wird Sasro. 186 gesagt: aorei4 af guUf
blös eitri, iaiati sik ok bariti höfdi ok spordi, schüttelta
wAk ond schlug; mit hattpl «ad sohwau.; dafe die- begriffe
eit,(feiier) und eiter (gifl) einander besühren wurde s. 528
hcimerkt.. Hieran halte asan die acbUdernagen .mhd^ dichler,
der tfache hat seiee heimwiat in einem tal« wirft rauch,
flamme und wind aus dem rächen (Trist 8944» 8974); er
hat ittiche Md Aigel st^itfensr und eiter (Troj. 9764. 9817).
Amt der beiden war es nun, wie die rieaen so die
gewissermafaen damit identischen drachen^) anf der weit
auszidiigen, Tbdrr ^Ibst bekämpfte den ungeheuren midr
gardsorm , und Sieg«iind , Si^agfried , Beovulf stehen als
tapferste dracheuilberwinder da ; ihnen gesellt siehi .eine
menge . anderer 1 wie eie« naeb seil und ort aHentbalben
aus demi fichobe lebeninroller eage erstebent. Frotho, ein
andrer Siegfried überwältigt einen gift^gfOtt: auf .acUtnen
mh^nd»n dmehen» Sa^o granwa. ^s. ZQk , Des aehönen Tbom
*) die analogie bewfihrt sich aach darin, dafs gleich deni riesaor
yebain (i^. 53g) der beaisele draaü» iber da« suidubor befesUgt
wurde» s. b. I^lci 4, 76.
6Si DRAcaie
Rn^rlnörtr wurde em Uehier I^gtmnr. gesebenkt, den
sie in ein kästchen, goM unter ihn legte: wie er wuchs,
wogIs «Bcii dae gold , so dafs die kiste asn eng wurde und
der wurm sich im kreis um die kiste legte; bald wrar
kein ranm mehr in dem zimmer, er legte sich um das
Zimmer md nahm den schwamm in den mnnd, niemand
Hefs er in das gemach als den der ihm fntter brachte, und
zu jeder mahlzeit bedurfte er einen ochsen« nun wurde
bekannt gemacht/ wer ihn erlege, solle i^e Jungfrau zor
braut und soviel gold, als unter dem dracben lag, zur
aussteucr empfangen^ Diesen dradren fiberwand Ragnar
Lodbrok (fornald. sog. 1, 237. 238). auffallend gemahnt
der steigende wacksthnm des wurms an den des fisehes
s. 544. Attfser dem goldeshort aber, den die beiden als
beute davon tragen, entspringen noch andere vortheile:
der genufs des drachenherzens bringt künde der • tbier-
spräche zuwege und das bestreichen mit dem blut härtet
die haut gegen alle Verletzung, tief greift beides in Sieg-
frieds sage*) ein.
Fast allem diesem begegnen die ansichten anderer
T&iker. Wie die Römer gigäs, so entlehnten sie auch
draco von den Griechen , da für den begrif weder serpens
noch vermis (wie bei uns siango und wurm) nicht aus--
reichten« iQaxmp leitet sich aber ab von di^netv blicken,
leuchten, sprühen, tfidoc di&ogtte gilt vom leuchtenden lieht,
daher möchte ich die versuchte deutnng unseres lint und
linni bestätigen. Bin grabender i^chs stich endlich auf
die hole eines goldhfitenden dracben, ad draconis spelun*-
cam ultimam, custodiebat qui theaauros abditos. Phaedr. 4, 19.
Die sage von den goldhegenden greifen schliefst sich aber
an, da sie gleich den dracben geflügelte ungeheuer sind.
Altsiav. bezeichnen znUj (masc.) und zmifa (fem.) schlänge,
jenes mehr den dracben, dieses die nalter. böhm. ist x^tnek
der feurige, geldhütende drache, »mije die mitter; serb.
zmaj drache, tsmija natter. glimmer, den der zma| von
sich abschüttelt, heifst otresine zmajeve * (abschüttelung des
lindwurms) Vuk s. 534. alles fährt wieder auf glänz, goM
und feuer« das littb. imaka$ scheint d^n Slaven entKehen,
ob das ags. snaca coluber verwandt sei ? fk*agt sich. Nach
Jungnaun ist »mek aufser drache auch ein geist , der sieh
in geslati eines nassen vogels*^, meiat dnes kmMm
*) sie erionert Albreckt im Titurel 3313—17 an eine ibnliche
TOD Rodoll« •
**) imoklj ist booeUt, imobnoti benetsen; *mokrj ^ako tmok'
Uiefend wie ein erdgeist
llFBl Mt
daraleHl :ii»i den leaten f«M cutrSgt; ahergl» 143 keifst
es, man dflrfe erdkünchen oder kausotter nicht schä-
digen \ Scfam. 1 y 104 orktArt erMtnkm ven einem rnn-
deBy bellen schein, in dessen mitte etvas dunkles liegt.
Das finnisohe mammekmem beschreibt Renvall: fenina
maUgna, sMtrix serpentis, divitiaram subterranearum oustcc«
Hier mrd der hört einer weihhchen schlänge überwie«
seil, wfthread in «nsem deutschen, und auch den sUivi'-
sehen sagen charaderistisch dw h^e , teuflisehe dradie
den schätz -hütet, die otter oder unke mehr die rolle eües
gutmütigen hausgeisles spielt*), und wie der drache aus
einem menschen gewanddt war, erseheint sie als kröne-
tragende Jungfrau mit sehlangensohweif (d. sagen no. 13)
oder ab fee. aber die goldkrone wird ihr se wenig
erlassen, als dem drachen der becug. aufs gold, und der
baiiflv. smek ist zugleich draohe und otter. sage vom
oUerköniff in Bechsteins Franken s. 290.
Bei so mannigfachen berührangen mnfs das von den
Langobarden gefeierte wesen zweifelhaft dahin gestellt
und nur das darf angenommen werden, dafs sie ihm eine
heilsane^ gfitige natwr beilegten.
Ich vermag spuren von käferonltus aufzudecken.
Es gibt zwei alte allgemeinere benennungen. ahd.
dbeooTy ^tewro, mhd. fteesr, kevere, nhd. käfer, nnl.
keüer, ags. ceafety engl, ekafer; man hat ohne fug das
laL cnper (=a ags. hifer, altn. hafr) vergUdien, wnrzel
scheint das ags. ceaf, oaf alaoer , weil der käfer ein ruh-
r^es, monteros tkier, noch jetzt heifst in Sehwaben Utfor*
mfifsig agiüs^ vWaz (gramm. 2, 571. 1013). die Angelsach-»
sen haben ceaferlün, ealertün für atrium, vestibttlnm,
gleichsani soarabaeerum oppidnm, weil da käfer schwir-
ren? Der andere ausdruck ahd. wibU, webU, mhd. wibel,
nhd. u>eM^ n>iebel, ags. vifel, wfelj engl. weeM stimmt
zum litth. waMoiy wabaUi^ lett wabbols, und ich ftthre
ihn auf wdien, im sinn von leben und weben, vigere,
moveri zurück, wiebeln wird mit knebeln verbunden und
gilt von dem. gewimmel der kftfer **).
Den Aegypteni war der kftfer (scarabaens, uav&ag^f
napaßäc) geheiligt, ein bild des innersten lebens und ge-
heianusv^lles seltelcrzeugung. sie glaubten, er gebe ans
*) also aach hier fShrt das weibliche weseo besser als das
minnliche.
**] tlarl namen Bind bdhm. cbraust, poln. (^rastcx; böbm, brank
bmk, hrak. wsl nach bwi^hus, ßffovn^^.
•H ElFBl
kfigl^iii UenroTi die er zosMMieD bdle md tai nM ¥«r-
gräe. .
Die alUi. spräche Metel ans keinen^ proswcheoi son-
dern gleidi den dichterisclien ansdruek iäitmoxy tMoMon
(nesenochs); wie jenem riesennwidoiien pAttgiN', pflngrind
and pflng kriebelnde kfifer sckienen (s. 507), Um.
nes, sondiainen- (mislkifer, von sonda iinins), kann
gedreht der wirkfiohe kdCMr die vorslellnng eines iöloacni
eiregen. das kleine dem gfofsen thier ra Ter^eidien war
naürlieh.
Unsem gröblen kifer, den statlilGhen homiragnnden
sehröter nannten die Römer AaMMiif (Nigidins bei Plin.
11, 28)/ ieh soUle meinen, damit hänge das bekannte inca
bos, Incanns oder iuoana bos susaaunen, das Tom ge-
hörnten thier auf das gesfihnte, den elephant, übartragen
wurde (Varro 7, 39. 40. 0. Müll. p. 135). der kifer aber
keifst uns hirsch (franz. eerf ydant), wol auch ochs und
bock, die sämtlich höma* tragen, poin. ielomek (hksch-
lein) altshiv. elenetx, böhm. rehao (comiger), östretch.
hörnler, scfawed. hombrolL lat. war Imims zagteichsca-
rabaeus terrester (Plin. 30, 5. 12), was den lucanns bos
oder cenms wieder bestfttigt. das Weibchen führt böhm.
auch den namen babka (grofsmotter).
Einen bedeutsameren lernten wir s. 167 hennen: dM-
f^i^guegi, domuqmppey in. unverkennbarem beeng auf
Denar, dessen heiligen bäum der kifiM* am liebsU» be-
wohnt, und damit scheint der in Scandinavien verhreilete
ausdruok, weslergötl. torbaggej schwed. Hsrdjf/M, nor-
weg. tordhel, jütländ. Amt, Jonre fär kifer überhaupt zn
stimmen, zwar ist keine ist. geschweige ahn. form^ welche
Th6rr darböte, aufzuzeigen, doch tor kann sich wie in
torsdag (s. 115) tind tovdön (s. 151) verhalten; bagge be-
deutet nach Ihre & 122 juvenis, puer,. des gottes diener,
waa sich. später in.dyfvei =s diefvnl, teufM- wandeüe. Af«
zeUus(saj9ohäfder 1, 13. 13) versichert, dem Thor sei der
teabagge heilig gewesen, seine* hirve beiCse in Norrlaiid
muUoxe (erdochse, jenes Schweiz, donnerpuppe? vgl. iö-
Ittttoxi) und wer einen muf dmn rUekm (ofvältes) Hegen-
den mietbäfer^ der sich selbst nicht, zu helfen vermag,
wieder auf die füfse legt, soll nach norrländiachem
Volksglauben damit sieben Sünden sühnen.
Das klingt sehr alterthümtich, und ich verwerfe die
vorgetragene deutung von trodyfvel nicht vorschnell, so
falsch sie scheint. .de,nn da^^ agß, tordtifel ist offenbar
aus tord stercus (engl, tard) und jenem .vifelzuaaaiineA-'
Kin» 667
gerflgl, auch denk dfliLi fkarnbasse, akamtom , uMkAiir
analogTi folglich rarii^gM loriyftrel , lodtawe' dieialbe dni-
iMg^ okgleidr» allea ii^rd^ mimdarten in eiafilolie' tord
«md ^MelgBbriehi: die : ialfindiabhe hat tordivd in totf^
(äfiOj gleiofaaam töiflettM (von Iprf gleba) oaigatadert. auch
das nnl. for, forre kifier, drektom siialkAfiar nonifa «nlF«giaa
wBPdan.
^ 'Wier hü aber aetbat sappMnde . kifar rüoidiiifa liegen
aehn und nicht niilleidig umgeatüpt? d^m aehWMer, den
ea BMt donner und. fener in bezi^faetel, mag anoii daä
dentaehe vott beaondre ehre . angelhan haben.
' Gleich andern heüigen ftthlingsboten (sdiwUbe «Md
aMreh) holte man .de» eräien jm&ikäfer feieriioh' 'aitt den
.wnlde euD, ea mkü beglatüngt, dafa dies noch im 17 jk.iii
aeU^wii^han gegenden. von den apinnendennädchen ge-
jBchah^ '
ObeNlentaabe vaMidiagen berichten: onerwaohane mftd^
eben begaben aich' aoniitags in einen ^ttetM hergtharm,
fanden . die akiege' mit aand bestrent und kMMi' an einer
früher nie ^eaehien schotten sttbe, wotiii'< ehi bell mft
eineaii Umhang atand. ab sie diesen zinUckacUugen,
aiefta das bett 00» goUkäfem und bltpfle von salbet.
und nieder, voll erstaunen auhen die ;m(ldcben eine w^
au j plÖtaUch llberfM sie aohreofcen , dafs aie aus der alub^
uiidf die atiege hinabfleheii/ während ihnen geheul und ge^
poller ' nachtönte. (Monea aaa. 7, 477). Airf dem achlefat-
borg Aei Welfarlswdiier aah ein klein^a . mttdcben einen
dfeiföfaigen koi)fei*bafen stehn, der funkelneo und ooll lot»»
inejnder rotkäfer, mir. aie sagte das. gleich darauf 'ihrci
eitern, 'die wol merkten dafa die ktfe^ ein schätz seien und
mit ihr auf den berg eMen, aUeih. weder den hafihi^nedi
die. käfer mehr fanden (daselbst 8^ 305)» Hier enaoheinen
die Icifer/als heilige, daa gold bewachende^ aelbal goldne
thiere*
In >Sch Waden netaien Ute den kleinen goldkifer (skal-
krfik) jungen /Härtens acMäaselmagdljungfru Marie nyälral*-
piga); im fafti^aha lasaeil-ihn die mfldolMn auf * der band
umkriechee' und. aagan: ^kom märker -nig. brudhsndakir?
(er- bezeichnet mir die brauthandschuhe] , fliegt er, weg^
• *) eine die li^iabrfibeiif d4i ovijgreveD fettet yao IJIr» Palam
ten (inF^ckt Dt|i«l|i MfaU^. mtg. l>d.l. Scble8w..ld32 i.^) drüfskf
sich darüber. so a im: 'eia soDaeroarer, aiifzug dei; Tormaligei^ tchles-
wig^cheti \spibtiradBattiatoben ^inen cantharidkm oder'mk grünen
zweigen maykäfer einzuholen, wobei denn hietiget irathbaus mit grü-
nem butche auigezieret.* das fett war fictah k^tsc&eii' 1690r- 1640.
Grimms mytk^l, 8, ausgmb*, 4«
658 KiflEl
'Sß Acuten sie; isacb welcher . <eite hiiiy (denn" voto - ^
4aoninrü ..der brftai%ain. Der Mkäfer ecMiM; etso* bpleder
üebesgöiliL; aber auch die sahl dar aohwariEem phnct^ «af
«einen flü^eie.kDmBit in bctrachl: Skid ihteir mehii eis Man-
iben, SQ wird des körn iiii<JBbr> thMaar, siadÜHier wenigBr,
ife ist ^ne .reiclid ernte s« erwartett^. >•
Diese kleine coccineila septempunctata wird .ffabtt^ni
lallen nnseni ..dialeelen mfthiaali betiasnt: .:flbd. goißisküh-
ilein,, giatteskalbr, herrfottakalb^* herrgiüttstkierohaiiy« terr-
^goitseöghifi ^ . Maräuiv<^;ileki , : ManenkäfiBr ;\'MmeäMlh^
lein; engl, ladyctmy iadfbird; tadyfly^ däni jrartAdii0!.i in
iOberd^sobland verateM man den kleinen goldkäfer-^hry-
isobiela vulg.) imteff A^MOcAüdi (TaMer 2041")) 4er liabe
frowe henfe (Alb. Schott Demaahe in Pianiant £97) y m
■gegensatz zni.AefTocMe/i, der ooecneUai (Vübter 26B'),
doch mag die benennung zwischen beiden käfern 4i6biaan«^
-ken.. Nach den Übergängen bei andern pflanzen oder stern-
.namen sckekrt Maria, fnr Freyja eingetreten, rund JWarihöna
-war vor alters. i^es^^AoHMiy was nech wörtlich in: Fran^OH'
kenne, Franenkäfaiein liegt, und« nur. im* frans.' (woiidie ge^
•neinschaft mit diar' deutschen, uiaiehti .«ehr durdidrang)
'finde' 4ch bäte (ä dim, eacAe ä c^täny v«pan; und itei: mchte
ähnliches. .Att£ |iUen faU nnirs. das: kinderlied : < ^ilaHen^
Mfircke» flieg ausi dein hftuschen farennt, dein «mdttbrcben
Aennt,- dem väierchen «tet auf deir schwelle; 'flieg im^ hiai^
«et ans der hMbV aiteein, da aneh in England gesungen
wird: iVod^tid, hidybird, fly «way henUß^ yeürih^nse is
0n fire, your children wiU burni' Die kiiideii setzen aueh
Im uns. Harienkaforchen oder einen. -aonnenkifer auf den
iinger und fraifen ihn wie -den kukuk : VnnfidUdten (son^*
nenküeUein, jüngeri) ik fragie di, wi lange aehlill ik leven?'
feen janry twee.jaar'. u*s.w.^ bis der iküfer entfliegt, dessen
keimat ta.der söhne. oder« im himmisl ist In<.dertfi8bweiz
halten die kinder den goldkäfer auf der band und sprechen:
'cheferli, cfceferli flng ns, i gelter nHteeh.tnfidbrocha ond
e eilberigs IdfEsli dezue.' hier wird idem -'kifer, . wie der
seUange, nach und breckcto geboten, der hMfet* mufs denp
hUeIrthnm fikr einen beten und-Tertranten deaigotlea fegoi^
teh habenj •.ni .. , : . ' i.^ -
Endlich die biene, das einzige zflhmbare, unter -den
menschen wohnende meeel, dessen yeHililhdige Lebensart
ihnen Vorteuchtet, Ififst alte tttytWsc*fe beütlgö ei-warten.
die biehe soll nodi aus dem goldneh zeilaUer, aus 'dem
*) Alaeliat 3, 112. 113*
I I
t f
mm
tagend j^ raiohfiU scfaöqfr nu^B^sprocb^ii:! «k in dem
sert)ischeo,:lM vioo^ K^ii^^. Gavan^ wo gott>dWihoiIigtt
eogel zur prUfaogj.dw m^nachen iaserwdblend. «i» itmi
hinfiD^ in 4^ ifeli .g^bn beifsl , 'wie die bieoe Atif 4ie
bluine', kLiu^ pUqjhek po (zvela (Vuk 1^ 198 ed. 2)^ .det
laptf^^jlKfse bonig) den die bieoen engr eilen btüleA< sau-
g«B| Uii b4uptbcistandtbeil . des gölterbrankee (s. i^), i beUiger
hon^g d|9 piTßffi, ^fmßf die des eingeboni« kisdes Jippe
berührt (RA. 457). wie i|un nft ;Qdr«ri8driBahr :gai>e diM
dicblkunst genau verbunden, iflt^ wiivi sie deiri' stshbifenden
Pindar durch biepen augetfagen; /mli^miiit. aiküi'wk&ev''
daf(M ^§Pil>ß^i<'9OV'i0 , %$ HfAt enflctw4t^ spöo «laxij^e/A^
%Qiav9^fi [Papisan. IX. 23| 2).. darum nc|irsen»sie amch
miiMryiD völliges, (Varro de re xwU 3, 16)* eia kiAdt«-*
märdben (nd, 6;?) w?U$ vm der MMenkOnigte , . die sioli
aitf^.den «uiVEit ihrpa <g]QiMliingB< setzt ^); M wen sie iiH
scbl^^e ^eglj d^.gjlt für eingiacfcskind.
£s liegt nahe diese .geschüfligeii geQUgelteti Fesen dem
stillei^, Volk der; elb#. oder iwerge an die-acüe z« aelaen^
das gleich ihnop eiaev königia gehefchi aas vtenvesea-n
dem Aeisch 4os' iifirißa^n ..gieegen alsiinaden die^ zwerge
beryor^ g^rMe s^ sollen die^bienen uns ider AaMs (eines
alierlfBibse^JiSpiimgen sein: apes. naseuntur eXxbubttlo cer-^
por^ putref^pto (yarronKc.)) amlssaa repamri ventribus
bubffUst M^^fintibv^, pum . fimo eibrutis (Plin. U, 20) vgl Ow.
m^ 15, ßQ4. auf splflbes . VerbAltaJs bat man die gleiebrt
heit^ fwis^bf^n apisMene imd'Apv' at«er bezegeil, wiewol
dieefi^ Upges a». jenen kurzes geMihrt* wichtiger färuea
scheint , dar berfibn^ejnnd eines getdafen stierbampts untef
vielen , hundert g^dnen .bianen im^ grabe des jGrönkisehen
kijff iff» . CbiMericb ^zn JDtoornik *•)•
. pie itf^r.geaji;bichto i^hri, dara welken irbn bien^n auf
den sttfsen saft der esche fallen, und von denv heüigeii
Yggdrasil Ififst die edda Ihau triefen, der honigsfall heifst
und die bienen nährt. Sn, 20 ***).
Yngl. sage cap. 14 ^apieldet von könig Fiölnir Tfflsgvifreys
sohUi in ein faris meth gefallen sei er ertrunken^ wie der
*) sedere in ore iDfantii tofn etiam Platonis, raaTitatem illam
praedulcis eloqaii portendentes. Plin. 11, 17.
**) abgebildet in Eccards Fr. or. 1, 39. 40.
***) ceram ex florihui , melligiDem e lacrimia arberum , qoae glu-
tinum pariunt, Salicis, ulmi, arundinis silccOi
42*
grieck. imyMu dcnOhrekos ki einem henifknig, den leodi^
tenden im füfsen, ertrinken liM: Nnch einer Schweizerin
neben aipensage wnren im gokkien seitniter Mehe"*und
neen milcherfdSlt , ein iiirte schlug mit dem naehen nm nnd
ertrank; seinen lange gesuchten leichnam bradiie, -ab man
k«lter,le, der scliftumende rahm Eum verseheiii, und er ward
in eine MMe begraben, welche die bienen mit boni^aben
grors wie stadtthere durchwirkt haHen ^. ' das gemahnt an
di(s schöne bild Im Lohengrin s. 191 tm Hetmieh des zwei-
ten gräbstüte im dorn zu Bambet^:
stts Ml er 4i in sSnef stift,
dier het erbouwen, als diu bin ir wM
flz maneger bMete wttrket, das man bonoseim nennet.
In den sprachen wird die' arbeitende biene weürticb vor-
gestellt, abd. pta, tat. apis, gr. /««Aforaa^/IHih. bitte, im
gegensätz zu dem minnllehen fücns*; ahd. trenor, liUh.frsnllts;
aber Meh das Oberhaupt der bienen M ein könig, wefser,
mhd. wtsei, ahd. Wtso^ dux, bei Plinins rex tipiuih , .littfa.
bittinnis, mlat. chosdrus (Dttcanfge s. t.) doch ags. beoinddor,
bienmotter, bdhm. matka. das gr. iaofjv soll nrsprQnglich
blenenkönig bezeichnet haben und gieng hernach iii den
begrif eines königsoder pi^störs titer, äo wie /rihdaa
priesterin ^ zumal der Demeter und Artemis nnsdtttekte. Ja
g&mer nnd göttinnen selbst werden dtfrch das heilige thier
dargestellt, Zeus (Arislaeus) als biene, Vischnn ab* blaue
biene. eine röiviscbe Mellona (Arnob. 4, 131) yider flellonia
(August, de civ. dei 4, 24) war bienengöttin; den Litthanern
hiers sie Austheia, neben Bybylns, einem bienengott. mftnn^
liebe gedacht war auch der lett. Uh^insdi, d. i. der gefaoste
in b^ug auf die mit wachs bedeckten 'bienensehetikel **).
Vdn diesen grorsteniheits ansiftudisc^hen rorstlflang^n gelten
Schlüsse anf das verschoHne denlschle alterthum ; die sage
vom Bienemoolf (s. 342. 639) iind das «lytfaische yörhUtnis
des Spechts (iitth^ mettetti) zur biene miste* ont genauer
bekannt sein. . , ^^
*) m^m. de FKad. celtique 5, 202.
; **) wixen thighs midsummeroighlt dreaAi 3, f.
1 1 I
vumim «I»
CÄP,, tXa, BmMEh UND GESTiRlVl^.
• . ■ ' " <
t Vielseitig greifen die . erscbeiDiiqgen de« - him«»^ 99
den hf^iviscli^ glaubea ein: nicht nur i$i die wohnrng
fler g4ttar «ml der ilmfin-iiäher steKenden g^teter. im: Um*
mel, nnd. sie v^mengen sidi mit den slemeHi sondern
avfih irdische w^en^. naob ihrer auflösiing;^ wei40n' .dtUn
erhoben, ausgezeichiiete held^ü^ und riesen reiK^hlM als
gestirae. vom bimroel steigen die götter : herab mr'. «rde
Bieder 9 «m himmel fahren sie her^ und dnrcbi den Uwrr
TSuA besebiBueQ , sie unsichtbar das treiben 'd0r , meitspkisn«
Wie sich all« pflanzen ^na^h dem hinmliscben . Ik^ i(0hren>
alle Seelen zum himmel wonden, so steigt dier rauch '4es.
ofifens und das giebet dar roenaeiien in die höbe»
Der binraikel deckt die erde und das wör| stammt ans
der Wurzel hima (tego, inyolvo, vest»o< gramm, 2^ 55)<*).
den Oethen und altepi Nordlftndart) ist ^ jorm hmms,
Anritm, . aUen fihrigein Dientsohen himU gemein; scbw^dL
dftni. wieder hinmeL eig^nthfimliA d^m sAchsisoben yolh
w'ofd daael^eo ^^wei andere, aiisfiräcke , . atts. A^&üm> A^-*
oofi, ags. A^o/bfi^ engl« A^ffo^n^ noch jet^t in Niedersafeb»*
9ßß upid Westfalen heben, heven, häeenp kämen, . ich
habe die gnenae m ermittebi gesteht^ . bia zu w^tfEsbersich
diese. beneiinung eri^treökt (gramm* 1, xiy). miter den Frie^
sen war.siia niebl gangbar, denn ^ noob die . heutige wesi
pnd nordfriesisahe .Volkssprache imn\ nuc. :himmel *% auch
die niederUndisqho> mündart bat sie nicbi; sie . findet >m sich
aber in Westfalefi., Nieder saobseh , bis naph. Holstein« rund
Über die Elb.€^ . bieans in Meklenborg; und. Pommeriii' . Dm
Angelsachsen und heutigen Engländern iftangaH sogfr^idef
(mdmek famel völlig; die.Aitsacbs^: gleich den/iettigen
i(iedereechse||i|]nd Westfalen verwenden, himil «inri.bävan
.|d)weelisel^ild^i m^ie <e» scheint so, dafs hävan «lebr.den s^cbt«?
hären |.,:At^f/4efi übarfto^iilicheii bimmel beaeiobnet. AIhr.
von Halberst. (ed. 1545, M5^) braucht A^6en (: nähen) für
den ort. Reinolt von der Lippe häuft .beide Wörter j ^himel
und A^^A Von vreuden muz irkracbenV. man sagt: '^deAe-.
een steit nümmer to', ^wgnn de Aeeen faUty liggwi der all
unner'i 'de storren an dem häcen% in Westfalen bedeutet
il I I ■ W I I » I ■ -M I I ■ , • , • • • 1 t
*.) littk^ dangos (coelum) deagiu^ttgo). ah$L himileti Uqaear., >
**) kimeh lape&ocr fi^ Gabe seroar. {Hmter 1834 p.40ii 103.
ihnwitl,> TIaMPit geishali. Sobdarbarg i833 iKf4a Ulie^ frifcscbe
wetten 348. ibifliiiil^'As.'274 > \^.^.\ 't .>. > 1 .. : »•:
Sft2 HIMMEL
^hebenscheet^ umzognen himmel oline regen, ja heben drückt
wölke aui^*)* bei häeei^ünf (g^. JUS^| bei^k^itk viijfi^A^-
vert (s. d41j tterscbt der .^tnfitlche begrif,'* dagegeA würde
man kaum anders sagen als: 4n den himel können > oder
himeitik.' Diese unterscheiduhg mag sibfa glelchWol erst
spMer. festgesetzt haben^ und wie d«iB iigft. h^ä^on ^«fnlz ^ti^
straet steht, wechselt aüeh der dichter d£f9 Hei. Ab' siHscHeti
Umihiki 149^ 8 und häbanriki 148, 24, hHnitfiidet*''U5, It
ond h9bm$ouHing 143)'20. Aimil hat aaeh nr^filHlhdidh,
und ttfterair im hochd.; zt^leioh die £ÄfVi»lich^ bedMhrtig',
daher ^hinUl Hirt. 88, IS, wie npheöfM Omna. 270, 24;
wurzelt von faehhan, h£van, hädfeii scIi^fM eiA «verMtivM
goth. hiba, baf, das ich dem lat. t^erfiio teri^i^teh«, afa^i
der fassende, allumfassende himmöl^ altti. i^^Te^i^; der
weitumfalveiide **).
Ein andrer stfbha.' auMnick' lafet sieh dMi b«f^ Ml
gr.' al&ij^ an die seite setzen, wfthi'end biiHtt vnd&ävan
dein ov0a$^6g entsprechen:' alts.rflwfiir, ags. rödlM^ Cednti
biet«t dar rodor 183, 19. 207,8. iqt^d^ 179, 10. 180^
15. 205, 2; rodortungöl 100, 21. rad^eatht 23», 10;
In den spttteren dialecteb fehlt dieses Won,' dedsetf Wurzel
(rab) noch im dunkel liegt, töUig. ieh mroeht^alKi. räUtM
(sol) fainzuhalten, das nieht» mit if'audr (ruber) zu thun htrt:
Daraug daft bei ags. dichtem gleicbbedetttig gesagt t^erd^H
kann enUres gim und heofomi gim- (Beof. 4142. Atidr.
1269), heofonheorht, rodorbeorht, wftMrfceorht; beofehrefhft,
ioe^torht , puldoHothi wftre fast fbr tmld&f' die urdpf üilg^
Hche bedeutung coelum zu folgerti, Wtis auch den dhd;
eigennamen fFo/dorhilt beleuchtet; ^\dtk$(^iäf sf^egel (amher,
Goetum), ygl it>egle9 begon^ Beer. 171:3. utidbr seeglä
(sub coelo) Beov.' 2149. H>egltAd (^oeli eiirriis) cod. eJcon.
355, 47; alts. euiglu
Hervorzuheben ist das ags. eoeldbytiff OiedM. t89,"38j
dasr man nicht refugium oder shelte^ing city Übersetzen
darf, 0^ bedeutet sohiidburg, mla dvpeiaKBotti, nfM ist
ein entschHipfeiKier heidnischer affsdmck, tv^ \ti lier 0ddü
•»<!
' ■ . • • r I : .' ' ' • I ; 1 < » ' • • '
*) lanaLr. nabas, slay. nebo (coelum) gr. W^oc» lai. jpubea, Qiq-t
bula; ir. neamh/ welsch n^v, ärmor. nef. lett. debbes rcoelum) debbefs
(nabes). littb. dangüS; ton dengia legd. • • ^ • ^^
' '*) kiinmdh€rge%\^A hohe, in. die t Wolke« reidieiidlB, bhalselgetiü
nameo: himinfiöll S«m. 148^ YngLaaga cap. 39; HiminMra SflDBi.4|i^
92^ ein göllikher(woiii8iU; HtmUhäer^ (iiiönac)oeiiaa>/«iif d^dT gel-
ate# hadfeen (Perlz2, 10)( fftetfftAery.m^HeiseD' (Kqekeobeölter anaL
11, IdT); üKüimcMiei'^ In Vettgdilaii^ > and <*iigeblidi-Mi!hciw#aHiL
acbe) in Ballaod. Himelbere fianendieiiitri99/vl0)n.>t^\ .i ' n>H<./f
</HKST««> «M
puV JMirsl (Ai. 8)^ mSa goldnen' scUlden , ^Ha .piU Bcbiiideln
^edeektJMi -"5: •» •'.:•• '•- , > -^^ •■■,'..
Eddische beaennuogen.fliew. 40*^* Sa. 177;' alle müiiii-
liohs .tiniye unveEkcnabir aulf! p«i«0nif calkni' gegtlindet.
.d^ bimiiiel «md* als oiahn^ die «reibliolK itedi»" mufaB^od,
.fcdacbt; tu die reübe der götter iit er dbdr/ ^lakk OtV«-
9toc^ nidit MifgeiiomeMn ^ iväbreiMl die Erde. uNer <kii
göttiBMii stellt, bimmel bezekhnel ubs «disn UoCi^tn ranin
und ^ttfenthiiit ideil g«Uer. Aaf jeMS rithselhaflei: weiwn
Miiur (e. 35>2} bekügl^h siml zwei diehAerisefae namMl. des
bimmels ireggmiwiir (der» regengielseede^ von Ivregg iiätor)'
uad €elDit«Mr (der ! anfeuchtende 7 v^L TflBtH biuiior^ '
Für ^n biefi^if des geslirpa (äid«s)' »I unseren) Altert
vmA fihd. äimUmicktm (hyltan. 4, 2), der sinnliche ansdni^
ahd. kmUmmfä Diot; l, 026^ gl Doci249. «Its. iiiniUmf^l
Hei. 18, 2, ags. k^af^tUuMgöl^ nado/tifMgQlytlifLJmintü^
eigen, ags^ steht budb das>eiiiEiehk>inn9el mit gleiobem
sinn, liiid ebenso Uelel eine goih. glbsse m G9^A,^^uggl
asiruni!; altnj ^ beaeiehnet ItfiifJ den nond« .diea ne^Ar.
lungal,. tanigo)> tOngl ist non^« tunga (liiigua) ab»i)eiteii,
wie dae Uiiabgeleilele dhd. himUrängl (firaif 5» 682) zetgt:
der. motid'4ind einige (riaiieten .in ^er theilweiaen eriie«cb-
tiuig ersebeinen «äel ibdior antigförmig und wol müg ^i^bei
eine eosi|i9gMl84^be'Ynratelliing^) obftaltenv ich. kenne a^s
andern sprachen nichts ibnüehns.
Atlen.tgesitrneil Verden beelimmte stUten, püttaie .und
$aUe bnigelegAy auf denen sie sits und wobnuAgiMßhrnen;
sie hab^fi iW gebtell nnd^g^ü^te (sterrdno gifu^H fiii\h
lly 10). . aufliiil gilt das von der sonne, i\^^^n \»g:m
ibreofi ßüzy iOdef sessel niedergeht (s. ca|^. aXIU), aber
jimiek de^i.nbri«^ sterneh.!wird eui solcher stul (Km. 95) Miid
^ei^ngiiziigescbrieben. N.Bth. 210. 223 sagt, de&Bepr
Üb '^ti;ftgQ:fie sedala.gtMige*' und /tiU' aeiehen negAnt nicbtin
.se^A^>> iDn die begriffe istui uiid tisch sieh verknüpfen, könn*-
4eil.iannb>f4en st^meÄ tikfte aneteim, i^r sie, »iwaa ä%^
^seUN^ ifit»! 6lr /i^cAtf des bimniels' angesditt werden, woi^
bei ich nicht an den ägyptischen sonnentisch, sondern
näher an das ^biodum yppa*, sidera extollere der Völuspft
{teoi» 1^) denke; die schaffenden Bsts' syirU*'! richteten
I «tj ^ • . I . •• , . • » • , , - . I
■ • 1 1.
r>taipias'TaraeliQilg dei^tuBge an Mwiaefi odelr Jbtdas>f|lirolftiern,
dia snokfMal 'tewenoog ii«r ceMiree- ^4iditaiD 'eia »üngeim? ' difeu
»timmt nicht das mhige. moopkhty ap^ die ahdy lona ohneX. '•
<m sonm. ^ «ond
gleiiAMm Ae. tifchd im feitttpdiiU Mi^ JbMDr ist ^ilaa: gMH.
biuds, afati»^ piot. (Qben.& 34j 59].. Einz^Iiie .glerile:'skid «m
hitnmel gehende wagen y und voraus die sonne hat^ fleiek
fiAdern golAeiten, ihren loa^aii.*. ' .
Die beidea. hau)H8lerhe sind-^smrie nnd tnänd, über
deren gescfaledit md benenhung ich< aüich fnammu ä/ 349.
350 geftursert habe-y fie aonne, als 4as g^öfsere: jy^tivB,
beirst einem mhd. diobter ^iaz mirereUeht' (fundgr. 2,
12). Es ist der anfübnmg wertfa, dafs nnter ifan ed«*
disehen .iiamdn des ' mondes einige iiöch in obBFdealschen
volksmand arten - fortleben, die . 2w«rge iieifsen . den moird
' skin- (jubar), .'Rictit andears die itetiicben^ Fronten <sefot»
(Reinwald hekineb. id. 2 ,. 15ay *). in der nnlerw^U . kbrt
der mond den >iameii^ikl7dr/«idt Jtoef/di«^ :]^, in
Steiermark (zumul. dem' Brncker kreis) -gmoarat (Sattori
• Steiermark p^ 82) , wenn ich die^ rota (kIbmkiiiiiis . aber*-
setzen darf; es könnte auch geipeino'Y aHeii' mensc^hän
zustehender rath, d. i. vorrath autodvQcken? dafis man -die
sonne einem fet^mrad vergiich und :das. ihr .eiitflaminende
eiement in gestalt eii|e$ rades dafsleDte, ist s/ 5S^ 567
- ausgeführt, in der edda heifst die tonne, auadrficidiofa /<k
9rraieer(daS schdne, JHehte ipd) Sem« 50« Sn^ 177.. 223.
die nord. rline für S wh*d id/, - die.eg^. uMi 9igü ^ : i$igil
benannt, wafür iöh (m Andr, ^s. 96) s^gil, sägil^ siMl
mutmafse und min^ apch ^dsffil gÄlk« hML griech. tfhb^
vergleichen darf, aber der da» sennenzeieMn 0. ßihreitde
götb. buchstab HV zeigt -.oflelvber die geslalt 4ts& radesy.
welchem die gleicfaanlaiilende goth; ben^ennutig hoil =^
ags. ^60^, altn, he^ zugetraut werden mtafs; ans dvel
entwiekelte sich das^ isl. hhl, schwedl. ddn« hjuly ait^
schwed. Ah^Mj m$ ags. hveol', hveehl das ^rt^f ioA^,
nnl. foie/'und mit Übergang 4n Mlen labiatiaut das trteB.
/?a/ (ftichth. 737). bei so yieifftltig«n . ab^^eiehongön wiagt
man schon, das alin. ji)/y . $chw.ed« dän. jW/ die ben^n«-
nung der wintersonnenweiide Jieramziizieiien utad uveöh ihr
^en begrif des rade^vza,eignen;' die -.trennuitg bieider for-
men mü^te aber sdir «Itaein/ falls der gotb. >moiuitsnflni6
jiukis r£ novemher' verwandt -wäre '*^ Ae«^ uhd kv^
*\ gerade, »o njeugrieeb. ip^ruff* (glahsL welelief .auadracka mf'^
fallende einslimroiiDg^ zum alto. fengari (So. 177] ich ronst tcboji
angemerkt haW .
**)tda8 nord. K fällt im änlaut «irvrctrieli »h, wi«i«raaf«räde für
•da» lallen der kiodeT- id. biiiUiTnid jula«braüokt - i«irkJi«ii -«aigl «
der aaterllndiaciifrlelw diaieot jal§,.JQl9..(folft),: i . n < i .. .. • .i )
«oheinea «inerworMl aiiligMlK te^Nsy «M AnAi, 4# sieb
drehenden zeil (vgl gotb. hvtJilahniirta', ahd. iiulUiiierbtO)
▼olohiKs). Li:
Aiicb . emer andeirn sinnUchen vergleiehaiig der sonne
scheint hohes alter zuzustehn^ sie galt dem ktdegerisehea
sinn der vorzeii filr «liheii- rMdan,* lenobteaden sckitdj und
wir sahen- wrbin (s. W2) . dafs der himaiel selbsiv eme
sdiiUBiirg^ bildete. Noiker, 4er Cap. 71 in seinem teil die
wwrte vorfand: sinislra dfypemn coruscanMi praeferebu
( ApieiUo) - verdentsoht : ^an. dero winsterün- traog er einen
ptiem skHt' oiid fflgt. dann die ^gne bemer^nng hinzy;
'wanda* aelbin dia sunna -eiaenio skiUe gelth ist'. . Hi den
.dentscbeä reoht ukd der deiltschiBO' poesie hlinken die n^-
Aen tckUit. ab^noeh Opitz 2^ 286 nennt >die sonne *dea
aobdnen AianaaMciftcftf;.
Unter' allen die alleate mul verbreiteteste vorstMlangy
welche «Mm ioit. der seane a^ .den. dbrigen gestimen v^r«^
banAy mag • gl£icbwol diä des äuge» gewdsea sein. . ditoi
Goamogonien'^d^r to? leit Jiefsen sie ans äugen erschaiea
werdien« De» Paraen war die sänne äuge des Ahurdaw»*
dAo (Or«N»d)', den Aegfpliern rechtes äuge des demiof«'
gepv ^' Griechen .äuge des Zeus, misern Vorfahren aog^
WuotanSy und nach einer fabel der edda mvale Odinn sein
einea ti«ge"daln Mtmir z« pfMsd setzen oder in dessw briin«-
nen beifen und daMm wird er eMtogig dargeibteilt. mit
dieaem auge Qberscha«! die gottheit die gesamte weit und
niehta kbnn M spfthendjan verborgen bleiben , sie durehH-
dringt äfles'*); aMe geslirne blicken auf die menschen her*^
nieder .^. .Die altn« dicMer<gestatten aber niäht nur söhne,
mond'uhd stenie • äugen des himmds, sondern, auch, uach
jener mad^elniag des macroeasmns , . das . «menschliche augia
die^soane^ den aseibd oder dasr gestim des sckideis, ««kr
aüme^ braue» und wwipem zu nennen; ja das auge datf
ein 9ck%M der stime heiften, was jc»ien namea der soime
beaüti^t. die sonne ist den ahn. dicMern '^taistoian himins^
(gamma coelr) und ebenso den ags. 'beofones gim'- Beapr.
4142. 'TUldrea ^mi'Andr. 128».
') w«da IL 14, 344 gesagt wird: ',/'*''
ou Tf Mal oIvTaroy nlXira^ ^ao^ il<:ogaao^at^ »
.mI, gleicht. daa,defQ. >liede Wqlfr#PDa> & ,28: : „ »
obe der lunnen dri aiii bliebe .wdkeD. . • ; i
**) nQioflMtw oitjgy¥*'f¥9tci oflM^f.' Aeteh/^eeiirfia. Tk d90.
Wie.AiM^^dto soiMo lih U»bto iwge:,' wonie sie ail«h
als volleil pe^iM mkl oiitf/to dea! nieddracfaatienden goUds
dargestellt und so bildet man sie noch heute ab. adHon
Otfried dkrüoht' aidi ¥0B dei< Ueiik' todo des bcflands. Yerfin-
ateriefli aenne aua (IV. 33^ 5):
in ni iiaa m .mLfoA thai acAnw mmtmU^
m liai in aotn&n Iburuh tfaa^ ira §iriiMk UMm^
In>der edda treten itmm muA ^mond als gesohwiAer
luid kinder «mM; *inytfaisdMA(:ihffi^//SSH auf. , Noch <«»•-
dere> Völker aofsemden LitUiattiarQi und Arabetn (grainn. 3,
3.&1 ) stellen', gleibh uns, ffian «molidi mlnAlioh; die aoMe
weiblieh vbr» ' so iai d«r rmexican.'.iHw^fi (luna) ein knaiMi;
der grönlftJML moad Amnngäi terfolgt IkiUlna^ 4ie sonne,
«eine sohweiMer. in eitiefn üak miirchen' (petilMi. 5, 5.)
sind die geschwister Sole und L^ma irimier der Talm
(bei Perrault halben si^ Jonr und Aurore). DieeSlaven
ist derimond männlieh, der siernf:weiblidi, die aaane lie»-
tral, daher i. b. in einem sert». lied (Virit» 1; 1^) goUfdie
eonn^ (auntase) sein kisd (tsehedo) neent; und der'^Kiml
^meaets) ihr bruder, der stern (svwada) ihre« aahwesterhxrifat.
Sterne trieb als kinder 6der jMge- solina» zu ' diokeiA U^t
«icht ferb. Wolfrni sagt Wh. 254:, 5: jungiu Mnmiit^
nahten wahsm*. - j
\Des Volk pflegte eich bia a«f^ dioi fitere «att, von
sonne ttiid utotid redead, getn ausattdrOßbeii: ^firatttlomui',
^kerr mend^ ^). AventiB 19^: /hatna^Sennb gebtt au rabt
«M grnaidenj auf dem land isvvJscHeo byi und ' Saltfaob
beiftt es 'der. Mir M&n' gaili einflaeli fftr mond (Scbmv. 2,
23a 588)i Gesner im Mtlhridates Tun 1655 p. 28: .audio
veteres ! Germanos Lunnn quoqucf deom cohiiaae etd äppel«-
lasse hermoK^ id est . deerinom Lunum , qubd forte pa«-
nwi aaniadvertentes aliqui ad Heilaaawi i • e. Merouriam
Iraastdleruel, die leiste' viermutung sebligl' fehh iHuMeriQ.
Byben de titulo noMliS) Heknst. 1677. 4 p: 136: ^ilA^etiew
ralione in veteri Meiolbtrioö toaa non demikia, daaMioiiir
appellatur; • i . .^ * n • .
bis gottwillkommen nener hon, AoMfr^Aenly'ii - ..> *
mach mir meines geldes mehr! **)
So auch bei Nicolaus Magni : f)e, (^aw^ , üir^i|ff ^^)v ^^~
tulam novi, quae credidit mSO^si» ess^ ^om^' vpcans eam
A \
*) frau Sunne (Görre» ni^iit^rf. 184). 4Mhet Mkül l^iilam,
ohne artikel. Bekker m ßmahiw p..i^^ .
' / t .
'*) er beroft sich dabei «ar^ytik«h|»lihl'li>ir0t> 1. brüee.'!. p.29.
ilt dies liica|«iu.i4a)I>iDkflapiiel^ei Jacbet^M. <m . , .;>
xzx) nulius Jcimifio« solem aut Amam roce/*). .
In diesen anredi^M haftet* die Mftftte apur einer» faeidni-
geken Verehrung; vielleicht aäeb iin ^oün^feAii (RA. 276)?
des iie%H?fM vor der aonbe habe ich a. 38, dels* flilclMi
^er Mnnen ka% vatti' s. 17 gedacht ; tro sie Mner go^
htit gl^ehgesleni isl^J. «hnlichea knM^eugM und huU
abziehen geriHhah vor dem neumend (anhang ^. xliv)»
beim eidscb^nr pflegt man die fing^r ^gen 4M sonne zu
reellen (weisth. 3^ 346) uHd i^^hon TacilQs ineiiet ann. 13,
55 von Bojocalus: ^söhmrtfipMeiM.y et ceidra sidera vo-
cans, quasi coram inteft^Ogaftat , velietn^ inttteri inane
solum'.
Fttr das ftflAM'e MMhttiii daif das gmtifelie wesen
idt g^sÜTMy "imiM ide)^ ^brine und dttsuMfftdt^.lltlnMi
zweirel unteriiegen. nicht nar jene sinniich^n^'^adsdrddk^
voA antmisv ndge^ kiM^c, raid, ^Ud, tisch "und Wagen
ffibi'eri tfüf' febendfge personification ; "wir gäben aiurii dalk
eMttt^ '80t 9' Vulcanus und Luna bedeutsam neben eki«
Mdöi' BMlMe <s. 9» vgl. s. (MS), da Söl in der eddn unter
den aBifiit^n tfUTgeirifthlt erschMnt (Sn. SO) nnd 'si* achwesleir
des mdM ist (8h. 1£), hat dieser an^pruch auf glichen
raAg.'fitotn. P helfiit aber SAI sinni llftiia, geflAvte des
meAds, isfoni ' ilff dM goth. glrsAl^ja, ahd.> kasindeo, #i»ia»^
aad im Metsl^burgi^i* Hed wird' der göltliohen Smmä statt
des begMteiHh^n bruders merkwürdig eine Schwester ^tiic^
^tinif;- deren liamen wiederum das geleit*^ ansdriokt,
gi^geb(Sn (oben s. 28S); vielleicht war sie eiit morgt^il oder
aiMsüAHern ? Man m«sie wissen, wie die flrtlhere und veiw
borgne vorzeit zwischen sduU utid st^nii^ dem- g^scbföoM
und d0t m^yfiiisch'en anWendudg nach uniei^cbMv war
sftifl, Bffgil' gleich dem tat. sol, gr. ^Aibc nMfitt6b^ lo
ddtfken SmM und ^efdgttnd als weiMidhe mcn^e ^ «dnehn
werden, wie' feuna und JScA^i^, doch dtts sitn. s6\er^
ntkttinX ttitn. niO' if^eMch, sunne schwankt noch im nriuL
— ' p TTT .... ,
*)ViAjk M8; die anrede herr Ar den Wind» und ^iMHmmII
(8. 118).
**) miD will den namen der altmlrkitcben Btadt Saltwedel , Solt-
wiMet'vof dioab heidbiaebin aaBBieiidiebtt Mräok leilcki':(l.edebar
aUgv ank 14» 370; TefmUe Altaiatk a. 29) , <la doch diä «bte «ilk«
OMokar aais a«Bdri«kt ; ^eM ' aadl oachher bckn 'inolid eHiliffC
werden. > ♦. . i ■ - m :•, " .• . •« i ' .r :> "> .•
^*) rvtjl. 'tmika^Mky nm^ (solfeüalp) ibew s.'IH «a« luonan
««f/cU (iter) Gttdm, 182» 25. kiI'mpj ir. .w/ ■, x Mr.i in ^ -m«-, .^
668 RINSVERBilW6>
anffaUead zwiachea aiftuBlichmn wfi WifiMkbam gaiwa
(gramm. 3, 350). • /
Wie ea auch hiarum atahe, liuf die gOUüobkail der
sonne darf ich ferner beziehen, dafs ^le gkich den
iitm göUern (a. 15. 23. 300. 301) als froh, lieb md
dig dargeatellt wiiH. 0. IV. 39, 6 nennt ihr .'giaiu^i bU^
dm 9 thea aih ioh woroli frewita', «od ein gedieh! des 13
jb. ^eilschr. f. d. a. 2/ 403) drückt aiph po ans:
wol dir fromoe Symie ...
du biat al der werli wnnnel .
»6 ir die Sunaen er6 sehet
achoßaes tages ir ir iehet,
der 6ren ir der sunnen jehet
awenn ir si in liehtem schtne aehH
kn folgenden cap, werde ich noch findei^e hal^ge anw-
fiAren haben.
Die persönliche natur der sonne und dea monda zeigt
sich aufserden^ in einer fast durch die game weit, ver'-
breiteten Yorstellung. beide in ihrem una)>)ftas|geii, anaitf-r
hailaamen lauf durch den raapi .des hio^n^ apMn^n t^
fliehen und einein Verfolger zu weichenr zwei- wdifo ajnd
es, die ihnen nachstellen, ShöU fAhrt hinter der fpiuie,
iffa/j .hinter dem mond her; sie atanMnen ajus j^ifiem rie-r
aengeschlecht , und Mänagarmr (mottdhimd) der nftlM^h**^
tigate unter ihnen, wie es scheint, fiur ein. andrer -ntme
für Bati, wird einmal den mand erreiabfin md ear«^
sohMngen* wie ausgebreitet iieae ät^lieferung heraohl«
ist scäon s* 224. 225 dargetbm werden*)... Sine n^en^
sonne (vftderaol) heifst $c\med. , soharg f ,$ohtf (sDMeaH
wolf). Ihre dial. lex. 165w .-..,...
Nichts' war: den Q^iden fQrcht^arlicbeir al» <Ue fliehende
verfimiermg der. sonne Qder des «Aendf» womit ^ie zer-
at6r«ng atter dinge und weltuntergai^ in verbjedwg br^eb«7
ten; giß wähnten, das ungeheuer habe • aphoa einen th^
dea leuchtenden - gi^tims in seinen- ra^^iiea. f^fefst^undau^
ten es durch lauten zuruf wegzuschreeken. Daher ^ eifert
Eligitts (anh. xxx): nutlus, ai quando. hma öb9curaiur,
•e^mircpreeswmali) Menw geacbr^f» *9mce. kfßaf^^)
't 1 ■.'"»'• < • ''."
*} ins Fisdiarti Garg. 1301« Iraga ich.Mchi 'sah den wolf dea
Maiw'. Rahälait 1 , .11 hat: la^kum Ab» Umpt', iornltaa käleodelrB
weideD die 'finaternitaa ba dai^patteUl g. daft .iwai «daacheB -aeeaa und
mood im racbeo-babeo. Monea untersiicli« b. 183.
. **) da» wäre ahd.<liarihMiN»I .ifalb^jinhAirindaal Idier auch
•piler wird nie so etwaa angefahrt . .^ ,:: l .iii.>..» ^ii.i : .^ i<
iifi# Bttfcbttrd (aM. itjüm) durch 4aii : ^toäüritet aat aui«*
Ui^ i|pMi«llEir«ai teiM' defidieiltis resiaiurdi^. in den nord«
dtWktnfllern, die doeb dtts drdienda ^efsdifingeii am* au84
fMiriiohateii ersiihl^, fMchiehl des« g^sciifeis keinä mel«*
dttHg: ^diMchf war ^ ünier 6ellen uiid Rbmern g^brlMb»
Häher ate ant^r S^tscbenr S. Ma^mUs too Tarin y üt^
cbenvater d^ 5 jh. , predigt in einer homiB» de Meottt
lanae^: eamf ante die» pl<erosqtte de vealrae avaritiäe o«^
pMitäte pütsaveriM, ip«a*4ie circa • 'Veaperam tanta voci«^
f^aMH ^M (^^fltit, ttl ifreligi^ratlafs ejM ' pMiatraret «d
o6«A«ffi. qMd ciiitt^reqoirerem, qiiM aibi elamor hie ve*-
Ml, dfaMTuat mihi, ii|tied hOdtanH imme vestra «xMS^erci^
Mf^^)'.: iaborare YWwenüel auch Jitvefiai 6, 44$^ '
jam nemo tubas, nemo aera fatiget, •
unii MHtrmH p<elerit sueewrere hnki^^%
Mit Sicherheit ^ darf ich anffehmien , dafs fthidiöhe abarglttu-
biaehe Vorttttllüngen und gebrftaehe.bei finsteruiaaed rniter
allen, mai- mnea' v5llcern^^*) vorlcomnven. Der indische
glaifbe Mrt, eine sohlange fresse sonne imd miMid, wann
sie* 'viii*istieirv>wt»Mea >(Be)»f» glosiar 148^ oder ein dae»
moriv'jfri&htfl} achknge sie (Bopps ÜMas s. 153. 272)v neeh
heMe (iMlIen dtto Bindas dafür, ein riese greife dann 4tie
geetlrtt«^ • an ndd' wolle sie v^rsdtfHtigen (ßrüttgbten pof a«*
lar poa«ry!'bf tbe^Ilimtoos p. 131). die Chinesen Mnnen
die -"Smintgriliisierttis shteehi ^solfs devoratio), die mondän
finsMifia jttnsohi (iMa^ di^^ratio) nifd beziehen beide aitf
eito»v 'A«ehsi«MenidMlf ttfacheti. > faat b6i> aUen v^^llcerschef-*
tan «des nOMlidhdn Aliens gtft' dies)» ^^meinang^^ die Tsdiim
wasebM' bedlslien^aidli dea aftsdriieks wnbur sijai (dae*<
men eoü^diiy. fGull; iScben tfe tiagua ^ Itehnwaschomni
p. S):' die eifropftlscherf Finnen^ glatob^n ftbniiches, bei den
Bhsten beilM es: ^me; mortd^ wird g^fressenV md vor«
zeite» ':giiehle man das dtroh beschwörende fondeln zn
hhideni/ (Thom;' Hiif«. Httan 1794 s. 39). Die LitthaMr
lasse« terfen. daemd«! (DikllM oder Tiklis] den* «wagen der
soime «aiftddii, "^aiin dntsptingl finslertris 'ukid allen ge-
* *), (|ietieUe hebt Dujcange 6| 16(8 «. t. TiBceluna aus; im «b-
drnclL dterhomitia Mäximi tauirin." 'de defectü lunae*, bei' UabiUon
imia: ital. tem. I. part TfJ p, t9. 20 st^lif tie iiicfhL ' <
^'^ r^l TiM. aaniff. i;^8 Und Be^th. de eonsol. 4 ttie«r. ^i *lk»^
iMM enMS peUibM aera^ ' . / . .^ *
***) Uob'bei Griechen uad'Shte« bifa idb ihiiee niobt« begegee».
■n
^6pf^ hmfßi dafsf die liebe «ORM mit9rtMlgf6ii,i. e», M
laige Terbi«darli vW^rden , mufs • lafe^' dpc|i .«wii ^if#e9de
ärfolgen (WarbttU 1^ U7. 143](^ B^ ..fnQ»dfillM«lllUS8i»||
b^gea . die Grdolttn^ler kiaten M%d kcisgel auf.riMfi hPUMi
dfioher utid beginnen heftig dacauf..«!! iMblag4^ri. (Ciw9
ärteiand 3, 294). .fiiii: naisead^r. KugModer erMblt uron
den africatiisohan Mauren: - als. die aoaviefifinalerup ihißn
hüchslien.igrftd, err^ictil .batt«>, . laaheii wir das ¥plk. vrÄesun-»
. sttnig.. hin Mnd li^r laufen ^ nind tiintßni. .nach der :saiiii0
«bfeuern, um ik^- ungßimer jsti Sßhreok/^^: m^h^\4a$
jgiesiim 4eßtagi0ti jyhrer meifiuiig haob jo^TwAr?^ iflfM^
in /den ebenen und »nfiden Mbw (V«iiMTrjfi#fjs eiMWe
todeä^geaang ^ein geatfhrei VuUiali will) lind' siaki,l(tU|gB dft
genzran .'^ttate. die weiber $ßkk^9a^ kf^pfergi^iSifk aneini
ander und maehten, dflinit ein«pa. ferm« .dier(..;«tund0«^weH
gehört wurde*). c ., .t:,.;
Nach einem mongolj^iQbea mylhwi w#ttl«m * die i götter
den Araehe für aein^ unthaten atrafen>, tr haUn.sieb. aber
so ^ut verateqlit:, dar» . . ni^nand seinen schlnpfiirinbel , mvH
findig machen kiNftnIe« inan fragte daher Aißis^tmßyuri^
gab unbefriedigieiideiiantwort^ . a|a man > dM >mpi4 h^^ie^
enUeekte er Ara^bos anfenthalit, . Araabe<.w«fde Wn/bei^
vfNTgezogen und geaUM^bitigi j isur rieche 4t^T wtffiigti^y^r
aottiie: und ,mond, und so pfl er onl •d9r. eilMi «friktf
dem and^n in bandgemenge gerätb, ^nlktale^ rarjj^ialf^
mm^em, um . die himmel$li|chler mia • ibrmr noth rwn rff^tlftn
wird < mit musikatisohieii und. andern insirnmaiiAW: imneii<h
det ^me ^i^mßfMj wodurab aieb Ara^o isorMjcsebr^cken
läGsl«*). Bin merkwflrfliger .wg M aMb. bier dj« nonÜH
/rajre 6ej $(mm.ftnd mond, . wialcbe • düe läfoli iiMrarsebaueni
denen niehta veRbeimli^M H^erden kann. . eh^neo - .wird in
unaerft. .dentoK^en mürchen vioiii >dein. 3ncheiideA(^e/Wai|if
hei ,»9nney rmmdwA ^«niM . (KM» jio. 2^ SS. vgt 3|
21& %Hili), . bald . erscheinen aie ',ibilli^ich .und miMeiäigi
bald; ahen, grawam nnd me^a^bnnfi^easend»: Uii^pfi l^nbi^
aobM . ; liedfltn . unterhaj^teni ßißh mmdi nj^.^,lfiorffttm$f^rn
(dnnitaa) wn. den .b^Beb^nbeitafi 4er wenieheni.(ynk i}^,^)^
Während. ein«r v^finatemngnd^r, mnne (i^.iKmTsi^abti
;' *) «ÖFgenMalt 1817 > (5§f, VgtNieb'uÄr^^^
**) Benj. BergroaqiiB nuvpaid. aireif^r^n^ 3f 41. r^ch.Qeocgü
al(U»ab,.tihetafi. p. 189 .^ind e« nfifieii^percnainepjtf^TTaoAbP» ^eii*wie
mensclieii, *uo|en wie schlangefii gestaUet, 'dj^.^ioe^e Jiiii/^ ei^adte^ivbe«
HDNDiaaiB tn
oh amh de& inMls) pflegt pnan'dkribmMiclB zu verMokmi)
mml «onü Hnr «omer immin warri^n wirde ^erfL SSO)«
Darf eine spur Mir hbidniittken mondfeiiitas darin ge-^
andifc ' .wendeh , dafa ) ' man nr frenriHNmohiiimg- > a«f '« Felsen
und Btekie. das Wd deB moMis etnhaiien Uefa? . RA. 543
kf die'altßiaiiDiaeheiuliiitlde mos llSIEr angegeben, weieha
dkne» bpanch aoglir jiaf ktaig DagobeH «orfickteiM. noob
in ncesmiischda niftunden .desi.lT |hi finde iah hiolfmond^
admadataine^))^ frifs. liier i Aar: anadaneh. haUnatoi lüdit
etwas anders aussagt. 'w : ... i
'In< Bfltern gibl eat einen Mandseev ilM,MdmmSö (hi-
nie laeua),' in Öshnainh: eiiien MAMui (tana ailva, bei
noleoiands '^ Aovfia vk^)\ ihnen beiden dfirfan »"ythisehe!
benflgeizngetra«! werden«
Da aichr,<naüh dinn ihondweohseU der aBgenfiHlige
Wochen Ifi, 115) darbietet,, dte.iceit kinhter als nach 4er
«oiHte rheMohnan kUgi , * no sohainen imaerei ebnen Bri>ett
dem tabiinenjahr iir den genMien gebfaneh ein mondjahir
gekannt aM ; haben , . dessen dreinehn'>moBate. den zwölfen
des sonnenjahrs entsprachen. Die wiederkehrende periode
yeih 28. fagen hitpft damhi m^uAfps, mdn6d von* m^na,
mln0. anS' gleichem grond war ^ netfliMi ftach-ncte^
Im ZB zilflen, nicht nach, tagen:- fnec dierum nuroeram'
sed necli«» doikiptttantty sie 'conetiluuni, sie 'condiount, nox
dneere: iUera videtBr\ etnra wie- flian aueh das jähr nach
dem- loiMsr AanMe, ^dar -eich zum aemtfmer gtoich ider
nnaht zum .)tig verhau Attef rieten wurden nach siebeta
Bficbten; taemebn- nichlen , monaten und wintern anbe^
Kervt>n t hingt nnniiweiter ab, dals dib erscheinungen
des möitde^ entschtedneh ^nflufe auf 'bedeutende untere
BthflNiBfen hatten^' :daa isfc es was^ Jornuides cap. 11 /n-
nae 44fkWHkda itncofnvfibdnque nennt zwar alle arbeiten
und ' 'rerrinbtongen nrarion . diirch^ tag uud sonnenneil be-
dingt^ aowolijidef hribgei^\ (RA^ 297) ata der.ktteohte (das*
353), voRsigKoh Lauch ^ieriignrichte (das:. 814M81i6). Sollte
hingegdn^fneuehinniliwäehtigeaigepflognB werden ,' an iriehH
tete man. aichblMch.i dem.!»maaNl{ ih» hn4r.iücl)t ddn ainn,
daja die -foerafhungbei. naioht <jgBhaUißit^ dite* ihaodiung hei
nacht begonnisü wurdey sondeipi «es gnechah. an tegen, da*4
ren nfichte; gfttnstigea mondiidht hatten.; feaeunt^ nial
. ^ TMkei^iga.nj tJkr bte^. W«lfba ^ien 4766. hoHagen b. TI^
72. 162. s •...., I .- ' .. ...' ;..•,: .1 \ , . ,
6V2 UfitNOUGHT
fortditUfh et sabMum: ineiddRity certis JMifff^ >'.qukmf aki
ii^ehbahir iftnaaut' impl9iar. nam ageadis nä)tib'*hocl«w^
ßpieatissimum iniUiiMi credimt. Tic» Germ. II.): > '-
Dotm mond. gewährt iraii flwei bestkmfate vieM^
eintreieide ersoheinnn^en, die in der äi^g^füthrtenreftäUe b0^
zeidhuet simd: er beginiit seiveiif itiuF^: odär Bf tart <dio fiflle
Heines Kchts erreicllt. voti fenem iwnot as ttimmti er imk
auHtdvlidi zu, ton dietiem aiiwunanfhöiück ab/ «He iir der
mitle Uegieade* gestahaii siaA fttr 3ie' Bitinlicfae wahnt^b«*
mung miilder vei*lässig. * :^
(Jnsicbibarkeil des monds ist nur in der einen inacht
zWiscbeil dem TersdiWtnden' des letzte* and demiaifgriiil
jdis^^s/iim Ttertelsy liir neumond :(derconjoiU;tidn TcmsonM
und niond); ebenso besteht der voUihmd tarrVon xiem mifi-
f enblick .an^ wo die reine kugeigestirik siüb>iaui<'der d^sge-
wachsnen ersten vierteis entwickeky bis: zu dem Zeitpunkt/,
in welcbemsie wieder aufhört. -DiQ gedheine aneieiit naeh^
liet aber jene nox : iUunis sßtoH zu dem! iteiu^ lidit und
umgekehrt läfst sie die abnähme gleich mit dem>: vbihn6ifd
beginnen« . c ., . * •
Gothisch hieis das nu^tf^Xfj^ow fuO^ (gen. pl. ftllll^y,
woraus man auch niuß^s lör die vovfvi^iix folgern tderP;
seltsam abar wird diese Col; 2, 16 durcb fatU^s übertr«*^
gen/wes mir einblofees Versebn und Hiebt daraus erklär*
bar scheint, dafs defiGotbcrn der vollmiond festlicher 'g«^
weisen w'äre. Aaeh ags. nufe dieser ^/fe^' geafanot wor*^
den sein, wie aus dem motiatsndmeH Tiftterfyilid :folgt , de»
nach Beda (de temp. rat. 13) ab hieine et. pienOanio so
hiefs. doch die späteren quellen geben nwe möna uA&fM
mdnih . vidieieht galt ein ahd. nfuwid* und fifUid'?' m be-
legen;? sind nur dfe neutra mum4m uhd fobndbU^), Greff
3) .2tt führt au&erdem Riwihine auf; mhd. daz iMarnme
und iobnmney letzteres steht Trist 6464; il086i \\^\S. -
AHn.' finden !wir färf beid»' perioden 'die liäutra ^nf ok
fädy formelbaA: alliterierend; n^ sänimt zul^^noriluAlutn,
und bedeutet ^% neue lieht; nid dasniedergehiende, ab<-
nehmende,' "ton 'dem verlornen 'btammi aita^ - nad, dem
auch die panlibeli nidr (4leevsum) hnd >nid.' {quies, ahd«
ginäda)' ängehörtn nf ist ierieo t^das* beginnende erste vi^ri*
tei. bis' zok* fülle/ 'ttkt ^He taeity'wp di&/ fttUsn anhebt za
sehpriiubrn bis zuiki evlöilbhen'des behta im leteteti viertel)
*) niower m^no N. p't. 80, 4. föller miino ps. 88, 38. voi uod
i^tfit.^lfier) ir^dco Cfeip. le*?. 108 9eVr9iMhi,fiiid..Ca^ lÜT^AtfritiiJ^
halbicaftig und fol; Tgl. Hei. 111, 8 wanod ohtba wakM, . .<!' ,.7
teONDLlCfit 67S
beide fi^ und' nid stoFsen an der grenze znsmtimen , iwi-
seilen den spitzesten zdnglein des wachsenden und schwin-
denden Scheins, vorzugsweise verstand man aber nid von
dem ruhenden mondlicht ^interluninm] und nidam^tlkr
bezeichnet TÖffige donicellieit (luna sflens). Beide schufen
gütige gOtter den mensclien zur jahrzühlung: nf oli nUt
sk6po irtt regin öldum at mAV; Siem. 34«^, ^Mäfü
sxfrir göngu tAngls oc r«dr nfjum oe mSlm\ Sn. 12,
MAni lenlci des mondes lauf und waltet Ober die neu<-
monde und voHmonde. wahrscheinlich trRt auoh hier per-
s<mification ins spiel , denn Nffi und iVkfö Sind nach Vd-
hispd 11 {Smn. 2^) zwerge, d. h. himmNsi^ g<^ter, die
mit jenen mondsveränderungen nf ok fii^, wir wissen nicht
naher wie, zusammenhängen ^. man sägt '^t gengr eptlr
n;^m ok nidtom', res älternatur, et'sobit luntfe* viees. all^
scbwed. gesetze haben die formet ^ oc nlAiK für all-
zeit ^ unter jedem mondwechsel, Oulaiagh p. 198. 4 «y
ok niddr Südh. bygn. 82. Upl. vidb. 28, 1. Yest«. 4hittt.
22, i, bier seheint im zweiten wort das neutr. auf gege-
ben und ein f^erstoliehes masc. eingetreten, neusehwed.
*ny och nedam\ dfln. % og nm\ 'det gaanr ' efler >iis^
og ncBe^y %verken i m/e elter nc^j d. i. niMials, ^iiaar
myet tindes', quando nova' luna incenditur, altdflni sagte
man für ne noch netf, need. jenem • nidamyrkr entspricht
aber efn schwed. Heiknörk «^ )tloMkfinster. Dor nnrd.
Sprachgebrauch weicht insofern von dem hoehdeuischen
ab, dafs er die gfinzlich^ verdunkhing durch nid ausdrockt,
während wir sie mit neumond (d. i. n^) fcezeicknen; uns
•steht nemnond dem TOlhnond gegen&ber, den Semdinfl^-
Ten nid dem n^,* und jedes derseiben g^lt für. die MMIe
des mottdiaufs. seitdem die angäbe des ersten und Ms«>
teil viertes "üblich ward , dienen voHmond und neumond
blofg flir ;die dazwischen iieffende falle und leere , jelnt
hat man auch schwed. MImlne, dan. fuldmaane alz ge-
gensatz zu nymane, nymaane eiftgefflhrt, wodurch das alte
ned, nie entbehrlich und ny etwas anders bestimmt wird ***).
*) nach Alrlsmal nehmen die Alfar darom den mond drtafi (ahd.
jArxalo?) S«in. 49b. . ,
**) man halle in nid ok n^ das gr. cV^ ual Wa#
***) spätere itilivdftiihe beneftDODg^ii Bind i Munt («diwarceB neu,
interlaiiiani) mim (nora hiiifa) atioh ti)Hi|r0ikt tdngl; hMfMutid tüngl
(erstet Tiertel); fülk iüngl (^nilttttivm) ; MifPr^tid iüngl (letfttes Tier-
tel). attelr kief sind die altea namen unnüls geeioiiie», hUmf vertriu
nid and prim n^.
GrimunM mjfikoL 8* mmtgmhe, 4u
iQ74 HPNDLIGHT
V Ol^qboa ahd. spr^hd^knaie kern A^vtraip ^imiim*),
julid« kein niuipe darbieten, so kai^t ein« striche dem
nofr^n nf ähnliche form bestanden haben, da Mart von
Amberg beichtspiegel ^das toi und das neu' und noch
Dasypödius 'das netoe, interlunium' auch Tobler 331^ 'das
neUy der wachsende mond' angibt, für , den abnehmenden
hat dieser letztere 404^ ^ntd si gehender', was an nt^
erinnert, sonst au<;h der sckwined mo, ahd. diu swnenta
mftnin N. ps. 88,38, und im gegensatz diu foUa. Aliein es
.ist noch ein andrer weit verbreiteter und vermutlich alter
adsdruck beizifbriogen , der schwankend für. die wechseln-
den pbasen des mondlichts, meistens für plenilunium, zu*
iweilen aber auch für interlunium gebraucht wird: mhd.
uiedel: 'des mdnen wedeV Martina ISl«', nhd« toadelf wädel
4iber mehr unter dem volk und bei den Jägern, als in der
.achriflspracl|^. Pictorius 480, Stald. 2, 456, Tobler 4411"
haben weiel^ u>ädel Vollmond, wädeln vollmond werden,
wann seine hörner zusammenstofsen , d. h. die runde sich
4iusfüllL Keisiersp^ergs postille 138^: 'ietz so ist er nüw,
ietz fol, ietz alt, ietz die erst qvart, ietz üe ander qvart,
ielz ist eSiWedeFi hier/werden vollmond und w«dol aber
unsicfaer unterschieden, deutlich in einer andern stelle
Keiserspergs (Oberlin 1957) vom merz: 'wan es ist sein
toedelj sein volmon'. Dasypodius 'plenilunium^ der vol-
mon , ioädeF **). in Deutschböhmen ist wädel für voU-
>mond gemeinübUcb , andere merkwürdige belege gewährt
Schm. 4, 22. Aber auch in NiederdeutsdiliHid ist das
wort bekannt, Böhmers Kant^ow s. 266 schreibt wadel^%
das brem. wb. .5^ 166 tcaal voUnvond (wie* aal f. adel,
•sumpf]; Kilian: toaedelf Senium lunae. nach d^r aus«-
drucks weise abergl. 973 sollte mein wädel tür eine allg^
meine benennung des monds halten^ sei er wacMead oder
.abnehmand, weil dem bösen wädel nothwendig ejn guter,
im geschäft günstiger entgegeusteht. ioade^y, u>edel be-
^) N. Cap. 100 steht m^nen niwiffem.).
**) t. T. lona hat er aber: *pleDiluniam Tollmon oder brw^'i
ehemo^ Bs T, brück; das bedeutet abbrucb, defectus and bestiligtt
dafs Wir tom vollmond an die abnähme rechnet. Nach Mucbars
Norikum 2, 36 heifst der auf und abnehmende mond der pesunde
und der kranke ftumn.
'**) hier heifst ea nach. Ta^itos : 'setzte keinea tag an anders waa
Jiff den newen mon oder uff den ToUen aoo, dan nach dem wtd»
hielten sie es ynglncklich*. wadel begreift also beide phasen de»
neuen und rollen monds, scheint aber die de« ersten and letxteo
▼iertels auszuschliefscn. , .
j
■ONDLKm
d«al8l«an.itai woMmI«, hin und k0fr»b6weglk toni gik
¥oa sohiReif deti Utiisre, flabraiB^ lbMhiii|,v ^«»18) ei
wird, entweder yM zungA, tütigl auf di^ Sfüse des liIrdlK
ieaden lichts zu bezielmi oder der «lOBd' das atn. «Iiiafniiel
achiweilende: geetire • sein; s« dieser letisleB evelegvng fftgt
sich eine stelle des ags. gedichts Tt)B> der FimeiNnrfer
scUaeht.j». 14:^nu.8dtneA f)es mtea <ea^0/ ander« Yolonum',
der cHter« den wölken wandelnde 'nond, Vadol far Ais
adj. vagua, ; vagabendas genonanen. Wahri^beiiiiieh warde
sdkon itas ahd. laoderi auf . den mond Mgewaildt), ' als adj^
ragte (Graff 1^ 776) oder als ssbst. JDabeltani ^a8 1, 66!^
Da nun dieses subst. nicht blofs flabellum, (Sondern attoh
üaBCiciilas bedentel, so liefse aiqh .dib benennung endlich
aiil deon btndd reishoiz vmrknftpiEen, . welches- .eine^ nach^
her yorzniragettde. sage in die lecken des volhnonds 'yeiv>
aetst« ir ^ : «;•. '.;.•••»
LittL ,^diifMtt •' «lenft nonkiniitBi, >piAia(ia plenihmiiiMi^
ptupiUs (ersiai v^)y pmdyfi» (letztes v.), iMcacd (iufasde«-
ereeoen^^ iärpij6$ (interlnniain ) ren tarp-^ (iotot); poSpilit
hedeaitet hiibvoU^ puadylis halbstmpf uaid igekött ai
delczia, abstumpfuag , abnähme;. ich. finde auckdMfta fwot
•Joe (der leere, ledige mond). letttjiHmi meknes noiHldnüMi^
pUmi mehne» • fievianrnm , mehnei pmUe laaa-:acereedens^
weioa m^knes% hkuü senescens. Jinn. tiMdMinoyUaniüm^
iAysSJhitf pfisnilnninoi, ptikum iuna •aceresodb0:^ll'dMbell;d«H•
flreeceni, .gebüdetiitnit. ail$i nowis, tftysi plentis^>yli,snperiii^
da infßraa, wiedureh die brklirlng des.aHn, ttiidübeamigt
wird. Die Serben witerseheiden : mn myetu$i(miwiwalnmli
aiAMliiiai:^ttna aDcroacens, idas erste {Viertel)^ pwa ' (plenSu»^
man), usMap (Innaidecreseena). eloirenv^ mlbj, miad {jnn^
gea liohl^ BoVilanim),i|ioAiir (pienilaaittm) aikt^ (plenibmiUBi^
w«l aneh luna deoresceba «ndein^ei münden aerkusdh^
tap 9); poin. neiey böhin. mowy (netrihiniufli)' poln^ peiWI^
bMini. Miiflnek (flemUifeiidm). Anoh^ hier iai wieder wahi^
zundinien., dafs uniler i«bheite ^stammen MehrfalcAie ,< Idbea«*
digera busdrttcke d«r naüirensöbeinungen bestehen, unter
den gebildeten! » aber abstracto , eMöianlige nn^ ileren . atette
treten, ohne zweifei besafs die deutsche spräche in ihren
Verschiedpen anvireigen Yor jeiltei;^ noph, a;i4ere,„|><^nennttngen
da miduni.wadek^ . . ' ...• n .. .
Tacitoa sagt klorsdafe die iGeimanen i ihre tersaddMgen
\ X ' . »■ ' »
*) «e«M mßhm§ der «to.<9l«a4 ia eüwr s AoHiithaat Mlaiau
«1 MW tha «MiflaM» lile yMima wi' the 0uki mmx ia« b«f> mm\
Jamieioii 1, 159. Pertiy 1, 76. Halliweil pa67»'je8»in: . . a-
43*
tn MDiDLKan
sor ^mä dM neuen >dte Toilen «Midt WelMi^ niehl eh
diese beiden perioden für alle nnterneliniiinfen aboe nnler«** i
«cki0d fleiok günstig erachtet wurden. Vermsllioh eigneten i
gewieae. dinge sich Ür den «enniend, andere für den- vei^ i
moody der nennand regle durch seine Mache, der velhnend i
dwrch aeiae füHe an^. - ]
Caesar 1, 50 hmterhringt uis den nusafh-ueh weiser
Irftuen zu Ariovists zeit: 'non esse fas Oermanos aaperarS) i
ai mUe nocam tumam predio contendisaent'. den. anagaog i
der achlacht yernintete man, wenigstens in diesem hesoadera j
{all, nur dann günstig, wenn sie im neumend gefochten ;
werde. i
Soviel ich ans den spftterm fiberre^Mi des abergbnn . .
bena schiiefse ist der nemtiumd, der auch Torzugsweiaa \
^beider herr' genannt wardfe (s. 666), ftr eigentliche beginne i
eine heilbringende zeit, ehen sollen in ihm geachlossen, {
hinser in ihn anferbavt werden, ^wevani Iwiam obser- i
vaati. pro domo facienda ant conjugiis sociandis' (anh. xxsn), i
letaleres ganz so im ebstn. abergl. no. 1. bei Benmend i
aeli man in ein nenes haus ziehen (abergl. ^töd) dicht bei g
abnehmendem (496); im nenmond geldzfthlen (223), er i
aaehrt den vormlh (vgl. s. 666), dagegra schadet, wenn er
kl Jeeren bentel aeheint (107). Überall berscht die for-
Stellung, dafii «eid, eheglOok nnd hanssegen, gloich de«
lieht dea himnms wachsen und tunehmen werden. MiGU
nnden geschieht haar nnd nftgeisehnitt im neninond (fiynz. j
nbergl. no. 5 , Schötae holst id. 3, 68) damit . sie .wieder ^
nachwaebsen; vieh wird im zunehmenden liclA entwMiat \
(no. 757), im schwindenden würde es -abmagern; nsah litth« \
abergl. no. 11 soUen mädchen in abnehmendem , knabea ^
im ToUem Ucht entw4Mi«t werden^ wahrseheihlioh um jenen j
sdhianke, zierliche, diesen aber atarke geatatt zn^ Tetaehafcn. ]
Heilsame krfiuter, reiner thau sind im neumand na aamihda ' i
'ton an des mämen atict gelesen', N.Cap. 100 (vgl; 25)., weü j
sie dann. Mach and laater sind*. Wean es no. 7«4 heibt, i
dafs trannngan im vollmond erfolgen soNen, 238, daCi man |
kn annehmenden oder rollen mond neue wohaang beziehen
*) der netunond war alteo Tölkem beäondert heilige, so den Grie-
chen die cVj7 Hai yf«, was auch allein fv^ = sanskr. mmA (neumotid]
enadviliAaa. des Odjnsteas röekkehr watda zn disser aaii aswartet,
Od. 14, 1^62:
sttf veadMad nach frflhKnganacktgleMbe ist ftdiaii Ag^ba»! ^-vngesetst
(Sehieiiel lo BSm^*. I. t9, 2). wahnoheialieb lindiite man beakeise
in diesem frähKagsnetmisod. >
MONOUQHr 679
y io idiaiBl daiHi v«llaiM4 fiMe des wMhseiidM
Ijehls , obae mbanb^grif der begiaawdeft abathaie n b6»
deuten. 6all das liefera der «cbhobl imiiewiOBd als rege^
ao arab dabei das wacbaea ond at^gen des aiags, nicht
daa abaehaMn, ertiegen dea feindea ina enge gefafia worden
aeio *)»
Bei iMttnMd (im gegensala an aenniMd) d. b. bei ab»
nehmendem lieht sind geachfifte an Terriehten, die Irennnng
eder aufldanngy fklien eder erlegen beabaichtigen. ae würde
a. b« eine ehe geaehiedeni ein hana abgebrochen^ eine aeache
vertrieben werden roöaaen im abnehmenden mond, faUs ieh
reoht yennnte. Hierher gehört die ?orschrifl hola im wald
an flUlen #enn wadel ist, gleichsam damit daa geAUte boia
IrodLne« in einem Strafsbu 1511 bei Hupfnff gedmeklen
aalender: ^es.ist gnl hola anheben abznhanen mit dea
mondea wedel*. so wird noch in vielen neneren forab*
bitohem geiehrt, der vollmond heilet darum Mmadel;
bei xnnehmendem mond (im böaen wadel) aell man kein
hob aphiagen (abergl. no. 973). Keisersfierg mensfbL banm
Stmbb. 152L 19: 'ea ist alwegen im wedel banm abmi*
hanwett und gewild an achieben' ^*). graa im nenlicht nichU
an mähen y sondern im veUmond (Uttb. abeiyi. 7), daaril
dna heu aebnell dOrre? auch sohfttae sind im Vollmond
an heben. Wenn man bei wachaendem mond federn in
ein bett füllt, ae haften sie nicht (no. 372. 914); anch dien
geschafi fordert abnehmendes licht, gleiebsam um die ge^
rnpfben federn vollends au ertödten und aor raat an bringen.
Würfe man bei wachsendem monde graben auf, ao würden
sie bald wieder anwaqhs<^n, grübt amn sie aber bei ab*
nehnaendem, so werden sie immer tiefer und grölser«
aderlafa bei sehwindem|em monde macht, dsfs daa blnt
abwürts dringt. und die beine beschwert (Tobler 404^),
man nehme ihn ' also bei wachsendem oder steigendem
lichl vor. Yuk s. v, myena eraüblt, dafs Serbinnen im
nenuMind kein bemd waschen, die ganze leinwand, be*
haaqpten sie, würde aich im nasser vermonden (oaiijeniti),
d. i. au(bauachen und schnell n^reUsen; man könnte «neb
*) ta« nanmand JiMreohe* die Bhf lens «ei gsgrift^t mead« dafii
du «It werdest ond ich jung bleibe! Thom. Hiirne s. 40.
**) in Demerara wichst ein dem mahagoni ihnlicher baom wa*
lala geaannt; flUt man ihn im neumond, so ist sein hole hart «nd
•ehwerapallig, im KoUiaoiid «her Weieh und IbiehlspeWg.' ecbneidet
man hnibnehrttter im Aciumend» so dauetn* ik teho jnhre, im vel^
mond# ae laalan sie hinnea ciuem jahi^ i / • , . . . > ' i i
C78 HDNDUGHV
dafür^ itWfr im' abiiö¥nieliileti niond wasehe fto • hallen wl,
4^1 grund geltend maehen , gleich dem achwindendeB llclil
ioUetfleeken und Unreinheit weggenommäit weMen.
Ich habe Tersachl hinter abergtffnbiffchen gebrttuchen
eisen sinn zu entdecken^ der tielleicht nahe an ihre !ir<^
sprüngliche bedeutung trift. solche analogien zwisdien
«taicht! uttd mittel waren wenigstens dem «Hertbom dberall
tticbt Mmd; das heilige wasser schwemmt alles nnhteil mit
sich fori (s. 556), der absprang sprengt alle itrankbeit nb
(s. 559). So stellt sidi der leidende gegen den abnehmen**
den mond und fleht: wie dn abnimmst mögen meine schmer«^
zen abnehmen (no. 245) , es kann aber aueh ; in atidrer
Wendung, dem neumond zugemferi werden: du magst zu*
nehmen^ mein abel mag abnehmen} (no. 492). Dm keli*
ran de« anlUlzes gegen das gestim halte teh /für eine s^ur
fabidnisohrer mondsverehrung*). • ^ i. .
Biese art des aberglaunens iat' langst sfehow in die en*
ferenr-achrawken des aefcerbaus- und der Viehzucht zurück*
fewlesen^ wir würdeu sie deutlicher erkennen, werni uns
ihre anweridung auf das öfferilliehe leben aus dem aRer-
thum gemeldet wäre, auf opfer, loose/ kriegfihrung wird
damals die beachtüng der mond Wechsel mamigfSEN^ einge^
'flössen haben. Mandhes erscheint verwirrt, weK wir nicht
alle umstände ' tbefschauen*, manches wird auch imeh dM
'Völkern verschieden gewesen sein. Des hansvhters' tod ian
alinehfnenden mond gilt nach deutschem abevgt. (%6)' für
eiin mheA, man wähnt/ dafs nun das ganzer gescMeeht ab*
(nehmen <wer#e ;' die ehstnisehe ansieht (41) hält sterbAtle
im nmimond für unglttcfcbringend, etwa 'Weil noch mehrere
.Mgen? Früchte, die Mer der erde wachsen, sind 'in z«^
ntihmendem, die uiUer der erde, in abnehmendem Heht zu
^en (Jul. Schiriidt p. 122); bei Westendorp p. 129 aber:
4at frooen den grawd wasi, by äfütemende »tnaau, dat onder
iiaii>'$irufid Wast, by toenemewd» tnaän 'te Zfl/aien« Gulslaf
^Wöhbandfl s. 49 vgl. das erratum) bemerkt, Wenir der
meird iii' der- faulzeit (im' dritten viertel, kus se kirii i^Aal)
•suAie, solle «Min keine wimersaat säen:' Der satz in des
Eligius predigt (s. xzx): nee luna nova quisquam timeat
aliquid operis arripere, ist unverständlich, solange man
«ieht w^ifs, welche art von' Verrichtungen darunter gemeint
wird. . . . I
' •*) 'Wer d6B nond im spiel den rückeo iNilNrhFt^at.uiigläck''(tMi.
4bt). idertse^maiin aber htUel sich im «<4iUir sei« getieht 4m n^W^
mond Kuiuwenden, er würde mü bliBdheitfesohlazea'WerdeBa*w.>i
^ONiySFLKCkBN 679
Die flecken and scbatligen' vertieftangen im Uckt de$
voUmondB haben bei mehren yölkern seltsame aber ähnliche
mythische Torstellnngen hervorgebrachte dem indischen
Tollcsglauben erscheinen sie wie ein htue^ nemlich Chandras,
der gotl des monds, trägt einen Hasen (sasd) und der
mond heifst darum sasin oder sasfinka (hasenmahl, flecken)*).
Auch nach mongolischer lehre zeigen die mondschatten
eines hosen gestalt **). Bokdo Dschagdschamuni (andere
nennen ihn Sehigemuni), der oberste regent des himmels,
hatte sich einst in einen hctsen verwandelt, blors um einem
verhungernden wandersmann zur speise zu diehen; zu
obren dieser tugendhaften handlung setzte Churmusta, den
die Mongolen als mfichfigen tfingäri verehren, die figur
eines hasen in den mond. Folgendes erzähfen die einwoti*-
ner von Ceilon : wAhrend- Buddha,- der grofse gott, als ein-
Siedler auf erden weilte, verirrte er sich eines tags im
wald. nach langem umberwandern begegnete er einem
hasen y der ihn anredete: ^kann ich dir nicht helfen, schlag
den pfad zur rechten band ein, ich will dich aus der wild*
nis geleiten'. Mank dir', versetzte Buddha, ^aber ich bin
arm und hungrig, icb vermag deine geßlligkeit nicht zu be-
lohnen', ^bist du hungrig', sagte der hase, ^so zünd^ ein
feuer an, tödte, brat und ifs mich'. Buddha machte feuer ;
gleich hnpfle der hase hinein. Nun bewies Buddha seine
|[öttliche kraft, rifs das thier aus- den flammen und ver-
setzte es bn den mond. seitdem ist in dem mond immer
ein hase zu sehn **^. Der phantasie des Grönländers
sind diese fledken spuren der finger Haiinas, womit sie den
schönen rennthierpe!^ * des Anninga berührte (Majores myth.
taschenb. 1811 p. 15).
Eine altn. fabel erzählt: Mini (der mönd) nahm zwei
kinder, Bil und Hiuki von der erde weg, als sie eben
aus dem brunnen Byrgir wasser schöpften und den eim^
S»gr an der sjange Simul auf ihren achseln trugen. Diese
kinder gehn hinter Jem M&ni her^ wie man noch yon der
erde aus sehen kann (svft .sem siA mü af iördu)^ Sjfi. 13.
Dafs hierunter nicht die phasen des monds sondein, ^ine
flecken verstanden wurden, folgt schon aus dem bilde
selbst, der: mondwechsel kann nicht die vorslellirinf :i^e%er
*) Scfalegsli ind. yy. 1, 2t7i . . ^ ,.
*) Bergmanns streifereien 3, 40. 204. Maien royth. ^b. 1, 540.
*) Dooce lAa^tr. of Shakspeare 1, 16 aus dem mond eines fran-
lAtiiehen retaeaden, dem auf Ceilon die Einwohner oft sein' närnrolir
abgefordert bitten, um damit den hasen im üotfd zv b^lrsrehten« '
1
660 M0ND6F{4CKBII
kmder, mit. d^m fpaaernmer aiuf ihrm seMtern erzeu-
gen, dazu kommt y dab das acliwedische volk bis auf
heute zwei leute, die einen grofsen eüfwr auf der itange
amaammen tragen , in den mondsflecken erblickt % BU
war vermotiich ein mädchen,. HwM ein knabe, und jeoe
mag mit der Sn. 39 neben Sdl genannten ftaynja dieselbe
aeio; hier wird zwar Btl geschrieben ^ aber ohne zurei-
chenden grund; das neutr. Eil bedeutet momentum^ inter-
stitium» und ein ähnlicher begrif würde für irgend eine
erscheinung des monds schicklich sein (vgl. s. 347 üb^
ahd. pil). Was uns das wichtigste scheint , aus dies^
heidnischen einbildung vom kinder$teUendem mondsmaim,
welche auch aufserhalb dem Norden in ganz Deutaehland
uud vielleicht weiter ün schwang geweiien sein wird^ hat
sidi hernach eine christliche modificatian ergebe^. Mau
erzählt, der mann im mond sei ein holadieb, der am hei-
ligen Sonntag unter der kirche waidfrevel verübt habe und
nun zur strafe' in den mond verwünscht worden sei: da
erscheint er mit axt auf dem rücken und reisholabündel
.(dornwelle) an der hand. ganz deutlich hat sich die wa^
serstange des heidnischen märchens in den axtstiel, der ge-
tragene eimer in den dornbusch umgewandelt; die idee
des diebstals wurde beibehalten, vorzüglich aber heilig-
•haltung des christlichen feiertags eingeschärft; der mau
leidet weniger strafe darum, weil er brennhobE gehauen,
als dafs er es sonntags gethan hat **). die uhterge-
iM)hobne geschichte stützt sich auf vr Mos. 15, 32 — 36, wo
von einem mann erzählt ist, der am sabbat bolz gelesen
und den die israelitische gemeinde zu tod steinigte, alle«
ohne erwähnung des monds und seiner fleckeii. Wann
diese fiabel in Deutschland zuerst erschien vermag ich nicht
nachzuweisen, jetzt ist sie fast allgemein faerscbend ***];
wäre die benennung des Vollmonds loode/, loed^/, in sinn
_ #
*) Dalin 1,158: meo finna fins den meoingen bland ySralmoge.
LiDg «ddoraas sinnebildslllra 1,78: lonii liger allmfinheteo i Södra-
swerge, att nloeDs flickar Ire trenne jrarelser, icm blr« en bryggsl
(brückeneimer).
**) nach einer weilßliachen sag« yeidomte der mann am Sonn-
tag die kirche, and wurde daram mit dem buach in den mond
versetit
***) ein schönes lied davon hat Hebel' gedieht^, amg. 5. p. 86 —
89: *me het em gsait der Dietere', wobei Sekro. 2, &) fragt: ist
hier Dieterich von Bern auf claesische weise in den.himn^ veraetzt?
.man mäste nur erst versichert sein, dafs der dichljer den namen aii«
der tradiUon empfie^gp t: . . .. ...
MQMIWrLBGKni
von rmerbltiMlel^ adbet ans ihr m erUftren |8. 675), sg
gebtthrl ihr schon ein hohes alter. ToMer ua Appeaz»
spraehsch. 20^ erzahk foigaiKler gestaU: 'an arroa nia hat
alawü an aonnti holz vfgleaa. do hedem der liebe goU
dwaU gIoh| ob er lieber wött ider sodd verbrenaa iMler
im mo verfrüra, (andre sagen: inn kalta nio ibi| oder i
dhöll abiy) do willer lieber . iyin no ihi. dromm siedma no
ieis an ma im no inna, wenns wedel ist. er bed a pü*
scheu ttffem rogga\ Kuhns märfc. sagen no. 27. 104. 130
liefern drei verschiedene erzfiblungen, nach der einen soll
ein besenbinder am sonntag reiser gebunden oder eine
Spinnerin gesponnen, nach der andern ein mann misl ge*
breitet, nach der dritten koblstauden gestolen haben und
die gestali mit dem reisbündel, der spkidel, mistgabel und
kohlslaude die mondflecken bilden» Das erste mir bekannle
M«gnis liefert Fischart Garg, 130^: 'sah im mon.ein mätm^
Im, doi hob gpMiohkm hett\ und noch bestimmter sagt
Praetoritts weltbeschr. 1, 447: die abergläubischen ieute
gaben vor, -die schwanen flecken im mondlicht seien der
mann, der am sabbat holz, gelesen und darüber ist gestei«-
nigt worden. Die holldndkche volkssage läfst den mann
gemüse stehlen , mit dem * bundel osoes'. auf den schultern
zeigt er sich im mond (Westendorp p. 129). Ziemlich alt
scheint die englische ftberlieferung. Chaiicer im teatament
of Creseide 260 — 64 schildert den mond als lady
Cynthia :
her gite ws« gray and ful of tpoUis blake»
and oo her bresl a chorU painiid fnl evea
berina a husk of thamtM on his bähe
whiche for his tkeft might clime no ner tbe heren,
der dornbnschtrftger wird seines dtebstals wegen nicht in
den himmel gelassen und mnfs im mond bleiben. Ritsons
andient songs (Lond. 1790) p.35 enthalten <a song üpon the
man in the moon^, welcher beginnt:
moo in the mono stond and sCrit»
OH 99 bat fnke m iwrtin A« bere^j
hit is muche wonder, that he na doun slyt,
for donteleaie he yalle, he shoddreht and shereth^
when the forst freaeth, mnche chele he byd,
the ^omsi beth kene, m kommen io «efwfll»
auf einer traggabel schleppt er, zitternd tor kfilt#, eine
last dömerj die ihm^das gewänd aerreifiien, er hat sfe* ge-^
• *) im Henaebergiieheii bedeutet mmmM reia^, geboadoe mawiJle,
anmal fon tffinensweigtny.iofiMfi reiihoU a^achen (Reiowald 2,137),
naa freilich aeeh daher ruhi^n ka«n, daDi man im ToUrnead hok
haut. it . . . • "' ' . '. t'^ *
hauen uitd ist Tom larhOter g^fündet' worden; das schwere,
oft tifiversifindliche lied stellt ihn als foulen alten dar, der
bald stille steht, bald fortschreitet (strit) und dazu betrun-
ken ist : ief sonnlagsentweihung wird nicht gedacht. Shak-
speare redet einigemal von dem mann im mond, seinem
hund und seinem dornbusch: tempest 2, 2. I was. the man
in th* moon, when time was .... I have Seen thee in
her, and I do adore thee, my mistrefs shewd me thee and
thy dog and thy bush, midsummem. 3, 1 : one must come
in with a bu8h of tkoms and a lanthorn and say he come
!o present the person of moonshine. auch bei Grypbios
bindet der den mond vorstellende Schauspieler einen busch
um den leib*).
Zwei andere abweichende deutungen der mondsflecken
haben gleichfalls biblische anknüpfung. Einmal soll es
Isaac sein , der ein bündel hob selbst zu seiner opfcmng
auf den borg Moria trägt **). dann aber Kain, mit einer
bürde dornen auf den schultern^ um gott dem herm die
geringste gäbe seines feldes darzubringen **^). bierfttr
^engt schon Dante, parad. 2, 50:
che sdno i 9egni Imi
di questo corpo, che laggiuso in terra
fan di Cam favoleggiare altrui?
und inferno 20, 126: Caino e le spme.
Landino sagt zu dieser stelle : 'cioö la luna , nella quäle i
volgari vedendo una certa ombra, credono che sia Caino,
c'habbia in ßpalla una forcata di pruni,' ein atidrer commen-
tator: 'accomodandosi alla favola del volgo, chesieno quelle
macchie Caino, che inahi una forcata di spine'.
Alle diese auslegungen treifen darin tiberein, dafs sie
eine menschengestalt in den mondsflecken annehmen, die
etwas auf der Schulter trägt, sei es den ht^ep, die stange
mit dem eimer, die axt mit den dornen, oder die b^efse
dornenlast •**•).
Es mufs noch andere ttberüefeningen gtigeben «haben.
*] Tgl. das iriiche elfeDmärcfaen oo. 20.
') Praelorius weltbesohn 1, 447.
*) auf die bekehrten Beiden soheint die sage Y«n dem ersten
brudermörder VDriöglioh tiefien eindruck jemaeht lubab^ii; sieden*
ken sich ihn als einen bösen riesen, Tgl. BeoT. 213 ff. and oben 8.492.
****) das dem nofd. mythns wesentliche wasser fehlt in der sa^e
Tom mann mit dem dornbusch, findet sich aherwiederin einer krai-
neritfchen («• I. statt kranierischen), i«/elcbe Brentanos Libnssa s. 421
anföhrt: der mann im moHde herfst Kothar und m4eht ihn dtfrch
wasaergiefaen wachsen.
.ifii
monmrlsgkbn; ^mhinb tss
ein iiiederMnd. diehlef iwB 14 jhi reSet y^n^ dM ' Airiielii
streifen, 'wteMie steiieii .
recht int midden van der mane, i •.
dttmen in doitaohe beet kkhrg^er;
an einer andern stelle heifat es kndegher^) (iendegher ?) mid
Wülema (oMsaager deGand I, 195) liest nach einer hs. von
1351 'dat inen in dietsch \iee% Mkgeet' ; mir ist keine dieser
formen veratAndlieh , vielleicht liegl der eigenname Ludg^
(abd. Li«tk^ Leodegarius im. sfnei and eiiie jelst ver«^
schellene sage des mittelaUers. Eine schtae geiMicbe,
gewis nicht von ihm ersonnene deotung überliererl ms
Berlhold 145: der mond sei Maria Magdalena, die flecken
seien ihre renig vergossenen zihren.
Geringeren einflufs auf abergiftubische vorstelinngen und
gebfftncbe als der mond hat die MMme. zauberkrilftige
krfiater müssen y wo nicht bei mondschein, wenigstens vor
tümendmfgang gebrochen werden (s. 588), heilbriirgende
Wasser vor Sonmtmawfgan§ geschöpft (s. 953). ' Die anf«
steigende sonne versebeucht aNeh sauber, und swingl die
geister in ihre unterirdische wohnunf .
Zweimal des jalrrs wendet dte sonnfe ihren lauf, im
Sommer um zu sinken , mi winter um zu steigen, diese
tonmoenden begieng das heidenthum feieriichst, von dem
sommerlicben fest sind noch jetzt die Johahnisfeuer übrig
(s.5^ff.). Je höher in Norden hinauf, desto stärkeren ein*
druck mäste jedes selstüium hervorbringen, zui» zeit des
sommerlichen herseht fhst bestfindiger tag, zu der zeit des
winterlichen beständige nacht Schon Prooop (ed. bon».
2, 206) beschreibt es, wie nach ihren 85 tagen nacht die
Thuliten berggipfel erklimmen und die nähende soiifie» et^-
spähen. dann feiern sie ihr heiligstes fest.
Tacitus meldet (cap. 45), Aber die Suionen ' hinaufwäi^
lasse die untergegangene sonne so' lichten glänz ^ hinter
sich , dafs er bis zum morgen die Sterne bleiche, iomm
insuper Miftri, farmat deanm et radioe capUk uepieiy
persuasio adjicit. Diese stelle hätte ich cap. 6 für das 4e^
sein germkniscber gOtter geltend gemacht, wenn mir nicht
glaublich sChienre, dafs dergleichen nachricbten zu den Rd-^
I •
~^— ^— - ir , - ' - - -
*) Tan Wyn afondstondea 1, 306. Büderdijh TetUaren4le g^
•UtthUigai der-BaamwaorttMi 1^108 hat Mb^eer« Mi^aar ond. deutet,
Mhcr falsdh, luikeMar .(leodiamia)« äbrigeiui btiiahle^.ar die hfh-
kannte fabel: *t mannetjen in de maan, dat gezegd ward een doorn-
botch .op zijn rüg te hebben, en om dat hj't gestolen had, niet hoo-
cer ten hemel te mögen ophümmen , ntsar daar ingehannen te zijn.
dai leUte wie b^i Ghaaceri'"''''' ' ' "'> > •» " ' -i "*
6M ../SONNR GBSTUOK !
mem .wwiter ms De«t$chiaiiH Mibsl gedrnngen, ii«4iii«h
allgemeinere reisesagen unter ihoM veritMiM waren.
Strabo 3, 1 (Tsch, 1,^GB) f&hrt ans Ponidofliiii eine sehr
ihniiche erzftUttitg to« 4en tauiehen der unitrgehenden
Bornm in dem meer xwischen Spanien n«4 Africa aa:
fitiC^ SvPBtP vor ^Xiop i¥ vp nap»X6ttPivtdi pn9%oi ypaifW
nuQanXfiaiwc, wffavii oi'föfrvef tw nBljüfWfC nttta ofliaif
•vvot; dia %6 ifinintetp «/c vor ßv&ov* aber auch an-
ter den Deutschen icann schon dtunnb die meinnng ter-
breitet gewesen sein; die airdUsiicfefi käwpter^ gleidisani
ein heiKgenschein , wmrden s. 300 erörtert, im folgenden
cap. will ich diesen wunderbaren klang der auf und nntec*
gehenden sonne weiter besprechen." Merkwürdig ist aock
tn dem alten ags. iwlegesprieb swiaeiieii Satarn nnd Sa*-
lomon (Thorpes.anak p. 100) die deutung der abend and
morgenröthe: 'saga me forhvan byd aeo aunne redd oi
mfen T 4c f>e secge , fotrf^n hee locad on helle', 'saga
mOy hvt sctned heo svft reide en morgemV 'ie {»e secgc»
fdr[>on hyre tvynad hyäder heo mfig {^ «e m#g f^isne
middaneard eondsctnan avA hyre bet^iden is'. abends ist
sie roth , weil sie aar hölle blicht , morgens in der ^nge-
Wiskeit, ob sie ihren lauf vollführen möge«
Nicht blofs von softne und mond, auch von den ähri-
gea Sternen hatte das heidnische alterthum vieUaebe künde
und sage. Jornandes fiofserung (cap. 11) ist doch merk-
würdig, dafs den Gotben schon an Syllas seit unter Pice-
naeus aufser den planeten und hhnmelszeichen 344 stern^
die von aufgang nach Untergang rennen, bekannt gewesen
seien, wie wenige wissen wir heute mit deutschen namen
EU nennen I
Der volksgloabe denkt sich die gesiime in beniehang
auf den einzelnen mischen hold oder feindlich*), wel-
che eonatellation ihm. hei der gehurt leuchtete, die niaunt
ihn aein ganzes leben hindurch unter ihren scbnis; das
belfiil: «nter einem guten, glücklichen atern geboren wer-
den, aus dieser riehtung und diesem einverstilndnis wal-
tender gestirne wird das Schicksal geweissegt. Umgekehrt,
doch schwerlich aus heimischer quelle, wird Renner 10984
gesagt, jeder stern habe einen engel, der ihn an die Stätte
weise, da er hingehen solle«
Es ist fromme gewobnheit abends beim sobhfengehen
die leuchtenden gestirne zu grüfsen (abergl. 112), oder
*) iweai die ttera^n w?r4eat -^m,
depa irirt d«r noAp» Übte sUaim Frid. 108, \ .,.
wenn 4ir tbmdAeni anl^hl dn flnebel m veitiiMeii (nen-^
griediiseht sille). '
Ntcb der edd» wnsnm alte fMirn^ feoerftinken ms
M aspelUheite , die in dem lanrtum bei^omflogen , bia ihnen
die gfider sitn und geng anwiesen. 'Sn. 9; Ssm^ 1.
Entzitndete dMele, weteke b^i tpestirntein himmel, km^
rigen faden gleMi, schneH dnrdi die hiiti niederfallen, lat.
Imjeclio «leHae, Stella trans?oians, ital. stelle cadente,
iranz. Steile fitanle, Span, esirella Taga, scbwed. sljernfatt;
din. slirnknd, 'Was die Griechen itafetp (tberfttbren, tn^
jtcere) nennen , weNen bei uns von dem velk einem xei^
nig'en des atenilichts sugescbrteben: sie gleichen dem fever^
ftaken, den »man von einem gepntsten lieht niederwirft»
s<^n WoMram sagt Wh. 322, 18
dehein Sterne ist s6 lieht,
ern /lirAe sich etsweime. *)
daher noeh heute: die Sterne patzen, schneutzen sich, im
subst wien^mtaef iiemschmippe. Diese fsHenden Sterne
sind vorbedeutsam **), wer sie erblickt, soll eili gebet spre*
chen (abergt^ S95); dem armen midehen fallen geldstacke
dantil herunter (iOf. wa. 153), ja was man wOnscht, wah-
rend die eehn«M»e ainkt, wird erfallt ^Toblei" 408^). SehM
Terein%l der iitth. roythus die Mlenden sierne mit der
sage vom Schicksal: die lOequifM (Spinnerin) beginnt den
faden der nengebomen menacben am himmel au spinnen
nad jeder faden endet in einen stem. mrtit iiun der ted
des menschen, so reifst sein faden und 4er stem fUH erw
bleichend nieder. Narbutt 1, 71.
Der eomet beifsl acAioe^Msm, haanüsm, audi pfnnen-
tekwam (9etm. 1 , 927)* sein schWeif bei Delmar 1 , 242
sdUfisdbeee, von schof strehbandel, sein erschehien ktndet
geiibnrolle: ereignisae, zumal kMgs tod (Greg, tun 4, 9):
^nwn sftt an der ztl einen sierren, sam einen pfamen »agei
wtty eö mftezen siben saohen in der werlt ergAn', HfsH. 3, 4^.
Die überKeferimg anseres heidenthums von einzelnen
gestiraen ist grOfatentbeils versch(rflen und selbst die na-
mtm sind dnrcb gelehrtastronomische benennungen fast
verdsingt werden : • nur wenige haben sieb in altn. sage,
oder unter den», genieinen vo{k erhalten können;
Ob die plannten nach den gnofsen jgöttem genannt wa-
*) D. liest *iifthere sich', schon ahd. farban (maodare, expiare).
*^ bat dem Gnaden (Reinh. Aioha p.>uxit); inr<eliieai' gedieht
Ton B^rangev; «mos «nlanlt mi ^orlel «cpire, ton Stotte tonbe k
l'insUni'.
]!eii^.wM|0fffi wir, mhU es M keifte, jpwr :4iwn!.aiiffilri>1iM,
selbst nicht im Norden, planetarische tagminient . soheiBMi
wiewohl sehr frühe, ms der fremde eiAgefahri (& 111 ff).
An sich ist es kaum ' denkbar , dafs die Heiden , wann
sie ein3eln0.. &x$iewe durch eigentbümlicbe beoennua-
gen hervorhoben, nicht tm^k die .namideisteniev. deren
ersch^ftüng und Wechsel weit niehf ins ange fiel, htltten
unterscheiden und benennen sollen. Die abeadliehe und
morgenliche Venus heiTst obendHemf . morgemiefn, ahd.
äp^nistemoy tagastemo, wie im lat. vesper ind Ineifer*).
iunhekUrme Ms. 1 ^ ^^ soheitit vespemgq , der in der
dümmerung aufleuchtende abendstern, vgl. gmmm. 2, 526.
ahd. yhU>9temo morgienstern N. Bth. 223 von uht&, gnth.
uhtvö crepusculum. gl. trev. 22*^ h^ben ttelböm hesperas,
das ist Stellbaum, die Stange d^s vegelstellera? doch gilt
Rol. 240, 27 ^die urmAren «to/boifflte' veil den Sternen über-
haupt, ~und da allem gestirn stul und gestell beigelegt. wird
(s. 663) y so darf man stelboum, atalhoum mit diesem aU<-
gemeinen begrif verbinden« mythischer gemeint ist. viel«^
teicht der name naktfare für abendstern (Hdumanni opuacw
453.460), wie sonst die. nachts ausfahrende weise frau odm-
hexe heifst. Den Angelsachsen hiefs -der a^ndslem 9t4mm
$ieorra (bubulcorum. atella)^ weil die hirteft^> sobald er
auCgieog, heimtrieban. übrigens wird (K iv. 9, 24.Ghri8tii8
der sonne, die aptoatel dea.eiif tageslemen' vergliohen;
hier sind dagMerren nicihtr soMrohl lucifeni als die bisH
melsaeicben^ Vik den polaratern gibt et keine eiaheimi-
sehe namen. ....-;.
Zweier geatirne iffsprung wird in der edda- gemeldet,
aber niemand weifs jetat , welche . constellalkMi darniAer
gememt ist« die sage ton OrwuuiUbtä > und daa ags. Eoß^
ren(kl, ahd. OreniU wurde s..r..348 angeführt; vieileieht
weiote dies helle Hobt den margenstern. Dann hatten die
üBen den riesen Thiassi getödtet und musten. ihn seiner
loobter Skadi^ hüfsea«. Odinir nahm des Thiaasi augeü und
warf sie an den himmei, wo sie zwei aterne bildeten. Sn*
62. 83. dieae amgu Thia^tk, mögen awei dieht nebeuMK
ander etehende aterne sein, an Ucht «nd igrdfse gleioh, etf-
wa die zwÄHinge? aügieich bestütigii.sicb hier jener »h-
sammenhang der sterne mit den augen^ und die gen him-
mel versetzte ^he ist . den zungen und dem bezug der
*) Ib einem alten kircbeBlied wM dem Leoiler ein wsgeor bei-
aelegU Gunas jam poaeit phoapherus {nita fin feig6t iagsstern)
hymn. 2i 3.
leibflgüeder m^ dw mtMoeosnm (0. 634) TöUig. ange-
messan.
Von der milchsirßfse «nd ihiwr besiehoag auf /raii»
habe ich s. 930-332 gehaDdelt.
Unier allen fixaternen nua^ea himmela treten in der
änachanung dea Yolka^ drei beryor: ursa major, Orion und
die Plejaden. fttr aie ailmtlicb gibt ea auch noch einheimi-
ache namen, ich werde «igleich die slaviacben, litthaaiscben
und finnischen benennungen anführen, da dieae Völker ge-
radeao dieaelben sterne auszeichnen.
Der grofse hAr hiefs wol schon vor der bekehrung
unaern vorfahren toagem; ein name, der ihnen unentlehnt
mit unverwaiidlen Völkern gemein war, darum dauert er
noch bis heute, als der vplksmftfsige fort; man erzfthlt mit*
ternachts zwölf ubr drehe sich der wagen mit grofsem ge-
riusch nnt in der Schweiz der aberglaube (Tobler 264*) :
wenn Aetherrawaga nieder steht, so gibts wolfeil brot,
steht er hoch, theures. 0. V. 17, 29 setzt den pl. ^Boga^
nd gistelU, weil er den grofsen und kleinen wagen zu**
gleich aasdrücken will, letztern (die ursa minor) nennt
Berthold das lo^igelm^). 'des i»a§ene$ gerikte' Wackenu Ib.
608, 10. das bild gründet sich auf lebendige betrach*
tung der colisteUatioQ, deren chrel^iiag UberaU vier rfider und
.eine abstehende fiMcAse/(temo).erkeflaa|i Uisl^ weshalb aiich
die. Angelsachsen zuweilen blofis ^l setzen, fHBnet pUla
Boeth. Rawliiy. 192^ belege sind. 's. 138, xuAd gründe
angegeben für. die Vermutung, dajb WnoitaftSi des höch-
sten goltes w;agen , gemaint sei. zvirar besieht eine all-
schwed. Chronik den scWad.. niaocini karhoagM avf Thörr,
der seinm wftgeia j^eateigend diß sieben sterne in der
band hatte (Thor statt nahen som ett barn , siu atiernor i
banden och fiarLawagn)) und ich. will dies nicht entschie-
den leugnen; doch i^rerien gerade wuotanische sagen auf
den frünkiscben Karl angewandt (a. 139). Wenn gl. Jun.
188 Arturns wagan verdeutscht wird (gL Hrab« 95l> aber
arctus: wagan- m Mmls), so erklilrt sich das aus naher
berührnng jenes Sterns mit dem schwänz des grofsen bi-
ren, wie sie schon der name agmaigoe zeigt ^. Obrir
*) ich hin deo glanien JUmehDogen und dai gettiroe begehen.
Trsj. Idfil^. obrissM kann ei mehrere himel wagen ^ebeo, wie es
Tiele göUer mit wagea gibt ao aagl^au^ib CerTantea in eime^ liede
äer gilanilla (p. m. 11): ai en el oielo hajr estrellas » f|ae lueiänim
curros formao«
**) dgttro^ijlai , wagenhoter; yon ihm eraihll die griech. fabel
mancherlei. Arctaroa .fleht im ,mfJien dea Bootea.ivid- wird snwei-
^tM haben niederlitidisdlia stfliAe (Aiitwei^en mid Gro-
ningen} die Sterne des grofsen oder kleinen baren auf ük
ren siegeln*), und in Bngland mall man das 'Siebengestirn
auf das bild der weinhäuser.
•Den Oriechen waren beMe benennnngen gelfiufigj
agnrog (nrga) und afia^a^ den Römern ütmi und flmt"
strum^ daneben noch septentrio (yonirio, pflugochs) oder
Beptentriones. Franzi, char, ckam&i^ ital. span. carro.
Poln. uxn (planstrnm) ^r^oz niebieslri (hfmmelWägen), b5bm.
tD09 und daneben ogka (deichse), sonst ög/Wc^) tat Boo*
tes; den iHyrischen Staveii kola, pl. von kolo^ rad, also
rftder, 4. b. wagen, ich finde aber auch kola rodina und ^
rodokola ••) , worin mir der beisats rodina und rodo un- *
deutlich ist; litth. gryiulio raUy gryido rats, yon rstas
(rota) , das erste, von Mieicke unerklärte wort mufs den be-
grif wagen oder himmel enthalten *••) ; lett. raM, d. h. rii-
ddr) ehstn. toankri iähhed^ d. i. wagensterne, von w«nker
(currus); ungr. gönt%öl s^kere^ von saseker (currns], das
erste wort erklärt aber die Hungaria in parabolis p. 46
aus einem mythischen Göntzöl, welcher ihr erster wagner
gewesen sei. Die Finnen abweichend (Mma, was sonst
hichsnetz bedeutet.
Niemals, weder in altd. sprachdenkmflfefll, noch bei
Slaven, Litthauern, Finnen die von dem thier (nrsa) her-
röhrende benennung, obschon get'ad^ diese Völker den Mir
in sage «md vielleicht in cultus auszeichneten (s. 683).
Den carr» menor h^sen die spanischen hirten boma
(hiefhom.) •••♦) die ftttnder aber /lo»afteiNir * top« (ineHr-
Weiber am Wnintel). Bidm s. v.
¥on dem kleinen ka«m sichtbaren Stern über dem mit-
telsfen iii der deichsd de? wagefis gehn aber noch be-
sondere sagen, er beifst /kAmoftn, knechte in Kiedw-
deutttchland äämeke (daomchen/ dfiumlefn, zwerg), osnabr.
Mhike. meklenb. dkmring, in Bdisteint ^Htms DOmken,
Bans Dümkt siU opm'wagn'. man erzMtl:* ein fabrmann
f^hr einmal unsern heilend, der versprach ihm zum löhn
das himmelreich; der fuhrmtonn aber sagte, er wolle Ne-
>>■ t '* ■■' ' ' ■ '
leo tör Bootei selbst geiiommeD. eioe ahd. gloase DiuL 1, 167*
acheint Bootes durch stuffala in äbersetzeo, was aoerhört ist.
' •) messager de Gaiid 3, 339. '* i
^ in der la Ofen 1831 gedihidkteQ lyosfrisohM bih^l 3, f54.
ftS. töda heifit bei Vak storck und daron irfrd das tdj. roün ga-
%ilder, aber was tdit dM? rodä seheiot wiederuanf röta, rad. -
***) die litth. bibel, Königsb. 1816 hat Hiob 9,9 ^o «eslmmü^t
und wezimmaiT ist wagen.
7 D<m Qttttote !, 20 (ed. fdelar 1, 2te rgl. 5, 2*1 ).
Imt: in ewifflMil** fahren vmh an^Mg bis ku nMlar^AII^ (Wie
4» wild« ^er in niwIgbBit Kn<jag«» wOnsebQ. - ^tfit'^b^^i^
fehroii' wurde erfillt, der wagen BteM am hfnmiel «od der
oberale i^en den drei deicheelMmen, der pogeawniiie' reiter
igt der fWwmann. wahrseheinlicli fabcüte» sobondie HeMe«
ÜMlioliee tnm einem lenker des Wvo'tanawagens. Job. Prae»
idünä de'SMpecia poK dednraitienei •«Lipa. l&TS p.-8flk:
^ bano alellaat non .praetMiaaenly ettavAsi minor quam
iker^ dto km^tichigm^j dw Mmek», dag> ratfferAabi , ftnaeto^
|M fuiarai'y und derselbe vom diebadanmen p. i40: ^H'^
bah de p9iUean arnnga^ dmneke^ fithrmmf; ^ die eiiiBtMM-
mende «Morg^nlandiseke' voMellnn^ von deai fahrmann in
(HidMi alernbiU ergibt sieh ana Niebohra Arabtea^, «nd
der nngruache* £fämtM scheini ibm ganz Verwandt; «nel
die griech.^^ aapjie Ulfst Zeoe den Ertoktkbmms , efaiaii wagen-
lenher (f^Wa^oi*) . oder wagenerfinder unter die aleme
TMetien; nur. iftahl er ntebl in dem groraen Mir aon-»
4Bm.,in dermihihstrarae awiacban Peraeaa'« und< den zvAU
fingen, da^ bAhan« farmäneky w&mOmff (aurign); oder pomamtf
bedeitfen .rnnk Jungm. 1, 650. d/ 401 AreMruS) Booiea
«Ml BiichtlMHiins; doeh .aloven. «oU- hmvor ißmko^'^*
hmk ^29*) und bmifnk den fnhrmann und pelanKem be»^
Mifteen.
Das bnad beiglilnfeelider alenae^ wdlcbea die CMeeben
» dam bfld des Oriom f) viaaanlaMd, fübrte mebi«re
deatsohebeaennnngen, denn grttnd'ttas jettt niaiit immea
Uar iat lünnal belften die. dir«. nebeneinander gereUM
ten, d^. gartet OrioM. bitdienden akeme in Senndlnavieil
MggftinifBclar, Fr%§ger^k (oben a. 848» 87(>>} naeb aMer
WMleutnng auf Maria augleinh HarMireAs JfarAooi (bM.
Peter Syv in den ddnäbe digMu . iniddribld. 1, IMI); hÜM^
iM daniHahea. Bunammenbafig des atembilda ' mit heidniacher
gAtterlebi»« dieselben drei- stame lebran unaar dem voHi
in Oberdentacbland bia auf lieute den namen .ddr* dt^
fliodtr, well aie daei anf dttr nridge. neben einander ateu
bendaa miklel« - glajoben. eine' einfaobb bebenming, wU
d» des itagenai in der hindiiehaA phaittaaie eines fairten*«
▼elha^eniaprnngien« ^AJhd« finssan Jiennen! den Orion i^Ma
(aratrum), in rheinisciien gegenden heilst er auch reckm
(rastrttm]^ er ist ein gerätb der ackerer und päder. .das
schottische pfetieA - (engt, plough). j^oll den wageh pi^«
drücken. ' Ags.,' vielleicht mehr alts.^i glosseii übertragen
Orion .durch ehurSringif '^hurärung, ebirdring^' ebkthmng
" ■; ' ' , t , ,, • , '
*) aniere vH dichte^ b^halmi.Qri^ h^h Ülä i, 37« . . • ...
GrtflMH« myfA«!. S, inugabe. 44
«t» «SBTIRNB. OiUOir
^ Jimw 369^ 371)^1 ninigt. wtrile i i^ehM eaferdryAg;
^ordrivg; der siiiii mGi sain eberhMife^ 4e«ii ityug ist
0g8. eui /dktiifer, feAränglMr baafe, turba**); warutt «Min
in d^r sterM^ruppedinea Impp wilder eher . sah, r und vaiclie
«lerne des Orion ihn biTdeten? ««iTs ioh nkiht. die
friech. sage von dem wilden jiger liann dabei aus dam
spiel bleiben, schon weil weder sie, nooh das grieehu:ge^
AttfQ gc|)agle tüete henrorhebt; <fie eher des deutsclien
bildes iQdgCin ganz . andet>n bezug haben ud elwa Mofs
aitf einfacher vergkiehaiig beruhen* ahd. glonen geben
uns k^in epurttnme, oben s. 333 wurde es aber aa luwe-
ring und Iriag^ gehalten. Das spätere niittelailer nennt
jMe drei mAder oder den nord« Mnriaroeken Jtacobsstofr,
külm. . JakubtA&l; gleich der heidttiseben Irminstrafse
(s, 331) wurde die heidnische spindel: übertragen auf den
heiligen apostel, der nun mit seinem stab auf der altefl
hioimelsbBlHi ; einherzieht; auch Petaruiab wird giesi^
Den Ehsten heifst Orion lonrda iäkked, stesne des . speere,
Ten wai-daSy spiefs, vieltelchi auch sieb, an Jaeobsstab ge«-
mahnend. Den Lttthauern. ssenft/uieM, heugestirn ?, von
Seen (foenum)^ wie seenpjntis augnst bezmohnel, well das
gestim %nr heuernte aufgeht? wabrscbeinlicbauch in beeng
auf die drei heumäher? denn gerade so geben meb*
veHe slaviscke vMber den namen kom, d. i. lensen^ böhm.
Aesy (Jungm. 2, 136), potn. kotp (Lind^ 1002*) sloven«
ikosei (Mnrbo 148) mühbr. Andere slav« benenndngen- des
Orion sind ahiupka (bosn. bibel 3, 154), wefttt abier ge*
lesen werd^ nufo sktapkä^ IM Y^k^McAa, krttcips, bi-
anhefestab, nacfa.ttnserm stttbchen, krani. pdlvse^ stftbe^ bei
.Stelli ieftM scta^^ aHweiberetäbe^ und ktuMüce «*^), vM^
leicht. die k]:eisendeik.(vaganies)? von: kruziti (vngari].
Zwischen.. ded sdiettern des sliers ist eine: didit ntii
slMwen beeftlie< stelle sichtbar^ in welcher wiedemm sieben
(eigenllidi isechs) grttfsere zu erkennen sind; davon «Ueifst
sie sMemsfesÜm^ abd. thiM HbuMÜrri 0. Y, 17, 29. Diut.
1, 520« gL Jud. 168 (wo es mit den hyeden venweeh'«
seit wird ^ .die 'nicht: «weit davon, im ihaupto des Stiers
sftehn). Aufser dieser blefs efthlenden be^Nurang gibt es
*) in der letiteo stelle anrichtig ebardnung,,aber ein beweii für
dn alter der hs., da im 6. 9 jh. der lug des r sich dem n nähert.
' **) Tgl. ags. tfran^ 9 >ngl. ihrong^ vittellat. ^ngui,'
***) Dobrowskjs Slayin p. A2i ; das ' poln. kruiUe ist kl'ugleia.
Hankas ahböhm. flössen haben 66, jB57 krailrk circolea, 99^ 164
krussljrk lii, was llh nlekrt^rst^e. wire es IVäkUe?
I I
GBSTDlMr iqUUADEN Wt
aHtare lebeäiig^fte. fHeih, IJUtadU, Jim: WititAÜBif\ itm^
hen Idehfer des Adas und 4w PMoney' welche Seu» an
den imtiiAel erhob (fl. 1^ 488. Od. '5, 872), gleioh jenfem
Bordi. TUasei- und ÖmraildiH) aas dem^ rieaeagiBoyocIil ;
einige danleii' aie 'aber aus neA^uag (wilde taube) was senat
niima heUsi. rtai. Vergikney-Wimmi Festaa eiire aftige^
ofigende erklärung liefert*).
. Siiineial Teiteätel aiiler deai tolk in DeiitseMaad, fast
is. gern Eurepa, ist das bild einer Aamie mU afo6da
MoMajfi, wi» sehen an jaM sisben iaubm^ der griecili^
sage erinnert, seugriech. novkia (i*anriet 2, 977). die
Micke, Uuckariny Uuckhmmey bpuikeime mU 6tn Aüi-^
km ; dän, afieiüUhie { abendhenne ) afUnhimne ( dansk«
diglek. middeMd. 1, 102); engl, the hen wUk her dk<-
hm»; franz. la pou^wÜre^ in Lothringen potic^A^osstf
oder eoer0Sfe'(co«Teii8ey bnithenne, qni eondoit des po08<*
sina) *?*); graidiftndn. ektoi»tiM$ oder ^tmehoi' die klucken;
HaL gMlUMlkiß bdbm. $lepiee$ kmriüaf (banne mit den
kilohleki); uagr. /loaltf , fiisiifuk von tik, tyek gaHtna und
iaaont pario. Die Spanier nennen das Siebengestirn tas
m«r embriOaä (sieben aieklain) ••«•]; die Polen b^ (alle
vdtt>er), Roasen baba (aMes weiby Linde 1 , 38* Serb«
eüuchiiai (Vuk 78) ekuchnitoi (bosn. bibet, Offen 1881)
3, 154. 223) 9 si(y?eni vUut^me (die sehwaibeii?), doch
erklärt Janiik 22(^ ^die ramstäbe^ wiss ieh nieM vertiteh^.
attdi^ der aldMMm. • name scaysaayoie pleiades (Hankas
ghMmn SS*») =a litdtttiae ist • dunkel^ die bionftigen? Toii
stelin« aeta? atoven. goiriesii^iij posMhiniy die dfehl-»
geafitent' die letale beaennnng klingt znamnmM' nril der
Ktth. und finnischen ansieht, das geistirn ist ein '«tafr; daa
eine menge Mekmr bat oder eiaen hirafen kern aussiebt:
Ktth. eiFlas^, lett. ' »^ttiBck^ ehst. add7 oder s^^^W,- *finn.
ieulai ^Mtkun^. - warm» aagt Suehenwirl' 4, 826 '^d^a
her daz taiit sich in daz laut gleich recht als ain sibemtim?
dicht i|ns|[e^treut?
Vom lA'.s^rung der plejaden wird erzählt: Christus gieng
an einem . Üeckerladen vorüber, wo frisches brot duftete
und .sandte jeine jünger hiUi ^ein brot zu erbiUeUk der
becker schlug es ab, doch von ferne stand die beekenn
*) ein deattcher dichter schfeibt viKKe. Amgb. 421». '
**) Tgl. peotam. 4r 9 H sette pslommielie » sieben verwandelte
kinder. . '
•*^)'i«feib. des antlq.4, 37». 6, 12!^ IW;
*^*) Ddn Quixote 2, 41 (Idel. 4,''63 Vgl. 6, 242).
44*
m '" CBfTlBim :
frais mit Shreii saeh^ IMhierti; und gab dts btot beiariUi.
dafür 6(nd sie als . rieb^geiürm an daii himmol . Terselsl^
der beolfdr aber isl aum kukuk geworden (s^ 641 becber*
k»eokl) und so lange er frühjiArs vnft; Von Tibiirlii. bU Jim-
bamiis, ist das siebeifgeslirn am himMr aicbiber. \m^
n balie aiim di# noirweg. sage .fon jdeni Gerlifadsvogel
(8.639).
ViisUei^ lassen fiieb «ooh volksaiiafsige nanen* ahdrer
sierne nachweiaeA *). . Litth. beilsen die bicUein wtoju
fß jäicjmß (pflüge mit den 4ieh«eB^, die capell«. mimt^ä
toa/^to lessentrl^eriQ). Bankas altbökm gl gshen 18^
hmia filr den AUebaran, prayceeftfür den Arctärtts.. Aack
beikennungen der Hyaden iwd d6r 'CassiOij^eä Wiren.sa
erwarten. Mehrere werden aber oft yerwe^seltV die He**
joden mit den Hyaden oder mit Orion^ selbst mit dea
wjigen und mit Aranr*^; was duroh blofse glosse» ba
wahrt jst; kann nicht für sicher geltem So betraisbte
niebt ,als ansgemaeht, dafs die angdührten namdap/foff
und nburdnm^ wirklich dem st^robUd Orion . zukommen,
die irish fairy tales 2.^. 123 haben pUmgh eher für dein
wagen , als .für Orions und wer weifs, ob. Unter den hau««
fen ober nicht die * Tdäst (yotn vs) und die lat. ßnoulag
gemeint werdßfn?
Noch uwieberer und soUi^friger. ist es die Mernbider
iumI naiuen des. Orients zn vergleichen , doilen aohion eine
sehr Torsobtedne ans^bavttog des . himmele. zamgru^e liegi
HÄob. 9, 9 wwrden drei geetirne genannt tna( (aach). mta
^itneb) Vd^ (ksil), woraw die LXK suchen * hI^üh^
fan^^qß und i^to^QüCp difo volg. arctnras, Orion und
byades./ Luther den wagen am Ummel^ Orion mnd die
glucke. Hiob 38, 31 kimeh undloksU.^ in de« I«XX mhti-^
$9g und 'i2(kW, in der vulg. pleiedes und arcturus, bei
Luther siebenslem und Orion; Jeaaias 13/10 kül^ iu dea
<
*) kymrisohe and galische Hbeln behalteo Hiob 9» 9 die jal. na-
men der rulgata bei; woraus nicht folgt dafs es diesen sprachen an
eignen sternnamen mangle., Armstrong für das galische crannarain
(fcrotschiehdr) Ür die ptejadeo, und dta^bM (feOendiweif} far des
kleinaB hfir AD. ' . ■ * ^ . ' . * -
**) Keisersperg postil206: *der 'meerstern, oder der wagen, oder
die kmn mit den künlin, wie ir es.heifsen'. Grobianus 1572 bl. 93^^:
'wo der wagen steht und wo die ^luck 9i$i kflnhßln ^^^t\ . mehrere
schfiftateller erklaren dömke , , dümmg uiy^eparu durch siebengeeiirn.
auch wenn Tobler.370b sagt: 'drei sterne des Siebengestirns heifuen
die rosse, neben ihnen siehe ein kleine^ sternleio. daa sei d^r /mkr-
matm'f so scheint das Tielmehr auf di^ wagf^ndeicha^l lu b^fiebeo«
rOBSTIRNS
Uük ^JlQitüv , Tttig. dtiroh spiendor onsohrbben , Lutl^r
Orion; Amosi' 5, 8 kimeh und ksU, in den LXX i^mgangea^
in der Tulg. aroturus md Orion, bei Lnth. die glucke, und
Oiion.. Miphaetis steUte über die Uedenlimg dieesr aterne
seine 86 frage , und Ifiebnkr erhieii von araJMacben Judeil^
die Yerschiedeiiate aiiakunfl*): Boletat ergabt rieh als dai
wabrai^eiiilichatB: asch sei das arabische sternbüd om en
adsok, kimeh (ohima) das arab^ tüHje^ kstt* das amb. a&eif
(sihMI) und sie entsprechen dem wagen, den plejadeni
dem Sirius. Sieht nran auf den wdrtlichen sinn, so drtltkl
adssA> das einige Araber auch in * a$ok vertadeni , aus
fereimna, bahre**), ein mit wagen nah?erwandter begüf;
Kmeh^ ürMMB, seheint einen häufen Sterne sn beseiehneoi
was etwü äneii in jener l»endnnong «ieb liegt; krii ist
thörioht^ gottlos, ein frevelnder risse, folglich Orion.
Ihrem nrspvnng nach kann man fiberhaept zwei arten
▼on Sternbildern annehmen, die eine gebraucht' «leArere
iteme, mn sie in die gestalt eines dings, eines tbiers
sder BMB^chen einznschfefsen ; > die Sterne geben dann
gmnd, . gleichsam knoehen her, um welche die volle von
der einbildnngskraft erscbante figur gesogen wird» so bil«t
den drei nebeneinmider ei%cheinende sierne den Jacobs^
itib| einen rocken oder gttrlel; sieben sterne feigen siok
in den umrifs eines bflren, wieder andere in den eines
rissen Orion. Die sweite art ist, wie mich d€nkt, ein-*
faoher, ktthner und Alter: in eteseAiefi Sternen wird ein
ganser mensch ersehn, ohne rttcksicht auf eigonthindiche
gesidt, wefehe in der lerne ohnehin verschwindet; rückte
ans der Ueinn pnnot ntter^ so würde sie sich von selbst
entfalten, so sind die nemlichen drei steme drei mft«»
hende minner; iKe sieben sieme der [riejaden eine henne
mit iteen jungen; zwei Sterne, die in gleicher entiernung
ra beiden Seiten um einen mnttschimmemden Sternhaufen
Stefan, nach altgriech. vorstellnng, zwM esd an der krippe«
hierbei erscheint die phantasie viel freier und ungezwung-
ner, jene umrisse fordern schon mehr abstraction, doch
mofs auch fBr sie Buttmans treffende bemerkung ***] gel-
ten, dafs ipan nicht damit anhob/ die voltständige gestalt
am himmel zu. entwerfen ^ dafs es genügte ein ^iüd^ da-
» fc
*) h«8chr.. mi Arabien p. 114^' hier finiet msD pi 113 -^116
nodi andtore areh. f (ArBinmeo gesaipmelt. .
**) Bocharti hieroz. ed« Rosenmüller 2, 680. *: < . i '
***) eeUtehnog dar at^ri^l^ilder a^f der sriech. «fiffe (abh, der
berl academie. t826^19-^6aj,' .'^
iM RB6SNB0&BN
ton heraiuMladeo : das tWge blieb' «nbesüinlikf 4äei
worde später willkürlich ergftazi Auf diese weise ist
der bttr vielleicht zuerst an den * drei Sternen des schwan«»
ses gefunden werden , die vier anderti gabeii dann deil
leib her. ooser wagen gewftlurt die vereinigHng beider
arten t die deichsei entstand , gleich jenem schwans , durch
nmrifs, die vier räder waren eher- in einaelneii stemen
besümmt« Wichtig ist die einstinunnng, dafs die griecb.
gölter «Irischen in steme versetzen , wie es Tfaörr nad
Odinn thnn (s. 348. 686).
Die erscheinvng des regenboffmg am Ummel erzMgte
mdirfäche mythische vorsteUnngeji, den gewölbte» 'begen
AiKimt die edda für eine himndiscbe 6r0db, über weiche
die gMter > wandeln : ne heirst daher Asbiü^ (Swn. 44'),
gewöhnlieh Bifröst (das wflr.e ahd. piparasta), die bebende
sittM'nde strecke, dennröstj geth. ahd. raste drückt
eine bestimmte ferne aus, unser stände eder meile; sie
isl die beste aller brücken (Sirai. 46*), aus drei färben
stark gezimmert, aber doch wird sie -dereinsl behn walt»
aatergang, wenn Maspells söhne darüber fahren , zasmo-f
niedbrechen (Sn. 14. 72). der schweif dieser bl^acke*)
reicht an Himinbiörg, BeindaHs w^hnang (Sa. ^1) and
BeimdaUr ist zum wfiehter der brücke "gesetzt: er hütet
iie.*^) vor hrfmdnnrsen and bergriesen, dannt diese nicht
aber die brüche in den himmel dringen (Sn. 18. 3(^. l^
ganze ansieht stimmt zu den wagen, auf weichen die göt^
ter am himmel fahren und den strafsen, die sidi darch
ihn himtfiehen Tg:L oben s. 335. 336. Das^ christenthnm
Verbreitete die Vorstellung des A. T.^ zafeige w'cdcber der
himmlische bogen ein zeichen des bundes, ^^en gott mit
den menschen nach, dem regen der groben wasseiilul ge^'
achlossen hatte, war: ahd. regänpo^go^ ags. wMtoga
Cmdm. 93, 5. Indessen haften noch abergiftubische über-^
lirferungen. das valk wübnt, an der stelle,- wo • der re*
*) hrümrspardry. wie wir noch jetzt der brücke eineli köpf tUf
ichrciben (t^te de pont), gleich als hätte sich ein thier über den
flafs gelegt, köpf und schwänz auf beide ufer stützend, aber auch
der Dtme spordr (eigentl. canda piacis) ist nicht %u übersehn ,- wie
röst, rasta ein gewisses Stadium, so drückt das goth. spaürd»i ahd.
spurt den Zwischenraum aus, ganz im abstracten sinn unseres mal.
daher firaigra. Iheot 14, 19 dfenrira Ipuvtim (träms TieibniO was auch
rast6m heilsen dürfte. Meinen «die füner A -MUirtpotdi Sbm. 106*
den regenbogen ? ' . ' i < '
* **) oft werden sonst riesen zu brückenhfiteril bestallt (s. 522J
M6tfgutfr die Jungfrau hütet giallarbrA (Sn. 67). '
ein siriialc rethorgmi; ms dem regenbogeii feilen goM--
mdOEen oder pfeimiDge nieder, fefinidne goldbloche beifteti
refenbogensekunehit^, patellee Iridfie, die eenne rereettle
sie im regvnbegfeii. Id Baiem nennt man den regenbogen
himmeking, ^mmeming'y jene mttneen itomndHiipscMit-
seAi (Schm. 2, 196. 3, 109), vgl. oben s. 333. Die RO^
ner meinteB) der ' aufstehend^ bogen trinke Wasser aus
der erde: ^bibit a^cus, pinet hodie'. Plaut, curoul. 1/2;
'purpurens pluvias cur bibit arcus aquas?* Propert. III.
5, 32. muH. I. 4, 44. Virg. Georg. 1,380. Öv.met. 1,271.
Auf den regenbojg^en darf man lütoht mit fingern deu^
Im ^) , MO wenig al«, auf gestime. Kimmem oder baüien
auf dem regetibogen bezeiebnet eitle, vergängliche un«*
temehaften {anm; zu Preidank p. 319. 320), setzen auf
dett vegenbogen (Bit. 2016) einen grofser gefahr preisge«
bell? 'bebAseii unebene üf regenbogen' (Ti), Hahn 4061)
nngleiob sitzen f . soHten ihntiches nicht schon die Heiden
von der piparasta gesagt und geglaubt haben? sehr merk«^
wQrdig ist folgende ftbereinkunfl mit den Chinesen : 'tunc et
etiamnum viget superstito, qua iridem orieMalem digite
monsirare nefoi esse credunt; qm hanc monstfaterit, huic
subito Ulcus in manu futurum, iridem habebant Sinae pro
signo libidinSs efltrenatae quae regnat'*^). Die Slaven nen-
nem den regenbogen poln. serb. nuss. duga, nebeelga (higa,
bübm. duha^ • d. h. eigentlich däub^ (tabula, wie an fäs-^
Sern); in Serbien sagt man, alles mannliche, das unter
dem regenbogen durchgehje, wandle sich in weibliches,
und was von weiblichem geschlecht durchgehe wandle
sich in mftnnliches (Vuk s. v.) ***). Ein paa^ slovenische
benennungen liefert Murko; mdwa, mdvriuif was sonst
eine schwärzlich gestreifte kuh bedeutet, und boskji siO"
le%, das göttliche 'stühlchen, gerade wie der regenbogen
auch ^in eiukl der welschen göttin Ceridwen heifst (Da-
vies brit. myth. 204) vgl. oben s. 125 die Vorstellung von
dem stuhl go|tes. Lett. toarraiDihksne ^ dem sinn nach:
die mächtige buche? Litth. LaumSs josta, gürtel der
Lauma oder Laima (oben s. 387), aufserdem dangans jo9ta
(himmelsgürti^l) kilpinnis dangaus (himmelsbogen), öro-
rgkssie (wetterruthe) ; bedeutsamer ist die s. 545 angezogne
^^^^ m ■ ■
*) BrauDschweiger anzeigen 1754 p. 1063.
**) Chi*king ex lat P. Lacharme interpr. JnL Mohl, p. 242.
***] abergl. 167 derselbe umgekehrte einflufs der conttellation auf
beide geacuephter.
99«
tfßMumoßm
ß^^gfi, m$ ^em (MilMScheii litthaM«, «elcte den reg MbOg«ii
aU bot^Q nach der flut und als ratgeber eraeheuien läist.
Sna. takotmeaari (areua. coeißatia). In einigen- gegendea
]U^tbringena amrroie ,de S^Xi^nan^, .wwrawmede S. £«r«
nari. Nach eathn. abergLino. 65 iat der regenbogen des
dennergotta aichel^ eine. besMideira awrkwürdige veralal*
InngsarV
,.,« Pen (iirießhen. war die ?()iip» wie im A« T.y aeiohen der
gOtter (II. 11^ 27) ;, zugleich eine halbg^^ttin V^»c> die vom
hiipiiiel al$ botin enlaendet wird* Die fnder efkannlen d^a
farbigißa hegen des himmela ihrem, gotte bukrcm au« Auch
nfich unaerm volij^sglauhen- werden die raeel^n der gei^ecbtea
vo^ ihren aclmUengeln über den regenbogen in den binaiel
geführt (Ziska öatr. . volksm» 49. HO).
Aber jene eddiacke lehre » dafs eor dem welhmtetgßiig
Bifröat brecben werde, finde, ich noch in dem gkiubea iia^
sers mittelalters , eine reihe von fahren, ver ddm jüngstea
gericht werde der regenbogen nickt mehr eraoheinen;; euch
hdrt ich 'aagen, daz man stn (dea. reganpogen) nieht enselia
drtaiph jAr vor deme suontage'.. Dmi 3, 61. Hugo voa
Xrimberg nimmt 40 jfihre an :
s4 man den regenbogen aiht,. ...
> ad ansaget diu werlt niht
den darnllch über vieraec jftr. Renn. 19837. '
unter den zeiche, die clie kirche von dem nahen dea
jüngsten tages angibt , findet sich dieaea nickt.
• I
li )f ^ s
I >/
•»
. I
> I
TAG UND NACBT 803
<;4jp. xxra. tAG und nacht.
I^ebendigBr^ YorgteUungen des alterthvn« v«ii deai
ia; und der Mcht gt^en. in <tie von ckü gwtirnra y bilde
aM beilige, gflttliidie. Wesen, «den gOttem nah verwnndt. die
edda Ufsi den tag isrit ans der nacht erzeugt werden.
Nörfi «in ÜHona hatte eine loöfaler namens NdH
tidtviranB und dunkel, wie ihr geschlecht * (avi^rt oc dtek
geaihea Atli^ »tt til)*); niefarere mftnner wurden ihr x«
theii, Naglfavi, dann iLnar(Onar) **) ein aiirerg, mM dem sie
eiae fechW» lörd sengte, die hernach- Odhis gemahliil und
ThArsauijUer* wurden ihr letaler mann war asiacher lieh**
ter ablcunft und hiers Delllngr , dam sie einen sehn Dagr,
lidit nnd ec^ön wie sem viteiticbes gesohieoht, gebar.
Drnakm Allvater üetfaehi und ihren söhn Ste^y setsete
sie an de» luanmel, «nd gab jödem ein irea* und eitaen
wige», flsit. W^hem aio in gemesanai^ seil die erde am«*
Mven soHleii. die roaa» hiefiMO dap thaumfihnfge nd
ghnsmkknige (s. 621).
im ttamea Oeltngr^ assimilierl Ms DegMmgr, liegt
tash der des sohns Oßgr, und weil -Itng gerade alnlam«-
mung avsdrtiokt, mufs entweder schon ein früherer ahne
Da§r angesammen Werden, oder die reibefolge hat sich,
wie oft in alten genealogien, umgedreht.
Für das: wort dags', dagr, lac habe ich granm. 2, 44
eise wnrzd gesucht iiiid mnfo nodi immer die Tergle»*
ohnag des lat. dies abreisen, da lantVersohiebUng fahM.
dar ilentsobe ansdruck e :eBtwiohell tind sein a in o (od)
aUamtel. Dagogon tiefs sieh- an dem. lat dias, und allem
was ihm in andern apraohon gleicht,, das ineinandei^reifen
der begriffe tag,, himmel, gott nicht Tcrkelinen (s. 177).
Wie tag «nd Denar beid» von der Naoht obstammen, so
fallen Dies und Deus (Zeus) der neialichen wursel zu;
selbst Donar, ags. Tbunor wird man versucht, dem tusk.
Tina zu vOk*g(eichen^ da der begrV de^ t^s^ wie wir isehn
werden, den des schalls mH sich führt: dann brauchte
Tina nicht für Dina zu stehn, sondern würde zum lat.
*) dieee stelUi 19) s. 494. 495 nicht «rwpsan; dafii dia Nai^lit «oj
die JBa^a schwarz 8iii,d,.TerBl.eh| sich tpii selbst» und «s kaoa dasaoa
Docti keinscfalafsjur die i[ies«n überhaupt eeiogen werden.* (ut*
merkenswerth auch die yerbioduDg *99M ^f&k^^ ygL 419« 41 4^
offenliar spielen hier riesen u»d zVerggenealogfea in eiDander.akaif,.
*) Tgl. Baupta leitscbr. 3, 144.
;*r.ii ■:, ^ f' .1..
eeS TAG. NACBT :
tonus and tonitrus gehören. Dens ist unser Tiv^ Zta denn
die ejjqzßlnen . götter ^zjßh^n ,iYC(lwl8ei% ,gleii;he namen an
sich; 'auch dieses Ziu bestätigt, 'wie fern hier unser Tag
steht; selbst für coeluni besitzen wir nur abliegende Wör-
ter (s^ 661. 662). Die ind. Und lat. spräche hat aiis der
wa?ael dio manig&iche namen fttv gtttter, tag und hiDimel
gewonnen, die grieeh« für gMer and himmel, nicht iür lag,
die litth. für gott und tag, sieht binänei, die-dav. mir te
tag , weder für gott doch himmel , inidlich ufisere nur f&r
einen gott, weder für himmel noch tag^ auch hier v^ift
sich eine vorzügliche berührung des sanskril mit dem latein,
ia deren reiditbunfi sich die Übrigen sprachen auf ver-»
schiedne weise theilten. dae gr. r^^iug vxiä^fjpffu halte ich
für nahbeschlecbtöt dem deulslshen himina, ' himil,- ud anth
*HfiiQa ist eine tagesgöttin.
Ebenso einstimmend in den verglichnen spradiM zeigt
sich der name der nacht: goth. nakb^ ahd. nahi, agSw
nihiy altn. nAH (f. nfttt), lat. nox, «ocfia, fr. ««tii, Mwv^ri
litlli. ndküSy lett. nakUj allslav. noachti, poln. höhm. aoe
(s|Mr. notz) sloven. ao»A, serb* «off, sanakr. maUa^ beson-
ders in Zusammensetzungen , der gewMifliche auadraok ist
im\ oder fiiid ( beide weiUich). man ' hat' vteUaclie dymo-
logian vprgebracht, keine befriedigende*), da der tag der
leuchtende heifat, aellte in naaht der entgegengeaatzte biB*^
grif dea dunklen Kegoa? dock üchtios» ast aar die fOfli
mond unerhellte nacht unarer apracbo ist ein «raitea* aao»
aaalefi verbum nahaü eigaa , . aaa deaaaa prfit nabta **) das
sabat. nahti, wie aus raagaa mabia, ana lisim fista .(das
aobat. mahta und liaia bervorzugehn • scheint! goth. ginä-
han, ahd.'kinahan beieritet nun suficero, folglich würe
nahta die genftgeiide , friedliche ruhige zagMeH aber ver«
mögende und atwke,. dpstfa, was arir den fsiaa gaaz z«
trefifen sciMiat. es koamt dazu, dafs ^as^ kAd. dtaraAnoU
nicht attaia parnox, totam nocteiki duvana bedeatet, aon«'
.1 ■ . <
*) JPett I» IQO daute» nm'A medarlegan, Baofajr % d«a nakla
nichtvachen, «nderet k^t er 2» 57.
**) »1 d<$in gotb. gasah oDd biipiab ..«ntgeh«: ima die pluralfor^
men , ich hatte erat gani hum , binahum, dann aoer ganaünum auf-
gestellt, weil 1 Cor. 10, 23 bi^aüht Ißt «I^ot« lud,. yerschiedepllicb
gamtAna' mh\iqm^ yorköitoint das n j^and yor li 'aä) rerhSlt sieb wie
in tka! , sknlum , man , munnm » mid ' ahd. mae , magum , obichon
ihd. mäht (ria) statt Ündet das götb, mag, magnm bestttigt aber
den fotranf des a und sö irird auch nahts (nox) ein llteres nah,
aahnm, nabfa,' fordet», wenn glei^fi \ schon Ulfilas nah, naübuni,
naühU gesagt bitte. .r . o .; ,.. . .
TAG. NACnr M9
dem gewMinlioh perfeetw, o^nramnnrtuff^ vollkrMligi mkil.
durnehte, durnehtec, wobei man far nicht mehr an naekl
dachte, woher weifs Süeier 1322 sdn ^dutchmoclit noz
illiinis'? jenes nid (a. 673), der nacht gipfei.
Beide, tag und nacht, sind hehre wesen. der tag
hoifcl des hrilige, wid den flrieahen Uqov "^/«a^. ^sam
mir der. M<M^ loef Ls. 2, 311 wie "A mir doz *si%e
üMir Roth. lli». 'die Ueben tag^ lis. 1; 165«. 'der Ut*^
tmff. Smplic. 1, 5« Beide werden danm grflfiiehd an-
geredet: 'heill Bogt, heiKr Ikigt tyrnts heil N&U ok
nipt I dreidom augom Ittit ockr finnig ok gefit sitjofidom
sigort', rie sollen mit gnfidigen äugen auf die menschen
niedersckaun "und sieg Yorteiben. Stm. 194^. Auch Mar-
tHM von Amberg beiditspiegel erwdmt no^h das iinbeten
des tags, 'diu eMe naht Ms. 2, 19e^\ diu hMge naht
Gerfa. 3641; fitau Nebt. MsH. 8, 423«.
Nach jener nord. Vorstellung fahren Nacht und Tag,
gleich andern göticrn in wagen, aber auch die sonne hat
ihren wagen , dem nuNid wird , meines Wissens, keiner zu««
geschrieben. Nacht und Tag spannen jeder nur ein pfn'd
vor, die Sonne hat zwei yforde. man dachte sieh fe^lcb
den tag als« etwas von der sonne unabhängiges, so wie der
mond gerade die dunkle naebt erleuchtet, wahrscheinlich
liefs man den wagen des Tags dem der Senne voransge-
hen*), hinter der NasM den Mond folgen. Nicht be«
dentongsles mag der Wechsel des geschl^ts sein, dem
mfinUlichen Tag' zur seile steht die weiblicbe Sonne, der
weiblichen Naeht der mlnnliche Mond. Der griech> my«^
thus verleiht dem Helios und der Selene wagen, keine
den gottheiten des tags und der nacht; doch gebraucht
Äschylus in den Perseni 386 vom tag Tievnon^koff t^/tiiga
er läfet ihn mit weiften rotsefi reiten. «'Dlis räthsel bei
Reinmar von Zweier Ms. 2, 136 lüfst den wagen des jahrs
von sieben weifsen und sieben schwkirsen rossen gezogen
werden (den tagen und nickten der woche).- auch hier
bricht die vorstelluiig lehrender und reitender gottheiten
des heidenthums durch, noch ein in Mones anz. 6, 4&9
beigebraditer sogen beginnt: 'grüefs dich gell du heiliger
sarnUag, ich' sidi dich dort herkommen reitent das ist
allerdings der heidnische gott Tag^ wie er auf Scmfäkeo
(alHi. Skinfaxi Sn. 11) mit der leuchtenden mfihne einher
*) d. h* t^ff oder morg^a bIM d« vor der ttnme, die sonne oo-
tentätct fie gTeichiäm ; uns 'daie dhi niatie fr lieblez nehtn^n hdi
dem morgen üb^ bhfe. Nib. 1M4, 2;
700 SemiBKAUFOAINS
«
reitet; wer aber m den Kehlea gott PaUar (s« 202) auf
«eiaein fohlen dieliley urttrde tneh nieht gerade fekbdria-*
gen. von der personificetion des- tags soll gleich hernach
noch weiteres Torfcomii^en; jene formel verdieRt alle auf««
merksankeii
. Gleiehwoi wird von nntfem dichtem tagesanbmeh dtrch
a«f|g[ang der sonne, vorziiglich gern naehtsanbrnch durch
ihren nntergnng ausgedrAckt; nicht beginn und ende der
nacht durch de» mond, des^ein auf und niedergang Mf
gelten damit zusammentrifti Die filtesleii formein triü ich
hier nuttfaieiilen.
Die sonne geht auf^ steigt: foth. mmma urrmn^
Marc. 4, 6. .16, 2. ahd. arrnmit; daranAh imm diu
aunna N. ps. 103, 82; mbd. si was Af erruhnem. Mar.
180. aitn. fiA rann dagr upp. ^. belg. cap. 220. rni-
nan bedeutet eigentlich laufen und flicffen, hier zeigt sich
entschiedne analofie des altrdm. Sprachgebrauchs, der
ebenso n^mare von der aufsteigenden sonne verwendet:
diei principinm eisme, ^od tin mmmt dies ab ensn^
Varro 6, 4 (0. Malier p. 74). mamare solem antiqni di-
eebanl, etim solis orientis radü s^ndirem jacere coe«
pissent. (Festus s. v.) urreisan (eiigere) sagt Ulilas nicht
von der sonne, ßpanisoti wird der aufgdienden sonne ein
stechen (apunlai^ beigelegt: yxje el sol» dios^ > que- fermoso
apuntaba. Cid. 461; quando viniere Ja manana, <pi6
apuntare e( sei. Cid. 2100. Mch dem anfgang ist die
sonne 0ru>acki und 'mit wtKilmmidtr sonnen^ (weisth. 2,
160; 173. 183) taeifst so viel ab bei hellem tag, 'wenn der
sonnensohein anf i$< (weisth. 2, 2S0). agi. 4iMer heo-
fonleoma com bKcwKf Andr. 836«
Die sonne sinkt, HilU: goth. gfuugq sduil Marc. 1, 33.
9agq sunnd Luc. 4, 40. dimgqäi (oecidnt) Bph. 4, 26;
ahd. sunnA p^eal (ruit) phluab (oceldit) gl. Ker. 254. Diol
1, 274«*)l( mhd. Mgei, diu sunne sUgel hin Triste 2402. div
aunne was ze feal fesigen Wh. 447, 8. nu hegund <diurstiiine
sIgM Aw. l, 41; tl\n.s6latfaUfS6ls€kr; engi smlMeL der
letzte ausdruck sagt, dafii sie sieh niedersetzt, es wird ihr
deher Mit» oder sM beigelegt, in wetehen sie sieh nach
beendigter fahrt begibi ihr «niergang heifst ahd. $edal^
hatte hymn. 18 ^ 1. ags. seMgong^^ ieüräd Csddm. 184,
10; ^oddftl s«nne geedt a sete gMari Andr.- 1306; 'oddftt
*) nhd. Diederschlageo, in boden schlageo (Intrans.). .
**) die ahn. und ag». ifucadie lutenGheidat «wiachen ;|wei abeod'
weiten einer froheren (apUn^ ^fea) oQd ap&teren (ofreld, cvild)» j^a«
ist Tcapera , dieae €onbciDiuni.^,)«t( qir^i l$f^{ ^* -73^), Miü^^ ^
MmmmfBMAM m
«
Ueorkt ^aUtt sttne •TtgMiorhl A 9kie gMmii knüt. Ym\
9eäal im kit (ocotnni laHin gntditvr) hymn. 14/ 2. Mu.
9ig svnne 16^ Midie Hei. 86, 12. Mnoe wird an f^tU« fleL
m^ K>. geng thv ibamt luo, mm» li «tfrifo Hei. lOS, «.
sor^ ip«tfaf dag, sumiele «MÜrHel. 137,20. nt thuo gMgid
wiBlIi 9edle toAbov hddra ranaa mid keiiantMfgkni. HeL
170, 1| din. fot etstm gfaator apien tu $äde. Br. 1, 00;
IFeaiflfi ' (oocasds) atdrt denn Osim (oriena) gegmObar, und
da ^ daa akd. KU/ den pol , Nordklbel^ SuiitUM den Nord^
pol, SüdiMil b»zeidNien (N. Btb. 208), so bat eine fai (km
weiitfL ttberiieferte termol aof liobes aker anapracb: 'bii
die aonne miir deu WeMkrfiM geht' (1, 836]^ 'bis die
smnie am den WektergUtel a^bint? (2, 109); <so lange
dat die sonne in den We$i9rge9el sebiat (2) 150); ili der
ernten dieser drei steilen wird ^ie seltsaase arkiftrang bei«
gefiOgt: ^bis wn 12 «hr'*). 0?ids «es unh hetperiö (met.
4^ 214) gibt AKnreaht: in den liehMi losa^snMi^eii. be«
denteitd sobeint mv.die tberainiDunfl dar altn. Grägis 1, 28:
far» til lögberga, at a61 ai ä giäkmiti etatm fomtta (giA^
haniaiT ist chasmatis mipes oeeideiiiaHi), ieb #eilde bietu
Yon bei anderem . bnlaft' weiter au kondehi beben, mmhi
▼gL nesh in LaadninM. ,b6k 216 dio äusdrtteba: aöl 1 ouMnl
ob ^e^. nihd* di» sunne gie ae sedM»i Mit. 3, S7, »als
cKo jmne in ir ge$9del tolde gAm UoHeofi 3ßß, was ist das
abte* Cir ein orl, dar in demselben gediobt 14^ fainsug«^
naniit wird; ae Osatdfy d* ^ aonnö ir gee^del bit^
die braptatadt ve« Mien? .^maa sebe a. 705 die anm.)
GMckriel mit aedal wfire ^kadamy mhd* gaden {cMcnk-^
kam) Mor. 15«, wen» nicfait ze f nftden . geieaen werUair
nab. Die aemnewarwegemtld^ begierig nsGob reh*: d^
bete ditt mtfsdtamaie ibr lidbten. Mio hinfe ir gelsaen; Parz.-
32, 24, aiti geht ia 4br bett undaeMa^geäseoh. din« sotew
-..,..-. fc. •....< ... .— ' ' ' • * j
▼olleii abeüfl« wo sdioa baobt angebMeheo. niohdiebe- Itflle eMge^
treten ist ich leite emid, gvM Ton CTelUul« iiaalja (iiaoire«eeelieM)>
vmd e« bedeutet' apnat toteritiia,, o^eiV^^» nex, iM* mee ai<s 4f ^ uo-
tei^g^ng 4e8 tagea (wie oadere mit caed^ere yerwandt ist)^ aotfh hesr
ter aus der todesslille der nacbt deuteir kann. Tgl. das engl, the dead
of night, deadihne of night, die stodcstille, todstille, itfcliwei(fepde*
Mehl, des centiebiiam , ege. ivildlid. WennehbiltfWerchi'aeSnM*iirk;
Ton 817m arbeit des »pAlen ebeid« bedeutet, die. den migden.nicbti
aufgelegt werden sei), so eotMMra^h ppoh eie al|d, fhuilt 4^#.#gi«.
CTild, altn. qreld und qyöld. Casdm. 188, II schlafe iöh lu leaeo
Tor; ^Tildr^u eodon en U4ra Mal, (biellu^e) reapffifi^ ftfpo^ee ibant
i« .Tfatwia .meloroio. • :, « • ■ ' <h. .1 : •. :. i
*>. I^i, grenab^timpiungen i|t }^€$itr^iUl auch, i^rdi^ . iVF^fld^f.
1, 464. 465.. 481 49a 550. 55tfj^ ' . i
I . I
KU MoaiafffintiMxm
gftOf^r ttt Mijjw. Dv. 1, 107. .wleD/fik. til &tfilk Dr. 1,
170; mbd. diu mm» gerte lk»n fich'zao reste. Brait
1321»,. diu fiann« d6..M resiß gie. Ecke (Mag.) 110, ah
wolie diu junne ze rMfo u« oucb ce gemache nider gftn.
Dietr. 14<i; Opitz 2, 286: ^mufs doch eu rO«/^ gehes, so
oft es «bmd wird, der «oUna himnuilsiehild.* aUeogl
putil the sun wm gou lo r^t Iwaa 3612. Ikmer heutiges
lotet, gfukk, mhd. genftde, ahd. JünAd« bedavtet eigeMlich
oeigiuigi seDkung, herablasguiig, tehe (s. 672), darast er«
IfiUürt aicb die redensart : diu gönne f^ene se gmädei^ (dal
pK) Her. 37«. Wolfdietr. 1402; achott Agricola verstand ei
(spriahw. 737) nicht voUkoiraien, wens er sagl: 'es w<erete
bUs ^ie sonne wolt m gnade» gen , d. i. undergehn onil
4er weit ire gnade u, schiDia veraagen (1) und aii ruhe ge^
hea'. Avenliu (ed. 1580 p. lO'') macht davan eine an-
Wendung sogar auf unser frühstes beidenUMiin, die. sonne
sei als königin des hkimels verehrt werde«: 'dorft keiner
sagen aie gienge unter , mast spreoben^ sie gieng zu rM
u* gnaden, wie dann Boch etwaa das nftrriaeh gemein volk
meint', blob die lelzieu werte sind zu beachten ; der
aberglaube kaon weit ;binaiifrekhen , < dafs ' ea fr^maisr sei,
hier wie in andern fftUen den germiaä aaadrwk im vm^
den und . eiuen alten, halbverständKclMi eu|(hemistiseh sa
braueben« Aueh Yuk. 775 hat darüber .merkanawertiief:
man aoUe sagen emrito ee sublae (tUa sänne, ist ve reb^
eonquievit), nicht aber %a4ie (sl^ ist iünglügaugei^ oder ipa^
'(sie sitzt); denn sagt man .zadj», e». spricht aie 'za^cbao
pa. na izischao* (hingegangen^ nicht ansg^angen) ; isagiman
^edoi' so apriebt rie ^sjeo pa na nata^ (gesessen niehl
anfgestalMlen)^ . sagt nsMa smfarise, ao spricht sie 'snirjoae i
tP (zur ruhe auch dir oder du?)*) HiaamH wrtinde ich
noeb den eddiaehen sptuch.Yen basondTdr heillgkeit' der
untergehenden sonne: ^engi skal gumna t g<)gn vega si4-
tktnmdi systor IdAna' S«m* 1841», keinar ktapfi»/ w^Q»
die genne niedeüscbein*; . > .. -
Lye bringt etn ags. redensart bei: er sun go \^
glade, und fibersetzt: priu^quam sei Vernt ad occasum.
lapsum. dann wftre zu.s.Qbreiben glftd, und wirklich wird
gltdan (labi) von der wandebiden senne. gesagt: beofones
gim gläd ofer grubdas. Beev. 4140. allein gongan td gläde
befremdet; vielleicbt tlaif man «n ags. snbst. giflde an-
*) diB taeogrisehfiBGheii lieder Mgea: u ^JU»«* ißkailivt, ^ßi^oi^/fl^
(Faariel 1» 56. 2, 300. 432) d. h. ue hat geheriTdit; h«rt«M aie»
nai«hr am himiitel, ist anlergegangen; ebenso heilst esTöm anter-
geheodeo raond (2, 176)»
lflll>M0>1li(MU]NI MS
ufteMi f-aiH' imt id^§if^iten iiedtaüMg .s^eadtar jMd f[Ml-
diiifli» nifiht juir^ibis ;«Hnj giadr, a1»pll^dtiBl. aM^ klat dtiaM
aoi» jMfuiMil .apleMdidna, danii hilarifi ^wie diea* bägnffe nl
eioaiidar (ibergelM»*%> Uai'gih von alernaA, augeti, stmii««
loa i6raff 4, 9ä0.) Q. IL 1, 13 6r vi^firti aumia so ftel
(eb aie #o le«oliteiid wäide). eifi mhdi dichter äugt (war-
niu«.20ä7):
a4 ir die aanndo orA ieheti
schoBoea ta^ea ir ir jallti < \ ' <
deai'daadU ir ir^ kad goio biM«
ia dBT S^hwaia fiäds ich dea merftwüKdigwi eigeniniiiM
Sm^rak {AmMm 3, 80. m). Bim reiohm ahm»
au<^ dto vorsIdhMKgfltt fraudei woanOi imhn, felnaeii aa^
eiDander^ Tolglieh glMa, waone. die wilargeiMnde aoima
gtrahlt in ort^htann flans, sie g^ht z« ihrer wonhb ein,
das kOnnle. gongail t6 gläde aams wollen, altn. hahe ich
niur ein ^aaigaanial gäesen 9okwglaA (oe^asoa) fiarnald;
^ If Sia Ihres dialeeÜML p. 57« 165^ lehrt, dafs in
Vestgöttand. gtedas rom nnteffebea'der anone ^: /solen
gkuk», ^fiaw (sbI eccidiC) iokgkmdmg, MalgläSjfm {oooa«
aus), das kaM bedeutent die uMe^gdMidia. aeane frept sieh
aäar .gillma. fi^rüacji kfei ich attiv w» Staid: 1, 468. 2, 630
aaftihrt: die sonne geht i>ergolit6t^ für geht intttov d. 1. giinnl
vor fteode« . ^annne »goU pakgtü Km. n^ i06. auch in eneffli
Uede (Eaebenbnrgs denk». 240) beißt es: 'de simnis ging to
goUß', und Mer in deniifreiithttmern«:. 'ao die sun^^ goU
al' (1,197)$ 'ah die soHbe.an yoftgel'rfl, SOI).! Weil äben
mtfg€h0»de^4i$n gleichen ackein d)ea< liebte' darbietet, s#
lAbt sieb Auafliebr dnnteli, #arum'dieaer <dad velb anfeieri»«*
oben laigeii frmkknqKrütuge und taw beilegt (s. 266)^ diel
sane bcäCrtufd^ pasehen apielmann' .(libuptaMilsehr;ljS47.).
ja auch dabei machte ich noofa- niabt.. stehe« bleiben, soi^
dem M«.. einen tiefen sniaBinienfaiEing'der begnfe. des
liabta und: aabatta , ^ 4er fiirbe nndtdes tone (granraat: Z^Wj
87) jenes fieräiuck, jenen Atei^ i^eraCehen, laelöben «raan
dar auf und ^miergehe$ulM\9lmät luschvieb (si 684); Qe^
naner bnsdhrbibt m eine atrophe in Allirecbts Titni^eU ' ' •
detanlrii iklind .sich diu: sunne . ^ . • 1 .
wol an jr zirkel rtden (drehen) :
der stteie eintüberwoline,
ich wflBn die stteze niemail mOht erltded
mit dtfne dö diu sunn ir zfrkel ruorte;
seilehklanc und yogelsanc
. ist alaaiB glich: der« goit gta k^^fiar fnor^e.
*) TgL I. b. aoser ht^Ur^ (serenus and hilarii).
die
M
'I • . I* . •(. • «1
TOf MMMIGIUnmMXAini
die nUSmn Mm dar mtf^llien wmtk9ilimirfttmi ^9tltlm^
Ub^ und vogfelfMaag wie gnrfd dcd Mipfldii. Wer dankt
hier iiicht' a« die uralte Hberllaferuiif ' revi *ter JffMKkMM'-
Mtfle , . dia bei« aiilfgang' der mmne elneii ' laut ertOneii
lieb , gleieh als springe dae saito , mch einigen ^im aaf^
gang einen fröliBchen , JMiro • Untergang der sonne einen
traurigen *). . Wir werden hernach noch andere vorüel-^
lungen des ' anbrechenden lagSi der einbreohenden nacht
auf licht und ton zurückfahren können.
Wohin aber wendet sich die abendtonne zur ruhe,
wo ist ihr gemach gelegen? nach dem älteeien aiAdraA
tauoht sie insmeer, in denttthlen wogen Ihre glut zu loaebea»
Im 9gtk Wk. (Rawl 198*) ^and ^th'wMnum f^^cd, tbit
hio on mere gangw, • under .mp svife, ^Onne bio^ on seil
gUded*. So sagten auch die alten vOn der sonne und des
gestiraett (fürai und meri^ere, Boeth. 4 metr. 5 von Boe«
tea: cur merffmi seraa aieqmre flsmmas und metr. 6: nao
cetera cernena sidera mergi enpit o&Mim ilngere flammof,
was N. .223 terdeotscbl: aUiu seiobeil Mbeade in sadel
gAtt niooMT sih ne geröt foftodtf» in äemo mereuMnete,
^ol> putife ocemmf Rvdiieb 4y 9. Der atosdrnek liegt aber
allen bewohnern der «eehttste zu^naba^ nla dafs er eotlahnt
zu sein brauchte, attn. hiefa ea: sM gengr i iBgi^ s< b.
feraai. sog. 2, 302. mhd der j^, dft diu mmne tf gCt ss
vesH. MS. 2, 66i'. : Und wie andere^ gCmimasn iiMh ibMo
Mg durch das bml imisee gebadet :iwerden (Nerthus si MO^
Holda a. 246)) bezeugt das eben die gOttliohkeil derdonae,
dnfs isie tmi h04e gSki, eine auch bei lien Slaven.aNg»*
inein verbreitete Toralellung: nl»ends «inkl die «o«ne ins
bad, sioh jbu reimgien, »ergena entateigl sie. retai In Msdier
pracht dem bsde. das meer galt fttr der aoAne muHar,
der sie nachts in die atme. sinke *^4
Bitwiriitietfn das lAnermi tands aäninteieia. wähl den ho*^
rbonl^ dav/on blefii. ds? a6t giangr Ut eidbr (ffiftf» s, Tv fidi^
acrian .fir tmder^ eMa > (HiraMg. vi)*^*). <dedr ^e aga, re*
dediart: ^iftdor aägt . voMaetariit ge^ mufd^mi^A^ scfi^
dan* Abda. 14&ä. sduintsetwaa andens^ das hhd. weidi.(«giv
anm. s. 116). Wir sagen: die- sonne gabt hintev die berge;
*) Pausaa 1, 42. Philostr. Til4 iq>eü 6i4.i.hsr6iBs iL Biih. 36, tl.
Tac. ano. 2, 6|« Jareaal. t»r^
**) HaDusch^. slaV. roytli. a. 201,,. der damit da« wassarbegiefteo
beim Kupalofest yerbindet, and diesen nameo Von kupel, kapiel her-
leifot ' , . , '
*'*) ehtto. pOMr katouh matlü Mtra; 4U iö^n« '^hl 'aai wipfel
dea waldea.
»i .11
wxemkmmoL m
däsv sMbmt^ w«l . daü ags. ^nne g«^ mukr nißM nAt '
(mib tMtae or«pidinein) Andr. 1306 (vgl. El. 831 vnder
neolum nSMe); efai dttn. tolbilied : B^km gik Itf iorile Dr.
1, 170, nieder £iir erde; Beke (Hagen) 129: diu imme 4n
dmnhimel gie. aaoii: die aenne ist kbmUer, mhd. der
sänne (liier mftnnlicli) kmder gegäi. MS. t. lOSi»*).
Nun wollen wir andere formelii betfacaleny weleke den
anbraeb des tags oder der nacht ebne besiehnng a«f die
sonne anadrOeken.
Vor allem merkwürdig ist, dafs man aicb den tag in
fftterf gewidU daehte . das gegen den morgen an dem hkn^
mel vonHekt. Weifram hebt ein achdnes wichterited mit
den Worten an : 'sine iUttmefi dmrek die woUum 9km
geslagen^ er stiget üf mit gr6zer kraft, ieh aib in griwen
dea tao*; nnd im dritten tbeil von Wb. (caaa. 317«) heifst
es: 'daz Ma wölken wteen grä und der tac sine cid heie
geriagen dmrch die naht* ^. Ist ein rogel gemeint oder
ein vierfllftiges thier? denn beiden gibt unsere spräche
kisuen« ifgs. indel sich der eigennamen Mghrefn (Beov.
4M8) was abd; Takahraban wftre, und Beov. 3599 wfrd
der tagesänbruch durch die worte geschildert: hräfn blAea
heefonea vynne bitdheort bodode (niger corvus codi gau-*
drom laeta corde nuntiavit] ***). jene atnrmregettde klauen«*
Senkung (8« 600) lieTse einen acU^, die Überraadiende gleieh-
heit eines morgwriindischen bflda aber den könig der
thiere, bei uns den kären vermuten^**). AH Dsehelebf
schildert in seinem humajunnameb (Diez p. 153) dM be^
ginn« des tags mit folgenden sohwülatigeo, aber ohne twai-
fel aberii^aferte Vorstellungen wiedergebenden werten: 'als
der fclke des nestes des irmamenta die nacMvOgel der
flatternden ateme von der wiese dea himmele aeratrettt
hatte I und vor dem anblickder Uemm des Urnen des tags
das reh der biaamduftenden nachl vom falde dea ' daseins
hl die wflate des nichtseins entloben war', die nacht^ eiil
eohüchternes reh^ 'entweicht vor dem starken ^ 'miefaftigen
iUere liea tags; gewis ein schönes, lebendiges MM. 'Auch
in einem andern liede lafst Wolfram den tag »H^ lAvwider^
stehlicher gewalt vordringen. ^
*) Gttdr. 1164, 2: 'der sunoe sohtn gelse yerborgen hinder den
Wolken ze GuHrAu Terre* venfehe ich so wenig als QdUi^ (s.'tOl),
d«eh beide aebeioee dstseibe.
**) such ein weia4hum.(3,90) hat: *dct sunne.appa dam hsjgasien
fewest dmwtndieh',
***) TjsL volucris die$. Hör. ui. od. 28, 6. ly. od, 13,' 16. '
^**) die Araber nenoeo den ersten morgenschimmer tchweir de»
«m9^. BuckerU Hariri I, 215.
Crimumt my<A«l. $. musgmht, v5
90r,tag. wM «fter auoh mensebiliob gfMdejt» ja g^atait
mnw leMoen lüaglinga^ <)er gleiob WiuHana rfJ^en als
i#fe ,4911 ¥g verloiadet: 'dAg byd 4jryh(MS somiP hoUist ««
IUI jriin^iiiiad. hierbei ist daon die biUking d«r namen
B^ldäg^ Syij^da^ imd Hhnlipher für göUier und beraen zu
erwägen., dieser gOUerbote stelU sich am gij^f^i des .b«r*
g^ nß^suf.4ie «ei^y wie dfia tbier auf dieklan^, um
«obncÄI ina )ßtiA.m acbiMieq: 'jocwid day sUmdg^ ^^rtea oi
the misty mountain tops', Romeo 3, 5, gewia ein veifca*
mfifaiges bild , das auch flebql von d^r «iHiokiCafrlriie ge-
bcaticht: 'und li$li uf de skeoke ,gohi und heiler uf d^
bßvgß stobt de sunntig'.. er steigt wd dringt alenda^ un*
«Hifbaltoain vvor: 'der ,ta« siigmde wert^, Trj^t. 8042; 'der
tSiß b^und her4ringen\ WoUd. 124. ags. f»A vfis morfen
leobl scQfen jsnd scynded (praecipitatQs et featieatng, ge-
schoben und gesotandet) Beov^ lti28, daruaa heifst er
«fisern diphtern der riete (gewaltige), wie golt selbsl (s* 18) •
rtche ai86 4er tap MS. 1, 163> rlcAe mmt^s alstin d^ la«
Wigal. 5t22Z der tac wil getrfchen (siegen, weiten; hervoben)
US. Ij 2t^ 2, 23^, er ist niebt suirüdunbalten .und vertreibt
die nacht: der tac wil nifu erwnden MS. 1, 147S morga
fruoy als. der tap erstarket Eracl. 587 , dd die. naht der
iap i^erireip. Freuend. 47. 58. Er starat sie vom thron
ued nimmt iba SAlb$t. ein : 'e^ ti^et, diy naht inuos flb ir
tr4ne^ den sie zt J(riecb0n hielt mit gmser vrAne , der \%t
fM ff» ke$ifiien'. MS. l^ Z^; Yf^ iene^ ßm^iXui^sty von
der sewe.
/ . jßinigemal sehejnt e^, als a^i der t4g) (denke man ihn
in gestatt ein#9 m^esebee oder tbif^rs, ßngpbntHl^ und
^ anbrepb^n gehindert: Jitgafßy fiunß Jigßta diee (jReinh.
f.xiv)y er kann nur langsam iMhen, lypil ihn die be^de bew-*
n^- gebftr^ hierher ^wi^ Fergat 1^3^: 'qiiam die dach
gffeßirict in die s^le'.? . in einem u^w^iacfcftn miyrehen {Itai«
(atb 1| 137) werde«! ;mitternepht niid mprgendlmineftuqg
tmgfifmifnf daGs sie .nißbi W/oi^er k^MM^en und nwi b0i dea
lauten ni^ enlangepiK oi9)> inbd. gedieht stellt de« tag all
/ei/ und hüiußick dar. (jff 1* d..«i 1» ^7), ine ein knecht,
den das seil fesselt?
Die romanischen sprachen . (nicht unsere) pflegen . den
än^uch d«s tagip diirph ei;a wort zm bezeicboeo« das ste-
chen bedeutet , franz. paindre , speo. jNNitar , oygNiiMr
(weMies auch von der sonne gilt, verhin s. 700), ital.
spuntare. ä la /? om/^ du jour^ mit tagesanbmch. '- daf
Ififst sjch freilich von dem ersten vordringen, gleichsam
spitze darbieten verstehen,, vielleicht aber auch .^pf d^n
teUmMk tag, der seia pfeM* spomi-^ bezi^iMiij oder auf
ein . tbMii8c|»Df remmi uard traben, peindve. Reinh*. s. ximi
ifoch 'iedeatsanier nvd eiagreifeiider siml aber die» re*
deesarlen, wekhe «iit> tagefenbraoh, roür morgearOth» nie^
denum die idee einer erseiteMsnM^,. eines gerAu^hßg ver»
binden y daa den sebwingen ,dee nnhesden tafbolen beigem
messen werden darf, aber uns sogar eu dem biMwISB fotl
IMvl, dessen walten die.luft erschOMerl. Wuotai «te
Waomo, Vtma gedacht ist ein-sohauem der natur {«. Ii31.
13S), wie es sich auoh beim anbruofa- des tags erceigt, wo
fnsebes wehen dwch die wölken dringt beziehu*gS!rel
siml die ags« ausdrioke dägt&ma CMbi. 189, 36. eod,
esam. 175, 4 4AgrSdMma> Andr. 135, 6 cod. exom 179,
24 morgemtvSg Beov. 257, dyi^ on dftgrM C»dm, 289,
37. BT dagrdde j^ät se d^e beeon Ce^dwL 894, 4 ; vgi.
einit a. Andr. and Bi. zzz. xxii., auch an Donar wurde vorhin
(s. 697) gemahnt Hieraus nehme ich nun 'jenen. Uang, den
das h'dit* der auf und niedergehenden sonne won sich gibt,
diesen sinn wage leb einer altfrana. formel,>die- biofs in
kerlingiscben diehtunpen y^rrkonnnt, unlerxidegen: Cksrard
de Viaae 1241 ^lou matin par Man Faube esciarcte'; cod.
reg. 7183, 3* ^un matin par son futifte, quant el fa «pa«»
nie-; 4aa« 5>* ^un* matin par $am t<mb9y quaqt li jor ee#
eianiB^; das. ISU^^au^ matin par »an faubef si oon cbanle
ii gana' (gnHus); «od. 75%, 69e <a matin par sam FatA^f
folgende 'Beispiele sind aus Cbarlemagne (heranag. von
Kchei) 339 'al mattn sun ia (?) fafte'; 346. 468w 737 'ai
amiin |Kir mmküb^'; «34 He matin par mn lalM. Uefa
das ursprUiiiitoh. nicht jEwraoMMi (^oiiitiim)'tilba»P. freflieh
spftter sefaeim man es anders an neinnen, s<mi»<aumroMS,
srnnasüas, frans, sonmet, Mfohel im gloas. autfibarlent 183
bringt «toe steile bei, wo geaaiuiebeii steht ^r wm bmbe',
und anderwfirta heifst ea: per son leve (e4»en «af dem. was»*
ser), en sun ce) pin (eben auf dieser tanne) Chafleniw 594.
760, en son (oben auf) Renart 0617; und im^provenz. Fe^
rabriia 3484} lo mtin^ ans lalba, im itaL Boovo (p. m. 84.
99. 155): nna maHin» sv- l'alba, d. i. sur Panbe, was dooh
einen gezwungnen sine gibt; man müste es fassen: mor-
gens, als die alba auf dem gipfel desberges stand?
Bio Engländer . verwenden ein verbvm peep^ weleheis
sonst gucken, benFOrsehauen bedeutet, fdr den anbrueh
des Ugs, ihe peep of day; Hhe sun began to peep' heifst
es in' ^nem schott. lied (minstrelsy 2, 430); auf gleiche
weise die Pünen pipe fremi 'bist piper aolen frem» giv '
gud en lyksom dagr sagt Thom. Kingo, «in dichter, des
45*
17 jb. (Nyerii^ dtnsbe digtekwstt nUMelaldtf 1 , SSS.)
Imde sprachea aotcrBcheiden davon leBgl. pipe, dan. pibo
= pfeifeii. Wie aber in jenen 'par tan' der seball an ei-
«anr hi^vorlreien warde, aebeial gerade aneb die alte be^
deutoag des pfeifena spaterbin Terwiacht au werden , and
ein unteracbied awiacben peep und plpe, dfia« pipa und
pibe SU entslebn , der anfangs nicht vorbanden war. un«-
ser firyphiüs (p« m. 740) sagt daher richtig: 'der nond
pfeift sein lieht auf. es ist das bei der naturerscbeinuiig
aasammenbrechende rauschen und leachtan. Nicht un-
ihnlieh ist ^skreik of day'. Hualars Hallamahire g^hissary
p. 81, was doch dem engl« shriek^ schrei gleicbkonunt, mid
das nnl. kriek, kriehen van den dag, plattd. de krtk vam
dage, die.morgendämnierung, gleichkam das schrille des tags,
wie das zirpende, schrillenide thiercben kriek, krikel krekel
(cicada) heibt. Das überraschende eintreffen beider bedeu«»
tnngeii bietet aber das goth. lei^fo (avloe) ahd. miikate
(fistuia) neben dem ags. noügel (lax, aether) alts. $uigli (lux).
Selbst unser anbrechen verkttndigt getise and er-*
schtttterung. mhd. sä d6. der ander tac üf btad^^ Fft*aaend.
53. 100*); engl, the breiJt of day, wie sonst the rnsA (<ta
raifschen), \\ke blueh (das blinken) of day^ Span, el alva
reatpe. altspan.^ 'apriessa cantan los gallos e quieren ^^ae-*
brar albores'. Cid 235; 'ya yiiMnii» los albores, e vinie
la manana'. Cid 460; troeida es ia noche, ya ^fmebnm
log albores'.. Cid 3558; altfrana. 'raube etiete' Ben. 1186.
*ja estoit Taube crevee' Ren. 1175; ^tantoiit con Taube ae
eret>a^ Ren.. 16057; prov. 'can lalba fa ereoada^ Ferabr.
8077. Dieses romper, quebite, crevar (tat. ctepare) ist d«s
dam sonnenaitfgang vorausgeheade zittern, and erschattem
der laft, von einer empfindlichen kaUe begleitet; m laL
drefnucukun y^ derselbe sinn. Die Spanier sagen auch:
et alva se rie (lacht) und die Araber: der morgen ajas/**).
Doch den begrif der dämmerung und alte dafür au
gebot stehende aasdrücke erörtere ick hio*; näher.
^ Die.allerfrtthste morgendSmuMraag, eigentlich noch iKe
ihr vorausgehende letzte, nachtzöit drückt das gotlh. aAlM
*) Tgl. Bon. 48, 68; aus Lb. 3,259 raufs ich ausheben: <do brach der
lae dl kerfüry diu naht von dem tac wart HnetU (sich spaltend? Tgl.
«bcn s. 525), dkl sänne wart wol sehtnentV in der guten fran steht
■weimal 153ft 2451: *d6 der tae d^rt^ d^ Uufh Uthie unde hraeh\
**) Rnckerta Hariri 1, 357. In den novelas der Maria de Zajraa
1, 3 beginnt ein lied: si se rie el aha, und anderwärts sagt sie:
quando el alra muestra tu alegre risa; Tgl. oben 470 über das schut-
ternde lachen, ital. heifst *fare ridere una botta' sebr beseichnend
W Ml «0 «cbutteln , da£s es überlaSfiL
TAGHBAIWIIDCB «et
Miro. 1, 3S für i^rv^^ip aus, «hd. mAM neoh Na.. schrei«
bang uohia^ alta.^ Ma, aga. «Ate (gewöhnlich aiebt 'oe
mhlaa' Ctdim. 30, 26. 289, 31. 294, 2. cod. exoo. 443, 24.
4S9, 17. 460, 14. on nbtan mid erdige Beo?. 251), ailn.
Mte (nach Biörn von 3*^6 ahr nacbta). die wursei noch
aaiafgehcllt, veroMilich heirat nach ubtA auch das schwei-»
aerisehe Ucbtiattd wirf wealfftlische Ucble. Nah daran sldrsi
das aga. mrMg (primmn tempiM) Beov. 251. 2623. S88(K
akn. drdagi (vgl. Ardegia, mane), kein ahd. Mac oder
irtogo kenne ich. Nun folgt der begrif von düocnlnnK
vefir ahn. dag9bHim, dag»hkarmi, dagsbirtay von brAn
om, margo, giekhsani snperoilinni, biarmi, birta lax; ahd.
aber tagaröd, ImgarM (6rair2, 486. 487), ags. dägrid
Cadm. 289, 27. 294,4, mnd. dager^ Bn.l408, mnl. dagke^
raei (Huyd. opSt. 2, 496), eine aosaiMnensetxung dibren
aweiter theil iriohi bestiamt anf rM (ntber) hinuieiten und
▼ielleicht jenem rodor, röduli (coelam vgl. s. 662) verwandt
ist. aaah daa genns schwankt swischen anao« nnd fem.*),
es adieini mylhiackea und peradnücbea hkuhirob, denn N.
Cäp. 102 veirdenlnht Lencothea (die weiise, lenehlende
göttin, «ine Perahta) 'der tagerotP und in urk. begegnet
der mannsname Dagkmroi (Falke trad. c<Nrb. p. 5), auch
an Ortsname Wirinta^nro/A (Hftfers zeitschr.2, 170). wenn
ahd. glosaen crapnacnlum durch tagardd übersetzen, so
beruht das aaf Unkenntnis des lat sprachgehraneha, es ist
QOthwendig ünr dilncMnm, awora. aila. indet aich kein
dagsrod , wo! aber sölarrod aurora (forum, sog. .8> 34ft)i
Man sagte nmi. aach tku)hgrak9f dagherak» (feml) und gra^
im vom grauen des tags, dies ^atien ist von der &rbe
hergenommen, wenn steh die schwürae der naoht in gran
erhellt: mhd; der ^iJioe tac, das grime licht M0. 2, 49«,
der tac wil gf^äm9n Wolfir. 4, 11; 'si k6s den alton jungen
^dieen grUen (tac)', ^pmo unde grd der morge« Ikf gAt'.
MsH. 3, 427*».
Auf die aurora folgt nur der volle morgen, goth«
stadr^tfia, ahd. morAan^ alts. nuMrgan, alln. tnargun, eigent«
lieh MQtov» ich vermute einen mit anbrach und brechen
des tage verwandten begrif, weil das goth: gamadrg|an
schneiden und kttraen (jenes ginnen, secare) ausdrückt.
< Dem aufsteigenden tag stekn nun benennungen des
sinkenden gegenüber, für opi und o^ia hat: Ulfilaa amdan
*) Tgl. iodessen ahd. morgaiir6t, inorganr6to uod morganröll
(Gralf, !2,486)) mhd. iklj^doder morgenr^r (oder morgvn rM?) Wältig.
4, 6 ; dai morgenr6t Trist. 8289. 9462. '
TW TAG»
üoMy die zeit gegtonf naoUl, dooh moh m^ (sMiuiE), w»
den Netgriecben der abend das langsame^ apftte Wo ßgidv^
der mergen das rasche,, frtttie «o ^a^v, Bisa wiederun des
Irarae. ist (vgl. ganiaärg}aii). das ahd.* dpoMi, aks. äbtuuL
aga. o/i^, altn. op^M berfihrt sich mil aba, attar, apltr^
woduroh tiie fallende , rtckgängige bewegnng fceBeiobinel
wird, das akd dämar, nhd. däflHfMrm^. gäl vortugaweiae
von crepuscttlam, und gehört »am «gs. dini (obscvus)., lilih.
taassas^ slav. temni. ags. afemim, mpmgkm crepnsculonu
zumal wichtig wird uns, dafs jenem ahd». TagwrAd aMh
ein persönlicher ApanirAd in einem riesen der beUensimf»
zur Seite steht, ii6eiilr^/. ist Eckes und Faselts bmder, die
wir beide als erscheinongen des me^v md der loft k&ä^
nen lernten (s. 218. 602). war d^ tag ein ' göUiieber
Jüngling, so kann die dftmmrung des morgens nnd des
abends als riesenhafter TagarAd und ApanirM erfafst wor^
den sein*). . -
Den Römern nnd Griechen war jAnrora mmi*Iüh
göttin. diese whrd höchst lebendig geseUdert. süs* ersteigt
ans dem bett (iu iix^*' * ^^^ nnsre nbmie' im betie geht,
s. 701) des Tithonos, ihres geitiahls (Od;* 5, 1), hieiGsl die
iVtthgeborne (^Qr/irtio), rosenfingri§e [godoiiomt'tfkogf II« 1,
477): ihre röthliehen fiager greife» in di0 wolhm gleich
jenen klauen des tags (s. 705); auch ;(^voo^oiro^ wird rie
genannt, wie Here und Artemis. Die Sla¥en anheisen, sMI
der göttin, einen gott der morgenrötbe gehabt zti haben,
JraHbog.
Hier aber darf eine andre slavisehe und vnf rieche vor-
•tdlong, weil sie zu uns nbergreift;, nicht imscbwiegeA
bleiben« ungrisch heifst die morgenrölke hapmk ^ealhttiseh
hagge) und die dortigen tagewftchter mfen sich zn: hajntd
vagyon szep piros, hajmü, hajnal vagyenl d. i. aurorn
est (erampit) pulchra purpurea, anrora, aurora est! diesM«
name heynal, eynal ist auch den Polen geläufig und man
mft^ ans: Aeyna/ switai aurora hicetl (linde 1, 623)« Nun
meldet Ditmar von Merseburg unterm jähr 1017 (7^ 5ft
p. 858) : 'audivi de quodam baoalo , in cujus summitAle
mfanns erat, unum in se ferreum tenens drcnium, quod
cum pastore illius villae (unweit Merseburg), in quo (U
qna) is fuerat, per omnes domos has singulariter dactus,
in pfimo introilu a pörlitore sno sie salniaretur: irtgilii)
Hennil, vigila I, sie enim rusUca vocabatur lingua , et epn-
') mfad* der dbßniröt, Waltb. 30, I5j 'd6 diu äbtniM mitltB,v
iiehl der erden b6t*. Uolrich 13k
iMm lU dAiome de efiisdni se Ium4 aMoiiM 'sIqIII au<«
tomfllMiiil'. «nd noch aud Adtfib. Kubtig »ärk, sag«n &»
930 eolneiime idi : <ei» aller fOrster aua Saebeo bei Sat&^
wedel evsMiIle, dab man «i dieaen orten frülier ^ g»4
wohoheit g ekabi habe* an einem beslMamlen: läge de» jati^a
einen l>anm äu« dan getaiein^waide i^ hol«! y im Awte
anfamrieblen Und darom tanarend- su rufen: HemiU, BemM
waehel*. alammt das Uns Ditmar ber? wuf aoHle Hemiik
wache I Hrapii vifila achoii im eilflen jh; aue dem nnfr^
Hi^al vnffon (ctenn ifagyön bedenlel «st) misveratanikfi
worden aeirt?. aber -der dbrfwAohter oder hirt, der mtl
dem staby woran baid afad reif anfebnwht waa, itahr-
aeheinlieh an gewisse*) tag im jähr, zu allen bttnsc^vn träi
aad jene worto- rief, acheint damit daeh ein göttikbes weaön
vk meimii. ein alowacbiseMi^ lied' bei IMUr (qiiewanby
p. 247. vgl. 447> famtet:
Hamäl Jwitä, ^giz« den biely,
flla#agte Welfcy i maiy,
daili sme giz lUiiko apali, .
morgeurdlfae kucilet , aehon ist der tag - hell ^ sieht Mrf
grefa und Uein ^ iange : haben wir ' geschlafen» böbmisohe
schriftsteiler wollen j^nen Ht^maly Heifital, Hetiml eitern
serbisaiMiiy böbmiseilen. hirtangätt HowkUö gleiobfietzen ^1
icb weifs : abdr nibbt, wie es m diea^ stelw^ hofiidio isf
amer faildnng'.nach nenlrum and eiii wetkzeilg, es würde
poku gottidlo laitten und ganz verschieden • von eynal, hsy-^
nal s^in. .
Wir sahen., dafs die. anfgekende sonne fremdig ertönte
(s. 703), die rmischende morgenröfhe laekie (708); hieran
stimini eine vielfach wiederholle vwstelhmg, der lag bringa
»oiuie, die nachl tHUier. 'friA wie der tag' belfsi es^
and Shakeapeare sagt ^Joömd day':^. 706); Reniott voit
der Lippe: ^er eerblide als der dag', MS. 2, 192 von
dem scbeidenden: lag: 'der tao sAi wuhm verl&t'; Zvmal
aber drückee die vögel ihre freude flber den nahende«
tag aua '9ist inne sväf of» {lat brftfn W4ca hebfenek
pyime bUdhe^rt bod6de^ Beov. 3598, die hirnntelawoAM
die der frabe irabe: verkündigt, ist der anbrechende' tag^
ich bin so froh, wie die babidhte, wm» ^ Ibanbeaelzl
dea tag anbrechen sehn, 'dögglitir dagtbHIn std'. St^ttii
167(>; <au verdr UHnn svä fegion, ^^ ^l degf, Vift. sugtl
eap. 39 p. 04; 'Hörn was üs Wn o fight, as iadiai ftmkt
9f ftf Hj^, when it ginneih dawe' , Uoitn and- RimdA. 64
") Jungmaon i, 670. 724. HabimoI^ b. 369. dm
112 lUCIlTBIMBIDai
1^. 30T;'4cli wirl5 4er froiwiM mtn rdht dt des läget ^^iU
klenten eogkllim' MS. 1,51*; fröil «ch «in gmnüeie Min diu
Umien togelltn, s4 ii teikml de» morgenMMri. MS. 2, 102^.
Eine menge epischer foraieln schildert darom de« aiibre-*
ehenden tag durch geachrei der hfthne (hankrtt) oder Dach*
tigallen« BiarkamAl im anfang: 'dagr er upp kominn, dyBJa
kanar fiadra', die hähne schwingen ihre flügei »un gesang.
k te manaika^ qnandp los gallos caalaran', Cid 317. % coo
cantoient , prea fu del eaclairier'. 4'aiibe esl percie , ses^
dere la jomee, eil oisellon chäntent en la ramee*. Hna
des morgens vruO) daz din nahtigal rief En.' 12545«
Die nacht wird vorgestellt als schnell und . unveraebens
einbrechaid, überfallend, &ofl rvl (U. 10, 394), dem sie
fuhrt ja mit rossen, sie fällt oder sinkt Tom himmel nie«-
deqr, ta onit tombe^ k la iombie de la nnit, sie MdU em^
während der tag anbricht, sie rückt mal einmal nahe, sie
überfällt Matth. 14, i5, wo die Yulg. hat: Iiora jam prae^
teriit schreibt Luther deutsch: die. nacht /ä/ft Aiher, schon
in der alten spräche gilt von nacht und abend das vern-
imm, ima gdn oder faüan: Aband unäh otM geU, ther
dag ist sines sindes, 0. V. 10, 8; in ane gdenda naht,
N. Bth. 31; der ftbent begunde <me gdn^ Mar. 171; sdiiere
tiel d6 diu naht aü, Roth. 2653; do diu naht am gie.
Er. 3108; unz daz der ftbent ane gie, Er. 172; uns gii
diu naht vaste uto, Karl 39'; unz der Abent ane gie^
Flore 3468. Ls. 1, 314. WigaL 1927. 6693; als A«* ftbent
ane git, Wigal. 4763; biz daz der ftbent ane lac. . Ls. 1,
243; diu naht diu gäi mich m, Wolfd. 1174; diu naht
gA uns vaste «i», livl. chron. 62*. Ebenso aber auch
»igen: 46 der ftbent zuo seic, Diut. 3, 68; abö iz zut;
deme Abande $eic, das. 3, 70; nü seig euch der Abent
ztfo. Freuend. 22. 44; diu naht begttnde mo rigen, RAh,
102; begunde stgeti an, RAb. 367; do diu naht zno seicy
Dietr. Q2^; diu naht gtget an, Ecke 106; der Abent seic
ie nAher, Gudr. 878, 1^ ze tai diu sunne was genigen u.
der Abent «tio gesigeü, Diut 351; diu naht begunde
$igen an. Mor. 1620. 3963 *); diu tageweide diu wil hin,
der Abent sfget vaste xnto, Amgb. 2*; der lach is ouch
an uns gewant, uns sigei der Avent in die hant^ Ssp. vorr.
193; in der sinkenden nacht, Cornelius relegatns, Magd.
1605 F. S«; in rinklickier nacht, SchodI stud. D 4&; und
noch beute: bis in die sinkende nacht, gleichviel ist: nft
der Abent s^to gefid», Troj. 13665. ags. 'ofen com aigeW
*) beidemal steht segen ; wSre bm ßigen an (Tincere), so liefie
sich kmini der datiT dem taga entbehrei* ' -v* .i
NACBTHNBRUCH 1(S
\0Th\ pnmgen' (Um gtkitamd^ndkfhngeti) Anit. 1246.
Dies einbrechen und niederaihkeir erfel^ aber «noh leise
asd lienilichy wile einea diebes: diu naht Hegande ritchen
cm, Dietr. !6^; xdk w«s dta ttakt giBsHeken gar über das
gevilde, CiHrlsloph 41ä; do^.nü. diu naht her sleieh und diu
vinsteh- Ai begreif , 4äß. 376 ; lA thiu naht bif^ng. Hei. 129;
16. do begreif, in die aaekl, FlOrsheimer chron« b. Müneh
3, 188; wie mich die näobt begrtf, SimpKe. 1, 18. hett
mich die naoht scboii begriffen , G6tz t. 8014. p. m. 164;
mbd* steht Ton der nadit ^ez benemen'i gMchsam • daaf
licht, oder den sieg: uns inz diu nsht toMMS, Chidr. 879,
1; ae bete i% in di« naiit benomen, Dittt.3,81 (vgl. grattim.
4) 334). Hreswitha sagt in fides et spes: ^dies abiit, nosr
ieemUrii*.
Offenbar ist in vieien diesen ifigen die nacht aufge-*
fabt als ftindUehe, bäte gemalt^ im gegensats su dem gü-
tigen wesen des tags , der in gemflehlidier rohe langsam
über die bergei empoiMeigt; so schneli daher die nacht
niedecfilllt, so dlmftüoh eniet ste: <diii nahl gemeehlich
ende nam'. Fräsend. 46. 'die nacht ist keines menschen
freund' beiÜBt es im sprüchwort, wie yos einem dämc^it
Beide tag wmi nacht stehen im streit miteinander, die
nacht herscht erst, wenn der tag seinen kämpf aufgegeben
liat: 'ui^ der tac lies einem striV Pars. 423, 15. «der tag
»am ein ende, die nacht den sieg gewan'. Wolfd. 3025.
'd6 der tac eergiMwiy «nd diu nabi das lieht nam\Bn. 7866,
'iiu b^gunde osch etr^hem der tac , das sin sebfn vfl nteh
S^lacj vaA daz man durch diu wölken sach des man der
BUht ze boten jach, mane^fen stem der beide gienc, warnt
ei der naht herbärge yieno. nAch der naht baniere kom
sie selbe sehiere'. Parz. 638, 1 — 8. in dieser anmutigen
besdireibsng gehn die abendsterne als ansagende, fahnen-
tragende herolde der nacht selbst Toraus, Wie umgekehrt
der morgenstern des tages boie war-^).
Yoi^n s. 703 ist ein Sonnenaufgang aus Titurel entz-
iehst worden, auch die «sttittelbar vorher gegebne schit«
d«rung ^8 eriiegenden tags verdient hier zu stehn :
46 diu naht zuo tlUAen
durch nieman weite lAzeo,
und ir der tao entwichen
musste,' es tsor sft leeeier hin die tirdseii,
alsd daz man die erd in sach versHnden,
unz er ir möh! empffiehen,
■ I I ■ ■ I I n ■■
*) Lucifer isicrea pinaee eeatriebat tiljaipo.nWaMiar« tl66.Lii*
eifer dttcebat diam, Aasv ^ 80t« > <
714 NAOBT
46 kunder neb ¥m AiImiI «f wiadflii.
die erde Yerachlingt den weiehenden tag;
Bei den illeren dioMem finde ieh mehr die yomriinnf
der dimkelheii. 'did warth iband onann, naki mU nefim*.
Hei. 170, 25. ^die fbuiere ragmde nnoh^'. Sehreekensgnst
Ingoist. 1590 p. 114; 'die ^»tle nnd flutete nacht'. Korn^
manna mona Yen. 329; 'ntpende wkW. Beer. 1088. 1291,
irgl. genip (caKgo); 'teadähdm* BeoY. 1293; 'nlMAete
ge8ve9rc deore ofer dryhtgnman'. Benv. 3570;. ymUhekm
t6 glAd', Aadr. 123. El. 78; als einer giMtin wird ihr j^nn
im ainn unsrea alterthoms ein schreckender, achaoerliaher
hebn^ gleichsam finstere nehelka^ hnigelegt, Hmkt hei*
made' (die nacht setate den helai änf) heilte ea Andr. 1306.
fast noch schöner ist der schwanen nacht äuge.', a«A««»
tpj{i pyntoQ Q/i/na bei Äsobyina (Pers. 426) für dichte dun-
kelheity jenem lenchtenden mge der nacht, dem'mond
(s. 665) entgegengesetst. *)
Alle dichteriscben biider, : die iah soaammengestall habe,
lasaen krinen avreifel, dnTs ii ftHeiler toraeit Tag nd
Nacht lebendig und göUKch auftralen. aber schoa sehr
früh mufs unter de» Deutachen diene vorateHudgaweisie ge-^
schwächt worden sein , seit sie dorn namaa des tage ent-
sagten, dar seine* gemeinscbaft mit den göttern in sidi ttwg*
Dafs man nach nttditen, nieht. tagen rechnete' bernbl
freilich wf beachtung der mondaeit (s» 671), hat aber ¥M«
leicht noch einen andern «grnnd^ vermöge dipaaen auch nadr
wintern^ nicht aammem geaählt wurde. Bie Heiden pflege*
ten ihre heiligen feste in die nacht zu Teriegen oder nn
erstrecken, namentlich die Arier der annnenwende z« miU-**
sommer und mittwinter , wie das JiohanniS' und WeibnnchtSK
feuer. lehrt; auch die osterfaner und maifiraer bectangen
festnächte. die Angelsachsen feierten eine Urfewlmki
(altn. hanatn^tt, haustgrliaa) , die Scandinaven eine hölm^
m6tt (F. Hagn. lex. 1021); Bede de lemp. rat. cap. 13 be*
wahrt eine merkwürdige knnde, deren vollea Toratfindnis
uns aber abgeht : 'incipiebant aMtum (ankiqni Anglornm |io*
puli) ab octavo cal. Jam. die, nbi nnne naiale denini oi&-
lebramus. et ipsam noctem, nunc nobiasaöreaanotäl», tunc
gentili vocabulo tnodraneckt (mAdra- nibt) i. e. mairum
noctem appellabant ob causam, ut auspicamur^ cenamonia-
rum quas in ea pervigiles agebmt'. wer) waiien diese «tttter?
*) bilder die dds jetzt geUufig aind vom auslöBchen der lichter
des lagt habe ich bei den alten dichtem nicht gelesen; aber die
naohk arannl iecM' ihre -krtnen. ChaheipaagobaieidMiet« das amte der
nacht durch 'nights candles are bunfl^» Rcnao 3) ^j'
jABianm»' Tis
CAP. XSXV, SOMMER VTCD WINTER.
t
Iloglekh frisciMr «M erlMinbiHrer hiil stek die perai^ihr
KeUreil dMP jiirsteitim , wdtohe wie lag und vmki tm
•a» oier Arne der somre abkangfen, «rMl«i. Amt lanf-
samap weelwai erfolg feierUdh^ wahrend' der batilge dea
tags und der naohf bald dea aQdettheii an die allen gMter
Terwiaabte.
Tag urid naebl gleidien deai aommer «d winter apoh
daiia, dafe deir inbnioh dea. laga and den einlaiti idee
flommers die rögel mit frendigem gesa«g begrOfaen, techia'
and wintera aber sMH traoem. ^aher die eddieahen ken«
oininar gMU füffb (heUlia totacram) für aMiawr , aiU a*
ttti figia (dtator et aaigor aTium) ftir wüler. diea Mlur^
geildil i^richt sieb in den Kedem unarer miniieaäager u»-
ilbUgamal aus.
Daa aitertbttii sobeMl anfknglidi nur zwei seilen i«
jahr^ .tom aber dtet, endKab vier unterachiaden üt bnbed.
dif?o«i lengen'aahon die namen. iiiiaa# jabr, gelb. j$r,
Ai.'jdtf mnl jaety allai gSr^ aga. geaty engl, ffiar, iita,
itt iat'devilioh daa pobi. iiir, Hiro, bObm. ^or, §oit0) d^
trttUtaig beMebneiv^); • ebtoae iat das abiv«. lüo, te/^, 4M^
eigantliidi aomiber, mtd wiä mir aebetnt unserm Jtna, abd^
feaao, kmgisky mbd» teia#, ienge%, aga. taaalBfi, lengtm
▼erwindf) nllnilicb amf daa ganae jähr erstreckt worden,
beide also, jAr und leto, drücken die wwrme seit (ft*Qhjabr
oder aommefe') und nach ihnen raehnelen attdliöhe vftiker,
aördücb» nach wintern.
Ullllaa Terdenlaeht Hoc dnrdi JSr, ipmwie durdi apm
(hl 4, 10 o&ir akx^m Job. 18, 13; in den golh. eigen»*
namen Aäianagildus, Athanaricua (A^nagilda, A^nareika)
hafkei Aoeh das sonat in nnsrer spräche versoholhia wort,
dessen Wurzel an itoc gemahnt, TieHeicht an das slav. god,
godina, welekes Ruaaen und Serben annus bedeutet ^ wäh-
rend poin. god, bOhm, liod, hodine atigemeiner zeit aua-
drttckt. das Terbältnis zwischen Hoc und inuptoc MeAt
ansicher, denn nach Od. 1, 16 Hog ^X^nifinXoßiiwfit¥
*) dem polOt iar lehßiiU «b^ ui s^eiehiyi, dofcb dieses eiaiinA matt
fär piofi, piaaff, das Iat y^r für rerer, Teser, dem das litlh. wasara
(aeslas) und skr. vasaDta nah siehn. Beofej 1, 309. auch die sIst..
wesMi , wiosn« (si eine der L an«.) m9^ dastt gehöma , ktünf der
sltn. Tisadr, deriden heriMm^sruaterihedi^^t«..
716 JAHRfflBBITBN-
i¥iavjüv sind die iviavzo! abschnitte des jahrs, aber nach
andern ^ncab^Q sjlß^ ^n, Jvi^vjp^ drei ti^^^en\h^^en^^ in
ipt€n>t6g' liegt das einfache evoi^ = kt. aiinus^.
Dem jähr wird ein kreis, ring (orbis, pircuius) beige-
legt: jires umÜhrmg, fätMng; ulHUhumrfi; mhd jires
«nbegftiic, umberinc, Umbevurt, umbetrit; und di^ wieder««
kehr oder erneuemng dieses kreises yi^raniafste sehoD »
hohen alterihum feierliche feste. Bligius f^redtgte: 'nulltta
Hl kal. Jen. nefanda aut ridieiiiosa, vetules aut eervoloa
aut joticos faciat , neque mensas super noctem cesipoiHil
neque alrenas aut bibitiones snperfluaa eiwceaf. das mag
eeltischer und römischer brauch gewesen sein, die strenae
ineunle anno werden von Sueton (Cal. 42. Aug. 57) er-
wähnt, und bekannt ist das aguilanncfiif , ein freudenschrei,
mm pflücken der heiligen mislel aoffi^dernd. UoFgleioben
scheint in Deutschland unerhdrt, benerkensw<^h sind hber
die nenyahrsUeder und iwünschia,. wie sie noch das bnch
der Clara Hätzlerin aus dem 14 jh. mittheilt. (57^ 77% su«
mal 196^205 der «usg. von .Hahans}: das jähr wird hier
als mugebomei kind^u neUgebamer gaü^ dargeslettl, . d^r
die wünsche, der sterblichen arfillle; das maf« zuBicIral auf
Weihnachten nnd die geburt de» heiiands be^ogv^n werden,
an den orten, wo man neujabr mit diesem tag begann, es
w^en sich aber noch hie^ntscheaittendafuiiler gemengt
haben, Und ich übersähe nichts diafa. dae btobejadj. fie«,
ebne beifägwig von jar oder kind , in diesen tiedernge««
braucht st^ht, wie i^ A^ beaeichftHng.dM neuKehls bei
dem mond (n;^^ mnwi $. 672).
Den begrif des g/titwen jahrs (vgl. da» räthael & 6d&)
finde ich sonst kaum persönlich hervorgehoben^, aaüser in
bethenenmgen , sogen ond Verwünschungen, 'sam mir daz
heilec järP- Ls. 1 , «287; die beiden foigenden meinen aber
wieder das anhebencte, neue: ^mi $<Blec jdr gang dich anr
Ls. 3, 111. und ^daz dich ein teigez jir müez ane komenr
Ls» 1, 317. ags. od |»ät oder com gewr in geardas. Beaiy. 2260^
Aber bereits in frühster zeit sond^ten sieh Hälften des
Jahrs, wofür uns die ags. und attn. spreche den ausdruck
missere , misieri darbietet und die i^. geeicbie scheinen
vorzugsweise darnach zu rechnen, es heifsl missera vorn
O^dm. 71, 10; fela missera C»dm. 180, 23. Beov. 306;
hund missera Beov. 2996; misserum fr6d, missarum fr6d
Casdm. 104, 30. 141^ 16 (wie aonst gearnm, dftgrtme, fyrn-
^) für amvui nach Bopps gloa». ikr.'l6i>; Beafejt, 310 dealeC
htmvTo^ aa8 skr. arolTat, nemHch fpt^ es <m^» nomDond. y" '
W7
dagm lirAft, gfimair 1, T50). m.dar edvfai lese ieh nw
212*-^ *mm misseri' (per omiiii anmHi) iiiid /mm inisflerW
(eoden antto), aber Mch 4ie CMgis kat mteeri (semestrioai).
die aUeftiHifr «Ueses wdrtea iai nicht leicht ^ man seihe
derin die begriSe halb (mddtoiy lUnidina) und Jahr erwärm
lea, doch der kurae vocal der panuilima mderstreitet den
ahn. Ar und .dem agi. gear; aleeh acheint ee niaae. (einn
nineri, nicht eüt misseri) und daa aitn. niBori (mvjahry
annönae Caritas, nentr.) ist ganz etwas anderes, wanun
wire auch liier das d des aga« midde (golh. atiiilja, ahd.
mitti) in ss Übergetrelen ? do(ä ist eimugestehn^ dafs im
verhflltnis des lat. . medias smn geA. mklja sehen st<^
rang der lautrerschiebung kund wird, misseri könnte ans
80 behem aber ttbernemmen wid forkgeüQhrt werden sein,
dafs es jene verwandtsebafken schwibar verleagnead, den*^
noch bekennen mttste, und das miss sich -yerbielte wie im
gr* fiioo^ , /lieooc , vgl. sanskr. medhjaa und ßvoai^ sat
ßy^oc. Ahd. denkmaler gewähren kein misseri, misshri,
die rerlernen heldenlieder naögen es gekannt haben , weit
noch spMere fassrnigen nach seaMstem rechnen ; wenn es
im Hüd. heilst: 'ih wallAta siendro e«ti wuUto aehstic
ar lante*, so sind nar '60 missen (30 aommer und 30 win«
ter) geneint, die den 30gnnaen«jriMren des jüngeren Volks-
lieds entsprechen; ja man dürfte mutmafsen, dafs Niiii
1062, Md 1337., 2 .die «keiiehn «nd aiebdn jähre, wel-
che Chriemhild allxu alt machen, im filteren epos von Se-
mestern gemeint sind, "aber im Norden ^ we^ dAi^ wlnter
fiberwoSf ? zflhhe man nach wintern als ganzen jähren , und
tAlf vetra gamall bezeichnet einen. zwöIQfihrSgen. Dafs ahd.
und noch mh^- sommer und winter die w^s^efiUiche jahrs<>
eintheilung abgeben , folgre ich selbst ans den übliohea
adverbien aumiYlane und winterlanc woneben kein lengez-
lanc noch herbestlanc gehört Ivird; den altn. sumarMngr,
vetriftngr steht auch ein naustlängr zur seite.
Nachdem Tacilus gesjigt hat^ dafs die Germanen blofs
gehraide bauen, weder wiesen noeh gftrten hegen, fttgt er
hinzu r nnde" annum quoqae ipsura non in totidem dfgerunt
species: hiem$ , et ear, et aestas intelfectum ac vocabula
babent;. auciumni perinde nomen ac bona ignorantur.
Deutlich wird hier auctumous auf obst und nacbbeu (grum-
met) bezogen, der kemschnitt in den soaMner, die auaaal
in den frflhiing verlegt. Brwtgt man aber, daft das ndfid-*
liehe Deutschland noch jetzt, bei gemildertem clima, ^e-
traide erst im august und September, wqnn schon die sonne
niedriger steht,., einerntet^ und dafs august awar der eigent«^
718 4AniBBimN
fiche ariHemo«*!*), sbplmbet* der: heriMimnat/ fewMilfe
aber «optenber d^e aagiüa, odober der heHwtn«hfi( ge*
jMnmt wt ; so kana jeaa ansicbt aehon in . fthetter leit
iiichi allgemein gültig gewesen tfein. Aoch sdHsial im
ahd. herpkty ierbUi, aga. .hMrfaai riieht geraiie jtttger ab
andere sehr alte wörlar;, Kicbtiger ist also daa vorhk
entwickelte verhtfllnis, dafii je. weiter naoh Norden hin iR
Bilrofa überhaupt xwm jakraseitc«, sammelt und «Mr,
(rerirelen, je weiter nach Süden drei, irier oder fttnf**) an-
terachieden werden können. Anch fttr nu^sobe besilg«
gelten nur jene zwei, obwol sie oawieilett durch frühHng
und Winter, oder durch frflhttng and herbst ausgedrfickl
werden ♦••).
Neben dem gotb. einirus (biems) ist ein ganz ähnfebes
masc. amnrua anzunehmen; wiewol &i^g Marc. 13, 28
(nnd vermutlioh auch Hatth. 24, 32. Luc. 21, 30) dareh
aaans (erntezeit) übertragen wurde, die dedins^ion folgt
aas dem ahd. sumar =ss sunuiru (weil g«lh. samrs nach
eraler ein ahd. aomar naeh sieh söge) und ans dem dal
des aga. srnnar^ der sunera, nidrt aumare lautet, das
altn. «eutrum sumar neben den masc. eett, ahd. mMKr,
ags. vMer aoheint unorganisch, aicber war es früher mins**
lieh, die gramm. 2, 55 vamitttete wand führt aaf saat
und ernte.
In der edda. sind beide weaen luin gleich genaalo^ach
*) ahi. ar«iiaila^t, van «raa (ommis) gaduiMsaa;: die dMeh-
»an BBgifü bew0d oder heo. HeL 78» 14. 79, 14; nln. ^oino, koi^
**) die Spanier uoierscheiden das frühj'abr in pritnaoera und ve-
ratio (den grofsen frühiing) ygl. Don Quixote 2 , 53 und Ideler 6,
305. auf Terano folgt esüo, franx. M, beide mfinnfieh/das ital. esta,
eatate bleibt wie aaataa weiUich.
***) eaob der alaviaolien Tolkaanacbaoiina treton awei havptieUaat
Sommer und wiater Tor» aommer und jähr heifaeo /efo, d. b. das w»
jabr wird mit dem winter abgeiban , das neue mit dem sommer be«
gönnen, dieses leto ist (gleich unserm jabr) neutrum, folglich unper-
sönlich, den winter nennen die Slaven *ma (fem.).- sollen nop x^';
Sehenseiten attsgedröiifcl werdoa , so sagaa aia für fiMhUng paM.
far kei^^t pwMm Allein p$ aiod aofser gmr», ioro andere be^
nennungen gangbar ^worden; russ. böhm. wesua, poln. wiosiuii
sloven. vigred (egrediens, in Deutscbkimten der auswari), ^^
ieio (junger sommer), mladlilJB, pondad^ spomiad^ sprot leije (Ton sprot,
gegen) alle tor beseiebmang ^ea frähllngs, Tortägiioh ffihlten die Sod-
alvran das bedärfiaii frabüng nud MMaiar an trenaeB* Her l>^
heiCat serk jaMi^ slorea. #•/«», «ach |redtiiiMk sspm mulis uralt sei»»
liUh. Mono, gr. /tyi«»» lat hiemu^ skr. Mmania, Unser früUm$ oder
fnU^akr ist erst in den letiten 4hh. nach printemps oder prims^^'''
gebildet nnd weder ahd. noch mtid.; min sagt aach spädtng, fp^ i
Snkr f&T herbst «her mmBärü Md timmiM» tgl. Sebpi, 1, 117. 4, lo<«
fiinfofiMirf. StHMor isi du sokiiides fito^f^Mtl^ (9mi. 8#
Sr. 23. 187), welohlMr nave von svAi.(cani8) propriuf^ do-
mcisteiis), golh. svte, abd. suis lieirslannrüt dieser ist ein
seolig^., fii^undUclMr nanii, nach dem all^s* frohe «vd
ImWicbe heirst (svftslegt, blttO. Der vater des Veit hinge-
fen führt den namlsii FtndMut odjer .FtfUfaDoA* (der wkid*-
Snngßnd^., wiiHikählß) uild dessen vater hiefs Väsaär
(Swi. M^ Sn. 2d. 127} y dar leiLahto, nässe: ein griaimt-*
ges^ kaltbrtsUgea ges^hleicbt. Beide, stellen siob Naher, wie
«u erwi^ten ist, als rieien dar, Süäaädr und Sumar von
giiUr, frenndli^iMsr , Vdsaik'y Vmdsvalr, ViBir Ten Mser
urt, so date sich auch hier wieder die doppelte naUir dar
nesen (s. 49ft) einiencblend erweist. skAMahaparmM ver»
seichnet sie unter den atten iötnar: 209^ Sotnr (al S4nitr)
ok So^amfr, 310- VMhipaIr und Yiäarr (I. Vetr). Noch
jetst and uns Srnnmer tmd Winier hftuftge eigennamen,
uid V0rmii4lieb waren sie es v^on anfang an, eben weil
m sifih mit. ausdrüeken urverwandter q)racben nicht be«-
rühreil» soboB eijie urk. bei Neugari no. 813 (a. 856)
tübrt ins Vffei brOder Wintar wnA Smnar auf. den ei«»
gennamen Wmtmrolf -mit der augttentalivfonn , bat 6raff
1, 631, .
Nun 'Will ich aber dia deutKcben spüren ihres per-
sönlichen verbUtnisses. wie sie sieh in redensarten des
volka und in dichteriBChen wendtiegen lange erhalten ha*
bea, Aufdeoken* Wir sagen täglich: der Bümmer^ der
Wwier ist vor der .tbttr, tritt ein, kehrt, ein. H. Sachs
IV. 3, %U <bis dafa der Smmer einhertritt' *}. Mhd. wird
jeaer ge^/vöhnli^b lieb, dieser leid genannt: /diar lUbeSmner
nrloiip genam' Beq« 344. 'urleup nam der Tl%wbr* Bett.
962. betdeft g^folg eod dienerschaft zugescbMeben :• ^Sumeit^
dtne Muten non den huoben sift(. gevam' Bea. 304 *fiii»
AMT dtn gimnde' Ben. 406r 'mtn sanc sOle des Wintcr$
ipdpcii tragen' MS. 1, 17ä^ 'Wmder ist mit stnen wnuh-
den kanieii^ Ben. 414, effenbar sind , sie. mit ihren lenten
Wfge^^igen,. weil &iie steh verjagen und bekriegen wellen*
'der MO» Wmder h^t^.de» Mutmßr bki verjaget' Ben. 361.
'er (der Winter) ist dir gehaz, er enweiz niht umbe
was, selten er des ie vergaz, swenne er dlnen stuol 6e-
<as^ er enruete in vttr. tes, stn gewatt wol tüaend eilen
*) als« dia Semo' quam int iant. leiilaert 2451 ; ilse da- Som^
»er quAvie iol |iid(. Reinaktr 221 U ^4 he»t de Suwm» trat. Wig«
gert2,t8*. ' .
vor dm dtitea sftt'. IbH: 8, 2S8« Ben. 803. «ffbufaf*)
hä\ ei hie gerftmel* Ben. 437. Weil aber der sonmer mit
dem mai beginnt, sieht auch ein Mai als reprftaentant des
Sommers da, ganz auf gleiche weise in lebendiger per«
sdniichkeit. alle bekommen den beinamen herr: 'min
Aetre Winter!' MsH. 3, 267«; *ker Meiet' », 44»; 'ker
Meiger Wallh. 46, 30. der Mai halt seinen einsug. '86
der Meige in gäf mmst. Alex. 144^. 's6 der Yil sttese
Meige in gdt Trist. 537 ; ^Meige ist komen in dio lant' Ms.
1, 13^; 'der Meie sin Ingesinde hM* Ms. 1, 14^ «der JTsis
ist in diu lant* Ben. 364. 'des Meien Mr ist tif gelM.
MsH. 3, 296-; 'der Met ist in den landen hie' 3, 230*;
s6 der Meie stnen krdme schonwen Mt nnde in gäi mit
vil manigem liehten mftle.' 3, 30^; 'vil maneger bände
▼arwe hit in stnem kräme der Meige*. MS. 1, 59*. 'der
JKeJe hAt brieve für gesant, dafs sie kOnden in diu lant
stne knnft den vruoten'. Ben. 433, gleich einem kanige,
der nach langer abwesenheit siegreich heimzieht, kündigt
er seine ankunft voraus durch briefe an. 'da ist der IM«
und al stn kraft, er und stn geseilescbaft diu (s. I.) rin-
gent roanige sw»re. Jfete hat im (dem Winter) angesiget'.
Ben. 449. 'ich ^ lobe dich Jfsie dtner kraft, du tuest Sa-
mer sigehaft'. Ifö. 2, 57«; <ob der Meige ze velde lac'. Ls.
1, 199. 'sA der Meige aMrst In gOf Franend. 14. 'der
Mei hat Stn gefteU bestelt' Msü. 8, 303^; 'des Jfateii 9ckUf
3, 307«; ^ßumer der hAt stn geaeli nu gerihlet Oberal' Ib.
2, 57«; 'des Meien waUemere kündet an die sumefrstt'.
HsH. 3, 230S 'die (waldes ougenweide) hftt der Mem für
gesant, daz si künden in diu taut stn kmft'. 3, 227k; 'der
Meie tüeret den walt an Hner hendtf MS. 2, 811», es wer--
den ihm hfinde beigelegt (wie dem Wunsch s. 129). er
wird von den menschen mit dank und neigen, gleiiäi ei-
nem durchs land fahrenden gott oder einziehenden könig,
verehrt, er hat gleich diesen seine itrajse: 'des Meigen
Mträate' Ben. 42; 'üf des Meien strafen' MS. 23«; Meie
ieh wil dir ntgeif Ben. 396. '^reitf den Meieh'. Ben. 184.
'der Meie habe des dancl' Ben. 434**); Mai und Sem-
*) ob«e arükfll, «lao unappelUlitiach (Tgl. i. 6f6^ Sebus).
**) graniiD. 4,725 rind die wiederkehrenden ansdrficle: Mes Jf<n-
gen ^, des Meigeo aüeu, des Somers ^«ete' zusammen gestellt, sie
scheinen auf alten cultus (^ra s. 26) zu weisen, hier noch belege:
de« stielen Meigen jiilefs MsH. 1. 52*t des Meigen fMe MsH. ti
60« 305« 3, 228» 3 des flaners ^üeu. MiH. 1, 61« 848K merkwfir-
dig : 'gol gebe dai der herbest stn Ire Tolbringe*. MS. % t8(k
Mfl'Aa^M ihr grämidn(fm Meii m: >4«r JIM» itl .«f «ki
^MteMi^M»*f|e8Mseii\ 'HB. 2, 75^ tfem JIM 'wird feUaft,
IT gMtM^ seinen'' tlrnien. MS. 1^ 3^ ; Hier Meigm^ Yrimt;
der grüene wese, der het üz blaomen angeleit so wQne&-
IMie snmerkfeU'« Trist S62; 'der Snsier sneil stn
kleit*. *Ben. 159^ *&et Mete sewiet dem weide kleMer'.
Ben. 436. 'der Sumer gell diu sehen kielt AbrIfUe mes/
d^ JVei^ sneif. MS. 2, 94^; 'dto* (Meiner) bei gegeben
in der Meie seiner ninweti wAt\ MsH. 3, 286b; <jfei Ml
enj^rexieir berg und M' &, 188^; ^Smner hftt fesendel^
tm sin tevme/ der JMe spreit tf div lant stn . wAt
a, 291«»).
Vorztgiicl^ aber mofii man' anf den gegensaiv anMen;
bn gefelg des fTtnfers isiehen An/* und iSsAnee, wiederoin
personifiealionen^ 'und alle rieseei (s. 498.)' sie künden
dM Sommer krieg ahr: 'dir hAt v^videmeit beidin mf
und SnS. Ben. 398. Mer Meie lAsle bluemen te Btfim
hmüe/ Ben« 43T. 'manegen fac stark in sinen (dee Win-^
ters) taiuisfi lao diu belde^ M^. 3, 2321^ nnd wie der
Senmer Mälibt; entlanbl der Winter: ^^sr dm drsfi**} eri
dem wald stn kteider bracV (e. s. e.}; ^dA das ninwe loup.
A was entsprungen; des hAsln m gfeedOs^ iMnen eaw^ 2, 386^ •
eine« feimde isder rfinber gleieb, der den sack mit beulie)
füllt (saccage). 'blaomen unde ioup was des Al/Sf» Arster'
roiip, de» er In die $e<dte sclnmpy er enspielt in noch en-
Ueiep*. Ben. 304. doob 'snnder JM/en danc' (dem riesc»>
sam liHiln) alles grttene in frdiden' ttt' M8w 1, 34^ ^ 'mb»«
sangen ist dAr watl^ das ist alles ran des JH/sn onif^eoAiden'*
körnen', Ben. 275. Wislau ruft in. «ibeniliede: 'W^Mtorl
dMf TOrh6te, der Stauer kemt ze mötel' {nMM' dir ent-
gegen). Amgb; 29« und Wahher 39^ 9: 'weisgot, er (der
WriitAf) Ml otteh demifeien den strUV«nigekebrt: ^derS^-
flisr stnen strft dem Wmder lAt'. Warnung 2>386. Dasi
wtehligsie ist, dadisidi in einem Itede^*^) sogar der my^
tbiioliie «ame des relfMesen bewahrt bat ; er heiTst Äuckeif^
ganz mit der ableitung; olf gebildet^ die gleich dem olt
*) hl^maeh iü Mm Meißen tedi, Ueif MS. t, tOS» 1t)S^ 107«"
ein« dirttt^rlfeliitf aMsehreibiiitg det hnAtt^ • und *belän dlM Sfaaiifh^/-
MS. 1, 97b ^eir bkiaieo. • •
*Vw#l^lMit,Aren, veli Mt genlit'. HS.^, 131«; .'yeU bittren,
walt Ui oiigeo\ MS. 2, i33H> * . ^
^) Nithsrt», Ben. 884. dieser dtcbter lieMrt nnb vona{f«if^e'
Mehle bilder Ton Sommer nnd Winter. "' ' *-
€rimm$ rngth^L B. ffN«|f«S«. 46
TfBr SlOMIIIBk USBfWU
ittk«;, afad. oulibu dfttckt attcr fMg^^y '^ luiM i^i^ in
Oackiolf dl« bedeiiUmg des '0b«rgr«ben| .riMauiitfsigeB
Iwgen**)*
SomiM- .ttttd WitUer sleho im kämpf gegeQeinander
gerade wie Tag tt«d iVocAi; Sommer and Tag erfreuen,
Nacht ud Winter belr«ben die weit***).
Die ankunfl ies Sottmera, dea Mihs, oder wie wir
jelst sagen dea Frütalings, Wurde nnn var altera fealiich
begangea.. das biefe. im mittelalter: 4ie M mmffäkßn^
MS; 1, 200- 2, 78^ Bcii. 4^; dk ^ mü tm^ btgH^
misc. 2, 188; den Sutner empfähen MSH. 3, 207- 211«^ 232-;
'A«Mar wis empfoßgen, von mir bnndert tiUenl stimC. Ben.
328; 'freuwen und man emp/iengen den. Meten'* MSH. 3».
185«»; <dft wart der Jr<^ empfangen wol'. MSH. 3, 218^ 219«;.
'den Ife^efi enpfähm und tanzen'. MSH. 1, 47>>; 'nft
wolftf grüeaen. wir den süesdnl' MSH. 1, 60i>; .^ieh wil
den Sumer .j|rrie;s0ii' 3j 446i>; 'helfent ^ri^^en mir den
Meien'. MS. 1, 202^ ; si (diu v0£[eUtn) weltent aUe grüeien
im den Meien. Bf& 2, 84K 'wiUekome her M^eT MS.
1, 57>*; <att wiUekome her meiet' MS. 1, 59"; '«ö wül dir
lieber Simmt das dft kofnw biatl' MSH. 2, 316i*. Jioch
ein lied in Eschenimrga d4Hlkm. 458 Jiai 4en xdienaang
'witlkammen MaieP ) .
Qm eintreffen des Sosamers erfolgte aber nidbl auf
einen beaümmten tag des jahrsy sondern wurde nacb £u*
füUigeB xeiehen wafarg^anonmee , aufbebenden, blumen oder
atttariganden V v^lo. .das biefs den Samatier . foden : ^kk
hin .tfan Svmer mmdim\ MSH. 3, 202b.
Wer MeA irHen 9ioF achMile, aiaigle es. an; dasigan^e
dorf Hef binw, die bafuer» steckten :die blnme^ auf eine
Stange und tanitlcin jdarum* aucb bperiroB balNttbari le-
bendige lieder gedicMet, MSH. 3, 298« 299** S vgl/ 202f
(den dralen vtol sobouwen), , dieselbe f#ier beac^eibt H^
SadMl IV. 3:, 49£.; um, die erste mmtn^blme. wird.ge-'
*) gramm. 2. 334-340, Tgl.Nahtolf, Diterolf, EgisgrlmoU (8.218)
Fasolt (s. 602) Mimerolt (a. 352) Itoboll (a. 468).
^ **) ein mhd. dichter aehildert de» kämpf wwiMckem Mai und Heriii
in einer artigan eriSh|ang -{fragm. 29)« die aber , von. ideai mjKlJiiaehea
gai^iei abliegt, vgk MS. 2> 105«, mabr dabia f eblif |l H-Sachaeni ga-
dicht 1, 420. 421. ein mnl. spei van den Winter en<i^ tiomar atehi
gedr. in Hoffm. hör. belg. 6,. 125— 146. .
^ ***) anch die fries. geaetce afeflen nacki nqd. »Uue^ xnaaromen:
*«i illa tenebrosa nebnla et frigidiaainia hieias in hortQft et in aepea
deacandil*. Biohtb. 46 (huaraa thin thwtera nacbt 'aa4 Uli ttAdkaMa
Winter ur iha tüner hlelh).
< •
I/-46k:' •■ ' ' ■''
Dtfs man auch den ersten maÜkäfer feierlich einholiö
wurde e.. KtY'Hiargeihan , und noch herite wurzelt nnver-
wMtKci unter deVi kntbeh die Inst auf diese kM'er jüg j
n niMiMn Wid mit ihnen %ti spielen.
fibeneo wiird die er^Üf schwalbe y der eriie Horch att
fhOMhg^te {Sff^Xtt^ iai^s) begrülkt und empfiingen.
der sebwäfte rliekkebr feierten schon Griechen imd RÖ7
»er. AlhenaensS, 15. p^. 360 theilt ein jeXt9o4ftüfia mit"*]^
di»''aitf 'Rhodos die idnder absangen j eine sckioäSbe her-,
omlragend undefewaren sammelnd. Noch henie lebt del*
gebraneh in CMeehenlanA am ersten merz laufl die ja-
gWA Eiis»niiilen y durchsieht alte sirafsen und singt ein
MeMicIies' fHIhttngilied^ die Singer tra^n eine aus hoU
geeehMiM BehmaiM , die inuf eiiiem cytindef stehönd da-
bei ua^gedneht wird^). *ldfimdiäe primoe S9i^ Hdi-at.
eptet: 1.7, 18; * Dafs man aueh bei uns scKon ' im mitüel-
alter auf die erste schtoalbe achtete^ lehrt die aberdfiu^
Useiie gewcfhnheit -(Hhh. s. im, abergl. no. 217] bei ihrer
eHiliekung kahtenf aw der erde zu graben, das schwedi-
sehe' Unmrölk« 'bewüKoitfm'l. sile mit dreimaligem jnbelruf ***^}.
BeÜe isehwadbe und storch* gelten *far heilige, unverletz-
lidie Werh. ^Wer den Griechen 'die einkehr 'des sto^^hs
ziNml tnstfifl'e^ eihplehg botenlohnl Noch im rorigen jh;'
wtren iHe thtrmeP mwicker stfidte Deutschlands atigewie-'
gM/den «ihettrfew /ri»liiiff^»erotftf 'anzüblasfen; wofür ihnen
Ost ebrMIMinli» ans dein 'rafhikeüer verirbräifht wiinrde «***<>*);'
Ein epigramm von Joach. Olearius beginnt;
: jr^f; b^etüff nfifjiit,, |;ei^iUq^e cifmia grmiß, ? m •
: .aspeff« duaii polsoxfrlgore cessat hieAisf). ^ . -< >«
aacb der ktikuk -'klitin «las ansagef "des frttKlings biEltrachtet;
wetfifen'^s. «40)," wie ihn tüas ahengL lied^ auffördert: . sü-
nkä^ ib 'icumeh in thude sing cucut
_^' Diesi' Mommer^terJfündigunff durch gesänge der. Jugend;
fiädel 0Ddi jetzt #der fand weiiigstensi in den letzten jbh.
:r) Ilgan a^ii8<& pkilol^ l/l6fc 2aUi fericokclr. I, $3.§a Seknel'«
dewia» deleisl«» i,^ 465. 46& '
*^ PatfHal 2i 156. djbe. pr^im. xvrm; TolUtlndi^er bei Theod.'
Kiad p. IZ
»• •«**) Waaterdah^-p. 15;
****) alpenrosen. Bern 1817 p. 49. Tgl. Hebels. lied der itorch.
''^yVeffttock Ifltü, tgL Jdh. Praetorii iliarcbs .^nd 9ciiw^lbenvif|r. .
terqoartier. Fraaef. 1676 p. Ift.
46*
»stf sommim^
iTn«
:m:h
und deutet auf uralten grund. was die minneatnger no€i%
in isiftf^ljchepi wefidongiBa von 4em .alteo' 4tllh|> wd eiiizug,
der^traQs^e, gflte und ^re des königfi^^epi otttr gdtttiohw
Sommi^ . ahnen lasa^, ()as. wir4. ipi de» hMkmdei Sitten
des Tolks, die auf die baup^che. gehn^^ n^h rwi .nm
renrKÜfNlpdtgt. un^l , . erlämert 4Ü« . gc^Nräll^ «w4. äeder
sjuid ma^lgfall *). Ofit wiifd blofa ein taranz, eine pnppei
ein tht^ iii) kprb h^runjfgetfagefi upd. Wq • h^QB ra baua
die, gäbe eingefordert;**). Hier trage« kind^ .eiiloii kßk$^
dort einp .AroAe. p^er.,ein^ /tiqki iinihc(r***^|| wie mm
in Polfiq zur .«eil der co^pda d« h. DfiiyaiNrsi.eipen auage^
stopften v>olf getfchfinki» samnieln4 umMgH' (Linde «.y«
koleda), , 4^, si^ .keioe wandertliieFA^ und i«b. lasse un-*
en^chi9^en^'i)nit. wßi^heiin fug sie .<^e sckniUi« oder de»
stoi:c|^(.y^rtretenj oder ob sie iiberbaupiv cttvas anders be-^
deiif^f sollen. de§ Angebend^ sommers ist nur m. eiai«
geji^ wogten, und ufpndiingen des, Iieds>: oder: gar; nicht
geid«cft<;.
.Oft ab^r. bildet jdje, .einsanplung der gaben nur Am
schlufs,;ejn9r vorausgebeQ(ien.,sp9n volleren baedliiiig, iroren
auchr jüAglinge und Jungfrauen. Ibeii nehmen, >Em ver*
inun)terjS<wtm^ und IFt^^, jener in fipkm.of^w äi^
grün, di^spr in strob oißT mops, gi^klei^ft, 4Relen mi
und kämpfe solange^ niil,.eipfinder, bie. der Scßmer eieyfv
danq wl^d d^m. zp bodeii geiforfnea« Wieteirr »seine ibflSUe/
abgeris^ftn , , zerstreut, up4 ein soniperttGher kfSinß oder
zweig umheirgetragen. H^r- ist . al/so . wieder^ die ereile idee
^ am fleifelg^^ fH«wol lehtl zerstreut unil ^ unordentlich, hat
lie geflammel^ CinBL IUmc Sekmidzu '6Wtewh {ei jotarnal tod
iip4 fqrJD,. 1787. U IM** 19% 4aOlr-48S.i 178a l^ElM-^57lv tr
409- 4)1. 1790. 1, 3I0-3U^ 179t, 10p2; in den duBitch^ m(^
nälsebriit 17^8 2, ^— 6t; daEiei werden eio^ menge llterer um)
neuerer schriftsteüer zur bewihrung angegeben Au'clilst nQe|i ein
fiülMnir aufiatz Jm fonrnal von und fär D. 1784.' 1, 282 :zn Ter-
glekbeo. JKözctoBt fiodel.ticb i» KränUi' etfeg|i4D|^,vS8«,6lil HD^ W^
ters Iduona 1812 p.41, in Böscbingt wöch. nachr. 1, 183 — 186. 3.
166 und an andern orten, die ich, wo es darauf ankommt, weiter
anfäbite/ fiie b^ldoe .frührten abhmdludkgM sind >tw Paul ^Christ.
Hilscher de.ritn dominicae laetare, quem ¥ulgö-i'appeilaBt' deif^ tod*
anstreiVeifu ^.ipfl„J^9fl (deaff^b .WW),,ua* Jo*. jC^^ ZvulSer de
dominica laetare. Jena 1706. '. i
*
**) es 'ist heilsam den wommerkmJem dei asMiAr mküäuAifm.
abergl. 1097. , - - ... ..
***) Reinhart einleil. p. ccnx. ej^er ufagistragi^f^ htiP^ (alfM^*jäw
schwalbe) gedenkt auch Afhenaeus a.^^^., ;j'- , .„ .;, i
■
• **-
<Mte8 krä^ ^<Mr siriß^ iWiJaten'beib«^ jArs^^WaH^ir;
«iiti dem der So^ktner siegreitflr' herVot-g^ht, in d^Hi 4er
fraHM^ Wlei«^: d«fs iWIk sriW gleichsam den züsch^iuen^
den clmiur idi utld'bticjU in deh ^reb des ttb^Wiii-
der« «M ■."'•• ' "
Die ebM gesöhtideHe sWeteirt ttaifptsft^MicIi hi gb^
gwdeti dbtf 'mUtieretf Rhäins, jekis^its ?h deir'PMIz, di^^
seits 2wi$eh6to Keckar «iid IMiii, im Odenwald. Aüts den
f esMg^neli Kedern tli^ite idh blöb die bezi^harigsvoileta
itsiten \«*l:^ : . . * -^ , -1 .:... ' ■ '< -
tmiirif^ der äMMtier d^ M'db;
' > wir >t|iMleii biitatri) lÄ gmdh
^d >vroltetl ^ £lMMi«^lf Itrant^J ' "^ ""'*''
• »Wb^ woiten bibttr di^ ^mten ' ' • "^ ^ '. z^^-
und wollen den Sammer %^dk^. '^
der WnUäH" %M Wrl&i^\ ^ *^
' näd Wl^r IlicM däzA Itomitil »
den sdblajgi^ #ir mit l»ta«ij|re^. ' '.
anderwftls: jajaja; dör SoÄimÄ*«^^*) iüt: da," - '» '^ '^^^
' ef ft»^ id^ Vnmer mt augHk 'äUk' ' ' ' '
und jagt <fie bM&tti i^ttr'sMbe ^Mntfds; '^
oder: Stab aus! deM W^mt' gOm tf« m^ äk^^\
f>eikhen,'¥d9enbhmen,^ i > .'
schicken den Winter übern Rhein ^
bringt uns gaten kflhien wfeiir;
Mch": irioien üäi m ^bkihefk ' '
liriirgen m^ den SöHmer, «vi
der Sammer ist so kedk
und wirft den Winter in den dteehi
oder: stab aus, stab'atifir, '
blas dem WSf^ 'die iH^il^ mü 7 *'
Solche gesUil^^ tidd sKlier tiut<6b tätigt jabrHünderte ge-
gangen; was ich voflrta* ads uAiidrri diehterii des 13 jh
angeführt habe, setzt Ae ihräm wesentlichen ftfihalt nach
▼orMs. liÜeS ist gatizbeidnil^ch gedacht dhd gefallt, der
herbeigcAn^te , ans seinenfi schlaf geweckte; tapfere 96tn^
mer, der ttferwntrdfle, "in dfen fc^rth hiedergeworftte, fti
bände gtlegfe, Adl stfib^ ^eäöHIagni^, geblehdete/ aüsge^
triebne Winter sind halbgötter oder ril^lsen deis alteHhühis.
^) für ^itfmer ? vgl. BäHag (k 202: 20fij f ql: bnüar, tftid t*g s. 699-
^) aach UtafH aus' oc|ei^ *sta.mous\ unk ^heib älüf h^ aus', dem
WiaHer ist eia Haft um/ itcrlydiül Tielleichr ito«5aia ss auf'Uad dA-
TOD (Sckm. 3, 602J. ' • ' ' ' ''
1
72^ »OlWpt .IINP iWmTm
Der pßUpkm. wird erwitet in dfutlichcm beivg: auf 4m
empfang des Sbinoierfi, An einigen erlen zi^en die> kln*-
der mit $pei/sm, g^chäUe^ siäb^ih Itölzernen jibelii aad
degen aus,, entweder in der at>^icht deni Sonvner jw helfen
und mit auf den feind loszuschlagen, oder es kdUMU aueii
die stabtriiger des Widers fefoige oder ingfpinde darstel-
len sollen, weil nach altem gebrauch besiegte und gefengse
mit weifsen stftbeu, entlassen werden (R4. 194). Biper
aus dem häufen, der knaben, ein erwi^ha^er. an ihrer spitsf
•fi Stroh gehülU stellt den Winter ^ ein andrer mit efkmt
verstiert den Sommer vor,, erst-, kämpfen jkeide aoMt ihren
holastangen, bald werden sie Jban4gf»iAWi wd riegen so
lange, bis der Wintcir niederli<9glt . Qfl4 ihm das strohUeid
gbgeaogen wird, unter dem kämpf singen die übtigen :
Stab aus, slab aus, .
stecht dem Winter die fttigen fml . :
das ist völlig das rauba birahanen, br^sti gewinnen, cae-
SOS spoliare armis der heldenc^t ; dae granaame augaos-
stechen tritt noch tiefer in das al^rthiim aurüokf). das
wecken des Sommers ist wie das wecken der SesOß^ <
Nach beendigtem kau^,^ ,wemi dßr Winler in der
flucht ist, wird an einigen^ orten geaungen:
ßQ. treiben wir den Winter oiml. ' w
durch ünsre Stadt zum Ibor hinaps,.
hin und wieder die ganze handlung aiiaammengedrüngt in
das geschrei:
Sommer rein, Winter nausi
Jemehr man sich über den Odenwald. wrftck dem i»»
nern Franken, dem Spessart i^iM. der BhOn. n&h^it, pfle-
gen schon jene werte zu lauten: . .
Stab aus, Stab au^, .
' stecht dem Tod die äugen aus I
und so heifst es : wir haben den Tod biqaitsgetri^ben ,
den lieben Sommer bringen wir wieder ,^
den Sommer und den' Ifeim
mit blümlein mancherleien«
Der Tod tritt an die stelle des Winters ; man kann siigen,
weil im winter die natur schl^minert i|qd auageiWl^
scheint; vielleicht hat aber auch frühe schpii ew heidnisQbef
nanie des Winters ißt chrifAlii^en verstelluBg von dem
Tod weichen müssen.
*) die mhd. liader tthnmeo : der Meie h4t ilnea Mpkaft af deo
Winter verxloeJkef». MSO, 3. 105^; Mai hat den Winter erdaaem.
Hätalerin 1^1. 58; vehim wil der Winter kalt geg ea dem lieben Sa-
nier. MSH. 3, 423«« .■ „» ,,. »,. . ■'-.' .jv'
U tl*f fraiYkiselien Bedern, fe. h. dem NUmberger, wird
ÜwA ab^ des Sommers gar geschwiegen urtd der gedanke
des autffeirielmen Todei desto stfirlier hervoirg^fiobeft ^.
landmfidchen tob sieben bis achtsehri jabreit' !n ihrem
grötsten pulz durchzidhön dort die ' ^traJscfn der ganzen
sladt and Vorstadt; aaf oder nnter dem linkeri arm tra;-
gen sie eirien kleinen dfben ^rg, aus welehetn- ein te^
chentucb herabhängt, unter dem taoh liegt eine puppe.
ärmere Kinder' tragen nichts als eine offene sdiachlti, worin
ein grüner bnchenzweig lie^t mit in die höhe gerichtetem
aiiel, woran ein apfet statt des kopfs steckt, ihr eintöniges
fied beginnt.
hent ist mitAfsten,
l M
Wir fragen dbi irod ine wassety wöl ist das. *
unter anderm: toir tragen den Töä ins ioaesery
tragen ihn nein und meder rans^y'
' tragen Üin vor des Medermanns haus.
woUt Ihr nns kein schmalk nicht geben,
lassen wir euch den Tod tiicht sehen,
der Tod der hat ein panzer an.
< • t
*) Sah. Frattk« <we1tbacii öl* wbildeit den firAiWiHsh#a «it^
iMMslitibraiiak «»{ 'hahA« aii«k ir vier •in Jeilack bei deaMtfr fipfeln
und ein iCrotnen fsgenachteb buiten inhoienuDd wamm^s miteiiier
lanren, wie ein iodten man^ schwingen si in mii den vier %ipfdn
muf m. die höhe and entpfihen in wider in daa leilach. da'a treibeb
•ie durch d^ ganz ttadt ZA aiitterf^te« maekeqt <>■ so eCMMeiv oH-
ten ein eirainen mum oder Anfsaii, angethon und zügericht wie ein
tod, den fr«^Mi die Tersamleten jasgen in die nahend gelegnen dör^
fer. diese winden Ton» etlielwA aehes tfin|>ran|fen ^nd «Mi darren
hntzlen, milch und erbifs gelabei nnd gespeist. Ton.deu andern« diie
ea fqr ei^ anzeichen zukunfUga tods ballen, ühel empfangen, und Ton
iren hofstalten getriben mit scbeltworten nnd etwan mit streichen*.
**) bieidurcb scheint angedevtel, dnfs die gollbeit des Todes bei
der was«0il»acke nickt Temtcktel, sondern ihr nur dio ^man^rigdai»
hfk dea folk« iiWbar gemacht weiden soU. der gvaosvn^ Tod h4t
das jabr über manche Opfer geholt, jetzt wollen sich die. menschen
p;leicnsam an , ihm rächen. Dies greift in die oben s. IQ angedeutete
idee : wenn ein gott den erwartungen nicht entsprochen hat» so wird
ihm gedroht, sein bild in^ wafser gelancht. So warfen^ üie Frank-
linder beim miswachs des weins s^Urbans bild, weil er keinen wein
fescbaft bat (Fiecharts Garg. \t) in den bßch oder tu den hoth (Seb.
'rank 511^). oder in den waßsertrog,, selbst ichen, wenn keii|e reiche
Weinlese erwartet wird (Agricolas sprichw. no. 49& Grälers Idqnna
1812 jp« 87). ^ Nicht anders warfen die Baiern. den, b^il^ LeonWd bei
seinem feierlichen umzuff mitunter in den hoch (Scbm. 2» 473}.,; Be-
kannt ist, wje die Neapolitaner noch heutzulag mit ihrem ssn Gen-
naro.teirfaliren, oder die ^chiffer im .stnrm . s, Jacoba bild mishan-
deln; aadai^r beispiele su ^escbw'eigen. ' '•
n
:7^ T:Q9^9813MlW
AWilicb^ gfiMpche nni lieder hßjaui^ami im ^iNoicea Fran-
kw, ixk TbüripgeQ« Ifeir^^ii^. Vogtland^ $9^eaiw und An-
sitz» der einmalig de^ U^dß wAcngeU:
nua Ireiben wir deo 7ad aus *), . .
. , , dßii alten, foeibem in das haMsl - .
oder :..binter;i alte .hirtenbfias **),
. bernacb : bMtea wir den Tod laicht auijfetriebm
war er. das jabr noch iiiiie gebliebep ^**).
, Gewöhnlich wurde eine ptype^ ein siröben»es oder Ad/^
A^mi««» 6t/flf herumgetragen,, «n^ wass^, in einen iümpfel
ßeiDorfen eder ceriraf^; i^ar die %Qr. wei^ilich, «o
iriig sie ein knabe, war sie männlich , trug sie,. ein. mäd-
chen. Man stritt darum', wo sie giQi^iaclit ^n4 gebunden
werden .sollte, aus welche« J^us Sfe hvrfjQrgiSfbfwH wurde,
in dem starb das jähr Über uic^and. Dj|fd,^den,To4: y^Wt^
werfen hatten, tiefen schnell davon, aus furcht ^tdafs er
sich wieder aujrafie ^ und hinter ihnen .^er komme ; begeg-
nete den heimkehrenden vielii, ^o :Sohl^gfn ^& es. mit stfi-
ben, im glauben, dafs es dadurch frucl^tbar werde. In
Schlesien wurde häu% ein blober fymnenbaufn ffi^i sirc^'^
ketten y gleichsam gefesselt, umhergeschleppt. Hin uiid
wieder trug ein starker mann, mitten unter kinderh, einen
maienimmi ^^^^*). In der Altmärk biril)eB die^Wendefidör-
t^r beS Salswedei, zumal Seeben (wo audi tioeh jenes
Heniiil galt, s. 711) folgenden brauch bewahrt: knechte
und mägde binden auf pungsten, von tanuf»sif$eige9k , siroh
-und heu eine grofse f^t/ppe , dier sie so viel ids . möglich
*) Luther hat das iiad auf die avtlreibasg det fiabtts pirodiefft.
itwtn. T. y. f. D. 1787. 2, t92. 1^8,
**) 'dem alten Juden in seinen baueh, ded Jungen ib den racke,
daa ist sein ungelucke, treiben ibn uber'berg und tiefe dial/dal^ er
nicht wied^rkotemen «oll , treibeD ihn aber die beide» itaa Ihun wir
den sehfifern zu' leide^ wir'giengeti durdi dedt^äa4» wald« da amh-
gen die tOgel jaDg< und alt.' Dan allen Joden :^rül Fiaa Ma^mmi
(edda 2, 13S) für einen ißtuim gehalten haben. ;
***) J. F. Berrl über ein^e in der igeg6nd voti' Erfnrt' geAindne
altertbiimer 1787 p. 28 hat die seile: * wir (ragen AenKrodo inswas-
ser*, gesteht aber nachher (journ.Y. d. f. D.I'TBt. 483.484), dies be-
denkliche wort als eigenrnSchtigetermutung in den text anfgeoöinbäen
zu haben. Um so TerdScbtiffer ist in H^bachs nachtrag zum arcbfr
ton und för Schwarzbnrg/ ftildbnr^h. 178p. p. 52 folgende Strophe:
*wir tragen den allen ihor bJna.t^, hinten alt^ hirtenfaaus^ wir hab^n
nun den sommer gewonnen and Krode$ roaclit 'ist weg|[ekoimn)en'.
alle ausdrücke der letzten zeile Terrathen erdicbtung.
***^) zu Leipziff tiar das fest im 17 jh. so herabgewürdigt d^fsman
die Strohpuppe durch huren umtr^jen nn<i|^ luti TfPi^Hf^i W.Cf len li/^ia^
MM^iclie .fe«Ml \9fihe9t4, ffmflhr.«rit MWnmen bekriwt
wird, die pmgffi «ttfreoki sHzand auf ider bunten kuh (wü^von
aachher) befealigl «ndi ihr zQletii eine aw . ellecnnolz g^
aeliwüBle pfeife in den mund gtt^teokt. «o ftthrl man «e
ine dorf| wo alle bMaer. eni iiind aeagam aperren und
j^der die.kiMi jiips..aeiiiea(i hol wegjagt,- eeJImge liia die
ppype keprabÄIU edet in ^tMf^e g«ht %
Ana. dar Schveia tbeittnnaTeb^ 425.426 ein toI^
apinl in reimepi mit, dTe i9<^w#iflkQ)ite ;herkmift .Yüsprratken,
Hpd «e» kaippflied awisoh^ Spmmer «nd Winter e^tbi^Uen.
den JBamm^r atejtt ein mann im blofsen bemd dar, in der
einw baiid^eipen mü bAndern .und früehten geaehmüekten
hanpn, in 4er andefu einen vialliBob gespaltnep «knöi(el b«t-
tend. der > Wk^ trtgl warme, kleider und einen glei^lmii
knlMtPil> iiieide laehlagen einander .auf die sclputtem^ dab es
innt vnri^chi^ Jeder rttbart $ksb und «chilt 4m m^em* nnr-
letzt weicht der Winter und erkennt eich lüK b^^t aet-
chea Wettstreits gedenkt auch Sebm. 3, 248 nna Baiern : der
Winier iat in pete gehüllt, der Sc/mmr fttbril einen grttnen
zweig in der hand und der streit endet damit, dafs der
^mipier , il^n : ViJP^e;* Jtur tbür MufBua wftj M Ostreich
linde U^ dm gebrancli nicht erw&hnt , docn scheint ,er in
Sitep und dena angrenneiiden kimtniaeheo gehirg>ekannt:
die fcuraUie' theiiett steh in nwei hänfen, einer tW^t wintei^
kleider urfd Schneebällen, der andere ^önd äommertitlt^,
gaib^elD päd sensen. nachdem sie sich voi' '.flen häusern
eine weile gestritten haben, singen aie ^ulelM vereint den
preis des siegenden .aeaMnerb ^), es geaohiehl iaa mers
oder auf MarM tiohlmesse.
Einige der angegebnen landschaflen haben im letzteta
jh. das aUe fest dieser sommerverkundigung durch besie-
aung Winters untergehen lassen , einige nedi gegenwärtig
erhalten. ^Frühere jhh. .m^gen es in Midinm deolacken
airichen gesehn haben, in welchen es selbst nicht historisch
nachzuweisen ist, wahrscheinlich entgöhn mir auch einzelne
nachrichten^ In Süddeutschland, Schwaben, Schweiz^ Bai-
ern, ÖstreieJi, Steter sind idie gesange no^ch lUng^und
fdrmlicber, de A die Sitte selbst weniger nai^ und kAendig.
in Niedei'hess^n , Niedersachsen, Westflsien, Nierteriand,
Friesland^ aMo dä^ wo die o^terfeuer im schwang blichen,
>i n fcJ 1« t
*) Ad. Kd)iq fi^ark. ^agen i. 31& 317*
**) Sartori neneate ft«ise dar«h Östi^i^h. Wjea Idtl. 2l 348.
das •teirii/ichft 9MfM|fefl fiadiel awn llbae<k'. in VoMshinf» Möahr.nacb'.
l,226-^22a ■,;.! : ..,.,..! - .; ,i,.. . • V
730 f0DA»S¥RAQEN
liabö iöh dto • sbMi^rflntohdigQnf Aiftt ^r Hidit ermttretii
köittien'; dafür Werden wir in Norddeütsditadd den mairitl
und das maigrafenfegt viel feierlicher ^ntfMtlßl finden: eib
die aommerankllndigiing aioh ttbär die PMz hinbus iü dua
Triersche; Loihringisohe, naeb Frankreich eriftreckce/wcfffii
ich nicht sicher *). IQar ist, daft weder die proteMntiseke
noch die catholische ansieht anf die Iftngere fortdaner oder
das frühere erlöschen der sItte ^nfiofs. Allerdings Mit
auf, dafs sie sieh am regsten gerade durch die mitte
Deutschhinds zieht und hinten an slavisehe länder lehnt, die
ihr gleichfalls huldigen; daraus darf- aber nicht gefolgert
werden , dafs Sie slayisehen Ursprungs war tmd yon fflaren
bis über den Rhein hin eingefftbrt wiirde. Wir missen
erst diese slevischen gebrauche nfiher betruditen.
In Böhmen ziehen die kinder mit einem sirokmaiHi,
der ien Tod vorstellen soll,, ans ende des dorCs, und ^er~
trennen ihn, dazu singen sie
giz nesem Smri ze wsy,
ikowe Leia 4q wsy; .
*) C. H. Schmid hat freilich im jonrn. t. u. f. Di 1790, 314. 315
ein TerzeiehAitf der länder und örter aofji^fdlt, wo Wfater oder
T«d ausgetragen wfcrde,. darin sind aaeb niedtrsidiiisdMv meklen-
bnrgieohe, ja friesiache gegiBiideii namliaft gemaellt beir|ihf||Bf dafir
manselt aber, und. ändjere ähDlicbe gebriache» de&Q|i gaj^x die indi-
tidaalität des hier abgehandelten fehlt, werden damit yermischt Aug.
'Pfeiffer (gb. zu Latienstein 1640, gest zti Lübeck 1696) in ded eTang.
'erquickungsstanden Lerpc. 1698 p. gedenkt des Sommer und Win-
lerttreiai, aber ohne den, ort zu bealsnimeo; nii4 er wohnte langet
Schlesien und Leipzig. Henr. Lubbevi (prediger stf 'Bablendorf bei
Lübeck, gb. 1640 gest. 1703) schildert in seinem fastnacbtsteofel p.6
einen merzaafzug, keinen maiüchen, hebt aber die wesentlichen züge
nicht genüg herror. ich setze die stelle (aus loh. Pet Schmidts f£-
stelab. p. 132) her, weil sie das gewis nicht utowhrksame eifern der
geisdichen gegen ilie lustbarkeiten des Tolks last so; eharakterisiSaeh
Kaigt, wie die a. 237 ff. eiffgescfaaltete, um SOOjabr filtere, declama-
tion. 'im yorigen jähr dominica qninquagesima (vier wochen Tor
laetare) bat ich abermalen einen jeden öffentlich, man möchte doch
einmal solches heidnische wesen einstellen, aber ich muste leider
erfahren, dafs es die gottlosen weKkinder noch firger als zuvor raaobo
ten. Da giengen nicht allein die HtHter, lange mU grünem kmb Ae-
lOMfifiefie ilechen tragend in den hlusem herümb, und sungen aller-
hand liederliche posseo, sondern sobderlich die knechte, unter welchen
einer mit einem grünen tceiberrock behanf^en war, gienffen in zweien
Parteien mit einem dndelsack durchs dorf Ton haus zu naus, sungen, .
soffen, tanieten und raseten in den hfiusern als unsinj^ige; nachhin
tbaten sie sich zusammen, sotfen, tanzeten, lermeten etliche nSchte
durch und durch, dafs man kaute dator schlafen konte: Beji solchem
'<l^nh>sen nachltanie^nden sich aueh einige Idehtfertige 'ttSgde, nnd
wohnten dem terfluebten handel bei.* ''-- - •-• t '
/ronAosmAOHN m
öbiljcko zclenel
d. h. gchoB tragen wir den Tod meiern dlorf, den neuen
Sojnmer.in das dorf; wilikominen.liQblidiier Sommer, grü-
nes getTMieleiol AndeiWitto üngt mn:
ßmri^plymm po wodS,
itume iMto k nüngede^
der Tod flGhwimmt oof den «raMor, der noiio Soomier
ftbri SU uns..*) oder:
Anrl gsoie wim sanoriy,
MOioo Le^ pf iMfly,
d9ii To4 habM wia oooh forlgetrag on, don aonen Sommer
gebrachii; in Hftbr^a ober:
^ ooaem, Msom Mdhmii
wir tragoD). tragen VaMnaw Andere Slaven amyon:
wynoMnei wynoaome Mmimienäu;
.wyoieoli amo Mutienm ao Ivoi,
prjuedianie. Jtay o^iey do wai,
wir wollen Mamoiiienda aoatragen ; wir kiiben MMena aoa
4em dorf und d^ juogen Mai ioa dorf |F«tragiaft*%
2o Biolsk in PodlacUen lorsftufeo aie auf todtenaomHag
dnen aw lAofi/f 4»doir htikm ye/boMaeii göl9m, naohdem
er durcb diO; stiidl gdtrafM iat, in einem nahen aompf oder
weiher und Bingen itazui mit Magendor ativiaM;
«Sai^c.wioie'Bie po ptoftn,
d^ Tod webt am aaun, den atvudel auehend. dann lau**
fea sie eilenda beim» IumI wer dabei ftUt, muCi ilas jabr
ftber atmrbM*^*^)> .Die. Sorb^ bider Oberlanaitn lerttgen
das biUimts ßlrok wuthadtm; die die letate leiebe ge-
habt, moCB 4a8 bemde, 'die ietate braut aber ien achMer
Qnd die. übrigei^' lumpen dazu bergeben f); daa acbeuaal
wird auf eine bobe Stange geateokt und von der gröfaten,
*) Celake^kj tlovansk« narodai pimaXi Prag. 1822 i. 109, wo
aoek amlere reime aogefükrt liad.
**) J. KolUr ipjewaokj. 1, 4. 400.
*?) flanoack siay. "myth. 413, Jungmaüfi 8. V. Marana, der dea
pöliiiaebeo reim folgenderma/sen böbmiach auadrockl: Smrl wige po
pjota, tttkagj« kkipolu.
t) IndJeuL aöpcrttiL 27. de nrnrnherü dB ammms fmeüt, 2Sv faae
per campoa portant. Die EhsCen pflegen aar neujiibr eioen götsen
Ten atrok in 'geatalt eiaea maunes za machen, dem aie den namen
«eteüb and die kraft beilegen , daa vieh f er wilden thieren »i. bc»-'
«ahfen.QBd üve grensa tm fafiten« aHe asa dem darf hegleiten and
selten ikn aaf den nickaten -Imimf'^ |Tbam;:Iiliva.mi40.. . " . >%,
stärksten dirne, in vollem imt/toftg^MlgW. dabei sin-
gen alle: lecz höre, lecz )iore1
jataftate woiio
|Mm dde, pan idaiet
d. i. .flieg hoch, iieg hoch, dreiie di^h «ir, IM vieiisr,
fall nieder I Alle werfen 'mit slapnw %M Stecken, nach
ihm,, wer den Tod trift, stiriit diis j«]hr Hber niclit« so
wind daS' bild siun dorfe hinans im> em wasser gefragen
und darin ersfiuft. oft bringen sie ai^' den Yod bis atir
greme des nächsten doifs and werfmi lAn Xiiiitter j je-
der bricht sich ein grünes swtHgt|eiil , v Mb ' er auf dem
heimweg fnMriiohes nrales tffigt, bei erreiebiing ^ dürfe
aber wieder von sich wirft. zirwaUanMlaüfi^ihneli die jtf-
gend des benachbarten derfe, Warnt A^ssm f|Vtenze sie den
Tod gebradü batleii;' nwöh/ und- wjff/<aii tefiie*, Wcffl
ihn niemand duldBn ^1 ; hienmr gennbeii sie leicht in
Wortwechsel und seMäge^/ An asdern iavaftzischen orten
sind blofs frauen mit dieser l0d«Mlrmbiiiig besiDhäftigt, und
beiden, dakei keine minner. «IIa «g eUn ^(to Itfgs in trauef'-
schleiern und binden 'eine pupp0''m$r fMsk, der sie «dia
wetfies faemd tlberneireh', in die 'eine '- band einen ^esen,
in die andere eine «Ixense geben;« dväse puppe 4rageii sie
singend und' von steinwelfendai 'bnbto vtspfolgi;- aM*
greme des nftobsten orts, wo sie > sie isenrÜ/ieni daratf
hauen sie im wald «inen schönen hmii^ hingen das hemd
daran, und tragen ihn fajßim wiler gesänfen**). Dieser
iNAimi' ist ohne zweifei sinnbiM des «angefühüen Bommevs
statt des a«tgteträgi>en Todes. SeMi ein gesebmilckter bartim
iwird auch sonst von knaben, nachdem sie defi'Tod fort-
-gescbaft haben, im dorf herumgetragen und dabei san-
mein sie gaben ein. Anderwärts tragefa sie die puppe
•herum, geschenke fordernd. Hin und wieder lassen sie
:den stroMnann dew lernen im die feMkr gucken (wi6
Berhta ins fenster schaut, s. 252.]: in einem solchen haus
wird der Tod das jähr über jemand abholen, doch ka^n
man steh mü geid lö&teni, luld die vorbedeutuiig seitig ab-
wenden. In Königshain bei €föi*lir' zog das ganze dorf,
jung nnd alt, mit strohfackeln auf einen nahen beif , der
.tpdtenstein genannt, ^^o sonst ein götzehbild gestanden
haben soll, zündeten oben die fackeln an. und kebrien
siagend heim, iinief 'besüNMliger Wieierbolung: der wi)rte:
. > ^) sliusüi. «ag. von ITTO p/ 84» 85 iafi> eiaar hs; dt» Afarak.
**) Ghriit. tArnoldft «ihaii§ zu AIm.- Boimbs »uiitdnchMelieaD
Hetteadienst. BcidaUh . 1674»' * p«^ 136.* ! . > «il* t'-^
Görm umnMftBN i$i
daAf T«d Mbm fn$ awgMfiahenj >dt» MmiidittbiMfifeii wfr
Aldo nichl übutwä sUlbe man • tioh* uirtttr tfiMeiii aasge-
lriakiieii..gdtS€nbiU de» itatraoM. Whiler oder Tod vor;
s|l1Reiiall^^'i8l es Mek die ^itfMMsdke, den (AnibteiilhQni
weicfceiidß ^MMl , , : i«iflchtt das velic, in^ hNdber MW^i^,
«Hei! angestimmltn UageHedem , ra«. sieb eieaUlM. Dlo^
goas*^) Büd: neeh ünh andeee :beriehleiij aaf'kewijgf Mieds'*
kma feheiG» eeie» aUe gMzen im bind aerbroelreii' und
Yerbrannt worden , sur erinneroeif derm»' pflegei man iil'
mekrom -poliiiatriieQ Memjfthrlich. 0lmdl>>AIMsr der Vor-
aeafff wd Ziemmia aiü sisitige« befestigt oder adf schMf^
ii0tt> traurige Jiedbr aklgend/. feierlieb imii kumpf'^4et
lk/$ au ffhiie» and; iuenidti/bii^^; fMtbsam die leme
ilMim erwiesim hokUgvaf. DkigosB' ei4Mnin;tder Mmmana
' daroh oriMngMUn: sebeint Medi» ammlinitfaliei* Preeeels
und S^bidEiriks.JOdeilgmNn; iohleitei'deii awoMlii teai |KriiM
maiw^c, UHuit. imtsMttli,- maai mevanul' frieMi «b-, «md
stelle Ihr alai winlctflrM^ die eonaiMgOlliii Wiosfm\ Mhm.
Wnm gegwflbeir. aMrbmflrdigi' hmfst^ ea in der KMtghi^
hofar ha., e* 72: 'itodiau drahi vdm: ianMl)< po**'pulr r
fFe«y pq, MotMm^, eilie gattin' sialleBAvwir'haben anf'der
fahrt TM dar^Weabe Us^ znr.lioravet^ mni'SMiBse^ bis t^
wuMeir a;ae jßdffMiit. .Dm «tarfas oder iMcben' des g^tter-^
bilds ini4ii^:.lutibooehl aber nisbl gerade ada«' vergeh tnn^
voa deii.(QbriMee:>geaehbhen, «mderti karfn echeia im HeM^'
nisi^beii.- (mltua ielhM. bagrflnriet :giawesen «aett», ^a'der Ife^^'
geii8at»}.«ivt(lcbm Twinte»; ündi^somaiibriund di« ^riMbang'
diei«i!ideaniWien jegeeinkr folgehkaben: nKaste f ). ' '/
Tff • dm ! Toda«itNigeQs> war. die ifasuta' > doairiwlca^ ' ^da*-
dragesiimio:^ d* li^'der unwifttj UwAirey -odet wtUtfM^,-^
*) Antöos eifitef Tenr^hüber die kUen äfavea p. 73. 74. f
**)*faisL Mon« Mb. 2 ad v. MSv Mütth. de^ecfaovia chrbii. Po-
loa, II. V2Z, Med. Ctanar libi^Sa ad /a. 965. Mart. flanke de
SileitODüflPi ffOipiiiibi^)|L..jL2:L. 12$/ . :. 4 •
V) sttfh der rvaBJacJbe Wladipiir, jnaixh «einer bekebrongi^befiahhii
Pennia bild an 'eJn^n pierdeschweir za binnen, au achbgei^jund in.
den JMep^ ku hhf^, ' Ab man hernach den Howgoroder Perun
eheot» tM id^. IKWcAo« gewoifen hStt«, bägann dfeselt* Im airom '
'"h^ilibl ^aohburkait den tolhea .bmf aa janmeraw*
f ) die indiache KkW wurde am aiebenten tag nach dem men-
nenmond feierlich amgetragen und dann in den Gangea geworfen,
■m f3 maj^tfiig»» diai BioMaahen. iteaialNinen -Mu^/^Am« Mfweti
snia aubUcioA poQa.uad narfeu li» la die .Tiben Ovid. fdat 5,<62Ör
• tarn qmsuiaa ipttasosai tinaü dflailaera<-rboruiii<
miUere robor^p acirpSa ponte aolet '<• - ' '' ' '
m / ;8fMMDinBS'Tr.;>
hjilkfMtoii, a«r wfUtkm, es gisrad^ aich In Pakm (w nliH
ziele * srodoposUia) y Bohnen , Schlesien und der liBUftitt
fällt.* die Bdkmen nennen den tag «mr^MÜna, tNimrtnA ne-
dele, die Sorben ßmerdmka^ ledtensonntag, er geht' ostern
drei wodien vorana, wird alab fiat imaier im mens ein-
treten, einige vierlegen ihn eine' ^c^ch» 'frther, auf ociM,
andere ^(anmal in JMhmen) eine week^ apater auf jüdtcr,
ja ein böhoi. lied spricht von nMg ncmy (nenem Mai), aneh
in der Rhein und Maingegend ist aber laelare tag' der feier
und heilst dort smmaerimg.
Diese ttbereinkwift in der seit de» festes ist iinabweis«
bar. . den aUen Slaren , welche ihr neees- ji!hr im ineni
begannen, beaeiehnete sie den anfang des jahni, engletek
daa aonmerbalbjahrs , folglich ihres lete. 4en Dentsohen
die anknnft des aemmers oder frtii)ahrs, im mens kehrt ^
ihnen sterch nsid sehwalbe heim, bloht^das ers«^ veilohen. '
Allein dio Slaven kennen keinen kanpf ihres nnpersÜiHi^
dien lete aut dem Srntt, sondern ^Heser abgehende ^ aus-
getriebene, gott hat dabei die hanpirolle. unsern ahüen
war eben der beiden rieben streit das weseniliehe dM fe-
stes, und nur der verlierende Winiar gleicht jenem Slnr^,
der siegreiche Sommer steht ungleieh lebendiger dif: Aefser
dieser bedeutenden ungleiehheit der slavischeii kk(fr > mit
der deutseben, wie sie am Rhein und: iKeckar statt bat,
wäre aueh schwer au begreifen, wie sibb eine slawische
volkssitte bis in den Odenwald udd In die «ierriitffnilidife
Pfala bfttte verbreiten seilen, ^ eridarlMi sie -all Mtem^ obe-
ren Hain, im Fnldisehen, in Thoriligen nd >Meffiieiaf«e«la
würde. Noch entscheidender ist jedoch die ivalimehiiMmg,
dafs sie euch nicht allen Slaven, seitdem lebonf ii«r^ den
SoUeaiem^ Lausitzem und BOhaMn, init' bedeutander ab-
weichung der Polen, hingegeo gar nicht den Sttdslaven
bekannt war , wahrscheinlich auch nicht dein, in Pommern,
M eklenburg und Lüneburg ansttfsigen^ . Wie den Baiern,
Tirolern gebt sie den Krainem, sSriermärkern/ Slovaken
ab; ebenso den Pommern und Niedersachlieit'^i. Uiite^ Slaven
und Deutschen hat sie nur ein mittler strich des landes^
ohne aweifel aus gleicher ursi^che, bewahrt. Ich leegne
nicht, dafs sie im höheren elterthum «dfen slavis^ea*
Stämmen, wie aUem deutschen, gemein gewesen sehs ktane,
*) jene« holileimsehe ens^kn^ (sMaau) nil dem fticka (s. T24)
soll nach SehätMy 3, ig& im sonraicr, mo eidhl aaf litai« gestkeha
lein, und das gesaogae IM hat keines •auidrAskMshee' besag auf
aommer and winCer. i - ' "
"^*^.^^^ßi^.V^ SWt^
mal weil^ttharU mid anderer ftltt^r<i linder,. «gUod für Ost-
reich, seugen, dann aber» weil in Scandiiiavl^, England
mi steUe^weiae in; N(Mrdd#itacl|bHid,:dia aitte. daa» JfoirMi
a^kay^ty .- dia iaeh y^lllMHiimfin dep rhewaotien aomnerr
lag.im 4iierz .idenlificiert.
Olatta Mag^pwa 15, 4 aneldei: die Schweden wid Gpihe»
haben einen bratticb) dafa in den atätten die obrig^Keit di^n
ersteB tag w^§im$ awei geach wader reifer vpn ^tarkep
junjten gesellen und mttniiern veraammeln UifipC, niekt an«*
4ei» ab weit . n^an nu einer gewalligen . achlaeU nieken.
d«i ein geaokwader hat einen rittmeiateri welcher unter.«
dam niunea dea TFintara nnt vU peAien nnd ffefm§rkm
khidem angallian nnd mit einem wintet^apiefa bewaimet
i^t: . der reitet . hoffertigücb Ua und wieder ,. wirft aiakme-
ballen und ^iaschemel von aick, als wolltia er die kelle er-
Ungern y macht sick ganz unnütz, kei^egen hal daa jAder-
gesch wader anck einen rittmdster, den> keifat mnn den
Blummkgraoen, der ist Yßu grünem geMp^, lauk »md
blumef^y bekleidet, ituck mit andern sommerkleidernr an-
getbaii und nickt fast werkaft, reiM mitsamt dem w»»
tarbauptmfinn ip die Stadt ein, doch' ein jeder an .seinem
beaepdern ort upd Ordnung, baUen alsdann, ein offentlicb.
siechen und tnrnier, in dem der Sommer den- ffinle^
über wind t juiid zu biMlen rfnn#l;. .Der Winler und seia.
gefolge «werfen, um sick mit.a^pke und funken, dm «ain-^
ni9rlicke..^aiade wehrt sich. ,mU birkenmaieu und auage**
schlagnen Undenruten; endlich wird dem S^miaer VM diM
ttm«teheu4en. v^ der sieg augewr^ochen.
Hier. itlMgur keiue anspi«}ui^, auf dan Tod » altea ^di
nach deutucker weiae biafs.^wisieb$en Sommßr und Wm^\
ter abgfitiMUy nur bat aick der ,einfiiclifi%euEEaig unsmrer
laadle?Ae .uiehr ippr.ein tnfniemrtigeageiftringeidea reichmren
stadtl^fs verwandeli; dafüi; ipimaAl neb >diesea filkren
das Mais jn die atadt (scbunis^ ffätß 9ßnma i 1^) rein-*
lieber, stattlicher aus, als der ärmliche aofzug bettelnder
kinder. und ist in, der that eine höchst poetische, das ge-
müt efgreifendei . : Voi:stelhing. Solcher maispiele ' gedenkfeii .
altsciiwedisphe und däniscne Chroniken, stadtordnungen
und Urkunde« öfter als einmaL Adel und könig nahmen
nicht selten 'theil daran, et wir eine gr^fee allgemefne
volkshastbarkeü. (ier majgtefee (maigraf) zog blumenbe-
krSnzt um^r mttclitigem geleit durch strafsjcn und dörfer,
gaatmale un4 J)^ihf!f tann /olgten. la Dänemark befäun der
zog aur Walbutagistng,.. eiaA.i nannte «s; den &amaaar.(n;
1^ «Mmtv
t *
ner rilten voran, datiii der mäijjnrf ^riget), ml zvrei
kränzen, ttker jbde schnltef / daa flbrige gef6\fe thir lAit
efnem krams; in dem ort ^^Arrdeif' lieder getvttig^tl; alle
jnngftattM MMM ekiMi kräitf' Ultr #M mm^^e» Mrd er
wfiblt sich .eine darunter zur mqfi$ult, IndMi et AM Irratta
auf sie wirR. des Winters Qtid' affines strefli mit dbiiif Mai
gedenken die' sohoniselien tfivd diiilaeheff fesfe* rtftM' mehr,
in mancbeii' stftdten hatt^ aidi fSt^Iidie itofl^^^ftf^
geMdet^: Wie aber das tnaifen^ in Mnemark- ^deild
(gassetifener) , so hiefe auch der -mifllhr^r 4es IfaifeSles
gadebasse (gas8en1)ttr) tmd das- ibtai zugeseRle mtdchen
gadebm (gassenlamm) oder gadktde; gadebasiii» tiilH ga-
(finde sind also gl^iehviel mit maigreve mid mafgi^^vilKle^.
merirvrtrdigf tst die s£liiMenmg in MinNMalruf»s sbec. gen-
üKsmi etianmum superstitis , HafA. 1984: qcA e^ JntifoHbus
rnslicis conlum stipnift acceYlsia flammatiMr ^ffieacttts Irifrsus
sidera tollere potuerit, praeses (gvdebaa^ift) incohdiVe omhinm
oiamore declatatmr, nee noü eodem tempore siia eitiqne
ex rustiefe puellis , qvLte täne lempetisr vernaeula • appel-
lanlur gadelam, distribäiloi*, el qttae praesidi adjicilür titu^
iam huno gadinde merebifur. hine eiEcipiurtt cdnvivia per
Universum llltid' tempus , quod ittt«r afation(snd*^t^'föeiifs««-
cloM intereedft, quavis die dMiillica e^Aebmri'.stfeta^ ga^
detmnsgiUkr'^dlkit', in quitoS' proeertorem^ cir<Mln'al*borem
in aMeeensum btitnfo immisaam variisqu« Mn^liis' ab mgnis
ornatwn, eiarybantitm morift ad tymi^atfoHim' atrtdenida siy-^
nMaa bene pa4i aaliunl. . . .1
Dieses maireikm, "AVEf&e nuAgmflm wt^ii' pith a^eb
in Nlederdeutsohland althiergcAtacbf ; das 'Sdhbiril' eben die
Ursache, wai'un» dort jenes mittel^ etlta^^ sonmf^ankfln-^
dlgen^ aaf hMare nicht- im schwang giengt in nftrdiiehett
g«genden' kMnie das erst mit anMig nittis • ^keMiradie
frohjahr nfefat scheu im mera gefeiert ^€f6\M TtoHeicht
war aud^ ^ ü» maVieUr In alterer' aMt allgmneiMer iw
*) Ihres. ,i4 majgrefTe. skraordning for KootoffiUet j Luod a
15S6 $. 123-127 0 Brioffs moDum. scbneDsia p. 20t— 210! und für
Maino ebeödas. p. 211'. Et: Tegel hi^oria Gustfiti' I. f, 11^. Nyemp
dinrfMi^ct»k. 1, 2i4i. 2, 13*. 148. Thiele 1, 14t>^ 156.1 rgli 200^
▼«i:4w 8^M«DdJai3hen aiHehaMMtMvIbeicha faist«dii>iftl8A(^ l.ßOaj*
d^F, osaju^cm io (libf gede^t TeKfM^r 10 ^i§i9 cpiqbncip ß> IZ^-
und iä WHdas gildeweaen p^285 g^schte^t.d|S9| A^)|urgpr inaigceTeo
aas. einem Statut des 15 jfk. erwlbnung. '*',.' '
*7Molbeeht diät. 1^.' s:<150. 15f , wo'' kr: f 52 die ' dlUeiInng dts
gade aM-ako. gala, gaaae «wüfblhaft gamaabi'HtWt ^
H'üiriiMrv'o 787
Deotcdfatand, oder greift die unlerseheidung berlnlB' in' den
wvabsel der merz und maiversamluagen -des* yolbsv*)*f
Des maigrevem zu Greifs walde im j. 1528^ auf ersten mai,
erwfibnt Sasirow in seiner lebenibesohreibung. Ij 65. 66
beiläa^, einer den schttlern zu Pasewalk gestattete» rnkm*-
gräfemfahrt ein kircbenTisitationsrecess von 1563*^); ge^
naaer» nachriehteii Ober die fortdaner des mairiils au Hil*-
desheim^ wo der schöne brauch erst im 18 jh. erioscb,
sind nettKdi- gesammelt worden ***)• Sobald der roaigreve^
g^en Pfingsten , erwählt war , hatten die hoiierben in der
Ilse* aus sieben dörfera den maiwagen zn hauen: alles
gehsfuene buscllwerk mufs aufgeladen, im walde dttrfewniehl
mehr als Tier pferde vorgespaimi werden, ein feierlicher
sag aus 'der Stadt holt den wagsett- ab, burgermeister mi
rath empfängt von den holsen den maikttm» und über«
gibt ihn dem maigreven. d^ wagan enthitt 60 -^ 70 bmide
■wi^ welche dem roaigreven Mkenwieit »id daim weiter
w^getheilt werden. klMer uud kirchen empfangen grofiie
bände , auf alle • thürme wird davon gesteckt, der bodea
der kärche ist mili geschoniem bochsbaum und feldblumen
bestreut, der maigpev>e bewirtet alle holBerben, mufs
ihiien -aber nothwendig krebse vörsetien. Überall ist hier
nur von dem einholen des maiwiigeM aus dem wald in
die Stadt «unter f^rlichem geleite des maigrafen, nicht
mehr die i^edie von dem kämpf, den er gegen den Winter
«0 beslehn bat Wie sollte dieser kämpf in ftlter^ seit
gemangelt haben? gewis war er da, und ^rst allmäUob
liefs ihn die isitte weg. ja sie wurde noch genügsamer: in
holsteinischen kirchspielen begeht man den anfang dos mais
so, dafs man einen bursch und ein mfidchen mit iaub uflfd
blumen bekränzt und unter musik in ein Wirtshaus geieitel,
wo gezecht und getankt wird: sie heifsen mai^ee und
maiffrön d. i. maigräfin (Schütze 3, 72). Das söhlbswig-*
sehe maygrayenfest (festum ft'ondicomaos) beschreibt die
schon s. 657 angezogne abhandlung Ulr. Petersens f). In
Schwaben gehen die kinder mit Sonnenaufgang in den
•> Tgl. RA. 821 - 826 fiber die gerichtiieil.
**) baltiicfae itudien 6, 137.
•*♦) Kokens und Lnntiels mittheilnngen 2, 45— 61.
f) er sagt^ Mas andenken dieses uralten doch unnützen may festes
ist endlich und Mdetii auf das gtadivieh oder hükä tererBef, welches
annoch nach a. 1670 alle jähr am 1 mai mit einem grünen Ifanr
Ton buchebfaub umb den hals beleget und also gezieret wieder nach
haute getrieben ward, daTor der kuhhirte sein accidens 211 erwarten
hatte.*
Grimm. mgtM. 9. mug^e. 47
738 sommniiER
mMf koabea seidne ittoher an aübei, Mdcben btedtt
an zwaigen tragend; ihr fllhrer ist wiaikiH^igj der sich eine
königtn wählen darf, in Gelderland p&annta man «atabends
bäume aaf, die geschmückt und gleich weifanachtsbiluea
mit keraen bebangen werden, dann folgte gasang nnd ren
hentanz *). Noeh jetzt labt man sich im abrigen* Dentseh-
land au pßng$Un maiMteAe in die hftuser tragen: man bell
sie nicht selbst, noch gebt man ihnen entgegen**).
Auch England hatte bis in das 16. 17 jh. dhnUc^e miy-
f/aimeM oder maffirngn. am ersten maitag zegen kur& nach
mttternacht knaben ond üftdchen, jjünglinge und jnngfrauea,
mit musik und hornbldserny in einen nahen waid , we sie
ftate von den bäumen brachen und sie mit sträuüBtefn und
blnmenkränzen schmückten, dann kehrten .sie heim und
pflanzten bei Sonnenaufgang diese laaibäsche in thüren uad
fenster der hüuser. Ver allem aber brachten sie aus dem
wald einen grefsen geba^odien maibaum) mai^pole oder
maipoll genannt I mit nach haue: zuxmig eder .frienig
joehe odäen, jeder o«bs mit einem biumenstraiurs zwi-
schen den hörnern, stogei^ ihn; dieser banm wurde im dorf
aufgerichtet und um ihn herum getanzt, ^den vorsitz über
das ganze feat führte ein eigens erwlUiller hrd of the
mag, dem dann noch eine, lat^ 9f ihe mag beigegeben
wurde **% Kein Winter und kein Zweikampf mit dem
Mai^ auch kein aufzug zu pferde; aber der maipok 'isk
ganz der niedersftcbsiscbe maiwagea, der lord of the may
der auiigraff). Ohne zweifei kennen auch einzelne ge«
genden Fraakreiebs fihnlicbe maifeste. ChampoUion (rech.
aur lea patoia p. 183) führt aua dam Isdredepartement an:
HmaHe, ftte qne lea enfbns c^l^ent aus premiers jours
<fai BMis de mai, en parant um d'enire eux et lui dennsnt
b titre de s«f « In den franz« und deutschen erzübleiidea
gedichten des mittelalters werden die grofsen hoßaUtmgem
der kOnige auf pfingsten und in die bUllwide maizeit
*) geldersche Tolksalmanak yoor 1835 s. fO— 18. das geaoDgDe
lied haben H offm. horae belg. 2, 178 — 180.
**) hat der maiirtuUi , den man an NiederrheiD and in Westfa-
len ans wein and bestimmten (heiligeo?) kriatem misoht, beaag aof
alten opferbraooh? namentlich darf darin kein Waldmeister (ai|>enil«)
fehlen.
***) nihere beschreiboog bei Jos. Stratt, ed. London 183Ü.
^35t-a56.
f } in den aas. gedickten keine auf den ksmnC des Winters, niid
Sommers gehende stellen. <^l Tis hinter scacen^ Beon 226i^ heifst
blola, da war der winter rergangen, <el ibiemo es exido*. Cid 1627.
gelegt, Rein. 41 f. Iw. 33 ff. ond Artus heiTsI bei Wolfriiiii
'der meienbwre man', Piirz. 281, 16. vgl. pfingesUieker M-
miges name Ms. i, 128*.
Es sind also dberiiflapi vier Terschiedene weisen des
sommerempfangs, die wir kennen gelernt haben, in Schwe^
den und Gothland Itampf des Winters und Sommers, feier-
licher einzug des letztem, in Schonen, Dftnmark, Nieder^
Sachsen und England blofser mairitt oder einholung des
maiwageris. am Rhein blofser kämpf zwischen Winter
and Sommer, ohne wassertauche*], ohne den pomp des
einreifens. bei Pranken, ThOringern, Heifsnern, Schlesiern,
Böhmen blofses austragen des winterlichen Tods, ohne
kämpf und feierliche einftthrung des Sommers^). Die
erste und zweite Mer fällt in den mal , die drttte und vierte
in den merz, an beiden ersten nimmt das ganse voIk theil,
in nngeschwftchter fi*ende; an heMen letzten nur der
geringe, arme stand. Die erste und dritte weise halten
aber noch die volle Idee des aufzugs , den Wettstreit der
pihrsgewaiten fest, während die zweite und vierte des ge-
gensatzes entbehren, dem mairitt geht der Winter, dem
todattstragen der Sommer ab, dort ist die feier zu fröhlich,
hier zu tranrtg geworden. In allen drei ersten weisen wird
aber das gefeierte höhere wesen durch lebendige personen,
in der vierten durch eine puppe reprisentlrt , doch gieieh
dieser sind fene fantastisch ausgeputzt.
Nun kami sich ein blick noch nach andern selten hin aufthvn.
Des kampfs zwischen Veir und Simar geschweigen
aMn. flbertfeferungen f), wie manches andern, dtiB iiMer
dem Volk fortlebte, die älteste mir bekanntie spur einet
*) vertcbieden ist also, weao tot alters alljibrlich om KehtneMS
(2 febr.) yoq den Frankfurter knabeo und midchen ein auig0$iopft$$
kieid io den Main geworfen and dazu gesungen wurde; 'Reuker
Uder schlug sein matter, schlag ihr arm und bein entcwei» dafs sie
mcrdlo schrei.' Lersaers chroo. p. 492* ^as lied lasse ich au^rkUhrt.
**) wiewol der gegensats des Sommers in den böhmischen «nd
hositatehea tiedem oder gebrinehtn einigemal deallieh herrorbriobt.
f] Finn Magnasen, überall geaeigl ravthen natorerseheinuBgaa
aatenuilege«, findet dea gegensats swiscnen sommer und winter
Buehr als einmal in der edda versteckt : in FiölsirinnsmAl und Har-
bardsliod (th. 2, 135. 3, 44 seiner edda], in der sage fon Olter und
Othin bei Saxo (th. f , 106. lex. 765) , in der yon f hiassi (lex. 88t),
weil Odinn des getödteten riesen engen gen himmei selse (s. §66),
dem Winter aber die aasea ausgestochen werden sollen (s. 725);
gründlicher scheint mir Ualaod (über Tkof s. 117. 120) den Thiassi
als sturmadler, die geraubte Idunn als das sommergrön (gleichsam
inmn) in betrachten, doch das wesen dieser göltin liegt uns yer-
sehleierl«
47»
740 ßQ^l^ßBmm
weitkatnpfes der jahrsseiteia unter nur ist jener eonflicUis
hiemis et yeris, der sich um 4ien kukuk dreht (s. 640). Die
idee des eifaiehenden ^ heilbringenden , alles neubelebenden
somm^gottes ist ganz im geist unseres fräbsten alterlbums:
ebensiv- sieht NerSius in das land (s. 230) , Freyr (s. 193),
Isis (s. 238), Hulda (s. 246), Berbta (s. 250), Fricg (ß. 280)
und andere - getth^iten mehr , deren* wiagen , deren schif das
freudige Yolk jubeln^ einholt, wie den wagen des Hai,
welchem von alters her, über die blpfse personificierung
hinaus, h-e und strdie (s, 720) beigelegt wurde: es mufa
im heidenthum ein wirklieher dienst ffir ihn bestanden
haben. Alle 4iese götter und gdltii^nen ersehienen >su be-*
stimmten zeiten des jahrs, eigenthümliche gaben verleihend;
der vergötterte Sommer oder Mai darf mit einer der
höchsten . gottheiten , von denen die gäbe der frucbtbarkeit
abhängt, völlig zusammenfallen, mit ^d^ WMoUm, Nerthm,
denkt man aber dabei an göttinn^, so mufs aufser Nerthus
vorzüglich O^tara in betracht kommen, zu dem s. 267.
268 von ihr gesagten kann ich jetist noch «niges bedeut-
same fügen., die heidnische osterfeier berührt sich vielfech
mit dent maifest und frühlingsempfang, wie .zumal die an-
gezündeten frendenfeuer darthun«. nun scheinen iinterm
Volk lange Zeiten hindurch soifenppnte otiter^piele gehaftet
zu haben, die selbst die kirche dulden muslß, ich meine
besonders die sitte der Ostereier und des osiermärohenSf
das die prediger von der kpnzel, an . qhrvsttic^ erinn^run-
gen geknüpft, zu erzählen pfißgteOjda«. volk zu erhefitem.
'mlnes herzen dsterspiP oder 'dßtertatf ist den mhd. dio)i-
tern schmeichelwort für die gdiebte, um die höchste wonne
und freude auszudrücken (Ms. 2, 52>» 37b Iw. 8120. Frib.
Trist. 804), Conr. Troj. 19802 läfst aus der schönen äuge
den 'österlichen tac mit lebender w;unne splln*. Noch spä-
ter gab es dramatische Vorstellungen unter dem namen
ostm^spü (Wackern. Ib. 1014, 30). eine hauptstelle gewährt
aber das sommer und tanzlied des hern Geeli Ms. 2, 57«:
zur zeit als auen und werder grünen, treten FrideboR und
seine gesellen mit langen Schwertern auf und erbieten sich
SEum dsterspil, das ein von zwölfen aufgeführter sehwerttanz
gewesen zu sein scheint, wobei ein tänzer vortreten und
den Sommer vorstellen mochte, der den Winter aus dem
Jand schlug:
Fridebolt setze üf den huot
wolgefriunt, und gang ez vor,
bint daz östersahs zer linken stten,'
bis dur Künzen höchgemuot,
kOMMERI^^IER ^41
leite uns vÄr daz Tinkfiflbr, '
M den tanz al üf den wasen rtlen!
das anbinden des östersahsy des ostermessers^ labt auf bei-
behalten eines besondern, alterlhümlich geformten ^hwer-
tes schliersen; wie die osterfladen und ösferstuöphü i^A.
298) ein bäckwerk, von heidnischem aussehen, andeuten.
Das Schwert kann der Ostara^ wie sonst der Fricka (^.281)
zu ehren geschwungen worden sein.
Darf nun Ostara der slav. früblingsgöttin Wesna, dem
littb. f^asara (äestas), lett. toasiara und dem lat, ver, gr.
iag^ nach der ' 8. 715 erörterten form an die seite ge-
stellt werden? freilich mangelt eine gegenöbersteb^nde,
der Marzana entsprechende göttin. aber schon sefai^'fi'tthe
mnfs bei nnserh vorfahren die auffassung des Widerstreits
durch zwei mfinnliche wesen, durch die riesen Sdmmer
und Winter überwogen haben.
Griechen und Römern war die sache auch nicht fremd;
in einer äsopischen fabel (Cor. 422. Für. 380) hadern
X^tfitir uiid iag untereinander^). Das ver der Römer
begann schon mit dem 7 febr., die erste schwalbe ttäf ih-
nen ein den 26 febr. , w&hrend sie bei uns gegen ende
merZ| ih Schweden anfangs mai ankommt*^), me flörea-
Ken wurden vom 28 apr. bis zum 1 mai begangen/ es
waren gesdnge, tanze, spiele, man trug blumen und kränze
auf dem- haupt, ein geg^nsatz des Winters scheint aber
niefift dabei ro'rgestelU worden zu sein. Ich bin nicht un-
terrichtet, welche frühlingsgebräuche bis auf heilte sich
in Italieü erhalten baben. Polyd. Vergiliüs (aus Ufbino in
UmbHen) örzftblt (de invent. rer. 5, 2): est con^uettjdinis,
ut Juventus , proiniscui sexus laetäbioind^ cal. nfäji eopeai in
agrös, et cahtitäns Inde eirides reportet arborum ramos,
eosque ante domorum fores ponat, et denique unusquisque
eo die aliquid viridis ramuscfi/i , vel her bae ferat, quod
non fecisse |>oe'na est, pnresertiin apud ItaiöS, ut inacfefiat.
also auch wassertaüt^he ; ' ein solches maifest kann dort
kein einholen des frtihlings s^fii, der Mher im merz er-
scheint. .1
I Viel merkwürdiger ist der italienische und spanische
gebraueb, zu mittfasten, auf jene dominica laetare eine
puppe zu binden y welche das älteste u)eib im dorfe vor-
stellt» von dem volk, zumal den kindern hinausgeführt
*) Creazer sjmb. 2, 429. 494 macht (nach HermanDS oameDdpu-
tODg) aus' dem riesen Briareni einen kämpfenden mnterunhold.
**) Tiedemasna loologie 3, 624.
7#9 DIB ALTB SÄGEN
und miiiem etUsuoei gesägt wird, das heibi segare la
tecchia. In Burceiona laufen an diesem lag die knaben
sn dreifsig oder vierzig durok alle strafsen, einige mit sä-
gen, andere mit scheitern, andere mit tOchern in welche
man ihnen geschenke legL sie singen in einem liede, dafs
sie. die aUeräliesU frau^ der sfiuU suchen, um sje, m
ehren der mittfasten durch den leib enUu>ei au sägen;
sie thun endlich, als hätten sie die alte gefunden, und be-
ginnen etwas entzweizusägen und hernach zu verbremien ^].
Die nemliche gewohnheit findet sich aber auch bei Süd-
slaven. In der fastenzeit erzählen die Croaten ihren hin-
dern, um die mittagsstunde zersäge man aubea vor den
thoren ein aUes tretfr **) ; und in Krain heifst 03 wiederum,
zu mittfasten werde ein altes weih aus dem dorf geführt
und mitten durchsägt ***). Die Nordslaven nennen es bdhu
reuUi, das altmütterchen sägen , d. h. mittfasten feiern
(Jungm. 1, 56). Dies zersägen und verbrennen der alten
frau (wie des teufeis s. 573] scheint nun oiTenbar identisch
mit dem austragen und ersäufen des Tods, und wenn unter
ihm der Winter, ein riese verstanden wurde, l^nnten sioh
romanische und südslavische Völker die hiems, die zima,
als göttin oder altes w^ib (slav. baba) gedacht haben f)?
Dazu kommt, dafs auch in meifsnischen, schlesischen dörfern
das ausgetragne strohbild zuweilen die gestalt einer altem
frau hat (s. 728] und darunter jene Marzana (s. 733) ge-
meint sein könnte? Es sollte mich nicht wundern, wenn
in bairischen, tirolischen, schweizerischen gegenden ein ähn-
liches durchsägen der alten frau ff) nachgewiesen würdeu
Die schottischen Hochländer pflegen auf Weihnachten die
alte frau ins feuer zu werfen f ff).
Aber auch in Niederdeutschland zeigt sich noch eine
*) Alei« Laborde itineraire de TEspagne 1, 57. Ö9>
**) Antooa yeranch uber^die Slaven 2» 66.
***) Linhardta geach. von Krain 2, 274»
f ) doeh ital. inyarno, span. intierno minnlich.
ff) ia Sehwaban und der Sohweii hat man ana IMafaatea (d. i.
den qaatembem , Scheffers Haltaua p. 53) eine frau Fatie , ^eichaan
eine pertonification der fastenzeit gemacht (Sfald. 1,394. Hebel a. y.).
sollte jenes entsweischneiden der Mittfaste ein sertheilen der fasten-
seit beieiehnen? ich glaube niehL Was bedeutet die redensart
and der gebrauch , dessen ein anfsaU über den cathoL aberglauben
dea 16 jh. (Förstemanns urk, buch des augsb. reichslags yon 1530.
Hafle 1833 d. 101) gedenkt: *der Faüen den haU brechen'?
ff f ] Stewarts populär superatitions p. 236 ff.
KLOTZABWERTHNG. FLIEG. SOMMKR 7IB
andere, nicht weniger z« beachtende, annlhening. ohen
a. 172 ist der HildesheiHier gewohnheit meidiiiig geaeheill^
auf Sonnabend nach )aetare den sieg des cbristenlhnms
iber die heidnischen gdtter durch ein tUetkrw4rfem MI»
Memer ktöi%e' dnrznsleiien. Schon die einstinwiflnde sdil
daeder feierlichkeit murs daranf leiten sie jener altpolnischen,
und dann «nek dem todpusiragen an die seile zn setzen;
nnin brancfat gar nicht einmal die fmdrUng Ung der alten
gdtler mit der vertreitamg des Winters in bertthrung m
bringen. In des 6eo. Torqnatns (nngedracklen) annaL
magdeb. eH halberst. part 3. libr. 1 cap. 9. wfard eraihtti
dafs man zu Halberstadt, wie dort zu Hildesheiai, aljMir«-
lich auf dem markt einen kloH kingesleiü und ihrii dlm
köpf ab^emotfeu habe, einen beaondern namen, wie der
Hildesheimer Jupiter, fahrt der klotz nicht; es ist nidhi
uvwahrschemlich , dafs in der richtuag dieser beiden sUdle
audi noch an andern orten gleiche sitte hersehte. Z«
Halberstadt dauerte sie bis auf markgrafen Johan Albreeht;
die filteiM nachricht davon gibt der sogenannte pirniscbe
mönck Joh. Lindner (Tilianns, -f lun 1530) in seinem ono«*
masticon: ^an die stet des abgotstempel, der czu Halber-*
Stadt czurüddet, wart auch in gots und sant Steium ehr
ein thumkirche erbawet, des czum gedechtnis sollen daselbst
die tumherren jung und alt auf montag letare alte jar
einen Aotem hegel an stat des abgots aäiseozen und daiw
«ach aflesamb werfen; auch soll der tomprobesi in dfent«*
lieber procession herlichen soleniteten einen barz (L ftiiren)
bei im lassen füren, so nicht, wirt im sein gewonUolw
presenz czu reichen geweigirt; auch tragt im ein kmbt
nach in der procession unterm arme ein Bohmeri m der
scheiden.' Das umführen des baren und verabreichen ei-
nes bärenbroti ist ein im mittelalter verbreiteter gebrauch|
der auch in Mainz (weisth. 1, 533) und Strafsburg (Schiller
glpss. 102) galt.
Diese niedersächsische abwerfung, jene polnische ab-
dankung der alten götter bän^j^ also nicht nothwendig mit
dem einbringen des sommers zusammen, so passend es
sein würde, das eiQgeführte christenthum dem miiderwär-
menden sommer zu vergleichen, ich finde in dem polni-
schen gebrauch wenigstens keinen solchen bezog ausge-
sprochen. Dagegen war den Polen die Vorstellung des ein-
gebrachten sommers sonst nicht unbekannt. Eine cracaui-
sche sage enthält, dafs Lei und PoMy zwei gftttliche
wesen des heid^nthums, sich auf dem felde umjagen,
und den Sammer bringen; von ihnen komme, der flie-
941 UDBKlNKLBltUNG
g^tide soamer her *). «an mttste^ die gamee fflierltrferang
l^enaner kemnen, nm ihr die rechle stelle anzaweiaen. L^
und Polel werden gewöhnlich mit Caator lüid Poliux ver*<-
glitihe» (Linde L 2, 1250^), denen sie wenigateni darin
fthttliek sind , dar« ihre naaien , schon in allen :iroikslieden^
eine blofse inteijection abgeben **] , wie den Böiiiern jene
btibgdtter eine betheuernng. Ftiegendem Sommer , fiugsmn^
mer^ wrnmerflnf^ ffraswebe rennen wir die welfeen faden,
womit hn beginn des frihlings, Minal des herbstes die fel-
der bedeckt sind; das irühlingsgewebe heifst! auch ti^M-
ohernrnnmer, Mariengal*n j Marifenfaden (s. 440), das herbsU
gew^ nachsemmelr , herbstgarn , aUßweibersommer^ doch
gewöhdiich weisen beide arten ohne nnterachieri mit einem
oder idem andern namen belegt; niederd. sUmme^e (bl'em.
wbl 4^ 790) das achiepplnädchen 7 ; engl, gtssamer (gottes
sehtepp^ schlbifiendes kleid), auch blofs samary nmat (schlepp),
echwed. dpär^^nill (zwergsnetz) Tgl. s. 440.; böhro. toUUka
(die eggle, weil die faden den grund wie eine egge dorchk
strafen?); poln. lato swieto marcinskie/ d. h..]ibiriensom-
mer^ der heiligen Jungfrau . aame . scheint lEitich hier. zum
ersetz öder zur yen^rängnng heidnischer begriffe gewählt,
■hd man sieht mn, wie die Slaven xias gespinst von einem
ibter götter über die erde gebreitet glauben konnten. Zu*
gleich aber heifst das. herbstliche poln. babie kOo^ alter
w^er Sommer, hQAim.babsU l^Oy oder blofs bAj^ wobei
man sich Wieder jenes gegensatzes des alteil . weibs zum
semm'er (s. 742) erinnere, im winter herscht die. alte, im
seimmer der gott. sollten sich auf das. in der. luft fliegende
gewebe Tielleidit die werte des s. 7ä2 angefahrten wen-*
disehen gesangs denten lassen ? . j . .
Ich hoffe alter und bedeutsamkeit der Vorstellungen
von Sommer und Winter gewiesen zu haben, und möchte
nur noch eins näher ausführen. Das einkleiden der bei-
den Yorkämpfer in laub und blumen^ in stroh und
möqs y ihre wahrscheinlich geführten wechselreden/ der
zuschauende begleitende chor zeigen uns die brsten rohen
behelfe drai^atischer kunst, und von solchen aufzügen
müste die geschichte des deutschen Schauspiels beginnen.
•) ball. tilg. h. 1807 no. 256. p. 807. ' ■
**) polo. lelum, polelum; serb. lele, leljo, lelja (\u)l a, ?.)
inralach. lerum (ygl. lirumlarum, Terba effutilia). BedeDklieh scheint
es mir, sie fär söhne der Lada zu erklären , wie Castor ond Poiluz
idhae der Led« sind. Tgl. ob^n s. 339. . >
LAUBBINKLEIDtJKG 94S
die hmbküUe vertritt den kleiderschmuok and die larven
späterer seift, eeiion oben b. 560. 561 beim feierikrhen um«-
gang nteii. dem regen sahen wir solcbea laabhieid. Die
YGiiteitte bietet' eine menge aUintferungen dar, hier hat sie
ein sftäek, dort ein anderes des älteren ganzen bewahrt. In
der niederhessisefaen grafschaft Ziegenhain, bei Willings-
hansen, wird ein hnabe über und llber mit bmb bedeckif
giUne zweige sind ihm «n den leib gebunden: andere hna-
ben haben ihn am 4seil und lassen ihn als kärm tanxen,
dafür wird eine gäbe gereicht; die mfidchen tragen einen
bügel mit hlumen und bändern ausgemerl. m^kwürdig.
dafs avch bei jenem kegelabwerfen au Halberstadt (s. 74d)
ein bär und knabe mit schwort (t^I. oben s. 281] in pro«
cession erschien, Vildifer, ein held in bären/umt verkleidet,
wird von einem epielmann beromgefdhrt und tanst snnr
harfe ^). sicher eine uralte dramatische rorstelinng, die
wir besser beurtheilen könnten, wftre das mnl. gediobt
Yen bere Ifla/atf ^ erhalten, der nmne Vildifer scheint
sich auf ein alts. Wildeför zu gründeri, das aus ahd.
WiMpero* durch misverstand entsprang (pero ursos mit pdr
aper verwechselnd), 'da hier nur em tanzender bär, kein
eber gemeint sein kann, der bär aber stimmt deutlich
mit dem gadebasse des dän. maifestes (s. 736). Schmid
(schwib. Wb. 518^) ifedenkt des Augsburger u>anervogeb:
ein junge, von köpf bis auf die ffifse mtl sehUfrohr um^
/lbo4/eft/ wird zur pfingstzeit von zwei andern, die Mr-
kem&weige . in bänden halten, durch die Stadt geführt,
wieder . eine fbier imi rodi, nicht im merz, dafe dieimr
wasservofel in den baldi . oder flufs getaucht . werden aöll,
zeigt sdn name ; ob aber hier der Sommer statt des Win«*
ters stdie,. ob \d^r schilfknabe den winter, ein andrer
Ifiubknabe vieHeidit den Somin^ bedeute, oder der verblei-»
dete regen erwirken solle?' lasse ich unen^cUedea Auch
thüringische brauche weisen auf die pfingstzeit: dort wählen
sich die dörfer am dritten festtag den grünen mann oder
iatHchkönig; ein junger bauer wird in den wald geleitet,
in grüne bische und weige gehüllt, auf ein pferd ge-
*) Vilk. sage- oap« t20. 1^; nicht xo öbersehn, dals ihn der
ipielinanii den namön -^wkrleo' (khiger Idwe) beilegt, was offenbar
'titrUäm^ heifsen sollte. deoD ein bär hat zwölf minner yeMtand
(Reinh. p. 445), der^volksmiraige wird mit dem gelehrten tbierkdnig
Terwec|i8elU ,
' **) boiräe belg. 1, 51. Mone nl. volkslit s. 35. 3& Tgl. W«neiian
«Itd. U. 1, 333. Wiilaii Ist 4as stay. Weria?, WaaUy (Wentel). '
7M LACBBINKLBIDVNG
setzt und jubelnd znrücligeffillrt. im dori steht die ge*
meinde yersammelt: der schnlze oiafs dreioial ratheii, wer
in der grfliien büUe verborgen sei? fehlt er, io ktl er sieh
mit bier zn lösen *). Anderwärts wird sdion am ersten
pfingsttage der knecht, der sein vieh am spätesten nnr
weide treibt, in immen wui birkemmeige gekStlU und
unter lautem gesehrei *i^ngst8chläfer ^ pffngHschl&fer F
durch das dorf gepeitseht tabends folgen bierzeehen und
tanze. Im Erzgebirge klatscht der am ersten pfingsitag
zuerst austreibende birte mit der peitsche, der zuletzt er*
scheinende wird verlacht und ^ pfingsiUtmmel' geschollen:
so auch in jedem haus, der zuletzt im bette angetroffene.
Das verschlafen der hehren fesdkhen z^ (vgl. s. 557, 562)
und die damit verbondAe strafe, den butzen zu agieren, der
kui wasser getaucht wird, scheint mir nur nebensadie,
welche man, nachdem die hauptfeier untergegangen war,
zulängst aufrecht hielt.
Sorgfältige künde von den märkischen pfingstbräucben
hat uns neulich Kuhn s. 314 — 29 verschaft. in der Mit*
telmark werden die häuser mit maien geschmückt, in der
Altmark ziehen knechte, pferdehirten und ochsenjungen
auf den hdfen um und tragen den bauern maikronen aus
blumen und birkenzweigen gefertigt zu, die man an den
häusem aufhieng und bis zum folgenden jähr hängen liefs.
am pfingstmorgen werden kühe und pferde zuerst auf die
braehweide ausgetrieben und es gilt, der erste dett zu sein,
dem thier, das zuerst auf d^ weide anlangt, wird ein
maienbttsch an den sehwanz gebunden und dieser busch
heifst damskipe *^) , wess^ thier aber zidelzt eintrift , das
wird mit tannenreis, allerlei grän und feldblumen ausgeputzt,
und heifst die btmte kuh oder das bunie pferd, der dazu
gehörige junge der pimgstkääm oder pingstkääreL In
Havelberg wurde die erste kuh abends beim heimireiben
mit der blumenkrone geschmückt und die letzte bekam
die ihauichleife, jetzt geschieht nur dieses ***). ein^ alt-
*) reichsani. 1796 no. 90. p. 947. der hin, der den 1 mai am
frohsten auf die alpe treibt, hat für das ganze jähr ein Vorrecht erlangU
**) dieser aosdruck da? on hergenommen , dafs der aogebandoe
maibnaoh kerab bis auf das tbaoige gras reicheii- mnla, tvehtf^rtigl
Mdioe deutifog des alamaan. kutdragU (RA. 94. 630)» vgl «ban
a. 359 die aom.
**«i
') an einigen orlen wird auf dem köpfe dea geschmQckteti
pferds ein mit den schönsten blumen reich umwundner dftfivpalfffger
akeok angebracht; der pferdejunge , der es besteigt, erbüt aufser
Tielen kränsen eine dw Unten gefUtektne kopfmüUe aufk baii|it nnd
UDBEiNKLEIOOMe T47
•
märkische dörfer Mnaen den jwgen, ie$sen pferd xuerat
auf die weide kommt i ikmüchlefper, und der lein pferd
zuletzt attstreit>ende wird zum bmten jungem gemacht,
4. h. eom köpf bis w den ß/sen mü feUMmnen hehoH'-
gen, mittags führen aie dann den bunten jungen im derta
von hof zu bof und der Oumeehlepper spricht die reime.
Anderwftrta wird eine mit blumen und Mindern geaohmflekle
Stange, die bammel oder der pingskääm geheiTsen, umge*
tragen, doch gewöhnlich bezeichnet letzteres den mü auf-
tretenden in laub und blumen gehftllten knaben. zuweilen
fahren ihn zwei andere, welche kundebröiel beifsett. in
einigen theilen der Mittelmark beifst der verhüllte knabe
das kaudemeet. Am Ddrmling aiehen die jungen mit dem
pmgetkääm, die mftdchen mit der maüraut um und
sammeki gaben. Noch ausgdbUdeter ist der gebrauch in
einigen dörfern auf der sQdseite des Drömlings. am weiCsea
Sonntag (14 tage vor ostem) ziehn die hirtenjungen mit
wei/sen eiöeken (oben s. 726) zur wekte und stedien mit
diesen einen fleck ab, auf den dann niemand bis zum
pfingstfest sein vieh tr^en darf^). nachdem dies gesche«
hen ist, nennen nun die kleinem den gröfsern ikre
braut *^)^ und keiner darf den namen verrathen bis auf
Pfingsten I WQ die abgesteckte weide wieder frei wird und
jeder die namen der braute sagen kann, am zweiten
pfingsttage wird einer von den jungen eertUeidet, und zwar so
dafs ihm zwei weiberröcke umgegeben werden , deren ei-
nen sie ihm über den köpf nebaiei und zubinden, dann
iüUen de ikn in ttaifii, billigen ihm blumenkrllnze um
er muf», während dar i^ag laogism forliohreilel, ctreagen «rnat ha-
haapteo. kann ihn ein^r iuiq lachen reixen, so hat ^r verloren»
Kuhn s. 328.
*) diesem nennen der braute gleicht das hhnausrufen anf Wal-
bargisabend in Hessen , am Niederrhein, an der Ahr nnd ^et Bifel.
leüschr. f. hess. gesch. 2, 272—77. Dieffenbaeha Wetleran s. 234.
Ersat Wejden das Ahrthal, Bobb 1839 s. 216. War erinnert sieh
hier nicht des altn. heU sirenpa lor juHeil? wobei die beiden auch
ihre geliebten wühlten, z. b. Ssem. 146« beifst es: Hedinn strengdi
heit tfl Sraro.
*^) beim auatleekea dieser bradiWeide niaesen aa einigen orten
die neuen jungen (die imn eiaten mal holen) hnoeken herbeisebaAsn,
womit die 4sie. nneff wfferiekkien kmm besUokt werden, die
spitze des baqmes ziert ein pferdesckädel und der banro beiist der
knoehengalgen (Kuhn 's. 323. 324). offenbarer uberrest eines beidni-
soben opferbrauebs, man tgl! das aufrichten der tbtere an blumen s.
46« 6d.6iB, nimal der tpfer4ehia|»ier s. 41.42; aaeb der knoc^enberg
des guien tabbe kommt in betracht <s. 402)^ '
I I
IM Wtt
» r
CAP. XXV^ ZEIT UND WELT.
Im varigen cap^ hallen wir mylhen erwogen f die sich
anf den Wechsel der ceit^ auf erscheindngeit des jahrs be--
ziehen, unsere spräche gibt mehrfache Obergänge aus
dem begriffe der leit in den des raums an band.
Ulfias verdentsoht ^govö^t naipi^ und wgot abwech->
selnd durch mSl, hiöeila, peiks^ dergestalt dafs mdl ge-
wöhnlich jpovoi; oder Hatg/tCi selten üga, hveila meistens
iiga, seltoer XQ^pog und natgog, jenes also lieber den
längeren, dieses den kOrseren Zeitabschnitt auszudrücken
hat. mily ahd. mal, ags. mml, alln. mal, eigentlich zei-
chen y mais wird sowol auf gemessene schritt oder rede
als auf das zeitmafs angewandt, heeila hingegen, ahd.
hiäla, mhd. wile, ags. Ml (Oben s. 665) bedeutet ruhe,
. es ist ein blofser zeitbegrif, während mdl vom räum auf
die zeit übertragen wurde. {letAs (neutr. gen. beihsis) be-
gegnet nur zweimal, Rom. 13, 11 vitandans pata ^eihs,
^atei m61 ist. ddoteQ tov usugov, o%ß mga und 1 Thesa.
5, 1 bi {»ö peihaa jah mdla, nsgl t»v j^porvn' «ol rmp
Hatgwv; da in beiden stellen mdl daneben steht und für
naigoe^ ^eihs aber für iQ^voq^ gesetzt wird, so leuchtet
ein, dafs sich letzteres noch mehr als mdl für den gröfse-
ren , volleren begrif eigne und genauer zu ordnen sei :
f^eihs xgovogj mil xai^o^, hveila ügu* \e%ks leite ich
von j[>eihan (crescere, proficere, succedere), wie veihs gen.
veihsis (propugnaculum) von veihan (pugnare), so dafs es
profectus, successus, die vorschreitende, fortrückende zeit
ausdrückt und dem ahd. dthsmo, ddhsmo (profectus),
wahrscheinlich auch dem ahd. dfhsila (temo), ags. filsl,
nhd. deichsei nahe liegt, man darf ein goth. {»eihslo, {»eihsla
(temo) vermuten, das geräth scheint eben davon geheifsen,
dafs an ihm der wagen vorschreitet und fortgezogen wird,
scharfsichtig vergleicht Schm. 4, 294 tdmo mit tempus,
an der himmlischen deichsei (s. 687) gewahrt sich das
vorrücken der nächtlichen zeit (Varro 7, 72—75) und
j[>eihsla ist ein mafs wie das allgemeinere j[>eihs. wäre
auch die berührung der lat. Wörter noch zweifelhaft, die
der beiden goth. kann es kaum sein. Da nun aber dem
goth. peihs in unsern übrigen dialecten nichts entspricht,
umgekehrt das ahd. ^Hj ags. ttdf altn. Hi der goth.
spräche fremd schiene, so liegt esj bei Übereinkunft des
■2BIT T5T
begrifis^ nihe 2ü rattlmafseii , dafii diese letzlen formeii Mrf
fiiner Vermischung des goth.^ihaii (creseere) und teihan
(naatiere) beruhen, folglich das ags« ttd für ^td, das ahd.
zit fäf dil stehe ; dazu, ist das ahd; dt,, wie fieiba, meisten^
aeatral, das weibliehe ett, ags. tkl würde ein goth. ^ei«
bs^s begehren, aus goth. fMihs hätte freilich abd. dttm
oder dih (wie aus veihs wth) werden müssen, dafs aber
hier noch andere ableitungen walteten, zeigt uns das alta
ttm (ftempiis, hora), wonu ich jene» ahd. dthSRio^ felglich
ein goth. fieifasöia halte, nach diesem allem würde sich
das Ist. tempus (und tdmo?) richtig stellen zil goth. fmhsma
ahldthsno^
GMch hveiki enthllit auch das ahd« sAitta und simU,
OiaUa, ags. altn. stund die vorsteUmg der ruhe und gehört
SU stiUi (quietiis), slandan (stare), umgedreht ist das lat
moiDentum (f. meTimentum) von dem bewegen bergen om«*
mea**)« lifiraeste Zeitdauer pflegen wir dinrch mtgehUieh
zu bezeiduien , IHf. übertrigt Luc« 4, S* iv üTijfff^ xP^^^^
in sHka rotKe, im etieil' der zeit, in ktu temparfs, 1 Gor«
15, 52 ^f^ ^ns7 iip9aXinov in broima ;ättginS; brahv iai
bJi^k, blitz.) mioaiHS, ags. tvincel, und ven braihvan (aücare^
hieere) ahd. prdhan, mhd. brühen ***) abzuleiten, ags. en
heorhimhcile ^ von beartlifli ictua ^culi^ en eigen beopkkm*
Beda 2, 13; sritn. / auffabr&sfiii (vgl. Sern. 11^ 14* 19M.
sUL in skt^ derö hräwo N. pa. 2, 12^ im sehlag der
*) in dthan« «dlbimo Uidb i^ in ztt BStaiieta lOS. gevade ae
warde cui golh. j^yahan erst organisches ahd. duahao, dann aber
Uiahan, nhd. ,^wa|;en; «as alts. thuingan erst ahd.duiagaR« beuiach
taiDgan, nhd. zwingan. am eine stufe weniger yerrückt sind ahd. u
fär goth. du, nhd. zwerg für altn. d? ergr, mnd. twerc«
'*) xaWedTerbia der Wiederholung drüskt unsre spräche bow<4
durch atunt als md/, aber auch durch andere raiirob«eiriffB aus.
(gravui. 3, 230)^
*'*) Yom mbd. htiOtm ist anfaer dem inf. Ifs. I» 47« 185. God«.
tS56, 8 nur das pari» pris. aieher: eueabiehender kM Ms. lydk bre^
bender sshta 2^ 231«, denn das prit. braeh Mbl 2, 52« Bon. 48, 68
böanie aas bieche» 'gedsutat wietden, Tgk tagesaobmch (s. 70^
doch mögen, beide, vetba- «eibsl 'yerwaodl sein. ahd. erscheint das
pari, prit* in «prihanoiigi (lippas), einer zasaniaieasetanng'i die wie
loranougi (granMn. 2, 603) gebüdei ist. das goth« favaliT- vcrbfirgt
Qos nan die Tollständigen formen braÜrra, brahT, br^irrom (wie
Mihta, anhr, s^biwn). doch statt dos ad}, braibts (splcsniidas. seigi)-
•ich soboD-^e goth. omsteüanr bairhts, abd« porabt, ags. beerbt,
«Itn. hiartr;^ msre Ferabli bieis ober noch sp£tcr ^ebin , Brtkae.
(>. 2^. 258) und auch in. eedem • eigennaniee. s, B« Albroebt . und
Albert s^waaken baide lenaea. . .
762 WBLT
ragbraae. Tgl. $legipräu>a palpebra (Griff 3, SIS), 'ante-
quam sapercilinn aupenua Uferiori johgi possit' Caesar,
heisterb. 12,5; 'inlnre wUen dan ein oucbrd zuo der andern
mnge geslahen.' Grieshaber a. 274 ; 'als ein oucbrä mae
tt qnd zao gegdn.' Berth. 239; <d ich die haut umbkMc
eder 2110 geslflege die (vidMdit besser diu) bvä/ Er. 5172;
'also schier 96 ein bräiire den andern slahen mac/ fundgr.
1, im.^)
Lange dauer der zeit drücken ims wiederum rerschiedne
Wörter ans. goth, dws (masc.) ahd. Swa (fem.), gr. aiwp^
lat. aemunj mit Übergang in den begrif von secnlom, alt-
franz. a^ (oben s. 642], das alts. eo (masc.) bezeichnet
bloTs statutum, lex, wie jenes goth. vM seriptora und
tempus. goth. a^s (fem.) bald cUdtr (Eph. 2, 2. I Tim.
1, 17. n Tim. 4, 10) bald filoQ oder y^td; all», öld;
abd. mit weiterer ableitung €tUar (aevmn, aetas), doch
dauert auch das einfache wort in der zusammensetznng
wäraU (assim. worolt, mhd. foerUy nhd. toeU, ags. €iHroU,
engl, toorld, fries. iorald, aitn. v^'oU, värM^ sohwed.
iBerUf dän. verd; die geUufigkeit des worts hat seine
vielfache entstellung ' herbeigeführt *^). die goth. bei Ulf.
abgehende form würde va&al^ oder vidrft alj[>s (viromm
aetas, hominum aetas) lauten , aolas ^ zeit ' geben über in
den räumlichen gedanken von mundus, gerade* wie Sedon-
ium, sUde gleichbedeutig werden init' iftiundttS) »onide.
Wir sahen s. 541 , dafs die gr. mythologie ein goldnesy
iilbemeSf ehernes und eisernes Zeitalter unterscheidet,
und diese weit verbreitete voraleUungsweise *^^) scheint
*) darf man brüwe, ahd. pr^wa, liltn. brA aus brdh'en leiten?
die im tezt anffefuhrte formel köonte den grottd daza aufschliefsen.
dann stände attd. prüwa für prüha und goth. wfire br^bYa za er-
warten? aber dem sanskr. bhrd, gr. oV^i'c gienge die lebendigkeit
des dentseben worts ab. '
**) als es yerdunkeh war sachte man andre deatnngen. Mlerlanl
im beginii des sp. bist 'die de umreU ^rM werreU hM, bine was* al
in dole niet' Adam die toerdi al verwertede/ wenn ieh . nicht irre,
sind ^ auch mhd. dichter auf diese ableitung Ton werren (impedire»
intricare) gerathen. gleich falsch bat man an wem , wihren , dnrare
oder ein yorgebliches werten (sich im kreis drehen) gedacht. wer6
alt (Tirorum aetas) konnte allerdings als gegensatz so einem Toraoa»
gegaognen ris6ii6 alt (gigantum aelas) an^efäfst werden.
***) unser miUeialter, das sonst die WOi gleich dem Tod per«*
sonificiert, vereint die yerschiednen weltalter in einer' hildiemle, deren
haiipt golden, düs arme silbern; die brast ehem. and eisern, die fäfte
irden waren. Ms. 2, 175^; eine endere Csssnng gibt dem bilde goU-
nes bannt, silberlie bmst und arme , ehernen feaach, stihlerne holte,
eiserne beine, irdene fäfse. Ms. 2,. 225» ; eine dritte ^oldnes banpt^
aneh dam N^rdeti weht frenul geblieben. SBorri 19 Mnnt
gullaUr die. zeit, iq weieber die gdlter allee ibr gerdtbe
aus gold üßbiniedeteiiy und Ifi&l sie «ral danpb Mkunft der
rieMOoeii itus Idtanbeiü onterbrocheii werden, hfitte er
diepes geddaller der classieoheii «nsicbt abgiebergty 90 würde
er «aob die Obcigen melnlle in der nord. $age nachzuweisen
bemAhl gewesen sein ^). aus V4luspft ^«m. 8-) ist aber
Stt ersebn, dafs weiter von einer äkeggöU (vgl. s. 392),
Adlmöldy cindöld und vargöU, die dem welUtfilergang vor-
auagehn seilen, geredet wird.
Ulfilss^ um «ao/toß. nu verdeutsehen , wecbselt und oft
nnmittelbar kintereinander mit den beiden ausdrücken
färhm$ und wiamaßi^; sie müssen eins wie das andere
den Gothen geUufig gewesen sein« manosel^**) bedeutet
Tirorum satus (mensdiensaat) und wird dann wieder für
hkQ^ und xBOßtoc verwendet, kommt also mit dem entwi*
ekelten begrif von weralt ganz überein^ fairheus halte
i^h für nahvierwandt dem ahd. fdrah, ags. feorh, mhd. värch,
flo dafs ies wiederum ausdrückte: lebenszeity jenes aewm;
auch gebiert dazu d#r ahd. pL firaht (homines); fairhvus
wftre eoetne hominum viventium, dann der räum 9 in dem
ne leben, abseits liegt fairgoni (erde, berg).
Wie nimj^oQ eigentliah die geordnete, im mafs gehal-*
teoe, mumhii die reine, gesfchmü^kte, glänzende weit aus-
sagt» und in- den liies. gesetzen 126, 26 'tbi ^Une wrald*
gesagt wind; so ist auch de» Slaven sfsjeij wet, swiai
erst lict^.glans, helle, dann weit, das ofne, öffentliche***),
gleiabsam aliea was die sonne bescheint und erleuchtet,
was 'unter 4er JMne'f) iaü nuch im walach. beaeichnet
' I ' |Hl
lObcBM amie, skeHie.bimal.t kopfesoeo bauch, stlikler«« hnfte, ir^
toe füfse. Arogb« 27k. diesfi aus Daniel 2» 31 — 43 entnommne
Uiimpnensetzuiig erinnert doch an alle gölienbilder ^ die Ton Ter-
ichiednem bietall geschmiedet waren, aber anch an Hrüngnir mit dem
steinherzen und an MöckrkAlfi, der aas lehm gebildet ond dem einer
Willis bert eingeaetet war. . 8n. -100. 'Hugo im Benner 13764 redet
vffB einer atsblefnc»« diassenliiea , kapfemen» hökemea ni&d strd*
l>«nien weit.
*) man darf hei goldalter an Fr6di denken , der gold ond /We-
dm malen Uefa, finnisch: zu IJkkos leit wurde gold in den mulen
fsnalen, fon den eichen tref honig, in den floaaen flels mHch (¥gl.
<^hen s. 680). ' Ganander 9a
**) steta ,aift esafachent N. wie apch in manaroa6rf>rja , mana*
^9J*t manags, maniiali und nicht anders im ahd. manahoupit«
naaalnomi, manac» ?gl. mhd. snnewende (s. 584j^ den grund dieser
ericheinung wird die grammalik erörtern.
**') etwas ans licht geben, dee weit mittbeilen, . serb. na svijet iidati.
t) nach diesem '««& $oU' im prediger Salom. 1, 3. 2,22.
Grimms iny»4«l. 9, tmsgmht, 48
f S4 WBLT
lume^, im 'Difgri;' vil4g beidei licht ii»d weit TÖn-der da?,
spräche entlehnt ii^-das litth. swieiaSf altpr. #ioi/ai, weit,
gleich deni let; miladvs geht das slav« svjet Über in den
begrif von aecnlotti^ vjek (Dobr. test. 140). Die -ftlteren
Slaven gebrauchten aber für well mir und t^mir (D«ibr.
a. a. 0.). ffiir bedeutet sonst friede, mhe^ imid' scheint' ver*
wandt mit mira , m^a , mafs , Ordnung ? Den Finaeii heifat
die weit maoHlma^ 4en Bfasteti ma ihn^ voll' üma leerer
hiftraum und maa erde.
Altn. heimr , mundus , domu» , rerwandt mit himinn,
himil (s. 661), wie das lat. mundos auf beides well und
himmel geht; heimskringla, orbis terraroni. Ulf. gibt ^txov^
fidp'fj Luc. 2, 1. 4,5. Rom. 10, 18 durch mid^gor^, dem das
ags. middangeard (Csßdm. d, 3. 177, 29. BeoT. 150. 1496)
ahd. mittingart Is. 340. 385. 386. 408. fragm. theot. 17, 6.
mitHgart fragm. theot. 17, 3. 20, 20. 25, 9. mtükgari
gl. Jun. 216. T. 16, 1. mUHlgart T. 155, 1. 178, 2. 179.
1, alts. middilgard entspricht; altn. midgard^ S®m. P
451» 77>> 90« 114b 115i> Sn. 9. 10. 13. 45. 61; noch ein
schwed. Volkslied 1, 140 hat mec^V^ErA altengl. middU^
erdy medilearthy wie das gr. iu€Ooyaia> Fisehart setzt
Garg. 66* mittelkreifs. wir sahen (s. 426), dafs miJtjiarir
nach der nordischen Vorstellung avs Ymirs brauen erschaf-
fen und den menschen zur wohnung bestimmt wüirde. Die
ganze, gewis uralte, Zusammensetzung ist darum so merk-
würdig, weil sie unsem frühsteft spfadhdenkmitem gemftis
und zugleich genau eddisch ist. Aufserdem hefifsl aber
auch; in ähnlicher einstimmnng, die weil altn. Oegisheimr
S»m. 124>' 125", mhd. mergarte Annolied 444. Rol. 106,
14. Karl. 38^, d.i. die vom ocean, vom meer umflossene,
vgl. goth. marisäivs (oeean) und ahd. merikerH (aetherram)^)
Diut. 1, 250. Endlich ahd. woroliring 0. H. 2, 13. 111.
26, 37. IV. 7, 11. V. 1, 33. 19, 1, erdring 0. 1. 11, 47.
mhd. erdriüc Mar. 198. 199, '
Nach der edda . windet sich eine tinngebeure. »oMai$ge^
der mUtgardi ormr, um den erdkrmr; oienbafc^ das w^^
meer. Als Alexander, der sage zufolge, von greifen hoc^
in die lüfte getragen wurde, schien ihm das meer 'gleich
einer schlänge sich um die erdie zu flefchten,, , Jene,, idjen
göttern verhafste (S»m. 55^) weItschlaage;:War abeit' kinil
des Loki, bruder des Fenrisülfr «nd der Hei; sie liefs
scheint der lettisch« name päsatde gebildfet ^nnder distm wölket^
Rol. 9,31.
*) jenes finnische ilmä^ nach Fcstus war munivf sowol eoclum
alt terra ^ inare, aer.
lämtikjfmdt (Sil. 32), die grofse, göttliche (rgl. «. 325. 82«)
und sperrt, gleich der Hei, ihren rächen (Sn. 68).
Ans ullem erhelH, dafs sich Me ▼orsteümgen zeit,
zeitffKc^r, weit, efdkreis, erde, Kcht, loft, wasser manig*
fach Rifscheii; ring in erdring weist a«f die kngelgestalt
der i^de nnd auf pianetarische drehung. manoiifsf fair^
hma nnd u>9raU zeigen auf rinne und zeilen Wn, die nm
menschen erfüllt werden*).
Insofern well den begrif Ton se<fulam und leben ent-
hftlt, beifst sie schon dem alts. dichter bedealsam ein travnn:
imdio (körn Hei. 17, 17. 104, 7. 109, 20. manno ärOm
23, 7. 103, 4; ags. gumdreäm Beor. 4933; la vida es
sueito. ihre vergfinglichkeit und mohsal hat noch andere
benennungen eingegdien: 'dlz «Hen4e nouoftat tod. gehugde
983, nhd. 'dies jammerthaFf 'dies angsihaus'.
Von ihrer unermersnen, räumlichen ausdehnang her»-
genommen ist der ausdruck Hhius brSde werobP Hei. SO,
I, 131, 21; mhd. 'dtu breUe wertt Mar. 161; niid. die
to«ite, hreüe welL ebenso sagt man: 'thiz laut hrtUä,
0. n. 2, 18; daz breiie gevilde. Mar. 34. WigaL 2269;
diu breite erde Roth. 4857. Wh. 60, 29. Geo. 4770, <i;-
pem y&wv. das gemahnt an den s. 203 besprochnen naaiM
der Wohnung BaMers breida buk, worin zugleich der be«-
grif der weite und des lichten ^glanzes enthatien «cheinl.
merkwürdig ist hier ein Sprachgebrauch der bergleute:
bifckgold, bticksilber heifst ihnen das reine, auf dem treibe«- ,
beerd blickende metall, und 'der breite bHcKy wenn -es in
ergibiger folle zu tage kommt**), db» schtoe, glänzende
weit ist gleichsam ein breiter blick.
Insofern weit oder heim blofs im allgemeinen asfent«»
haltsort bezeiehnen, sind versohiedne wehen denkbar.
VOluspft (S»m. 1^) nimmt neun weUen unA neun firma"
*] wie wir heute weil und erde oft gleickbedeatrg braucheily
geMhieht et aadk bei den nkd>. dichtem, begiim. der leit wird jb-
wechselod aosgedröekt : 'Ton anegenges stt, das sich diu werk erkiiop
and nraoter ir kint getrooc*. Rol. 285, 12; 'stt dt« werli Arste wart*.
Ulr. Tritt 3699 ; 'alt ÜMiu erde geleget wart*. Rol. 187» 75 *Ai diu
«nfe ali^t begoode beni'. Em-1 70b. • .
**) stellen ans Matthesina predigten: 'diaer Cjma bat fran ein
sflbera reich ; darin das - wert gottea, Wefeba wie tUber im fewer
dorcUentert, zn hreiiem pKtk gepredigt itt*. 84* (Ghrhina) *bat seine
apostel in die gaotze weit aufsgesendet, das sie das leoangelion h»
^etCem pKek (wie jr bergkleut redet) predigen sollen*. 9lb «sonst
bat es (das bleij seine eigne atd^ke, wie ku Gof^lar, da der gantse
Hamelfsberg a« Erstem pildk fast gantz bley ist*. 101".
48*
/
/
\um, im 'Migri ««My beidei licht iiÄd ^^^^ Z***^
spräche entlebni i^ 'dai litth. «toieMsy ,^^ V^ $en^^
gleich dem tat; milndms geht dw slai^^ ^^ *ß|i»iiff.
begrif von gecttlttin, vjek (Döbr. 1«^^^ -^ JA« aber
81a ven gebravchten aber für "^^^^/p;^ «0 in a^
a. a. 0.). ffrir bedentet sonst friöfj^ */# sya ^^^
wandt mit mira, mera, mafs, ^y^fy ^
die weit m«tfffcna, den ^W^^i g^^ .„
Ittflraom und anea erde, ////^j; rfiSTi. ?'
himil (8. 661). wie daf^/(/// ^ / . ««^««J ««te
himmei geht; heimslai^yfjf öimmel hin*
,.fVi7 Luc. 2, 1. 4,5. / fff^ \^^^^ ettdeö
ags. fmddangeard // f -'^ bimmel, die
ahd. mXtMigQrt Vr ^atiWc naflb der unter-
mitUgoTt frag^^ 4»*«Ü^ ^ wunderbarer brunne,
?l Jun, 216 --iischen worael üriarbnumr (sl 379)
, alls. r ^u^n Mimi$brmmt, bei der höUis^hen Boerl
4i^ 77^ . ier rauachende «4er der «Ue kesael, ojig
schwe«'^ f 'sSOy 9Ü» diese bnuimm sind heilig: am ^rd*
erd, /^^^latUen die äsen ««d nonien ihr geriisht, dM rie-
Gs' ^!f^^^9 hütet ein weiter nsann namens Mimir (s. 352)
- fi^mM ob selbst altUnger riese oder held? ab^'
i^ !^JialbgaAdichea w«seft. jeden tag schöpfen die nor-
1^ iraf^er aus ihm« braunen «nd begiefaen damit der
f^ aste: 80 hrili§ ist das «osscr, daCs «a aUen dingen,
^^ den bmnnen koammn, etveifee brbe auttbeilt; ?<mi
fgi baam Mdl bieMnnifaren4er thau» daa. nennt «Ma ik«.
f^^hiffrfatt (honigfall). Aof den. islei, an den wnrzebi des
^^ms silna md springen thiere: ei« adfer, ein eiiAhom,
^icr hirsche^ neklangen, aimliich nil eigennaw^n ansgentatteL
die dar biiiche atebn aenal aimcb avorgen n, besuden
Dämm nnd Dtalum. NUkägj/r (male pnngens caedens)
heUsI die schlänge, äe liegt utoi bei HTergefanir und
nagt die wwanL swIbcImsi ihr nnd deai oben «ilsendea
sncbl JtaMMr^, das anf «mI
^)MM^aiadcr«ML imdgiL 1, MM. •w ^IriagM eaala
haa.lMS.Mi). ^ "7^"
^ «^) ia da« Mii Kigl ante (ahhi. perwat^ faik Mtt,. ^j
y><whl la»U, pL iMar« ^an: p^raai McvaaM? WoUrm sact
»M. i5l» 13 «Mül» ak milkk^. Ne^ d« heai^»Too£
MJcl-iiKiaf ^ «Him d^ dM «iattsm «aaealiUi kemr. rrf.
lA. m. and oU« a. 581 das tn^MMta ^ iifhlliiasii anf «^m
\
\
\
ntvtum m
vm'M %VL 0tMen. des idiers name bleibt finge-
Vit ein kluger, vie!wi$$«nder v<ygel, inittitten Hörnet
%, ^ habicht, FMf^^tr*).
v^ Jansen Vorstellung Ist uraltes f^pr»««, aber
'findig scheint sie vns emfuHet. wir er«
S-' n feindliohetn verMItnts awlschen adler
/% ^ daft es itarch Rat«t5skr uffterhaiton
^ ^ Vr bestiiAtnüng des habichts md der
«> '^ 'feuttttagefi des Yggdrasil gehnn mich
^» ^ ^ er, bcTor leb meine eigne ansieht
^ ^ ^söhtedenartige ihnlichkeiten ansu-
L ^ Nen baatn ist schon voar* andern
cht werÜen, der im mittelaher
..i und sagen (Erweckt bat. bmi stellt
«rartborgef kriegs (MsH. 3, IBl*") Mlgtendes
•
ek «<kl boom getdihfeen ist
in eime garteo, der ist gemacht mit h6her iisti
4» fpirsel JUn» der Acffe |fiml^^.«ri«f0m»
Jtn loMe |(für: zol der) rüert^ cm dm trän
dJi der säeze got bescheidet yriunde l6o,
ifn ette hreil Mni al die u>erU bevangen;
der beam au ganzem tierde stAt und M g^löubet Mhönle,
dar dfii sMMJif vogeMm
söeses sai^gea iHse oAeh ir slimitte fto»
Blich maeiger kunst b6 haltents ir getone. . -
das wird treffend auf das kreuz und den nieaergaiig in
die hölle gedeutet; schon 0. sagt V. 1, 19 ff. .
thes kruies hom ihar obana ihaz »eiaot üf in fnmUa ,
thie arma joh thto h^nti thie ieigmt worottentiy
ther S(^be wUtHh bonth tHef sCOWM thekäa trd^vlqilMMI ,
. . t theia inmtn enf« sletnüf
Alt thia kl ihar bla^lBitf theiz iao ist al giiaeio(t .
in erdu }ok im IwnUe iati in abgrunU ouh oiar nidare, ^
Rührt auch das von Schitter zu dieser stelle beige-
braclite cap. 18 de divinis officiis, nicht von Alcuin. son-
dern einem späteren her, immer konnte Oifried daher
seine Vorstellung entnommen haben**); es heifst: 'nam
ipsa crux magnum in se mysteriiim continet^ cujus positio
talis est, ut supeHor pars coelos petatj^ interior terrae
inhaereat, fixa infern^frum ima, conüngiat] laUtudo ftutem
*) des adlers freund , denn haukr t homi (habicht im winke!)
Mftftel ewctt Terborgiiea raihgeber« . ' .
**) halte Lafontaine Virgais stalle 4n gedanhtfn, odet feigt er
eigaer eingehnng? wen* er yoii eiti^ eiche, stgtt
«elai« de qui la t^ aa ciel ^tait ToMne
et dont las pieds toäcbaienl ä l*em|>irai)des mOrtSb
HH WELT- ! WKI-TBADM
(Sn. 222«») gell«»*),.
V18A ^^»(Weltfeiiy die nioht iii|if««4haU d^s le)»endi-
gen mem€^9gemb\ec)^\» Bind^ fordern «liiere uotersodimig :
die flammenwelt, die todtenweit imd daa ^radiei) alle aber
stebn m{ Amt. eberwelt, d* h, der menachbewoiKiteD in ge-
.wjiser TeiMndttigy und ea finden ttbergAnge aMt an» einer
in die andere.
Die altn.. lehre nimml einen weUhanin YggärmH an,
der bimmely erde und bdUe veriuidpfty der gr<^ie, hei*
ligste aller bäume, es iat eine eache (9^), deren Me
durcb die gaaie weit treiben und über den hinnnel hin*
aus reichen, drei wurzeln breiten sich nach drei enden
ans, . die eine sobUigt nach den a^ten, in den biminelj die
andere nach den hrtm^nrsen, die 4ritte naqb der unier*
weil, unter jeder wurzel quillt Wk wunderbarer brunne,
nemlich bei der hiaunliscben wurad Vriatbruimr (a. 379],
bei der riesischen Mtimi$brumir ^ bei der höllischen Eoer-'
gekmr d. i. der rauaehende 'oider der aUe Imaely olla
Stridens (s. 630). allf diese brunnen aind heilig: am (Jrd-
arbrunaen halten die äsen und nomen ihr geri^cbt, d#i rie-
aeniirunnen hütet ein weiser mann namens Mtmir (s. 352)^
ich weifs nioht ob selbst aUduger riese odfr heU? aber
fast ein halbgülUichea wesew. jeden tag achöpfen die n<»r*
nen wasser aus ihrem brunnen und begielsen dfimt der
esche äste: so heUigi ist. des loosser, daTa c^ aUen dingen,
die in* den bmnnen.koiinian, eiweibe: färbe .mittbeilt; vnn
dem bäum trieft ,bienennäbren4ar -thau^ .da% nennt muu An*
ndngsfaU (honigfall). Auf den. ästen, an den wurzefafi des
baiums sitsen.nnd springen thiere; ein adtori ein «inkhorn,
?ier hirsche, schlangen, sämilich mit eigennanuMl ansgestatteL
die 4er> hirsche stdbn sensli «uob awergen zu,, beis#ndeiB
Ddinn und DtaUnn. Niihöggr (male pungens caedens)
heifst die schlänge, sie liegt unten bei Hvergelmir und
.nagt die wursal* «wischen ihr ubmI dem oben sitzenden
adler sucht UaMö9kr^^)^ das mf und nieder iettBMHie
*) nein» di5re der sngel. fimii g& I , KM. m« fyftttngar eocis.
fornald. sog. 3. 663; TgL damit tfe «mIii hMlenalnilae (W«iliarnasel
ha». hM. Mb). . .
^*] BD dem wort linsl «<*<<* (aWbi« psrni^are) goth. «ro^,, ead
Tielleicht Utka, pL UMkar^ pana: paraip pejroieaiist Wolfram s»gt
Pari. 651, 13 ^winkm als eiq mhwrn'. N#iph der hei^ügea tqUis-
anschauung von wfiUerQ Uitt daa eifM^rii weaeQlUph h«nror« Tgl.
ÄA, 497. und oben a. 58? daa emf|/M|e« iff ai>hbö|C|iar aaf oatarn,
Tielleicht SU alUiaidniacheip brauch.
mVTUm TS7
tfkMMrn, xwM xn stiften, des idlem name bteifit finge-
Banm, er ist ein kluger, vielwis^ender v<yget, inittitteii toiner
sogen sitzt ei» hebicht, FeiAffiFftitr*).
In dieser ganxen Vorstellung ist iirslies f^prttge, aber
lange nicht TOllstindig scheint sie uns emfultet. wir er«
fahre» etwas Ton feindlichem vertrlltnfs «wischen adler
und Schlange und dai^ es dvrch Ratff(5skr umerhaiton
wird, iiidit» iPon der bestiiAinüng des habichts und der
hirscbe. Versuchte denttttagen des Yggdrasil gshiftn mich
ntebli an; icb habe hier, berüt ich meine eigne tnacht
mJHheile, swei sehr terschiedenartige ihnlichkeiten amtu«*
Ähren» Bei dem eddischen beMi ist schon von' andern
an den krensesbanm gedacM worden, der im mittelaher
fielfecbo betraehtmgen uitd sagen 'erweckt hat. um stellt
ein Ked des Wartbtirgef kriegs (MsH. 3, IBl**) fblgtendes
rfithsd:
ei* t6dd boom gew^hfeen lit
iD eime garteo, der ist gemacht mit h6her litt|
AAflA. ^MA^AMt^ka V^A^A JK^^H -A^mWA ^^^^^^^^ .^i^^K^A^A tf^^i^B
dn iolde\({wr: zol der) riUrtjß an den h-dn
dk der säeze got bescheidet yriunde l6n,
sCft tsie hreil Hdnt al die werU bevangen;
der böum ae ganx^ tierde stAt and ki g«löab<^l s^hosAe, '
dar dfii iribent 'oogeMm
soeiea sanftea iHse eich ir stimme ftoy
nick maeiger kunst so haltenls ir gedcene. -
das wird treffend auf das kreuz und den nieaergaiig in
die hölle gedeutet; schon 0. sagt V. 1, 19ff<
thes kriUes hom (bar obana ihaz »eigot üf in himUa ,
thie arma joh thto h^nti thie ieigSnt woroUenA ,
ther iHb6 wUtHtö bonth tHef sCCWM theSdü trd^^MMI ,
..»«.....« theis innän erdn eieiMi
mit thin kl ihar biseiBiti theiz iao ist al ffin^eio^t . .
in erd« jok im himile iati in abgrunte oub oiar nidare,
Rührt auch das von Schitter zu dieser stelle beige-
brachte cap, 18 de divinis offieiis. nicht von Alcuin. son-
dern einem späteren her, immer konnte Olfried daher
seine Vorstellung entnommen haben**); es heifsli.'nam
ipsa crux magnum in se mysterijim continet^ cujus positio
talis est, ut supeHor pars coelqs petat^ mterior terrae
inhaereat^ fixa mfert^orum ima, continffat] lalitudo liutem
*) des adlers freund , denn havkr t hami (habicht im winkel)
hedetflel etaes Terborgnen rathgeberi
**] hatte Lafontaine Virgüs steUe 4n gedanktfn, oder feigt er
eigner eingebong? wen* er Yon eiti^ eiche, sagtt
«elnif de qni la t^e an ciel ^tait volsine
et dont las pie^s tonebaient ä rempirsiides mOrtik
75€t WII^TBA91f
ejus parles fwndi appetat. Ich kmn uQii|5g|lieh glMbeoi
dab der mytliua von Yggdrasil, in «einer gansen r^«be-*
ren gestalt, aus dieser kircUidien Torstellaiig Ton dem
kreuz hervorgegangen sei; eher mOchte stalttMift sein zu
matmalisen , schwebende heidnische traditionen von dem
weltbaum seien in Dentschland, Franlireich oder England
bald nach der bekehrung auf einen gegenständ des ehrisif-
lieben glaubens angewandt worden, wie man heidniache
tempel und örter in christliche umftnderle. Diose vernHi-
tnng wflr4e fallen, wenn sich dieselbe auslegung der kreua-
hölzer aus filteren afrioanischen o4er orientalischen . bir-
chenvfttwn nachweisen liebe, woran ich aber zweüek
auf die dem nord. edler und eichheru fthnUchan vögel,
mit weichen das gedieht des 13 jh. den bäum ausstattet,
soll kein gewicht gelegt sein. Fast aber verwundert e«,
dafs von Virgil gerade der esche so hohes aufsteigen in
die luft, als sie in der erde wurzelt, beigelegt wird.
Georg. 2, 291:
aesculus in primis, quae quantum t)orltee ad mtra$
aetherias, tantum radice in tartara tendit,
wonach Plinius 16, 31 bemerkt, si Virgilio credimus escu-
lus quantum corpore eminet tantum radice descendit*),
die nordische fabel ist also tief aus der natur gegriffen,
vgl. was s. 659 über die bienen an dieser esche gesagt
wurde. Eine andere noch seltsamere einstimmung führt
uns zu morgenländ Ischen Überlieferungen, im arabischen
Calila und Dimna wird das menschengeschlecht einem
manne verglichen, der einen elefanten fliehend sich in
tiefem brunnen birgt: oben hält er sich mit der band an
dem zweig eines Strauchs, unten stellt er die füfse auf
schmalen rasen, in dieser angstvollen Stellung sieht er
zwei mause f eine schwarze und eine weifse die wurzel
des Strauchs benagen, tief unter seinen füfsen einen
schrecklichen drachen den Schlund aufsperren, oben am
rand den elefanten harren, aus der wand vier wurm-
hfiupter ragen, die den rasen untergraben; zugleich aber
trieft aus einem aste der Staude honigseim, den fängt er
gierig mit seinem munde auf**]. Hieraus wird ein tadel
des leichtsinns gezogen, wenn der mensch in gröfster be-
*) vielleicht enthilt aach des Hrabanus Manras caranea in landen
san^lae cnieis, das mir jetit nicht cor band ist, dergleichen.
**) Calila et Dimna , ed. SÜTestre de Sacj , m«m. hist. p. 28. 29.
ed. Enatchball p. 80. 81 , Tgl. mit der etwas abweichenden ausföh-
rung in den exempeln der altenv#6iien p. m.'22.- • '
WBLTBADM 75»
drtlagais doch? nichl den rws'eyies kleiaen gennsses' «u
widersUhn vermOge. Die fabel ist nun niohi nur dnrek
die hebräieohdi lateinische und griechische überirngujog
des gftfizen biidis frahe ttnd weit . verbreftet worden *], son*
dera hfrt «aeh.noch andere wege eingeschlagen.. .Joh. Da-
naseeiHis nahm sie (um 740) in seinen Ba^Xia/» ««j
^hmaa^ **) auf , welcher J>ald durch eine lat bearbeitung
allgemein bekannt wurde ***). nach ihm dichtete unser Ru-
delf seinen Barlaam und Josaphat, worin das beispiel s. 166*
117 zu lesen ist; abgesondert Stricker (Ls. 1, 253). ^ne so
astspreohende Überlieferung konnte unbedenklich selu* früh
im mitftelatter auch nach Scandinavie« gelangen , falb nur
die ähnlichkeit sdbst grölser wäre, um den jBchluis auf
unmittelbaren lusammenkang beider mythen au rechtfertigen.
Mir scheint gerade die ferne barührüng beider da» wich-
tige, eine mähe hat keineswegs stattgefunden. Die altn.
fabel ist viel bedeutsamer und gründlicher , die morgen*
kindische ans einem uns verlornen ganzen losgerissen,
wabnscheinlich entateUt. sogar die hauptidee des weltbaums
matgelt ihr* beinahe, nur das zutreffen einzelner nebenum-
stände überrascbti des triefenden honigs (Vgl. s. 758 amn,*)),
dea wurzeinagens und der vier thiere.
Liegt aber in diesen begegnungen des eddischen
mytims sewol mit alten ansichten des Orients als mit der
ari und weise, wie die Christen den heidnischen glauben
an die lehre Tom kreuz zu knüpfen trachteten, etwas
wahres; so tliue ich noch einen schritt weiter, nur scheint
auch die im deutschen alterthum tief gegründete Vorstel-
lung von der IrmenseulCy jener altissima, universalis co^
lumna, quasi sustinens omnia (s» 104. 107) dem w^ltbaum
Yggdrasil nah verwand^ wie sich dessen wurzeln und
ftsta nach drei enden breiteten (stände ft {>ria vega), liefen
auch von . der Irmenseule drei oder vier grofse strafsen
aus (s. 330. 330), und je weiter man spürt wird sich der
susammenhang . dieser heidnischen ideen fruchtbarer ent-
fallen lassen, die seulen des Hwcoles (s. 338), des Bavo
in Hepnegau, die Thor und Rolandsseulen (s. 366), hatten
*) auch im Orient, Tgl. diyan des Dschelaleddin , in Hammers
pen. redek.> p. 183. "*
. **) lueval herausgegeben in Boissonades aneod. graee. tom. '4.
Paris 183!^ p. 1-365.
***) historia daorum Christi militum (opera» Basil. 15^5 p. 815^
902) und besoaders gedruckt Aoir. s. a. (wo das beispidl p. IGT.)
nacli einer andera-yarsion'.bei JSuiaQS 7, 1 858- ff. die paiabel p.88d.
760
Tiellaicht keine andere kestivinonj; aM ton ihrem «lillel*-
pnnct aus himmlisehiriKBche riol^ng der weitgvgendeii
vorzQzeichnen und der heilige Yggdrasil diente so einer
sehr analogen welttheibing. daa kfivmle aelhit anf die alle
hindraeasong eingeflossen sein md denl rOmiaeheai «ard«,
der Yon dem decumanus krenzweise durehsebnitiM wird^
verglichen werden. Fttr den eacbbaotn sind «neb beziebnn-
gen auf Ascibnrg (a. 324) nnd den slammvaiat Askr (a. 537)
einzuränmen. eine andre eschiMnmaage IrieibI für eap^ xfidü
zurück.
Niflhemr, wo NtdMffgr und andere (S«m< 44^ 8n.
22 genannte) achlangen, um den brunnen Hvergehtofr,' hau-
sen, ist dicr todesgöttin Hei [s. 288) getb. Ib^a grau-
senhaftet- wobnon, (Siem. 94» beaefebiNrt ^er hdf^ Sma.
49. 50. 51. 1 helfo' klar daa rdunÜche, ini(tera«ttliclr<^)
dunkel und adiwarz wie sie selbst: dafMS Nebelheim,
kaltes schattenland, aufenthah der abgeschiednen^), niebt
aber ort der quäl und strafe y nach chrisdioher* anrieht,
die sich selbst nur allmälich entwickelte (s. 289). Ulfllas
gibt halja blofs für das gr. a% her (Matth. 11 , 23. Luc.
10, 15. 16, 23. ICor. 15, 55) wo die vttig; tnfmius hat;
wo aber der text ydeppa, die vulg. geheima, bleibt auch
ein goth. gaiainna (Hatth. 5, 29. 30. 10, 28); dieser letz-
ten Vorstellung entsprach kein goth^ wort, der ahd. Über-
setzer T. gibt infernus durch heUa (Matth. 11, 23), ge-
henna**) durch hellafl^ (Matth. 5, 29. 30) oder hetbMki
(Matth. lO, 28) und nur filium gehennae Mbt mn (28,
15); richtiger die neulich aufgeAindne filtere Verdeutschung
quälu sfintf. bei dem 'nidar steig z\ heUnf (tdescendit
ad inferna) des glaubensbekenntnisses dachte man sich
nicht die Wohnung der gepeinigten, strafe leidenden, von
einem kranken heirst es Hei. 72, 4 ^ftsid an tiebkt,
nahe zu sterben, zur reise in die Unterwelt geröstet, ebne
allen nebengedanken der pein oder strafe. Dafs die ags.
gedichte noch den altpersönlichen begrif von fie/ kannten,
ist s. 291 gelehrt worden, hier fttge Ich auch eine andere
stelle aus Beov. 357 bei: Helle gemundon, metoA ne en-
den (Helam venerabantur, deum verum ignorabant Pagani).
Vom 4 bis 10 jh. war also ha^a, hello unterweit, todten-
m — ■- ■ ■ - . -
*) ein todter wird mflfarinn genannt (S»m.249>^ der Nibelunge
tUmmyater bieft wol NeM (fornald. s^. 2, 9. 11 NniH f. Nefill):
ein der Unterwelt und frühem tod yerfallnes heldenffesehlecbt. Nv-
belunge : geister des iodteoreichs. Lacfam. su- de« Nib. 842.
**] bekanntlich entspringt ana gebeno» das frant. gehene, g^ae,
d.h. Bupplice, jetit Aber mit grai gemilderten 'bidd«
■ÖLLB 761
reicb, der begfrif Tön qmit und peinfgfQrfg wurde durch ein
«ideres wort, oder wenigstens eine msammensefziing ans*
gedrüdil; mi Ann sUmnit vollkommen, difo noeh bei
WidelHiMl ven Cervei (1, 23) sMieisehe diehter, einen sieg
der SackaM ober die Framken besingend, wahracbeinlich
kein lindere» wort ab kelta rem anfenthaltsort der todfen
branchten : *m a minis declanaretar, vM tantvs ille infer^
MMf eaael, (|if lantam muH^dkiem Cüeiomm capere pos*
aet* *) ? Ein andreg lat lied anf bischof Herig^ von Mainz,
daa im 10 jh. rerfafat sein mag *^) , achfldert wie einer tn
die nnterwelt entsnekt wurde und erzMIte, ^otum ease tn-
fermm accinctum denaia undkpie aflvia', womit deutlieh nfeht
der strafori sondern die wohnung der todten gemeint ist.
noch in einem gedieht des 12 jh. (Diut. 3, 104) sagt Ja*
cobi 'a6 maoz iSk iemer ckolen, nnze ich s6 eare %e der
kettet, d. b. bis ich sterbe. Im 13 jh. hatte sich fttr helle
bereite die hentige bedeatnng festgesetast: aufenthalt der
ifetdammieHy ^ b. Iw. 1472 heiTst ^got versperre dir die
bellet, er nehiie dich in den himmel auf, nicht, er bewahre
dich vor dem tod, da diese weHe schon an einen todlen
geriditet werden.
Nor in gewissen gegenden , auf dem land , unter dem
vo(k, behielt helle zuweilen seinen alten sinn bei. «• b.
in Westfalen gibt es noch heute viele gemeine fshrwege,
welche den namen - Mlmeg führen . was gleichviel mit
heerweg ist, ureprtinglich aber toatenweg, den breiten
weg, auf dem die leiirtie gefahren wird, bezeichnet, den
ältesten beleg entnehme ich aoa eMer nrk. iiei Ritz 1, 19
vom j. 890: ^Aelefos stve straia publice', spätere stellen
finden sich weisth. 3, 87. 106. TVofli urk. zur feme s. 61
und bei Job. von Soest (Fichards arch. 1, 89)**^). ober^
deutsche fiinren liefern dafür zuweilen die benennung ftxtt^n-
■I i«
*) die trad. corbeiens. p. 465 604 geben den fSrmliehen hexa«
meiert tantos nbi iufernnt,. caesM aul detorel omoes? diese über*
Alhuig der nnterwelt durch die todlen erinnert mich an Calderons
fanatischen einfall, der leere des himmels besorgt, weil sich alles zu
Luther in die höllenberberge driAge:
que Tite dios, que ha de tener en cielo
pocol que aposentar, si oensidere
qne estan ja aposentados con Lntero«
(sitio de Breda, jom. primera.)
**) tat ged. des X. XI jh. s. 335, Tgl. 344.
*'*] auch in Niederhessen : helhteg bei Wettesingen and Oher~
listingen ( woebenbl. t833. 952« 984. 1029. 1138); köUeu^eg bei Cal-
den (das. 1833, 951. 962. 1022.); häUepfod bei Nothfelden (da-
selbst 923).
V62 K€!LLR
weg*). Nach der allii. diehlong reiim o4er ßkrm di«
verstorbnen zur Unterwelt, fara Hl heljar oder M Be^at^
zur todesgöttin: nachdem Brynhildr Terbrennl ist, Ahrt
sie auf einem geachmückieo wagen zur Hei, ^Mc ned rai-
dinni A hehe§\ das ganze lied führt, den namou helrtUL
S»m. 227. Bei Freidank 105, 9. 151, 12 bezeichnet aber
^zer helle varn' und 'drt strftze zer heUe gtol' 66, &.des
christlichen begrif. Übrigens jmiste die vorsleUung bellweg
Yon selbst auch die eines helhoagen (». 290) berbeiftriireo,
wie Wuotans weg und wagen (s. 138) sieb begegnen, ja
der grorse bttr heifst nicht/ blofs himelwagen, herrenwegea,
sondern in den Niederlanden hellewagen (Wolfs Wodana
I, III. ly); ein Wolframus dictus heUewMen HB.< 25, 123
(a. 1314).
Anfangs behielten die AHsachsen, eben weil ihnen ihr
hellia noch zu heidnisch vorkam, gern das biblische infem
gen. infernes bei, z. b. Hei. 44, 21, ja sie kürzten ea in
ein blofses fem Hei. 27, 7. 103, 16. 104, 15. 164, ]2 und
jener von Widekind angezogne dichter könnte wirjiliob in^
fem statt hellia gesagt haben **).
Die heidnische hellia lag tief unten naeh Nordm hin ;
als Hermödr zu Baldr gesandt wurde, ritt er neun nachte
lang durch dunkle , tiefe thäler (dökve data ok diupa), das
sind die von den dunkelelben bewolinten örter (s. 414),
und gelangte zu dem flusse Giöll (strepens), über den eine
mit leuchtendem gold gedeckte brücke leitet; der brücke
hütet eine Jungfrau, H^dgudr genannt, sie sagte ihm, dafs
tags zuvor f(lnf fylki todter mftnner.***) fiber die brücke
gekommen wfiren, und dafs der 'helvegr' von dieser
brücke an immer noch tiefer und nördlicher ziehe: ^nidl*
ok nordr liggr heleegr^. Das verstehe ich von der ei-
gentlichen halle und wohnung der göttin, we sie selbst
anzutreffen ist, denn die ganze region war schon ihr
reich, diese halle umgeben grofse gitter (helgrindr) Sn.
33. 67. der saal heifst Eliudmr (al. Elvldnir), die schwelle
fallanda forad (al. das gitter fallanda forad, die schwelle
fioimödnir), der verhäng bUkjandi böl (Sn. 33). vermutlich
ist eine thür deir unterweit gemeint (nicht der Valhöll,
welche 540 ungeheure thore hat), wenn Sem. 226* fornald.
*) Mones anx. 1838 8. 225. 316.
**) gal. t/Wiifi, ir. t/eam, welsch yfem,
***) ein fjlki betragt 50 (RA 207) , alio Baldr war hi begleitiHig
Ton 250 biDabgeriUen, welche labl «ine hl. verdoppelt: *reid Beldr
bdr med 500 manna'. . v.ij .• . *.
NEBBLBBIM. HÖLLE TS3
Og. 1, 204 BrynkiMr dem Sigvrd danitt ia dea todfolgra
wiH, dab ihm die 4Mlr oichl auf die ferse falle: eine
AMiche foraiel bei dem eiagaog in jrerschlofsne höhl^ii %
Dtt reich der Hd aber führt de« «amen Niflheimr oder
mßkel, aebenwelt, nebeihdile *•), ea M die Mutila laair
(der läge nach) und war lange neiten Tor der erde er^
Bchiflen (oben s. 525): muten in ihm liegl jener brunne
Boergelmir^ nnd ana diesem rinnen zwfflf flösse, anter
welchen GiöU zunächst an der göttin wobnnng reiebt.
Sa. 4. Hierans folgt Uaf was ich aagte: wenn Hvergeimir
die mitte des Niiheimr bildeli wenn GiöU und die übrif^
gern ströme lauter höllische sind, so kann die herichart
der Hei nieht erst an den belgrindum begu&nen, sondern
mab sich über jene daniielny tiefen thaler , die dichten
walder des lat. lieds, ausdehnen. Doch habe ich auch
aidits wider feig«ade Vorstellung: diese dunkeln thttler
sind, gleich dem finstern Erebos der Griechen, ew durchr
gangsori , um des Aides , der Haija wohnung zo cs'reichen.
Wie ana dem persönlichen Hades, dem römischen Orcns
(ursprUnglick uragus, mrgns, und noch im mitleiaiter einem
persöniieh gedachten ungeheuer, Tgl. s. 291. 454), wurde
SOS nnsrer Halja^ der göttin, allmälicb die raumliehe yor-
Stellung eines aufenthalts der todten mitwickelt anfangs
dacUe man sich |die verstorbenen bei ihr, hernach in ihr
wohnend« In den xugfingen hausten, schwebten die dun*
kelelbe.
Niflheimr f die Nebelwelt , war also ein unterirdischer,
von ewiger naehl bedediter kalter räum, welchen awölf ran-
* *) die aitfrai». diühtoDg tod den qaatre ÜIb AimöD (cod. 7183
fol. 126^) lifii deo Richarl, als er aafgehSagt werden toll, ein gebet
TerrichteD, worin enShlt wird, wie der heiland alle teelen aus der
hölle iDräckgefährC habe bis auf ein weib, das sich damit aufhielt
in der thür noch die hölle tu schelten , und nun bis lom jüngsten
tsg daselbst stehn bleiben mnfs: alle wurden erlöst,
ne mes que une dame, qui disC une raison:
*hai enfer*, dist ele, *con tos remanei solz,
noirs, hisdoi et obscurs, et laii et tenebfox !*
a Fenirer ds la porte, si con lisant trOTon,
jusquan terme i sera, qne jugeroia le mont
dieser seltaamen tage quelle ist mir unbekannt
**) 'diu Mir« &e/Ie, wo nebei und finster*, im Lucidarins zehn
namen der höUe; stagnum ignis, terra tenehrosüy terra obliyionis,
warüu ginunge u. s. w. Mones anz. 1834, 3 13. tgl. die ausdrucke
des alts. dichters: h^t endi f/bwafrt, ntart nnnäkH Hei. 65, 12; an
Mo» tkkutroH f an themo alloro ferrosten ferne, 65, 9 ; under /Vm-
Mm, 33, 16 ; 4idp d6de8 dalu, 157, 22. . '
764 HOK.LB
«rchende wasser dnrehsttbmen ^ iMotrtendei ifoki/ d. U
feuer^ nur stellenweise matt erholHe. die ÜrMie zumal
CHäU, gemahnen an LeAe und Sfyx^ bei deaaen heiligen
waaser geschworen wurde, mit Hvergehnir Iftfsl sieh die
brabäntische Helkbamey ans der HeUebeke enlspringt) ver^
gleichen ; mehrere drter fthren den namen Hettepui *).
Heli^öeUhtU wurde a. 292 angefahrt^ der name Helbvoei
soll noch heute in den Niederiinden auf scUMem (nittniiig-
borden) yorkommen.
So traurig und freudenleer Niflheimr geriaobi werden
mufa**), ist doch von strafen und qnaiett seiner bewohner
nie die rede ; ^ eigentitch jlind es auch nicht böse menscbeSy
die nach ihrem leben dahin rersetst werden , aondeni aUe
und jede , selbst die edelsten und treflichsten , wie 4his M^
spiel der Brynhild und des Baldr lehren ^^^. Avagenommen
Schemen bloTs die im kämpf failenden heUen, welche OdiM
zu sich nach YallhöU nimmt
Hiermit in Widerspruch sieht eine andere , ich giaubCi
spätere, b^i Sn. 4 vorgetragene ansieht : alhraler, der höch-
ste gott, hat allen menschen unsterbliche aeele verliehen,
obgleich ihr leichnam m der erde fault oder au asAe ver-
brannt wird ; alle guten menschen (rött sidadir] kommen au
ihm nach GimHl oder Yingölf, alle böken (vAndir) nach Nifl^
heimr oder tn^ (He höUe, vgl. Sn. 21. 75» wetehe aielien
noch hernach zu besprechen sind. Das ist schon chriatliGhe
idee, oder eine ihr höchst ähnliche.
An die stelle der altheidnischen bleichen und dflstern
hölle setzten die Christen einen mit flammen und peeh
erfüllten pfuhl, worin die seelen der verdammten ewig
brennen, zugleich pechschwarz und gluterhellt, gehenna
ivird erklärt hellafiun, mhd. heUefiwer Pars. 116. 18;
*) Wolfs Wodana 1, V und 35.
**) gerade so sinken alle griech. helden in des Hades haus unter
die erde, schwer aber ist es ron diesem den Tatiant$f der noch
tiefer im abgrnnd liest, xa sondern; in ihfn sitzen die gebändigten
riesen gefangen, er bezeichnet also, wenigstens später den theil der
unterweit, in dem die bösen s« Uirer strafe haoeen, was mit der
christlichen bölle stimmt an die nordische esche, deren wnrzel in
Niflheim hinabreicht, gemahnt aber, dafs die wurzeln der erde und
des meers Ton oben herab in den Tartaros wachsen, ttes. theog. 7^
zu TgL ist auch Orids beschreibung der unterweit (met. 4, 43!2 ft),
wo : <Styx nehvias exhalat iners* dem begrif yon Niflbeim begegnet.
"**) noch C«dmon schildert das vtteb^s (haus der strafe) deop,
dreAma leAs, sinnibte beseald. merkwürdige hilder gibt ein denkmal
det 1 1 jh» (z. f. d. a. 3> 445) : sverilttank, ^«m^e/t, tödes tcaUgrm^^
waÜente stredema u. s. w. ,, .i . i. . ,. , ., . .»: ,.
kAuui Ml
d« wo 4er ikk^ 4ts ]feliaii4 dtoie pokwtrue md bren-
nMde bölle l^hgft sduMerii will, .wwMt «r dw alle
Sem. il ei« nme.: an Iheiie M(a$i, hei 76, 22, aa tfiane
umtIoii M 103» 9. Sr^bi fomßx, Waltber 867. 1% bei
Q. «nd ander« aUL Mbriflaiellern wird geradem bäh (pix)
Ar bMe gesetzt*), ^in dem 6«cike' warainig 547; 'diu
p^chm^ik* anegeage 208^; eiae weit ia Europe Terbreitete
yerstoUuig.i aocb^ beizte nenoen die Ifeugriecben die hdUe
niMu, ein spriekwort des Alex Negri lautet: i^^t niooa^
um nttgiducw, hölle und bimmei nebeneinander setzend«
Die^ie pecbböile mögen Slaven den Griechen zugebracht
haben I dai allslav, pehla bedeutete pech und hölle (Dobr.
inaUt. 294) uAd ae iat böbm. peUo hölle , poln. pieklo
serb^ pakßo, sloven. pekel^ dem gescblecht nach entw«
n^tral oder rottnnlich« Lilth. pikU^ (fem.) altpreufa.
pickufUs (im catecbisnau f, 10 iat.pickulUeJa der acc.)j und
der teurel selbst beibt üttb. pyculas^ altpreurs. ptekub,
(vgU Rausch s« 4^4)« wn den .^vea borgten die Ungern
ihr pokol (hölle), wie von Griechen und Römern uaere
Torfahren gaiainna lUnd infem. auch das unela (hölle)
der Kteebnrgiachen Wenden scbemt zu dem böbm» smola,
smftla h^K^ pech gehörig, mit 4er heibe dea siedende«
pecba war «igleich unausstifhliqhar gerucb verbunden;
Reinehe $918: Mt stank dAr alse det keM^ p$k\ vgL
UberhauiU En. 2845. äldO.
Seil der feckehnmg zum ehristenihvm hängt also an
den begrif 4lea h(Uie aogleick der von strafe und pein»
hoöikemmr^ (mundua supplieii) im aMarL 53 (Smm. 187«)
iat nimrkennbar chrialiiche ide*. dbs ahd. keUmdgi, aMai
MiNoW Hei. 44( 17. ags. helkttte drückt aus supplictwa
infeiiii, f|^. Graff 1, 1117 ttber tofaiy mhd. wtsu; danaeh
bildete aieb das id. kekiüy achwed^'J^e^is» dfin. hehede,
WM ganz einfaak liöHe bezcichnel; von den Schweden
empiieBgM die getattGtän Finnen ikr k^weM (oreua), von
den Batem die Shivenen im irain und Steier ihr otae (pui^
gatorium), die Irirche hatte zweierlei Teuer unterschieden,
eitk hAiliaciieSy und reinigendes (fegefeuer) im mittelsastand
zwischen iNMe und himmel **)• .
*) «tote im meiaer aoBg. der byn». p. &^U kiMüMfigen Mus-
piOi 5, wo Schm. die leile des Waltfriil inföhrts 'at aacum ibIbKi
pieeo spatiatur a»9mo\ EugeniMfl in Draconit. y. m. 30 : * ut posaiin
ficei poeoam Titare baraihrr»
**) die Ehsleo sagen toh einem im fegbii^r : (a q« kabbli Uma
wahhel, er iel *iM«cA«fi aioai tpaftan.
fM HOlXlt
Gleiohwol lieliMt ftber auch die chrisHiehe vorsteHüng
bei, däfs die ItdUe tief ffn abgnmd der erde, die «le»-
sdbenv^elt also über der liölle Hege, die hOile keUsI darum
abystms (Ducange 8. v.) und 'a coelo usqoe in abysaam'
sieht einander entgegen: aus diesem abynsus, Span. ab%$*
mOf franz. abime ist das mhd. äbU (altd. bl. 1, 295: 'in
Abisses gründe' MsH. 3, 167) und spftter obis, fioMs (en
Abis, en obis, in abyssum) zu erklären, alts. hellignnul
Hei. 44, 22; in af gründe gftn. Roth. 2343. ir terdienet
daz af gründe. Roth. 1978. 'raren ter helle in den dM-
kren kehre*. Florts 1257 *). Ags. se neoeta grund (imus
abyssus) C®dm. 267, 1.270, 16; j^ät neoele genip (profun-
da caligo) Ciedm. 271, 7. 275, 31. diesem ags. nepvel,
niTel (profundus) verwandt sein mag ein ausdruck des fries.
asegeboks (Richth. 130, 10) 'thiu mueni hille', wo ein mnl.
text gibt 'de grundlose helle'. Dem ' in die höhe aufstei-
genden himmei steht die zu boden sinkende hölle entgegen :
^der himel allez üf gM, diu helle stgei aUe% se ial\ War-
nung 3375. 3381.
Es scheint, man dachte sich im grund der erde, gleich-
sam als decke und gitter der unterweit, einen stein, der
in mhd. gedichten dillestein (von dille, diele, tabula, plu-
teus, ahd. dil, dili, altn. {>il, fiiii) genannt ist: 'graebe
ich üf den diUestem'. schmiede 33; 'des hc^he vir
der himele dach und durch der keUe bodem vwt'. das.
1252; 'vttr der Umeie dach du biekest und durch der
helle dille»tein' Ms. 2, 199»; 'wun ex kvnl des tiuveb
schrei, dA von wir stn erschrecket: der dUieetem der iü
enzwei, die töten sint 4f gewecket'. Dietr. draehenk.
cod. pal. 226». Hierbei erinnere ich . mich des lapie
nalie (Festus s. v.), der die grübe d^s etniskisehen
dite schlofs und alljährlich an drei heSigen tagen ahger
nommen wurde , damit die seelen hiamf > zur oberwek
steigen könnten (Festus s. v. mundus). niobi Uolii diese
grübe in der erde , auch der himmei hiefs mundus **) , wie
Niflheimr dennoch heimr, d. h. eine weit war» Jener
höUenthttr (s. 762) gleicht der desoeneus Aeemiy Ae
fauces grave dentis Aeemi, die 9M janua Ditis,- wie sie
*) was bedeutet eggrunt, eekgruDl ? *d«z iuwer Me honen dzer
Begründe' . cod. paL 349, 19a.
**) ygl. 0. Mullers Etrusker 2, 96. 97. den Plänen ist manala
locas sabterraneas, obi yersantur mortui, sepulcrum, orcus, was sich
ton maa (terra, mundot) leitet, also nur zufiHig mit jenem maoalis
berührt.
¥0» ¥ürg(I (Am; ft,< IM; Ml) gesdillderf M (VgÜ. Veldecks
En. 2878. 2907. der h«lle tnvarf)^, aiieii alaTiiche mftrcheit
kennmi den emgang in die iiiitenfreH bei einer Hefen ffrube
(Banufich a. 412).
Vom mund oder rächen der holte wurde s. 291 ge-
redet, Hei gähnt gleich ihrem bruder Fei^rir und jeder ab-
grund ist gaffend *) os gekennae, Beda 363^ 17 heirst ein
flammenspeiender bntnne (puteus) **), einer ags. glosse (Mono
887) bedeutet müJt (d. i. os] orcus. dieselbe glossensamlung
verzeichnet 742 sedä (d. i. puteus, barathrum) für höUe^
und 2180 cvis tartarus, 1284 cvishusle, wofür ohne zweifei
zu lesen cvissusle. aris kann ich durch nichts deuten, als
das altn. qvis (calumnia), susl scheint tormentum, supplicium,
die Wörterbücher haben keinen grund, ihm den sinn von
sulphur (ags. svefel] beizulegen ; 'susle geinnod' Cssdm. 3, 28
verstehe ich: supplicio dausum.
Die Vorstellung des brmmens stimmt besonders zu der
fabel im Beinhart, wo dieser in den brunnen gefallen ist
und den wolf in den eimer loekl. er g3)t vor da unten im
paradU zu sitzen, in weiches aber nur zu gelangen sei, dafs
man ^einen tuk in die helle' thue.
Christlichheidnische Vorstellungen von den strafen der
unseligen vermischt finden sich im eddischen sölarliod (Sem.
128. 129). Schlangen, nattern, drachen wohnen in der
christlichen hölle (C»dm. 270. 271) wie an des Hvergelmir
Wurzel (s. 756). auffallend wird in dem gedieht von Os-
wald (Haupts zeitschr. 2, 125J eine verstorbne heidin als
^ölßn dargestellt, der die teufel Schwefel und pech in den
hals giefsen'. Dante ; in seinem purgatorio und Inferno,
mengt was ihm mittelalter und classische literatur überlie-
ferten, maii lese den schlufs des Csedmon, fundgr. 202,
und im Barlaam 310 Rudolfs kurze aber dichterische Schil-
derung der hölle ♦••).
**i
««•^
*) walack. iad (hiatus) , iadad, hölle.
') wie der «beoi miMidl der. nechl«
*) hier mag susanunengestellt sein, welche lebende in die nnter-*
weh gelangten und wieder zurückkehrten: bei den Griechen Orfeua,
Kurrdice aufsuchend; Odysseus; Aeneas. im Norden Herm6dr nach
Baldr entsandt und Hadding (Saio gramm. p. 16). sage des ' mit*
teklters tote Brandanas und Tundalus; di« sage von Taohiuser und
was ihr gleicht ist in einem folgenden cap. darsusieHen. m^ncMsche
trtame and gesiefatet von forsten, diiä ihre tDrArhreo it> ^r hdHeer^
bUcken, sind D. S. no. 461.527. 530. 554 gesammelt, a«Mh die tlsioii
im mmuM
. Vß^ 4i^ iMidRiftjpiMi ^ im Vmim. ÜBgwi» MeJk^lwoU
nicht von f0uer ^rfalU war, folgt um d^vtliobaten ao» einer
ihr ^ntgegengeaaUleq $adlwkem flammenw#li (fi. 525]^ w^che
in der edda Muspell oder Muspelhhemr genannt wird. 0ie
ist licht und heifs, glühend und brennend ^j^ nur einge-
bome können es in ihr aushalten, daher keine menschen
aus unsrer weit in sie übergehen, wie iji die kalte, nörd-
liche, Ihrer hütet ein gott namens SurlTj^ träger des leuch-
tenden Sehwerts.
Ein überraschender beweis für das Vorhandensein alt-
nordischer Vorstellungen in dem übrigen Deutschland liegt
wieder in jenem namen. nicht allein der sächsische He-
liand hat 79, 24 mudspelli, 133, 4 muUpelU, auch ein
hochdeutsches, wahrscheinlich in Baiern verfarstes gedieht
z. 62 muspilli (dat. muspille). zugleich welch erwünschte
bestätigung des alters der edda, und ihre grundlage, aus
sächsischen, bairischen handschriften des neunten, achten
jh. Sonst überall ist der »usdrack erloschen, weder Is-
Ifinder, noch die übrigen Sctndinaven verstehe» ihn; bei
den Angelsachsen hat er sieh nook nicht entdecken lassen,
alle späteren hoch und niederdeutschen Sprachdenkmäler
kennen ihn nicht weiter, eicher ein uraltes ^ imdnisches
wort *•).
Welchen sinn es im allgemeini^n habe, wurde schon
s. 568 ausgesprochen, kaum einen andern als des feuers,
der flamme, jene stellen des Hei. besagen:. \muä9peÜe$
megin obar man ferid', die gewalt des feuere föhrt über
die menschen; %utspeUi cumit an thiustrea naht, al so
thiof ferid damo mid is d&diun', das feuer komm4 in
der dunkeln nacht heimlich und plötzlich wie ein dieb ge-
schlichen (Hatth. 24, 43. 11 Petri 3, 10); und der ah<L
dichter sagt: ^dflr ni mac denne mäk andremo (elfan vora
demo muspille, denna daz preitA wasaP (GraiT l, 1063)
Too dem leeren slul im ADUolied 724 (Tgl. mit Tundalas 65, 7) itl
Terwandt.
*) MuMpelUktmr ist weder himmel , noch ' sind Huspellssöhne
gleichTiel mit den im himmel wohaeniea Uclddkm (i. 4M. 415);
nachdem Snrtr himmel und erde Terbrannt hatj liegt über diesem
himmel ein zweiler, namens Ändtänor, über ihm ein driUer himmel,
namens Vtdbldinn* und darin wohnen jettt allein Uchielbet ssot
Snorri22. "^ ^'
**) unter den bei Nemnich nfrseicbaaten yieleo benenwiii^gaa
des Fohrdommels («hd. borotnmbiL QUO€r$fM$ß, «rdi^s ßißUßr^) £nd4A
sich «ach mutpei^ was «vf owos und moor besvg h^k^p .und npitc«-
waoiU sein aog.
Hnmaa 96»
das farpi^etiiüt % enti ytitr enti hift tite arfWptt'^ 4i fam
kein freliiid dem andern helfen tot dem feuer, wenn der
breite gintregen alles verbrennt, feoer nnd laß ellan rek-
iiigen.
Bs nulii ein compogitum sein^ deMen iweiter thel
spUU, ipelH, spett ^ick eHwa dea» aHn. apiöH (corrn|Mio) apiDa
(eomii*p«fe) agt. apillan<*(f»erdere) engl, spili, ahd. «piidan,
alts. epildian l(perdere) «fergieicben liGtlse **] ; altn. bedeutet
mamispiüll öladea hominttmy laMpMH (Ninlss. cap.i58) viel-
leicht belluiR ? WIM aber in mwl , *mii (mü ?) stecice , ist nn
rathen, entweder der begrif TOn erde, iend, eder von bola,
bauBi: im letnten fall ist mudspelR peeUacbe nmsdireibung
des feners, das ^olzverderbende, banoiverBehrende darf es
beirsen, Wie sonat eddisob bani 9iiar (peronssor, inimicus
ligoi) gratul ^Ubir fperdilte lignl) Sn. 126; die lex alam.
06, 1 gibt medelay meduh kn 6ioQ Ton tancwit«, ienowil
(gramm. 3, 455), die lex R^bar. 305 mothUa^ wie es
scheint für quercus , robur (GrafT 2. 707] , altn. ist meiät
(vielleicht meydr? wie seidr f* ^ot40. arbor^ Jlitth. medis
arbor^ lignum. im ersten fall wäre es landverderb, welt-
verheerung, aber ich kenne noch weniger ein deutsches
wort für land, erde was Jenem mud oder tim gliche,
man ist betagt^ darin eine altverdunkelte, entstellte form
ZV finden; finaiscti ist maa terra, solum***).
Surfr (g6A, Surtar) ist der schwarzbraune, von der
glut gebrannte, verwand! mit svartr [niger] und doch ver-
schieden davon f); es kommt noch sonst als' eigenname
vor, z.b. forjiald: sog. 2, 114. Islend. sög.l, 66. 88. 106.
151, 20B^ merkwürdig Surtr enn ht>Mj das. 1^ 212. Man
>♦ ■» I > ' ■
• •••
*^ «o lese ksb ikäi vattMndit; w€4l «icft wa««} anders niabt (ffeti*
ton iSfsL • . .. 1. .
**) ahd. LD. s^ altn. u.. Tgl. wi(di> kold mit Tillr, gu|l; ^arum
aber dann nictfl muspfldi im ahd. Und alts. gedieht?
***) wer diese deutangen rerwerfea, tielleiebt das aus. «nidspeUi
für nuthapelU, oris eloquicMi oder mitspeUi mvtatioim MHatioa (wie
ich gramai. 2# 525 .t/orscblitg) : pebmeu •w^iUe, hStt^ schon gegen
•ich, dafa der baif« dinier weder paodspelli noch mdispelli setzt,
nnd ebenso wenig, ^fin alto. muoospiall oder mutspiall erscheint; ond
wie liefse sfch danlit der alto. begrif ron heimr Tereiobarent za
gesehweigeo, dafs 4eio ehrisllfvlher irnsdrnok für weitende and jfiag-
Aes gerieht anf solche iKurstellungen fahrt
• t) Snrir mddhto aioh aar STari? verhaken« wie ein gpth. na«e
Sv^riiis fum adj, svarts* bei Procop de b. goth. 2, j5. 4, 25 der
herolische eigenname XQvuQTovuq , Svartfa? in der ags. genealogie
Ton fifeira ein Srearl* ond Srerting, ifgl. Beer. 2406 ond hernach
'sreart raeo'.
770 MISHftU
wird dbei" 8«eh gesagt haben SmHy getl. Sorte; we9 in
beiden edden das coin|K>sitttai SuHalogi begegaeti* S«ro.
äl^ Sn. 22. 76. 90. Eine gewisse harsige , verk<Aile erde
heirst im Norden noch heute Surtarbrandr (Biörn s. y.
F. Magn. lex. 730) Surti titio, diese benennung verkttndigt,
gleich den pflansennamen nach gdttern, ein hohles wesen.
vtticanische felsenböhlen in bland heiraen Surktrhellir
(F. Magn. a. a. o. 720) und landn&mab6k 8, 10 (isl. sog, 1,
151) gedenkt eines Thönraldr, der zu des iötnnn Surtr
hole ein auf ihn gedichtetes lied brachte: '|iA f6r hann
npp til heUiiins Surts^ oc foerdi {lar drApu ^^ er hann
hafdi ort um tdAmiiifi t heUimni; auch Sn. 209i» 210«
werden Surtr und Startr unter den riesennamen aufge-
führt, nirgends in beiden edden erscheint Swir als eia
gott, er tritt gleich andern riesen nur «la feind und be*
fcttmpfer der götter auf. VöluspA 48 (Seem. 8«) heifst das
feuer Svrta sefi (Surti amicus) und 52 (Sa^m. 8>>) steht :
*Suttr fer sunnan med sviga leifi,
sktn af sverdi s61 valttva ,
d. i. Surtus tendit ab austro cum vimine gigas, splendet e
gladio (ejus) sei deorum, leifi ist deutlich wieder ein rie-
jsenname (Sn. 209*), valttva kann nur gen. pl. sein (vgl.
Saem. 10« 52«) und zu söl gehören, nicht als gen. sg.
von valttvi (was nicht vorkommt, oben s. 176) %n sverdi;
was svigi, sonst gedrehtes band, flechte? hier bedeute
weifs ich nicht, man sollte denken, dafs darunter auch
das geschwungne schwort verstanden sei ; ausdrücklich also
wird Surtr riese, nicht gott genannt. Sn. 5 sagt: sft er
Surtr nefndr, er f>ar sitr A landzenda til landvarnar, hann
hefir loganda sverd (Surtus vocatur, qui sedet in fine re-
gionis, i. e. Miispellsheims , ad ^m tuendem, ensemque
gestat ardentem).
Beide Verfasser, des Heliand nint des ahd. gedichts,
Christen, aber noch etwas in neidnische poesie eingeweiht,
lassen muspiUi bei Untergang der weit, bei annaherung des
jüngsten gerichts eintreten: dann wird die erde «nd alles,
was sie enthält, von dem feuer verzehrt Werden, j^erade so
schildert auch die edda das weltende: Surtr ei^hebt sich
samt den muspellssöhnen , überzieht alle götter mit Meg
und besiegt sie, die ganze weit vergeht von seinen, feuer.
Sn. 5. 73. Wann er mit seinem leoehienden schwort von
Süden herfährt, wanken die felsen der berge, die riesinnen
fliehen , die menschen gehen den todtenweg ^ der . himmel
spaltet sich. Sem. 8>>; die Äsen kämpfen mit Surtr. und
itICSnLLI 771
seinem beer auf einem hobn^ namens Oskopnir (oben s. 131),
alle erliegen und die weit gebt unter.
Den Surtr nennt blofs die edda; unsere abd. poesie
scheint aber züge von ihm in die kirchliche vorsleMung
vom Aniichtisi (abd. A^tichristo) zm weben {tk. 158), die
sich ursprünglich auf das eilfle cap. der apocalypse gründet
und hernach in jidisciiehristlicben ideen weiter ausgebildet
worden ist. dea namen haben beide briefe des Jabannes
(L 2, 18. 4, '3. II 7); nicht die offisabarung, in welcher
er unter dem vielbäaptigen ti^ier. gemeint wird, au seiner
SEeit sollen swei weissagende s^eugen vom himmel auf die
erde gesandt, aber von ihm besiegt und getödtet werdeUi
auch ihre »amen fehlen; dafs es Eüas und Enoeh sind)
folgt schon aus der ihnen beigelegten OMcht, den regen
SEU verschliefsen, ist auch von den kirchenvfttern ausdrilck"-
fich anerkannt^, unbeerdigt liegen ihre leichen in der
strafse: nach diesem sieg erreicht die gewalt des Antichrists
ihren gipfel, er steigt endlich auf den ölberg, um gen him-
mel zu fahren, da erscheint Michael der engel, und spaltet
ihm das haupt*^.
Unser altbairischer dichter hatte nun durch gelehrte
mfinner (weroHrehtwtsd) künde von dieser erzählung ge*
nommen, es schweben ihm aber auch noch bilder des
heidnischen Weltuntergangs vor, wenn muspilH herannaht,
darum hebt er die flammen heraus und lafst von dem
zur erde triefenden blute des todwunden Elias alle berge
enbtündet werden; in keiner einzigen christlichen tradilion
begegnet dieser seng, der himmel glüht in lohe (suilizöl
iougiü) die erde brennt (prinnit mittilagart) und jenes: 'dar
nl mac denne m&k andremo helfan vöra domo nm»piUe\
zwar begründet in Marc. 13, 12. Luc. 21, 16, kling! wie
das eddische
*) lastinns marhrr diat. com Tryph. ed. Sjlb. p. 208; Tertalliaa
de «nima cap. 50., tle resflrrect. carn. cap. 58; HippoljptOB im loya^
nt^l v^Q avpuUiat tm »oo#iov muI nr^^ tov mrtix^aw; Dorotbeui
ijrioa de vita prophet c«b. 18 ) Ambroaioa in apo«al. cap. U ; Ausur
»tin. de cir. dei 20, 29; Gregor, ihago. ia moral. 15, 18. maa sehe
auch die in Hoffm. fandgr. 2, 102 £ und in Kanslers anl. denkm.
1, 486 angefahrte literatnr. aus späterer leit sind lu Tgl. N. ps.58,
7. t3, 10$ Bnreard. wormat. 20, 93 — 97; Olto finsing. 8, 1—8;
discip. de tempore im aeraio 40.
**) berioht« dee 42^ 13 jh. tob Antichrist findet man im horlda
deliciaram der Herral von Landaberg (bei Engeibard p. 48) ; im eed.
vind. 653, 12UI22r ^fandgr. 1, 105. 106. 2, 106-^184; Martina
191 ff. ; Watkenufg. basi> baai 22» r ▼gi* «n^'h einl. iu Fr^idank iüxi.
LXXII. . '
49*
TT2 IIUBPILLI
broßdr mano berj^iz ok at Mnom irerda^
muno systrüngar mifjum spilla ^
man ecki madr Mruni {»yrtna. Sem. 7^ 8^
es keilst 'mAno MW, Iriedort: n(ä teio* «orUia, kT«ria
af hinmi heidar stMraiar. tauch Sa. 71 : l^t drkpac broBdr
fyrir Agimi «ahar*^ a« eivgi byrniir födr eda sjmi t maiin*
drApttm oe 'bi^mKU*). Noon ein niiid. 4khier d» 12 jh.
(fffiNlgr. 194): sA iai danne niht Criuwe diu4lx)we*der dinwB,
nodi der man dem wtlie: ai lebent alle mit titde: ib6 haz^
zel ider Täter den ?sun n. s. w. Welobes heidaisöhe Wesen
den Baie^ and den Aiawaimen iittikfkri9io vertrat, «öchte
man bissen, dem nord. '8tk*tr mvfii es itthnlich gewesen
0eiR. Antichrislo er^dieint als teirfUseher hcoehler, Sortr
wird als Widersacher der Äsen , als ein rieae geschildert,
desaen (euer <fie weit verzehrt, iaile tnuspellssynir bilden
leuchtende heerschaaren^ sie qftnd Surtr bewirken durek
ihren kämpf eine höhere weltordnung^ währeaid der Anti-
christ nur vorjAergeheiid siegt uwi «ületztron einer mädi-
tigeren g ewaH gestttrist wild.
Was der ganzen vergleichung neue sttrke verleiht ist
dies. 157-^159 erörterte, ans andern gründen gewisse,
verwandTsobeft zwischen lOoniir tnnd f/tna. dem achten jk
konnte Elias noch ül^er den j#d1scli«n yrophet hinaus als
götlüeher held, nla gottheii erscheinen. In iter «dda kfim*
pfen laHe Äsen, Odtun, Tk^rry »Frayr und -»Tfr^ mit
Tereinten krttflen^ wider die llamfMenisöhnb ottid ideiien verv
bündete, ziehen, aber glemh Ettais und Enoch iien itörtzcirn)
Elias hat einleuchtaMe ahniichkeit mit Thor (öder Donar.)
Michael mit dem besieger de» G^rn^r eder Fenrisülfr, idi
behauple nichts dafe audk Gnoch «eiinem laestinMnIen beid^
fiischen göit ter^teichbar Isäi, es wtiit mögUehi . Sdrtr mit
dem leuchtenden schwert kann an den enget igentahneil»,
der des paradises hütet, ündet aber auch in der sage von
Elias und Euoch sejn gegenstüpk,, wenigstens Jäfst.die le-
gend^ van Br^pdan (bei Bruns s. 187) »neben diesen bei-
den einen enge] mii feurigem 9chtcerie stebn**). Eine
ags., von Wheloc zu fieda p: 49S aesgeabgfne 'homllie de
' . . . . •
*) kt'men sCfirkeMi gmad kienn« ich für die.aaoahttie, dafs^ Vö-
luspA aaf uosre heilige schrift zuräckwcMe, «Isidas '•QMaimtoatr^ffea
diefloi eddiAchen Mi^ .aril 4eiB biUischea; itena «dM.iäbriee nicht
tbwiehe! .
*'^ die «nl. gedickte bei Bkanmaert U^IOS« 2. 10*1 gßbe» UoDi
einen *4iut man* »Utt Eooch^ erwiknaa aber den «herabip. <aied
efien noerde vierin\
i ■
lenporibiis Avitdtfisfi (obM s. 147) enlhaJt aaerkwftrdige
tofiieraiigfin. der tlkeriiitige AmtemfißP^ heirsl «s darm,
streiM nicht nir widec goU und golles fcnecMe, er. #t0tlt
siob aimh köller' ab alle Mdniachen g<or: %0 Aiiefd h^
ailfne ofbr ealle |iA ^e bao^e i^n CYiedpt I>ttt godaa
beon aeeold«», ob h«^ne Tians; svyla s^rA YH^E^enlm
aa enly twi 4il|MUmit> |e hi ^aNsrne god I6loii^ Z)Mr ete
and Eo?d^, f»e h«^ne qma heriadt S¥i4e. ofer eaUe ^
he hine »me up fthefd, forda« ^ l»t, ^ö^ ia litna af alr«»*
^m ^MM AI ealle* Wozu aagi daa allea d«r pr^diger ?
hmite «ttoh in aichaisohctii lieder« iian di^ anbinfl das An^
tichrists mit beidttische» überiiefetwigea wsftmitieiig^altaa,
imd 'seinw, wie deaSwlr, aleg ibar Voien und Thmor
amlrkaiuit? cBe una&ehaiaohei» foraMn BQvde« .und DbAr
dflrten.Mf dftaiscben, nefdiacben finSura. Ejyae . ent^ohei-
deade beaiehniig genaikii . aber der ags. Saloaoon und.Salurn,
in dem grolaen baanpf swisoben gett iuhI dam Antichri^t^
beifst e§y Jafa der £iNiiMr noSl einer feuriffßß üsa losschlage
(dresobe): ^ae 7%tifiar bil j^ryaoed mid f>«re fjretMn ÜQm\
dabei wird uaTerka«^ar Thöra Miölnir» die lorridfi obaiy^hs
(s. 164) veHtaMlen, und. der ausammenflttla* keidaisob^ vorr
steUnngei^ mU. d^nqn v^fGi Anticbj|^iat keinei^; zw^i^){ «nter-
liegcsn.
.Wer g^q^t i^% die eig^nthömlichkeiti un^^rer , vorzeit
insgQip0|n auf rOijniseba und .^rist^hß üU^rUeferung zwück-
zufäNe^D k^mtß den ankif^Ug beider Schilderung^« des
weltuotf^'gHngs leicht zu de^ behaupUuig niisbr^uph^H, selti^it
die eddisdi^ lebff^ ^m eri^t aus jenen tr^diUonen fron dem
Antichrist hervorgegangen, das würde ich für ganz ver-
kehrt halten, die nordische erzäblung ist einfach, und im
Zusammenhang mit dem übrigen inhait der edda; der my-
tbus vom Antichrist verworren, ja künstiMi in einander
gefugt, beide hauptgestalten, Surtr und der Antichrist hsfben
vOlHg abweichenden cbarapter. wie hstte man hn Norden
eine men^e bedeutsamer net^envörstelTungen , gerade die
von mvspell, hinzuerdacbt., wie ^ia hochdeutscher nach zeit
und ort . wiederum. unid[ihängiger diehler eben sie anschlagen
lassen? ^
Was die ^dda von Surtr und seinem kämpf' mit den
Äsen meMet ist scfalufs einer ausführlicheren Vorstellung
von dem ende der \9(elt*)i decu»^ eintritt aldqr röJ; (Sa^m.
■»>! I ■« > >*■■
*) es i^t beachlenswertb , daXs Weissagerinnen^ es Terküodeo :
Vala.t Mtn^^f und «och 8|^«ter meldet^ jiiQta (p. 85) coosumma-
üoBift Mcoli dieok
774 WEI/PUNVIAGANG
86« didkr tag, aUar'röf <Smi: 37>» IM^)^) 0iiwU«|iKoli
aber ragna rök (Smta. 7« 38^ 96^ 166^) oder tti^iia ri$*r
(Smij65> Sn. 30. 36. 70. 8a 165) htm^ d. ii dllime^
Hing, Terflnsterong der seit und lier waikeiidöii'' gitter
(ob^n s. 24). rök oier rökr heHemtki dankelheit, f^i
rökra Smm. 113« in gesteigertem eiisdrQok die gröfete fin-
gier nis; BiOrn erltUrt ' nifeftt^ (oentr.) crepüeeslum und
röckvä veeperascere. nahe liegt das goth.' tiqif akc^öftj
riqifseii^ öhot€iv6c, riqisjan onetl^io^ut,, doch ist hier
ableitendes -^is zngetreten, nnd auch der wurzelv#o«l. ant«-
ferht sich ven dem nord. ö, das umgelaatetes a aci« mur«,
eo dafs rök 3= raku wäre, dies wird durch das jütische
rag nebula^ noch mehr das ag«« raou bestätigt: ^f>önne
weart racm stigan onginned' • CsEidiiiw 81, 34 ist na tiber-^
setzen: cum atra caligo surgere^ incipit. röhsiStar (S«tti.
P vgl. oben s. 125) sind die nebelstttle, worauf die göt-^
ter in den wölken sitzen, zu diesem rök , ratu nehme ich
den s. 714 beigebrachten nhd. amdruak 'die inslere ra^
gende nacht', der sich kaum ^us ragen {stM-fen, rigere)
deuten Ififst**). ragnarök ist also gölteritaeht, wdohe über
alle, auch die höchsten wesen (s. 283) herannaht
Alsdann brechen die bis dahin in bann und zwang
gehaltnen bösen wesen los und streiten wider die götter:
ein wolf verschlingt die sonne, ein andrer den round
(s. 668), die sterne fallen vom himmel, die erde bebt, die
ungeheure weltschlange, iörmungandr, ergrifiPen von riesen-
wut (iötunmödr s. 496) hebt sich aus dem gewisser ans
land, Fenrisfilfr wird lös (s. 224], Naglfar flott, ein aus
*) r0f, roptnra, wie man sagt regm nuftn, dii rnrofHotur, die
,welt Tergeht.
'**) pers. soll räche yapor bedeuteq, darf daa sanakr. radschanl
(nox) vergliche a werden? auch an das bIbt. roh tempus, annos, ter-
minus, fatum, lillh. rakus wfire zu denken, dessen abstracte beden-
tung aus einer filteren sinnlichen entsprangen sein könn(e und ganz
an die s. 750. entwickelten begriffe von zeit und weit sich ansohliefst
mit rauch (fumus) altn. reykr kann weder rÖk, rökr noch riqla Ter*
wandt sein, ungenau ist es, wenn danisphe Schriftsteller sich der
form ragnarök bedienen, da altn. rök in ihrem dialect rag (wie sok
sae) zu lauten hätte; ahd. würde ragnarök auszudrücken sein reglno-
ranha oder rah , rabhu , je nachdem es fem. oder neutr. w,fire. der
scbwcd. und dfin. spräche ist zwar der ausdruck ragnarök erloschen,
doch besitzen beide einen andern für crepusculum, schwed. thysmor^
kevt dfin. tusmörke, der sich yielleicht aus ^uss, ^ürs erklfirt und ein
altn. /ttfiiitj^Ar riesendfimmerung vermutöii ' tfifsl , was zu der rie-
sennatur der Surtr stimmen würde.
.1 <i
den Hügeln toUter nawohen geferügles' sibif^. LoH
fihrl die MttiUiarseii md das gefolge iter Bei ( Heljär
siHMir) herbei/ die ganse hMiiscbe und- wölisciie sipp^
idkiA hat eiek Teratmiikeit Aber grörsle geiahr nahl
dea gMtem aus jener flammemfreil: Sortr and sein lench^
leadeS' beer reitet über Bifröst, den regenbegen (s. 694),
mit Steher naehl heran , dafs er sEueanmienbricIit Die
einnelnen kfimpfe sind so verlhcfll: Odinn gegen Fenris^
ftUr, TbArf gegen lörmungandr, Freyr g^gen Surtr, T^
gegen- Gannr **) , Beimdall gegen Loki ; ' überall unterlegen
die alten götter, obgleich auch Garmr und Loki fallen^
PenrisAlfr dnrch YMar getödtet wird^**): DaTs Leu und
srai gescUecht den flaamiensdbneii verbttndet aünriUy folgt
ans seiner eignen natur, er selbst ist ein gett des feners
(s. 221). Nach dem weMrand^ dem SlttteUogij erhebt
sidi ein» neue, seiigere erde aus dem meer, mit rerjüng«
ten gMtern^ die wiederum Aetir heifsen. Smn. 10. Ein
schlurs, der unbestreitbare Ähnlichkeit hat mit dem jüi^gsM$
geriehif) vad dem neuen Jerusalem di^ Christen« str. 65
der VölnspA, die das reglndAmt ausdrücklich erwfihnt, bat
man, weil sie in einigfen hss. mangelt, für eingescheben
erklirl) die Interpolation kann aber nicht nach deni U^fsen
inhah erm^sen, sie mOste auch dureb formelle gründe M*-
urostöfslich erwiesen werden, selbst wenn sie statt fand,
wird daant nicht das heidenihum des mythus noch das
riter der dichlang überhaupt verdächtigt. Denn wie unter
';
*) dadurch soll die ungeheure ferne und das langsame xusland-
kommen dea weitendes ausgedruckt sein: bis ein solches schif atfs
schmalen nigelsclmitien der leichea lusamroeogeseUt wird, Terslreicht
lange lange leit, und sie leidet noch durch die warnende rorschrifl
aofschab, alen iMken die nlgel Tor der beatattong oder Ttonbrennung
IQ aohnc^n. Ahnlich ist die rorstellung dea bergs der ewigkeil,
dem alle hundert jähre ein rogel nur ein sandkom sntrigt.
**) .€kamiry der gröfate, ungeheuerste aller hmnde (Sttm. 46*), ohne
zweifele wie KigßtQQ^t nar rerwandelter riese, aoheint igKeich diesem
ia der vntörwek einheimisch; als Odinn. nach Niflhel fahrt,. «miBUi
hann hTelpi ^eim er or heljo koro* (S»m. 94*). er liegt gifbundeü
und bellt *for OnfpakMr^ (Sttm, 7« 8*). der höllenhuad. christlicher
sage steht den nord. wolfe nlher (s^ folg; anm.)« - i
'*") Vtdars aieg über den wfdf, ia d^ssei rächen er mit enMa
mythiach geschuhten fufs tritt (Sn. 73), gleicht der schild^ttag
cbriatl. traditionen von bekimpfnng des höUenkundiy tgl. fundgr. 1,
178. 179.
f ) ahd. €mHki§p, mmioUte, monota^^ hiaa^^atf, t lnatNlgc,
§ma$ag9 (goth. atiuadags?); mhd. endetmc^ wümeUto, 9u0mlae; aHs.
tke Uiäo dmg^ ddmdag, ddaieid^* ags. d6mAä^, engl dovmaiäy^ altn.
ddmidagr.
t. M> . » t
ffühbekebrtett sttam« derMheUaisehe gkitibe nicht auf
eineii schlag rertilgt Würde % körnen aaeii eiaaelae« chrUi^
4iohe lehren schon au Völkern ve^godrusgen sein, die nach
Heiden bUeben; umgekehrt kafiMeO' einzielne heidotiaöhe
vdrstellatigsweiaen twti unter den Christen, mani «nvigcs
wie der diehlcr des Hei. s. 131. 132. 133 das mhem des
jüngsten tags awar nach den evangeliM JtchiM^ty aber
dabei die ausdrücke gebaaes ström und mudat)eUi ^nler^
mengt« aelbsi die pers<»nification des jüngslen tagea ('verit
jtuatago in laut', wie 'muapiUi kaniit') hat heidwacben bei-
achmack..
Em mögen noch andere überUefeniiigfian vm dam wielt«^
KuMtrgatg bestandet kahe»^ die «na lin- ihreai Maamnaen-
Jiang nicht erhalten worden sind, dahkie afthlei ich die
»* 400 ang eföhdrte volkssage va» dem riiig, de», ein sebwaa
aus seinem muAde faUcln Täfst, was ganz allefftbümUch ge-
mahnt und ¥ielleiebt ati die vorstdhing von dem weltring
iß. 764) rührt. : ^
. Dem Untergang der well dureh f€uery wdehen ficüden
jund Christen**) als zukünftig erwarten, etfigegöi^ atekt der
iduneh . wa$$er , den die geschicfaite beider als aar j^aa^^
achüdert. Gleich dQr sinflul (s. 541~6i47) soll auok da*
weltbrand nicht für immer aerstören^ sanideni reinigen und
eine neue, bessere wellordnung naok sieh aiehen.
Die kirchlicbe Überlieferung des miltelaUers (aaf gmud»-
läge von Mattfi. 24. Marc. 13. Lac. 21) aimoit funfieelm
zeichen an, die den jüngsten tag ankünden sollen ***) ; un-
ter ihnen mangelt der ungeheure winter, fimbfth^tr, jenes
windalter s. 75ß^ das nach beiden edden (SsenL 36^ Sn. 71)
*) ia Leydeas eomptaiat p. 98 wird \gerade ejpie ftilal iaa daai
itolf find dem wfditnde, Hbe tajl of thd ToUe el thc varldib end'
geDaont, die noch zer zeit des 15 jh. td ScheMkmd aad «nderwirls
(ehen b. 224) amgieDg. Icsenftwerth ist eine freie islfind. bearbeituog
des vaticinflom lleHini, die gegen schlnfs dee 12 jh. Terfafst sein aoll
und worin alln. Torstellungen -Toni weitende leinfliefsen (F. Magn. lex.
«5a 659).
**) II Peiri 3, 12; T|^ Freidank 179, 4.
***) Thomas Aquinas (f 1274) in librnm 4 seiitentiar. Pofri Lmnb.
dist. 48. qn. 1. art 4 (ThoBMe opp. Venei. 13, 442). Aaegab6k
(Riehth. 130. 131). Hanpts zeitschr. 3, 523. Hofibw fondgr. 1/ HM».
197. Amgb. 39. Wackemagel bas. fass» 22ii. Mafsm.' denkm* 6. Berceo
(f 1268) de los signos que «psrecerAo ante del juicio, id Sanck^z
• edleeeion 2, 273« Thoma», Asegab^k und Bereeo beEiebeft si^ auf
HieroDymus, in dessen werken eine solche znsaramenstellwig der
fünfzehn zeioban nirgends vorkommt. Rel. 289.> 290 «nd Karl 66*
bei Rolands tod ähnliche zeichen.
.* '
. BRraBBBN Tf T
d0iD>f«gMr(dur .««nuttg^lit imd siolier •cMralMlie T«rsi«l-
Iwgr ist*!; dafür frerden verfimttnmg der 9&nne, deä
mmdes (g. 224. 225) und trdbebm ««ifemalt, das anch
¥or der götter dinrateHing arMgt<: ^gvioIhbMrg gnaitBy hi-
aiina kkrfnar^ 911^ attr Moiiheiiiir' (Ssaii. 8^)^ der sonal
gewöiinliohe aitn. attadmek lal ImMHäifH (Sn. 50) «nd
<iörd $kälß\ 'iMdil skilf, warn ft ^edi Mki' foniaH. aftg.
1, 424. 50ä**). ülfilti gibt «#0/10^ dorob das fem.
rmr4y er adgt 'afrp« reirAida^ alt& ^ertba Medifo' Hei.
1«8, 23, ahd; <erda bibmöia' Ol IY. 34, 1; im subal.
beibt es erdpipft, ardbibanga, erdgimamessi. Reinardus
1, 780 wird ivsammengestelk: 'nee Inaaier est Urraä,
jMmmßB dief*; und ib aerbibcbe» Kedem: 4H grmi, il se
um^itrewe^? doMieria cnler bebt die erde? (Vi* 2, 1.
2,105); Doch ist iaafibeben, wie siiAit, öfter iris ein ver-
gtagnes ereignis >dargesteyiv dem manigfalte arsacheii ttn«^
tergeleg< wenlen; < <fie griecb. fabel leitel es her vor ein-
gescUafsMB eyclopen <Nier titaMn (Ovid. mel. 12, 521),
die nMHeobe aoa deBWckangeii des gefesselten Loki, wenn
gilltropfen anf sein antfila niederfallen (Sam. 6a Sn. 7a)
oder aaaFAfnira gang anm wasaer (fornaM. sdg. I^ 159. 160).
Aach \m dem t^ einsefeier beiden bebt die erd^ z. b.Hei-
nirs (fornald. sdg. 1, 232) odelr des riesen (Vilk. saga eap.
176).= bei Rolands :lod drfolgt blitz, dDanar and erdbeben
(Roi: 240, 22); Den Indern entsteht erdbeben, wem einer
der acht elefanlB% die den erdball tragen, seiner last mflde,
äamai daa banpt schfittdt ^^^). Die Jspaner sagen , wenn
die erde bebt: 'es isl wieder ein wallfiseh ttnter anserm
iMide fortgekrochen '.f die Otiheiter: 'gott SfdMttelt die
erde'f), die-Lcftlen: ^Drebknhr schldgl dib erde, dafs sie
attert', gerade wie die Griechen ihren Poseidon '^¥o^l-
TMog^ 'Epffoöl&äc nennen»
Den biBMnet dachten sich unsere ahnen nicbt Uofs als
die decke der erde (s. 661), sondern auch als ein himmel«*
reich, als dea götter lind der von ihnen anfg^nommnen
seligen menacheU wöhnung. in ihn iührt die brflcke des
bogena (a. 684) nnd die milchBtrafse (s. 330).
*) m«oerw8ge: *S«iii. 119*^ad«o koma sniofar ok snarir pifuUir'
wd die peetisehen tfD&ilderoitgeB des itimiers bei agt. diehtern: Andr.
12S6--6a. Beer. 2M6.
*) «!öod öl! «ifcai/V So. 66; *fo!d f6r. skidlfandi'. Sm 14ä
'] Schlegels ipd» bibl. heft 2. , .
t) Zimmermanos tascheab. f. reiaen. iahrg». 9» «btb, 2« Adelungs
MiUirid. t, 634. . .J
n
»<*^
A • • 1 1 ■ . .' 1 1 • l '
27e WIIAOtTFIlICUuNe
firtthbekehrlM sttam« ier w hbUmuhe- giitt^ t^^
-eineni scUag Tertilgt wurde*), ktanen ««ft»/ / Wä%^^"^xX
4ic)ie lekreii schoD au Völkern vBiPfseirfsmtt/i I u^kv^V ]^^w
Heiden bUebed; ain(i:ekehrt kftiSMcft f // ^ >BÄV.v.> ^^3^
vdrstellungsweisen fort unter den C\x9r\
mengt« reibet die ifev^xi\SßB^//ff/^
ditttAtego in last', wie ^mus^/l^^ffi
wie der diehler des Bei. s. 131. 195/// ^n'^Va ^
jüngsten tags nwar nach den &f/rgjf ^ ^Aer ^^
4abei di». ansdrücke^ g^UBS* st^^//// ^ine
E» mOgeti noch awkr^Vj^^^ ^^ ^^^öün«.^*'
RMtrgMg bestände« ka//,^/ ^^. 148*^), haben\-fc
Jinng nicht . erhatten /y/ ^.fl« der weit im y^ju '""i
». 400 ang eTöiwte ye/^ ^ (die vÄjmbiloir, Yngl. can im
ms seinem niUÄ«ie/ ^^ yndern an, sie heifsen ö^iiL^
mahnt und laelle; ^(e, adoptierte«) und zugleich »^
^. 764) rührt./ ^^\ Ihr afn derer name ist eWke^ar d i
Dem iijH /j^ odinn selbst Hetym und Be/yafö^ J^
jHnd Christe- ^^/^ ^^ den künpfenden held bedeutet (e, 3i7\
"^T^A T'y^e'^^''f ^«f^ «^»»* ^»"^^^ etnAm k^ifat (S«m.
«chiUer»>^^ ij^ «itgenofs von Valhö». da sick nocH das
weitbr /fiKf^'^L
-.:«-, /'/>. Pf-
//^ ^i^chen terminus , obgleich nickt sicher , weil die
'• >y ^!i P^- J^**^ findet (z. b. Meicbelbeck no. 241.
®"*ö 5. iJSiast 137), so folge^'e ich früheres Vorhandensein
^^ iV0 Sginkeri, Aganheri, wie Einhart aus Bginharl^
fif^kgtl aus Reginkart entsprungen sein ktaüte« ValköU
^^^ Schilden gedeckt (Sn. 2) und zählt 540 Auren, deren
j^Lßbe anf einmal 800 einkerien durcbgang gestallet ; mtt^
mh darin. st^ Ijera^, LcBtäit ein mäokti^er baunli, von
Aessß^ laub die ziege Heidrün abbricbt. * aus der siege
eut^r (wie aus Amaltheas hörn nektar) iieTsi täglick ein g^
g^s "^^ Me\h, der alle einherien genugsam nährt. Eil^^-
fiir der kirsch beifst von des baumes ästen, aus des birsckes
(lörnern trieft unanfhörlioh wasser hinab in Hvergelmir und
bildet die strOme der unterweit (s. 525 vgl. 528).
Diesen selige aofentkalt ersehnten sick alle tapferen
männer nach ihrem tod; einem übelthäter, einem feigen
*) Termutlich gehört auch VakukUUfy der silbergedeckte saal»
in diese reihe (Ssm. 41« Sd. 21), womit man HUMidif (s. 124)
▼ergleiche» ßkiälf drückt die, zitlerode bewe^ung der luftstitte aus,
wie bif in Bifröst das ahd. walaeht des dwigm libes Is. 73, 4 scheiDl
nicht blofs possessio Tilae aeternae, sondern ein absichllich gewihl>-
ter veiiiärkler aasdknek.' • . . ' > , <
'*} got seUet 81 in sine ick6s. La. 3, 92. ^^ * ' ^'
X
MKIDIS «7f
^^cblossen *): ^mn sA'ia^dr bniat rekinn ar
|»ftr aldrei xkona*. Nisiss. oap. 89. Einen
^ und leheA bektepfe» beifirt ilui nach Wal-
^« til Valhallar] fornaM^r aög. 1/424; sagen
^hildern den eiq^faftg. seHger beiden in
dort anlaagl, bielet ihm Odinn an mit
\ 166^)) bdEyrlks aikmift Ififst Odinn
heeher berefitad vmi «rein auftragen
7), Sigmund und Sinfiötli werden
'era aagabibi 2^ 37S). berühmt
'^M enplaag in Valhöll gedieh-
.dChe königiball«,' worin y wie in
neiden SQchen, fttbrt den gleichen
, .<eipi. 244« 246« bei Aüi). anfenthalt und
„Otter und menschen spiegeln sieb notbwendig
^oer ab (vgl s. 312. 366).
Die indische mythologie keni^t einen himmel der hel^
dem, die griechische weist ihnen ein elysijDm im ifeligen
irestende, auf inseln des okeanos an; man darf mit voller
Sicherheit behaupten , . dafs der glaube an Walhalla nicht
bloFs unserm Norden eigen war, er mufs alleii deutschen
Yölkepi gemein , gewesen «ein. einß vita Idae (bei Pertz
2y 571) bedient siph des ausdrucks 'coelorum palatinae
gedes^ es wird. ,c^n,liof> eine hofhaltung gleich der könig-
lichen pfatz vorausgesetzt, wo die seligen wQhjien» noch
bedentsaiper b^ifst dem ags. dichter der himmel eine
Mchü^burg, wie Valh&Il mit goldschild^n gedeckt war
(s. 662). in der vita Wulframi wird dem Friesenkönig
Radbot ein goldglämende^ iau9 geiwiesen, das ihm nach
dem tpde bereitet sei (D. S. no 447), etwa wie es Ms. 2,
229^ gesehilden ist:
m Jkimeirtcb ein hüs stftt,
ein guldtn wec darin gAt,
die siule die sint mermeltn,
die zieret unser trehttn
mit edelem gesteine.
Bin gediohV des 13 jh. (die Warnung 2706 — 2798)
spricht es aus, dafs das hitnmelreich nur von den beiden,
die gekämpft haben ntid 'nAch urtluges "not' narben an
sich tragen, nicht von einem unnützen spielmann erworben
werde:
*) ein gl«ich nachher angeführtes gedieht des t2 jti. hat schoa
onrerkenn baren beiog auf däb 'la^iriih^n Tom ipielnkmn' oder spiel-
kan$^ defkus dbMr bijilmel'«b|ewieieif hirlrd, yfeW «r ein' schtecirtes
leben gelebt und keiacftiiWeii ^rerriektet bat' "i' ' *'' * '> ' •• >i'
fW PMRMMS
die herhea Ytomeseen
ZQ gentaohc sint gesözzeB'
: Bin »ttowtenl MiMcr «ftre
nach Yerenilelein sAre,
ventperret im ir burcter,
! beUbfan «ittefeeii dA Tor
die den gtrtt niirf effF&btett
unt dcf fiUäite gedMileii; ^ '
^wA 86* > beide srio beltben '.
ir harr eiir it müezel vehted,
Wdt ir «M fuote» biehtMi
den eelbta ginach mesen. ^
Aber anzeHi^nnliöh Von der hetdhi^be» Vorstellung
wird es auch' gewesi^n sein, dafs in WMhalier* der bedhe^
Icreise nnd das fröhliche tririkgdag der holden ewig w Are *).
Hierfür lassen sich noch einige andere benennMgei! gcfl^
tend machen. Gfaisheitnr heifst nach Ssnfi. 41* die statte,
Üuf welcher Yathöll erbant ist, in Glaäd^m findet sich
ativaters hodrsitaK (Sn. 14); eitt andres daneben deti gOtttn-
nen errichtetes haus ftthrt den namen VingAtf"^ er scheint
aber auch glefchbed^utfg mit Tcilhöll gebrauch! m werden,
ein dichfter singf: 'vffdac gladl- t VingAlf Pjl^ ok med
einherjun 01 drecka'. dies VingAff druckt aus amica auta
und gerade nennen die ags. didhter den ort, Mro die hcT^
(ien mit deni kümig trinkeiV, wIMeram eiitter^, ekUetif
ffoldburg^ gokbeh (Vorr. zu Andr. und El. ÄJ^m. xxxviii.)
Gladshehnr^ ghiAteritir kann Isowat f/ohe als 'gMnzende
wohfrung bedeuten; ^selbst heute' il9t es uns geläufig den
himmef tntef fräudensaaly fi'tHdtntkäty "^ f^^ dem
Jammerthal Her erde (s. 755) z;u ver^ehn. t^ w^lAf nicht,
ob sich die alte benennung tnans gaudii, ' i^kfeBer^ (oben
s. 154) auf den himmel bezogt doch tl|bl' später noch wurde
ein freudenvoller, seliger anfenthMt dnroh saeMenberc (Diut.
2, 35) wonnenberg und fteudehberg be^ldiehni^t: 'die nacht
*) krifUg dräoiHi diaveD mn eiile hitkaniile giablolwifl aiüi:
mek ,du?9l wiek, viek vit yaa mi, '
ik Bcber mi nis eo har um di.
ik bin en mekrenburgBÖh edelman : '
wat geit di dÖYel min aiipen an f
ik süp mit min berr Jesu Christ,
wenn du dürel ewig dörsten müst,
im drink mit $n fort kßü^ fcAo^ .
wenn dQ sittat in de höiUeqH»!. ;,
di^ Ul nicht Uofser scbimpf , sQfi4^i9,;iwT/9ic^p8feoer .«rnM der ImI^
den, die mit Wuotan snAfen wA j#9^p.>Vi«)IU<MM >4 o.iu :c| . , • . .
MRA»» 981
mm frewdenhetfi^ reiten ' heibi as in «iner jirk. von 1.44k
(AnioldUB misc. 1B2); ^du mefiis heraei /fmnlMMa/V mrd
die gdielite, «le srasi mein liinmel fenannl (fwdgn
1, 335), ja in der ffnunerspraolMi flieiit frendaftbtrg für
gelieblei fteudemlSiäly lr$udenberg^ fitmidengarim sind Jiftnfig
•rtsbenennongM *).
'Wir Witten sehn^ wm von diasM iieidnineken Yorilel*
langen tn den ciiristliohen liaften blieb, oder danit su«-
sammentn^ Den namen YalMli Walalialbi aclieiiil «an
gemieden au babeiiy i>iMeh Icönnle wni vom himaiel ge-
sagt aein, ich finde ea Idefs von irdiaeher wohnnng (Gmdm.
27«, 21. Beov. 1383. 1536. 19a7). dagegen braneben
aedi onsere apfttieren , selbal geiatiieben dicbler unanaMlaig
den an»drack freudemal fiür faimmel, da iKe hinMnliaohle
freude aach christlich ist. 'sttgen ze himel üf der amiUen
bere* Wnckern. baa. baa. a. ft* Das christenMium kennt
einen doppelten ort 4er wonme, einen vergangnen and
känfitigen. dieaer iai ein aufenthalt der seli^MI bei igoU,
jenen verscherzte der «rsten menschen Bünde, und er wird
als ein gopten Bden ^dtfrgeatellt. Beide übertaagen die htt
na^tf^icr«^, (wona/di das paMdiani, der 'Vnig^ waa ein
pers. worl aein soll, ini^spränglieh gaHen , lUnrgarten , paiA
aassagend, wie das armen. .Sandra (hovtus) ibeatfiügt. la
der einzigen stelle die Mdr btff Cffilas > naobaeben kMin^ü
n Cor. 13, 4, stehet tagg^^ ahd. ^ano (campnt ameenus,
horlaa). ahd. überaetter beballen ( entveder pmadiii bei
(fragm. theot. 41, 21), oder vgebrauchen «tonm^orle (gl. Aul
189. 217. bymn, 21, 6) wmnogmto N. (s. a7, 5, vgl tbat
unmniMiima leid .0. IL 6, 11;. after pafndlsea fotmnen
Dittt. 3, Sl. mbd. «dier wmne gmrie' Fnoaesba. 126, 27;
'der maUMe «arte' Mfidl. 3, 463«;. ahl. ^umtgaiio JN. pa.
A5, 10. die benennnng mmnigütii» böiinte noch an ena-
g6if^ wnsek «klingen, 4a siöh mana .s wimia; ge4h. vii\ja,
md wini (amicua) nah bierahren« Seltsam lat der aga. ans^
druck nearwemKoomii j miomramaioong Gedm» 11, 6. 13, 26.
14, 12. 115; 23, von welbhem ich grtfmm. 1, 26& ,2^.2€7.
3, 726 gBhaa4a||t habe: es scheint «feld der iruhe^*), dämm
^ »II tili I f I > I i.i ■ I
*) «nah aa' dia »aond. banenoany f/htkMuM (eiMdam Tiaroam)
eia paradii, , wabia ^aUe vheMan reiten (larbaago« «aga p. m. %7Q.
332) it\ an eriaaero ; die sagen ond Ueder kennen irdisch« gUuberm
ond glashUraen als aufenthalt der beiden aoä weiser frauen, brynild
wohnt im ßm-kjerg (D. V. I, I32j, im Wolfdietrich (cod. Dvesd. 289)
erscheinen Tier tj^berge. Tgl. was am schlufs des folg. eap. über
den litth. ond poln. glasberg in der untenreit beigebracht iat
••) die ^tar^ ß^f}. Od. 4, 565,
t%2 BLT8IDII
«ieb der wonne, und -rerf leicht sich dem goth, ^agg»^
ah9. hebemdang (Hei. 28, 21. 176, 1); M die alte, nor-
nei ist käin gedanke (s. 376), um so weniger ala wich ui
altn. dichtangeo der himmel niemals hornavAngr 'heifat.
Neben hebenwang breucht der altSi dichter ödaskim 86,
20. üpddashSm 28, 20. 85, 21. domus ireatitudinis , wo
bdm an heimr in gladsheimr, wie garto in wumiigaiPto an
Asgardr erinnert Üp6dash6m ist wie üphimtt gebildet «Mi
gteicbfalls heidnisch. Allen Sfaven heirsi das paradia fYil,
serb. rajf polh. ray, böhm. rag, wohin auch fdaa litth.
rojus gehört, woneben rojaus södas (pamdisgarlen^) und
d&tias (garten) gesagt wird, rai aus paradimis (spati. pa-
rayso) wäre fast zu starke ktirzung; nach Anton (rersueli
ittber die Slaven 1, 35) soll auch das ariab. arai paradis
bedeuten.
Wie ValhMl ist das griech. elysium, ijiveiov mdhr,
kein allgemeiner aufenthalt aller verstorbnen, nur auser-
wfihlter hdden ; auch den Griechen hieng hik^hste s^gkeit
ab von tapferkeit des kriegers. Und nicht einmal alle bela-
den gelangten dahin, Menelaos als Zeus eidam, Od«, 4,561;
andere, sogar berühmtere hausen bn Aldes, Hades. Achil-
les wandelt auf der blumennoieMe, dem doqiodBXes Xetjuü^
der unterweit, wohin die Seelen der erscMagiien freier
Hermes geleitet. Od. 11, 539. 24, 13.
Von dieser aue der seligen weifs nicht weniger unsre
einheimische dichtung und sage, kinder , die in brunnen
fallen, gelangen durch grüne wiesen ins haus der freund-
lichen frau Holla. Flore 10^: ^swer im selber den \M tuet,
den geriuwet diu vart, und ist im oucb verspart tUu wUey
dAr dft kernen wilt, an der Blancheflür spilt mit andern
genuogen, die sieb niht ersluogen'. ' Selbstmörder bleiben
ausgeschlossen von solchem ort der seligketl. Floris 1107
^int gheMoide wü^ ten paradise'; 1248 Vaehstü dan co«^
men int ghebloide eeß, daer int peradls?'; 1205 Mc aal
varen int ghibloide wlt^ daer Blancefloeren siele jegheft
die raine gadert ende leset bloemekine'; •' det frahz. Vlorea
hat in ;den entsprechenden stellen camp fiöri (altd.'bl. 1,
373) J^}. Aber unsere älteren, vermutlich schon die heid-
nischen dichter dachten sich den himmel;. wie die erde,
als ein grünes gefiUe: Uegltdid gröni toang {die erde]
Hei. 131 , 1 ; himilrlki, grdni godes toang 94, 24 ; , gr^%
toang paradtse gelte 96, 15. the gröneo wang heifst es
m M«>
*) die didI. dichlang BeatrU 103Y setzt das jüngste gertclit *iDt
foete da/, daer god die werelt do^en »al*.
» 4»
attcbitoii .AaflrjfleB'23, 4i (kttm. 32, 20^: Unride sM^m
vmilde. §rS9U geardat., HtkAtourmAI 23: irtda ver tiv
fcalom jrama Mma go4t', d;.i. laden hinitiel. in vielei
deatocken fegendem ist noch höutd parädü, g^ldn» mm
örtliche, benennang. vadk \m Virgil Aen. 6, OdÜä hil frireimm
den hegrif d^ pisradises:
devenere löcos laetos et ameeiia vireta .
fortunatornm nemornm sedesque beatas.
Das paradis ist ein ▼erhM'nes, und ein künftiges der
neagrOn aus der flnt sieigmden erde: dem ISmöltt) in des-
sen grase die:gdtter goldtafeki (snm spie^ inden (Sann. 9^
10*}, steht sehen jener alte IdmäUtf in weichem die äsen
Asj^rd stifteten (Sn. 14), gegenüber, dem verjüngten reiehe
der snkunft ein dahin geschwandaes goidoes zeilalter, worin
milch und honig flössen ^.
Für diesen neuen Ummel reicht ans abw die edda
noch einen eiganthümlichen ansdmck, und swar nur im
dati? 'ä gmäf dar (Sem. 10^ Sn. 4, 21. 75), wofttr ich
den nom* gimiU (lueht gimlir) ansetze, so dafs mit fort«-
geachobnem H in 6 gimiH gtoichbedeutend der sonst in
alln« mnndart fehlenden form Atmtf, abd. alts. Mmü wire.
daa scheint aneh dte nebeneinandersteUnng 'A ginili, A
kimni' Sn. 75 anszndrüekeB. Otmjtf aber ist von der
odinischen Yalhöll bestimmt unterschieden und eröfnet dch
erst, wann ragnardkr eingetreten ist und die äsen- im kämpf
mit den muspdlssUuien geftillen sind, dann mcmlieh seheint
aicb ein theil der äsen zu emeuen oder zn veijflngen.
BaUr und Höir^ die schon lange vor der gOlterdfimmerung
die Unterwelt betreten hatten, Hamiry der deta Vanen
eis geisel gegeben worden war, sind in VöluspA (SaDm.
10^) als nen anfUiuchende gottheiten genannt^ sie drei
■«i^^-v^^i^i*».^»-
^) begreiflich Bchliefsen sich an das Terlorne und künftige paradia
manigfache sagen Ton einem irdischen in fernen weltgegenden ge-
Iwen , bia la welcheai eintelae reisende vordrangen ; so wird Ton
Aieunder barichtet, dafs er auf aeinan indiachea sage auch in das
IMradis gelangt aei. zwar nicht die ed^en, nur jüngere iaL «agen
melden top OdtÜnsakr, immortalitaUs ager, einem lande, wo niemaJDid
erkranke noeb 'sterbe^ TgL dlinn mortuus, morti obnoxius (oben
■• 422); min Verlegte ijs nfaeh RertMranaga (fomald. sog. 1, 4t t.
513) in daa reich eines getilioh geleiertea königs Godmunir {r^.
Godorar a. 140) ; nach der aaga Braks vldförla (fomdd. sös* a, 51».
661. 666. 670) lag ea im xhbI/bu nicht weit Ton Indien. aoUta diaaar
Erekr hinn ?tdfÖrii der beld eines Terlorne^ mbd. gedichls &ek der
waUrare sein't der benennang Odüinsakr könnte aber eine altere
heidBische Otfinsakr :±: Valholl «am gründe liegen/ vgl. das sdhwed.
0denatter>8. 144. < <
7M nLvsnm
warbn in den sir^it mit ftorlr i^kbt vorfechWii. r ^n« 76
gibt huige^M VUbr mmi VäH an^'Ae *¥on -SvrMogi m*-
verletzt auf IdavöIIr dag alte AggMrd anieaeni| «w 4hnen
geselle aieh MMi md Magtii, aus ier wrterwiell Baldr
mai üöir, des HoBiAr ist hier geschwiegen; Vfdar anil
Vali sind die beiden rächer, jener räciiie Odins ted an
Fenrisftifr, dieser BaUrs lod an Hödr (beftiiAss Baldrs
d61gr Hadar« Sn. 106). sie beide «nd fiaidr) der schuld-
loibe^ reine Hchtgott sind Odinssöhne; als ThArs'sOhne treten
aber Modi ttvri Magni auf, di« Yon ntn an diis «sieben sei--
ner gnwall, dien Zi^qialnienden MiOlInir führen. Unverkenn-
bar zeigt diese darsteNnng,: dafs Odinn und Thdrr, dib
banptgötier des alten Asgard, nicht wieder erscheinen, son*
dern in ihren sMwen verfingt werden., fialdr bedeutet den
eintritt einer milden frühlingszeit (s. :581).
Wie nun ValMll biofs wnSenCodle niftnner (vApndauda
Vera) au^enommen hatte , andere gestorbne in FiAlkvflngr
bei Freyja (s. 28^), die jungfraven bei Gei^Si (Sn. 3§)
versammelt wurden , so empfängt nvamelir &imU' a/knt
nntersßfaied alle geredrten^ guten menschen, Eel tiMe bö-
sen, strsilbaren; wififarend die. alte Hel^ als giegewsatZ' zv
ValhöU, die übrigein nklit im InmpC gebüebien mfimidr
herbergte, ohne diA sie darum iür sündige, strafbare
galten. .
Am sehwierigsten bleibi hierbei die eigentliche bewandt-
nis, die es um Sutir bal^ anf den icbiOMvückisemmen mofs.
dafs er nioid ab gott^ «sondern :ais. riese der feuerweK
dangestelH whrd , ist s. < 770 gezeigt:; er findet sich ebf^nso
wenig ttgimli' unter den Tetjüngüen gMtem (Smo. 10*
Sn. 76) iffenfioint, 'wo der ort < dazu gewesen wäre, -in einer
einzigen hs; ((Sn: 75j ^ar. 3) scheint interpoliert: "^A GimÜ
medr Surfi^ und hierauf hauptsächlich stützt Finn Magnusen
seine annähme ^ dafs Surtr ein hoher lichtgott sei^ unter
dessen herschafi, entgegengesetzt der odinischeyi^.^. das
neue , Weltreich .stefaa er ist ihm jener •.möciUijMrey. von
dessen kraft scbm bcn der schöpf ung die ^ wärme «tasgieng
(s. «28), der von der rafla verkfhvdigle starke \öttn^f) oder
reiche, der aHes lenken l^ird [sä er öllu r^dr, S®m. lOi»)
der auch von Hyndla. vorans gesehne mächtige^ dessen
namen .sie nicht aus£uspi«€ben..Wiagt Ijfk kemr aonanr een
mAttkari^ ^ ^ori ee eigi-^ann «t nefnn. S®m; 119*) vgl.
den sirengra der ags. hcrmiRe (s. TTS}-, it^amm aber hätte
sie Surlr zu nennen gescheut^ desiSeh Ssain. ' 8** ^' 9*
33« niclit geschwiegen wird .u^d den) in der . .(^Izten stelle
die milden, gütigen götter (in svftso god) gerade- entfegen«*
• •
ULimm 7M
stehn? Svrtrs einschreileii, im geleite des loBgewordnen
Loki, maus doch aly .eia foindlicbaB (nesisches ^»der toufli-
sches) aufgeftf^ ^eMidfl/' wohin* ftelbst <e4 iiame (der
schwarze) weist.
DW HAMs^fMprofehM gotl ftüHll dem äyvMzai ^coc
(actor. 17^ 28) fwgliiUMr wcvden, ehomI dem wort, daa
Odkm d0r leMie itüms tfohnes BaMr^ als sie de» seiiei-
terbaafen bestieg ;. ins ohi^ ramite: ein gelieimHie^ auf
wetokes in zwei »Meia^ Smni. 38« und Henra*. sapi s. 487
anges|rielt wird^ wie aMh eine elrMUsdie nympbe des
höchste» gofttee namen einerii stier äis ohr rieC% es ist
sehen yorhin (s. 776) nirfgesleUl werden, doT» dem hei-
denthvmi^ wie den Juddn die verheifenng de» mesaias, ab-
nudgon eines kommenden, miehtigeren gettes nAgen vor-
geaehwebt haben ^
Untergang und emeuerung der weit folgen dieh im
kreisendem lauf und die durehdringig der hegriffe zeit
und raam, weit «nd scbfiffnng« wovon ieh anigieng, ist
erwiesen worden. Wie i|ber die zettliohe» erseheiaungen
dee tegee «ild jakres wurden audk die rinmlieken der weit
und dee weitendes (HaIJa', Hadery tartr) peaajaliok auf-
gefafst.
') 0. Mü\t€t9 Btf. 2, ^\ womit Ha iage def tuWlehitM Von
SShenM tMaii6itfdDg«k«ltetf ifMtw ühOi (Geanidk gedidhl , ydH'ede
t. xz).
**) Martin BamuMiiioh ob Ka^tm^kmj^ü^ Kbk. M36 »t»i
aoBfrechend «na, daft io der gÖtterd&mniaruDg und dem neuen bim-
melreich eis geistiger monotheiamua ausgedruckt wercfe und der
herachend'ed otHuischea' rielgötterei, freilieh noch nicht d^rc&'diring<$Qd,
entgegen trete, indeaaen sind auch *i gimlf TeifAAj^te gSttMP,- W4än
aekon %MinigeM all» ii^ ilii#arO Sttl|j|bfälirt, ond ikra «Mnune unter
Janen miehligwn eimligeB erheUt durok oiokta« noch naidder hake
ieh 4en Terfaaaer för lUfugt, dieaen neuen gott ßmiultjr zu nennen,
mit einem ausdruct, den die gSQze edda nur ein einzisesmal hat
(S»m. 9^) und* der doci atir Ömät in ftehYi sdheftlt. Andere warfen
eine ▼di^gfMthun^ d^a ifotUM ittibaff (UM in iMM dfto törgeeMt^n
iMMin,- iH«iin fhilbailaflibi\ itMbnlM». imbnlfetr, ftariMIfoit, den
be^f ifr erbökl) mit dem aga. flfel taidl9), w«8 iek au«k t«wei(le«
we4 nfill in der altn» anrache aeibat lorkomml und Ton BiÖrn aia
ein pilaazenname aufgeführt wircf.
I . i
Grimms mi^ik^. 8» mmsgmke, 50
■rarbn in deO sireit mit Sortr nicht
gibt hingeffen Whr vmi>¥aM»n,- j«r 1?1V
ffjrletzt aar WaTöIIr dag allei Ar ^/^ V »"•
geselle aich UMi and Mogn' / , . , ,
iW HAfr, ffaa HnenSr isfV^ W den sprachen ein
Vali sind die beiden rd /* i<äwrio, Terwandt mit Um
Fenriaftlfr , dieser Ba' . ,;.4 ''^'*- •**'»' »^^> "'"'■ '^'*'
dölgr Hadar. Sn. K "i, y(*^ schwed. däa. tjäl, and
lote, reine Uchlgo ■ %>, 1<>I> '^I* «nima, fraaz. äme,
aber Möä wd • , 'i.! spuri. ii**i, aerb. rnss. dutcha,
ner gvwalt, 4 , '^>. poln. di««i, litth. dutzia, lelt.
bar zeigt <^ ''"!|,A'r-''<^iit^iili3n sie alle den m&nnlichen
batiptgöU' ^ ■ :""!iiriui», üi'fftoe den fühlbarer aus und
dem io /^ y' ilec<Kn\ .'^ich btnde benennungen ganz nahe,
eintri» ;^'2i'' "dm Wd anxma, im slav. duch, du und
"** *i^*^ ^ '" ''^ mythen zeigl sieb dies band, die
\ i^j^ r^ ftsati gelöste seelc gleicht jenen InfUgeB,
^^^ wesen des xvii oap. (vgl. 8.408. 597). rie
^^^^^^erselben leichligkeit, eracbeiM and verschwin-
>^!jt «V* ^'^ besUmmle gestalten aa, in denen sie
it», j^gng zu verharren genötfaigt ist.
^'"i^ei anmutige Vorstellungen sind es, welche die enl-
, .ggtJe Seele als blume aufblühen, als rogel auffliegen
^"'eo- ''^''^^ hängen zusammen mit der Verwandlung in
'naJiK^" "'"' ^'^'^ überhaupt, und gründen sich auf die
Lhre vo" ^^ seelenwandrang, der das frflbe alterlhnm
f.fjlfigte. in diesem sinn wurde Unsterblichkeit angenooi-
^ga, ^^^ ^'^ seele blieb, sich aber einen neuen leib ge-
fnIieD lassen musle.
Den Übergang in die blume bann ich nur folgern,
gfti'kind trögt eine knospe heim, die ihn der enget in
wald geschenkt hat: als die rose erblüht, ist das kind
todt (kinderlegenden no. 3). rosenknospe ist die seele des
gestorbnen jilnglings. Rhesas dainos a. 307. Nach dem
lied von Rimzifal wöobst aus leicben gefalln«- Heiden ein
$cktDar%dom [hage»), n^en dem haupt gebliebner Cbci-
sten eine wet/xe blume. Karl IIB^. Aus dem grabe hhi-
gerichleter spriefsen weijie liHen zum zeichen ihrer Un-
schuld, aus dem des mfidchens tjret üüem, die kein andrer
') iniofern leele leben and lebeuilmn bedeutet, lieht difur d»
Deolruro ahd. ferah, mhd. verth, igs. ftorh, alta, fiär; wir uheo
aber, wie ao* Tita and ßiat der inbagrif alle« lebenden, die weil,
goih. fafrhTui entapriDgU
sulbn. jaüumni um
ier gdieMe inrechen sM^ aus den hflgehi liebMder
1 sich biomenstrfiuGhe , deren ftste 8i(Si yerflecklen.
schwed. liedern waehsen /tfim und linden aus gri»
vis. 1 ) 101. 118. Im lied von fair Margaret
WiHiam:
.« of her bresi Ihere sprang a rose
and ont of his a briar;
they grew tili they grew anto the churelrtop,
and there they tyed in a true lover» knol*)«
in der sage von Tristan halte ich sohon fttr spätere finden
rang, dafs rose und rebey die sidi über ihrem grab znsam«
menwinden, erst darauf gepianzt werden. Ein serb. volks«*»
lied ttfst aas dem leichnam des jfingling^ einen, grüttm
iannenbaum {zehn bor) aus dem der Jungfrau ieioe rotke
rose (rumena ruschitaa) wachsen (Vuk 1 no. 137), so dafis
sich auch in den blumen das gesehleoht forlerhitt*'*); um
den tannenbanm windet sich die rose^ wie .um ddn straufii
die seide. AUe chese beispiele sehen die bfaime mir sym-*
bolisch an, oder als nachwirkttag der innersten gesinnung
des todten: die aufgehende rose gleicht dem aufgehenden
geist des kindes, der leiöhnam mufs erst begraben liegton,
bevor die erde, wie aus dem samen ein neues gewAohs
aubteigen lä&t. Drsprünglidi mag aber die idee eines, un-
mittelbereB sohneUen Übertritts der seele in üe gealalt der*
blame zum giUnd liegen, wie aus Uofsen bhitstropfen , die^
nar kleinen theil des iebens enthalten, eine blume entsprlaf^
im blut hat die seeie sitz, mit seinem verstrdknen flieht sie*
bin. Griechisi^e fabehi berichten, wie der leib verfolgt^)
gemordeter menschen, zumal frauen, alsobaid die ^[eeleit
mer blüme^ stände, emes.battms annahm (s. 610), ohne
dals verwesender oder verbrennlicher stof zuräckblieb, ja'
das lebm, selbst die spräche kann haften während die vm^
gestaltung erfolgt so wundein sich Daphne -und Syrinx,
als sie der: nachsleUungApolb und Paas nicht entrinnen
ktenen , in laurus und schiif ; solange spridit die siok v«r*
wandehide fran, als ihr* die harte rinde noch nicht sum-
nnind gestiegei ist. - Yinller erzählt i die wegemarte^ (ahd.
wegawartä, wegapreit&), plantago, «ei eine frati gewesen^
die ihres bulen am wege Wartete; keine ursach^ der vor«"'
Wandlung gibt er an, vgl. Km. no. 160.
. *) P^rej 3, 123. nnaals bei Rob. lamieaoa i, 33.id4k
**) darum gehofft tkrnk^ auf Triataes grabf dimr^ auf Isik»
tew, wie im yolksbuch uod bei £ilhart) Ulrich ao<l "--•— ^«^ — — ^
weehseln die pflaozea.
60*
xm sRiLBH. vöau.
mdil anders fß die eeefo der kindicbe» fttnlasie des
volhe fttr einen wgely der aus des sterbenden munde ge-«
flogen kommt. darim sind in alten grabsteiiren häufig
Usi^en eingehauen, die der christliche glaube noch niher
auf den geist bezieht *). Ein schif versinkt, vom meeresufer
gewahrt man der «ntergegangnen seelen in gestaltsDd/fer tau-
ben aus der flut gen himmel steigen**], die romamcbe legende
von der geiaarterten Bulaiia sagt: 'in figure ie eohmb volat a
ciel'. Aus dem machandelbom (KM. 47) fliegt das geschlachtete
brüderchen ab vügeL im rMhsel von dem grünen und dörren
bwra^ auf deven jeglichem ein vOf^in sitEt, wird ausge«-
legt: 'ir (der Christen) sSle zen pogelem st gezalt*. Ms. 2,
24dK In der unterweit fliegen versengte vögel^ die seelen
waren (svidnir iuglar er sdKr voro) gleich fliegenschwftrmen
(S«Di. 127*]. Naoh ansieht der heidnischen Böhmen sehweble
die Seele ds m^gel aus des sterbendem munde solange irr
auf den bftuaen herum, bis der ieiehnam verbrannt war:
dann erlangte sie ruhe. Finnen und UtAaner nennen die
milohstrafte den weg der f^ögel (s. 831) d.i. der seelen.
Vor Mahomed glaubten die alten Araber, aus dem
blttt eines ermordeten werde ein klagender vogel, der um
das grab fliege , bis fttr den todten räche genommen sei.
Nach einer pohlischen vnUissage< windelt sich jedes
giiied aas dem gesehlechte H^burt, sobald es stirbt, in
einen adler. die terslgebomen töchlm* des hauses Plleck
wandelten sich, wenn sie unverheiratet slarirenl, in lauften,
die verheirateten aber in eulen, und dnrchr. ihren bifs kün-
deten sie jedem gliede des geschleohts seinen tod vorher
(Woycickis klechdy 1, 16).
Als der pftuiier Madej nnter einem npfelbaum beichtet«'
und seiner sttnden entbunden wurde, flog ein apfei nach
denk andern in wei/se taube verwandelt in die Wt. en
wnren dioi seelen der von ihm ermordeten,, nur ein apM
Uiei^ flbrig, die eewl^ seines. vaVers, Iretl er dessen mord
v-erhehk hatte; als er endlieh auch^ diese schwere sehnM
behsndta, flog der letzte apfei in graue taube verwan»
deH den Abrigen nach (daselbst 1, 180). das stimmtl an
den inrenden vftgebi dar böhm. sage, in einem padoUschen
Volkslied, efnatelt auf dem grabhif^l ein eichbänmehen
>■ ii .
*) Senrati Lopi yita 8. Wigberhü cap. 11: Terttin hora ezitot
ejat -~ ciMumaiaiitibQf finaltfibM, wia tiC wtig quaeda« speeie puU
chcrrim» sopra« ejus «orpaacoloiii ifer nAw/tfit», amqaaaMiae poslea
comparaiaae. weniger die aaela wlbat, alt ein ate geleilender geiai.
**) Maerlaot 2, 217, aus lalein. quelle.
SBUBN. Wn» 189
tttd ein OBlmetiwmbeB moMeim «tu ilaraiif^L fiteselhit
1, 209).
Beispiele Ten Terwmdlttiigen in tögelBind oben s. OM.
641. 646 bei wpeehi und Imkuk gegeben, die griecb. ny«-
(hologie isl reich an eadchni.
Auch der griech. voHunasioht arsohien 4te eeele ib
geflügeltes wnen, ywjr^ nptvf^a nui iwv^i^p nttjphv^^
Mgt Hesyck^ aber MchmeUerlii^ y und das isl noch treflen-
dor als vegel, weil sieh des iasect aus der iarve, wie die
Seele aus dem leichnaro, entwickelt. Vf^yt) heUsI duher
schmetlerliag. Eine in Spanien gefondue föra. g#abschrift
hat die worle: M. Porcius IL haeredibus mando etiam eig-
nere ut meo «ofiM ebrtus iMpäK»*^). baakiseh arimaseele
(?gl. arme, ahne s» 786), astearen arima (etebaeele) schme^
lerliug. Wir werden diesen sehmetterlingen. noch als ir-
wischen (siebold, veQui)) «id im cap. von den hexen als
elbischen wesen begegnen.
Aus enlsückten, sohlafendM menschen enilanft die
lesfe in gesteh einer MokUmge^ latesel, «mim.
Von den jrtetsdlefi wird ein folgendes cap. handeln;
gleichbedentig damit finde ich wieMmküpf^Ty iMeseii«-
hfkpferm^ c. b. in dem 1668 gedruckten mügdelob p. 46;
die erklärung, weil sie auf sumpfigen wiesen hQpfen ist
gtn2 passend, vielleicht aber zu eng. Hans Sachs denkt
nicht an irliehter, wenn er sich mehrmals der formel be-
dient : 'auit im scMrmen (fechten) dab die nH im imn gm
umbhupferi Hl. 3, 13«* IV. 3, 28«, 'und schmilz ihn in
ein fiderling, dab sein seel mufs im gras umthupfen'
lY. 3, 51S er wUI nichts sagen, als dafs ihm die seele
aasfährt, dafs er stirbt. Wieder also der Volksglaube, dafs
die seeie des sterbenden (als vogel odmr Schmetterling) auf
der totere flattre, d.h. der mese der utUerweUy ron wel-
cher ich s. 782 redete f). gerade so lassen die Böhmen
die seele auf bäumen fliegen (königinh. hs. p.88. 106),
darum tanken und weben seelen und elbe nachts auf den
wiesen. Seltsam, dafs schon ein minnesänger die seele
*) Ds t^j mogile wyröst ci d^beciek,
na oiij bielachDj siada gotf beozek.
**) %i,vx4 d' in am/taroQ Vnrtj, balrach. 207. ißV)^ ^ ^«i/t»»
iUntif. 211. ^« fuUtiP avßoq nrdvo II. 23, 880.
***) zaerit in Ambrotio de Moralet antigaidades de las eiadades
de Espana. Alcala 1575. fol. 31^, daraus bei Grater nad in SpeMs
miscelL ernd. anliq. p.8.
f) die weder seng noch verdämml tind, k^tameü avf die pHne
fBwiA Heinsea ArdiagheUe I, m
i ■> 1 1
790 SEattJK« ÜBERFAHRT
des ininknen , gkachMm ettIzSSekten kipfm lifirt: ^mtn Mi&
ftf eime rippe sMt, wAfen, diu von dem wine darüf g^hüppet
htf. Ms. 2, lOS^"*). so httpfoB der ertrunknen seelen
«US den topfen in die höhe (s*465). Frileade Sternschnup-
pen gelten für die seelen sterbender (s. 685) und viele
Inensoben and beiden, ja einzelne gKeder ihres leibs wur-
,den iils ffeme an den himmel gesetzt (cap* xxn).
Das sind die einfachsten, wenn man will rohesten vot^
Stellungen von dem wesen der äeele, denen ich hohes alter
beimesse.
Mehr ausgebildet, tiefer in alten mythen wurzelnd ist
^ie meinung von einer ^Aerfakrt der seelen in das gebiet
der unterweit durch ein icaner^ weiches das reich der le-
benden menschen von dem der lodten. trennt
Die nordische erzfthlung von Baldrs tod bat den merk-
würdigen zug, dafs die Äsen seine leiche auf ein sckif
brachten^ in dem schif den Scheiterhaufen errichteten,
anzüijdeten und so der flutenden see überliefsen. Sa. 66 **).
Nicht anders, wird der teichn^m des vergötterten beiden
Seild (s. 342) geschmückt auf das echif getragen, dui schif
ean dem meer weggetrieben , niemand weifs wohin. Beov.
.55--* 105. Sigmnndr trägt des Sinfiötli, seines geliebten
Sohnes leicbnam, am seeufer bftlt ein mann mit kleinem
nacben, und erbietet sich zur überfahrt; Sigmumir legt dm
todten ins schif, da war es voll gebulen, der unbekannte
stöfst ab vom uf^ und fährt mit der leicbe dahin. S»m.
*) als Henart im bruoneneimer sitzt (s. 767) und Taeogrio be-
thören will, macht er ihm weifs, dafs er hier im paradia bause, tind
jede seele, wenn sie sich Toin leib trenne, auf der eimerstange nie-
dersilzen mäsae:' eei sie nun reuig, ao dürfe sie hinabsleigen , ond
alle» boae bleibe obeozoräck. Renart 6804— 13.
**) wi^ feste wnrzel dieser gebrauch im Norden gefafst hatte,
darf man daraus enlnebmen, dafs leichen auch im schif begraben
wurden, ohne zweifei, damit sie auf ihrer reise in die unterweit da,
wo sie an ein wasser kommen worden, das fahrseug zur hand bitten.
«GUkon kondngr t^k ^ar skip öU, er AU höMo Eirlks ajnir, 6k Mt
draga A land upp; {»ar l^t HAkon leggja Egil Ullserk i Mp, oc med
hAnom alla bA menn, er af fieirra lidi höfdo fallit, let bera par at iörd
oc grioi, HAkon konungr I^t oc ßeiri skip uppsetja, oc bera A ralinn.*
saga H. g6da cap. 27. 'Unnr var kigä i skip i hauginum', Laxd.
p. 16. *Asmuiidr var heygdr ok i skip lagär^ ^riell hana lagdr { ännan
stafn shipsins'. lalend. sdg. 1, 66. *(iieirmundr keygir oh ktgär t
skip pBT ütl ak^ginn fra gardi.' das 1, 97. Wahrscheinlich legte
man Tomebme leieheo erat in eine kiste und setzte diese ins achif,
dann erfolgte bestattung im hügel. Gudrun sagt: 'hnäf mun ek
kanpa ok kiato alenda*. S«m. 264^. In alten grabhögeln dea In-
nern Deotachlands sind, meiaea wiaaenai oie .acbififi gefunden worden.
StfiLtlN. ÖBCftltyinRT 791
170. 171. f(ini*M. i6g. l, 142. Frothot» fesetz mitersefaied
nach de» ständen: eenlurionis <?et sati'ftpae corpus rogo
propria imo« :«iinstmeto funerandnni eonstitait; dena autem
gnbernatonm corpora «itttM puppis igne eonsumi pra^
eepil; ducem quempiam äut regem interfectum proprio
injectiim nMigio eoncremari. 6. 87. Der fodte larkndgns
wird Ton seiner wilwe mtf einem schif in ein heilfgöd land
gebracht (larim. saga cap. 45). Eine schwedische Yolhs^
sage (AfseUits 1, 4) weiß von einem goUken schiff das
in Runemad beim schiüsselberge versenkt liege , auf diesem
schif soll Odin die erschlagnen von Brikvalla nach YaU-
haU gefohfi haben. Im altfranz. roman Lancelot du lac,
ed. 1591 p. 147 verfügt die demdisdilö d'Ebcalol, wie es
mit ihrem leichnam gehakeir werden sötte: te-^pl^ia, que
ton oofps fid mis en une nefi >richement eqi#|^^, que
Ton laisseroU aller au gri du vent sans coMflftitto^.
Herschte der glatrbe, dafii die feiche, prefsgegebeft dem
heiligen meer und d^ vlrindeü von selbst^ einlaufen wfifde
in das menscbliofaer f&hrung unnahbare land des todes?
Hter werden die leichname fibergesehift, in andern
sagen blol^ die von dem leib entbcmdnen seeKn'; es ist
wieder der vorhin angemerkte unterschied' (s. 787). ja
der alte lebensmüde Flosi soll sich nach Nialssaga cap. l'OO
In ein schlechtes schif gelegt und den meereswogen über-^
lassen haben: 'bar ft skip ok Idtt haf, ok hefir til f)es8
skips aMri spurt stdan'.
Nach dem griti^chischen glaubeh fthrt Charon die See-
len in ^inem schmalen, zweiru^rigen bioot, Obe^ den Styx,
Acherpn oier Cecytus in das reich <fer Unterwelt, er em^
pßngt dafür ein fäktgelS und darum legte 'man den todten
einen obolos (die danaka^) in dtm mund^. Diese Sitte
dem leichnam <ejiae kleine mün»& in deh thund zu legen
kommt auch' iinter Deutschen reit, vgl. abergl. no. 207^
wo ihr ein spiterer falscher gnind untergeschoben ist :
ursprünglich sollte das geld nichts anders sein als jenes
naulnm. • *....♦
In stürmischer nacht weckt eine mönchsgestalt einen
schlaftrunknen schiffer, legt ibrn ßhrhhn .in (fie hand und
") cento noTelle antiche 81 : la damigella di Scalbt ; di^ ^P^^"
«ella aanza rela, «anza remi e aaaza neuno aopra sagiiente* wird nach
Camalot, an den höf des re Artu geführt. ' -
**) Diodor I, 90. Enrtp. Ale. 253. 441. Aen. 6, 298. zb Her-
mione in Argolis, ron wo es nicht weit zur Unterwelt geglaubt wtirde»
•gab man den lodten kein g^d mit, Strabo 8/973/ 'Befgl^?ctidn muti-
len finden sich oft in allen grfibem Tor. "* ' '<'•"»' '" ''•- *i '
792 SBBiüN. OBERFAHSJ
yeriangt t^c^r den rtrov gebin^lit. erst sWfgen sechi nOiH
ehe in den nacheo , kauin aber ist er gelöst und auf 4er
floti al^ ihn plötzlich m» meqge a^nrerMr «ad ^imibw
herren fjl^lU pud 4er fthrmaw fest keioee rasm fidr aieh
behau, mil w&he rudert er bi^über9 4ie iteidung eteigt ^ins
und de« febr^ug wird von j«hew eturm ^ursekg^evfen
an die sjteUb d^r ebfehrt, w^ s^n wieder neue reisende
harren, weh^^ den fcehfi einnehqie^, ujid deren vorderster
mit eiskeJten fogern dmß sit?biffer den fährgr^okm tu Me
kand driipkt die rttcfcfebrt des sohife erfotgt auf die selbe
gewallsame weise*). ÄboJiG^y leinder volstfindig, wird
erzählt von pöecbeOi die ne^t« beiSpeier ltt)er dmRbein
fahren**), l^ beiden gesebiphten ersieht qian keinen
zweck d^s abers^^ffens; es seWinen uralte beidnisehe er-
innerungeiipi^ die um nicht gan» zi| erÜSschen sieh ver-
änderten*
Proppp de hello goth. 4, 20 (ed. bonq. 2, 567) von der
insel Brittie redend meldet eine sage, die er selbst öfters
aus dem n^nnd der eiawQhner yerponunen hatte. Sie
glauben , dafs die seelen verstorbner mensobefi neeA jener
ins^l übergefahren werden, am ufer« des feiten iendee
wohnen unter frfinkischer oberbersobaft , stier von altere
her aller abgaben entbunden, fischer und eefcerlente, denen
es obliegt die feefcn ^erwmchiffe^ ^**). das amt geht der
reilie nach um. welchen es in jedweder neebt sukoromti
die legen sich bei einbrechender däinmnmng seUefen. mit-
ternachts hören sie an ihre tbüre pochen und mit dumpfer
stimme rufen. Augenblicklich erheben sie sieh, gehen
zum ufer^ und erblicken dort leere oaeAen, fremde, nicht
ihre eigne, besteigen sie, greifen dns rüder und fahren,
dann merken sie den nacheu gedriiingi wU geladen, so
dafs der rund kaum fingerbreit üb^r dem wessH* siebt.
Sie sehen jedoeh niemand , und landen sehen nach einer
stunde, ^fibrend sie sonst mit ihrem eignen fahrzeug nacht
und tag dazu bedürfen. In Brittja angelengt, entlädt der
nachen sich alsogleich und wird so leicht, dafs er nnr
*) neue TolksmXrcben der Deutschen. Leipz. 1792. 3, 45 — 47.
**] D. S. no. 275, älteste quelle dafür ist ein bericht Yon Geo.
Sabinuf (gb. 1508 f 1560).
ovdtndnoTf naQaaxo/tifoi^ vipH^kfov <f|<TQf9 iy npiXoLhQV T9vSt rot' Sz^
Stelle Proeops und eine «ndere b^i Tzet«^^ ist 'Wßlcker W rbein«
muf. 1» 238 ff. nachsnsehn.
• ' ti
fBBLBM. ^BVtatAmUt 793
ganz unten ä» flM tertthrl« w^ier bd lier fahrt Boeh beim
aussteigen sehM sie irgendwen, hdren aber eine stimme
jedem einzeljien aameyB wd yiäßtlwi Uii( abfragen, schif-
fen trauen über, «o gaben dieae ihrer gatt#9 namen an.
Brittia Hegt Aem tio^Of nicht weiter ato 200 Stadien
von der htat«, zwjaehen BritADnia und Thui^, der Bhein-
raia'Sttiig. gegeoaber, drei wölber Angeln, Friesen und
Brittoi wohnen auf ihr. wter Britannien veratah^ er 4iß
wefiiiidie hMe des gaiUsohen featlaiHles, «deren eiuaa ende
Aoeli jetzt Bretagne beifst, d]# sMi »k^f m 9 jh. weiter
ä^er die apCtere fionaym)isalK9 und Aandriachfiriesisobe ge-
gend bis zur aiOndung 4er Scheid# und des Rheins bin
ausdehnt«; Brittia tat Ihn Grofsbrüannien , Tbule Scandi-
naYien.
An ivwiaher stelle die todtenüberfahrt, ob sie Mngs
der gan^Een gallischen koste statt hatte? lasse ich unedt*
schieden, nach YiileuiaFqufi (barzas hreiz 1, 136) war sie
an Armorikas fernster spitze, bei Rag, wq eine bucht d«r
Seelen (baie des aafiea , ba4 ann auavo) Ijyagt. In Bretagne,
am fluase Treguier in der gemeinde Plouguel so|i auf den
hentigeo tag die sitte heraahen, die leiehname in atneat
naekem naah dem fcirchhof Ober einen kleinen arm des
meerS| pawtge de Fenfer genannt, atf 9iAiffen, statt sie
den ktkreerepi landweg dahin zu tragen; und in ganz Ar-
uioiiea glaubt das volk Oberdam, die seelen der verstorb-
nen begaibM aieh im augenbüak ihrer trennung m dem
pfariNsr ¥0d Baaspar, deai^^n hund sie nach firofsbritannien
geleile; 4n der luft hOrt man die rdder (irs wagen$ knar^
ren, der mU aaafen überladen isty ein weifsea tuch deckt
ihn, er hnifst ctnr m» anaau, earrikel an ancaUj seelenwa-
gen *). Lauter ToftsmAfsige abweichungen. es war den
Christen nicht mehr gestattet ^ ihre leichen nach der insel
überzufahren : wenigstens bringen sie sie noch zu wasser
nach dem kirchhof und lassen, in ihrer tradition^ die über-
fahrt statt im achif durch die luft (wie beim wütenden beer)
auf einem wagen vor ^ich gehn. Nähere for^chungen müs-
ten lehren, ob sich in der Normandie, in Flandern und
Priesland ähnliche sagen erhalten haben? mir fftllt dabei
wieder jenes Helium und Helvoet (s. 29?. 764) ein.
Procops nachricht wiederholt im 12 jh. Tzet^e^ zum
Lycoph. 1^04, aber schon früher, im beginn de^ fünften
wuMe Clandian (in Rufinum 1, 133^133) dafa jene galli-
schen ufer ein Sammelplatz der wandernden Seelen seien :
*) möm. de l'acad. celt 3, 141.
• •
794 »BKLEK. OBBRFABKV
est locus, extfemom qua pitidlf tiadki Mas;
oceani praetentus aquis, abi fertur Uliices
sanguine libato popohm motisse silentem.
illic nmbrarum tenm Stridore eolarUum '
flebiHs antdiiur quesius. sitnulacra coloni
pailida, defunciasque eideni migrare figurtm.
von der gegend liege Britannien, das land der Senonen
and der Rhein nicht fern, di^ leise rauschen der fliegen-
den Seelen stimmt fast za dem laftwagen dmr Bretagner.
Die britischen barden lassen die seelen, um in die unter*-
weit zu gelangen, durch den ioeUter der angst and der
gebeine, durüh das thal des todes in das meer schiffen, an
dessen gestade sich der mand des höllenabgnindes Ofnel*).
Ein nordengl. lied, das man sonst bei der leichenwaehe
sang, nennt Hhd bridge of dreadj no brader ihan a threadt
(die angstbrücke nicht breiter Als ein drath), Aber welche
die seele in der anterweit zu schreiten hat (J. Thoms
«Äecd. and trad. s. 89. 90) •*).
Gleichen sinn zu haben mit der reise der seeten zu
schif tber den ström oder das gewdsser der Unterwelt
scheint es , wenn sie die brücke des Stroms überschreiien.
Herkwtirdig sind die werte der bröokenhaterin au Hermödr:
* unter dir einem (lebendigen) tönt meine brd^fce mehr^ ofe
unier den fünf häufen todter männer, die gestern dar*
über ritten'. Sn. 67. Ich finde darin die gröfilte ähnltch-
keit mit dem sachten geirippel der fortssieheinden %u>erge
über die brücke ^ mit ihrer überschiffung m dmn naehen
(s. 253. 428), und die Verwandtschaft der seelen mit den
elbischen wesen zeigt sich auf das deutlichste^ ^ Als die
Zwerge aus dem Voigtland zogen , setzten si6 eme gtmue
nacht hindurch über die Elster (Jul. Sdrmidt p. 143. 148 1.
*) Owens wb. 2, 214. . Villemarqaö 1, 135.
**) die eoge brücke liegt zwischen purgatoriam und paradis, auch
held Owain muste darüber (W. Scotts minslr. 2, 360. 361). merk-
würdige einstinimung (wie oben b. 540) gewährt ^ide 'mnham^daBi«-
sehe Iradition, welche Säle in seiner €iol6itung> cuoi Korao (ed. lidOl
p. 120) anführt: alle seelen müssen roit,leo in der hdlle über eiiie
brücke, die dünner als ein haar, schärfer als die schneide eines
Schwerts und zu beiden selten mit dörnern und spitzem gesträuch
besetzt ist. auch die Juden reden von der drathschmalen höllenbrü-
cke, aber die aber blofs die nnglSubigen zu wandeln haben (i)isi$»-
menger 2, 258); Tgl. J. Thoms a. a. o. s. 91. Nach Herhelot wAhneo
die Muhamedaner, dafs sie vor dem jüngsten gericht eine Stange von
glühendem eisen, die über eine grundlose tiefe gelegt ist, betreten
werden, jedem gläubigen legen sich alsdann seine guten werke unter
die fofse* ' ^ ' '^ .>■ • / •••< •* <■' iti i.>;
8BBLBN« ÜBBRFAflRT 795
bei itareni absog vom Htri war man Hbentagdkommeii,
dafa sie über eine aebmale brficke bei Neuhof gehen und
jeder in ein aafgeatelltes geflufs -einen zoll werfen, aber
kein landeaeinwohner ingegen aeinaolhe. neugierige atan*-
den unter der brücke und hörten siundenkmg ihr §etrap^
pel, als gienge eine heerde achafe darüber (deutsche sagen
no. 152. 153). Auch der geUboU gemahnt an das fäkrgeU
der Seelen. Und zu allem dem halte man nun die fabel
Ton dem ifachts im kahn aberschiffenden alb (deutsche sag.
no. 80). Jene drathschmale angstbrücke ist aber wieder
eine verwandte idee und berührt sich noch mit der eisernen
schwertbrücke, über welche die ans schlafenden menschen
gegangne seele schreitet.
Genaue Untersuchung der vielfaehen lelchengebrfiuche
bei europäischen Völkern, die ich hier nicht beabsichtige,
würde noch mehr aufschlüsse über die altbddnischen Vor-
stellungen vom Wesen der seele und ihrem Schicksal nach
dem tode gewähren. So wurde den leiehen, aulser dem
Khrgeld und dem schif, auch ein besondrer iodtensckuh^
altn. hebkS, zum antritt der langen Wanderung mitgegeben
und an die füfse gebunden, in der Gisla Surssondrsaga
heifst es : {»at er tfdska at binda mönnum helsk6, sem menn
skulo ft gänga til Valhallar , ok mon ek Vesteini ^at giöra *).
W. Scott (minstrelsy 2, 357) führt einen aherglauben aus
Torkshire an: 'they are of beliefe, that once in their lives
it is good to give a pair of new shoes to a poor man,
for as much, as after this lifo Ihey are to pa$9 barefoote
Ihraugh a great Unmde, fuü of ihomes and fursen,
except by the meryte of the almes aforesaid they have
redemed the forfeyte; for at the edge of the launde an
oulde man shall meet them with the satne shoes that were
given by the partie when he was lyving, and after he bath
shodde them, dismisseth them to go tbrough thick and thin,
without Scratch or scalle'. das land, wodurch die seele
wandern mufs, heifst auch u>hinny moor (der pfriemen
sumpf, whin ist gleichviel mit furz, ginster, pfrieme). Thoms
a. a. Or 89. Im Hennebergischen und vielleicht an andern
orten nennt man noch jetzt die dem verstorbnen erwiesne
letzte ehre den todtenschuh (Reinwald 1, 165) ohne dafs
der gebrauch selbst fortdauerte, ja das leichenmal wird so
geheifsen. recht heidnisch klingt und dem kriegerischen sinn
des alterthums angemessen, was Burkard von Worms p. 195«
*) TgL MöUerff sagabibl. 1, 171.
796 SEfiLBN BI STBIOT
berichtet: quod quidam fiM»unl kömmt wmo Dum «e^liliir.
dant ei in manum tmffuentmn quoddalB, quasi illo angaenlo
po9t mortem tukmis sanari possit, et sie cum unguento ae*-
peliunt *). in gleieiier absieht wurden mit den leidien
knechte , pferde und hunde verbrannt^ deren sie sich isi
künftigen leben bedienen könnten, könig Ring liers den könig
Harald in einem grofsen hngel beiset^n^ das pferd tödte«,
auf dem er in Bravallaschlacht geritten 'hatte und den
sattei mit begraben ^ dafs er neoh WaibaUa reiten könne.
Man glaubte, abfahren der leiche auf einem aicht herge-
brachten wege (d. h. auf anderm als dem hdllwege a. 761]
schade der seele der verstorbnen. Ledebard arcbiv
5, 369.
In den dichtungen des miftelalters wird versehtedentlich
ein streit der enget und teufet um die ausfahrende seele
geschildert; beide wollen sie in empfang nehmen, an der
enge! spitze steht ein erzengel , gewöhnlich Mu^ael, der,
wie wir im verfolg sehn werden , aueh die seelen zu wä-
gen beauftragt ist; zuweilen wird CTierubm genannt, 'vor
dem lievel nam der sdle war der erzengel KeruMn*. Wh.
49, 10.
lAzfl IftzA tengelnl
da wart von den engein
manec s£Ie enpfangen
6 der strtt was zegangen.
daz weinete manec amie:
von wölken wart nie snt(9
*) die Litlhaaer begraben oder yerbrennen lueks und bärenklauen
mit dem todten, im wahn dafs seine seele einen steilen berg erfclet-
tent müsse, auf welchem der göttliche riehier (Kriwe Kriweito) sitze:
den reichen wird es schwerer empor tu klimmen als den armen, die
Ton bab und gut unbelastet sind, falls sie keine sunde beschwert,
arme sünder führt ein wind leicht wie eine feder hinan, reichen
zerfleischt ein drac(ie Wizunas, der unter dem berge hauset, die
glieder, dann werden sie ton Sturmwinden emporgetragen (Woyci-
cki klechdy 2, 134. 135. Narbutt 1, 284). der steile herg beifst den
Xtilthaiiern Anafietas, den Polen sihlamM gora (gläserner berg), sie
glauben, dafs die yerdammten seelen ihn zur strafe ersteigen müssen
und wenn sie den fufs auf den gipfel setzen ausgleiten und herab-
stürzen, biesen glasberg kennen zwar noch unsre deutschen mircheo,
und lieder, doch nicht mehr deutlich als einen aufenthalt der seligen,
obgleich das rafdchen, das ein hünkelbein nuknimmt, um es (wie die
bärenklauej in den glasberg zu stecken und zuletzt seinen kleinen fin-
ger abschneidet, um ihn endlich zu erklimmen oder aufzuschliefseo,
angesehn werden darf, als suche es seine ferlornen brüder in der Un-
terwelt auf (KM. no. 25). .......;
^
SBBLIR IM BTRBIV HT
alsA diok& sumtor adl
lieidUi M bergen umi ze tat,
• als engel unde lievel flugen^
die d6 ze widerstrfte zogen
die sMe her und widere^
d' einea üf^die ander nidere. 6eo. 1234;
der engelfürste MichahSl
empfienc des marcgrftiren stA
und manec engel liehtgevar,
die btaien mit gesange dar
und fuorten in vrcBifiche
inz schoene biimnelrtcbe. Geo. 6082.
im Brandan (bei Braus s. 192. 199] heffst es: ^de davele
streden umme de s6le mit sunte MiciMSk; ygl.fiittdfr.l)92.
gebt mir ein gäbe,
daz' des kiGkiiges s^ie
von sante MichahSle
hiote gecoüdirieret st. gute Trau 2674;
Michael ist in Mercurs oder der Waicbure amt getreten.
Eine noch wichtigere stelle^ worauf ich schon s. 415 ge-
wiesen habe, findet sich Morolt 28'* ^^ hier treten drei schaa-
ren, die schwarze , toeifse und bleiche auf: 'den strtt
mahtu gerne schouwen, dens umb die s^le suln hftn'. Auch
die älteren franz. dichter beschreiben ähnliches, vgl. M6on
1, 239. 4, 114. 115. 3, 284,
Und schon im 8. 9 jh. gleich zu eingang des bruch-
stflcks von Muspilli:
wanta sftr s6 sih diu s61a in den sind arhevit
enti st den Ithhamun likkan läzit,
so quimit ein heri fona himilzungalon
daz andar fona pehhe; dar pägani riu umpi.
ich habe s. 392 gezweifelt ob dieser 'päc umpi dia s61a'
zwischen dem heer des himmels und der höUe aus christ-
licher Überlieferung stamme, zwar der brief Judae v. 9
erzählt von einem zank des erzengels Michael und der
teufel um den leichnam Mose*), und daraus scheint we-
nigstens jener christliche Vorkämpfer, Michael, herzuleiten,
eifersucht und streit über die theilung der seelen kann
aber auch schon als heidnische Vorstellung angenommen
werden, da sich im Norden Odbin, Thörr und Freyja,
jedes gewisse theile der gefallnen aneigneten. Freyja ist
8. 54 und 282 mit Gertrud zusammengestellt worden:
*) die stelle soll sich gründen auf ein Yerlornet baeh ^dvaßaok^
Mojrses' genannt, vgl. Hngo Grolius ad S. Jodae ep. 9 und Fabricii
cod. pseudepigr. V. T. p. 839.
798 aBBLBM IM gTHBIT'
etliche sprechen^ wenn sich die seelevon dem leichnam
scheide, sei sie die erste nacht bei sanct Oerdtautf die
zweite bei sanct Michael ^ die dritte da^ wo sie hin ver-
dient habe (anhang s. xlyui). da nun Michael im welt-
kampf den Antichrist erlegt (s. 771), mit Surtr aber Odinn
und ThArr streiten, so lassen sich Gerdrut und Michael
füglich in Frowa, Wuotan (oder Donar) zurückübersetzen,
auch s. 180 wurde mons sancti Michaelis auf Wuotan oder
Zio gedeutet.
' Nach einem irischen märchen führen die geister des
stillen Volks am kreuzweg drei nftchte langen heftigen streit,
auf welchem kirchhof eine menschliche leiche begraben
werden solle *). wie also die elbe und zwerge lebende
kinder und Jungfrauen stehlen (s. 435 — 37) , seheint ihnen
auch an den leichen und seelen der menschen gelegen.
Seelen ertrunkner hält der Wassermann in seinem haus
(s. 465).
Dies alles leitet zu einer näheren betraohtung der Vor-
stellungen von dem tod.
*) irische elfenmarchen p. 68.
* ■
j ■ '
' 1
■Bflni Ion
CAP. XXVII. TOD.
Dem altertham war der tod kein tödtendes wesen,
blofs ein in die Unterwelt abholendes, geleitendes, seuche,
Schwert tödteten, der Tod trat als böte einer gotlheit auf,
ihr die abgeschiedne seele zuzuführen» sterben wird durch
seine erscheinug angekündigt , nicht verursacht, so hat
in jenem märchen der todesengel dem kind die blumen-
knospe gegeben; wenn sie erblüht sei, wolle er wieder-
kommen.
Hiei^u stimmt die jüdische, Tom christenthum beibe-
haltne Vorstellung, des armen maanes seele wird von en-
gein gottes abgeholt und in Abrahams schofs getragen,
Lac. 16, 22; wie $ich der dichter des Hei. 103, 5 aus-
drückt: godes engilds andfengan is ferh, endi ISddon ine
an AbrahAmes barm *)« al« gegensatz malt er das Schick-
sal des reichen manne« wdter aus 103, 9 : IStha wihti bi-
senkidun is sdola w thene suarton hei, teufel versenkten
seine seele in die schwarze hölle. in einer predigt bei
Leyser 126 heifst es: 'wane ir ne wizzit niht, zu welicher
ztt der boie uasers henren gotis zu ture clopEQ. welich
ist der boie ? daz ist der Tot' ; 161 : 'nu quam oueh der
gemeine böte, der nieman ledic Iftt, wie lange im maniger
vorgdt, daz ist der gewisse %W* 'dö der TAt im sin zuo-
kunfl enböt, sA daz er in gekite*. Greg. 20.
Nicht wefiCintiich wich davon die ältere heidnische an-
sieht ab. Sa^a, Eel, die todesgöttin, bfingt nicht om^
sie emptängt den todten menschen in ihrem haus und hält
ihn jdarin unerbittlich fesU tödteu heifst ihr einen zu-
senden, weder erscheiBl Hei die ihr yerfallnen saelen ab-,
zuholen **), noch entsendet sie baten n^ch ihnen, die lange, ,
*] es ist eine schöne Torstellung, dafs die sterbenden auf gottes,
kinder auf des taters schofs zurackkebren, von dem sie bei der ge-
bort ausgegangen waren, das wüste aber sehon unser heidenthlmi
dem neugebaröe unA asgenommoe kioder sohaliskiadar, wonscbhieder
heiC^B (RA. 4^5. 464j und jfsrj^ hiogehen zq Wuotao, xuWuasob,.
bedeiDl^te (v^j, ob^n.s. 180. 132). alerben war also den Beide? wie
den Christen: zu gött , fahren,' in gottes ruhe und frieden eingehn,
metod seon BeoV. 2360 i f^ran od frein ir»re (ini des berrn rohe)*
BeoT, 52. ebenso ist begrsben werden: in den schofs der mntter
fallen (ß. 608), n^otter und rater nehmen ihre kinder wi^er puf.
'*) nnr im ti-aunigesicht tnU sie auf: postera iio^te eidemJPi
dunkle reise anzatreten bleibt den todten selbst ttberlas-
sen: schuh, schif, fthrgeld, diener, pferde und kleider
nehmen sie aus thverJieiniatr. mii auf der^ k«lweg. einige
reiten^ andere fafiren," ganze fiaufen seelen rotten sich zu-
sammen, kein geleitsmann kommt ihnen entgegen.
Es waren ttoch Mdet^ götfer, dte sieh der seelaf be-
raftehligten. Rftn, die meeri^sgöttin, cieht alle in ihrem
gebiet ettrttnkncW leidhen mit einSm neti an sich (s. 288).
überhaupt scheinen Wassergeister gern i^eelen fesIzuBaiten,
selbst frau Holle, tn deren wohnung ertrinkend>^ gelangen
(s. 246. 782) , hat mit Hei gefwisse fthnHehkeif .
Schon anders steht es um die Mdk YalhdU besttuim-
ten seelen. Odinn entiendet die rattyrten, alle im kämpf
gefallnen befdeil zu empfangen und itt seineir himmd zu
geleiten (s. 389.): wunsebjungfrauen tk)len i^ekie wunsch-
söhne, 'fioer kiosa feigd k menn*. Sit. i>9k herrlich wird
im Hftkoearmal Ihr geleit und der empfang der beiden
dargestellt, aber diese böüimen nebfnen sich schon der
lebenden beiden an und beschirmen sie bis zum tod: sie
smd Schutzengel, todesfengel. wie sc^bön, dafi^ der gütige
gott, bevor er sib nrfl, s<eMen anserwähllen einen gelei-
tenden geist zui^ vierherlichung ihrer irdischen bahn ver-^
liehen hat.
Ich erkenne berührung zwischen valk^ien fltkd Ber^
me$j der den stab des Wunsches trfigt (s. 390)^ üttd seelen
zur unterweit gefeitet (tfmxetj^MyoCf ^%6tiof^n6e^ ptn^önfffi-'
nog). fene Jungfrauen sind (>dins boten, wie Hermes g(yi«-
terbote, ja Hermei ist Odintk fiefhsi, dem die seelen geb6^
ren. aHio' auch aus defm rerhältnis de» gottes zu* den
todten erhellt' die identitftt zwischen- Wuokm und Merow.
ein uttf^rschied zeigt sich dariw, daftf Hermei, wie der
eti'usc. Cfharun (0. Müller 2, 100) , zum Hades geleitel, so
vtel ich weifs nicht ins elysium; umigfeketfft boten die> taU
kyrien ab nach Yalhöll, ttreh« tnr He). ' auti^tt die eigett^
Schaft des Schutzgeistes mangelt dem Hermes.
Diese idee schützender geister äufsert sich mehr in dem
personificierten Thanatos des griechischen Volksglaubens,
er wird dargestellt als genius,. der nacbdenksam band an
wange hfllty oder den fufs auf die psyche stellt, gleich
als habe er sie in besitz genommen, oft kreufct er seine
hfi'nde über der aus|pfelSschten ^y^keÜ. zuwi^iletf^ erscll|{^
er whwßrz (wie HeL s. 289g oder schwangeßi'geU , \fAxii
ftina per quiet'em adstare Mpedttt postridie t& ejus cömpf^tn usorsttk
oeauaeMt* nee Inane somaii praefagittn Mit« Saao fraaim. p. 43.
aus); %^ff 4^ ^BqQPta itXs niXaQ ^iifa^qg^ ^^V ^ i^
qp^ta%q£ i'n%ff (balracb. 207) *| und iXsvcttp ti^^Qß fiiXat-^
VU9 (das* 85). Gewöhalich. aber wird der scheidende, ab-
schied nel^nende todte za fferd dargestellt, das ein g^ius
führt: die offenstehende thir bezeichnet die ausreise , wie
wir noch jetzt, wenn ei«ef stirbt, thür oder fenster auf-
machen (abergl. 664). symbolisch kann die blofse ikür^
der blofse pferdekapf das abführen der seele ausdrücken **)«
Der römische todesgenius scheint durch thüranklopfen sein
nahen oder die slundo des abschieds zu verkündige^***);
nächtliches klopfen und pochen ist geisterhaft uad Vorbe-
deutung des. Sterbens.
Weiblich, gleich de^ Haija,, wie man aus dem genua
von marß folgeru sollte, bilden römische kunstwerke den
Tod lyie, sicher dachte ihn sich das volk ursprünglich nicht
ai[iderSy die plavische 9nirt (dasselbe wort] ist überall weib-
lich, d«^ l^th. ^merüs wird männlich und weiblich ge)iraucht|
das lettp, na^mß nur weiblich, die slav. Marena^ Marana
(l|pre|^a, Marzana), welche s. 731. 733 gesc|iildert w«rde,
sc^^int nah^ an smrt und mors zu reichen.
Pie^a benepnur^gen klingen an deutsche. 8cJmer% ha-
ben ^ir indem gemilderten ^inne von pein, ursprünglich
war es wol nur todespein^ lyie außl zu quellan, ags. cvellan,
^ffl* MU g^l)pft,t)i nur der ahd. mhd. und Qgs^ diaiect
keniien ^^ starke y^fi^um. sm(^{;zfMi,^ smärz^n, smeoftafi
(dolore).,. ,}^aft i)^. ^^^. is^ ixei|)}|cli,pdas mhd. «mer»#
mlinnl|ch,,^tets ^npersönliqh. ndlitV>e si^|nmt z^m gpth. masc.
mbtf^f pl..7imr,eis, fünu^ (vgl. altn. ndr, ii^tm s. 4?2y# wie
auch, ^ff^if.^. leJQhe be<jleptefi kan^M). das gr. worjt
hat aber £)eipaf|,.|VMrzel mit .dem goth. dduhuSy ahd. to^
(firüher m^ fPIfc^, ^^r fl^^ .flf^^> *8^- *^"> fl'^- *»•«*'»
überall q^npliji^, i^ im.mnl. ddt Ifix siph daß weibjichfi
.*) mth diMer.flellfl^ ffolltjB man gltuhfii» d^ Tod ha^e nir den
Mplipam. dea g.6fallneo Mß sich. geooniQDeiij die seele Mf it^.a^^erw^
^■lAttgeii, denn es heifst Ton pir 235 aidoqit ßtß^uth,
vi Q« M^jle^s archi({|, 2 ausg. p. 604. 696. wegqa des pferde-,
kopfs tkL Boeckh corp* inscr. no. 800, marm. oxoo. p."2. no. 63. 67.
ft/'ftocbeUe modam. inöd.il, 126. Paasaoias VII. 25', 7:
***) Horat. carm. I. 4, 13: paUida wutrs aequo palsat pede paa-
pemm IsberMS regMiMiae Ivffrea«
t) bedeuluDg der h^rbsleu aotdrdeke niaderf langer 'gebrauch;
^ispibr Wal' 8.760 das fraps. g^oe.
' ff) gol6. '*ßtJl*'(cor^a«(, caroj," letcke; Mchnam (fcidareV); ahd. k^io^
ags. Afcsp, .J(9.hd. ri ^cadaTer, Cunus), gp^h. hrSo (wotod hraivadilli)^,
mlagtaa%e) =r tat corfnm. '
Grimwu myihol. 8, ausgabt. Ol
802^ TOD
genüs eAalien/ das die gotb. form gleicWalb vertrüge,
die goth. Wurzel lautet diva, däu (morior), was sich za
&vijaxm, i&avov, &dpaTos wie das goth. Tiv zum slav.
dan verhalt (s. 177). das altn. daudi finde ich nur für den
zustand (z. b. Sa^m. 231^), nie fUr die person , letztere aber
drückt schon das goth. ddt^M 1 Cor. 15, 55 aus.
Die Verwandtschaft der Wörter entsprechen auch ähn-
liche Vorstellungen, die hauptsächlichsten unserer alten
dichter scheinen folgende.
Wie alle geister urplöizlich nahen^y so der Tod;
kaum genannt oder gerufen ist er da. 'hie nähet der Tot
manigem manne'. Roth. 277^; 'daz in ndheni der T6X\
Nib. 2106, 4; 'do ndhte im der TAt'. Nib. 2002, 3; 'Mors
praesens' Walthar. 191 ; 'der Töt g6t dir vaste zuo'. Karl.
69^. er steht gleichsam im hintergrund und harrt des
rufes oder mtütes (Freidank 177, 17. 'dem T6de winken*
Renn. 9540). er ist wie das fatum, die wurt nah und xur
hand [^, 377). ähnlich dem verfolgenden kobold oder ir-
wisch hockt es den leuten auf dem hals: 'der TAI mir
sit»et üf dem kragen', Kolocz. 174. 'sM vor der tar\
Diut. 2, 153. eine sage bei Reusch (no. 36) läfst den Tod
tor der thür sitzen und warten dafs sie aufgehe, er nimmt
also die ausgehende seele in empfang.
Lebensmüde, unglückliche rufen ihn herbei, sein aus-
bleiben beklagend: *u>d nüTöt^ du nim mich hinP Ecke
145**); *ifor^, qar me pren; si me delivrel* Ren. 9995;
'JJfor*, cur tam sera venis?' Rudi. 7, 58; '6 w« Töi
dazt ie 86 lange mtn verbsreT MsH. 1,89"; 'pdr ce requier
k dieu la mort'. H^on nouv. rec. 2, 241. bekannt ist die
aesopische fabel j^igwv ual &apaTOG^ sterben wollen heifst
auch den Tod suchen **^) und nach dem Tod senden, ihn
holen lassen: 'jA w»net des der degen, ich habe gesamt
nach. Tode: ich wils noch lenger pflegen'. Nib. 486, 5. von
einem tragen diener wird gesagt, er sei gut tuuA dem
Tod m schicken, d.i. er gehe so langsam, dafs man noeh
aussieht auf längeres leben ' behalte, dies Sprichwort mufs
weit verbreitet gewesen sein: 'en lui avon boa mesagier
por querre la Mort et cerchier, quo il revendroit moult
*) oben s. 302. Reinhart 8. un. cm; gleicb der Nickt, dem
Wiotor andjäogsten Tag bricht der Tod eio.
**) wie Er. 5832 die raabthiere berangemfen werdeo: ^lo^ wA
hungerifiu Her, b^de wolf und ber, iwer einei kome her und eise
hdb beide!'
***) Straparola 4, 5 erzihlt too einem jungling , der neogierig
aoazog um den Tod aufzufinden.
i tart*. Ren. 588S; Mu werst ein bot gar gnot zno schi-
cken nach dem Todt, du kommst nit bald*. H. Sachs 1,
478<^ ; Verst gut nach dem Tod zu schicken'. Fischart ge-
schichtkl. 84« ; <du fir god att skicka efter DOden* Hallman
p. 94; %on ä aller chercher la mort' Pluquet contes p. 2;
böhm. Ho dobrö gest pro Smrt posjlati' Jungmann 4, 193*.
Sollte dieser träge diener zusammenhangen mit OdnglaH
und Gdnglöt dem knecht und der magd der alten Hei?
Sn. 33.
Der Tod nimmt die seele und f&hrt sie weg. *hina
fuartanan T6d'. 0. 1. 21^ 1. 'do quam der Tot u. nam
in hin*, Lohengr. 186. W begrtfef Gregor 413. Diut.
3^ 53, ergreif Greg. 19, ein ausdruck, der auch von dem
flberfallenden , bewältigenden Schlaf, des Todes bruder, ge-
braucht wird: 'der Släf in begreif* pf. Chuonr. 7076. er
dringt in seui haus, dessen thür geöfnet steht: 'gegen im
het der Tot 9lne$ hüses für entlochen'. Bit. 12053. 'der
TAt weiz manige s&ze, swä er wil dem menschen schaden
und in heim %e hAs laden*^ Türh. Wh. 2281. 'dA in der
T6t heim nam in ün g&Mnmer^, 'brftht heim m «tit gemiure\
Lohengr. 143. 150. das sind schon abweichungen von der
ursprünglichen idee, die ihm keine eigne wohnung zuschreibt,
oder steht er hier der Hei gleich?
Wahrscheinlich trägt er wie alle boten (RA. 135) und
wie Hermes, der seelengeleitende, einen stab^ zum zeichen
einer reise oder der ihm verliehnen gewalt. mit diesem
Stab, mit dieser ruthe (des Wunsches) berührt er, was ihm
verfallen ist: 'laMort de saverge le iaucha\ Häon4,107^«
Dem Tod wird eine wol geebnete und in bau erhaltne
Mttaße zugeachrieben, auf der die todten mit ihm wandern,
'des T6des p/ol wart gebenet: TurL Wh. 22« 23>». 'dft
moht erbamoen der Tot sin sirda^'. Bit. 10654. 'nu seht|
wie der TAt umbe sich mit kreften hAt gebouwen\ kl. 829.
Wie ein behilflicher, geschäftiger diener schmiert ^ er dem
nenschen, welciien er abholt, zu der grofsen reiae, vorher
die schuhe; in Burgund drückt man die ankunfl des Todes
aus durch die phrase: 'quan la Hör venrö graisse no bot^,
quand la Hort viendra graisser nos bottes (noei borguignon
p. 249).
Ganz heidmscher zug, dttnkt mich, ist, dafs er m
pfetd erscheint, wie die valkyrien reiten; er holt xu pferd
ab , sei%t die todten auf sein pferd. in einem weitverbrei^
*) danse Macabre p. m. 55 fahrt der Tod froit vetyes.
51 •
teten vplksli^id naht der ferngesitorbn« and beg^ahpe M^-
tigam mitternachts und führt seilte gßliebt(^ mit sjch ^).
vielleicht soll jener pferdekopf (s. 801) mehr des Todes
^Is des todten pferd bezeichnen? Der Hei und ihrem bo-
ten wird g;leich andern göttern ein pferd zugestanden ha-
ben; das bestätigen noch redensarten und ^leinungen, die
hin und wieder bei dem volk haften. Wer von schwerer
krankheit genesen ist pflegt zu sagen : 'jeg gat Döden
en skiäppe haore' (Thiele 1, 138), er hat dem Tod für
sein ros einen schefiel haber geopfert und ihn damit be-
i^änftigt. wie die Heiden dem Wuotaii (s. 141], der (rau
Gaue (s. 231), die Slaven ihrem Sväntevit und Radegast
(s. 628) die rosse futterten. Von einem schwer und pol-
ternd auftretenden heifst es :gleichfalls in Dänemark: %an
gaaer sqm en helhesf (dansk ordb. 2, 545^). von diesem
kelhest erzählt man noch andere dinge, es soll dreibeinig
auf dem kirchhof umgehn und den Tod herbeiführen, nach
einer volkssage wird auf jedem kirchhof, ehe er mensch-
liche {eichen empfängt, ein lebendes pferd begraben: dies
sei das ijimwi^ndelnde todtenpferd (Thiele 1, 137); ursprüii^-
tjch war es nichts anders als die umreitende todesgöttin.
Arnkiel 1, 55. führt den $chleswigischeh aberglaubeii an»
dafs in pestzeiten die Hei *^) auf dreibeinigem pfßrde um-
reite un(| meiischen würge; wenii dann bei nächtlicher
weile hunde bellen und heulen (weil hunde geistersichtig
sind) heifse es: 'die Hell ist bei den hunden\ Wenn die
Seuche aufhöre: ^die Hell ist iefjagfj wenn ein todkran-
ker .genese : ^er . hat sich mit der Hett abgefunden', hier
ist,' wie in andern fälleii, der begrif ' deis Todes mit der
personificierten seuche zusamiiien'g^össen. In gfedichten
unsere MA. wird niemals dieses dmreit^n des Todes geschil«*
dert , wbl aber dafs er die Seelen^ auf ^eik ^or UM, B^
beschrelbung einer schlecht heillrt es*, ^seht, ob der T6t
du iht sin soumer tüed&? Jd er ^as unmüenec gar^ Lo-
hengr. 71. Maz ich des Tddes tuoder mi^' in lOed und
tax6!^t' Ottocar 448*. Df6 Neiigriechen habe« den alte»
(.
*) der' mood scheint hell/ die todten 'reiten ichneU.* Bärgen
leben p. 37. WH. 2, 20. *t maantje »chijnt zo hei , mijn p^armjeh
Ibpe so tnel;* KM. 3, 77... miran 8kiiifir\ dSdmtkrid^^ ^ sv.itis. ],
tiili. oorweg. *itiapen ; f lijiii^ , iümup grUie»; Täcl^du *^|ij> ri^d'?\,'^aQ
Xg^ i^i| ^e4i|(r. lie(( i^e^ Wh.JHulIer 2, 64 und Vuk 1 no. 404.^
**) er schreibt ^cferHelF; wie l^Iattdeutsche, wenn sie hochdeutsch
reden woUen, den artikel rerwirren, sie sagen auch der Pest f. die
Pest. •.. , •
'•• • * r ,: .». ,;,:t; .. *'
TOfb Ö05
fergen Xagwv in eirten tUdbsboten XAqoq umgewändeh, den
man mit seiner schwarzen schaar Ober das gie^birge zfehdn
sieht; er selbst rettet, vor ihm her gehen die jüfigllngfe,
hinter ihm folgen die greise, die zarten kinder sind an
seinen 9tätel gereiht ^. Der Lübecker todtentanifc (Bt^uns
334. 35!^] IfiFst den Tod auf einem läwen reiten^ und so
stellt ihn auch ein bild dar (Douce p. 160). Mortis hdhenae.
Abbo de bellis paris. 1/187. 322.
Die todten gehny wie gefangne, in Todes ^aiiden;
auch nach der inmschen Vorstellung fUkrt er sie gebunden
fort**), 'eij waz nft dem TAde geschicket wart an rfii
seif, Lohengr. HS. 'maneger quam an des' T6des seif.
das. 123. <in TAdes sü sHgerif Ls. 3. 440. 'zuo dem
TAde wart geseilet: Geo. 2585. 'w6 dir TAtI dln slö»
und dln gebende bindet u, besliuzet/ Wigal. 7793. 'der
TAt hflt mich gegangen.' Karl 81 ^
Jemehr die alte gottheit der unterweit zurück und der
Tod eigenmächtig auf trat, muste sich eine herbere anf-
fassun^ seines wesens oder mischung mit andern göttern
ergeben. . aus deni stillen boten, der nur strenge seines
amtes wartet, wird er ein gewinnsüchtiger, gieriger feind,
der tpT seihe rächnung handelt^ den sterblichen fallen stellt.
Schon 0. V. 23, 260, legt ihm listiges besutchän (decipere)
bei, Cohrad sink und netzegam Troj. 12178, was an jenes
netz der Rftn fs. 288i 800) gemahnt. Noch heutzüliage ist
für ibn das bild eines voglers oder fischers hergebracht,
der dem menschen schlingen legt oder nach ihm angelt.
Mo kam d^r TAt als ein diep tind stal dem relnenl wtbe
daz leben üz ir Itbe.' Wigal. 8033***). Er übt abte^ auch
ofne geWalt, er süochet, roubet Nib. 2161; 3. 2163, t;
ftflt nieder: 'iiifalta sie' 0. ffl. l8, 34; 'mich h«t d^^ TAt
geeangen\ Greg. 50. jaget Roth. 2750} bekreHet (fafst
mit kraflea?) fundgr. 196, 2P, da^i ist auch bibliscb, ps.
91, 3 — 6 erscheint er als Jäger mit stricken und pfeikn;
sein boteiistab hat sich in einhi' speer verkehrt, den er
wirft, in einen p/eily den er vom bogen entsendet, be-
merkenswerth Renn. 24S08: 'wirt dem des TAdes sper ge-
sandt'; Frcid, 177, 24: 'der TAt gftl her,, der widerseit
uns an dem sper^^ diese Ifisart ziehe ich der aufgenoomi'-
*) Ttt rgv^n^tt naM^tüvlu 'a rtfv 4i'kik df^ndMOftha, FiUriel 2,
22a Wh. Miller 2, 8.
**) Bopps söndflut p. 37. 50. buhez saDtezNoDD p. 205 tragt der
Tod: *j*Minr6 toat dan# mes lieint^ h äo» gtte.*
***) kbemdieb, leuieteMäckM* , üatken des Todei.'
,806 JOD
nen ftne sper* vor. Oiinn hat einen speer Gftngnir (s. 134)
dessen scbwung oder warf tödtete. der litth. SmerHs er-^i
scheint als krieffer mit schtoert . und spiefs auf einem wa-
gen fahrend y d. h. in göttlicher gestalt. Es ergibt sich
demnach für den Tod die idee seines förmlichen kampfes
und ringeni mit dem menschen, den er überwältigt und
erlegt, 'mit dem TAde tehlen* MS. 2, 82^; 'der Tot wil
mit mir ringen\ Stoufenb. 1126; 'do ranc er mit dem
Tode' Nib. 939, 2; 'also der TAt hie mit ime ranl^.
Ecke 184; wir benennen noch jetzt so die agonie des
sterbenden, ohne etwas persönliches dabei zu denken. In
einem neugr. lied ringt, auf glattem marmor, ein kecker
Jüngling mit Charos, Von morgen bi3 zu mittaff: zur
abendstunde wirft ihn der Tod nieder, ein andermal wan-
delt sich Cbaros in eine schwarz Mcktoalbe und schiefst
einer Jungfrau den pfeil ins herz*), vielleicht darf eine
zweifelhafte stelle Beov. 3484 auf den Tod gezogen wer-
den, er heifstda ein tödter, der mit feurigem pfeilbogen
schiefst: bona, se f>e of fldnbogan ßrenum sceoted*; vgl.
das serb. krtm^ (blutvergiefser) oben s. 19. Brun von
Schonebeke läfst den Tod eine tiersirängige geisel schwin-
gen. Auch unsere mhd. dichter verleihen dem Tod pfeil
und Streitaxt: 'des Todes sträk het si gar versniten'. Tit.
3770. *w& snldet des Todes barie' Wh. 3, 220 (cod. cass.)
die isernporte eines meistergesangs aus dem 14 jh.**) ist
wol UenU)arie? hier verheifst der Tod, wenn ihm sein
gegner obsiege, tausendjährige frist^^*).
In solchem krieg und streit mufs der tod aber als
anführer eines großen, sich ohne unterlafs stärkenden
heer$ erscheinen, es wird ihm gefolge und gesinde beige-
legt: 'der TAt der suochte sAre d& s!n gesmde y/mJ Nib.
2161, 3. schon den Griechen heifsen die todten qi nXio^
*] Wh. Müller 2, 4. 6. vgl. Tommaseo caDti popolari 3, 301 ff.
') Hagens mas. 2, 18B.
*) uQsern dichtem ist aaoh der gedanke nicht fremd» dafs der
Tod aeinen anspnich auf den menacbeo tferichäich verfolge, 'do be-
gunde der T6t einen grilTen beclßgen und mii gewdUe hpingen ze
nötigen dingen.' Iw. 5625 ff. der graf heifst 'der yerlorne , wander
muose im ze suone geben beide sin gesunt a. sin leben.* Ebenso
ist Iw. 7161 die rede yon dem 'geUen nir des T6des seAefte«/ Tial-
leicht gehört hierher Nib. 2017, 5 'der T6t hiit üf si geswom.' Im
ackermann aus Böhmen ist hingegen der Tod ein beklagter und der
ehemann, dem er seine frau geraubt hat, kläger. Shnliche rechtshfin-
del fSngt der Teufel an. *nu kume vil grimmedicher Tot und Tffate
gote yon uns beiden !* Ms. i, 17. bemerkenswerth ist auch *mit
des Todes hanteeeU üherngek^. Wh. 39 1| 27» der indische goti des
Codes heifst Jama und ist ein henr des rechta.
"]
T09 8OT
iri^ uDd in nh69m9^' Mü&iti bedeutet« w«i ic''jtt^v i|i
die wohnang des grofsen häufen«^ zur grofsen schaar gfrr
langen, im ackermann von Böhmen wird ier Tod genannl
^hm^hnatm vom b^ge\ etwa weil er^ wie im griech. liede
{s. 805) mit seinem heerzug das gebirge decil? in des
Todes schar vam/ Wh. v. Orl 2113. ist an dh varf
(obiit) Walth. 108, 6; noch heute: 'er ist aum.firofseB
keer gegangen.' Wiewol nicht mitkämpfend scheinen die
lodten ein heeneichen (fahne oder speer) zu. tragen , das
er den sterbenden gleichsam anheftet, womit er sie be-
rührt, seinem beer einverleibt*), so verstehe ich 'des
Todes reichen fragmi Nib. 928, 3. 2006, 1 ; es kann aber
auch den nebenbegrif enthalten, todeswunde empfangtf
haben y die dann für sein zeichen und wapen gilt, dacum
heifst es Nib. 939, 3 /des TAdes sbeichen ie ze s^re snfit^^
wo eine hs. wäfen darbietet, wie auch sonst gesagt wird
'eines tcäfen tragen'. Parz. 130; 4, Freidank 74, 18. Wi-^
gal 7797, ja, 'des tAdes toäpen tragen' Wh. 17, 16. Tri<^
Standes zeigen eueren' Heinr. Trist. 2972 bedeutet: gleich
ihm verwundet sein. Schon Alfred Boeth. p. 16 (Rawl.) ge-
braucht 'Deides tdcmmff und man darf sogar des Zio s^ei--
chen (tftcen) s. 182, Odins speer s, 134 erwügen**).
An die idee der botschaft und des grofsen haufens
schlössen sich nun noch andere, wahrscheinlich weit hin*
auf reichende, boten zu sein pflegten im alterthum fiedler
und Spielleute: es lag nahe, den Tod mit seinem gesind^
einen reihen aufliihren zu lassen, er wirbt sich, durch
pfdfen und geigen , nachfolger. . . eigentlich eine heitere,
die härte des Sterbens mildernde Vorstellung: abgeschiedne
Seelen treten alsbald ein in tanz und fest. Schon die Rö-
mer behaupteten gesang und ian% im elysischen gefilde***)
und es stimmt zu der Ähnlichkeit seliger geister mit musik
und tanzliebenden elben (s. 438). unsere dichter des 13jh.
reden indessen noeh nie vom todtet^nn, der seit dem 15.
16 zu den populärsten . vorsteUnngen gehört, in der hfiur-
figen redensart 'er hit den T6t an der hani. Nib. 1480,
*) ygl. einem des Todes mwder (inieder) sntden. Titor.
**) merkwürdig spricht io jeoem meistergesang (mus. % 187)
der Tod : <aod stst bereit, wenn ich dir mtne boten (die krankheiten)
send, die dir die teicken aeben\ die dich als den meinigen stempeln.
der Tod, nrsprnnglich selbst böte, entsendet geringere boteiy. «hier-
her aach das KM. no. 177. Schon in der altfranz. chanson des Sa-
xon8 2, 134. *laMors^ Ie semont soTent et menu*, durch ohnmachten.
***) Virg. Aen. 6, 644 pars pedibos plaudunt chorea$ et . carmina
dicant Tibull I, 3, 59. nie choreße canHuque i'igent.
4. 19fe6, 4, 19S8; 4. Wigal. 2453. 4700: AH)h. 266!' 345.
359 sdheifit tddhX atifissett «bm VAhi 'gemeint/ bloß' zom
wegfahret) t dAd i$ at hendi (s. 377)..
Da des lebetts vefgänglTchkeil schon M de^ h schrifl
dem gras und heb rerglichen wird, konnte man lefchl In
dem Tod eineii inäder oder Schnitter sehn, der menscheh
wie ßHimeil und halme niederhaut, messery stehet, neräe
sind ihm in dieser beziehung beigelegt, ^ist ein ischniiter,
heifst der Tod , hat geiiralt vom höchsli^n golt , heut wem
et das messer, es schneidl schon viel bes^ier; hüte diöli
schönet bnmelelfir Worte einles kirÖheMieds. Mfere ifich-
ter geben ihin ilie diese Werkzeuge;^ ifr6I aber wird das
bUd des äusgetragnen Todbs ztiweileifi mit einer Hense aus-
gestattet (s. 732). es köVknte auch SpäterHitl die harpe des
f^iet;h. ktonös*) eingewirkt haben, vgl. fäkiteneni bei
Radevicirs 2,, 11, 'einen den blumen gesellen, ins gras
beifsen lassen' Lohengr. 1^8 gilt auch von andern Siegern
als dem Tod. er jätet die pflanzen atts: ^'n lebens garten
der TAt nu jaf. Turl. Wli. 23»*. ümgekehH heifst der Tod,
gleich dem teufel, ein Sämann y der seinen sathen als Un-
kraut unfer die leule ausstreut: 'A6 der T8t stnen sämen
under si gessate.' Wh. 361, 16. 'er ier durch In ** Td-
diss furch' Ülr. Trist. 3270 will blofs saufen i er versetzte
Ihm tödliche wunde.
Eh ich einige andere Vorstellungen ^rläule^e mufs ich
die beinamen und benenn^ngen des Tbdes in unserer alten
poesie aufzfibten.
Gewöhnlich heilkt er der grimme^ Roth. 2750. Nib.
1555, 3. Mar. 218. Ffo^e 1931. Troj: 0317. 2025. 10885.
Is. 3, 124*«); der j^ereh^mthe, Moroh lOi», iihi glücki-
lich Verwandte Zusammensetzung, Aa es 'dir Tbd auf ferch
und leben abgesehn hat; der grimmige ^ Rbth. 517. Reinfi.
360. 1248. Berthold 303; der bittere [hingds MrutöA
amara^^ Mors, Unibos 117, 4. Diut. 3,89. Mar. 206.
Alex. a.ampr.) 82i0. 1097: äi9d9. 4782. gr. Buftd. C^, 16.
Wh. 253. 28. W1g«l. 1118; dfer '^«^/cÄ^^ TrbJ. 8521.
22637; der süre, Parz. 643, 24; der scharfe, 'ein schar-
pher böte' Freid. 21, 6 ; der irre, Amgbi 29« bei W^zlau,
also wol ärre, mit dem sinn der zornige?; der gemeine
*] O. Mollers archiol p. 599.
**) der grimme tot, name eines messerS, Wölfd. 1313, merkwürdig,
da der Het messer sultr hiefs (s. 289), yonste^a (e^urire), das im
goth. tvUtan den begtif bat ron mori. ' '
) nach Isidor sogar 'nors di«ta quod bH aikartt.* ' '
«»• '
(qtii omne» in8nel}'Evi. TO81. 'Lattter egrlKfeta feAht*mine'A
Yoii i;dner'fmyeirm'eiWfchkeit,.grausanikeif, herbheit, nichts
per^Otilielres Hber seine ^esfftlt terräthend. tiiemäb findet
ISicb der sdhivatie, der bleiche;^' na<^& dem lat mors atra,
mors pallida, Otto n h\i^'*palUdämors'tnTiicenOTnm'
tcod. laiiresh. 1, 182). Re^ne^ 239t8; 8a lese fch/def
gehoe \t\\ in Vcfid^n flHIefn ist nicht da^s ätisselin des To-
des sondern des getödteteri gemeint; Üuch Walth. ti!4, 38
VeniA dr tÄi' der trelt sagt, sie sei *irinÄn «pörasei* iarwe
fmää^* sam der Vöt''; versteht dahinter dien aüfenfhalt dieir
tödt^n, di^ tiGlfe/ tiicht dib gektalt des ToiH^. , ^Imet^
Tot' wird ^ In einem Ii^d6 angeredet (Hagens müä. '2; 187);
♦der heiHjf T*a* tiennt Ihrt Et. Saöhs t. 5, 828», 'her TdVf
leiiich bloß iil d^r a^redb/ Apollottiiis '%98 nnld oR iin acker-
mann ans Botimen. '
Wichtiger für. die Untersuchung wird ^ dafs m Reinar-
dus 3^ 2162 eine, knöcherne geige 'osse^ }xl,domini$s Bit-
cero* j^eifst,! ^[Oiiumter.nicbtis.. anders als d^r Tod kann ge»
meint sein^ bezeichne J^p den .bleichen, oder den blecken-
den, oder, was ich YÖjr;(iebe.,,£^i es der eigennamefficf-
gtTy Btifiker mit bloff^r landeutujig jener begriff^, ein
Imöph^rnffr pferdekopf. wird. hier dem.wQlf, als Spieler^
fahmem (joculandi gnarus} spöttisch zur geige gereicht^, bei-
nern wif ein todtßngerippe» Nun li^fse sich . jenes s. 627
nnerkläictß (Mmt ,cabal(inum in der that .als symbol des
Todes (& • 804.]^ unict des todieprosses (s. ÖOl) deuten, wie
die klostergi^istlichei^ ^ur ei:ifinerung an das sterben mensch-
liche todtenköpfe im gemach aufstellten, mochten sie .^uch
pferdeschädel innerhalb der mauern aufhängen? einem al-
tern heidnischen brauch war, wiedj^rum christliche betrach-
tung untergelegt? Hat dies gruiiä^, so begreift sich ^. warum
den flandrischen dichter' das pferdehaupt auf den Todjei-
tete^ ja es könnte sein, dafs fanatische bildner den Tod auf
ihm statt einer geig^ Ad^r :pfe>fo spielen liefsen.*)? *
Auf aire mile'Tehrt ddinihit» BlUkro, J&Ts Wder Mtte
des 12 Jh. die Vorstellung des.'JTodes, durch ein gerippe
gong und gäbe war. eine frühere spur kenne ich nicht,
halte es aber- für sehr möglich sie aufzufinden, man weifs,
dafs bereits den Römern fleischlose, v^rschrumpfte larven
*) in ^ederHsseii ein ort TodenpfHfe. RomfM 5,- 375. Retn^-
gins dStnetio]. 145 ISftt in hexenreinainhingen Snf einem todlen röi"
köpf statt der either spieleD und dieftiB hncilogfie entscheidet fast, aueh
bei PKltfd. ^8 SIttew. (p. m. 174) eiti Tod mit dei' tei^r.
8A0 T09
oder skeleiie cor beseicbnang des Tode« dienten % Auf
grabsteinen des HA. werden schon frohe leichen als ganze
oder halbe gerippe dargestellt sein, dichter des 13 jh.
schildern die WeU (oben s. 752) als ein vornan schönge-
bildetes weib; dessen rächen von schlangen und nattem
erfüllt wird **). auch dieser gedenke nag ein höheres al-
ter haben; nahe verwandt ist ihm die dic^ung von drd
lebenden und drei todten königen *^^
Diese bald allgemein herschende vorstellungsweise des
Todes steht den antiken abbildungen- wie der altheidni-
schen ansieht schrof entgegen* den lieblich gestalteten,
dem schlafe gleichen, genius, den kindlichen todesengel bat
ein grfifriicheSy der Wirklichkeit im grabe .verwesener leich-
name abgesehenes bild verdrängt; und doch zeigt sich hier
die Wirkung der alles ergreifenden , alles besänftigenden
poesie. die älteren Vorstellungen des tDegführenden^ anfalr
lenden, tankenden Todes auf solche larven angewandt haben
eine fülle echt volksmäfsiger , naiver und humoristischer
bSdwerke hervorgebracht; ja ihr reichthum ist von den
künstlem noch lange nicht erschöpft, ohne den rippen^
haften Tod, welcher tracht und gebärde der lebenden nach-
äfft f) und gegen das blühende leben grell absticht, gienge
der reiz und die eigenthümlichkeit dieser erfindungen ver-
loren. Weniger ergötzend müssen processionen , Schau-
spiele gewesen sein, welche zur zeit des 15 jh., und viel-
leicht früher, in Frankreich für solche darstellungen üblich
waren: damals entsprang dort eine besondere benennung
des todienian%e$ : chorea Machabaeorum, franz. la datue
Macabre ft)«
*) O. Möllers archlol. 696. 697.
**) das gedieht ist ror dem Wigalois «bgedmekL
***) Staphorst I. 4, 263. Brajtir 1, 369. altfraoz. les trois mors
et les trois yis. Roquefort 2, 780. catal. de la Valli^re p. 285. 286.
Tgl. Douce p. 31 ff. und catalogae of manascripts in the british mo-
seam toI. 1. Lood 1834 p.22. (cod. aruodel ao. 83 secxir) samt der
abbflduog auf pL 7.
f ) wie iD der fabel die thiere der meoschen.
ff) neuste sohriften über den todtentans : Peignot recherches sar
les danses des morts. Dijon et Pariil 1826. Francis Douce the danee
of deatb. Lond. 1833. der letztere leitet Macabre ron dem^ heiLlfa-
earius, dem in einer Tision drei todtengerippe erscheinen, ich be-
greife nicht, wie daraus chorea Machabaeorom , was in den illesteo
Zeugnissen gesohrieben steht, geworden wSre, Tgl. Carpentier s. t.
(a. 1424. 1453). es müste sich aus den alten gemilden erge|>en, dafs
man die sieben, zugleich ffemarterten beiden ()es A* T. als baupt-
personen eioflQ^ht* Tielleicm ist ef npph richligav macabre. aas dem
TOD 8U
Eine andere weit Jünger ab Blicker aciieinende, jetat
aber allgemein bekannte benennung des Todes ist frewui
Hern oder JJatii; ich kann sie nicht einmal bis zur mitte
des Torigen jb, binanfitohren *). an sich sieht sie alt und
passend genug auSi wftre auch mancher deutunc flihig.
nacb vielfacher berührnng swischen Tod , riese und andern
geistern könnte einmal der name Heine (s. 471) vom ko-
bold hergenommen sein und der beisatc freund entspräche
dem gesell, nachbari holde jener elbischen wesen, die
unter der benennung Heimchen, Heineken vorkommen
(s. 253. 428) und an den begrif abgescbiedner seelen strei-
fen, man erwäge den niederd. ausdruck heinenkleed für
todtenkleid (oben s. 415). weil aber auch hünenkked ge-
schrieben wird (das. s. 489), so ist man auf heun, hüne,
riese (s. 489) geleitet und selbst Hein liefse sich aus Heimo
(s. 360) oder Hagano (s. 344) erklären. Eine voigtländi«
sehe sage vom gotte Hain (Jul. Schmidt s. 150) oder die
thüringische von einem alten haingott (Rosenkranz neue
zeitschr. I. 3, 27), weil beide völlig unsicher sind, mag
ich nicht auf den ungewissen freund Hein anwenden, noch
geringere rücksicht verdient eine benennung des mortuari-
ums hainrecht**), die wahrscheinlich aus heimrecht, heim-
fall entspringt.
Kaisersberg nennt den Tod kobmeier. er schrieb ein
buoch de arbore humana (Strafsb. 1521 fol.) 'darin ge-
schicklich und in gottes lob zu lernen ist, des holtzmeyersy
des dotz, frölich zu warten.' 118^ ferner: 'also heifset der
tod ein dorffmeyer oder ein hoüzmeyer, vnd billich bat
der tod den namen, wan der tod des hoUssmeyers eigen-
Schaft an im hat, als ir hören werden, wil got. die erst
eigenschaft det dorfmeiers ist communitas, er ist ein ge-
meine person allen denen die in dem dorf sein, er sol
sieb inen allen gleich erzögen, also der* hohmeyer ist
auch. gemein allen bäumen, er übersieht keinem bäum, er
hawet sie alle ab' ***). Per Tod wird hier als förster, forst-
anb. magabir» magabarash (todteohof, cimeteriam) aa deuten, rg^
ober dieae daratelluogeii Micbelet hiaL de FraDce 4, 409 — 412 (Paria
1840).
*) Moiaeaa (Tolksm. 1, 16), Claudiua, GoUer bedienen eich ihrer,
nach der Torrede J[. R. Scbellenberga zu freund Heins er^cbeinnngen,
Winterthnr 1785 wireAsmns erfinder des namens, wai ich i^ehr be-
zweifle; Terbreitet hat er ihn.
*^} Mittermaiara priTatrecbt §. 77 no. 27.
***) die frähera lat aaag. 1514, 116b. c und 1519, 105^ « haben
in klammern 'der dorfmeyger nnd der holzmejger.*
I • • • • •
meister aufgefaßt, dem 6s ahistebt aII6 bSutne des ivaldes
zu föilen. An einigen orten äoll der tödtengräber hok-
tneier genannt werden. '
Im deutschen scKlemmer, einem drama des liß jh.,
heifst der Tod der bleicht Streckefufs oder Siredkebein,
auch Gryphius (kircbhofsged. 36) nenni ihn Strickfufsy
weil er sterbenden die glieder streckt, Ibst (At/öi/ecAiy^),
schon in dem mehrangeffihrten mdstergesari^ des 14 jb.
*er hat kein ru, er hab gestreckef mir das felV (mus. 2,
188). Christ. Weise (drei erzn. 314) hat Bleckezahn und
Streckebein; anderwärts finde ich Dürrbein^ Klapperbein^
natnen des skeletts. die beziehung von kupferbickel (acker-
mann p. 34) bleibt unklar.
Es ist übrig einiger ausgebildeteren mythen zu geden-
ken, die sich von dem Tod erhaflen haben, und gewis
hohes alters sind.
H. Sachs (1, 102*) bedient sich vom nahenden Tode
des ausdrucks, er zucke dbm menschen das siülleiny er
stofse ihm den stui um, dafs er zu boden stürzen mufs.
er nimmt ihm sitz und stelle unter den lebenden; ich ver-
mute davon eine ausführlichere erzählung. Noch gewöhn-
licher heifst es in gleichem sinn; der Tod hat ihm das
licht ausgeblasen (wie Berhta augenlichter ausbläst, s.
254), weil die begriffe licht, leben, aufenthalt unter le-
benden fibereintreffen *). Die lebenskraft war gebunden
an ein licht, an eine kerze. an ein scheit, mit deren
verzehren der tod erfolgt (s. 380. 386). Biet hängt
nun die idee des. Todes tief zusammen mit der von dem
Tatum. der genius senkt die fackel^ dreht sie um^ bnd
das licht des lebens ist erloschen, schon detti rieugebor-
nen kind hat die norh ein licht gezündet^ woran seiVi
lebensfaden gebunden ist; vielleicht bezieht sich darauf
noch das kerzenentzüiiden bei geburlstagsbescherungen?**)
Wir besitzen ein Irefllch ausgedachtes märchen von dem
gevaiter Tod (KM. no. 44), dessen schlufs eine unterir-
dische hole darstellt, worin tausend und tausend lichter
in untlbersehbarer reihe brennen, diis sind die leben der
menschen, einige noch in grofsen kerzen leuchtend, an-
*) Wh. 416, 14 bi Uehter nunnen Ai verloieh manegem Sarra-
zin fCn Keht; Lohengr. 133 er fIuoo hl, dax ftn niüose </a» Uehi
erUschen,
**) im kiDderspiel * stirbt der fuchs *lo gilt d^i" ba?^' (KM. 2,
xyni) ^ird ein brennendes höh herODiffereiuht , idesaen «rloiclien ent-
scheidet.
TW ^
dere schon «o kleinen endchea heriioter^ebrAqot : fibßr
auch eine lange kerze kann umrallen o^ler umgeslälpt wer-
den« Vorher geht, dafs der Tod einem armen mann zu
gevaUer gestanden und seinen pathen mit der gäbe be-
schenkt hat, ihn wenn er sich kranken nahe leiblich zu
erblicken, und aus seiner Stellung zu entnehmen, ob der
sieche genese oder nicht, *] Der pathe wird arzt und ge*
langt zu ehren und reichthum: wenn der Tod an des
kranken haupt steht, so ist er ihm verfallen, steht er zu
seinen füfsen, so kommt der kranke davon, einigemal
dreht der arzt den kranken um, und tiberllstet den Tod^
zuletzt aber rächt sich der Tod und läfst seines pathen
licht unversehens umrallen **). In dieser ganzen fabel er-
scheint der Tod freundlich, vertraulich und schonend, erst
wenn äufserste noth da ist, vollstreckt er sein amt, daher
auch seine gevaiterschaft ***) zu dem menschen,^ die sicht-
bar der alterthdmlichen einkehr der nornen im hause des
ireugebonien und deren begabung (s. 380. 383) entspricht,
wie in andern kindermärchen feen zu patnen gebeten
werden f). das erlöschetide ficht gleicht der kerze und
dem scheit^ an welche Nopagests und Heleagers leben
geknüpft ist (s. 380. 386). Also ein uralter, Hefdnfsch-
deutscher m^hns ^ bei dem man sich bis irl spfttei*e zeit
den Tod Aicht, als ^eripp ' dachte :' sondern als einen
menschBch oder' göttlich gebildeten, fis darf nicht 1rer-
wundem,, diifk (He sage mit vielfachen ab weichungen vor-
kommt, Welche KM. 3, 72 noch unvollständig angeführt
sind: nach einigen stellt def Tod seinem pathen einen ring^
zu, mit (dem er krankheiten beurtheilt f f )i Schon Hugo
ton Trifflberg erzfihlt am schlufs seines ^erks Won denk
Tode me er ein kini hwp\ hai aber dürftige aiiflbssnwg
(ed. bamb. 4366^ -t22):* der Tod' verspricht Ufeihem ge-
vatterj ehe er ihn abhole, siknk boten zu Üenden (wie irr
dem meister^esang s. 800), diese sind ohrenklingen, augen-^^
*) wie An %uk lo «der «bwesdeade. blick dei »ogeb. ch«radfiai.
ibef l^D od/Qr (od eet^i^l^^i^t. ^yvBideiik ein}*. uutm>. «9 <»>»«
8tri\pUe des ^H^^I und der alt/riuiz. I^Uaire (ftoqjief. s.y. paUdrioJi
unaogefuhrt uh(|.
**^ VielTeichC Btiefs jper umgeworfne stuhl zugleich das ficht um i
***) heifst der Toij auqb hruder d^s meDscheD'. wie soost des
Schlafs? *bruoder t6t' Bert. 262 ist fratru mort. "^ • '*'
f ) die halbgöttlicheo Dorneo und feen schütten and beschenken
wie^ripaichei^lheR. .^,., . . -.,.(>••
ff J Ettnen uowürd. doctor p. .190.
814' foö
fliefseii; Zahnschmerz, hautschrumpfen, bartergrauen. die
gevatterschafl allein verbürgt den Zusammenhang mit dem
späteren märchen. auffallend ist der anklang des ahd.
toto (gevatter, pathe) mhd. tote (Parz. 461, 10. Wh. 7, 21]
an tdt (mors), wiewol die quantitSt der vocale beide Wör-
ter genau scheidet und erst ein ablautsverhältnis sie wie-
der vereinigen müste ; ans dem Wortspiel erwuchs die sage
nicht ♦).
Gleich ausgezeichnet, aber heiterer, ist das märchen
vom Tod und dem Spielhansel (no. 82. vgl. 3, 135-148),
der jenen auf einen bäum festbannt, so dafs sieben jähre
lang niemand in der weit stirbt hierzu hat Welcker aus
Pherekydes nachgewiesen**), wie Zeus dem Sisyphos den
Tod auf den hals schickt, der ihn mit starken banden fes-
selt, und wie nun niemand sterben kann ; Hades kommt
selbst, macht den Tod frei und überliefert ihm den Sisy-
phos. Die deutsche fabel verwebt den Teufel in die ge-
schichte. Seit der Teufel in den besitz der höUe gesetzt
war, muste er neben den Tod treten, wie die alliteration
^tod und teufeir beide zusammenstellt, auch den Litthau-
ern und Letten wandelte sich Welnas, Wels, ihr ursprüng-
licher, todesgott, in den Teufel. Der christlichen ansieht
gexQäfs empfiengen enget die Seelen der frommen , teufet
die der gottlosen (s. 796), der abholende Tod spaltete sich
also in eine doppelte gewalt, je nachdem er dem engel
oder dem teufel glich, als englischer böte steht er dem
christlichen Michael zunächst, dessen amt es war, seelen
zu empfangen (Horolt 2660. 2715), vgl. s. 797. Von ural-
ten leuten, die noch fortleben, pflegt man zu sagen ^der
Tod hat vergessen sie abzuholen.' klage 122 beifst es: 'der
Tot het ir tninne^ die dA sterben solden,' wüste sich ihrer
wol zu erinnern, oder, wie Lachm. auslegt, begehrte ihrer
zu seinem gesinde (vgl. oben s. 806).
Meine ausführungen werden nicht zweifelhaft lassen,
dafs der heidnische Tod in eine zweite Ordnung der götter
gehört) weshalb er sich »ach vorzüglich berührt mit den
halbgöttlicfaen valkyrien und nornen: er hängt ab vonf
Odinn und Hei; unter den griech. göttern stehen ihm zu-
nächst Hermes und Hades, Persephone samt Charon dem
fiihrmann. sein wesen ist aber auch dem der elbe, h^us-
geister und genien nicht unverwandt.
*) Tgl. oben 8. 86 aber die yerwandtschaft zwischen got und gode,
**) anhang zu Schwenck p. 323. 324.
TOD ^
flftS
Wie er sich mit einer zeitgotlheit des Jahres , dem
WiDler, mei^ifte, erOrterl <)ap. zzrr; darum mag er eisige-
mal an Kronos gemahnen.
In unserm heldenbuch kommt der Tod als ein obgott
vor, dem der Heide Belligan vor andern göttern dient, und
dessen bild Wolfdieterieh zerbricht, ich weirs dies sonst
nicht bestimmt anzultnüpfen : es wird ein teuflisches wesen
verstanden sein.
In den finnischen liedern werden hftufig Manala nnd
Tuonela neben einander genannt und doch geschieden,
jenes ist die unterweit (von maa erde), dieses das todten-
reich, Tium (= ^^at os) der Tod, die Halja.
W^ SGHK^AL
. xxvm. scHiiCRäi^ vm heil.
ttier soll eine genauere ijetrachtung alterthümlicher Sf)*:
sichten von glüok und sqhicks^l eingefügt i^qcden, als sif;
sieb im sechzehnten cap, yornqhmeu liefsi WQ der halb-
göttlichen lenkerinnen menschliches gesc^c^ke^ gedachjl
wu|?de. aiich greift das oig^ntUcfae fatuin. x^ dip vprstei-
iungen von geburt, vorzüglich aber von tod,, , >^elche «abefi
erst auseinander gesetzt worden 8i\ni: ein mensch, tijber den
naher unausweichlicher tod verhängt isl| heifst ip fler allen
spräche feig^).
Unsere vorfahren scheinen, gleich andern Heiden,
einen unterschied gekannt zu haben zwischen Schicksal
und glück, ihre götter verleihen heil und seeligkeit, vor
allen ist Wuotan geber und -Verleiher jegliches gutes,
Schöpfer und Urheber des lebens und sieges (s. 121. 125].
Aber auch er, samt den übrigen gottheiten, *war nicht im
anfang der Schöpfung, sondern ist aus dieser selbst erst
hervorgegangen (s. 426], er vermag nichts gegen eine hö-
here Weitordnung, die weder ihn, noch den siegverleihen-
den Zeus**] von einem allgemeinen verderben ausnimmt
(s. 293. 295]. einzelnes entscheidet sich wider seinen willen,
Balders unheil vermochten Weder Odinn noch die Äsen ab-
zuwenden; ein andres beispiel der Übergewalt des Schick-
sals s. 396. Ragnarök, der Weltuntergang, reicht über die
macht der götter weit hinaus.
Diese urbestimmung und nothwendigkeit aller werden-
den, bestehenden und vergehenden dinge hiefs mit einer
*) ahd. feigi, mhd. vet^e, alu. figi Hei. 72, 4, aßs. pBjfe BeoT.
5946, altn. feigr; die alte bedeutung des worts hat sich in Nieder-
sachsen zulä'ngst bewahrt; *dar is en veege inn hase* (wird bald einer
(sterben); *en vee^minsche , dat balde slenren werd*; 'he is näa nig
veege* heifst es yon solchen, die gerade eintreten, wann Yon ihnen
geredet wird, auch nnl. een veeg man (ein greis auf der grobe),
een veege teken (todeszeichen), veeg mithin debilis, periculis eipositus.
nhd. hat feig den sinn yon furchtsam, verzagt, im tode yerzweifelnd,
elend, ungefähr wie das lat. fatalis im franz. fatal den yon Unglück*
lieh, widrig, so darf das litth. paikas (schlecht) yerglichen werden.
**) Ttjmaai ßovXtrai vU^v (11. 7, 21. 16, 121), wie dem Zeas
überhaupt ßovX^ (wille, rath) beigelegt wird (f^V^^ ßovXfrat 17, 331);
einigemal auch >6og (17, 176) oder yci^^a (17, 400] d. i. entschlnfs.
seine grofse gewalt yersinnlicht die goldkette {at$gd II. 8, 19 — 28),
aber nachher anzuführende stellen zeigen , dafs er die .entscheidung
des Schicksals der wagschale überlassen musle.
SfHUaCStti 817
pldralfbr« wim. tei^, als. giBcapu, aga. §e$cea^; ein abd.
iotifj kkäaf- in {[laichem aina bäte ich nicbl apgeauirkt,
obwol der ag« vorhanden ist und wie d^ alta. ag« akap
indflfot, failipm ausdrüoki (Gfttff 6, 4&0). die apit^e
utendiaeh& apitaehe ▼enrendel daa «laac. skaptutdri die dilln«
iUelme i(altat akepna, farmay iedelea)« veraUrlU wird janer
be^tf allB« dnrch praefixe: mvnUgiseapu HeL 103, 7.
refanögi$capu.(i&htm e» 24)) decreta fati, anperorum, wobei
die keUniadien ToratoUnngän ragin und wwd deutlich vor-
barschen.. Der eltn. pl. «otttr. Utg (statuta) gHt nicht von
sobickaal, woi eher verbunden mit der parlakel ör {ttf or)
örlög, welches in den übrigen dialecten zum sg. wird, «hd,
mrlae (nenlr.7 die atellen bei firaff 2 ^ 06. 97 entscbeiden
nicht j bei N. isl «rlag masc, pl. urlaga), aita. orlag, aga.
arläg, «ud urfeataatzung bezeichnet, weil aber den Heiden
der ausgaog des kriegs wichtigister moman4 des gescUckea
war, frühe in^den begrif von bellum überUrpUi HeL 132, 3
scheint wiagi beUwn von jeneni orhg, ^Iflg blun unter-
echieden, eigentlich sind beide dasselbe, auch ahd. afr/atf
mrieiäj 9l%s. m'dai gehe von deaa begrif des jicbtaprucha
über tu den des kanipfes« Daa altsu eompeaku^i (Mariagu
(vüae deoretun) HeL 125, 15 bat Booh die aKe plurelliKW^
oMr, aUar ist eigenlich aeiwm (e, 752), /koeUa^ ahd. Än(Ja
teanpua, sngleich eber vitae tempua., daher auch diese aus**
drücke in den begrif dae faliama einflieCseni vgl aga. ijre*
sceapketl Beov. 52; alts. aHa(/Mia Hei. LQ^ 8» ahd. AfM^
ad&Ai*). die nhd., erst apM eiagiafillhrten im^ennangen
9thiok$äl (von aoiiicken aptare, vgL geaoUckt aftus), .eer-
hängniM , ftlgung koBMnea den eUea weder an kraft naph
einfeehhail bei.
Jenen acapü. and lagu eMspoeohea die lerbalaosdr^e
9ckaffßn und le§mf wektha techiaiaeh von Am anordnungea
des achickaals gelten (s. 379« 381 )i ^iat tha kinde nskepen'
{ist es dem tktnde geschafcin) heifat es In dem altfriea. recht
49^ 10. Bian aagte aber auch aitn. nfte (deatinare), einem
:elwaa wuiknken^ ML akidf^ (vielleicht auch ahtilön),
.mhd. dbiaa and ftaateUsn (weil aide und alahie «iah nahe
stehn).
Das schickaal hat es hauptsftchllcfh mit begbin und
schluTs des menschlichen lebens zu thun. zu dem neuge-
bornea und dem sterbenden tritt die Wurd^ und vorhin
*] toüsdlda { fortuna ) N. Gap. 20. ^ 25. 53. 77. rohd. wUMald€
haiaercfar. cod-.paL Zf^i, 18 ff, Gfo, 61 >; diu wtfe mlfi and ich nües
got bevolhea atn.* Bit. 3b.
Gritmms mjftkol, 9» musgmht, 52
Sl» SCRICICSJkL
angefahrte fremeimaiigeii des schieksals 'wejfiim Ton den
diohterti meistentheils fttr eins oder das andre dieaer er^
eigirisse verwendet, s. b. Beov. 51 tö pegGeephTlle (zur be-
aoiiafften zeit) sterben; Hei. 103, 7: th6 qutemi wwde-
giscapu themn ddagan man, orlaghnlle,' that he ihit Seht
fcrlftt. Aber schon die gebnrtsstande entscheidet über des
iebens 'verlauf und ausgang. äqualem Noicentia attuiit
tälis erit.' 'Parcae, füm aUquis natcUm*, valent evm
designare ad hoc quod volunt' (anhang s. xxz. xxzvni).
Wie die eintretenden nornen oder feen begaben, wie sie
schaffen^ danach fügt sich der ganze iebenslauf des neuge-
bomen •).
Es ist abwächung von dieser äUeHen ansieht ^ wen«
die beihlimmung des Schicksals in die htode der götter ge-
legt wird, aber auch eine sehr alte. Gewis setzte frähe
schon vieler menschen glaube den höchsten gott an die
sjrihe' aHer weltordnung und iiefs jene weisen franen nur
seine befehle verkünden, im achofse der gStter ruht die
Zukunft j &etip iv yovvaat Mttat, damit berührt sich auch
das kniesefzen und schofsnehmen von seite der väterlichen
oder mütterlichen gottheit (s. 608. 799); Wenn über den
göttem selbst eine noch höhere gewalt des beginns und
end^s aller dinge gedacht werden konnte, -so galt ^dooh
Ihr ansehn und einflufs hinter den menseben für. unbegrenzt
und unermefslich, alle menschlichen angdeg^nheiten standen
unzweifelhaft vntär ihrer leitmig.
Gautrekssaga meldet (fomald. sog. 3^ 32) HrosAOrs^
grani^*) habe um mitternacht seinen pflegesohn Starkair
geweckt und im boot mit sich auf ewe insul geführt hier
safsen in einem wald eilf männer zu gericht, der swMfte
'stüM war teer; ihn nahm Hrossbftrsgnini eitt mid wurde
yon allen alsOdinn begrifst. Odin» spraeh, die richter
sollen StarkaArs Schicksal bestimmen (dömendr skyldi dcsma
örlug St.) da hub Thor an, welcher der mutter des Jüng-
lings zürnte: ich schaffe ihm, dafs er weder söhn nodi
4ochter haben und seinen stamm enden soll. Odinn sprach:
ich schaffe ihm f dafs er drei mannesalter leben- soll **^).
*) wir sagen nocl^ beute ; zo gUickUeker , Jf^äer $hmde geboren
jRrerden. ahd* mit heilu er giboran ward. 0. Sal. 44. im altapao.
Cid liaufig : el que en buen ora nascio , el que en huenpünto nascio.
'äas diesem begrif der guten iinnde des beginn» (il-la- b#iine heure)
hat sich der franz. ausdruck bonheor (masc.) für gluck insgemein
erzeugt ähnlich ist für den erwerb der ritterschaft das altspan. el
que en buen <n*a cinxo espada.
^ ^*) d.h. Graui, St^grani, der birtige, (Minns %elname (s. 184).
** ) Tgl. Sazo gramm. p. 103. i • . .
aOSICKSAJk 9i»
Thdr : in jedem aller soll er ein 'ntdlngsverk' Ibun« Odfnn ;
ioh schafB ihni| er eoH.die ^eslen waiTen «od kleider JMl^en*
Thor : er soll weder land neeh gmiid haben. Odion : ieh
g0be ihm, dafa er riel getd iind gat habe. ThAr: ich lega
ihm , in jedem kämpf soll er schwere wunden empfangen«
O^inn: ich ^e.ihm die gäbe der diohtkunst. Thor: wai
er (tiehtet, soll er nicht behalten können. Odinn : das schaff
ich ihm, dab er den edelsten und besten mfinnem werth
erscheine. Thftr: dem volk soll er verhaGst sein. .Da
sprachen die richter alles dem Starkadr zu, was bestHnmi
war, das gericht hatte ein ende und Hrosshftrsgrani mit
seinem zdgling gieng zum boot.
Th6r spielt hi«r ganz die roUe der feindlichen fee
(s. 383 — 85), er sucht jede gäbe durch üble zuthat zu
mindern, nicht dem neugebornen, vielmehr anwachsen-
den knaben, in seiner gegenwart, wird das Schicksal ge^
schaffen.
Nach der gr. sage entschied Zeus nicht immer unmit'*
lelbar, sondern bediente sich zweier schalen p in welchen
er die geschicke wog: so zwischen Troern und Achäern,
zwischen Achilles und Hector:
ual vof< &ij ;[pi;cr«ia natijQ imtai¥s f aAcuwo"
iv i^ ivi^si 4vo %iji^s Tawii^sydog ^ßfdtao,
shisdh ßjUaca Xafidff' QenB & aloiiaqvfiiiiaQ* A'nam¥*
0. 8, 69. 22, 209; vgl. 16, 658. 19, 223. ebenso zjvisctien
Aeneas und Turnus Aen, 12, 723:. .,. .
Jupiter ipse duas aequato examine Umces , ,
flustinet, et fßi^, imponit diveraa duortim^ . , .
quem damn^l labor et quo tergat poipdere letuip,
ich fllbre das damio näher an, weil auch die ohristliche
Jegende dem seel^gel^itenden erzengel Michael ßf^lcn, heir
legt, worin die guten und bösen thaten sterbender gegen-
einander abgewogen und nach dem befund die , Schicksale
der Seelen bestimmt w^den*)., die Anwendung der wag-
schale auf handlungen und Sünden liegt nahe ; auch im
(apocryphen) vierten buch Esrae 3, 44 heifst es: ^nunc ergo
pondera in siaiera nostras iniqnitates', und 4,36: 'quoniam
in statera ponderavtt seculum'. Jomsvtktngasaga cap. 42
(fornm. sog. 11, 128. 129) beschreibt zauberhafte glucks oder
wunschschalen des HAkon iarl: stdan tekr iarl skätir gödar
fiter er hann Mli, )»er voro gerver af brendn silfri ok gyll«-
dar allar, en bar fyfgdo 2 mel, annat af gülU en annat
*) Tgl. D. S« no. 479. belege sammelt Zapperts ?ita AcoteoCi.
Wien 1839 s. 8a 89.
52*
020 demcKSAt
tf iitfH; k hyArotvef gja melino mr gfert sein yieri Itkneskja,
ok h^lo ^at hlotar, en ^al Yoro reynihnr hlntir, aem mön-
nttm Tar titl al hafa, ok fylgdi fiesao nAttüra mikil, ok til
^sa atls, er iarli |»dtti skipta, ^4 hafdi baan {»ess» UvtL
iarl tar f)vt vanr at leg^gja hloti ^essa t skilirnar^ ok kvad
k hvät hvAr skyldi merkja fyrir bonam, ok ftvalt er vel
gdngo hlutir, ok sH kom app, er kann vildi, j>ft var sA
ökyrr hlutrinn ! akUlinni, er {nit merkdi al httilfi viidi at
yrdi, ok breysti sfl hlutrinn nokkot stU t akdiinni, at giam
vard af.
Ich finde nicht, dafs in nnserin ältesten heidenthnni
das fatum aus den gesHmen bei der gebort beortheitt wurde,
diese Weissagung (s. 684) scheint erst dem späteren MA.
bekannt. Radulphus ardens (ein aquitaniscfaer geisäicher
des 11 jh.) sagt in seinen bomifien (Antrerp. 1576. p.41i>):
cavete, fratres, ab eis qui mentiuntur, quod qoando qois-
que nascitur, Stella ma secum nascitur^ qua fakun ejus
consHtuUur, sumentes in erroris soi argumentuin , quod
bic in scriptura sacra (beim stem der magier) dieitur ^Stella
ejus.' Ein beispiel liefert Klinsors sternsckauung auf der
Wartburg.
Einzelnen menschen, wie ganzen gescblechtern und
Yölkem war also daner und heil im voraus angeordnet*),
aber die anssprfiche der nornen und g<)tter lagen gehüllt
in dunkel, welches sich nur vor den blicken weiser mlln-
Tier und trauen entdeckte (s. 372)*^. das volk g!flubl4
an vorherbestimmung der geschicke^ wie an gewisheit des
todes.
Den altn. fafaHfmtts bezeugen fdgeftde stellen. Hagt
er alt farf Stern. 175^* 'era med löstom löffi ffifl I>er.' Nias.
'sift mun gipt lagid A grams ffifi. 179^* ^mvnat sttöpam
vinna.' no^^* ^einö doßgri mer var aldr um ritäpait or allt
*) nicht sehen an den besitz gewisser sacken gebanden : ein
kort zieht das ganze geschlecht der Nibelünge ins Vei'derben, die
gäbe, das hMnod der uterge {^ 42S. 420) bedingt den glnokitaml
einzelner familien«
**) es ist beachtenswerth, daCs nach altn. ansiebt nicht allen göt^-
tem^ sondern nnr den höchsten kenntnis des Schicksals beiwohnte,
wie auch bei den Griechen linr Zeus und die er zu yertrauteo
machte , darum wüsten, yon Frigg steht S»m. 63b- at Öll örlög Titi,
]^6tt hun sialfgi segi, sie wisse alle geaehieke, sage sie abitr nicht,
auch sagt Odinn S»m. 62i>, dais GeQon das si^idisdl .der wek («Idar
Örlög) i^ich ihm selbst kenne» Unter den menschen erspihen ein-
zelne beiden und priester die geheimnisse der Zukunft, Torznglich
. wird Gripir genannt (s. 84); fraaen uid prieaterinBea Wohnte die
gäbe der Weissagung bei. • - ^
FAf AUSM» «^
hverr «I Y#am er wHai er.' ^t man verda fram atkoma,
lem 4BÜai er/ ^ecki man mer '^at uXoda, ef mer er dou*-
iImmi wüaär' koyna nsaQ tu min feigäm liTtr aem ek em
staddr, ef mer verdr j^efii oitdiL' Nialea. p. 10. 23. 62.
103. So m achwed. und dftn. volkaliedern : ^detta var migr
apadt «ti laiii bamdorn/ Arvidaa. 2, 271 ; 'hver akal nyde
ikklmen aiQ.' DV. 1, 193.
Nioht andera bei aiibd. dichteni: ^swaz sich aol füe^
fm, wer mao daz underalfin?' Nib. 1618, 1; 'avfaz ge^
tchehen sol^ daz ftteget aick' Frauend.; ^dd aterbeni wan,
die t^e^en,' NU>« 149, 2; 'ez sierbent niuwan die veigen
die l9^en doch dfl beiine töt.' WigaL 10201; Mi veigen
jMen dar «ider.' Lampr« 2031 ; bianerstirbet iimaii wi»n
di wigeik' pf. Cbuoar. 8403; ^tben zeigen onac nie-
laaa bebuoien, Ibia erthe ne niag in niht üf gehaveiii scol
er Ihn mrerlhen gealagen^ er atorve thoh thaheime.' jr, belli
42^; 'awie ringe er iai der i^eig^ man, in mac roa noch
enkan nihl Tflrbas getragen.' Karl 721»; Mie eet^en moo*
aen Ijgeii tAl.' tivL ehren. 59^; ^4^t veigen^ mao keiner geh
nesen.' das. 78*; ich ensterbe niht ear w^Mem Uto\ Herb.
534} fmemM aierbensol wan ae sSnem gwxUm M.' Uir.
Triat. 2306; <daz aver aool werden daz nemoc nieman
«naeiKbii«' Diiit &> 71; 'gemaeh erwenden niht enkap
awaz dem man g^chehen sei' Troj. 58® ; Maz mvose w^
nm^ das geacbeeh/ Orl. 11167; 'swaz ge^chehm 9qI daz
gnchiM Fraid* 132>' Jfs. 1, 66« 7P; dae $qit elu ^n, aui
istez geacbehen.' Ib. 1, 74*; 'ez geachihi swaz ge$ehe^
km ao(.' Orl. 14312 ; ^ez geachihi niht wan daz sei ge*-
achehea'« Lanz« 6934; 'ez ergA( doch niht wan ab e% 9oV
Tiiat. ^77&; 'toi avenra qaiu|ne d(M mmir.' Ogier 780St;
Ü)in Üb gemikch^ aA geniae ick* a. Heinr. 190; Swaz
ich gelnon, bin ich genisH^^ ich genise vool, bin ich dem
valle ergeben, aen bjlfet mich mtn |(YoItuQn nicht ein hAr.'
Ms. 2, 129*; ^z eluoae stn und ez was mir beichaffen'
JI& 2, 1^4^ ; ^diu maget wa^ )u beschaffen: Wigal. 1002 ;
^ea wen im be$kAt! EratH» 2394; ^wez iat geschaffen,
daz »uoz geschehen.* MsH. 3, 434^; 'mi mir daz wa^
tu teik: En. 11231 ; ^z was eHteile uns gefdn/ Herb.
18416; 'ez ist mieh xangebara: Herb. Q"^' beschaffe», ge^
sehaffen and beSlam sind identisch dem altn. skßpßt und
wilatf und diese gleichheit der werte zeigt noch den Zu-
sammenhang mit ^er heidnischen lehre. selbst heute
berscht unter dem gemeinen m^nn häufig die fatalistische
ansieht (Jnl« Schmidt p. 91. 163). 'es mttste mir sein ge^
.f - , ^Ij^^-Weib'es s. 211. ^«tun
-t ^ , ät*^ ^ iMcheht, eg-o antem addo:
" ^tt^'f^. rf<» *^" /aflfeitt mit einander.' sermo-
*^' *^''2jS» <"« g«'»«**' «•«» sehieksals jegK-
I^^IT'ri^ """ TeiBy Mttitöich aber ftng man Irfi, was
^Jü^^^ ^^fj^nd dem tod im menschlichen leben heil
rfj^ der ^^^^^fi^ schien , besonderen wesen zü2uschrei-
JM^^^if^cben ^^ Römer neben /wtga und fatnm eine
b^f ^^ mhe Tvffi und Forfima behaupteten.
.^^^^^im. sprhäie unterscheidet ein fem. heill (Micitas)
Vi^ ^^entr. heil (omen), ebenso steht das ags. fem.
roll ^.^ns] ron dem neutr. h»l (omen), das ahd. fem.
^ fmos) ^^^ ^^'' (oiheii). das mhd. neutr. heil vereinigt
be^ bedet/tangen. personificationen dieses begrifs kenne
^hkBnnif ^ müste denn eine mir unklare stelle in OMoc.
^h diftfluf beruhen, wo als gemeines Sprichwort angegeben
^. tchvm hail häuenstaini* Ms. 2, 130>>: ^az ob iuwer
]l^/ eime aiidern kumel an stn seil/ schon 0. II. 18, 13
.<fliÄ« Ä^' *^> gifÄhit iuwih.'
' Desto gewöhnlicher kommt bei den dichtern des 13 jh.
gaUe (Fortuna), als ein weibliches wesen vor, das ist nioht
etwa den romanischen Schriften nachgeahmt: schon das ahd.
sdUdä erscheint in gleicher beziehung und die vorhin an«*-
geführte Zusammensetzung Atitb^/tda drückte dasselbe ver«-
stärkt aus. 0. L 26, 4 von der taufe Christi im wasser redend
bedient Ü^h der merkwürdigen, durch keinen geistSeheii
Schriftsteller in ihm angeregten phrase: 'std wachSia aitte
mannen thiu SäHda In thta undoh.' wachen setzt leben
voraus, noch deutlicher geht die persdnification aus den
4 jhh. jüngeren dichtem hervor, ^nser Sakk wackeL'
Parz. 550, 10; ^mlli' sorge sMfet, s6 An SwUe loachet'
Tit. 31, 3; ^zaller zlt ' des 8(»IA9 wadheW Ms. 1, 16>»;
-unser Smlde diu wil wachen! Trist. 9430 ; fdes noch ^
Scelde ioach^V Ernst: 5114; Ir Smlde wachet' Amgb.
35*; Maz mir Saide voache! das 43*; 'ich w«n stn
Si^lde »Idfe: das. 44^ ^s6 ist im al diu Swlde erläget!
Trist. 9792; 'diu Saelde ist dir betägel! Wartb. kr. jen.21;
'diu Sa&Ide was mit im betageU* Dietr. 5i»27*; 'iuwer 5^/(fe
Wirt erwecken Lohengr. 19. nicht zu übersebn in diesen
*) ihDliches glauben die LiUhauer and Letten, ihr fatum keifst
Ukümaii Hktens, Yon likt (legen, ordnen), sie sagen *tai buwo jo
likkima*, *ta8 jan bija winnam Uktt*, das wlur ihm bestimikit, geordnet.
SÜLDB 82S
nU. belegen du pcMMsnv*) oder der gen^, «fie Saride
eignet sich beetunmieB menschen, schirnl und beglückt sie,
»achi für sie^ währmul sie $ekkifenj wie man sugl: dtffi
flack ist nur im schlaf gekenmen. Bine so' gasgbare ve^
densart braucht nicht iaimer zu personifictereb : 'dajB' im
stn heil nihl slief.' Troj. 0473; 'd* wachet echande und
steft daa heil; aanberb. 1113; ^Tristans gelückedA nihl
slief.' Heinr. Tr. 2396. ja sie wurde auf ähnliche begriffe
erstreckt: des ^waehel stn 6re und ooeh stn lop^ . Amgb.
47*; ^ir milte wachet.' Amgb. 12^; 4r genade mir rouoz
wachen/ Ms. 1, 33*; 'ich wiene an ir ist gen Ade entslftfen,
daz ich ir leider niht erwecken kan.' Ms. 1, 48*; 'da
(jninne) bist gegen mir harte entslAfen«' Ms. 1, 60*; 'mtn
schade wachet.' Ben. 121 9 <dtn kraft knil eilen i6 nibl
slief.' Parz^ 85, 24; noch heute sagen wir: 'der yerrath
schläft nicht'; obgleich einige solcher reden persönlich
gßmeinti seid können. Die heidtüeche fftrbuag die^fes ioa^
ehen Und iteckem ven der. Smkle Calgre ich zumal aus dem
s. 304 beigebrachten analogen vekja Hildi , weiche nicht
blofs erwißckt wurde, sondern' die beiden selbst .weckte
(Sn. 164). Vielleicht ist ^tilbiörg söal eaka' Sffim.46*, eben
so gelnaioi, man mag deuten jucunda salos, oder ein noiü.
pn annehmen« . Frödi U&t Fenja und Menja (oben s^ 408)
gold, frieden und glaök.{gull, frid oc sein) nialeh und ge«-
stattet ihnen nur kurze nächtliche ruhe: sie «Mchen, um
gl&ek «ti malen >j wie hernach unheil (salz) für M^slngr.
Sa. 146. 147.
Das ist aber lange- nicht die einzige anwendung dieser
personificatiom ' Smlde keifst frOM^ sie erscheint^ begegnet,
.neigt sich ihf^n gfinstUngen . mit. dem antlitz , . hört sie an
.(wie ein golt ertort), -lacht ihnen zu, ist hold n!ad bereit,
aber auebgram; wen sie nicht mag, den meidet und flieht
sie, dem entrinnt**) sie, dem kehrt sie den rficken zu, es
wird ihr thür; und «weg beigelegt, wiederum sagt schon 0.
0. 7, 20 'thitt SäHda in thar. gagmid (eis occttiit).
Walth^ singt 55, 35:. .'/ftrd SkMe \)d\\e\ umbe sieb und
kh^et wir dm rUgge wä», si slöl nngerne gegen mtr| sin
ruochet mich 4Uhi 0n . gesehen!; ^crd Swlde wü dtn • pfle*
gen.' Efke 160; 'ob vromöe Swlde mtnes ^eile& weHe
*) sa auch: 'des ^t mC« Solde gein iu böte.* Parz. 416, 4; 'das
Bol mÜH Saide pfant sin.* Frapeod. 23 5 *lAt dirz dt» StMe wol ge-
zemen.* Ms. 2, 252>.
**) dies enfKfinefi und fiehen Tergleicht sich dem ahn. hyerfa (evane-
-icere): MÜir korfnar (felidtates eyahidae) Sem. 93«. 'swi ime di Salden
t^lgWf irenienl 01 ime lerholgen, ji oje Alresi iornlk^ewider\ AL#189.
«M SMiME
modkeR/ B». 425; <did wtle es «1» - JforUt niocbie* FWa.
689, 20; 'haale mir diu SwUe ir Are boM geneiget' MS.
2, 220>'; 'd4 wm mir Smkh MiHHHWfi/ Pars. 68», 8;
'S0/ife was stn ^»Mlß.* WigiL 838», frM S«UI» ir was
i«r«i<' Er. 3459 ud Yielleieht darf das folgende: 'diu go<»
les Ii6v«scheit ob mteer frewen swebte' UmogenommeB
werden, weil aucb die Walküren fibär den lielden schwe«>
ben, Welcben sie beistebn; 'got wtse mith der SiBkkm
weg^ Pars. 8, 16; ^den tuoz setaen in der ßwUM pfaU
Ben« 306; *frau>e amtdernnkoz in üfJr tttä^ wtsen.' : Til.
5218; ^Aet SwldcH 9lie.* Karl l»*»; ^ther fr6 SmUen wUc
gAn.' fragm. 46«; Uuo mir Of der SteUefk iürF Ms* 1,
36«; «der BmUkn poN^ a. Heinr. 248, 33; der SiBldm
mr besliezea' MsH. 3, 336«; setzen no dar SmUten iHr'
zanberbecher 1150; 'den begiuzel 8cBU»n etuol* ' MsH. 3,
205«; 'SwUe und ir gesinde walt ir.' M& 1, 88^ ^di«
Saide folget stnen vanea/ Lampr. 206d; mir enwil din
Saide ninder folgen einen fnoz.' Ben. 367; ^ir Ist dia
Smlde gram* Gregor 2390. 'diu SeMe was ime gtw»!
Dittt 1, 10. <dia Saide x>lMet von mir' Greg, 1626; ^A
Saide h&t raicb wrldu.* Kart 05«; 'diu Saide hAt si (eaim)
fafesseii.' Wigal. 884 ; ^dü SeMe bet ir gemtetn! Wi^
gal. 941; 'diu Solde bet zuo im geewom aeim statten
ingesindeJ Lana. 1561; 'diu geipU der Salden,* Wigal.
10532; "swes diu Saide ze ^eseUe« gert.' Wigai. 945; «In
gab dte Saide ir hantgift Sihr. 534; 'diu toMe irlte im
in den munt.' Silv. 1024; ez rtse Af dich der Felden tmfL
Silv. 1389. ^frmnee Seelde lacket mir.' Ernst 4334 ; 'daz
dir frd Saide laeke «ad al dtn beS beaache: SUr. 2666;
^FortAne wolt im d4 nibt md genaßdeeichen ktehen.* Trqj,
5754; 'daz iaeb /rotnae Saide asüeze MMJfcii' (fovare).
Lobengr. 101; uod gewis nocb n abalicben Wendungen,
die wir aus den beutigen enliiebmen: das giflek ist ihm
bold, kehrt bei ihm ein, Terfolgt ihn u; «v w« auch hier
findet sich schon bei den alten diditei'ft das unbestonnile
neutrum: 'geittcke hAt den nnifen (nacken^ rttcken) mir
gekdret' LS, 1, 238; 'hdt den nuwmi nupb gegen mir en-
decket; enblecket gftn mir shien aan;hef aer rechte hende
grifien.' LS. 3, 539; <d6 kfirte Yon im u. vlAch gelüoke.'
Troj. 5750. Wir sagen: 'mein glück bittbet, wftchst',
gleich SIs sei es gebunden an einen .bäum, ein kraut, 'mein
glücke das blühete mir.' Schweinichen 1, 170; 'geTücke
wahset mit genuht' Troj. 5686 ; 'uns ist nibt wol erscbo-
aen gelücke.' Troj. 12438; 'got wil uns selde Uzen wah-
sen.' Lobengr. 66. der sprach: 'das glück kommt von ua-
gflfilhff w»l «ter nemtaig skmim her* Sinplia. 2^ 150
drückt sehr gut :die^ fflOtaiiche bef egniiQg ttid Überraschung^
den ziifall des glüeke aiie , worauf sich selbst dftr . uaoM)
vt/^i; (von et;;[«;y, t t7][ctf«ir) md fortuna (von fors) gründet
wahrschomiieh sind amiche jener redensarten von den alten
so US gekownen oder wir haben sie mit Ihnen gemein*
In der enge vom Wunderer (Btseis hofli. 20H) wird
fNm SwUe als iäniffäloekier mü drei wunderbaren eV
genaehafton vorgestellt^ 1. eines menschen giedanken su
wissoBy 8. holden gegen wunden im kämpf In segnen, 3-
sich, wohin sie jfedenkt^ au versetnen (das. 24*— S)6), War
erkennt darin nicht, den naehkaH einer altheidnlsoben
wnlkftro?
Ftk" enttehnl halte ieh die überaus verbreitete yorr
alellung des glüdks auf einem sich wäkenden rode ( ni^X^^
^^) ^7 welches der Fors, Tyche und Nemesis beigdegl
wurde *^. ^versatur öeieriA»ns levis arbe foMe/ Tt)üll, LS,
70; 'stoiif in »U dea.' Ovid. ep. ßx Ponte IL 3, 56;
*Fariimae raiam pertinesoehat' Cie. in Fison. 10; ^reiM
Farhtnae.' Tatit. de orai oap. 23; 'assumpitts in amplifrp
aimum Forhmae fastigium eersaUleä ejbs fllo(l«s eipertus
est, qui ludunt «<Nialitatem , : nonö eveketUee quosdam ia
sidera, nunc ad Cocyti • profunda mergenUi^. Anim. Maro.
14, 11; ^F^rtmae tobtcrie ¥oia adversa prosperis sesi*-
per altehmns.' Amm. Marc. 31, 1 ; ^Fortmiae te regendum
dediati, dominae moribua oportet obteraperes, tu vero tc^
venüe roiae impetum retinere coilaris? A manere incipif,
#brt eise desistit.' Boeth. da. cmmol. II. pr» 1; 'rotam
9oliibUi orte veraamus (sagt Portnaa selbst), infima auan-
mia, summa tailfanis nniti^e gaudemus. tmcemh. si plaeet,
sed ea lege, uti no cum iudiori moi ratio peacet., deeeen*-
dere isjurian ' putea** ibid« II. pr. 2. Dabei sehmnt eine
doppelte Vorstellung a« walten, einmal dafs die göttin
selbst auf dem dreluHiden pade^*^) stehe oder sitae f)^ aisto
■ I M H ■■ I 1 1 « ^ i^ ■
*> ?er««|^edftB i#t 4so dag f%d, nfielcbffi Krod# nml Vikohaa tu
4f«r hani traget^ (0, 227. 228).
**) 0. HüllerB arch£oL 607.
**^) schon 'das blofiie drehen des rads (das sneib^nta rsd, N. BA.
47) kann , ohne twischenlLmift der götlin , auf die verftsderlibhieit
des sohieLsals 4aitren. Ah (jjrvm einen gefangnea iidnig «nfverksani
die auf und abgehenden Speichen der rUder betrachten sah und nach
der Ursache fragte, antwortete dieser, er gedenke dab^i der unbe<-
slindigkeit des lebens »wc rä *axu a>op ylvotra». nal %d uvm xcItw.
Gedrenas ed. paris. 142).
f ) auch pentaaii 5« 9 eine <«e«abia nd^Ui ncopif^ ß^roh** als
Fortuna. " . : j .
626 SjKLDB
ufistftt vorQber rile, dami dtfii sie die fcegtMiBtigte» avf da«
rad, die nDgllloidichen herabsteigen lasse: jene sehweben
eben, diese unten. In den* gedichlen unseres MAi wird
eft im allgemeinen von dem rad oder der scheibe des
gltleks nnd der Seide geredet : ^aririta F^rfmae duck
utroque rotamJ Reinhard. 1, 1404 , wo »ber die bessere
Variante: arbUa FarHmae ducit ntramque fiam.' 'volubilis
Fart9mae rata.* Rodulfus ehren. Trudonis p. 381^ 'reia
Forftmae/ Radevicus 1, 40; 'swaz ie geschalt dtz stAt an
glücken rode.' Freid. 110, 17; 'daz im der nmlekeU rat
mit willen umbe lief.* Trej. 9471 ; 'JA walzet ir (der Sadde)
geiückes'rat vil stietecKch Af und nider, her und hin, das
und wider loufet ez.' Troj. 2349; Mm dienet daz. j/^eMdfcss
rai, daz im nAch Aren umbe lief.' Troj. 7229: *gelücke$
rat louft uns die sumer und die winder.' Lohengr. 119;
mtn schtbe gAt ze wünsche.' Ren. 853; 'dem gAt sAi sckSbe
enzelt.' Ren^ 360; 'wol gie ir schibe.' Lohengr. 146; 'gie
far sich.' das. 180; ^st vuoren üf gekickes ra4e.\ Flore
844; ^Scdlde di« ist sinewel und walzet nmb als ein rof.'
ttbel wtp 241 ; 'der ScMen $chthem trtben.' Amia 2053^;
'enischtben: Ulr. Trist. 708. Hftufig ist aber auch jenes
auf und absteigens gedacht; 'so sttge icb.ftf und ninder
abe.' Parz. 9, 22; 'gelücke ist refate als ein iml, silier
sttget der sol vttrhten val.' Freid. 115, 27; sA hangen idi
an dem rades teile, dA maneger hanget Aue ittMJ Ren. 88 ;
'A daz der Scdlden scUbe mich hin verdrücke gar zue der
Verzalten schar.' Ren. 91; 'si wAren bAhe gar gesiigen nf
des . . « . gelüdies raij nü müezens leider Von der etat
aber nider rücken.' Flore 6124; 'swer hinte ritzet Hif dem
rade der stgel morgra drunder.' Troj. 18305; 'er iirt kernen
(tf geUkck69 rai^ daz muoz im immer stiUe stAn.' Gee; 193;
geJückes ratj wenne sol ich mtne stal t^f <dir. viaden?'
Ren. 306; swebe oben an der SmUcheU rädc,' zanberb.
.1660; 'got werfe in von gekUAes ml' Koloca. 74; ^ge^
lUckes rait gelt up ind neder, ein velt^ der ander stiget
weder.' Hagens c^hi. ehr. 1770; gelückes' rai nn rtde
(torqueat, vertat) in üf die hcehe.' Tit. 5218; 'gelücke din
rat nu rtde.' Tit. 5275. 'Fortuna diu ist s6 getAn^ ir
schibe lAzet si umbe gAn, umbe loufet ir rat, dicke veUet
der da vaste saz.' Lampr. Alez;. 3066*). Weiter ausgebil-
det stellt diese ansieht vier oder zwölf mAnner zugleich auf
das glücksrad in beständigem Wechsel: ^gelückes rat treit
*) man TgL die steUe über die roe di h F^rhme im Jen d*Adao.
(th^atre fraD^aia au mojen Age p. 82}.
• •
BlBUbE 81V
Tier mm , der eitie sitget ftf , M* ander MgM ab6 , der
dritte ist obe, der vierde der ist mider.' Ms. 2, 221^;
Wigal. p. 41 wird erfftbH, d«rs sich jemand in seinem
1m«8 ein solches rad au$ gold habe giefeen lassen und
immer glttcfcseelig gewesen sei (wie Frede mit seinw gUlcli»*
mtlley die gleicbfallg gedrebt wurde): ^ein rat enmitten itf
dem sal , daz gie tt «nd ae tal , da wAren bilde gegozaen
an^ iegeltcbea geschaffen als ein man. hie sigen diu mit
dem rede nider, s6 stigen diu ander tf wider , daz was
des getikites rat^).^ Im Renart le nouvel 7941--* 8011 er-
bebt Fortune den fuchs oben auf ihr rad und verhelfst
ihm es nicht zu drehen. Hierher auch die sage Ton den
zwölf landaknechten oder Jehannesen auf dem glücksrad
(deutsche sag. Ao. 209. 337). Blinde mil Tcrbundnen iiu^
gen y wird Smide nie dargesteDt ^.
■
Viel bedeutsamer als dieses rad, das die ftitere SMtda
wol noch nicht hatte (einen ganzen wagen ihr beizulegen
wäre heidnischer)^ scheint mir, dafs sie IHnder annimmt,
ihre lieblinge fSr ihre söhne erklärt. Mch bin euch in fr6
Beeiden sch6% geleit' fragm. 45^. ein schofskind des gl^
ckes, ein glückskind sein, dem glück im sichofse sitzen
bezeichnet torgegangne adoption (goth. frastisibja , Rom. 9,
4). Tgl. RA. 160. 4j53. 464. solch ein auserwählter heifst
*der SiBlden bam/ Bari. 37, 36. 191, 38. 'Artus der Sml^
den kint.^ zauberbecher 1433; ^Beeiden kint hat Ssalden
Stift.' das. 1038; Maria der Salden kint/ Wartb. kr. Jen:
56; ^ir stt gezelt gelttcke ze ingesinde, dem heile ze lie~
bem kmde* Warnung 2596; 'si ist Swlden sundertrintel
(lieblingj, in der wQrzegarten kan si brechen ir rOsen.'
Ms. 1, 68\ Wie nun Wuotan die stelle der begabenden
nom (s. 818), so vertritt er auch die der Scelde, er selbst
ist alles hefiek Spender; er nimmt kinder in seinen schofs
auf (s. 778. 799), darum ist völlig identisch mit Sajiden bam
'des Wunsches bam, an dem der Wunsch was volle
varn.' Orl. 3767; ein gltickskind hat 'des Wunsches segen.'
Lanz. $504. andere belege sind s. 126. 129, 130 nachzn-
*) nach diesem rad, das Wigalois auf dem heim führte (1862 —
66), hiefs es der riUar mit dem. rad, schon bei Gildas y.on Banchor
miles (piadrigae; nicht nach dem abenteoer, das er mit einem eher-
nen rad sa beatehn hatte (a. 252 — 254 des gedichts).
**) ebenso wenig beifst sie gleHn » nach der lat Fortuna vilrea ;
nur Gotfrid yon Sthifsb. Ms. 2,45^ bat <das gleiin gl&eke' und beute
ist ans der spmch: 'gluck and glas vrie bald bricht' daa''gelSAGg.
8t8 GLUGKMUUBB
leien % ßäüda kmn Ueratehab ein blolier aosliife de»
Wuoian betrachtet werden.
Glflckskiiid war Fortonat, den in einem breiegoiaehen
wald Fortuna erscheiai und ein gefeites aeckel acheniil^
der auch daa wünMehlMem (aouhaitant chapeau), den tam*
luity durch dessen aufsetzen man augenblicUich an ferne«
ort rerschwinden kann, erwirbt. oflEmbar ein but des
WumeheM oder Wmkm» (s. 432), ein federhut^ Hermt^
des gebers alles guten, aller selde. merkwürdig MsBL 3,
466*: 'sA decket uns der Swlden huöij daz ums dehein
weter selwen mae.' Den immef vollen seckel halte, ich zum
üiillhom der göttin: ^mundanam conucopian Fortuna ge^
stans' Amm. Marc 22, 9 ; 'formatum Fortnnae habitum cum
dMte conm,' Fmdentius libr. l contra Symm., zun hörn
der Amalthea, oder Svantovits (s. 558), ja au dem h4quc
amvfjfiag. Luc, 1, 69. An die wünschelruthe aber erinnert
die synonyme benennung 'alles heUes ein wünschelrts* Itol.
2216; 'des Wunsches bluome: Bari 274, 25.
Wir sehen aus dem prolog zu Grbnnismäl, S^m. 39,
dafs Odinn und Frigg, die höchste väterliche, und piüUer-
liche gottbeit des alterthunis, auch noch besondern günst-
lingen ihren schütz angedeihen lassep: Odinn zieht als ein
alter mann den Geirrödr, Frigg als eine alte frau den
Agnar guf, die edda gebraucht hier ßsirß, als pflegkind
erziehen. Ja Frigg hatte nach Sn. 38 eine eigne dienerip,
selbst ein göttliches wesen/ die sie zum schuU (lil gmtslu)
solcher männer in allen gefahren bestellte; diese personi»
ficierte Tutela biefs Hlin, gleichsam das lager^ die itXlrig,
auf dem einer ruht (von der wurzel hleioa, lüäin, gr. uXivia,
lat. clino) und man sagte im Sprichwort 'sft er fordaz
hleimr^, wer sich in nöthen retten will, lehnt sich an.
Hlin (goth. Hleins?) schützt und birgt, das goth. hliins be*
deutet einen berg, das ahd. hUn^perga, linaperga fulcrum,
reclinatorium.
Das volk hält für glückskinder die um ibr häuptlein
eine haut gewunden mit auf die weit bringen, diese haut
heifst gkickshaube, toehrnuiterhäublein , und wird sorg-
sam aufgehoben oder in band vernäht dem kind um-
gehängt***). Fischart Garg. 229^ nennt sie kinderpelglin.
*) ich findo auch Seldenhot (Scelden bokji ak eigeonameq (weisth.
3, 277. 278).
**} ^hßOo^ Tgl. nhoßa^ und nvigoy.
***) KM. BD. 29 Tgl. 3, a9 Euters bebaipjne p. ^34. iournal ▼.
u. f. D» t788. if &74. M* nasser iwüto ?=; at^ßniurato, frans, wb
GLOCKSHAIttE. SiORDTZENGEL 829
den Mftnderti abär Abrt sie den namen fglgfB (fem.) und
sie wähnen , in ihr habe der Möhut^geiti wier ein iheii der
eeele des kinde »einen $iH: die bebammen httten flieh «ie
IH schädigen und graben sie unter die schwelle ein, fibe^
welche die muttc^ gehn mnTs. wer diese haut sorgles
wegwirft oder verbrennt, enteieht dem kind seinen schvtz^
geisl*]. ein solcher schulzgeist heifst fylgjd (weil er dem
menschen folgt), zuweilen forynja (der ihm vorausgehl|
F. Magn. lex. 379), dfler kamingfa (felicitas) Ton hamr^
indnviae, ja dfeses hafnr für' sich scheint das nemliche zn
bedeuten: ^hamr AxW, genios Atiii, 8»m. B53^' nach ihre
(de superstit. p. 24. 25) bezeichnet das sdiwed. hawm einen
genius, der jedem menschen folgt«
Der wesentliche begrif eines schuibengek ist das
angeboren$ein , dadurch unterscheide! er sich von dem
baosgeisl (genius fam4tiaris), der sich einem einzelnen men*
sehen ergibt^ aber nichl von der gebart an. regula Bene«
dicti eap. 7: ^ab angeU$ nobie dejmlafi» cottidie die
noctuque dotailm^ faetori nostro opera nostra nuntiantur.'
Berthold {»redigt (p. 809): 'als dtfz kint lebende wirt an
sfner muoter Itbe, sA giwiei im der enget die eile 4ny der
alm^ige got giueet dem kinde die eile mit dem enget
In;' und BernaHus (sermo 12 in psalm. qui babitat): 'quo-
^'es gravisslma oernitur urgere tentatio et tribulatio vebe**
mens imifiinere, invoca cuetodem ftmm, doctor^m tunm)
adjntorem tunM. > in c^pertunitatlbus , in trflnilalione , in
iqttovi» diversorio , in quovis angato cmgelo ku) reveren**
liam habe. I» ne auoeas i/fo pt^aeeeniey qned Vidente
me non anderes.' ich will noch eine stelle aus N. €ap;
137 hersobrieibeR : 'atldn mennIskAn wirdet snndertg unde
gemeine huotdire gesezzet. ten heiz^nt ä oub ßihiäre
eaiffif poln. io e%ephu urodwU (Hioptt leitschr. 1, 137). den Serben
heilst die haube koschuhUay hemdlein, und ein mit ihr gebornes kind
mdoüitz es. geh*. Kft.49A Viko und weifs nekr aU andre l^ute. in
fiolltndaagt man *mH dm Mtageboinrnzin*, (tgl.a.362) «olohe kin-
der haben die gaba gespcaatpr su sehen, ein 4!iia».(jOTttni) inario ein
föUenaiif weit kam» hängt naa in einea hohen bäum, Westendorp
{»•5t8h Vm»- glück shelm keifst es: *ah ee limine obstetrices at de-«-
irae aoiimlae mCantikus b^aa ex co^ore rabicnndo • Tel mala a« ni*-
•gnoaiBla praesagire aoieait. magna y<aaduAt hcynamojli p«le4M infantMes
erednlis adt«catisi aoi kino se a4ivyai>i pnlant.* das iat auB einer
Mteren staUe des Ae&is Lampridioa Anton. Diadam. Aap« 4 genommen:
'solent pueri pUeo insigniri nahtraUt quod obstetri^es rapinott a.( «ad-
yoeatjfl erednlis ?endant» siquideoi causidici hoo jpTari.dici;(n|ur.'
*) edda Snro. hafniens. 2, 653.
830 SGHDTZBI96EI.
' ,' I I »
(fßich\9r)y wanda er aUes wer^hes fliget. iea gemeineti
betönt tie liute saraent^ unde Ane daz togelth ten stnen,
föne diu heizet er gmwuM^ wanda er geniüg $dt gege-^
ben trirl ze flihte. tiaer huot&re unde diser getriwo
bruoder behuotet ifo a^lft unde iro sinna allero. wanda
er aach tougene gedancha gote chundet, pediu mag er loh
angelus heizen'*). Diese, wie man sieht ^ Ton der knrehe
zum theil beibehaltne lehre scheint siph mit jenem grö-*
bereu einheimischen aberglauben von schütz und folge*
geistern gemengt zu haben. Caesar, heisterb. 8, 44 nimmt
einen guten und bäsen engel jedes menschen an, der ihm
heil oder unheil zu schaffen suche, in gewissem betracht
waren auch die ealkyrien Schulzgeister der beiden (s. 372.
391] und eine zeit hindurch an sie gebunden, von den
erschlagenen heifst es (klage 922): 'tr engel vil wol wi^
sten war ir s^Ie solten kernen.' Dieser engel gedenkea
noch andere stellen: 'sie redeten , daz ir engel muose
lachen' (sich daräber freute), wartb. kr. jen. 38 ; 'ein lofser
(? wtzer) engel bl dir gdi^ der dinen Umeei so von dir
gescheiden h&t.' das, 47; 'teile dtn pater noster mite dinem
enget das. 23; 'ein engel, der 4tn hat gepfi»gen.\ das. 62;
'ich wil gelouben, daz den lisl dtn engel finde.' Loheagr^
p.3; 'in was ir engel bt.' Geo. 343; 'das der engel ^
dtner 4refl hüetel' MsH. 3, 230**; 'ztio ti» löa» geweien
ein engel, daz im nibt gesebach.' Geo« 3205 ; 'als im sin
engel gab die 16re.' Kolocz« 148; 'daz iach min engel
gräezel' das% 102 und anderwärts: 'daz iuwer mtn engel
waltet' sctone. ausdrucke Itto*: ich^ im injaersten meiner
Seele •♦). .
Nialssaga cap. 101 Uibt sich ein Heide laufen, erst
aber ^usiehern , dafs der h. Michael (der seelenempftnger
s. 814) durch die taufe sein fylgju engill werde. Nialssaga
cap. 23 wird der fylgja Gunnars gedacht.
*) die lat worte lauten: et gfenerftlis omnlom praesol, et* spe«-
ciaKs Biognlifl morlilitas ^emm adinoTetar, <{iiem -eciim praeUUemf
^od praesit gerund» omnibiis, yo^arenint Dam et popaU genio,
qau« generalis poscilnr, aapplioanf, et anusquisque gobernateri pro-
prio dependit obsequium, tdeoqne getUm dieüar, quotiiain ^tnim qyU
hamimiM genihu fuerU, mtw eidem eopuiaiur. hit Uitekitor, fidiatioiai-
qne germanas animos omninm nlenteaqne coaiodit. et qoeniaai
cogitationam arcana aoperae anauntiat poteatati , «tiaai imgäiu
polerft naneupari. Tgl. Porphyriaa in Tita PletiDi p. 14. Phitareh in
Tita Antooini p. 430.
**) Tgl. lt. Sachsena gedieht *die engela hnt* nnd 'den loekigen
k nahen' in Hebels karfunkel.
SCHDTZinfGEL 831'
Ein demn tode naher schavl vorher seinen engel: 'fiü
nanl Terä feifr madr, oe mnot {»ü sdd hafa fyigju f^.
Nialsa cap. 41. gani fotferichtig» da durch des menschen
tod das band ^zwischen ilun and sein^ fylKJ^ gelösl wird.
Auch soll dann die fyigja einem andern erscheinen und
sich diesem anbieten: Helgi ahnte seinen tod (grunadi um
feigd slna), als seinem bruder ein zanberweib auf dem
weif abends erschienen war and folge entboten hatle:
band fylgd idna, fyigjo beiddi (Sem. 14« 147*). wer seine
fyigja schaut; den terlflfst, von dem geht sie. Nach norw.
Volksglauben zeigt sich die folgte gern in gestalt eines
thiers, das'znr Sinnesart des menschen stimmt, dem sie
angehört. Faye p. 77. wftre damit eine bevorstehende
seelenwandrung angedeutet? vgL.s. 786. Es gab fylgien
die sich, gleich den zwergen, an einzelne geschlechter
hielten: h/nfylgjor^ aUarfylgjar, und auch das ist wichtig,
weil es die berührnng dieser geister mit elben und zwergen
lehrt, die gleich der weifsen fran, der ahnmutter Berhta (s. 257)
dann sich zeigen, wann ein sterbefall im geschlecbt bevorstehe
HamiHgjar, die. schon S»m. 37^ 93i» vorkommen, stehn
unserer personificierten saMe nahe : auch hamlngja bedeutet
fortma, feücitas. hernach aber ein beglückendes, begabendes
wesen, das zwischen parze, schntzgeist und freimdlichem
hansgeist die milte hält, vgl. Laxd. sage p. 441. hämingjor
faorfmi^, üaifljr . horfnar (S»m. 93»*^) sind die von dem
menacheiii entronnenen, gewichnen.
Gleich dbr.' fyigja und hamlagja ist auch die aUn. kmd^
i>agit.(B. 410) ein weibüchea weaen, aber nicht eines ein-
«einen menschta oder gescUechta, sondern des ganzen lan*
des sckfiitsgei$t > ni Ulfliotg gestttz war verordnet, von
jedem schiffe 4as haapi abzunehmen, ehe man ins enge^
eicht tdeS'landes (t lMHis8;^n) komme, damit nioht die kmd-^
e^<^' durch das gAhnende. > baupt erschreckt worden: sigll
tkfß al iandi med gapandi böfdem ne gtoandi , bri^M, .svA at
lofufe^Mr teldist vid«).
Den Siaven. reichen die begriffe gtück, zufoli, Schicksal
an einander )' döcb wesen .den parzen und neman ver'<-
gleichbar entbehrt ihre mythologie (s. 407). für glück
haben die Serben treija^ die Slovenen frezha und per-
sonificieiren wiederum: dobra Sretja (bona Fortuna) ist ihre
dym&ij Tv%9^, ihre frö Sselde **). Mehr entspricht di$i letü*
*) foniip. a$g< S,.t03. liL sag. 1, Ida i99. beim gatfenden,
gSheandila sf^hif laut mir die Gepanta (oitIi tardio^ Tecta) des Jor-
nandes cap. 17 ein. x
**) eio obler irthamhatsioli ibretw^igen aingeichlicheD. m Antoni
032 9XafB'
dolie Laima [s. 367) der pafie »der mdre: de Mfai tnah-
miira, d.i. routter, g^ttin. Aiber weh fdra st«ftnde DeUl«
(s. 386) Teridiht durch die darfereichte milch heil und ge->
gchtek: kA Dehkia noleeki li Mleek (wie D. verfügt ^ so
geschieht)*).
Die schicksfllsgMin hat sowol gutes als böses in ih*
rer band , es bedarf keiner eignen vorsteilung des unglttcks.
unsere alteren dichter pflegen aber- aueh dieses mehr oder
weniger persönKch aufzufassen und «s gelten die von der
Sielde angegebnen Redensarten. ^ühMceUß hftt üf mkh ge*
sworn.' Gregor 3394 (wie der Töt^ s« 806); 'ün»aslde hM
mich bedäbi; Trof. 17105; 'der üimmUen ktnt.' Iw.4449;
'din heil sin wigfelücke begonde erweeke« harte.' gold.
sehm. 1306; 'aber inhet geswörn stnes iifaes unheU* klage
1240; 'ünscelde st mir üfgeyml* Rab. 896; 'wie in diu
UnscBlde vmriete.' Dietr. 38^; Hier ünsteUen vert varn^
Doc. misG. 2) 1 63 ; 'so wirt unheU von mir gejaget* Herrn.
Dam. 42> ^ungelüoke, waz ir (also anrede) mür leides tootT
Lampr. Ale^. 3065. Eigenthttmlioh wird das unhai eisern
ttber den weg tM^hreitenden, bellenden hunde verglichen:
^Unheil mir ä^er den wec schreit gelfch einem hunde.'
Hartm; erstes Mehl. 1671; 'wen nftch fciücke grßz mmheil
an bellet (?billet, odor vellet^ ¥elt?) Ls. 1, 239b ein mdf.
cKehter schreibt ihm ein netz zu: 'd hfift dat .ongheetü
im mi aldas onder tnet ghovaen ? Rein. 618Q. . Bblberer
angäbe werth sind zwei imondere diehtmigeo: ein armer
ritter sitzt im wald spärlich^ kost verzehrend, da >6rblickt
er über sieh auf dorn. bäum ein ungeheures Wesen , das
ihm zuruft 'ieh bin din ungettbeW. er ladet, oa zum nit»-
essren ein, (famm aber ist es herabgestiegen^ so packt «s
fest' und soUiefst es in einen 'eicher' (holen eichbaam ?]
von« -nun schlftgt ihm alles zu glück «n und er :inacht kein
beM aus der begebenheit einer Sieiner neider, um ihn
Wieder ins elend zu stürze« y geht in den w«ld, und enl*
bindet das Unglück; statt aber sich von ihm ferttragati zu
lassen, hockt es awf deä verrälbers •eignem bäte, villig in
koboldiseber weise; Ls»'2^ 575. Von dieser fabel weife
versuch 1, 50 wird eine dalmatische gpöUin Dobra Friehia aofgeföhrt,
nach ihm ron Karamsin (eriginal 1, 85« äbert. Iv60) und wßr w«ife
von andern. . dies beruht auf einem drnckfehler der Terdentsehuna
Tön Fortis tf^ggio in Dalmaiia. ?en6t. 17^4; ier-ilMVW» hat 1, 74
ganx richtig Dohräniehkf. ich n^de alse, dis falsche Priehia' unse-
rer fm Frecke (t. 281) zu vergleichen.
*) magas, der lett getetbdi. Mitsu 1838. 6, U4.
1 1
/< iiUBLDK- . 833*
auch H. Sachs HI. 2, 72«: das unglüek soll an einen ei-
chenpfal mit ketten und siricken verknüpft werden, dafi
eg niroeod mehr ejn^hrep l|[5iin«, em mensch sei d^pn aQ
ttiöilcnl es wiedet'Ai\6senl Keirirnan ertdhhmg^ magf ftter
ganz (ans Ms. 2, 134^) folgen:
ei WM «if» gar «omdUo man • i > ' • • c i
io einer sUl geieizeo, dir iane er nie deheia heil gewan,
der dAhle, ich wil TersuoGhenj wie min gelüke in fremden landen il
d6 im der reise ze muote wart, ' '
f/mMh wart stii gererte^ diu 4iuob tkh' mit im Af die TiM;
er lief gegen eineiD waMe, er wAa4e ar wvro Um$mkUnfKid€n iH,
ar aprach: ^U$$$MU^ na bin kh dir ealrnnuen.' ; \
*nein* aprach Ututdlde, *ich h^n den aig gewannen^
swoM du geliefe , daz selbe ich rande ,
iltf dlnem hohe freu mtn gemach* *].
der man di zoo im selbe aprach: t •.
'$(h$ mit 40 gii0i, M eniire wider «• hndei'
Oaa ist gatix die gescbichle von dem hauageiat, der qm(
auszieht uad dieaaea man sich nieht anUedigen ka^n (taben
s. 480), die p>ersottifioierle Dnaa^lde hat des lebeflkdigereii
kobolds alalle . eingenommen. ...
''■■■'>>*'
*) poat eqaüem «edfet atra Gura. Horat. carm; 3, U
< .
t ..
t
.n
I .'
K
I >
Grimms myfAa£. 8, ausgabt. 63
83* PERSONIBICATION
CAR XXIX, PERSONIFICATIONEN.
Hier ist es gelegen Ton der mythischen personification
das nähere beizubringen.
Alle gegenstände sind entweder unsern sinnen wahr-
nehmbar oder blob in Vorstellungen gegründet, eine haupt-
eigenschaft der sinnlichen ist aber ins äuge (eig wna^ ngos
wna) ZU fallen 9 wofür uns ehmals der schöne ausdrack
äugen, ahd. ougan, goth. ängjan, erscheinen, sich zeigen
(gramm: 1, 226) zu gebot stand, form und gestalt dieses
erscheinens hiefs goth. siuns, altn. s^'n, ahd. gisiuni, die
▼on safhva, wie species Ton specio, visus von video, el-
doQ vom verlornen ddio zu leiten sind und das gesehene,
gegenwärtige bezeichnen*); taiklSy dessen sich Uifilas
gleichfalls fttr eldog bedient (s. 409), ist auf veiha (facio
s. 58) zurückzuführen, noch üblicher waren Zusammen-
setzungen: goth. anddugi, andeairpi, ahd. antwerti, goth.
andavkissn , ags. andvlite, ahd. anariuni, anariM, ^siht,
die gebildet wie das gr. ngoawnov bald aspectus, obtutuSj
bald den engeren begrif von facies, vultus, frons (goth.
vlits von vleita) ausdrücken, weil der anblick vor allem
auf gesiebt und antlitz gerichtet wird, so dunkler abkunft
das lat. persona ^^ scheint, entspricht es ihnen in der an-
wendung, nur dafs siuns und ngoawnov auf jeden anblick,
vlits und persona mehr auf die menschliche bildung zu gehn
pflegen.
Freieste persönlichkeit steht den göttern und geistern
zu, die plötzlich ihre gestalt zeigen oder bergen, erschei-
nen und verschwinden können (s. cap. xxz). dem menschen
*) auch das mkd. scAln finde ich lo gebraucht: diaen ritter oder
atnen achtn. Pars. 18, 13; sante Martina gewer oder atn ichta. fragm.
28**; wlp, man oder tierea achtn. Dint 2, 94; ain weien und stn
achln. Er. 10047 (Tgl. 10049 ichein) ; der menachlich achtn. La. 3, 263.
**) kaum ans nffoamnonj wie Proierpina aaa ilfgatpovij , wo lich
gerade die laote umgekehrt verhalten, wie wenn die hergebrachte
ableitnng am persOnare zu Tertheidigen und beruhrunff awiscben so-
nua und aiuns aUtthaft wXre? es gilt Tielfache analogie zwiachen
achafl und achein (vgL selbst jenes romanische par son s. 707) und
Übergang^ aus kurzem in langen Tocal (persGna) ; zuflllig wurde n^o-
omnotf beides bestätigen (o^ stimme und äuge, oynq Tisie, my> äuge,
geaicht, t»ni} blick) ; die grammatiache bildung aber wäre wie in Pe->
renna, Pertunda, PerTioca.
PBBSONiriCATION 8S5
mangelt diese gäbe, der nur langsam nahen md sich enl-
fernen kann imd in seinem leib, anfser wenn zaaber dt^
zwischen tritt, beharren mnfs; er ist darum im strengstes
sinne person, seine selbstheit wird in der alten spräche
durch den ausdruek i!p (gramm. 4, 296) herrargehoben.
Rede und ofne stkn nnterseheidet ihn aber von den tbie«»
ren. welchen nur stimme und nporo/ii;, kein eigentliches
ngoamnop oder anttiti gebührt. Noch unpersönlicher sind
dM stummeir, im boden festgebannten pflanzen. Beido
jedoch, thiere und pflanzen, haben mit dem menschen Un-
terscheidung, des geschlechts und vermögen der fortzeu-
gung gemein, beiden wird von der spräche natürliches und
nur, wo dieses verborgen bleibt, grammatisches genus
überwiesen. Sie schreitet noch weiter, indem sie es selbst
todten Werkzeugen und unsichtbaren, unsinnlidien dingen
einräumt.
Poesie und fabeln beginnen nun zu penanißciereHy d« h.
göttern, geistern und menschen allein zukommende per-
stalichiuät auf thiere, pflanzen, sachen oder zustande, de-
nen die- spräche genus verleiht, zu erstrecken. Alle diese
sehen wir bei Aesop mit menschlicher rede begabt und
neben göttem und menschen handelnd auftreten, nicht blofs
bftume und strftuche (wie im mftrchen bohne und stroh*-
halm), sondern auch gerftthe wie topf und feile {yyrgv*
^Vi;), tage und jahrszeiten (^apvi;, vatiga, yatjimv^ ^op)«
ja blofse leideaschaften , wie liebe oder scharo [igws «/«
oxvpij)^ unser neives alterthum liebt es solche . belebung
durch die gebrauche der anrede und Verwandtschaft her-
vorzuheben : pferd , schif , scfawert werden von dem beiden
feieriieh angeredet (gramm. 3, 331. 434. 441); dergleichen we-
sen empfangen den titel herr oder frau (3, 346) ; wie zwischen
thieren gevatterschaft und brüderschaft eintritt (Reinfa. s«
xxvn), ist in der edda alr (die ahle) bruder des kntfr
(kneifs) genannt (Sn. 133). hierher ziehe ich auch die an-
Wendung der begriffe vater und mutter auf Sachen (gramm*
4, 783).
Was in spräche und sage tief verwachsen ist kann
der mythologie niemals fremd geblieben sein, es mufs
auf ihrem grund und boden eigenthümliche nahrung ge-
sogen haben, und jene grammatische, dichterische all-
belebung darf sogar in einer mythischen prosopopöie ih-
ren Ursprung suchen. Da alle einzelnen götter und gött-
lichen eigenschaften auf der idee eines Clements, eines ge-
stirns, mner naturerscheinung , einer kraft und tugend, einer
kunst und fertigkeit, eines heils oder unheils beruhen, die
53 ♦
836 nEMOMrnCATIQH
sieh 'flis gegenstände heiliger anbetung gekend gemadbt ha^*
ben; W9 -eriangea wob ihnen verw:«idte, an neh unper-«
stfiliche und abgezogne yorstelloiigen auf vergöttermg an*
Spruch., thieren, pflanzen, Sternen, die sich auf besondere
götter beziehen oder ans verwaQdlung entstanden smd,
wird eine bestimmte pergönUchkett gebdhiren.> Man könnle
sagen, die gftHcir des heidenthums seien ttberhanpl borvor«*-
gegangen a«s den yerschiednen personüealionen) die der
Sinnesart «id entwicklung Jedes Volks eunävhsl gelegen
haben; nur dafo den einzelnen gestalten durch vereiniginiig
mehrerer eigenscbaften und lang fortgetragne ttberlieferong
höheres ansehn bereitet werden muste.
Dabei ergibt sich aber für das geschleeht ein bedeut**-
sanier unterschied: starke, heftige krifte und ^Wirkungen
werdein vorzugsweise auf götter^ milde und lidblicbe auf
göttintien angewandt, wodurch sich schon im allgemeinen
das hMiere walten jener, das geringere dieser entscheidet,
dies zurücktreten und ihre anmnt hat aber, wie schon eini-
gemal gesagt worden ist, den stand der beidnisdien g#l<>-
tinnen länger geschützt, während die strenge gewalt der
gdtter verfolgt wurde.
In allen reichen treten beide geschlecbters-riMien eint*
ander avf , damit aus ihrer Verbindung nach menschlichem
begrif neue Zeugungen und Verwandtschaften hervorgehn
können. Da wo keine personificatio» entschieden gedacht
wird, pflegt unsere spräche das unentwickelle, un entfaltete
nentnim zu gebrauchen»
Von den elementen finden . wir Infi und fener mehr
auf götter, wasscr und erde mehr auf güttinnen bez^gen^
Wwotan erscheint als alldurchdringende laft, als himmel
und erde durchziehendes rauschen, wie in den worten
f»uai (s. 120) und t>&ma (s. 131. 132 vgl. s. 707) ermittelt
llst; vielleicht darf selbst wehen mit waten, beben mit Bif^
ündi (a. 135) in verbindong gebracht werden, der wind-*
Sturm des wütenden heers erlangt dadurch seinen eigen»
thümlichen bezug. Günstiger wind (s. 603) hieng von ^uo«*'
tan und Zeus ab, Odinn witterte und hiefs Ftdh'r (s. 603).
Die lufterschütterung durch donner wird überall auf den
hdchsten gott zurück geleitet, den unser alterthum als
Donar, Wuotans söhn, besonders darstellt, aber Zeus und
Jupiter wieder Tnit dem vater identificieren ; Thrymt scheint
mit Thörr identisch (s. 165). Lcpir (s. 226. 598) ist ein
andrer ausflufs des Odinn. Zio und vfeileietit Ph0l als
Sturmwinde (turbines) müssen auf gleiche weise angesebn
werden (s. 609). Unter den göttinnen kommt in beiraoht
PBRSONIffieATtOM §37
lue welche für winiisbraut . iumI Wirbelwind galten . kwii^
HMay di0 mt im wütenden beer üeh0fli^fW^i^JBerodia»^
(s. 599); iiMtli terwdge, dafs auch Halda und Maria gowall
über si^e ond regen zualela (a. 246. 607«. 159). erst
Wilmiai 251« Uifsl eine frau luft, $o wie H. ^chs mFf ignip^
aqua aia franlein varkomiiieD« Wen» swerge, riesen. und
rfesimieii wind, wetler und 8tarnierf9geii,(s.597. 599. 609#
603), treten sie als diener des höchsten gottes auf. i^ch
Käri alellto die luft dar.
ZroMund Logi (s. 230) sind feuergötter, wpl war es
auch aühnsy ovan^ der uns das blofse element aufidrüakt
(s. 595). Hbukma die göttin (s. 235) könnte ihn 2^ .seiite
stehn« den blitastral scUeuderi Donar gleich dtm slavi«^
sehen Perun, dooh Gram, den doqner stellen die Slaven
als Jüngling; Munja^ den bliU, als Jungfrau dar (s, 162).
das göttliche feuer empfängt anredte (s. 568) und beifst bani
Yi4at (holsmörder). vielleicht darf Baläer und Phol als
gottheit des lichtes aufgefafst werden (s. 208< 579. 581)
und Ton andrer Seite Ostara (s. 268)^ Mist (nebula) wurde
ab valkyfie gMommen (s. 393).
Blir (s* 220) und (hgir (s. 216. 288) sind gQtter der
flut, Rän ist gmtin (s. 288); Geban und Geßon j(s. 21 a
287) schwanken «wischen beiden gescblechtern. das fem.
okMk (s. 549) und die weibU^hen flufsnamen (s, 567) fj^hren
auf wasaergöttlnnen } wdsu auch das vorhersehen der mxßn
oder meernainnen (s» 456«} und die wei<)faheit des elementß
stimmt, doch ist Odina als B^ikar (s. 457) aulgeführl wor^
den. Schnee und Reif sind männlich aufgefafst (s* 7«tl^
aber die nerd. Drifa (der lookefe triebsehnee) .idfi\ tQchter
des Snior (Yngl. saga 16).
Die Erde muste wie Terra und Telliis weiblich ge^
dacht werden, damit sie der männliche Himmel ß^iß brsjut
umfahen könne; auch BMß ist göittin und Nerthf$a (^* 229.
230) , die aber in den männlichen Niördr über sobwank^
Aus der Unbestimmtheit des goth. fairguni entfaltete sich'
ein mfinnlicbes fiörgyn^ {$. 157) und* weibliches Fiörgyn
{s. 235); jemim entspricht Perkimas (Fairgunei«) nnd dafs
götter SQosI 9eoh geldrgen heifsen, vgl. ans (s. 92) und
Etzel (s, 155. 156). auch ^omor, der felssteio (i^... 166)
leidet bezug darauf. Der cap. iv nachgewiesne wpIdeuUus
muste. unmiltelbar die Vergötterung heiliger bäume, herav^
fahren und die meisten bäume werden weiblich gedacht;
wir sahen s. 617. 618. 619, dafs noch der jünfferen yolks-
anschauung frau Hasel^ frau Elhomy frau Wac^holder, frau
Fichte für belebt galten. Sn. 38 werden unter deq asionen
836 PERSONIFIGATION
AKn und Ofiä als dienerinnen der Frigg genannt, Hlöek
Sn. 39 unter den valkyrien, diese drei Hamen sollen, wie
Biörn angibt, zugleich bäume bezeichnen, Hltn scheint das
nhd. leinbaum, leinahorn, lenne (acer) der ableitung s. 828
zum trotz. Sn. 128 ist noch allgemeiner ausgedrfickf,
warum alle weiblichen baumnamen auf frauen angewiindt
werden dürfen , nemlich seija t>edeute so wol proeuratrix ab
Salix.
Zw scheint wie Zeus ursprünglich himmel und tag
(s. 175. 176. 697) zu bezeichnen, doch unsre mythologie
ist seines Terhfiltnisses zur erde uneingedenk (s. 663). sie
personificiert aber noch den Tag (s. 697) und läfst ihn TOn
der Nacht geboren werden, allein abend und morgen,
Äpanirodj Tagarod (s. 710) erscheinen minnlich*). Desto
auffallender ist, dafs die sonne y das grofse licht des tages
(s. 664) weiblich, der mond männlich Torgestelit werden,
zumal die sonne heftig, der mond mild leuchtet; so hohes
alter dieser ansieht gebührt (s. 667), Ififst dennt>eb die Zu-
sammenstellung des goth. «diif/, ags. segil mit dem iat.
sol, gr. '^hoe ahnen, dafs auch bei uns in früherer zeit
ein dem verhfiltnis der classischen sprachen analoges be-
stand (s. 664) und erst allmäiich daTon abgewichen wurde,
noch im mhd. schwankt das genus von sunne, wie umge-
kehrt ein Iat. Lunm neben Luna vorkommt, nicht ander»
ist das goth. slaimö, altn. stiarna gleich Stella weiblich, das
ahd. sterno, alts. sterro, ags. steorra, gleich ao^^g minnlich,
und beides rechtfertigt sich durch die personificationen ein-
zelner gestirne.
Sommer und Wmier U'eten bei uns minnlich auf
(s. 718. 719), die Iat. aestas und hiems weiblich, wozu
man das gr. masc. j^a/uwvj das slav. fem. zima halte,
aufser Hrede und Eäsire smd alle monatsnamen minnlich,
und zumal der Mai Tcrtritt den Sommer, dagegen zeigt
, das unbestimmte neulrum jähr die abwesenheit mythischer
* prosopopöie.
Seltner scheint sie fqr blofses geräthe statthaft, eine
ausnähme mufs schon bei dem $chwert zugestanden wer-
den. Wie dieses eigennamen und lebendigen acc. empfieng
(gramm. 3, 441), der anrede theilhaft wurde (z. b. klage
847. Wigal. 6514) und gleich den altn. beiden und dem
feuer bani (occisor) hiefs (z; b. Hialmars bani, fornald.
*) liUh. bei Lasicz 47 Berlea dea Tespertiiia , Brektta dea tene-
brarum. schön wird im Triitan Isot der Sonne , ' ihre muUer der
' Bf orgenrdthe TergUchen.
PHtSONinCATION. HIIATA 888
sog» 1, 522) y sckbage uwA niiler in grif and f|Rtze Jes
Schwertes bansen (s. 652); so fiigl sich hierzn die Vergöt-
terung des krifgsf^weries (s. 185. 186), auf welches iöh
nicht dfts anpersönliche neutr. swert, sondern das masc.
iafroSi bem, cheru bezogen habe (s. 184), dem die göt«*
temam^i Ear, ^yf^e and Sakmdt begegnen: ans dem
namen des göttlichen afanherm giengen die volksbenen«
nungen Cbemsker, Sachsen hervor, vgl. Saardones mit
Sveordveras im cod. exon. 322, 13. Gegenttber dem schwort,
das mftnner zierte, steht aber der fraueiischmuck, von dem
die alte spräche ihnlicfae beseichnongen entnahm, and es
ist bedentsam, dafs wie durch das schwort ein hoher gotl
durch ihr haisgescilmeide die schönste göttin hervorge-*
hoben wird, nach der alle weiber frauen heifsen (s. 276.
283. 284). in unserm ältesten reefat bildete das schwort
wesentlichen tbeil des heergewätes *) , das halsband der
fraueiigeräde (RA. 567 ff.), und da/schon in der lex Angl.
et Werin. 7, 3 der ausdruck vorkommt: ^ornamenta mn-
liebria qnod rhedo dicunt', so fragt es sich, ob nieht eine
ganz andre auslegung der ags. göttin Rheda statthaft sei
als die s. 266 versucht wurde? Ostara, Efatre war göttin
des aufateigendeli lichtes, Hrede vielleicht die der fräsen*
Schönheit, ein mAteir name für Frouwa, Fre^, oder per-
sonifioatioh des habgeschmeides ; zu der wnrzel mag das
ahd. hrati ags. hrid, aün. hradr irelox, celer gehören, da
sich begriffe des raschen und schönen oft verknfipfeii.
nicht zu fibersehn ist der ausdruck radelöve ftir gerade
(RA. 567) , ahd. radoleiba (Graff 3, 855) genauer hrataleipa,
wobei man denken darf an das ags. sveorda'Iftfe, ..homera
Iflfe (Beov. 5868. 5654), also nach an einen vorsteheilden
gen., so dafs Oredan, ftredean Mfe urspringlich den
schanuck, die Unterlassenschaft der göttin, in oi^che sich
nachher alle frauen tbeillen, bezeichnet hätte, dieser
auslegung kcMnmt eben noch manches andere zur hilfe.
nicht nur kann bei den nord. skaldlsn die frau ttber-
*) aufier ihm ffn^ und sekif^ das kOttlichtte der fihrendea hake
m ilterthqai. iQearM und mldmii alellen die agt. gedickte aeben
einander, ans mldm tiildete lich der begrif des goth. miiibina koaU-
barea geschenk , wShrend im mlid. meiden die sinnliclie oedeotung
dea rosaea haftete , in der formet 'acfaif ond geschirr*, obschon aie
spitcrr den waaen, das kodschif, und deasen ausrnatung bezeichnet,
kamt nraprüngikh daa aeeachif gemeint aein , ^elcbea altn. uad ag^.
dichter aeepferd in ounigfaltigem ' anadrock benenoeii (An^r^ nnd EI.
a. xxny. iny) ; noch im franz. Simplic. 3, 46 finde ich <daa hölzerne
wasaerpferd tninmeln* := achiffen. Wie tiahe grenzt die Torstellung
dimoniBcher aeeroaae (a. 456).' • i .
M» HRO0B. eflRfiiur. ^snumm
Impt Hterob jedetn* schtnmfc t dte sie trigft, benannt wer-
den; sondern Frisyjä selbst, deren brott das »kostbare Brt-*-
stnga men (goth.Breisiggd* mani^) zieH (#» 884), wie die
enfainitter dasiärdar iften, den erdrasen trug (s^609)y.zeilgte
eine ihr ganz identisdie götliiche tt)ohter^ derdn Minen
iwtedenun in den ^es schittuckes und zierräls übergebt,
«neb Sn. ^7 biefs sie Hnoss^ ulid wir so sebön^ dafs
altes 'Sobmucbe und köstliche haas^ir genannt wurde / bnoa*
jir Tdlja Sibm. 233^ bedeutet, frauengeschnieide auswählen,
scHenken. hnoss ist entwödoT' von bnadd gtomus, nodds
{w\^ Mass 'Von hlada^ ses^ von skja) abzuleiten, odbr ei«
Her abd. form hmtst, nost, nusc (Graff 2, 1006. 1007) an
-Seite zu istellen; in beiden stellen bertfirt es sich offenbar
jnit bris (compages, nodus) oder nusta (ansfila)^ nuskH (§bula),
jsteht also jenem Bristnga oder Bristnga men der mutter
tiberfascbcind gldich. allein anderwärts seben wir der Freyja
.aufser Hnoss nooh ein^e andre tochter Gersimi beigelegt
•(Sn. 313. Yngl. saga ci^. 13)^ worin nochmals dieselbe
vorstellttttg erkennbar ist , ja dieser name geht , wie jenes
irhedO) in die alten reohtsbrfincbe ein. gerserai (fem.) be^
'deutet kostbaren scbmüdk^ cimelium (gloss* au Grftgfts $. 26),
dann auch arrha und mutete paotilia, Östgötalag giptab.
48 |iat gfirsimi, Veslgötalag p» 140 görsimar, die dän. volks-
irechte gi^rsum^ giorsnm; selbst die ägi. recbtsnrkUnden
wiederholen, den ausdruck gärsttmaU^ gersdman niman, ger-
jMiam eaperä im sinne von thesaulru«, cimelium (Speimann
p. 368> Dttcange 3, 513) , bei den dichtdrn Imbe ich ihn
,n4cht getroffsn^ da ags. -^sotn dem abd. -^sam enfsprieht
•(gramm. 2, 574), mutmafse ich die abd. form karosemi and
.'erkläre sie aus ku'o paratna, karosemi würde bedeutet ha-
lben was wipgarawi nmndus mttliebris'(6rafr4, 243) und wir
hätten fiir die gerade des deutschen recfals drei gfleiebbe-
dautende benennungen kennen gelernt: rbado, hnoss, ger-
senri, welche sämtliek ab Breda ^ Hm^$y fisrsaHtt persönKefa
-gedächt^oid Tergött^rt wurden. Hierbei fällt mir. noch ein,
dafs in der dichtung von Oswald, welche reich an mythi*
•sidtfen beafigen ist (man erwäge Tragemund jand den fast
odimscbeh raben), eine nrngfrau Spange (z. f. d. a. 2, 96.
97.' 105, ver Spange 103, vor Spange 115 wie ver Hilde,
ver Gaue*)) erscheint, deutlich^ personification des begrif-
fes Spange (armilla) , der sich für die schöne königslocbter
. vorzüglich schickt. Solche göitinnen des weiblichen sehnincks
und hansgerfiths dürfen aueb unter den bei Lasicz s« 48.
*) Ettmüllers teit gibt dsi feb)erfa#Ae Monkuie P«D|e.
WÜRFEL HftSffAtT 841
49 aiig«f6brlen Klthauischen gremiHm«rst werden. Mädala,
die schmiegMme (s. 235) erscheint wenigsten« als ahd. ey-
genname bei Irmino 187*, man erwäge die s* 83S' berührte
porgönliche ftssung von alr und kntfr. Hlöek wurde s. 373
ygl. 393 Mis hiancbi eatena gedeutet.
Lateinische, romanische und deutsche dichtlingen des
Mittelalters > so viel ich sehe bereits im 12 jh., fttliren den
wlH'fd als ein damonisckes wesen fersönlicb aaf ; cod. mo->
nae. ol. benedictobur. 160* fol. 94 enthält folgende stelle:
cnm sero essel una gens lusorum , venit Deeku in • medie
eorum et dixit 'fraus vobisl nolite cessmre ludere, pro
dolore enim vestro missus sttm ad vos*; fol. 91^ wird der
secta Becüt d. h. der wflrfelspieter nochmals erwähnt,
andere belege liefert Duoange s. v. Dedui ::=: talns, taxil-
lus, mit der richtigen worterklärung ans dem franz. d^,
altfranz. dea, prov. dat, datz, ital. span. dado r= lat da-
tus *), weil man dare im spiel für edere , jacere gebrauchte,
derselbe Mfincfaner cod. bietet aber fol. 95^ den gleich«-
merkwttrdigen auadruck dar: 'nil faio expaveacimus preter
AnAortN nrinas') des Würfels drohen, und* das auch mbd.
dichtem bekannte hasebart *^) kann doch nur aus dem frans,
hasart , haaard verständlich werden , dessen eigner Ursprung
dunkel iat^ dessen allgemeinere bedeutung noch leichter an
personificattön streift, allem diesem kommt hinzu, dafs
auch nach dem indischen mythus .DedjMira*, ein dämon,
in die Würfel dringt und dafs die Würfel in gestalt von
vOgeltt nahen ♦•♦).
Kaum erwächst aus Örtlichen begriffen eine Vergötte-
rung; umgekehrt kann die Vorstellung der gottheH auf den
räum übertragen werden, so gteng aus der heidnisohen
Hall, Hei die chtisillche hölle berVor. ein andres beispiel
gewähr! vielleicht die «Itm'Laufey (s.226) und mit der idee
des waldes und haines fliefsen gdttervorstellnngvn zu-
sammen.
Viel efai weiteres feld öfnet sich den personificationen
unsinnlioher iU»stracler gegenstände; entsehteden aber sehen
wir auf ihm die weiblichen den männlichen vorhersehen.
*) Tgl. 1^, lex, ilal. lato, span. lado, lat latus; nö, nez, it Hato,
span. nado, lat nalus; pr6, prex, proT. pralz» it. prato, span. prado,
lat. pratam.
**) die Btelleo in der s. f. d. a. 1, 577 gesammelt, deneb noch
beizo fügen ist: 'spil geteilet üf bret ald an hasehart* g. frau 1093;
*den hasehart werfeii' Taulers preiligen im cod. argent, At 69.
*'*} Beppa Nalas s. 49. 69.
842 PERSONIFICATIOIV
Die wichtigsten beiqiiele der letzteren scheinen mir
folgende. Donar wird zugleich ala i>aier und groftoa^r
dargeatelU (s. 152. 153), auch den Lappen ist Aija, den
Finnen Ukko sowol" grofsvater als donner. Wunsch, 0$kij
ein name Wuotans (s. 130) bezeichnet ungeßkkr was die
weiblichen vorstelhingen Sftlida, Fruma, Xdgtg ausdrücken,
auch der gr. no^og (wünsch und Sehnsucht) erscheint zu»
weilen als Ilo&og. schlagen meine deulungen von GMhm
(s. 126), Gduis (s. 20. 341. 345), Sigi (s. 24, 344) niehl
fehl, so wftre es leicht auch ihnen analoge weibliche wesen
an die seite zu stellen, alle diese namen standen dem
höchsten gott zu, der durch schöpferische gaben beseligt,
andere dem nahverwandten hehren kriegsgott: Wig (pugna,
s. 184 vgl. Graff 1, 740) und Badu (s. 188. 204), denen
sich viele weibliche wie Hilta u. s. w. vergleichen, mit
Tggr (s. 188) habe ich den römischen Pallor und Pavor
zusammengehalten, Omi, V6ma deuten sich besser elemen--
tarisch. An WIg und Hadu grenzt eher Tod, Ddn^ms
(s. 802), der wiederum aus männlicher personiSeation in
weibliche tibertritt, dafs beide todt und hunger unmittelbar
verwandt sind, zeigt unsre spräche, das goth. svults be-
deutet mors, das altn. sultr fames, wie Xtftcg hunger, >lo«*
fiws wegraffende seuche, und die personiicationen tauchen
überall auf: Mmgr heifst der Hei schüssd, suUr ihr raesser
(Sn. 33), Herböui im Renart 23362 und rom. de la rose
180&7 die einbrechende hungersnoth , welchen ausdruek
ich von dem ahd. namen Heribalt herleite, der Hunger führt
wie ein gewaltiger krieger durch die weit: ferid unmet
gröt Hungar hMigrim obar helido barn. HeJ. 132, 8; der
Htmger gie überal , breite sich in die werlt wtte. Diut.
3, 101. die römische Fames ist weiblich, und ihre per-
sonification ans Ov. met. 8, 800 zu erkennen. Unsicher
bleibt noch die s. 347 gewagte vergleichung eines mhd.
BilUch. mit der eddischen Bil oder Btl , deren wesen selbst
unaufgehellt ist; aber dafs die geschlechter wechseln, geht
am sichersten aus dem neben einander auftreten identi-
scher götter und göttinnen hervor, die sich eitern, kinder
oder geschwister sind, wie Niördr und Nerthus, Freyr und
Freyja, Liber und Libera. auch Berhta ward zu BerhtoU
(s. 257).
Der aus sittlichen begriffen hervoYgegangnen göttinnen
und göttlichen freuen ist eine viel grössere schaar. Unter
vielfacher gestalt steht dem vater und grofsvater die götr
termutter zur seite, frau Uote ist Stammutter alter hel-
dengeschlechter (zeitschr. f. d. a. 1; 21). H6ld^ die holde,
8N0TARA. WARA. SUNIA. FRDHA M3
Berhia die gUnsende, Firoumay Fresja die sohOne oder
frohe, Sippia, Sif die freundliciie (s. 286). Follüy FuUm,
AbmuUay tÜAe des iegens spendend, eher als flUie des
monds beseichnend; den Römern war eine Capia mil dem
ffllihorn heilig: aorea froges Italiae pleno defandil Copia
comu. Horat epist. I. 12, 28; divesque meo bona Copw
eomu e^. Ovid. met 9, 85. Sno&a die weise, artige
Sn. 38 ; das adj. lebt in der spräche , goih. snutrs , ags.
snolor, altn. snotr, prudens, caUidiis, eigentlich emunctae
naris, ahd. form wftre snozar, wofOr aber auch noch snotar
ZD gelten scheint (Graff 6, 845). jede kloge, verstftndige
frau kann inoira genannt werden. Drei asinnen als sohät*
zende, hütende wesen, im sinn der römischen IWeto,
werden Sn. 38 angeführt: Vary ahd. z« vermuten Wara,
die wahrende, gewahrende, welcher nichts verborgen bleibt;
Syn, die des thüreingangs hütet, womit ieh das goth. avnja
veritas, sunjAns (nicht snnjö, wie s. 286 irrig steht) defen«-
sio nnd das aas unserm ftitesten recht bekannte sunnis ex-
cusatio zusammenstelle, so dafs die bedeatong abwehr, ver-
theidigung zu sein scheint ; ißiii, die von Frigg allen in ge-
falir schwebenden männern zum schütz gesetzt ist, von
hltna tneri, fovere^). Auch HaU^ Ealja ist eine bergende,
hehlende, in den schofs der Unterwelt aufnehmende, ur-
sprünglich gütige gottheit.
Nach den wiederkehrenden redensarten: ^was im thiu
fruma gibidig' fiel. 110, 2. 130, 13; 'thiu fruma ist hiar
iroogit' O. I. 15, 32; 'thaz in thiu fruma qneman was' 0. L
16, 17; <sö quimit thir fruma in henti' 0. I. 18, 42; 'nu
uns thiu fruma irreimti' 0. n. 14, 120; sollte man. glau-
ben, dafs diesem fruma (lucrum, utilitas) ein früheres
persönliches Fruma nnterlfige, zumal das alts. gibidig,
gibidi , ags. gifede (datus , concessns) von höheren gaben
des gesoUeks zu stehen pflegt: ttr gifede (gloria concessa)
Jud. 136,5; eäd gifede (opesooncessae)^. ähnlich jenem
*) Snorri beitStigt die drei söttinnen am ebensoviel sprächen:
'kona Terdr «dir besä er bon vermr vts*, wessen eine frao weis wird
das wird sie aocn gewahr; '«yn er fjrir sett\ abwebr ist Torgescho-
ben, wenn einer die schuld leugnet, Tgl. forom. s5g. 9, 5 : hann setti
1>ar sjn fjri ok band skirslur; ^sl er fordaz Ueimr', wer sich rettet
ehnt sieh (an die schntzgöttin). von hltna, nXipttv, inclinare, goth.
bleina ist hleina, anlehnen, goth. hUiinjan zu leiten, das goth. hUitts
bedeatet collis, der bergende högel? ich sehe nicht, wie. damit der
för hltn .behauptete begrif eines (? bergenden) baums (s.838) zu ver-
einen steht
**) der ahd. franenname Otikepa , ags. Elidgifo t= opes largiens
könnte die lat göttin Ops übertragea.
844 y ! PEBSONIFM^TIOI»
• •
'thin fruma uns irreimta' heifet es *th&n tbiu sälida gifeim'
0. L 3, 17, firtman ist wieder &ia höhereg zu tiieil werdeo^
Aind O.III. 9, 11.12 werden verbunden: ^firuma Ihana fwirta,
aAIida inti heiH.' sftlida k(Hnmt gleich der frwna in henti, zu
banden, von den unbezweifelbaren pcrsonifioalionen der
SäUda wurde s. 822 ff« gehandelt.
Auf eine siegverleihende walltüre würde der. ahd. ntm»
Sigukepa gerecht sein , wie die nord. Victoria ^er Ntnfj
Sigrdrifa (s. 406) beifst, drtfa die treibende^ «nd Ikrtfa
war mit fug einer gdttin des Schneesturms beigelegt, weil
pfeile und gescbofse im drang der schlacbt gleich schnee^
flocken fliegen *\ Holda die flocken, Wuotan die pfeile ent^
sendet. Bellona war uns Hilüa xinA Kundia (s. 393).
Aufser diesen göttlichen oder doch höheren wesen,
von denen glänz, licht, schütz und rettung, fülle der gaben,
namentlich des siegs ausgieng, gab es noch andere, die als
personificationen einzelner fugenden gedacht wurden; wie
sich die gottheit leiblich in besondre gewatten spaltete, er«-
schienen auch ihre geiistigen eigenscbaften gleichsam in
strahlen vertheilt, um dem menscheDgesefalecht vorzuieuchten.
ehre,, liebi^ treue, milde, scharo, mäfsigkeit, erbarmen ncfh^
men aber wiederum die gestalt voti göttinnen an sieb, weil
•das volk von altersher gewohnt war alles holde und schöne
auf frauen zu übertragen.
•Es wird angenommen , dafs jenen weisen frauen des
heidenthums gleich (s. 370. 391) die tugerfden sich ihflB
günetUnge auserlesen, und mit ihnen haiisen und verkehren,
ifirzürnt oder verletzt sie ein frevel, so brechen sie auf und
kehren im die bknmHsehe icohntmg , aus der sie abstammen,
»urück. auch bierin sind sie den schwanfrauen ähnlich, die
naefa langem verweilen unter den menschen plötzlich in
ihre bessere heimat entfliegen (s. 401).
Solche Vorstellungen müssen hoch hinauf reichen und
weit verbreitet sein. Hesiod i^ya 198- 200 meldet, dafs
^idtöc und Ne/iteoig (Scham und Scheu) in weifses gewand
sich hüllend (mit dem schwanhemde. angethan) von den
menschen hinweg zu den ewigen göttern gegangen seien,
-so pflegen wir noch heute zu sagen: WoArkeit und Treu
sind aus dem land gezogen; ein chroni^t des 14 Jh. schreibt:
*) «c veluti Boreae «üb teopore nix glomer^ita .
apargitur, Uaud aliter saeyas jecere sagittas. Wallb. tSQ.
Ton, b«identbalbeo floucb daz scoz
al86 dicke s6 der sd^. Alex. 2886 (3235).
daz geseboi als diu ante gie , ^ . .
und die würfe under daa^^b^r» s.^^'ijal t0878. . .
.1
/VKB, KUOMnOf «' 8*5
Hfsmc eiuiq jMk «i eMiium migrmrit: (Böhmevs fioMmi :l^ 2).
KL 1575 : 'ja enwU »/n trowe Epß JbelAe» m dem trühe^
fitd alsd jemerllohe die §re tirafeniie sinf fdogen. w«r
^It si (l'eoM wideruregei>) swcim ir geavrlchetdra kraft?
des bei gar di6 «leisiersehaft mtii • lietei^ valtsr ftüBd^r.
omtDtf £ra diu.wirl nimmer mArmit salchem Virunaohe : ga-*
trafen als 6r si* truoe bi atilett lagen«* dtiir keM , dem sich
fnni fib'ä: angesdiiossan hafte, verstand sich darauf ikr das
gegengewiebt zu halten^ sie zu stöteen umI eufreoiil sn
tragen; durch seinen tod wird auch ihre kraft gebrochen:
ihres Meibens ist nklH länger. Nitkarl (bei Ben. 327. 328.
349) gedenkt iDiiies weiblichen wesens VrAmmoi auf eine
weise, die tebendige persen anssobliefst , es ' mufs dabei
etwi» mythisshes im hinterkalte liegen. HillrAt uad andre
jBhgfrauen mehr sollen sich zum tanae sammeln , mit ihnen
soll Fr&muoi fahren, 'diu ist iraller wtsd.' sie brachten ihr
geleile, sie kam z«r frtthlia^saeit ina laiid gesogen;, aber
nachher Mrird ae Terwist, ne isi aas Österreich enironnenf
wahrscheinlich weil man sie liicht iii ^hren gehaken hatte,
der dichter scMiefiit idas lied mit dem ausrnf: könnte man
sie wierief gewjnnen^ man sollte sie auf banden tragen I
wie gefeierte wesen (Jcönfge, braute) empör gehoben und
hemm getragen werden; an ein solches smtrage» läfst
Mch die steUe von ftüdiger denken. In dem aadera liede
keifst es, Fr Amaot fähre trattrig von land au lande, fröhliche
menschen avfkneikcben ; wer ist nun seiner freude, seinei
glucks so sicher, dafs er Ukr boten^ sende« dikrfe? W4ri
keiner als fürst Fridench^ an dessen tef möge «sie eiakeh^
ren. Freude und frobsinn sind aus dem reich gewiöhen,
frdmüete, ahd. ffawamcrati, alts. fkömdd (Hei. 35, 1) bedeu<"
ten frohsinnig, Rriünmat erscheint aber auch als weiblicher
eigenname (GrafT 2, 699) und die personücation kann ihren
alten grund' haben ^). In einem giediiAt aus dem beginn
des 15 jh. (zw f. d^ a. 1, 424) sagt frau GerechUgkeUitA
ihren gefäiniinnen: ^nu werde -ich in ein ander lanl etr-
iribem und gar viretorseHj- 'wir han gneaimen alle die
flnehi und werden u/$ dem kmde wjagit!
Gute frau 546: ^dA kam ero« SaMs und Ere ^ die
wurden sine geverten, die in stt dicke ernerten von aUer
siebte swaere'; 611 :' 'im enschatte euch nBit sAre, daz
wou SmUe und enm Ere sich sin unterwunden, d6 sin
*) die alld. bl. 1, 371 rermutete lesarl 'yrou Muot* findet sich
wirklich MsH. 3, 218ii, faUs den Yanaoteo 768b YolUtaadig^ recht
geachah« doch weifa.ioh den einfaQhen'^weiblicben.'nain^aMttat bis-»
hsr nicht «ifiiuweiien.
846 MILDE. MAZE. MINNE
ftf der ftrAxe ymiden. wnm ScMs lAsle im dia pfant, dar
nftcii versatzle ai ze hant t)rou Ere aber Tfirbaz.' Dietr.
40: 'des hete diu Ere zoo im fluht, durch daz er ir 86
schöne pflac' 105: ^daz er die Ere het ze hte.* Ms. 2^
174': ^erö Ere kumi mit im geranl.' Warlb. kr. cod. jen.
112: *ter Trimme nam an sich die Scham, sam tete diu
Zuhiy diu Kimche, Mitte und Ere alsam, si jfthen das ir
aller Triedel wiere der vürste dA Az Dflringe lani;' aus den
vorhergebenden Strophen erhellt, dafs frau Treue die Anf
andern Trauen anführt und leitet.
Ungeschickt ist es von Otfried, der IV. 29 Karita» im
sinn einer heidnischen norn die tunica des heilands^) hatte
spinnen und weben lassen, dafs er ihr V. 23, 125 fridu
und reht, zwei unweibliche Vorstellungen zu Schwestern
gibt: die lateinischen CaritoBy Pax und JugUäa wfirden das
amt der parzen fügUcher versehn, ihnen eine deutsche
Sippa und Rehtt entsprochen haben: besser weifs sich Ti,
Gap. 133 zu helfen, wenn er Conoordia, Fides, Pudicitia
durch GemriummoHy Triwa, (Muski verdeutscht. Mit diesen
beispielen zeige ich, wie gettuSg schon im 9. 10 jh. solche
personificationen waren; nicht erst von mhd. dichtem brau
chen sie erfunden oder eingeftthrt zu sein.
Schon das ahd. minna ( s. 52 ) konnte nicht aiiein
Caritas sondern auch amor und cupido bedeuten, es gibt
keinen anstoss, dafs bei Yeldek Lavinia und Eneas die
Venus als Mbine anreden (En. 10083. 1094&), bei Hart--
mann, Wolfram, Weither tritt firou Minne leibhaft auf
(Iw. 1537. 1638. Parz. 288, 4. 30. 291-295. Walth.14,10.
40, 26. 55, 16) und Hartmann, der Oberhaupt gern ge-
sprfiche knüpft, redet mit ihr Iw. 2971 ff., was in der
guton frau 328. 346. 380 nachahmung findet, frowe Md%e
erscheint bei Walth. 46, 33; frou Witus Parz. 288, 14.
295 , 8 ; für frau SoMe sind s. 823. 824. für frau Ere
s. 845. 846 beispiele mitgetheitt. Gotfried und Conrad brin->
gen solche personificationen sparsamer an, doch schneidet
Trist 10929 diu Mds^ ein gewand und 10900 gebt die
schöne stelle von Isotens gestalt vorher: 'als si diu Minne
driete ir selber zeime vederspil, dem Wunsche zeinem en-
dezil, dft für er niemer komen kan,' Venus hatte sie sich
zum spielwerk geschaffen, der Wunsch selbst konnte sie
nicht übertreffen. Trist 4807 diu gotinne Minm Parz.
*) die tuniea ineannOHU (giscaföta sia mil filu kleio^n fadamon
ioh ui^nAliH redino« klein^ro garno), nach dem Orendellied toa
Maria gespoooeo, tod Helena gewirkt wo eoUprang dieaer mjrthat?
BHRBOIOnBATiaN' MT
!^ly IT äuck «inoMt fram lAAe neben fron Minne, frani
Ere Maig bei Franenlob : 'dft hAt ereNi Ere ir incflnschel-
niol' 41, 18; *vram ESrm dieiler' 134, 18; 'crom Brem
böte' 194, 8; sie schlierst ^unwtp' ans ihrer bürg (Testen)
«OS, 274, 18 ; "eram ESrm sIrAze' 384, 9. 385, 11.
Im 14. 15 jh. nehmen diese Vorstellungen überhand
und arten in bloTse allegorien aus, d. h. die fraulichen tu-
genden werden sieht mehr einzeln in andere diehtnngen
rar verstflrknng des «ndrneks an rechter stelle, aufgef&hrt,
sondern zum gewebe der ganzen fabel, mindestens tun-
stiadlicher einleitnngen und anfange verwandt. Und doch
ist nicht zu mishennen , dafs in dergleichen fast allgemein
hergebrachten eingängen, die noch Hans Sachs aufserordent-
Kcb liebt^ zuweilen sinnige und glückliche gedenken walten,
daien auch ihre mythische bedeutsamkeit gelassen werden
mnfs. allmälieh waren alle poetischen behelfe so abgenutzt,
die dichtkunst aller einheimischen hebet so entblOfst, dafs
ihr kein andres mittel übrig Uieb; unsere mytbologie wird
darauf zu achten und in einzelnen zOgen nachzuckende
gestalten selbsl ~ der heidnischen zeit zu erkennen haben«
Wenn der diditer sich in waldes eindde verirrt und am
rausobenden brunnen auf ein klagrades frauenbUd stöfst,
die ihm rath und bescheid ertheiH, was ist sie anders als
eine erscheinende Wünschelfrau öder walküre, die dem heK-'
den am waldquett begegnet und einen bund mit ihn schliefst?
auch das , dSifs oft noch zwerge oder riesen als diener
dieser wiUen frauen dazwischen treten und auf engem pfad
zu ihren aufenthalt geleiten, scheint unerdichtei und im
früheren aUerthum begründet
Aus vielen beispielen seien hier nur einige ausgehe«*
ben. Ms. 2, 136^: ^ich kam geriten üf ein velt vür einen
grüenen walt, dft vant ich ein vil sobcen gezelt, dar under
saz diu Triuwe^ si wand ir hende^ st b6t ir leit, sie schrd
vil lAle . . . mtn schar ist worden al ze kleine,* cod. be^
rol. 284 foL 57. 58 : im grünen walde an einer steinwand
banset die Tugend, auf einem hohen felsen, daneben frau
Ere, ihre Schwester; bei der Ere finden sich Treue, Milde,
MmmheU, Warheit und State. Ls. 1, 375 ein liebliches
mfirchen: den dichter weckt eines maimorgens ein heftiger
schrei aus dem schlaf, er springt auf, geht in den wald
und klimmt über jähe felsen j bis er oben in wonnigliches
blumenreiches thal gelangt und im dichtverwachsnen hain
ein kleines wichtel ersieht, das ihn ausschilt und für die
seiner frau zertretnen rosen (wie Laurin) pfftnden will,
doch läfst es sieh hernach beschwichtigen und erzfthlt ihm,
84» PBRBONIFIGATIlQaf
dafo hier aif einer anersteigbereo feMet ftam Ekr€ ifait
fänf jungüratien ihres gesindes wohnen welohe AdeUr^
Sehamiffuniy Zahiliebey TmgenlkiU und Mdseburc (die
alte» Hiltia) Gundia, Dr6t s. 394) heiraen. hs. 3, 83: eine
frau verirrt aich auf einer betfafart ki dem: Waldgebirge
und findet ein blaues bäusMn, in dem eine blattgekleidete
uralte frau sitzt, von der sie freundlich empfangen wU«d.
das mtttierchen nennt sich die aUe Mime nnd trägt neck
die färbe der treue/ jetzt sei es ans der weit verdrängte
denn wandert die pilgerin zu dem zeh 4iet jwm§en Mkme^
die gleich ihrer gespielin der Wankekmi (welcher ««Be
an jen6 Frehmut gemthni) gewürfelt gekleiklet .und ge-*
schäftig ist, männer und frauen in ein buch zn schreibe«
(wie die parze und wurd s. 378) und den neuen weltbravcb
verkündet. ' zuletzt erklärt die alte Minne , einst holFe sie
wieder unter den leuten zu erscheinen um die falsche
Minne vor ofnem gericht ze belangen. IbH. 3^ 437^ steOt
ein lied dar, wie fraiu Ere zu gericht sitzt, lirmiey Milde
und Mannheit zur rechten, Soham^ ZuM und Mafee
zur Imken. P. Suchenwirt XXIY: der dtchler gelangt anf
engen pfide in einen grefoen waM,. wo «n hohes gebirg
auf zu den wölken stieg : bei einer bUe begegnet ihin ein
zwerg, von dem er Auskunft über ein gericht erkält, den
in dieser gegend frau Stäie und GerechHgkeit versitzen
werden, er verfolgt den weg und nahet den geslühl, vor
welchem er «Be klagende Mmme, gefolgt von Mafge, Zuchif
Scham und Bescheidenheit erscheinen sieht und tlu-en
bandel vortragen . und entscheiden hört; des .. lauschenden
aber gewahrt frau Minne. H. Sachs I, 273^: zur maiseit
tief im wald, auf bohem verwachsnem stein begegnet dem
dichter ein rauhes holzweib, das ihn zum thurm^r frau
Mikkgkeii geleitet und ihn dessen gemacher beschauen
läfst, zuletzt aber vor die hohe frau selbst fvHirt, von
welcher er beschenkt wird. Die felsenwohnung im wald*
gebirg si^eint allen diesen erzäblungen beinahe wesentlich«
es sind die burgtrümmer in denen die weifde frau er«-
scheint, es ist der thurm der Yeleda, Menglöd, Briinhild
(s. 86). Lassen sich die geföhrtinnen oder gesiMinnea,
von welchen frau Ehre, gleichsam die höchste tugend von
den niederen geleitet wird, zurückführen auf ein gefolge
von priesterinnen und dienende Jungfrauen aus der heid-
nischen zeit? auf Walküren und botinnen einer göttin?
sogar namentlich kann frau Era, Äi»a (s. 38S) hoch hin-
auf reichen und in jener erzäUung Suchen wirts XXIV, 68
ertönt die bedeutsame lehre 'Are all frouwen ftn 1' (s. 369).
nKSOMFIGATHNI M9
Als gefensirti treten auch nntagenden perfleniflciert
aofi doch Tiei aparsamer and schwächer, weil unser alter««
thum insf emein auf keinen dualisams ausgeht und für alle
höheren wesen die Vorstellung des guten überwiegt« aoch
erscheinen bösartige dämone lieber mftnnlich gedacht, wie
sorOy hafs, neid, obschon im lat. ira und invidia weiblich
sind, odium neutral gebalten wird, wie bei uns das laster
allgemein gegenüber der weiblichen tugend. mir fttllt auf,
dafs sich keine personiEcation des christlichen begrifs der
Sünde bei mhd. dichtem findet, da doch das wort selbst
jener heidnischen Sunja (s. 286. 2S7) verwandt sein könnte,
insofern aus apologie und negation fehler und sünde her«-
vorgeht; die Vorstellung der schreienden Sünden, der tod-
sünden ist biblisch, auch keine schuld (causa, debitnnii
crimen) tritt in person auf und ihre uralte rolle (s. 37ä|
scheint gans vergessen; eher wird die Schande (dedecns)
lur personification neigen. Kaum aber werden unöre, un-
milde, unstete persönlich aufgeführt, blofs üntriimoe be«
gegnet bei Frauenlob 253, 5. 14; frcm Onfuoge wurde
s. 287 nachgewiesen, enthält aber vielleicht die Gefnoge
ursivünglich einen sinnlichen begrif, so fiillt auch jene
nicht in die reihe der Untugenden , sondern beseichnet wie
Unswlde (s. 832. 833) die abwesenheit eines zustandes. In
der bible Guiot (Möon 2, 344) siehn den drei Jungfrauen
OütriU, VMU und Draiiure drei häfsliohe alten IVaisM,
Tpacrisie und Sinumie entgegen; die tugend wird immet
schön und göttlich, das laster häfdich und teuflisch dar*
gestellt.
Von hohem alter ist die personification des ausge-
henden gerüchtes. es lag nahe, dafs man es sich als
göttlichen boten dachte, der durch die lüfte entsandt wurde,
um allem geschehenden au lauschen und davon künde den
höchsten göttem zu tragen, die alles wissen müssen. Den
Grieben hiefs "Oaaa (der schall, laut) /kig ayy^kog IL 2^
93; ooao in ^ioeOA. 2, 282,
"Oüoa ^ag a^^^^sAoc inu natu fiToAfv äytto nivtw,
OA. 24, '413.
ein andrer ausdruck ist ^fMfi^ der. 0a/ifit, der nach
Pausen. L 17, 1 wie dem "EX^ög, der /iidwe und ^Ogfiv
ein altar*in Athen errichtet war; das wort ist mit g>vp'^
9^/«#c wie das lat. fatna mit fari und famen . (in effamen)
verwandt, ich hätte lust das ags, böme tuba dazu zu oehr
men und diese Schreibung der gewöhnlichen b^me vorzu-
ziehen. Da sonst In der edda dieser Fama nichts ent-
spräche, darf ihr vielleicht die göttin Gnä verglichen wer-
Grumms mytkoll S, tmsßabe, 64
83d PERSOfflFKAlIOff. HAERE
den, nach Sn. 88 entsmidet sie Ftigg 'at eiriiNlaai sinam'
in alle welUheile, sie reitet durch lull und meer auf einem
pferd namens Hö/varpmr (hufwerfend ), weder fliegen
noch fahren will sie, sondern durch die lufk gehn, und
▼on allem hochfahrenden gebraucht man den ansdruck
gmefa: auch Golfried stdlt in einem liede gnaben neben
fliegen, fliesen, traben und kriechen. Hdfvarpnfar kann
geflQgelt gewesen sein ^) , den Griechen und Römern war
aber Fama sdbst geflügeU und dies scheint mir aus der
Vorstellung eines eogels zu entspringen, der als göttlicher
böte nachricbten trug : ^e!x ipsa caede f>olucrem nunHum
mittere* Gic. pro Roscio 36 bezeichnet nichts als die sdinellste
meidung, vgl. Pertz 2, 578 ^subito venit nnntius pennigero
volatu.' In unsem Volksliedern thun vögel botendienste
(s. 637) und Odinn hat sich zwei raben zu eignen boten
erwählt; ihr amt durfte aber auch göttlichen wesen zwei-
ten ranges flbertragen werden, wie Zeus Iris und Ossa
sendet und der begrif der enget unmittelbar ans dem der
boten entstanden ist« Tirgils berühmte schilderang det
anfangs kldnen, dann aber schnell zu ungeheurer gröfse
wachsenden Fama (Aen. 4, 173 — 187) mit zahllosen federn,
äugen , ' obren und münden scheint fast aus dem eines
flück werdenden vogels entsprungen, wenigstens drückt sich
der s. Galler mönch bei Pertz 2, 742 so aus: 'cum fama
de mkima meisa (oben s. 647) super aquilarüm magni-*
ludinem excreseeret' und es heifst ^daz miere do tedere
gewan^ wtten fuer ez ze gazzen' Mar. 144; 'alsus fhuk
MorgAnes tot (d. h. die künde davon) als ob er fiOcke
wa»pe.' Trist. 5483 ; ^ein bcese m»re wir! gar schiere vlücke.*
Renn. 18210. Veldeck aber, wo man nacbahmung der
virgUischen stelle erwartet hätte, sagt blofs: 'd6 daz mwre
üf bracht Hbs quam', ^ spramt En. 1903. 1916. 1997
ohne ihm flügel zu leihen, wiewol er es wachsen läfst:
Maz ffMWtf w^eh began' 9185, vgl. Geo. 521 Miu miere
in der stunde (illico) touohsen/ Diese Vorstellung des
fluges genügt den meisten übrigen dichtem: 4eidiu nhmdre,
diu nu fliegent in diu bmL' pf. Chuonr. 7544 : 'daz mare
fiouo dö wtten' Mar. 45 { 'dö daz mtere chom gefogen.'
Mar. 214; 'dö flugen disiu mcßre von lande zf lande.*
Nib. 1362, 2; <dA fiugen diu miere von schare baz ze
schar.* Nib. 1530, I; <ob diz meere iht verre flttge?* Wh.
170, 20; <diu mwre fkigen über daz velt.* Wigal. 2930;
*) wie Pegasus, Tgl. die altböhm. glosse der mater' Terb. 215:
kridlatee (alalusj Pegasui eqaas Neptuni, qai fama interpreUtor,
PBRSONIFiCAiTiaVD^ MAERB «St
'sd daz miBre ie verrer eiiugety s6 man ie mfir gelinget/
Freid. 136, 3; 'fwm^e eU^geni in dip ]fin\.' J[sgrl.n6'«);
auch nrat. dichter Massen dil^ niemate ffem.) fliegen : 'nie-
mare gheeloghen' Florts 358, oft aber, wie Veldeck in
jener stelle, einem aufgejagten wilde gleich iaufenr 'oder
tprmgen: 'die nietnare Uep' Flotts 173; 'die niemare äal
hpen' das. 1295; und hierzu stimmt das dän. 'det sprk^ger
nu saa vide' DV. 1, 63, vielleicht dag ags. 'blied vtde
sprang* Beov. 36, wenn hier blasd (sonst flatus, ahd. plAti
ffir fama genommen werden darf, in seiner oben s. 68
ausgehobnen stelle wird fama gehend und 'gressus suoa
retorquens' gedacht. So lebendig nun diese auffieissungen
sind, liegt ihnen doch keine personification zum gründe,
wie schon das unbestimmte neutrum mcBre, ahd. märi zu
erkennen gibt; das ahd. mftrida, goth. mdrifia (usiddja
mdrij^a is, i^^X&e fj duo'^ awov Marc. 1, 28) würde sich,
ihr eher gefügt haben, mhd. war aber mierde aufser ge-*
brauch, lat. wurde unbedenklich fama beibehalten, z. b.
bei Helmold 1, 65: Mnterim üofol haec fama per unirer'*
sam Saxoniam.' Hartmann personificiert Er 2515 frawe
Melde, ein dftn. dichter des 17 jh. Tybo nennt sie dichteri-
scher Fygamby (aestuans per terram, voii fyge, altn. fiuka|
und gibt ihr einen fiedreham. Nyerup digtek. 2, 185. Ovid
met. 12, 39 ff. legt der Fama ein haus mit zahllosen zo«
gftngen bei und dies ahmt Conrad Troj; 179<' 180« um-
stöndtich nach, stellt aber einen männlichen lAumety ahd;
hliumunt, nhd. leumund auf fgramm. 2, 343. 6raff4,1100),
der mit seinem gesinde gefiedert ist und ausfliegt, und mehr
die auflauschende fama bezeichnet, vgl. goth. hliuma auris
und lAumendmg für Favor N. Cap. 51. solchen männli-
chen Wesen mag der lat. rumor an die seite gesetzt wer^
den, TOn welchem es Isengr. 13 heifst: ^Rumor per saltus
et arvft tonans;' oder der altn. qvittr: 'sft hdUr fl6 t byg-
dam.' fornm. sog. 9^ 237.
*) 'die echtesal tIouo uber'aP, 'ir echte vlouc io die hnC cod.
pal. 361, 37d 38b.
54 ♦
fln MCBimsT
GAP. XXX. DICHTKUNST.
Höre bedeatet aber aidit aUeni fnM
fibvbi md hier bieten rieh andCTe aoch auieheiidere
ieoüettionen dar.
Wir gewahreo, dab wcaen, analall and fUle der poe-
rie wie der spräche aelbst in hohes aüerthnm rcidien, dab
mittel «nd Torsflge beider aUmilich schwinden nnd anF
andemi wege ersetzt werden müssen, die ahe dichthnnsl
war ein heOiges, zn den göttem unmittelbar in besag ste-
hendes, mit weissagang nnd zanber zusammen hängendes
geschaft.
Beror die namen dickier (Dncange s. ▼. dictater) nnd
poet nns ans der fremde zngefahrt wurden, gebrach es
nicht an einheimischen schöneren, anfangs scheinen gedieht
und Yortrag nngetrennt, der Bänger (ahd. sangari, mhd.
senger and smger) ist zoglekh dichter, es wird nicht ge-
fragt, wer das lied gemadit habe. Ufilas tfennt den admp
Kn^ei» (ahd. liodari?) nnd wQrde ihn TieUeicht 'yom
Mggrareis (praecentor) nnterscheiden. auch awiog stammt
▼on atidto^ wie olia von tiifo, das digamma, erkennbar
ans Video and goth. yAit, ist abgefallen, folglich mafs ein
früheres dpeiSu and ipotdog angenommen w^den, singer
nnd göttlicher seher (ftiv^ig, lat vates) staid dasselbe;
ich halte hinzu das goth. inveita (adoro s. 26) , ans dem
begrif des lobpreisens nnd feierlichen singens kann der des
ehrens nnd anbetens hervorgehn. den Slaven heifst slava
gloria, slanti yenerari, siavik der lobsingende, jubelnde
yogel, wie ivjdmr zu aeidm gehört, unser nahtigala zu
galan canere. bezeichnet ioidoc einen sehenden, wissen-
den Sänger, dichter, Weissager, warum hätte nicht ein goth«
inväits, falls es ein solches wort gab, ähnliches dürfen aus«
drücken.
Soll nun die kraft des Schaffens und erfindens, wie
in noifjT'^s d. h. faber ( und auch unser unid galt . vom
fertiger des lieds, ahn. liodasmidr) hervorgehoben werden«
so diente dafGlr das ahd. tcuof^ alts. ags. $edp (s. 379),
das zugleich an den höchsten schöpfer alier dinge und an
die schaffende norn erinnert in altn. spräche kenne ich
kein solches sköpr ^. dafär gewährt sie ein neutrales AdUt
*) BiAm gibt ein neütr. skop (ironia , jooas) skoplegr (ridicnlas,
fait OKMATMocJi wodurch man an dem langen rocal jenet agt. ic6p irre
SGHOPFON& JFBBDDB 85S
das ieli nv uuieher im iriid. nachnwmien sneh* (s. 89.
615) und dessen ursprnng donkel bleibt*). $kdidtkapr ist
poesiSi wie das ags. Mc&peräfL Die romanische dichtknlist
des mittelalters «ntnimmi ihre tedmische benennnng vom
prov. trobar, it. trovare^ franz. troaver**) finden, erfinden,
nnd der Iro&oir», tveoiare^ Irauomre ist erfinderisch, wie
der scnof schöpferisch. Bigenthümlich steht das ags. gid,
gidd (canUis, oratio) Beov. 2124. 3446. 4205. 4212. 4304.
4888; giddian (canere, fari) Caedm. 127, 6. cod. exon. 236,
8. Reo Y. 1253; gidda (poeta, orator) vgl. gidda snotor
El. 419, giedda snotor cod. exon. 45, 2. 293, 20. Leo bat
es in dem ir. cit, git (carmen, dictum) nachgewiesen**^.
Berühmt ist das celtische bard, ir. bard pl. Imird,
wolsfa bardh, schon Festus: ^bardui gallice cantor, qni
yiroram fortinm landes canif; Lncan. phars. 1, 447: 'pln-
rima securi fndistis cannina bardi; bardaea oder bardala
(Dacange s. v.) hiefs die lerche, gleich itfiAv^ nahtigala
nnd slavik Sängerin, kein denkmal überweist der deutschen
spräche oder sitte solche barden.
Gesang, spiel nnd tanz erfrenen (ts^ not;off) der men-*
werden könote, Hai doch BeoT. 179. 987. 2126 einen edlen, ernsten
diebler bezeichnet, obgleich sonst anch einen comicas, scenicns. dai
ahd. salmscöf ist psalmista und die Schreibung scof , scoffes (neben
scaffiin scnofi) bei Isidor widerlegt nicht den langen roeal, da in
diesem denkmal Uonio, blostar t blnomo, blaostar rorkommt doeh
wörde erst ein ahd. no in icaof, das ich nicht nachweisen kann, . al*
len zweifei tilgen, die glosse scof nubilar Tel poesis scheint zwei
nnTerwandte Wörter, die sich quantitatiT sondern, zu Terknupfen:
scop tuffurinm, nhd. Schoppen nnd sc6ph poesis.
*) ama. ist akllda, achwed. shilla, din. skoide, nnl. scbonden
^brare» wosn das frans, eschaader, tehander, mlat eicaldara (Da-
cange 8. T.) die haare abbrühen stimmt. skAId wire also depilis,
glaber (auch engl, scald), kahlkopf, entweder greis, alter sfioger, oder
weil sich dichter das haar scheren ? selbst scaldeih könnte eine nn-
belaubte eiche bezeichnen.
**) da keine lat wurzel Torhanden ist, darf man das dentseh«
treffen, alla. <farepa, das eigentlich schlagen, berühren, in antrefieo
aber auch finden ist, Tergleichen. die goth. form könnte dropan gewesen
sein, wie treten trudan lautete, und so TCrständigte sich das roman. o.
***) malb. gl. s. 49, Tgl. ir. ceat canere, carmine celebrare: die
frage ist, ob ungeachtet dieser celtischen Terwandtschaft der ai^sdmck
anch in andern deutschen dialecten zu finden sei. man durfte ans
altn. ged (mens, animns) ahd. ket, keti, keti, ketli Graff 4, 144) den-
ken nnd die semination der lingualis wie im ags. bed, bedd, ahd. petti
(goth. badi) oder im ass. biddan, ahd.pittan (goth. bidjan) fassen, die
bedeatnng wire gedSehtnis, erinnerang; sedspeki Sftm. 33b ist die
Ton diebtknnst unzertrennHcfae Weisheit der alten zeit, tadelhaft schehit
die ags. schreib onggjd, gyddiaa; in. giedda ist der roeal gohoochski.
8S4 DICHTKUNST
ichea herz, sind die sierde des mMs (i^m^iiiA^t^a iaiwa
Od. 1, 152. 21^ 430), kummer stillend und bezaubernd
iftgütwv &eXHv^^ia Od. 1, 337). selbsl der kranke gott
stieg Yom himmel herab und liefs sich durch die lieder
der Sänger erheitern (s. 307). Die diohtkunst heiTst dämm
die frohe kimsi^ gesang die freude und troMe. bekannt
ist das gai saber der trobadore, und joculatory joglar, jong«
leur aus jocus, joc, jeu spiel , scherz abzuleiten, abier
schon den Angelsachsen war lied und spiel gko (gaudium,
engl, glee) vynn (wonne) oder dredm (jubilum): ^scöp hvl-
ium sang hftdor on Heorote, fia vfis bfile^ dreäm.' Beov.
987 ; ^gidd and gleo' Beov. 4205 werden verbunden , der
gesang ist healgamen (aulae gaudium), die harfe heilist ga*
menvndu , gleobeim (frendenfaolz , freudenbaun) ^ spielen
und singen ^gomenvudu gr£tah' (gröTsen,' rühren, erregen)
Beov. 2123. 4210; 'gleobeäm gr^tan' cod. exon. 42, 9;
'hearpan grdtan* cod. exon. 296, 11; %earpan vynne grd*
tan* Beov. 4209; aufser grdtan wird wecan (d. i. recan,
eiere, excitare) verwandt: ^gid vrecaa' (cantum excitare)
Beov. 2123. 4304. 4886; <gid ftvrecan' ()ied erwecken)
Beov. 4212 ; ^vordgid vrecan' Beov. 6338 ; ^geomorgidd vre-
can' Andr. 1548. gleoman, gligman ist spielmann, gkocräft
die fröhliche kunst, lied und spiel. Ich will eine merk-
würdige einstimmung der finnischen poesie anführen, zwar
Iieifst das lied runo, der dichter runolainen, runoan dich-
ten und singen, der gesang laulu, der Sänger laulafay lau-
ten ich singe; in den epen aber finde ich ih (gaudium)
vom gesang und teen iha (gaudium cieo) vom singen ge-
braucht *)•
Was so hohe bedeutung hat kann nicht unter den
menschen selbst entsprungen sein, mufs als himmlische gäbe
angesehn werden, dichten und singen ist von den gOttern
eingegeben, der Sänger gottbegeistert : &iantg aotdij Od. 1,
328. 8, 498, aoid'^ &€aneaiij H. 2, 600, &ianic uotdog
Od. 17, 385, o Hav xignfjaiv dnimr^ die obersten götter
zeigen sich als bewahrer' und pfleger der göttlichen kunst.
bei den Griechen Zeus und Apollo, bei uns Wuotan uno
Bragr, bei den Finnen Wäinämöinen. Saga war Wuotans
tochter (s. 287) wie die Muse des Zeus; der Freyja gefiel
minnesang: henni Itkadi vel mansöngr.' Sn. 29.
Die edda liefert einen reichhaltigen mythus von der
*} •teheiil iiin iloa* Kalew. 22, 236, der vater (d. i. der gott
WliDlmdioeo) machte, weckte freude s=i lang; 'je kiwi ilo ilolle*
22, 215 freude kam lur freude 8=: erachell geaaog.
TRANE 8BS
diehdiQiisl iirs))niiig Sti. 8t~87, aif welehen ftllere tiiq»ie«-
lungen schon, io HAvamal 8mm. 12. 23. 24 anautreffen afad.
Biflst aohloasea die Aeair und Yanir frieden and beaeicb^
neten ihn so, dafs sie von beiden seilen an ein geßrs trau-
ten und darin ihren speichelt) fallen liefsen, wie sonst
sflhne und band duroh blatmischnng geweiht wurde (RA.
193. 194); der beilige speiohel. steht hier dem blute gleich
und wird sogar in blut gewandelt , wie der verfolg aas-
weist, das friedenszeichen (gridamark) sollte nicht verloren
gehn und die götter schufen aus dem speichel einen mann
namens Kodsitj das weiseste , verständigste aller wesen**).
dieser Kvftsir zog weit durch die weit and lehrte die men-
sehen^ Weisheit (frOBdi, ahd. frnolt). als er auch zur Woh-
nung zweier zwerge Fialar ond Galar (ahd. Filheri| Kal«-
heri ?) kam , erschlagen ihn diese und Befsen sein blut in
zwei gefäfse und einen kessel rinnen, welcher Odbroerir,
die gefäfse S6n and Bodn genannt wurden, die zwerge
mengten aber das blut mit honig und daraus wurde ein
kostbarer raeth***), der jedem , wer davon kostete , die
gäbe der dkhtkunst and Weisheit verlieh: er wurde skäU
oder frasdamair (wdser mann), eine spur dieser biutho-
nigtonne bei den zwergen ist s. 436 aufgezeigt
Fialar und Galar suchten den nord zu hehlen and
gaben vor, Kväsir sei in der fülle seiner Weisheit erstidit;
e^ verlautete aber schnell, dafs sie im beätz seines blutes
waren, bei einem handel, den sie mit dem riesen Suttftngr
hatten, wurden sie genöthigt den theurenmeth diesem aU
wergeld fittr die. tödtnng seines vaters herauszugeben. Sut*
tftngr verwahrte ihn sorgsam in Hnitbi5rg und setzte ihm
Gannlöd, seine schöne tochter zmr hüterin.
Die götter mästen alles auftieten sich in den wieder-
besitz des heiligen blutes zu setzen. Odimi selbst kam vom
himmel auf die erde, er sah neun knechte heu mähen und
fragte ) ob sie ihre sicheln gewetat haben wollten? ab sie
*) hrdki, Tielleicht hesser brski, ist eigentlich auswarf des raehens,
ahd. nracho, wie ags. hraca beides guUur und tussis, Sputum aus-
drückt, Tgl. ahd. hrachisön screare, franz. cracher, serb. rakati.
**) die sehöpfting aus speiohel und blut gemahnt an den schnee
und das blut in märchen, wann die mutter sich kindcr wünscht, an
das sohoeekind im modmi liebino, und an den Ursprung der riesen
aus reif und eis (s. 498. 528). auch Aphrodites zeugung aus meeiv-
schaum gehört dahin.
*^^) inn' d^ miötfr, ein teebnlseher auch S»in. 23^ 28* wieder-
kehrender ausdrack. '
es« DICWTKDNST
€8 bejahten I zog er einen wetsetein*) ans den gfirlel und
wetzte; weil die sicheln nun schärfer schnitten, feilschten
die mäher um den stein , Odinn warf ihn in die Infi, nnd
indem ihn jeder fangen woUte schnitten sie einander mit
den sicheln die hftlse ab ^^). Odinn kehrte nachts bei einem
andern riesen, dem brnder Suttungs, namens Bangi, ein,
der ihm verdriefslich erzählte, dafs hente seine neun knechte
umgekommen seien und er jetzt keine arbeiter habe. Odinn
nannte sich Bölverkr und war erbötig nenn männer arbeit
zu übernehmen, wofür er sich nichts bedung, als einen
trunk ans Suttungs meth*^*). der meth, sagte Baugi, ge-
höre seinem bruder, doch wolle er bei diesem versuchen
den trunk zu erlangen. Bölverkr verrichtete nun im som*
mer die neunmännerarbeit und forderte im winter seinen
lohn, beide fuhren darauf zu Suttung, der aber jeden trum-
pfen meths weigerte. Bölverkr meinte, hier müsse list ver-
sucht werden, was auch Baugi sich gefallen liefs. Da zog
Bölverkr einen bohrer namens Bati f ) hervor und verlangte,
dafs Battgi damit den berg durchbohre, welches dieser dem
anschein nach that; Bölverkr blies ab^ in das gebohrte
loch und die späne flogen ihm entgegen, woraus er ent-
nahm dafs Baugi mit trug umgehe, er liefs ihn also zum
andern mal bohren und blies, da flogen die späne hinein.
Jetzt wandelte sich Bölverkr in einen wurm und schlof
durch das gebohrte loch, Baugi stach mit dem bohrer nach,
fehlte ihn aber« Bölverkr brachte im berg bei Gunnlöd
drei nachte zu und sie gelobte ihm drei tränke des meths:
im ersten trunk trank er Odhrcerir leer, im andern Bodn,
im drftten Söa, und so haite er allen meth. Da nahm er
adlergestalt an und entflog auf das schnellste, Suttung
folgte als zweiter adler nach. Die Aeshr sahen 0£nn ge-
flogen kommen und setzten gefttfse im hof von Asgard aus,
da spie Odinn von Suttung gedrängt den meth in die ge-
fftfse, der also wieder zu speichel wurde, was er anfangs
gewesen war ff). Den meth aber gab Odinn den Äsen und
*) kein, ags. hin, engl, hone, ichwed. hen, sanskr. B*Ana.
**) gemahnt an dr Fanst, der lieben trunkenbolde so bethörte»
dafs sie sieb gegenseitig die nasen abschnitten. '
***) Odinn tritt hier auf in der weise des starken Hans (Km. 90)
oder Siegfrieds beim scbmid.
f ) dessen aach Sssm. 23^ gedacht ist, offenbar Ton rata permeare,
terebrare, gotb. Trat6n, ao dafs er auf goth. Vraiü heifsen wnrde.
f 4-) hinzugefügt wird : en bonnm rar f>a stI nnr komit at SoUAngr
mnndi nl honum , at bann sendi t^ nman miöäimn, ok yar |»ess
ecki g«tl: hafdi ^al byerr er Tildi, ok köllum Ter j^t skiJdflfl« lat
TRAHK Wl
den mMfldiMy die dichten können, darang erldftren riUi
wechselnde benenhnngen der dichtkonat: sie heifst KtäriM
bUH (Kt. ssnguis), doerga drecka^ fyUi (nanorum potus,
satietas), OArarts, Boinar^ 86nar laug (O. B. S. aqua),
BmMarga kmg (Hn. aqna), SuiHlngs mtdA* (S. molsttm),
Odms fengr, fimdr, drgckr (Odini praeda, in?entio, potasj,
(Mmis giöf (Odini donnm) , dryekr Asatina (Asarnm potnsj.
Unter diesen namen sind einigte gar werth näherer be*-
lenchHing. BoA^ wird ausgelegt oblatio, Sdn recendliatio,
beide können wenigstens als sich die zwerge ihrer zuerst
l»edienen einen solchen sinn noch nicht haben, bei bodn
wflre leicht an das ags. byden, ahd. putin (Graff 3, 87)
zu denken; s6n stimmt allerdings zum ahd. suona (emen-
datio), nicht zum goth. sAm (lytrum). Sern. 118^ 234«
steht Stear dreyri im sinn von sühnungsblut , sftnar dreyri
(vgK sönar göltr s. 45). deutsamer und wichtiger ist die
benennnng des kesseis, der wir auch S»m. 23^ 28* 88*,
in der letzten steHe mit richtiger Schreibung begegnen, um
das wort auszulegen murs ich anführen, dafs ein goth. ad|.
tA|>8 duicis dem ahd, wuodi, alts. w6thi, ags. v6de ent-
spricht, das bald von der sOisigkeit des geruchs bald des
tons gilt, ags. ^STftg fifts vMan sanges', sonus didcis can-
tileme. aber noch mehr, das ags. subst. vöd (m.) ist Car-
men, facundia: v6da vynsumast, Carmen jucundissimum,
cod. exon. 358, 9; vAda vlitegast, Carmen pulcherrimum
El. 748; YÖd Vera, prophetia worum Ciedm. 254, 23;
v6dbora (carmen ferens) bald poeta cod. exon. 295, 19.
489, 17, bald wator, pro|Aeta 19, 18. 346, 21; vitgena
▼ddsong cantus prophetarum cod. exon. 4,4; vddcrfift
poegis cod. exon. 234, 30. 360, 7 jenem scdpcrfiil und
(aalorom poetarnm jpartem) oder wie eios andre hs, cibt: en §mmm
rmpH kann Ofilr, hafa ^al skAldllfl , ok heitir aroar leir (habent id
mall poetae et dicitur aquilae luturo), weil Odion al« adler flog.
BeTor AthaoaBia bei Marl. Gapella der Philologie dai immortakkUU
foeyhim reicht, leoiter dextert cordis ejui pnlsam pectatqne per*
tnwtat» ae naaeio qua intim« plenitudlie diatentnm magno cum tar-
göre respieiens, 'nisi haec', inqnit, 'quibos plennm pectus geris,
coactissima egettiobe Tomneris forasque diffuderis, immortalitatis se-
dem nnllatentts obtinehis.' , at illa omni nisu magnaqoe tI quicqtdd
inira peehiB setueraif eoameial. Tuno Yero illa tunuea ao vomUio U-
borata in omnigenam copiai conyertitor litteraram • sed tam
talia virgo andanter oTomeret, puellae quam plurea, qoarnm artes
aliae, aliae dictae sont disciplinae, sabindfi ffim« tirgo ex ore diffwU-
rai, eoüigebatU, in tonm unaqnaeqne Ulamm neceiiarium usnm fa-
cnltatemi|ue corripieni. Was für die unsterblicbkeit noch tu grob
aehien wird hier top der gottetbraol aasgespiea grnndlage OKiiwoh-
lieber wiMenachaliU TgL Aeüan T«r. bist 13, 22*
866 digbtkunst
gleocräft gleichbedeatend ; yyttlioa TAdgiefta^ j#€ttiidiiai poe^
seos donum cod. exon. 414, 10 ^ auf die firoke kuiwt wie
auf Odins gäbe bezüglich, mag nun in vöd selbst die vor^
siellang des sttfsen, sanften liegen, oder diese erst in dem
abgeleiteten adj. sich entfalten, welches richtiger scheint,
da YÖd in einigen stellen des cod. exon. 118, 4. 125, 31.
156, 8 auch einen lauten schall, elamor ohne allen besag
auf ein lied bezeichnet; klar ist, dafs ihm das altn. Adr
(masc.) entspricht, welches sowohl poema als ingeniom, fa-
cundia ausdrückt in jener bedeutung begegnet es blo6
zufällig dem lat. oda, gr. wdrj (Terkürzt aus doid^) wie schon
das abweichende genus erkennen Ufst. merkwürdig wird
Saem. df^ bei erschaffung von Askr und Embia gesagt, da(s
ihnen HcBnir den mangelnden öd verliehen habe, was ich
s. 527 Vernunft übersetzte: richtiger wire vielleicht rede,
gäbe der rede*)? wie dem auch sei, Odhr€mr scheint deut-
lich poesin ciens, duleem artem excitans, was überraschend
zu jenem ags. gid vrecan oder dem jinn. teen iloa stimmt,
'hroera, ahd. hruoran, mhd. rüeren isttangere, eiere, und
der kessel würde ahd. Wuodhruori, ags. Vödhrdre g&-
heifsen haben. Odr^ Freyjas gemahl (Siem. ^^ Sn. 37),
den sie in der weiten weit aufsuchte und mit goldnen thrfti-
nen beweinte, könnte personification der dichtkunst sein **),
war Odr eins mit Ke&sirj der die weit durchzog und von
den Zwergen ermordet wurde?
Odhro^r enthielt also den süfsen trank göttlicher
dichtkunst, der Unsterblichkeit verlieh, und aus dem bestre-
ben der götter, namentlich Odins sich ihn wieder wl ver-
schaffen, nachdem er in die bände der zwerge und riesen
gerathen war, ergibt sich seine, identität nut amrita, ambro-
sia und nectar (s. 294. 296); der göttliche ichor ist dem
lauteren speichel der Äsen und Vanen ähnlioh.
Die reine noch aus dem paradies verbliebne biene***)
trägt honig des gesanges dem schlafenden in den mund
(s. 659).
Es zieht mich an noch andere sagen zusammensu«-
*) hier wie aberall wird die alta. mundart tu rergleicben dadurch
UBsieher, dafs sie in and aaslantend d mit d Yermenfgt bat.
**) die in der vorigen note herrorgehobne Schwierigkeit hfilt mich
ab zu untersuchen, ob Odr mit Odinn yerwandt sei; ags. scheiden
sich V6den und TÖd (raües) Yon ybd (poesis) rgY. oben s. 120.
***) ancient laws of Wales 1, 739: der bienen Ursprung ist aus
dem paradies, um die sunde der menschen terltefsen sie es und
gott gab ihnen seinen segen ; darum kann die messe nicht gesungen
werden ohne wachs«
EINGEBUNG BS9
«iailfin, wi^ grofMi diditem die eimfebutig des liedes über
nacht im schlafe gelioinmeo sei, wa$ yon Pindar wird auch
y(m Homer und Aeschylua in andrer weise erzählt.
Vor Homer soll Helena erschienen sein: Xiyova$ di
9ipes »Ol twff'OitifjQidwv WC inta%iaa (EXivfj) t^s vvxtog
^O/ti'^QUi ngoad'ictie non!r ncf^l %wv atgatevaa/uiviDV inl
Tgolop, ßovXofUvTj %qv iH$tpoiv &ivatop i^Xm%o%6gov fj
%ov ßiop wp aXXwr Hatuaz^oai, nal ititQos f^iv ti äia
%fiv O^^Qov ^ix^ip^, pdXiata ih Ai fmvTi^p ommg ina-
(pgo8i%ov ita\ nctgd "niatv oro/iiaat^v tivtov ysvdo&'ai ii^v
noifjoiv. Isocrates *EX. iynwßuov (oratU att. ed. Bekker
2, 245).
Dem Aeschylus oiFenbarte sich Dionysus: €<pfj dh Jl^
apAo^ fiCiQdxiov wv KU'd'evdeiv iy dygü fpvXdoawv ova-
fvXdc xäi ol //lovvaov intaTdv%a neXavaai vgoyipdiav
noißlv» (Sg 8h ^v ^/uga {nei&Mo&ai ydg i&iXstv) g^ora
fjifj netgw/ijtßWG noulv* ov%os /tihv ravrcc iX^yiv. Pausa-
nias 1. 21, 2. gao%ay wie es yon den göUern h^la heirst
(s. 297).
Aeschylus hütete des Weinbergs^ deutsche hirten wei-
deten Schafe oder rinder, als die gäbe Wuotans ihnen
nahte.
Hallbiörn wünschte das lob Thorleifs eines verstorb*
neo Sängers zu dichten und vermochte es lange nicht, bis
ihm bei nächtlicher weile Tborleif erschien, die zunge löste,
und verschwindend noch an der Schulter sichtbar wurde
(8. 303). fomm. sog. 3, 102.
Der heidnische mythus fand auch auf christliche dich-
ter seine anwendung. ein armer hirte vernimmt im schlaf
eine stimme, die ihn auffordert ungesäumt die heilige schrifl
in sächsischer spräche zu dichten } des sanges vorher un-
kundig verstand ers von diesem augenblicke an und voll-
zog den auftrag. opusc. Hincmari remensis. Par. 1615
p. 643. Ausführlicher meldet ähnliches von dem berühm-
ten ags.. dichter iüaßdmon Beda bist., eccl. 4, 24*). allen
diesen dichtem gelingt frühmorgens beim erwachen das vor-
her ungeübte Geschäft.
Aber nicht allein das dichten selbst geht von den gOtr
tern aus, sie ersinnen auch die loeribseti^e, auf welchen zu
dem Hede gespielt wird.
Apoll, der bei Homer die phorminx spielt, soll nach
Callimachus die lyra mit sieben saiten bezogen haben; er-
findung der lyra wird jedoch dem Hermes beigelegt, der
*) fran Aventiiire t. 38. 29.
860 DtCHTKÜIfST j
sie Apoll schenkte, dies ist fttr uns bedeutsam, da Wuo«-
tan auf Hermes und Apoll bezogen werden darf, so dab
jener überwiegt, das erfinderische ist ein zeichen Mercsrs,
und kaum zweifle ich, dafs in unserm alterthum wie Wuo-
tan Schrift und roafs so auch irgend ein den gesang be-
gleitendes Spielwerkzeug erfunden haben werde.
Darin bestärkt die fünfsaitige harfe (kantelo) der Fin-
nen, deren erfindnng ihrem höchsten gott Wdinfimöinen
gehört, und er vertritt überall unsern Wuotan. zuerst bil-
dete er kantelo aUs eines hechts gräten und als sie ins
meer gefallen war zum zweiten mal aus birkenholz, ihre
schrauben aus eichenast, ihre sailen aus eines mfichtigen
hengstes schweif. So hatte auch Hermes die chelys [schüd'
kröte) ausgenommen und mit saiten bezogen (hymn. in
Merc. 24 ff.]. Schwed. und schottische Yolkslieder erzählen
wie ein spielmann aus dem brwibein einer ersäuften Jung-
frau eine harfe, aus ihren fingern die schrauben , aus ihren
goldgelben haaren die saiten machte und der harfenscUag
die mörderin tödtete. sv. folkvisor 1, 81. Scotts minstr. 3,
81. Ein kindermftrchen no. 28 ififst aus dem knocken ei-
nes erschlagnen eine hirtenpfeife werden, die so oft sie
geblasen wird die begangne unthat aussagt; ähnliches steht
in einer schweizerischen sage von einer flöte (Haupts zeitschr.
3, 36.) Die gewalt des spieis und gesangs wurde daraus
erklärt, dafs man den Werkzeugen übernatürlichen Ursprung
beimafs und sicher brachte das höhere alterthum götter
dabei in rechnung.
Wenn Wäinämöinen seine harfe rührt, lauscht ihm die
ganze natur, alle vierfttfsigen thiere des waldes laufen herzu,
alle Yögel kommen geflogen, alle fische im wässer fliefsen
heran, aus des gottes äugen dringen thränen der wonne
auf die brüst, von der brüst auf die knie, von den knien
zu den füfsen, netzen ihm fünf mäntel und acht rocke,
seine thränen wandeln sich in perlen des meeres. Kale-
wala rune 22. 29. Solche thränen yergiefsl Freyja (grät-
fögr s. 301), die gesangliebende, dem Odr vermählte; im
kindörmärchen haben glückliche Jungfrauen die gäbe rteen
zu lachen, perlen zu weinen.
Auch dec Strömkarl bricht in weinen aus, wenn er zur
harfe singt (s. 462). Wie aber die gesamte natur, belebte
und unbelebte, ihr mitgefühl an den klagen der menschen
bezeigt (s. 613), so wird erzählt, dafs bei dem bezau-
bernden albleich (s. 439) der ström sein rauschen einhielt,
die fische in der flut schnalzten, die vögel des waldes
zwitscherten. Mächst den göttem scheiaeD dbe und
HBKDENft&NGBR 861
wafsergeisler in dfe geheimiiisfle der mosik eifigwireiht und
der sanglehrende Enikarr berührt sich mit Odiao selbst
(s. 467).
Von den göttem gieng sodann die gäbe des lieds auf
einzelne beiden über, t»d die wirknng ihres gesangs wird
in gleieher weise geschildert zwei beiden d«r deutschen
Mge rag«i als sftnger Tor^ Iforon/*), Yon welchem es
6ndr. 388. 389 beifst, dafs er alle menschen, gesunde wie
kranke durch seine lieder fesselte , und
diu tier in dem walde ir weide liezen sMn,
die wttrme die dft selten in dem grase gdn,
die vische die dA selten in dem wAge Tliezen,
die liezen ir geverte.
des Hiarrandahliod gedenkt saga Herrauds ok Bosa (for-
nald. 8$g. 3, 223) neben dem entzückenden g^gjar slagr
( harfenschlag der riesin). Den Nibelungen fiedelte held
VolUr (Folhheri):
under die tttre des bAses saz er fif den stein
kttener yideliere wart noch nie dehein:
dA klungen sine selten, daz al daz hüs erdAz,
rtn eilen zuo der fuoge diu wArn beidiu grAz,
sflezer unde senfter gtgen er began:
do entswebete er an den' betten vil managen sor-
genden man.
In der griech. mythologie haben Orpheus und Amphion
des sanges gewalt. Jb^ian sang, dafs seiner leier die
steine folgten und sich zur mauer fügten, dem Orpheui
giengen felsen und bäume nach und die wilden thiere
wurden ihm zahm; selbst die Argo lockte er vom land in
die flnt und schläferte drachen ein (entswebete). da gleich
ihm HermAdr den gung in die unterweit thut, und gerade
um Haider alle wesen weinen, sollte man meinen, auch
HermAdr könne durch gesang und spiel auf sie gewirkt
haben, wovon uns aber nichts überliefert ist.
War nun die dichtkunst den menschen mit den göt-
tem gemein, Ten gOttern erfunden und übertragen worden,
so folgt nothwendig, dafs sie dem alterthum auch für ein
amt und geschfift der priester galt und die begriffe von
priester, Weissager und dichter an einander rührten, hier-
bei lege ich einiges gewicht auf das vorkommen des ags.
namens bregoeine (s. 82. 215), der einen diener und freund
des dichtergottes anzuzeigen scheint, wie wir noch heute
■
*) Bemal, agt. Haairanda, alto. Hiarrandi» TgL grann. 1,3.^»
s. f. d. a. 2, 4. * .
862 DICBTKÜNST ::
den sftnger einen frennd oder gttnstling der Mnsen nennen.
In lindern und Zeiten, die der dicbikunsl hold waren^
darf man auch den Sängern, namentlich den höfischen ei-
genthttmliche tracht, gleich den priestern, zutrauen; hier
sind zumal die nachrichten belehrend , welehe ons die wei-
achen geaetze Aber Stellung und Vorrecht der barden am
königshofe liefern, alle nordischen sagen bezeugen, in wel-
cher ehre die skalden gehalten wurden, den dichtem des
mittelalters widerfuhr an romanischen und deutschen ffir-
stenhöfen Ähnliche auszeichnung, und eine ge'taaue Unter-
suchung dieses anziehenden gegenständes könnte noch in
den jüngeren gebrauchen vieles hervorheben, was schon in
der ältesten zeit seinen grund hat*).
Zu beachten sind äufserungen mhd. dichter, worin die
kunst des gesangs nicht als angelernt, sondern angeboren,
d. h. von gott eingegeben, dargestellt wird. Heinrich von
Horunge 1, 53" sagt: ^wan ich dur sanc bin ze der werlte
geborn,' gesang ist ihm auferlegt, seine bestimmung. Walth.
26, 4 in bezug auf gott: ^stt ich von dir beide wort hdn
unde wtse.* im Wartb. kr. jen. 102 : ^gab iu got sinne und
sanges Site.' noch die späteren meistersftnger drucken sich
darüber aus: 'es trieb der heilig geisl idso zwölf männer
froh, die fiengen an zu dichten.' warum sollten heidnische
dichter nicht ebenso ihre gäbe auf Wuotans meth zurück
geführt haben ?
Auch die toeUgesänge scheinen aus der dniachsten
natur der poesie selbst hervorgegangen. Wie weise männer
des alterthums ihr wissen einander abfragten, beiden die
kraft ihrer waffen aneinander prüften, sangen auch hirten
und dichter um den preis des liedes. Odinn wollte die
Weisheit (ordspeki) des klugen riesen; Vthgfiörr die des
klugen Zwergs erkunden^ der blinde gast**) die des königs
Heidrekr ; da werden lieder gesungen und räthsel vorge-
legt, Vatfirüdnir bedingt ausdrücklich 'höfdi vedja vid
scolom höllo t, gestr, um gedspeki' S«m. 33^ ums haupt
soll gewettet werden wie sonst beim streit künstlicher
*) Niebahr ia der vorrede tu Merobaades sagt: quem tHorem
ewonandorum poetarum cum poesi ipsa, cui semper aliquis bonos
mansit, etiam rudibus, quae secuta sunt, saecalis perdarasse arbilror.
woza aber yod Römern herleiten , was schon der eignen vorzeit in
brauch gewesen sein mag, da könige, richter, priester, beiden and
Singer kram and binde tragen ood selbst die volkssSnger sich ihren
könig wählten.
^ **) d. i. Odinn selbst, zu dessen blindheit die der alten sfinger
stimmt der äugen terlust stSrkt die kraft des gedichtaisaesy er be-
flhigt and nöfkigt lu singen.
/ .WETT6ESAN6 ' 86»
sehmiede oder* Schachspieler« Auch in dem hrieg der
Singer auf Wartburg wird das leben eingesetzt: Hin wir!
gesungen dne vride . • . stempfei muoz ob uns nu beiden
stfln aihie mit sfnem swerte breit, er rihte ab unser eime
in roubes site dem man valles jehel' als rfluber mit dem
sehwert soll der erliegende gerichtet werden, nicht der
geschichte, der sage flillt diese begebenheit anheim, a^ber
sie lehrt uns, mit weichem ernst man die dichtkunst ge-
wohnt war anzttsehn.
Hier sei auch des weitverbreiteten mythus gedacht von
dem dichter, der sein eigenthum gefährdet sieht, weil das
gedächtnifs eines andern sich seiner lieder bemächtigt hat.
was zwischen Virgil und Bathyll ergieng wird verändert
von Arnoldo Daniello und einem Jongleur (Diez leben der
tr. s. 352) berichtet, aber schon von dem indischen Kali-
dasa, dessen gedieht vier brahmanen auswendig gelernt
hatten. Dieser Ealidasa und Yalmiki galten für incarna-
tionen Brahmas selbst; was konnte das ansehen der dichter
fester stellen, als dars sie ein avatära des erhabnen gottes
gewesen sein sollen?
Mit den göttern theilen göttinnen, mit holden und
priestern weise frauen macht und einflufs. unter den asin-
nen wird Saga Sn. 36 gleich nach Frigg, Sn. 212 neben
Sdl genannt, ihr aufenthalt heifst Sökqeabeckr, der sinkende
bach, eine grofse, geräumige statte, auch Sagones (nes
Sago) Sern. 154^ scheint von ihr den namen zu haben.
Söcqeabeccr wird Ssdxn. 41" als ein ort geschildert, wo
kalte wogen rauschen, da sollen 0£nn. und Saga alltäglich
froh aus goldnen schalen trinken. Das ist der Unsterblich-
keit, zugleich der dichtkunst trank. Saga mufs entweder
als gemahlin oder tochter Odins aufgefafst werden, in einem
wie dem andern fall ist sie ihm als gott der dichtkunst
identisch, den Griechen war die Musa tochter des Zeus,
oft aber wurden drei oder neun Musen angenommen, . die
sich weisen frauen, nornen und Schöpferinnen gleichen und
an quellen oder brunnen hausen *). die kühle flnt eignet
sich fär schwanirauen , des Wunsches tochter. Saga kann
nichts anders sein als sage und erzählung, das personificierte,
göttlich gedachte maere (s. 850).
Unsere dichter de^ Jß jh. personificieren die ftventiure
und lassen eine frau AßenHure gleich der norn über
*) altböhm. glossen bei Hanka 55^ wodna masa (Jungm. 5» 147]>
ist das waiserfrau, qaellfrau?
96|r DICHTKUNST. SAGA
land sü der hfltte des sftngers ziehen, wo sie aaUopfen
und einlafs begehren ^. noch heute erzählt man wie
das märlein von haus zu hause wandert, wenn die
reihe des erzfthlens von einem an den andern gelangt
Suchenwirt no. XXV stellt eine erscheinung der frau Aoen^
Hure im wald auf blflhender aue dar, sie war als firam
Ehren böte durch das land zu kOnigen und forsten ge-
wandert und stattet bericht ab; einen goldnen ring an den
finger steckend yerschwindet sie. Zu. bemerken finde ich
noch, dafs mnl. dichter die aventure persönlich im sinn
der mhd. frau Saelde verwenden; ^die Äveniure wacht*
Maerl. 2, 14; ^dat rat van Aeenturen\ Rein. 6183, ganz
wie diu S»lde wachet, Saiden rat (s. 824.825). ich wüste
nicht , dafs ihnen dabei romanische gedichte zum vorbild
dienten.
Jenes wechselnde erzählen und umgehn des mfirchens
oder der sage war schon römischer, griechischer brauch,
wie aus Ovids met. buch IV zu ersehen ist, wo die Hi-
nyaden unter dem weben und spinnen sich durch erzäh-
lungen die zeit kürzen, 39:
'utile opus manuum vario sermone levemus,
perque tices aliquid, quod. tempore longa videri
non sinat, in medium vacuas referamus ad aures.*
dicta probant, primamque jubent narrare sorores.
dann 167: desierat, mediumque fuit breve tempus, et orsa
est dicere Leuconoe, vocem tenuere sorores.
274: poscitur AIcithoe, postquam siluere sorores.
es war aber des Bacchus feiertag, der priester hatte ge-
heifsen ihn zu begehn ; immunes operum dominas famulas-
que suorum, und der gott rächte sich, indem er das ge-
webe in ein geflecht von reben und epheu, die Minyaden
in eulen und fledermäuse wandelte. So scheinen Hoida
und Berhta oft dem spinnen zu zürnen, das ihren heiligen
tag entweiht (s. 248. 252), da sie sonst diese arbeit för-
dern und belohnen. Auch die nornen kehren mit den spin-
dein ein ; die weisen freuen und göttermfltter unseres alter-
thums dürfen als lehrerinnen des gesangs, der sage und
Spindel betrachtet werden.
^ *) belege Bammelt eine schoii s. 287 anaezogene abhtndlung.
es ist ihnen aas Ulrichs von Torheinf Wh. 102« ein gesprfich des
dichtere mit frta ATentinre beizafägen.
issnanTBR sos
CAP. XXXI. GESPENSTER.
Das zun cap. hat die seelen im zustande ihrer tren-
naog von dem leib und ihrer fiberfahrt nach einem anderQ
aufenthait betrachtet: das sind die beruhigten, in die Un-
terwelt oder den himmel aufgenommnen seelen. fortan
stehn sie nur in einer allgemeineren Verbindung mit der
erde und den lebenden; ihr andenken wird durch feste,
wahrscheinlich wurde es im alterthum auch durch Opfer
gefeiert *).
Hiervon unterscheiden sich solche geister, die nicht
oder nicht vollkommen der seeligkeit und ruhe theilhafl
geworden sind, sondern zwischen himmel und erde schwe-
ben, zuweilen aber an die alte statte ihrer heimat zurück-*
kehren, diese erscheinenden, wiederkommenden umgehen-
den Seelen nennen wir gespenster.
Jene ruhigen, seligen geister des verstorbnen benennt
der römische Sprachgebrauch manes, die unheimlichen,
quälenden erscheinungen hingegen lemures oder lartae;
obwol der ausdruck schwankt und auch manes gespenstige
wesen bezeichnen , lemures allgemein genommen werden
kann **), lartck verr&th berührung mit Uxr (s. 468] und
die freundlichen, gütigen lares wurden häufig als manes,
als Seelen abgeschiedner vorfahren gedacht. Auch in unserm
deutschen Volksglauben läfst sich Übergang der seelen
in gutmütige hausgeister oder kobolde nachweisen ***},
•^mmm
*) zwifchen dem christlicfaeo aÜerseelentag (2 dot.], an dem dai
Tolk kirchhöfe besucht und grSber bekränzt, und den römischen drei
festlagen , an welchen sich die -nntenreU dfnete (munSut ftoM) und
die maoe« empotstitgeB (€i«ttaer 2, 865. O. Müller £lruak. 2, 97),
erscheint zasMinienhang. am 2 noT. setzen die Ehsten naohu den
•erOorbnen speiaen auf, und freuen sich, wenn morgens etwas daTon
Terzehrt ist im Fellinschen werden die abgeschiednen seelen in der
badslnbe empfangen, und eine nach der andern gebadet Hupels
nachr. p. 144. gerade, wie man eagelB und hauageittem «petse Mi-
ififfl (s. 417).
'')'Creozera sjmb. 2, 850-866.
***) ich beschränke mich hier auf eine hessische rolkssage. Kurt,
ein päclMer zu Hachborn, wich auch nach seinem tode nicht Ton dem
gehöfte und mischte sich als guier geist in die feldarbeiten« in der
Scheune half er dem knecht die garben yom gerüste werfen , wenn
der knecht eine geworfen hatte, warf Kurt die andere, als einmal ein
fremder knecht hinaufgestiegen war, hälfet jedoch nicht , und auf
Grimwu m^tM, 8, musgabe, 65
866 fiKSVBmTBR
nach hSufiger hftogen qu&Igeister und gespenster zu-
sammen*).
Für die rahigen geister oder ihren zustand besitzt unsre
spräche den schonen ausdruck ahd. Muri laetus^ mitfs, ags.
l^oru BeoT. 2744, altn. hfr^ mhd. gehiure, nhd. gehfi^,
wir sagen: es ist geheuer =mhig, seiig, friedlich: den
gegensatz drückt ans ahd. tuMuri dims, saetns, alts. un^
hturi, ags. unhearu Beov. 1967. nnhiore Beov. 4822. nn*
h^re Beov. 4236. Cteim. 138, 5. altn. öhfr; mhd. unge-
Mure, nhd. ungeheuer: es ist ungeheuer, es ist nicht richtig,
beide Wörter gehn aber weiter, gott heifst hiuri, der teufet
unhiori, ungeheuer ist allgemein monstrum, portentum. die
goth. form wäre hiuris, was mit haüri pruna, altn. hyr ignis
nah verwandt scheint, also das leuchtende, glänzende be-
zeichnet; wenn eine ahd. glosse bei Graff 4, 1014 richtig
ist, kann auch das unverneinende hiuri ^rus, nemlich feurig
in schreckhaftem sinn, wie wir ihn gleich hernach bei den
irlichtern finden werden, bezeichnen, nahe an hiuri und
unhiuri grenzt der sinn von hold und unhold, holdo und
unholdo [s. 245. 425), was aber lieber auf geister und dä-
mone als auf seelen zu beziehen ist, doch überträgt N.
manes durch unholdoti; auch hier scheint holdo und Un-
holde zuweilen gleichbedeutig.
Das ahd. fem. Mspanst hiefs eigentlich eingebnng (sug-
gestio, von spanan suggerere], da aber in den beichtfor-
mein viel von teuflischer eingebung und Verlockung gere-
det wurde*), gewöhnte man sich an die bedeutung von
geisterhaftem, täuschendem trug. Boner 94, 54 setzt 'diu
gespensf (warum nicht gespanst?) für fantom, geisterer-
scheinung. das neutrum steht im m®re vom schretel uiid
wazzerber ganz mit jener Verknüpfung: 'des tiuvels vftlant
und sin g^spenste; schon früher verbindet Herbort 3500
gespenste und getwAs. Keisersperg (omeifs 39) hat das
gespenst (praestigium), erst in den letzten jbh« wurde der
ausdruck recht gewöhnlich, einige schrieben gespengsi^*^.
Wir sagen auch spuk; das ist ein nd. wort, dem ich
zuerst in dem chron. saxon. bei Eccard. p. 1391 begegne,
wo spdkne steht; Detmar 1, 136 hat spuk, 2, 206 oor-
spok praesagium. heute spok, nnl. spook, spook^l, schwed.
spok, dän. spögelse (spectrum) spög (jocus) ; wofür also ein
den ruf 'Kurt wirf!' ergrif er den knecht und warf ihn die tenne
herab, dafs er seine beine brach.
*| Isengrim Yerwandelt sich in Agemund (s. 478).
'*] Yon dea teuföls geipenste (Oberlins bthtebuocb 36).
*) Frisch 2, 302', dem aber das lat. speetrmn verwandt scheint.
QB9PBR8TBR Wi
■ihd. ^moeht nhd. iptMsft erwartet werden seilte ^ aber nft'^
gends vorkottioit. ge$püc hat allerdings BerthoU cod. paL
35 fol. 27\
Beaeichüiender ist das alta. fem. apiragänga ( Laxd;
aaga p* 224^ gleichsam anima rediens, dän. gienfärd^ gien^
ganger, franz. reoetuuU, Saxo gramm. 91 sagt redieMu;
vgl» die radeasart: es geht um (es spukt); at haan^en^
eigi daudr. fornald. sog. 2, 346. niedersdcbs. dwetem, aef
d^ Hara: waUe» für umgehn (Harrys volkss. 2, 46).
Das eigeniliche altn. wort ist draugr (fornm. sog. 3,
200]^ Odian heifst drouga dröttinn (Yngi. saga cap. 7),
der grabhügel draughiU (Sasm. 169^'). Diese beneoÄung
hat sich in Schweden und Ddnmark verloren , datiert aber
im norweg. drouj drang (Baliager 20c). drangt scheint
gleicher wurzel mit dem ahd. giiroc^ mbd, geiroCf d. i,
trugerscheioungj trugbild, fantom, welches von elbischen,
teofliscben w^en gilt (s. 432), . aber ein verbum driuga,
triegOD (faUere) ahd. triokan , tröc geht der nord. spräche
ab *)• Die edda bietet aach das analoge tDJft (fallaoia,
fraos) im sinn einer gespenstigen gaukelei dar. Siem. 166^
167*. Nichts anders bedeuten die s. 450 angegebnen aus-
drücke guctn, und $ciiUeih^ sie kennen sieh auf gespea-
ster wie auf waldgeister besiehen.
Die glosseo liefern manche alte wöfter für das lat,
Larva« schon die florent, 9fe|2^ iahmuuga und eine spatere
mnL samiang Diui 2, 220 UUma$ge; auch Kilian hat la/-*
wuude larva, iaknascben larvam inda^re, es ist das alt-
franz. talmache qnd tamaeche hei Roquefort, der es mas-
que, faax visage erklärt, talmache de vaisseaa heifst ein
am schif angebrachtes bild **). andere glossen gehen /falte,
und ecraty serap (s. 447). nmmmel ist larve und koboid
(s. 473). alles: was nicht . geheuer nad schreckhaft drohend
ist, monstrum, prodigium, portentum, praesligium erreicht
auch den begrif eines gespensts« getioäe (s. 433) Herbort
231* 83<^, ^ein bOse gehede' vom gelouben 530; vinl. ^-
dwaes hör. belg, Q, 249* stimmt zu dem litth« dmaee (ge-
spenst). Martina 10 liefst man: das ge$chrudel Stald. 2^
*) das bocbst&blich entsprechende «gs. dreogan, drelih bedeutet
nie feilere, sondern agere, palrare', tolerare» und daiu atimn^ das
ahn. drtugr (frequens).
**) Dttoange s. v. laUtmana^ nix^u^ delusio imaginaria, dazu wird
angeführt Hincmar in capit. ad presb. dioec. cap. 14. Regino 1,
213 und Burefaaidus woriMl. 2, lai wo es heifst: lanras daemonom,
Saas vulgo udanumaa flennt ante ae ferri oonsentiat. gesohöpCI aus
em oooeil« namneteosi cap. 10. TgL Schiiseller % 640.
55*
886 GESPENSTER. UlWISCHB
27« 59. 64 hat das nackOmi, das gkBdi^ aMn. iai f>ofa
apectniiiiy von vofa ingniere, imininere; der draagr heilst
aach dölgr (feind) fornald. sog. 2, 368. fornm. sog. 3, 200
and dazu darf etwa das vpifindiscbe dödö^cr manes de-
Amctomm (Ihre diaL lex. 32**) gehören^ wenn nicht zn
dylja (celare), schwed. dölja.
Merkwürdig ist nun ^ dafs schon die altn. drangar dm
feuer umgeben dargestellt w^den: 'hanga eldar brenna.*
fornald. sog. 1^434; 'Inpa opp hanga eldamir.' das. 1,518.
Loka dann (s. 221) ist der isldnd. name einer feurigen
donsterscheinung. Noch jetzt ist in ganz Deutschhind Yolks-
glaobe, dafs seelen, die der himmlischen ruhe nicht theil-
haft geworden sind, in feuriger geskM^) bei nfichtlicher
weile, gleich irrendem gevögel (s. 788); auf feld und wie-
sen schweifen, vgl. wiesenhüpfer s. 789. den wandersmann,
der sie für dorflichter nimmt , leiten sie ab vom rechten
weg, bald sich entfernend, bald wieder nShemd: wie ko*
bolde hocken sie auf (abergl. 611) und schlagen Aber dem
mensdu^n ihre flftgel zusammen (deutsche sag. no. 276);
sie fahre« in sümpfe, auf Gilsche, irre spur, hirrKgepor
(St: 2, 45), gerade wie der butz (s. 474). der Wanderer
sucht wen^tens mit einem fulls kn wagengeleide zu blei-^
ben und setzt dann sicher seinen weg fort, denn die ir-
wische haben nur macht auf fufssteigen. Nach Villemarqu6
barza^breiz 1, 100 ist der geist ein kind mit einem Teuer-
brand in der band, den es wie entflammtes rad umdreht,
bald edieint es ein krankes pi^d , das dem htalen , der es
in den stall führen wW, seinen brand an den köpf schleu-
dert, bald eine blökende verirrte ziege, die sich nach
sonnenunlergattg «m weiher zeigt und den reisenden ins
Wasser lockt und dann neckend weiter springt. Auch in
Einers utiwürd. doctor s. 747 werden ^feuermänner und
springende ziegen' zusammengestellt. Diese erscheinung
hat eine menge namen. der gewöhnlichste ist irlicki' oder
•natfcA von der ähnliobkeit brennender Strohwische, am
Rhein auch heerwisch ^ östr. feuriger mann^ fuchtelmann
(Höfer I; 251) von fuchteln, bin und her bewegen, eir-
gentlich die flammende klinge**), bei Pictorius p. 524
*) in der Lausitx heifst feuermann wat sich bei nachUeiten um
die Wipfel der wftldblame sohwiogt , igoia lambena. laoa. monataachr.
1797 p. 749.
**) aolehe fearige duaate aetaen sieh «Mh auf dem nuui der tehiffe^
die tfufte dar krUgar» jenea nanoten die aUeo nach den Dioakuren,
den Deuereo beilal ea feu de a. Elme. tut die flammeiiapeere habe
IftWMeilV 660
stemlerj Ton sewela, BOseln, mit feaer tfindelfi, sonst auch
MiBmler\ »tedfer, bdi Fisohart umielgespensi (Garg. 231]
vgl. Hdier s. v. «ns^rl. Niederd. ghimjfer (glühender) man,
mekebold, tukkebode' nicht von tacke, bosheit, sandeirft
von tuk (hastige bewegung, Reinh. p. 109) oder auckea,
hin und herfahren , vgl, das hd. üebobi (Schmetterling),
westfftl* smalgenßr^ was ich kaiua verstehe« aUgeanemer
bekannt sind ÄoerUchi (wirbelnde flamme), e^iohi, dwet--
kdü (von dwelen, dwalen, irre gehn), nnl. dwaaUiehi,
drogkchi (wieder: triegendes) drogfackel\ dän. b/gienumd
(ieachtemann) blaamnand (feuermann, Molbech diai. 39) und
täiiebfM (geisterlicht), scbwed. Igseld und lylUgubbe; engl
mit dem bezng auf menschennamen, der auch bei haus*
geistern gilt (s« 472) WiU wiih a wup (Strohwisch), Jack
m a latUham. lat, ijhm faimu (ann. corbei. a. 1034), frami.
feu foUßi ({olli^ 8. 475), fifolht (Pluquet oontes p. 13),
farfadtij sauterai, nach den miSm. des ant. 4, 406 amh,
mir unverstftndiich , gueta. sloven» 9ef%a (Schmetterling,
hexe), shkopnik, shkopnjak (Strohmann, von shkopa mhd.
schonp), moUwa (von smota, error), slep ageni (blindes
feuer); bdbm. iwifylko (tichtlein), Uidicka (von blud er*
ror}, polo. Uednioa; lausit«. bbtdne HMeaske, Auch unsrer
alten spräche weifs ich die namen nicht, es mttste denn
wr0ga$io und girr$gar in einer ktaigsb. bs. (grundr. 345)
hierher gehören? aber Ls. 2, 314 ist Irregaac name eines
fahremton achttlers, was in Haupts zeitschr. 1, 438 audi
urrefogel heilst vgL Schm. 3, 688; Tit. 576 'em irregmgd
vor atteni valsche,' Nahe bertthrung aut Wichten und el-
ben seigon f^WetgM und elfiiMity das scheinen die ültestea
ausdrQcke, Sindri (scintilla) ein eddisoher swergname Sm».
7^ erinnert an den kobold /sArj^cAi;(s« 480). Man ersflhlt
von einem irtoisch, der gefangen wurde, und den bald
darauf eine menge anderer surQckzufordern kamen, hier
erscheinen sie als ein zusammen haltendes elbisches volk*}.
ich alte leognisse: 'sign« militain trsere*, 'pila militom anere' Tac.
ann. 12. 64. 15, 7; 'duae poerorasi laaceaa enisiis flammia lamen
•notibos praeboerunt» ibantaua falgurantas hastae.* Greg. tur. nirac.
MarL 1, 10. ein jaBg^res beiipiel in ZeiUera miseeU. Nüroh» 1661
I. 143. 144. deatscbe sag. no. 279. beiug auf aeekn ist hier iiir-
geads, ei sind Yielmehr günstige Yoneichen dei tiegt, wie cap.xxxy
gezeigt werden loll« wohl aber gelten die flUgenden $iame für seelen
(8. 685), selbst den GrönlSndern (Majers mylh. lex. 2, 240) «ad
Moogokn (Bergsiaoo 3, 42).
*) Ad. Kaln (Torr. zu den mftrk. tagen b. ix) will alle kebuMe
für arsprnngliche tenergoUheitani daa fsaer des hauafaeardea fUr den
vn wOtbnihss hber
Früher hatten diese irtlcbter ohne xWeifel eine wei-
tere bedeiitiing, beute wird sie heuptsäohlioh anf Ewei arten
unseliger geister eingeschränkt, auf die seelen tmgetaufter
khuier^) und solcher menschen, die bei ihren lebzeiten
am aekerfeid frevelten f die heiligkeit der grenze nicht ach«-
teten**). • Ungerechte landmesser (scbwed. skjSlvrSngare]
sieht man mit langer fenerstange in den- fnrchen auf und
ab schw-eben und gleichsam das vermessene nachmessen;
wer seinem nachbar abgepflügt, wer den stein verrückt hat,
den trift der fluch umzugebn als irwiscb. l)eim pflügen
zweifelhafter schnate hört man daher unter dem volk die
redensart: % mag nüt spuken gan', vgl. deutsche sag. no.
264. 285. Thiele 1, 58.
Fruchtbarer für unsere Untersuchung wird eine andre
4irt gespenster, die gleich den irlicbtern anf ungetmafte
kinder bezogen werden , aber nicht als einzelne feuer an
dem erdhoden her schweifen, sondern in gansben kaufen *^
mit schrecklichem tosen durch wald und lüfte fahren, das
ist die weitverbreitete sage von dem wütenden heer, der
wütenden jagdy welche in hohes alterthum hinaufreicht,
und sich bald mit göttern bald mit beiden verwebt, auf
allen selten blickt hier Zusammenhang mit dem beidentbom
durch.
I>ie Christen hatten dem glauben an die götter ihrer
vorfahren nicht so schnell noch so völlig entsagt, dafs ih-
nen jene heidnischen gestalten mit einem mal aus dem ge-
dilcbtnis entfallen wären, sie wiesen den zum theil hart-
nftckig festgehaltnen nur eine andere stelle, weiter im hin-
4ergrund, an. der alt^ gott verior sein zutrattlitohes wesen^
seine nahen züge, und gieng in den begrif einer finsteren,
schreckenden gewalt über, welcher immer nobh gewisse
grund ihrer Terehmng hallen, beide, kobbide and irwiscbe, beifsen
follet (s. 475. 481) und gleich feurigen drachen (s, 654) Iragen die
kobolde geld oder körn zu, aber auch die otter ist koboldiacb (s. 655)
und die dominae tragen zu (a. 264) wie die teufel.
*) braunacbw. anz. t760. no. 86,35. Praetorii wehbeaeb. t,
262, 269. lansitz. monataschr. 1797 p.747. schon im anegenge 180*
190^: 'wA mit diu armen chindelln dos /iiaer haben geacbonfet, diu
dA uogetoufet in ir schulde soheident tob hiane*; doch hier wird
das fegefeuer gemeint sein.
**) ungerechte siehMr* Möselrs patr. phant 3, 309. ^fürig mar-
eher* in Hebels gedieht die irllchter. Mones am. t83ö, 408. 1838,
223. Westendorp p.51t.
***) doch kommen auch einzelne hraagende geitier vor, i. b. Jungfer
Bli im Davert (deutacho sag. no. 121). den namen brausende geister
gewahrt Plilts naehr. von Wetter p.42.
WÜTEÜWBS RBER. WDOTAN 871
#
eiiiwirlittiig YtfrbUeb. 4en menschm nnd ihrton diieilifit<S
gleiehsim »bgealorbeii irrte and gehwebte er in den IfiAen,
tenfliseh und gespenstig.
Es ist schon s. 121 Zusammenhang zwischen dem wü^
ienden keer und Wwtan behauptet worden, dem namen
wie der saohe nach verknüpft sich ihm dieser gott. ein
ungedmcktes gedieht des Rüdiger von Munir enthält nnter
andern beschwörungsformeln auch die 'bt Wuoiimges her'
Wuotnnc und Wuotan waren namen gleicher bedeutung.
Waotan, der gott des krieges und sieges, zieht an der
spilse «tteser luflerscheinnng; der meklenburgische land-
mann 9 wenn er ihr getftse ^ vernimmt^ drOekt sich noeh
heate ans: ^de Woie Hkt Adelung s. v. witben; ^Wode
jaget' (s. 142). ebenso in Pommern und Holstein. Wno«
tan erscheint reitend, fahrend, jagend ^ wie in nordischen
sagen , in seinem geleit valkyrien und einherien ; der auüsug
laicht einem beer. Völlige Sicherheit Ober ^die Identität
dieses jagenden Wode mit dem heidnischen gett empfängt
man durch einstimmige scandinavisehe volkssagen und re*
densarten. die natnrerscheinnng des heulenden windes
mrd O^ns, wie die des donners TkArs wagen beigelegt
i^i nächtlichem lärm, wie von pferden und wagen/ beilit
es in Schweden ^Oden fat färbt *y in Schonen wird ein
vielleicht von seevdgein an november und decemberaben-
den verursachtes geräusch *Oden$ jagf genannt**). In
Baiem sagt man das naehigt^aid oder das nachtgeUrii (^ro*
cessio nocturna) Schm. 2, 264. 514; in DeutschbMimen
naoMgöid (ss gespmst) Ranks Böhmerwald s. 46. 78. 83.
91. In Thüringen, Hessen, Franken, Sohwaben ist der
ansdruek ^das mMe$ide heer^ hergebracht, er mufs hoch
hinauf reichen, schon der dichter der urstende aus dem
12 jh, (Hahn 105, 35] sagt'daz toueiimde her' von den
Juden, die den hefland überfielen, und Rol. 204, 16 heifst
Pharaons vom meer verschiungnes beer ^stn toSiigefs her',
bei Stricker 7d^ ^daz wüetutäe her'; Reinfr. von Braun-
seh weig 4>» 'daz wüeiende her*; Michael Beheim 176, 5
redet von ^schreien und wufen, als ob es wer das touterul
her*; das gedieht von Heinr. dem löwen (Mafsm. denkm.
s. 132) sagt: 'da qwam er under daz vDöden her, da die
bösen geiste ir wonung han.' Geiler von Keisersperg pre-
digte über das wüiede oder wüHsehe heer^*), H. Sachs
*) LoccsDÜ antiq. lyeog. eap. 3. Geijer St. hlfd. 1, 268.
**) NitesoD itiandiDaTitk faana 2, 106.
) omeifa 36 ff. aeiiie sohilderong rerdient hier eine stelle: 'and
•♦♦
872 WÜTES9ES HBBR
Ij 346 hat ein eignes gedidit rmn tMendm heer, eine
mansfeldische sage davon erzählen Agricola nnd Kering.
Nicht zu übersehen, dafs (nach Keisersperg) alle eines ge-*
waUsamen iodes ('e denn das inen got hat ofgesetzt')
(nach abergl. 660) alle ungetauft sterbenden kinder ins
wütende heer zn Holda (s. 247) Berhta und Abnndia (s. 265)
kommen, wie sie irwische werden (s. 870): der chnstliche
gott hat sie sich nicht angeeignet, darum verfallen sie den
alten heidnischen, das scheint mir wenigstens der ursprüng-
liche ideengang.
Während sich der gemeine mann hier noch lange
Wnota» dachte oder ihn passend in ein verwandtes ver-^
bum versteckte; war es ganz in der Ordnung, dafs gebil*
detere frühe schon an seine stelle den teufel setzten. %
bliesen unde gullen, vreisliche si huUen, sA daz diu helle
wägete, abe der iiwel da Jageie* sagt Veldeck En. 8239.
Caesarius hersterb. 12, 20 erzählt von einer eitlen frau,
die sich in schönen, neuen schuhen hatte begraben lassen,
deren seele dafür von dem ^imfemaiU venator' gejagt
wurde: ^ez remoto vox quasi venatoris terribiliter bucoi*
nantis, nee non et latratus canum venaticomm praeceden-
tinm audiuntur'*) Rol. 204, 6: ^der tiuwei hat As gesaut
stn geswarme und sin her'; 'der tiuvel und slii Aer.' Renn.
2249. 2870. Das volk in Baiem iäfst den leufel auf ascher-
mittwoch das holzweiMein jagen (abergl. 914^). An den
teufel schliefst sich die Vorstellung eines Ungeheuern riesen,
der sowol ihn als Wuotan vertreten kann, und diese an«-
sicht herscht in der Schweiz, die wilde Jagd heifst dort
dürstengejeg (von dürst, durs s. 488), das volk hört den
dürst in den sommernflehten am Jura jagen und die künde
die die also laufen» die laqfen allermeist in den fronfaajen nnd Tonifa
in der fronfasien vor weihenaelUen y dai i6( die heiligest zeit nod
lauft {etlicher als er ist in seinem cleid, ein bauer als ein bauer, ein
ritter als cfin ritter nnd laufen also an einem seil und tregt einer
das krds vor im , der ander den köpf in der htmi und lamft emer
fxnmfs, der schreiet: 'fluhe ab dem weg, das dir gott das lebeo gebl'
also redt der gemein man darron. ich weifs out darron.'
*) Joach. Camerarii horae subsec. cent. 2. cap. 100 p.390: ce-
terum negari non potest diabohm yaria ludibria cum alias tum prae-
aertim in venatione lepomm saepenumero exercere, cum nonnonquam
appareant tripedeg elaudicaniei et igneU octdis^ illisqne praeter m4K»
rem dependentibus Tillis, atque Tenatores insequentes abducere Student
Yel ad praecipitia. yel ad paludosa aliaque periculosa loca. imo yisa
sunt pkankumaia et in terra et in nnbibus inlegras venäkone» cum
canibus , retibus , damoribus raucis lamen , aliisqoe inatrnmentis ve-
naticis imtUnere praefarentia formaa hominum loQge antf defonctomm.
WOTBNBBS HEBII. RACKBLBBRND 873
mit seinein hoho «nfHsehen: inivorsichli|e ^ die ihm nielil
am dem wege weictien, fiberrumpelt er*). Sctim. 1, 458
fahrt eine alte gtosse an, welcbe mit dmis (gen. durista)
das lal. Dia, Ditis widerg ibl^ einen unterirdischen, höllischen
gott meint.
In Niedersachsen tnd Westralen wird aber dieser
wtMe jfiger aaf die beatimmte, halbhistorische person eines
Jägermeisters bezogen, die anslegung schwankt, westfäli-
sche Überlieferangen nennen ihn Hachelbärend, Backet-'
hemdf Backelberg y Backelblock. Backelbärend war ein
Jäger, der auch sonntags auf die jagd zog, dieser ent*
heiHgung wegen wurde er nach seinem tode ^wie der mann
im m.ond s. 680) in die lud verwiesen , wo er mit seinem
künde, ohne sich auszuruhen, tag und nachl jagen mufs.
nach einigen jag! er nur hi den zwMf nichten, Ton wdh«
nachten zu den heiligen drei königen, nach andern immer,
wann der siurmwiHd heuH^ weshalb ihn einige den jo/*
j^er (von joien, henlen, oder julzeii?) nennen ••). Auf
einem umzuge liefs BackeB^erg zu Isenstfidt (bisthum Minden)
in Fehrmanns Scheune^ einen seiner künde »urück. das
ganze jähr lag der hund da,- jeder yersuch und alle gewall
ihn wegzubringen war vergebens, als aber das folgende
jähr Hackelberg mit seiner wilden hetze wieder vordberfuhr,
sprang der kmd plöttHek auf nnd rannte dem beer bel-
lend und klaffend nach *^. Zwei bursche giengen abends
Yoh Bergkirchen durch den wald ihre brftute zu besuchen,
da hörten sie Ober sich in der tnit wildes hundegebeH
und eine sthnme dazwischen rufen 'Aolo, kotoP das war
Backelblocky der wilde jSger, mit seiner jagd.' einer der
bursche erdreistete sich ihm nachzusprechen %otO| hotoP
da naMe Backelblock mit seinen hunden und hetzte die
ganze mente Aber den yerwegenen. von dem vnglück-
liehen ist hernach anch nicht eine spur gefunden worden f).
So in Westfalen. Nach niedersSchsischer sage war Bans
eon Backetnberg oberjägermeister des herzogs von Braun-
schweig, und ein gewaltiger Weidmann, er soll 1521 ge-
storben sein, drei stunden von Goslar, im garten eines
Wirtshauses, genannt der Klepperkrug, liegt sein grabstein.
eines nachts, in schwerem irautn, dauchte ihn, er kämpfe
mit einem furchtbaren eher, und unterliege ihm zuletzt.
*) Ildef. T. Arx Buchsgau. p. 230. Suld. 1, 20a
) Weddittüt wettfil. mag. bd. 3. no, 18.
) Redekm westfill. sagen no. 48.
t) Redekeri wealffil. tagen no. 47.
4«*
874 WßTBN9ES HEER. HACKBLBERND
Wirklieh traf er bM bieraiif das thier und erlegte es nuh
hartem kämpf; in der siegesfreude atiefs er mit dem fafs
nach dem eher und rief: 'hau nun, wenn du kannst!' er
hatte aber so heftig gestofsen, dafs des ebers scharfer
»ahn durch den Stiefel drang und Hackeinbergs fufs ver-*
leiste*], anfangs achtete er die wunde wenig, aber der
fufs hub an zu schwellen, da£s der Stiefel vom bein ge*
schnitten werden musie und ein schneller tod eintrat. Nach
andern liegt er zu Wülperode unweit Hornburg begra*
ben **). Hackeinberg ' fatscht * in stürm und regen , mit
wagen, pferden und hunden durch den Thttringerwald,
den Harz, am liebsten durch den Hackel (einen wald
zwischen Halberstadt, Groningen und Derenburg, vgl
Praetorius weltb. ] , 88). am todbette wollte er nichts
vom himmel wissen und auf des predigers ermahnen ver-
netzte er: ^unserm herrn gott möge der himmel bleiben^
wenn ihm nur seine jagd bliebe,' worauf der prediger
aussprach : 'so jage , bis an den jüngsten tag I' was nun
bis heute in erfüllung geht ***)• kleinlautes hundegebell oder
gekliffe (gegUTe) kündigt ihn in der luft an, eine nacht«
eule fliegt ihm voraus, vom volk die Tt^osel (tutursel) ge-
nannt. Wanderer, denen er aufstöüst, werfen sich stiU
auf den bauch und lassen ihn vorüber ziehen, sie hören
hundegebell und den weidruf 'huhuT TtUosel soll eine
nonne gewesen sein, die sich nach ihrem tod dem Hackein-
berg gesellte und ihr ^uhuT mit seinem ^hukuJ* ver-
mischte f). Die Altmärker versetzen einen wilden jSger
namens Hakkeberg in den Drömling, und lassen ihn nachts
mit pferden und hunden vom Harze herab in den Dröm-
ting jagen. (Temme s. 37). Ad. Kuhn no. 17 nennt ihn
Hackenberg und Hackelb^g^ , er soll auch sonntags gejagt
4ind alle bauern seiner gemeinde mitzugehn gezwungen
haben, eines tags aber kamen plötzlich zwei reiter ihm
an die seite gesprengt, die ihn aufforderten mit zu ziehen,
der eine sah wild und grimmig aus, seinem pferde sprühte
feuer aus nase und maul, der reiter zur linken sah ruhiger
und milder aus, Hackelberg aber wandte sich zu dem wil-
*) Sigurdr iarl drap Melbrigda Tonn , ok b^tt höfut hans rid
8lag6Iar ser oc laust kykqya vöctTa stnom ä tönnina, er skadi or
höfdino t kom {>ar t blftstr f f6tinn , oc feck hann af |>Ti bana. Har.
saga ens h^rf. cap. 22. Gandarich, Thasailos söhn stirbt an einer
wunde, die ihm ein eher in die wade yeraetzte. MB. 13, 504. 505.
**) Otmars Tolksaagen 249. 250.
***) ffleich Dömekes wünsch, der ewig fahren woUte (s. 689).
f ) 0(mar 241. deutache sagen no. 311. Tgl. goth. {»intan (alulare)
j^athairn (taba).
W0rail»B8 KEB. HAeHBLBinND 87S
den, der mit ikm fortqirengte imf in deste« feselbchaft
er bis zum jüngsten tag jagen mars. Andere sftgeii von
dem wUden Jäger verzeichnet Ad. Kahn no. 68. 175 , ohne
eigennamen. Wieder nach andern hanale Sackelberg im
Sdlling, unweit Vstar, er hatte gottselig gelebt, aber so
sehr am weidwerk gehangen , dars er auf dem todbett gott
flehte , für äein tkeü Mmmelreick ihn bis xum jüngsten tag
am SMIing Jagen zu lassen, sein wonsch worde ihm ver-
hängt, und man hört oft in diesem watd zv nacht hunds*
gebell und greuliches hornblasen. sein grab liegt auch im
SOlling, die richtung der steine wird genau beschrieben,
neben ihm ruhen zwei schwarze hunde*). Endlich aber
melden Ad. Kuhns sagen no. 205 von einem hddereiter
Bären^ dessen kirchhof in der Ukermark auf der beide bei
Grimnitz gezeigt wird, und Bürens träum vom stumpfschwaaz
(eher), dessen haupt ihn lödtet, weist unverkennbar auf
HaketberentL
Schon die unvereinbare v^schiedenheit örtlicher an-
knüpfung zeigt dafs überall hier, den grabsteinen znü
trotz, ein mythisches wesen gemeint wird, ein in so ver-*
schiedner gegend auftauchender name mnfs mehr sein als
historisch, ich bin geneigt, 4ie westfälische form Eaekel^
berend ffir die Älteste, echteste zu erklären« das ahd.
habbul, ahn. hökull (masc.) und hekla (fem.), ags. haeele
(fem.) bedeutet gewand, mantel, kutte, rüstung**), Aofo^
berand also im alts. dlalect einen gerüsteten, geharnisch-
ten mann, vgl. alts» wäpanberimd (armiger), ags. äscberend,
gärberend, helmberend, sveordberend (grarom. 2, 589).
Nun aber erinnere ich an Odins kleiduhg (s. 183), der
gott erscheint in brei^ekremptem but, blauem, leekich*
tem mantel (hekld HA^ fliekkött): hak»lberand ist «iver*
kennbar ein atts. beiname des heidnischen gottes, des
Wddany den man allmttlieh in Bakkelberg, Hakkenberg,
Hakkelblok entstellte, aus Hakelberndes wald könnte sich
die benennung des waldes Hacket verkürzt haben, des
halberstädtisohen saltus B€Jtel finde ich zuerst ' in dein
(bedenklichen)^ chron. corbeiense ad a. 936 (bei Falke p. 708)
erwähnt, fern davon, dicht' bei Höxter im gau Auga war
ein ITactifesthorp (Wigands eorv. gOterb. s. 94 Saracko 197)
*) Kirebhofs wendanmnt no. 283. p. 342. deutsche sag. no. 171.
nach den brannschw. anz. 1747 p. 1940 liegt der wilde Jäger Hackein-
berg im Steiofelde , unter einem stein , worauf ein ro'aulesel und
Jagdhund gehauen sind.
**) ahd. missahahnl (casula) gl. sgall. 209. ifiifsehachil gl herrad.
18^^ mesflgewand. Graff 4, 797.
67« WÜTBNDBS HEB». HAtiKSLBKRND
ond spftter eine Hakelbr^Xe; audi in Ntederhessen bei
Volkmarsen ein Hackelsbergy bei Herzhausen (amta Witsen-
faausen) ein . J7acAe/berg. läfst sich häkelst wald beweisen,
so mnfs in berand die beziehnng eines höheren Wesens ge-
sncht werden, was uns vielleicht nachher gelingt^ ich werde
cap. XXXin Hakol in dem alln. Hekla für berg, also watd*
gebirg nachweisen, in jedem fall gewinnen wir hier nicht
nur ein wichtiges zeugnis für den Wuotancultus mehr, son-
dern auch neue beslatigung der vom wütenden beer ge-
gebnen detttung; zugleich leuchtet ein, warum sich die
volkssage vom Hackelberg vorzüglicb in Niedersachsen und
Westfalen (wo das heidenthum länger haftete), nicht abw
in Süddeutschland *) erhielt.
Diese beziehung des wilden Jägers auf Wodan setsen
meklenburgische sagen vöUig ins klare.
Oft bellen die hunde der lufl in finsterer nacht auf
den beiden, in gehölzen, an kreuzwegen. der landmann
kennt ihren führer den Wod und bedauert den wanderer,
d&r seine heimat noch, nicht erreichte; denn oft ist Wod
boshaft, selten mildthatig. nur wer mitten im wege bleibt,
dem thut der raube Jäger nichts, darum ruft er aucb den
reisenden zu: ^midden in den weg!'
Ein bauer kam einst trunken in der nacht von der
Stadt, sein weg führt ihn durch einen wald, da hM er
die wilde jagd und das getümmel der hunde und den zuruf
des Jägers in hoher lufi. ^midden in dem toegl midden
in den wegT ruft eine stimme, allein er achtet ihrer nicht.
Plötzlich stürzt aus den wölken nahe vor ihm hin ein
langer mann auf einem $ddmmel. 'hast kräfle?' spricht
er, 'wir wollen uns beide versuchen, hier die kette, fafse
sie an, wer kann am stärksten ziehen?' der bauer fafste
beherzt die schwere kette und hoek auf sebweng «ch der
wilde Jäger, der bauer hatte sie um eine nahe eiche ge-
schlungen und vergeblich zerrte der Jäger, 'hast gewis
das ende um die eiche geschlungen?' fragte der herab-
steigende Wod. 'nein,' versetzte A&t bauer, 'sieh so
halt ichs in meinen bänden.' 'nun so bist du mein in den
wölken* rief der Jäger und schwang sich empor, wieder
schürzte schnell der bauer die kette um die eiche und es
gelang dem Wod nicht, 'hast doch die kette um die. eiche
geschlagen!' sprach der niederstürzende Wod. 'nein,'
*) Mooes ans. 4, 309 hat die sage Tom wilden jSger Ha6$berg
im Wiesenlhal , wie er durch den wald bei HägelbBrg ziehe , dai
scheint wieder Hakelberg. Graff 4, 797 gibt einen ort UaehäBM,
WOTBNBBS HEBR. WDOTAM 877
enriderte der batier, der sieh etligrsi losgewidtell kette,
'«eh so halt ich sie in meinen hftnden.' 'imd wArst du
sdiwerer als Uei, so oNKt du hinauf zn mir in die wöl-
ken!' Uitsschneit ritt er asfwfirts, aiwr der baaer half
sidi «uf die alte weise, die bmde heHen, die wagen
roHten^ die rosse wieherten dort oben, (die eiche krachte
an den wurzeln nnd schien sieh zv drehen, dem baaer
haaglei aber die eiche stand, 'hast brav gezogen/ sprach
der jfkgeTf *mein tcurdem sdhMi eiele wUbmer, da bist der
erste der mir widerstand I ich werde dirs lohnen.' Laot
gieng die jagd an: hallo, holla I woll woli der baaer
schlidi seines weges, da stürzt ans angesehenen höhen ein
hirsch fichzend vor ihn hin , and Wod ist da , springt vom
vmfsen rosse und zerlegt das wild, 'blat sollst du haben
und ein bintertheil dazul' 'harr/ sagt der baaer, 'dein
kse^ hat nicht eimer noch topf.' 'zieh den stiefiel aosl'
ruft Wod. er thats. 'nun wandre mit blot and fleisch za
weib and kindl' Die angst erleichterte anfangs die last,
aber albnfilich ward sie schwerer und schwerer, kaum ver-*
mochte et* sie za tragen. mit krammem rücken, von
schlrei&e triefend erreiehte er endlich seine htttt» und «ehe
da» der tftiefel war voll gold and dos hintersMdb ein leder«»
aar heotet voll Silber *). Hier erscheint oieht der mensch-^
liehe jftgermeisfer, sonde» der leibhafte gott auf seinem
Schimmel, schoa viela sind in seinen welkenhiaraiel anfge--
noauaen. das flUlea des Stiefels mit goU klingt allerthüm«
kch (RA. 678).
Bs war eiamal eine reiche vornehme fron, die hieis
fram fifmidefi; so heftig liebte sie die jagd, dafs sie das
sAndliche wort sprach 'dürfe sie immerfort jagen, wolle
sie nie zum hioMael. ein.' frau Gauden hatte vier und
zwanaig titohter, die gleiches verlangen tragen. Als nno
einmal mitter und töchter in wilder freude durch wilder
and felder Jagteil und wlekier das ruchlose wort: 'die jagd
ist besser als der himmeli' von ihren lippen erscholl,
siehe, da wandeln sich plötzlich vor den äugen der mutler
die Ueider der töchter in zotten, die arme in beine und
vi«r und zwanzig hündUmeM umiilaffen den jagdwagen der
matter, vier M>emehmen den dienst der rosse, die übrigen
nado'msen den wagen und fort geht der wilde zug zu den
welken hinauf, am dort zwischen himmel uod erde, wie
sie gewünscht hatten, unaufhöriich zu jagen, von einem
tage zum andern ^ von wiem jähr zom andern. Längst
') Lisch meklenb. jb. b, TS — 80.
878 WOTBNVBS OBn. WDOTJkH
schon diad sie des wilden treibeB* überdrfirsig niKk bielkkt^
gen den freYelhaflen wünsch^ aber sie müssen die folge
ihrer schuld tragen, bis ifie stand« der erlösung koBmk
kommen wird sie einmal, doch wann ? weifs niemand. In
den iwöloen (denn zu andrer 'zeit können wir menachen-
kinder sie nicht wahrnehmen) lenkt fram Gandefi ihren
jagdzug zu den Wohnungen der leute; am liebsten ffthrt
sie chrislnachts oder altjahrsnachts über die strafsen dea
dorfs, und wo sie eine hattttkur offen findet, da sendet
sie eine hündin hinein, ein kleiner hund wedelt ftnn
am andern morgen die bewohner des hauses an, er fügt
niemanden ein anderes leid zu, als dafs er durch sein ge*
winsel die nächtliche ruhe stört, beschwichtigen labt er
sich nicht, auch nicht verjagen, tödtet nmn ihn, so ver«-
wandelt er sich am tage in einen stein, der weggeworfen
durch unmittelbare gewalt ins haus zurückkehrt und nachts
wieder zum hunde wird, dieser hund wimmert und win-
selt nun das ganze jähr hindurch, bringt krankheit und
sterben über menschen und vieh und feuersgefahr über
das haus: erst mit Wiederkehr der iwölven kehrt des
bauses ruhe zurück. Jeder achtet darum in d^n twölven
sorgsam, dals zur abend md nachtzeit die grobe haus«*
thür wol verschlossen gehalten werde; wer es unvorsichtig
versäumt, trägt selbst die sehuM, wenn firam OoMtden bei
ihnen einkehrt. So geschah dies auch einmal den grob^
eitern jetziger haoswirtsleute zu Bresegardt. die waren
noch obenein so thöricht, das hündlein zu tddten, aber
daiur war auch von stund an kein ^säg i»d riig' (sogen
und gedeihen),, bis zuletzt das haus in flammen untergieng.
Glücklicher daran waren die, welche der frau Gauden
einen dienst erwiesen, es begegnet ihr zuweilen, dafs sie
in der dunkelheit der nacht des weges verftihil und afof
einen kreuzweg geräth. krewnoege sind aber der guten
frau ein stein des anstofses, und so oft sie sich auf einen
solchen verirrt, serbrichi $ie etwas an iktem wagen^
das sie seihst nicht wiederherzustellen vermag. In solcher
Verlegenheit kam sie auch einmal, ob etatOiehe frau ge*»
kleidet einem knechte zu Boeck vor sein bett, weckte ihn
auf und bat ihn flehentlich um hitfe in ihrer noth« der
knecht Uefs sich erbitten, folgte ihr zum kreuzwege und
fand da, dafs das eine rad von ihrem wagen abgelaufen
war. er machte nun das fuhrwerk wieder gangbar und
zum dank für seine mühe bebM sie ihm, die sämtlichen
häuQein in seine tasche zu sammeln, die ihre begleiterin-
nen beim verweilen auf dem kreuzweg zurück gelassen
Wüt«lll>fiS HEER. WÜOTAN 879
hatten, wir kdnndo Ridit sagen, ob als seichen grober
angst oder guter verdatiang. der Icnecht unwillig aber
solch ein anmuten liers sich doch einigermafsen beschwich'-
tigen durch die Versicherung, dafs das geschenl^ so werthl0S|
wie er wol meine, für ihn nicht sein werde, und nahm
wenn auch ungläubig doch neogierig einige hfluflein mit sich,
und siehe , zu seinem nicht geringen erstaunen begann das
mitgenommne mit tagesanbruch zu glfinzen wie blankes gold
und war auch wirklich gold. da war es ihm leid nicht
alles mitgenommen zu haben, denn bei tage war keine
spur mehr davon auf dem kreuzweg anzutreffen. Ein an-
dermal beschenkte frau Gauden einen maiHi zu Conow,
der eine neue deichsei in ihren wagen setzte, und noch ein
andermal eine frau zu Göhren, die ihr den hölzernen
stecken in die deichsei schnitt^ über welchem die wage hängt,
beide erhielten fflr ihre mühe, dafs die von der deichsei
und dem wagenhalter abgefallnen spttne sich in schieres,
prächtiges gold verwandelten. Insonderheit liebt frau Gau^
de» kleine kinder und beschenkt sie mit allerlei guten ga-
ben , darum singen die kinder- auch , wenn sie fru Ganukn
spielen :
fim Oaudm hett mi'n Iftmmken geven
darmitt saN ik in freuden leven.
Doch hat sie rieh allmilich aus der gegend weggewendet,
was so zusammenhängt, fahrlässige leute zu Semmerin
hatten in einer Silvesternacht ihre hausthür sperrweit oflen
gelassen, dafür fanden sie am neujahrsmorgen ein schwor*
ses Mkidlein auf ihrem feuerheerde liegend, das in nächster
nacht mit unausstehlichem gewinsel den leuten die obren
voll schrie, da war guter rath theuer, was anzufangen
um den ungebetenen gast los zu werden. Und wirklick
gab eine kluge frau an und gebot, es solle das sämtliche
hausbier durch einen 'eierdopp' gebraut werden, gesagt
gethan. eine eiorschale ward ins zapfloch des braukübels
gesteckt, und kaum, dafs das 'wörp' (angegorne hier)
hindurch gelaufen war, da erhob sich frau Gaudens
kdndlein und redete mit vernehmlicher klarer stimme: Mk
bün so olt as Böhmen gold, äwerst dat heff ik min leder
nicht truht/ wenn man*t hier dörchn eierdopp brüht', und
als es das gesagt hatte verschwand es und seither hat
niemand weder frau Gauden noch ihre hündlein ge-
sehen*).
^ *) LiBch meUeab. jb. 8, 202 *- 205. auch in der Prignits keooi
IMD die sage tod frau Qode (Ad. Kuhn oo. 217).
880 WÜTENDES ■£!». WCOTAIf
Diese sAge klingt an viele aaidere ur«Ita nn. /hw
Oauden gleicht einoiel den auch in den ;&wölfen umaehenden
fram Holda und Berhia, die gerade so an ihrem wagen
ausbessern lassen und dafar mit gold beschenken, zuletot
aber das land verlassen (s. 246. 253. 254). dann ist sie
namentlich frau Gaue, frau Gede, frau Wode (s. 231. 232),
die aus einer männlichen gottheit fro Woden (s. 140. 141)
hervorgegangen scheint, welches entschieden durch ihre
identitit mit Wodan ^ dem wilden jftger bestätigt wird,
selbst der ein jähr lang im haus bleibende hund Hakelbergs
(s. 873) wie frau Gaudens stimmt dazu vollkommen, die
verwunderungf, die er über scheinbar verkehrte handlungen
der menschen ausspricht und wodurch er sich, wie andere
geisterhafte elbische wesen zum reden und weggehn bewe«-
gen läfst, ist ganz wie in den s. 437. 438 mitgetheilten
sagen. Dennoch scheint der Übergang des wilden Jägers
in göttinnen nicht blofs willkürlich und zufällig, sondern
auch noch durch andere erzählungen begründet.
E. M. Arndt*) erzählt die sage von dem wilden jäger
»hne namen folgendergestalt : in Sachsen lebte vor langen
Zeiten ein grofser, reicher fürst dem jagd über alles gieng
und der jeden Waldfrevel an seinen unterthanen auf das
härteste strafte, einem knaben, der eine weide geschält
hattie, um sich eine sohalmei zu machen, liefs er den leib
aufschneiden und seine gedärme um den bäum treiben **) ;
einen bifuer, der auf einen hirsch geschossen hatte, liefs
er auf den hirsok festschmieden. Zuletzt brach er selbst
seinen hals auf der jagd , indem er gegen eine buche an-
rannte, und nun bat er im grab keine ruhe, sondern mufs
jede nacht im walde jagen, er reitet auf einem $ehimmel^
dessen nü$km funken sprühen, gerüstet und peitsohknallend,
ein schwärm zahlloser hunde fc^t; sein ruf lautet: ^wod
n>od, hohOf AaUo ***)!' er hält sich in Wäldern, auf öder
beide, und meidet ordentliche strafsen; trift er zufällig in
einen kreuzweg, so stürzt er mit dem pferd zusammen,
und raft sich erst jenseits wieder auf; er jagt und ver-
folgt alles unheimliche gesindel, diobe, räuber, mörder und
hexen.
Eine niedersächs. sage von dem Tilsgraben oder.teu-
felsloch zwischen Dahlum und Bokenem (bei Harrys 1, 6)
*) mircheo und jogenderinneraDgen 1, 401 — 404.
**) RA. 519. 520. 690.
***) 'hoho, umtmur AW. 3, 144. 145. «omf und woit scfaelflt
mir auf Wödaa, Wootan aniuspielea , weil die auimie fem göller-.
flamen eulliaken.
wOtbhdu hbbr «m
neidet^ der wilde riHer TUi habe so sehr tm waidwerk
gehangen, dars. er auch der feiertage nicht achtete und
eines Christsenntages sich vermafe: heule müsse er ein
wild erlegen und solle seine bnrg darüber nntergehn. abends
aber krfihle der hahn, dafs die bürg noch heute Tersinken
werde, und bald darauf versank sie ntit allem was darin
war. ein taucher, der in die tiefe des sees gelangte, sah
▼or einem steintische den riiier Tili sitzen, alt und grau,
sein weifser bort war durch den tisch geweichten.
Am Harz braust die wUde Jagd den Eichelberg Tor--
über mit hoho und hundegeklaf. Als ein kecker zimmer-
nuuin sein hoho hinterdrein rief, fiel ein schwarzer klum*
pen durch den Schornstein auf den heerd, dafs funken und
brande den leuten um die köpfe stoben, eine grofse
pferdelende lag auf dem heerd und jener Zimmermann war
todt. Der wUde Jäger reitet auf $chwar%em kopßoeem
Pferde, eine hetzpeitsche in der einen, ein hifliem in der
andern band ; das gesiebt sitzt ihm im nacken und zwischen
dem blasen ruft er hoho ! hohol vor und hinter ihm sind
weiber, Jäger und hunde in menge. Einigemal soll er aber
auch gütig erschenien und verirrte fan wald nut trank und
speise laben (Harrys 2, 6).
Im mittlem Deutschland heilst diese geisterhafte er*
iokeiming Hofs der wiUe Jäger, oder es werden noeh
andere neuere namen angeknüpft. Bei Wallrod, unweit
ScUichlem im Hananischen , sieht man im walde grofse
zertrümmerte basaltklippen emporstehen, vor Zeiten war d«
des wilden matmes haus und noch he^e schaut man ihn
in graner rieeiger geeUdt durch den wald über beide und
feld, unter krachen und gebranse» seine runde machon
(vgl. 8. 403. 461). Jenes bairische jagen des hobnoeiklmn»
enthült eine thüringische sage deutlicher, der wilde Jäger
sieltt den moodenim, den hobweibcken nach*], er bi^l
-■"»•
*) diese iMOMÜsiite nod koUtotihd aehdren tu den waldgeittera
6. 451) uod bilden einen äbergang aof die zwerge: dai meiste von
nen weift die yoigtlinditcfae sage, sie gleichen dreijihrigen kindern
und Terkefaren fireandlieb mit den menaeben, die von ihnen geachenke
erhalten, oft helfen sie hen niaehen, füttern das vieb und setien
aleb mit ftt tische, geilhlte saeben dürfen aie nicht nehmen, bei der
iaebsernle pflegt der landmann drei hämd» 9öüßaeh$ fär die MsM^et-
M tfi dem felde Uegen an iassen (rgl. oben a. 417. 477) und beim
banmflUen wihrend der zeit, in weicher der aebalt des abgealgten,
niederfallenden banms gehört wird , drei krmne m cumm awiekei auf
den siamm s« komm, m die mitte dieser kränze setien sich die
holzweibel nnd haben dann rnbe Tor dem wilden jägm', der auf allen
aeinen wegen dem kreuz ausweicht (Tgl. deutsche aagen no. 47).
Grimume m^fikel, #. mmegahe* 56
aK WOTERMB flBR
UBsichthir , aber man hört ihn tobaA in der hrfl , dab ea
^knistert und knastert.' einen bauer aus Arnt^cdig«reiile
.bei Saalfeld trieb sein Vorwitz , aia er atrittU- nwd hmide^
.geheU im wald vernahm ^ mHmibdiaa ttüd das* ge$ehrei der
Jäger- nachzuakmen : am andern morgen fand «r vj^r der
thSre seines fiferdestaUs das viertel eines grünen . maa»^
aaeibchens aufgehängt, gleichsam zum lohn seiAer jagd*).
Den grond , warum der luftjäger das 'hoi&weibleiii verfotgi^
verschweigt die deutsche Überlieferung**); bei dem ober«
deutsdben volk spielen diese wilden wriber in den zwölf
näohtea und in den fasten eiiie entsehiedne roUe, sie ge-
hi&ren zu dem heidnischen gespensteespuk. Selbst nUer
den vicentinischen und veronesischeft Deutschen wagts , um
die angcf^ne zeit, der kühnste Jäger nicht die wildbahn
zu hesuchea, aus furcht vor dem.totMe» mäim und der
wtd^rau. kein htrte treibt dann>vieh aua,.. die iheeni«n
worden im stall getränkt und kinder iahgjen das wasaer ii|
irdaan ge£ifeen aus der nächsten qneUe^ der »Mfirau
aber Spinaen die weiber ein stvtek «hiiar .(flfl6iis).iam roeketi
und weiifea es ihr zum s&kmwfSeit ingffeu^rf ff*). Bi$ in die
▲rdeteen afaar reicht die Be^e^wm/Atr-^mUtk» jagdf, Wolf
in den niederl. sagen no. 516. &17: vgl. aait Si 706 helpt
mit recht hwvor, dafs «dafati gewöhnlich ebtr gejagt -wer-
den., «od. ein bolzhacker,\ii(Siir an\.der jagd tbett gpn— wen
hatte, vierzehn, tage lang «Äai^dteA einaalzen: konnte^, yms
an den eher der einheri^ (s. 295.3S&)^ an die oane^ aprioa
und.dan eberbmten in d«r. Waltherjptge (Wnfthaiwa a. 105)
gemahal, und Haokeibergs träum, geht iuf den eher (8.874).
Das volk -fiirchtet verkehr mit dei» michtifen geialern,
und wer diese scheu bricht, hat es hart, zu büfsen. £chlim*«
mdr $k der saalfeldisohe bMier fuhr, der wesiniiseh^ (a. 873)
ed^ der Schneider im Mütisterland über dessen, batia die
wüdei jagd brauste, als er des Jägers sputtend sein 'AMa^
kUßlafl * dazwischen rief, kam ein pferdefufs durch das
■■ *!■■ ■■ ■ ■ 11»
nach ToigUäodischer äberlieferung soll al^ei der wilde Jäger selbsl
die geiUlt eines iZatiu^ graviUwh i«fitotfile«,maafies bosilzen and sich
in einem enpePi stnnde^iuDgßn Uiale umgelfieben b^ban (Jol. Schuiidl
(40). Im Riosengebirg soll. der nacb^mii die rütteltD^chen. Tor sich
her treiben, die blofs nnt^ einem bäum, bei dessen niederhanea
*goU walte* (nicht aber *walU golt*) ausgesprochen w,nrde» Tor, ihna
schuU finden (denlache sagen no. 270).
*) dentsohe sagen no. 48. Jnl* Sehmidt p. 143; vgl. no. 301, wo
dev swcrg dem jfigw eine, geaise vor die thir btegt.
^*) man sehe outen die aaga ans Boceaooio. nad too GronjeUe.
'*) Horma^rs Tirol, 1, Hf.
I.
WCTimilBS HEER 188
hnrtar und seklug ilm. Tdtti tkeh herab: 'willslii mil mir
jagen, eelista mit mir knugeni' emobell eiae fiärchtertidba
•timme aus 4er luft (D. S. no. 809). Zu DeUigBon bei AI*
feM (iai hiUesheimifMAeii ). enftUle . ein midoken: nriae
maller verteile, dai de hetfßger doreh de laft ejaget kerre
oa jBiuaer erauj^ea ka bei tejif.tejaf.^.tejafl de knackte taa
Hohne «In gaasen dörpe keiausa eias avens tb hope un
broohtea alle de kunae atn dörpe. mit, amme dat ae.den
heiyä^er wet brüen wollen, da kamte ok dorch de Iirfl
an ejaget, nn wie hei ra|^t ka ka! san raupt de knackte
ok ka kal an wie de könne inr Inft jUpert, sau jilpert on
bleft de hunne ufia dOrpe A alle , de smilt de helffäger
te wat kenianer.nB..ficluniet: %U ji mil jagen,, so könn ji
ok mit gnagenr aas se den annem morgen tau seien danet,
wnt dn de heUjägm kenne smetlen herre, da isla ölen
palMhinken.. Aocb die isireioh. Yc^lkssage in.Ziakas milr*
eben s. 37 berichtet von dem. venvregaen, der sich ein
sittck widbaaten ansbat, ab das. mUe §ioad vorüberzog,
und Mcbl aadets die niederl^nd^che. bei Wolf no. 259.
Dagegaa kal •eine westpreafshcbe bei Tettan and Teanae
rtow 260, anf dem Baiarberge im waUo Skr«Yi|ka vdea Star-
garder kreises treibe der wil^e jiger auf BarthokaMeuan
■acht aevi wesen nml.bdbe dem oketfiMler^.den sokenkel
einbf Aenaekän ana der Ml in 4eo wagen geacMoudert^
mit den werten: Ma käst du auch etwas Von nosrci* jftgdi*
*Eka«k aMirsaiaahp valkasago nennt das gespeast Hans
Jagmdeufel.^ . Md sldll ikn dar wie eiaen gesliefelten und
gespovnten m^nU) der. in langem.. sroHflais rock, ein hief«
k^fn.^ber dem. «iaken, nber oi|ne k^^ auf. einem froa-
Bekmmel durcb den waU teüal (D; SL no.. 309). Man
eraihtt attok rom .einem wilden jignr, . geheiben Mmuberg^
iek weib aiokt ans wekher gegend. Sckwibiaeke aagan
von dem. jftgen ..des . ftkenrfrMoft*), . von. dem Jlanlaf
keer ^y mttakte ick misfilhididi« kennen; eines badiscken
wiMon jflgers, juaber Matten y aoUofii atand am .dorfe
Singen bei der Ffina, and in ekieir aapelki. auf dem wag
nach Ktaigsbach wird sein grahslein gewiesen, nachts er^«-
scheint er . mit seinen hnaden den kBRiten im BalMwald.
*) Qtätmm Idawiaiai3 p 8& tSllp. 102; Tgl. olkeatrötsokobaD
8. 430.
**) Wagnsia madaaisf JusKkia p. 2X Sehmidf wb, Sai ; *0turmet
wie «'JfttilMfÄMr', 'seia fertckrocka, wia ^Ktenii s'Mual^Mkur anen
▼orbeisoga wir.* Nefflens Tetter aaa Sckwakeo, Statu. 1837 a. 154.^
25a. ist ea aaa Wuohi höi (Sohm. 4, 202) Teiäadert f wie pota aad
kolx (a. 14}w oder «mof (ira) a= muotf f«L Fromwt (a. 845).
56*
884 WUT. HEER. BERGHTOLS. BERGHTA
(Mones ans. 3, 363). andere sttddeutsche sagen berichten
keine eigennamen, sondern begnügen sich an der spitze
des wilden heers einen weif$en mann auf dnem schimmel
vorreiten zn lassen (Mones anz. 7, 370. 8, 306); dn alter
burgherr reitet auf dem schimmel, der in den wiesen wei-*
dend gesehn wird (das. 3, 259) gaiiz wie Oien sein pferd
weidet (s. 141). Aber schon Michel Befaeim (geb. 1416)
dichtete einen meistergesang von Eberhart grafen zu Wir*-
tenberg, der im wald einen 'schnellen saus und ungefügen
braus' vernahm und ein gespenst erblickte , das ihm die
Ursache seiner Verdammung erzählte, bei seinen lebzeiten
war es ein herr, der nie Jagens satt wurde und zuletzt an
gott die bitte richtete, ihn bis man jüngsten tag jagen xu
lassen; gott willfahrte und so jagt er schon fünfthalbhun«*
dort jähre einem hirsche nach, ohne ihn je zu erreichen:;
sein antlitz war wie schwamm verrunzelt*), das ist nichts
als Variation der niedersächs. Hackdbergssage.
Im 16 jh. (und warum nicht früher?) stellte man aber
auch in Schwaben ein gespenst namens BerdUold an die
spitze des wütenden heers, dachte sich ihn u>mfs gekleidet
auf wrifsem pferde sitzend, weifse hunde am strick leiteiid,
ein hom am hals tragend**).
Diesem Berchiold sind wir schein s. 257 begegnet, er
war die männliche gestaltang der weifsgekimdeten Berkta,
die auch PrechtölterU heiftt
Hier üfnet sich ein neuer gesichtqmnkt se g«i Wuo-
tan, oder mn andrer gott, können auch heidnisdhe gdttin*-
nen das wütende beer anfilhrenj der wilde jflger geht io
die waldfirau , Wodan in frau Saude über. Von ^ereh^
Aa kennt man im Orlagaa Üebfiche sagen, die UeineB
über welche sie gebietet sind mensdienkinder, welche noch
ehe sie getauft waren, verstarben und ihr dadurch zu eigen
verfielen (s. 870. 872). von diesen weinenden hindern ist sie
umgeben (wie frau Gaude von ihren töchtern) und lilst
sich mit ihnen im nachen übersetzen (s. 253. 254). Sner
jungen frau war das einzige kind gestorben^ sie weinte
über alle mafsen und konnte sich nicht zufrieden stellen,
jede nacht lief sie hinaas auf das grab und Jammerte , dafs
es die steine hätte erbarmen mögen, in der nacht vor dem
drißikönigsfeste sah sie PerchÜÜB nicht weit von ihr vor*
*) Ton der Hageot o. s. w. sammlaog u. t. w. 1, 43. 44.
**) historie Peter Leoeo des andern Ralenbergers Ton AehiOes
Jaion Widman (aus schwibisch Hallj Nurnb. 1560. wieder abgedr.
in Hagena narrenbocli p. 353. Peter Leo apaelt hier p. 394 bauers-
lauten einen betrog, indem er lich in BerckiM yerkleidet.
^ ÜT. HEER. BBRCRTA. HOLlA MS
ftbersfclien y d« gewahrte fi^, dM andern kindnrn hfaHer*
drein, ein kleines mü ainem gans dnrchnMUen Imndolien
angelbani da» in der band emem krmg mU waaer trog
nnd malt geworden den Obrigen nicht folgen konnte ; angst-
Heb bKeb ei yer einem sann stehn, den Perchia ibeiwshritt
nnd die andern kinder iberkletterten. die mutter erkannte
in. diesem angenbliek ihr Und , eHte hinzn und hob es Aber
den sann, wfthrend sie es so in den armen hielt , sprach
das Und: 'ach wie warm sind mutterhindel abcar weine
meht so sehr, da weinst mir meinen kmg sonst gar so
schwer nnd yoU, da sieh, ich habe mir mein ganaes hemd*
<Aen schon damit beschttHet.* von jener nacht an, wird
an WiUidmsdorf ersfiblt, hörte die mntter zn weinen anf»
(Btaier s. 142. 143). Zu BodelwUs erzählen sie etwas an«>
ders, das Und habe gesagt: 'ach wie warm ist motterarm*
und der bitte 'motter weine nicht so sehr' die werte beige-
Eagt: 'ich mnfs ja jedesähre die da weinst in meinen kmg
sammeln/ da weinte sioh die matter noch einmal herzlich
ans. (Börner 152). Die sage vom narageweintm todten-
hemdchen geht als mftriihen am (KM. IM. Rettsch no. 32.
Thom. Canti|ir. p. Ml, vgL Wolfs Wodana s. 153) nnd nach
dem dta. Yolkslied toh Aage nnd Bise füllen die geweint
ten thrftnen den sarg mit Mnt; hier tritt Aber der bedent*
same sog hinan, dafs lUe kind^. in PerUat fekü fahren,
das krttglein kann mit den thr Anenkrflgen , die in gräbem
gefanden werden, in Yorbindang stehn^.
AnTser Berahia kommen Holdn, Diana nnd HerodHas
in betracht. Berakia nnd HoUa erscheinen, gleich Iran
Gaude (s. 878), in den zwölften, zwischen Weihnachten
nnd neujahr. Joh. Herdt, ein dominicaner, der zu anfang
des 15 jh. die sermones discipui de tempore et de sanctis
verfafste, sagt in sermo 11 (in die natiTitatis) : sint qoidam,
qni in bia dnodecnn noctibas sabseqaentibns ranltas vani-
tates exercent, qni deam, qaam qaidam Dianam Yocant,
in vnlgari 'die frawen unkokF^ dicant cum tuo exercUu
ambmiare. solch ein nSchUiches hemmschweifen sagen
auch die s. 263 ff. von Diana, Herodia$ und Ahundia
angezognen stellen aas^. Es ist ganz die neben dem
*) Viry. Aen. 6, 427: infaotuin «niraae fleotes in limine prino,
qnos dnkis viUe eisortes et ab obere raptos
abstnlit alra die« et fonere menit aeerbo.
In der einleitanff des pentamerooe beruht die Wiederbelebung eines
todlen darauf, dafs ein an seinem grabe hingender krug roll geweint
werde.
**) aü Dimui, stimmt die pehi. Ihmeanna, ÜMiewina (Linde f,
8S6 Wfif. HIER. rOSTBRU. STRiCeBUS
vieenliliifehbn iriidoli nana auflreleiHfe waidfirau^ 4er dti
Volk Boeh gaben dertirmst* Und wie im Salzburgischoii
der BerbiaosUtis zwo Treudenfeat des Tolka (a. 856) geww*»
den ist, hat biah auch iai EnlUbacli eine ¥0811 Toik aelbet
darfealelle F0slerlijmgd y donnenrtag ver vrtihnnchlen^ nla
altie eingeiilhrl. unter den P^MetU^) denkt mm aieh ein
geapenat in geatalt einer aUen frau oder einer aie^a (ygl.
a. 8(S6). ebenda Yeraammeln aidi die jungen' buraohe dea
dorfa nnd zieben unter lantem geacbrei nnd getöse an ein-
ander geachlagner bleohe, geblasener alphOmer, gelfiuteter
kuhgfecken nnd siegensehdlen , knallender geirseln Aber
berg und thal in ein anderes dorf, deaaen jinglinge aie ant
gleichem Iftm empfingen, einer im kaufen atellt daa PosterU
vor eder es wird in puppengeaMlt auf einein aeUitten naeb«*
ipaacUeift und in einer ecke dea krendem dorfea atehn ge-
hissen ; dann stillt sich der lärm- und alle kehren heim
(Stahl. 1; 206). An andern orten der Schweiz apiikl in der
fironüislnichl mittwoch tor weihnaehten« die Btr&ggete und
plagt die «fidchen, wenn sie ihr tagiwerk nickt gesponnen
haben. (Staid.* 2,405). das Fosterti und dieiStrfiggele glei«-
oben also aufs haar ddr frau Berhta und Heida **). Zu
Neobrunn (im WfirzburgiMsan) .%4% dna wütende beer im«*
mer duroh drei häusdr, in.wöldiked dr^thttreli gerade- hm^
tereinander waren ^ vornen die hanathttr, millen diekiche»-
tfatlr, hinten die bofthUr^ und ito aibh ' drei thOlren in gerader
richtung finden, da zieb^ ea niag aeki wo ea mw will , daa
wütende beer dnrck isl niän mi atrhrse^oder hof, wenn es
■ieht, so muTa anik den köpf zwiacheii di^ . speidieii rinea
Wagenrads stecken, dann aidit es vorüber, sonst würde ea
einem den ^hMs undrehen. in Malafeld e#afthlen alte leHte,
es sei den Zinfcenatili herab Über die kreuzstrafse bei der
Beumeser brücke, über die berge* neck DratTsIgaekergeio*
gen, viele bekrifügeHi mit allen aohwüren es gesetai au
it
699>») Dwimäea; van «inet oberiaataitMcbfn DaMaw hat LiMMMck
lolgande sage : sie war eiae schone ^DDoe ^neiye oder edelfrpu » 4m
mit der i^jlba (einem geicbofs) bewaioet in den wäldern umher
streift: die schönsten Jagdhunde hegleiteten sie und schreckten wild
und menschen anf, die sich zur mittagsstunde im dichten wald fan-
daii. Noch Jetat redet man einen, der über den mittag aUein im tan-
nenwalde bleibt^ achenend an: förchteat du nicht, dafs Dziwitza zu
dir kommen wird? sie Jagt aber auoh in mondhellen nichten. *
*) gleichbedeutig mit frnu Fa$te (s* 742) nacb den flaiatebea
poat SSI faste , jejuaium ?
**) Tgl. das nfichtliche ausreiten der scholtischen elbkönigin (W.
Scotu mioatr. 2, 149. 16t) oder der ftm (Keigkliejr % 169).
WdT. HEER. ECEHART. VKRUSnUW 60?
Mben.^ (B^hsl^s fräMc ihgidttBO; 137). In TMrmgte
sieht 4ts Wfittadh heer hn geleite der ^u BMa (D. & no/ 7)i
Im EiiMen Md in ganäeii MMisfeUer land fuiir ee lilie
jadr a«f ünKnaeU dooaentag vorMMr, daa «olk iflersanmieHe
sieh' iM sah' der 'Ottlranfl tt^heos eiil|)egen, nicht anders
ab saüte eM asiclrtiger köhiig «inzieheii. ¥or dissi hanfeii
tfat diu sltir mfam einher nrit weHsesu Mähe ^ der freu»
BMari, ier de leele aUs dest wege weichen^ Miige ateh
hflfai ftebdn biera: sie wirden sonst schaden nehnleik hin«-
ter ihn toncto etUobe gerM^n, etliche gegangen , nab sah
daninler ilenttdi retf^thne ntenpdwn^ einer rill auf stDet-
iaifi^Mi Pferde *) , einer lag anf ein rad gebunden ^ das
sich ven selfart'li^egte, aitdere- kefeä^ iopfM, iode# Ircf«*
gen ihre schenket auf den achseln, ein irtinkner baiiter^
d(är ^dem Met niiflit ausweieheai Mulüey wunde ergl'iffen
■ad mS eisen heben fblsen gesetet, wo er isgelang harren
moste , bis man ihn wieder bSronter helfen konnte **\. In
dfeMr dsnUeihRig maoM frM 'ÜMa an der sipitse ihres
gelslerbteerd voHUiiimeli» den eindnidl eiiler im lantf di»^
siMmideB:iieHhiiscken güttin; dasTolk lauft suseibni^n nnd
geht ihiP'>entgbgeny wie de» Freytr (sl 194) , der Ncrthnri
(s. 230). Eckkart mU dem weifeen $tab versieht das amt
eines kerold. eiqes kämmerUngSp der ihr den weg aufräumt,
ihr lebendige^ gefolge hat sich verkehrt In gesp^n^ter.
JEcfäutrti der getreue,^ ejne gestali «(us.d^fn kreise alt7
dratseher beiden (beMeiisage 144. 190, vegi der HarluAge»
viriiefäbt richtiger JBialMrarf/ Kriembildes' • Mn^irsr Nibr
1338, 3) grein in die göttersage Aber. rt^Etöh arfhang oder
vorrede des fieldenbuchs sqU er Ipei dem Teniisberg sitzen
und die leule warnen, ivie er ^ie vor dem wütenden beere
warnt; Mi lio weniges; lälst nck auch hier sein geschäft
sodi die ' belteutuhig ritfts Veniisbergs Verkennen. Eckkuri
zieht vor dein wütetiden beer mit ffi>ftfii, Wie el- ah denH
berg der Venus bis zum jüng/sten tag zu weileh vi^rwünscht
ist: die ideniiUit der Holda. und V^nus liegt aufser zweiMi
dieser 'terg (nach einigen der Hoseiberg, Horselberg bei
Bisenadk) ist fihau ' Bullen hofhaltung, erst im IS. 16 jk\
scheint nran ausihr jTrati fenus zu mächert^^^^], in urtterirdi-
*) 9nf dreibeimgem die Hei (s. 804).
*'l A^Dola spr. 667. Eyering i, 78t— 786. die kopfloeen ge-
slahen, die ^vei oder dreibeinigen, feuerglübeBden tbiere in TJelen
geistersagen ; «ach ia der Wetterau lobt eia hopfi9ser wilder jager
(Dieffenbachs WeMerau s. 280) » in Pomoierm ein htfffloaer fcbimmel-
reiter (Temnie no. 240).
'**) Tgl. oben 8. 424. Venusberg in dem iiiederL Yolksbacn Mar-»
8SS WOT. HEER. VBNDSB8R6. mBTKlOH
sollen Mlen hauset sie, sUMich md prädilig gleich zwerg-
kdnigen; einsehe menschen finden eich neeh bei ihr ein
und leben da in wenne. man erzfthlt ¥on dem edlai Ta»*
Mmmt, der hinab gegangen war, ihre wnnder m
schauen^; eine der anniehendsten sagen des mitlefaillinrSy
in welcher die sehnsacht nach dem alten heidentham und
die hftrie der chrisffichen geisthehkeit rtthrend geschildert
sind. EdAart, vieileicht ein heidnischer priester, ist hiot*
mann nnd begleiter der göttin, wenn sie m bestimmler
seit des Jahres ansftbrt. ich ktante ihn auch mit seinem
uff^uei^v sum psychopomp des reitenden tedtenheers (TgL
den in der luft knarrenden sedenwagen s. 7^3} machen;
er geleitet aber nicht die scheidende, vielmdir die wieder-
kehrenden todten.
Da auch Bieiericht eom Bern, na dessen beiden Eck«
hart gehört, theilnahme an der wilden jagd sn beweisen
steht, so wäre er hier der zweite einheimische held. iw
Lansitzer nennen nun den wilden jftger.BemdieirMky Diei^
rjdk Bmmhatd oder DUerbenada; «it habM alte Wenden
seine jagd geholt und wissen zn erzählen TOn nnschmnck«
haften braten, die er dabei austbeilt **)• auch im Oriagau ist
gareia Tan Limbarg cap. 56. 82. 84 und ia der Mörin. Keisersperg
(omeifs 36) iSfst die hexen in frau Fenusberg faren. solcher Venus^
berge mufs es in yerschiednen gegenden manche gegeben haben, be-
sonders in Schwaben, einer lag bei WaMtee, ein andrer hei Ufhan-
sen nnwdt Freibarg, In welchen der Sekttembmget (wie Tanhinaer)
einkehrt H. Schreibers 4b. 1839 s. 34a
*) deutsche sagen no. 170. Wie der pabst dem Tanhäuser darch
den dörren stecken die hofnung abschneidet, sagt auch nach schwed,
tradition der priester dem spielenden neck: *eh wird dieser rohrstab
den ich in der band halte, gränen and biähea, als dn eilosang er^
langst;* traaemd wirft der neek die harfe hin and weint der pneatec
aber reitet fort, und bald beginnt sein slab in lanb and blöle aas-
zuschlagen, da kehrt er um, dem neck das wunder zu yerkänden,
der nun die ganze nacht aber frohe weisen spielt. Afzelias 2, 156.
Dieser mythns yon TanhSnser klingt aber an viele andere, Tonäglich
celtische« Tonkäuser bringt lange jähre bei Holda im berge zu,
Tmnkme }tei der feenkönigin (W. ScotU minsfr, 2, 193), OgUr 200
i'ahre bei fata Morgana in Ayalon: sie hatte ihm einen kränz aufa
laupt gedrückt, der ihn alles yergessen machte, die sage ist dennoch
deutsch und wird in Schweden Ton der elbkönigstochter berichtet
(oben s. 435 und Afzelias 2, 141), im kindermSrchen Ton frau For»
luna (altd. bl. 1, 297). So bleibt auch Odysseus bei Galjpso and
Ciree, wer aber möchte mit Mone (anz. 5, 168) ans den gr. sagen
Ton Uljsses und Orpheus die Ton TanbSuser herhilen?
**) Job. Hortzscnansky Ton sitten u. gebr. der Wenden dritte
abth. (Dessau und Görl. 1782) 3,258. laus, monalsschr. 1797 p.749.
Liebusch skjthtka s. 287.
WÜTBHDES HEER. OIBTIUGH BERN 889
BenMeirich des wilden jAgers naane (BOrner s. 213. 216.
236) iiiid seine hnnde treiben die waldweibcben auf. ja
fttf dem Harz am Bodeltesael über der Rostrappe steht der
wilde jiger rersteinerti 'er heifse Bemkarf gab ein knabe
n, und der Tater der über das Bodethal zu res gesprung-
nen BnmkM wird rem rolk 'der eon Büretif (yon* Bern)
genannt; dies gewkint dadurch an bedeutsamkeit^ dafs auch
Gibidio (s. 126) anf dasselbe gebirge versetzt wfard (z. f.
d. a. ly 575). Von Fichte aber^ dessen heiraat die Lausitz
war, leitet sich die meidung her, dort heirse kneoU Ru^
predU (s. 472) Dieirioh wm Bern*). Beide auslegungen
lassen sieb yerbinden. kneeht Ruprechi erscheint neben
frau Berhia, als diener und begleiter (s. 482), zuweilen
statt ihrer, und wie sie als ein schreck der kinder. es
tomnH dazu, dafs beide Rutprechi und Berkta Weihnachten
auftreten; doch was am meisten entscheidet ist, dafs in
Meklenborg Waie^ wie in Schwaben Berhta, durch den
laehs am s^nrocken flMirt, und Wode^ wie Ruprechi und
Nidas, den kindem gutes oder bOses beschert **). Dieirieh
wm Bern ist also, gleich dem treuen Bckhart, berechtigt
in Wuotans; Holdas oder Berhtas geleit zu erscheinen, oder
ihre stdle einzunehmen. Auch wird bei andrer veranIas->
snng Dietrüch der feuerathmende ilbermenschlich dargesteHl
nach den gedichten des MA. auf gespenstigem feuersprd-
hendem rosse in die h<Hle oder in die wüste abgdiolt, wo
er 6tt an den j^ngsUn tag mit dem gewfirme streiten seil
(d/ heidensagie 36 --40). das stimmt zu der ahmärhiiasken
sage Ton Hackelberg (s. 874) und in der susammensetzang
Huehetbertnd sdieiot der zweite theil deutlich auf Berend,
Bernkart und Dietrichbern geleitet zu haben, wie auch
Hackelbergs und Berends träum (s. 875) identisch war.
YieIMcht «idlteh wire der niederMnd. Berh met den beer
(s. 194) hier zu erwägen, ohne dafs ich den beinamen aus
einem misverslandnen Dietrich eon Bern herfflhre.
Wir haben das wäde beer in zwei hauptbeziehungea
kennen gelernt, als nächtliche jagd männlicher, als feier-*
liehen umzug weiblicher gottheiten, beide, den letzteren
zumal, an gewisse jafarszeitai gebunden, der bestimmtere
sinn des ausdrucks *heer* läfiit schon eine dritte bedeutung
erwarten: es ziiriit als kriegsheer und weissagt anbrechen-
den krieg.
*) dealsehe heldensage p. 40.
**) FraDkles ah and iiea Meklenb. 1, 57.*- In Schlesien schweigt
man die kinder mit de« ntufk^jäger. deutsche sagen uo. 270.
009 WOTBNMIS MBHR. CARL
WnMm (der alte IteerBater^ s. 778 ), JtodMfanirf,
BerhtoU, Mf wei/kem 4ohlaelUr&9se ^ gewafnal and ge-^
spomty ericiienieii :noch als ^benU lenher das Artest,
dea äe gleichsam dem mewchengescUechi verstotten. Sa
gibi mehr ala eine sage von TerwMachleii berge», im
deren innerm von seil zu zdt waSanklang, tromnHsia nnd
pfeifen hörbar werden; ein altea geifier und gölla^eer
ist darein veraehlofsen, das sich an seinem ausbruch iltotel.
Keine sehünere, voIlstAndigere sage kenne ich in dieser
bemeiinng als von dem niederhessischen Odenberg^ nnd
dazu liegt er nnmittelbar in der nfthe von tMkmberg^
d. h. Wuotanaberg, aber ttnlerbchieden davon, so daEs
man Odenberg nicht ans der aHn. fnrm OdiM deuten
darf: . der name mag von 4d ( feUciteS') vieHeicht von 6di
(d^iertus ) geteitet werden. Das volk knfipft diesen Oden-
berg Ilngst nicht mehr an die heidnische goltheit , sondern
an den heldeakönig Carl, ja an kaiser CM 6 *).
Sein^ hftndel mit iandgraf PhMipfp wegen hm Carl der
ftnfle bleibenden eindmck in Hessen nrüokgelaasen,
''£afle Quin^9* mit seinen soldaten hanst im Odenberg,
und wie die Schwäbin ihrem kind mä < der eisernen Berhta
droht {81 3S5): 'schweig, oder die Precbti^lt^rli .kemmil'
die Baierin: 'Schweig, Predite kommt und st$h«eidbt dir
den bauch aufl* schweigt es die Hessin, in diesem land-
strich y durch den suruf 'du, der QuintB hommtl'. Frfiher
meinte man aber Oarl den grofsenj wie sehen die den an-
naüsten bekannte sage von dem dakrstigen beer beweist
(s. 105. 140) ; ein. niederschlag noch älterer heidnisoher my-
then. Carl war mit seinem beer in die gebirge der Gndens-*
berger landsehaft gerückt, siegreich, wie einige eraählen,
nach andern fliehend, von morgen her (aus Westfalen); die
krieger schmachteten vor durst, der könig sab auf 9clmee^
loeiftem tehimmel; da trat das pferd mit dem huf auf
den boden nnd schlug einen stein vom felaen, aus der
Mhung sprudelte die quelle mächtig (s. 207. 550). das 'ganze
beer wurde getränkt, diese quelle haiftt fifAs&om, ihrer
ktthlen, klaren flüt mifst das landvolk gröfsere reinignngs-
kraft bei als gewöhnlichem wasser, und aus umliegenden
dörfem gehen die weiber dahin ihr leinen zu waschen,
der stein mit dem huftritt, in die Gudensberger kirchhof-
mauer eingesetzt , ist noch heute zu sehn. Nachher wchiug
*) xa Broterode wird eioe *fanB (fiiiBe) voa Karlm ^fmiUei" ge-
xeigt und daraa das biulgerichl des -crla gekiuipll, was dfia mhd.
Karies rebt oder Ui iat. Büdistw ihor« fi^Sti M-
WOnrGNDBS HEER, GARL. WCOril? 89t
kdülg OmtI etaie ytofse sehlaeht am. fafee des OdeviMrga»
das atrtani^nde Mal Hfi Ke/i» fm^hen m den boden ; (oft
sind sie sa^cfdlrnml * worden', der regen aptllt' tie immer
wieder auf,) die fhilen ^walohen' zmammen utid ergoMen
aieli bis Besaa hinab; Carl erfobbt den aieg: abernte ÜmI
iieli der lelf iof , nahm ihn und das ermatlele fcriegsvolk
ein «d sdkfo/t teme tcätule. ib diesen^ (Meafberg rabt
der kGnig von seinen heldentbiüen ans. er bat verfaeirsen
all« si^en aiea alle heidert jähre bervdrvalioniinen ; iriU
eine solche zeit ein, so f>emim$m mtm töoffen dmrch 4H0
ktfle fotisi», pfftrde peu>teher und lmf9eUMgj 4er zug
gebt an den GKsVom, wo die rosse gelränht werden, und
verftelgl dann sebien laiif , bis er^ nach Tollbrachlmr runde
endlich wieder' in den berg zurückkehrt. BimnaV giebgen
ieute am Odenberg und rernahmen trommelaeblag y ohne
elWtfS zu sehn. £1 hkfs sie ein weiser mann nach eiSH
ander (hreh den ring schauen , den er rnü seihean In iKs
Mfls gebognm «rm bildete: atsbald erblickten sie ane menge
knegsreik, bi waffenttfaunge» begriflbb, den Odenbe^ ans
and efngebn^). An jenem sohau^ durch' den irm er-
kennt man reeht die nniile edge. Saxo graaHn. mekkf
s. 87 dafs Biareo nicht vermerble den* ^Mn, der auf wm^
f$em HMe reiteüA) niit i0ei/lMMi sdUMs bedeckt, dem feiKriM>
Koben «beer tler Schweden beistand, m ers^Üauefei; da redet
Biflireo zn ftulaf ....
M' nunc nie ubi sit qui vnl^o dieitur OtUn
ahripaikns'y iine^ semper eonlmtes oeella?
die mibt, Ru«a, pi%cor, usquam si oi^nspioii illom?
Rtttflf antwonet: '« >
aidde oealnm propins, >et no$irai^piHmpM c^kü,
ante saeraturas vidrld bmrtMi signo,
stvls praesentem t^lo eogneseere MaHem'^,
Biare« ; si jiotero horriendum iß^ae spectare marüam,
^qnantuiticnnfue alba ilgpeo s\X lectus et ulbmn
flectat eqvum, Lethra nequaquam sospes abibit.
fas est belligeram belle prosternere divam.
das s<A8nen durch den eingestemmten wv^ (chebi,' ^[17^17)
machl l^eislersipbirg ***) , wie sMst da» über die rechie
^) ich' VffrdsftW diese vad Atoderd, getrea aus dsm niande.'des
▼elk8 Y«rzeich^9efe Mwen dtor f^eondMlianikheBtniAtheiluii^ eines Itvrw
hesnschen arldlerieefBeiers , bsrra Pnster.
**) da hier Qlfain Dieht lu bexweifehi ist, so flllt wif, dafi ihn
Sffxo Mer$ nennt, das dient die uralte berätHriui(|[ zwischen Wuotan
und 2io (s. 178) z« bestätigen.
***) ahd. biStter 1, 29a
«92 WUT. OBBa. RODBHSTBINBi. MM
MdmUer (oben s. 428, abargL 906) oder xiriechon dveh
die ohtem des pferdee. Dm hat die hesMche rolküefe be«-
wahrl. So deatlich aie flbrigens den Wuolan zeichsely
acbeim sie ssweilen aof Donar Obersogehn, denn man hört
aneh von einem roiken reiier mit rothwollnem reiherbusche
auf rodk^ni roue erziihleni der an beatimmten jahratafen
den waldaaum des Odenbergs im galopp umreite: ea sei
der geiat Ton Carolm quimiM. diese beachreibung wftrde
eher auf Friedrioh Rothbart , der im Kifhäoaer hanat, und
den rptbhaarigen Donar paasen.
Älinlich diesem Odenberger beer ist der aoaing dea
Bothenikaler$ im Aargau *) , des BodetMemen nach dem
Seknellerti **), des grauen mannes über den BackemeiiU
bei Geisa im Fuldischen ***) , anderer in andern gegenden,
vgl. Hones ans. 3, 259. 8, 306; als das beer über Wol«
fartsweiler sog, rief einer herab ; 'wenn du beachildigt wirst|
verbind dich mit rothem garnP (8, 307). Nach Heimreicha
nordfries. chron. 2, 93 sah man im j. 1637 vor Tondem
kriegshewe in der luft aufaiehen und mit einand^ bei
hellem weUer sireUen f ]• Eine irische volkssage berichtet
von (y Demogkue dem alten herachery der jährlich am
ersten mai, auf mUckiceif$em pferde sitaend, aus dem
gewMaser dnes sees steigt , sein reich au besuchen* In
einer augustnacht aber zeigt sich ein graf eon Kildare
gerüstet auf prächtigem streitros und mustert die schatten
seiner krieger (elfenm. 192» 193. 233), An jenen duris,
dürst (s. 488. 872] gemahnt auffallend ein finnischer Tur-
rieoi, gott des krieges und zugleich riesenhaft (turraa,
turrisas, tursas = riese), der hoch in den wölken ^ wann
ein krieg bevorstehl, seine trommel rühren Iftbt. Den
Letten sind johdi oder murgi gespenster , Seelen verstorb-
ner; wenn ein nardUehi flackert sagen sie: johdi kaujaha
(geister schlagen aich), karru lauaiätt dwehseles kaniaha
[ge fallner krieger seelen schlagen sich) ff). . hier wird
*) Wyfii reiM ins Bemer Oberlaad 2, 42a
**) dentsche sagen no. tM. Saeüerts ss bans des SoeOert, SneU
hart ein nngehenrer geist heifst SiuBaart in Margr. van Limb. 7^«
***) Bechsteins frink. sagen 1, 6a
f) Guicciardini bist. d'Italia. 1583 p. 22: risnonara per tntto !a
fana , essere nel' tenrilorio d*Areno passati vinbUmente molti di per
Varia inßnUi huomini armaüf sopra grossissimi cavaili e ooo ierri'
hiU sfrfptio ü ftfom di irombe t ü tawäturi. Tgl. die dln. sage
Tom aasziehenden kXiNdb^ oder JSffeftdii^. Thiele 1, 98. 3, 55.
Selbst kinder mit spiefs und fabne ziehend weissagen krieg (abergL i06)<
ff) Stenders lett. gramm. 1783 p.262. 266.
' BBDANING& BBLLEQOINi §98
der gespenslertttiiiiiU auf dte leochtende, wie bei 4^
Deutscheii auf die ttaende iMtnrerscbeinungf bezogen; es
erimiert aach aa dea kriegf, dea unsere lan&knechte selbst
im hiaiBiel erheben, noch mehr an die ahn. benennang
BioAk^a t>eSr eda dl ( Hedaningorum leafipestas vel pro*
cella) rar krieg und schlachl, Sn. 168. die beiden irarea
in langem kämpfe gefallen, da gieng Hildur, die yalkyrla,
nachts auf die wahktätte, weMe sie irtecfer aaf und liefs
sie von neuem kämpfen, und so sollen sie alle tage Ms
sa weliumtergamg rnn tag streuen und die nacht todt
liegen, dies scheint mir unter Men das älteste vorbiM
eines in den wölken streitenden heers, aus dem maUi wie
die namen redr und ü zeigen, die naturerscheinung deak
täte. In Tharingen geht eine volkssage von einer zwft*
sdiea Croaten und Schweden gelieferten schhcht, an
deren jahrstag abends eilf uhr alle begrabnen soMatea
erwadien und nun wm nemm m streUem begmmen, bis
die giocke eins achlägt, - dann versinken sie in den erdk
boden und Kegea ein jähr ttber ganz still und ruhig (Bech-*
Stria 4, 231).
Aber den roaumiscben TMkem ist die iberlieferung
vom luflheer nicht weniger bekannt und einzelnes trift mtt
dar deutschen genau zusammra.
In Frankreich fftbrt ein solches luftgebilde käaipfanw.
der geiater die benenaung HeUeqwm, BteUrin, in Spar
niea exereilo asUiguo^. Guüiahn. alvenitt (f 1248^
p. 1037: Me equitibus tero nodumia, qui vulgari gal»«*
eaao HeUeqmm^ et vrigari hi^panico exemikm aMlifuuk
vocantur, nondum tibi satisfeci, quia nondum declararu
intendo, qui sint; neo tarnen certum est eoa maignioa
Spiritus easa, loqaar igitur tibi de hia in sequentibua»'
p. 1065: Me substantiis apparentibus in siraBitudine a^^iii**
fflwIiMai et beUaitarwm, et in aimllitudine eaDercUmum itm^
mmerabUimn^ interdum autem et paucahtm equUmnJ
p. 1067; 'narratur quoque, quod quidam videns hujusmodi
exereUmm (auf der wegscheide) terrore persusaua a via
pubKca decUnateU m agrum contiguum, ubi quaai in
reiugio, tramemUe juaota üktm toto iUo ewerciiu, übe-
sus permansit et nihil mali passus est ab Ulis, propter
quod opinio inolevit apud multos, agroi genukre pro-
tectione creatorii propter utilitatem hominum, et hac de
causa non qbm accessum malignis spiritibos ad eos, neque
^)' d. h. die grofta nenga dar todten (ob<m ». 807). he geit int
•Ide keer s= er stirbt Narragonia 84^.
QtjkM
WÜTSNUBS REBRi HBlLBOfUlN
|i#leslatfein McenAt propter hflnc caua««. ImniiiibiMi exi^
s4eRtibtts i« eis« Gern MUm idohirarttm iiUelttn istati
ot dereiiflionam, m ««m vel cre^aret vel avdifiiy. mmmi-^
iuB aroornrnJUam atlribuerel. opinpr autiNi, jfmoA t7e-
Perm deam^ qwe agris praeest, hl^jusriMidi honilnea
protoxiase crederent, axerciUimqoe illom intra fiMB jregnuA-
que Cetera nemini po«ae aoeere/ p. 1073: 'noc le remo**
veat aal emiturbet ullaleatts vulgaris ilia HiapanDrun n^-
mmatiOy qaa laalignoft. spiritua, qai im armi$ luder€ ao
pugncaie Tideri cMiiisueveninl, esgercUum aiMqutim' nomi-
naat, magia enim anilift et ttdiranlittm. vetittaram nominatid
est qoaoi TeritalisJ Badolfua de Presies ad libr. 15 cap. 23
€b eiv. dei: 'kk meagnöe de BeUeqmiti, de «kiffie Habomta
(s^263), et des.esperia quils appelleiü Eaes.' Dücaage s« y.
im jeu d'Adan hört man die mmtsnie Bkiekm. aater sdiirt-
leiigiaidtngen. heranzieben, die drei feea (s« 384) im ;ga-*
folgQ, ein ^es Beikqums* wird geiiaiint; .. Viacent bal&v.
lir. 30 capi 118 and naoii. ihm Keisfein^effg -(aimeifa 37) bet*
riciitan taa. einem. gewissen Nataüs,, dar fesUM'ben merietf
erschien und auf die frage nach dem wütendeii beer ver*
htodete.y aa hAe. aufgekM isait Omnims rfUinkm seine
bafsti gelaistbtk . biar wird daih wfltenilen. beer. dar. nama
CaroUquifUi oder nach Bniegn .AUequimH beigakgt^ iraa
aftah^r mit j^etm Helk^lmn uad 4m liesseobM Marie'
fmßtte iiim.Oimfberg^^^ 890) aamaaimanhfingt. .Qleii^hirol
sdieiht -jes falaaba denluftg :des Maraa^Helle^nia^ dessen
fluisaie !(gäfalge)) in daa gediabien' dea jl3 jh. *) aitfser
£bif. alvanana varsobiadiialiicb . eraräbtt wiM^ disr alM
friebi den firaaa. .icdaig Cari & ms 4ar aveiten bftifla 4as
14 jlL maiaan kann, dala niaa aoab Jn Fraqkreiah itiit
deaa wilfiideni beer Carl- deagrobeal in vprbindaag tmuBbe,
aaigl eia buRgfand. fediobt des 17 jb,, aaeh welchem C%arfe«*
magna auf aeiaem piard aa Aar .spitza der lafterschainttiig
taüat, und dRataid die fabna trägt *% wie* aber wana
ifiBlifjaiiw aas den deatsaben heile (pnlarwell) oder der
dnniautio» ballpkfai, persönliob varf aüirnttah anfjf^efofiit)
au veas^hBi wära^***) ? 2u Tours sagt aian ychälue Mgmi
(hr^et isl Jagdhund) und le eareue du rot Hugon i) , der
t ■ ';■ « — r-" — * I. . •
• • 9
*) B..b. im Rbibajrd saas paor, im i^omin deFau^l, TgL Jabib^
«ontes f, 284. Uicbal tfi4a|ia fr. |h 73 --7€.
**) joaraal des sayaas 1832 p. 496.
***]/Hao8ler8 chronik yon Flandern hat 8049 ten HaUekine^ einen
Ortsnamen, zur kleinen hölle.
t) möm. das aatiq» 8| 456. naai bargnigaons p. TSl, Thaanus
4 p. 1104.
WOT.IHBn. ART». WALDBHAR 809
«achte ftok die stadlmMer twilel uni alle, die ihm ftegegneti,
tfcUfigi oder wegraft. des königa Hugo Capet wagen Ter-
iritt auch hier einen heidiiisehiei» - götterwegen ; in PoMoa
haitit es la ehassejBßUerie. kii weide von Fontaineblean
soll ^la grmul tenmr' pgen.
In des brüisoheft wäldem raosohte sehen zu des 0er-
vasies liU»erieeaia zeit könig iirlife nficMliche jagd (ot. imp.
3» 12): 'narrantibus neraoram eustodibae, <(aos fereatarios
volgiia Mmitialy se altemis ifiebus cirea horam meridianam
el in prino Aectitim oonticHiio sub piemliuiio lana lucente
saepissiine ndere milUum eapiam tmumtimn el eamnn el
oormmm ilrepihm^ qei scieailantibtis ee de Moeietate et
famika Afhari esse affirmam.' ian coflAplaynl of Scethiid
heifiil es p. 97. 96 : ^Arikimir icnyehl he räid on nyohi viUi
gyUia spur and eancSDychl^' Der eOMnigin nnd fem
wvde adioD: vorhin gedacht (s. 886). Shaltespeare (merry
wir. of -WindK. 4^ 4) gedeniU eines ^Beme <lke irnnter,* der
mitternachts um eine alte eiche wandert.
fioMocoio (decianv 5,^ hat die g<escMahte etiNis ge-
apenatee) das seine galiebie, die iAm Irenloaer ' Weise den
lad beraüei halle , jedem freiktf nackend dnrah den w«M
jagl «ad voft toinen tandea lerfleiacken- Hrsl : so efl sie
arlegl wird^ sieht sie^ wieder aaf mkl die gransame jagd
bagtainl von neaenri. IKe^ faliel soll, nafeh Mannt, «vs
Heünand' genommen aain] sie kdnnle «nfselilnlii 4lber die
veffblgnng des hoizweibchene durch den wilden jVger
(s. 868) geben^ wenn man auch die motlve dee noveillsten,
wie billig 9 erst anf den ainftichen gruod einer volkssagie
Sttrflckndiühren bitte« Im gediehl von Etsels hofhaltnng
erscheiiil der WwnSerer fast als ei» adldb^ wilder mann
und jAgar, der mit seinen hunden fnm SaUk hetut rnid
anCznfneeaen drohl, wie derjäger das flOchtige hotzweHü-
lein (s. 80 ly oder der inferaalis venator die abgeeehtedne
sieki
Un¥einleekter. liegen, die bezflge der nor#. auf deutsche
sagen, den Dänen ist Waidemar, ihr berühmter, gelieb-
ter könig, zum wilden jfiger gewprdeo. die seekndische
fabel Iftfst ihn, gleich Carl dem grotsen (s. 406],. durch
einen zauberring zu einer Jungfrau und nach deren tpd z«
einer Waldgegend heftig hingezogen werden, er wehnt im
GurrewnU und jagl da nacht nnd lag^), ganz wie Haekel-^
borg Aufimrl er die vermefiteien werte: 'gotf möge sein
*) anC dieMT jagd übt ei grantamkeiteB gegen die biuern, aoeb
jagt er eine meerfrau (Thiele 1, 46. 92).
806 WAUmiASJ - GRÖNIETTE
I *i
himmdtewh behauen, wenn ich nm in Gurre immerdat
jagm kann!* Nun reitet er jede nadil von Burre nach
Giffre; wenn das voIIk sein hohorufen und Peitschenknallen
von weitem hört, stellt es «ch seitwärts unter die bfiome.
voran im zug laufen kolschwarse hunde, denen glühende
Zungen aus dem hals hängen, dann erscheint Wolmarj
auf weif um pferde, zuweSen sein eignes lumifi wUer
dem Unken arm tragend (vgl. abergl. 605). stöfst er auf
leute, besonders alte, so gibt er ihnen bunde zu halten,
er f&hrt einen bestimmten jagdweg, alle thtir^ und Schlös-
ser springen vor ihm auf, seine strafse heifst WolmarS'^
strafsey Voldemarsvej *) , wobei man sich der Irraii^striet
und Eriksgata (s. 330-36) erinnern wird. Denen die ihm
die hunde gehalten hahen schenkt er scheinbar geringe
Sachen, welche sich hernach in gold verwandeln, für hiif-
eisen gibt er ducaten (Thiele 1, 89 -* 95). diese sagen ge-
mahnen zugleich an Carl den ^ofsen, Hackelberg und fra«
Holla oder Perhta.
Auf der insel Möen liegt ein wald namens Grunewald,
in ihm jagt der Grdh^eUe jede nacht zu pferd, das kmipi
mUeßr dem linken arm^ einen qiiels iii der rediten, eine
meule hunde um sich herum. Z»r emiezeit kgm ihm
baitem ein gebund kaber für eeim pferd hin, dafs er
des nacht$ niaht ihre saaten niedertrete; an diesem einen
z«g wird Wuotan (s. 140. 141)**) vietteicht auch Frey (s. 194)
erkennbar. jeUe heifst er hier, wie in der Schweiz ctani
(s. 892). Grön erkläre ich nicht duroh die grüne färbe
der jflgerkleidung , lieber durch 4ta altn. grön (barlNi),
Grönjette » altn. graniötunn, der bärtige riese, und Ormi
(barbatus) ist Odins nurne (s. 818)« Grönjette läfot auch
die banern seine hunde halten, er ji^ nach der wteerfira»
(wie der wilde jäger nach der holzfrau); ein bauer si^
ihn nurückkehren , wie er die meerfrau todt quer fftber
seinem pferd liegen hatte: 'sieben jähr jagte ich ihr neck,
auf Faliter hd> ich sie nun erlegt*' dem bauer schenkte
*) antiqrariske annaler 1, 15.
**J noch oiher frift was Thiele p. 192 meldet: in alten tagen
faersente auf der insel Mden der aberglanbe, wenn man einerntete,
M% letite gehandne haiiergarbe hin aoi den adcer %n werfen mh den
worCea: 'das iat für den jöiU 9on UpsaUf diät so9 » kmbtm jmi^
abendg für gemfferdJ* tbaten das die leute nieht, so slarhi.ihr vieh.
Der jöiunn von Upsala bezeichnet, in christlichem euphemismas,
Odinn oder Wodan, dessen götterbild zu Upsala aufgestellt ist. yiel-
leicht entsprang die redensart in eMW seit, als Dinnark sekon be-
kehrt, Schweden noch heidnisch war.
WOIBND» HEQI. CimO 8BT
er ii9 band) woran er die liimde gehalten halle; aelanfe
4m band in seinem berits blieb , nahm er sn an reichlhani
(Thiele 1, 95-97}.
Auf F^hi^m jBgi Pakmjägery d.i. der alUi. Päbmidki
(formn« sog. 11, 49-*99. Thiele 1, 11(^, ein vielberühmier
held (oben a. 3S4].
In einigen dänischen gegenden wird stall Weimer mir
gesagt ^en flgvende jäger^ (der .fliegende Jäger) oder 'den
fkfemde Markolfwfj in der gegend von KaUnndborg hat
das reik einem jftngern könig die jagd übertragen : ChrUHan
tkr wioeite reilel auf wei/sem pferd mit sehwartten hmnden
(Thiele 1, 187).
Im Schleswigisefam . jagt kMg Abel: in eo i4»co, ubi
sepuhns est "— - venaleris cornu inflanlis Yocem et senum
ezaudiriy multi fide digni referant et affirmant usque adeo
shailem, nt venatorem ibi venari quis dicerel, idque.saepe
ft vigilibusy qui Gatterpii nocte wgitare solent> «udiri: sed
et Abelem multia nostra aelata ajpparuisse et visam esse
eenslans omnium est rumw, ore et corpore airum, equ§
fmnUo ffeclum, coittlatan. canüMis tfihus veaalicis, qui et
ssepe speeie igneiä «t. andere viai sunt. Cfpraei ann. episc«
ilesvio. p. 267. vgl Thiele 8, 63. 142.
Schwedische überlieferungeli tom wilden Jäger sind
mir nichl YoUständig hekannt« ich folgere sie aber schon
nach dem, was s. 461 yM dem strömkarlsHig gejsagt wurde,
dessen eiBte Yariation dem nmektgeiH tmd seinen keer ge-
kMj und der aeck berührte sich gerade mit dem eUuschen
Tanhänser (e. 888). Atfch dauert in Scbreden. noch der
echte benng der naturerscheinnng auf den geilt {oben s, 871)4
Man erzftUt Yon xwei leidenschafUfchen Jägern , Nielus Hüg
und .keanus Haar (Arwidssein 2, 71).
Rddien gehali hat eine norwegische $age. Seelen, die
nicht eo Yiel gutea thun daJe sie den himiMl, nicht so
Yiel böaes deb sie die hdHe yerdienen, Irunkenbolde , spöt-
ter, feine betrieger, aoHen «ur strafe bis an das ende der
weit umreiten. An der spitze des zugs fährt Gurorytse
oder Rßisarata mit ihrem langen schwänz, woran man sie
vor den übrigen kennt; nach ihr fii>lgt eine ganze menge
beiderlei g^schlecbts«. von vornen angesehen habeh reiter
und pferde stattliche gestalt, von hinten sieht man nichts
als Guros langen schwank, die rosse sind kohlschwarz,
mit glühenden äugen, sie werden mit feurigen slangen und
eisernen zäumen gelenkt, voii ferne vernimmt man den
Iflrm des haufens. sie reiten über toasser wie über land,
kaum berühren ihre hufe die Oberfläche des was^ers. wo
Grtmiiif mytküL S* mutgabt, 57
896 WOlCRDBS REBIL GDlIO
ste des waML amf eim iaeh werfem, ia dem hwa mab Infi
ein mensch sterben; wa sie icMigwi, aord «ml trink-
gelag erwarten y 4ia kommen sie und seinen sieb fibcr dm
thfir^). solange nodi keine nntkat begnngqpi wird, kalten
sie sidi rnhig, erfolgt sie aber, so laek^m ne ImU oajf **)
nnd rasseln mit ihren msenstangen. Ihr sng bat slatt nm
jnl, wenn grobe trinhgelage fallen werden, kört man
ihn nahen, so mnb nrnn ans dem weg weiehen oder sieh
platt amf dt% bodem werfen^^*) nnd schlafend anstellen,
denn es gibt beispiele, dafs der zng lebende menschen mit
sich schleppt ein rechtschaffener mensch, der jene vorsieht
gebraucht, hat nichts su fürchten, als dafs jeder ans den
häufen auf ihn speit: ist der zng Yorbei, so mnb ot wie-
der ausspeien, sonst wurde er schaden nehmen. In eini-
gen gegenden heifst dieser gespenstige aulxng oasfarsta,
aoikeref, aaskereida, an andern hoskebreia; jenes vcrdwbt
aus äigardreida, äsgardreid^ der asgardische sog, die fahrt
der seden gen himmel oder auf die bhrt der giMter, der
▼aifcyrien, weiche die erde heimsuchen; ▼ielleieht ist es
noch einfacher aus aska (biltx) nnd reid (donner) su ver«
stehn? dann wOrde es sich mehr md Thors ersckeinung
beschranken, zuweilen sieht man den zng nicht, hOrt ihn
blofa sausend durch die lOfte fahren, wer in den drei
julnächten seine stallthären nicht bekreuzt, der fndet am
morgen seine pferde sckweijtirufend (s. 626. 628) nnd
haibgeplatzt, weU sie mitgenommen waren (Faye 70-72).
(htro scheint was sonst gurri^ d. L aMn. gifr (riesm,
s. 493); guni ist aber buch AiiMr« (Faye 10) und diese
wird als schönes weih mit hifslichem sdimaia geschildert
(Faye 25. 39)/ BMdra darf unserer Heida schM deshaA
verglichen werden, weil sie ungelaulte kinder mü sich
ftthrt Giro als anCührerin des wutenden beere entspricht
Tdllig den flbrigen bisher entwickelten Vorstellungen f).
Überschauen wir nun die gesammte reihe der deut-
schen und nordischen sagen vom wtttenden beer, so drin-
*) qnia Mon lecnt iolroitnm deleciaüoDis posita fsL, reguU
Benedicti cap« 7.
**) Tgl. das *manes ridere yidens* im 'Waldiarius 1040.
***) wie oben s. 874, in allen Tolksiagen wird dies %n Ihon an«-
gerathen, s. b. Beehsteins ihör. aag. 4, 234; trank, sag. I, 57. es ist
die aacb beiin weben heifser winde in Italien beobachlele Toraicht,
f) sollte der wald Gurre in Waidemars. sage, wie der wald Hakel,
aus der person entsprungen sein? man erwfige Haija und hölle.
in Schmidts fastelabend^aml. p. 76 werden lasammengeslellt *der
Woarf die Ooor, der wUde jäger.*
WÜTENDBS^ HSBlt 81»
gern sieh fiflgendebiDlradilsiifeft hervor. ' der MyiiHis aeigl
ans gdtler oad göttionen des heidenthuas. unter den g4i^
lern Wuoiam und vieileicfat auch Fro, irenn ich' auf Hm den
BerhCoU auslegen darf. Wuotaii orscb^fnl noch m seinaa
beinamea des gemmUeUen und des Mrüget^, die man her-
nach misverstand und m eigennasMn umschuf. bei Saxo
gramm. p. 37 heifst Oihiu: ^atbo clypeo tectns et attnm
(s. 1. statt altuon] flectens eqmum* Sleipnir war ein grau^
9ehimmel (Sn.47), was man apfelgrau (pommel^, ags. fippel«^
fealo] nannte, zwischen ftö WödmXind frdwaGöde sehwan«*
ken wort und sinn. Heeranftthrende göttin, statt des gottes«
isHTo/äa, SMuegenuhlin; ich überzeuge mich immer^fest«^
dafs Holda nichts anders sein kann, als der milden, gütigen
Fricka beiname. Berkia, die leuchtende, fäHt wiederum mit
ihr zusammen, oder wenn es auf Froutoa anwendbar ist,
berührt sich mit ihr , . wie die nord. Freyja mit Frigg«
Merkwürdig, dafs die norweg. sage weder Frigg nocb\Freyjtt^
sondern auch Huldra nennt. Die den luftwagen des gottes
umgebenden hunde könVien Wuotans geheul anstimmende
Wölfe gewesen sein. Eine onbeglaobigte nordische f) tber-
Uefenmg iäfst Oäimn^ gUeh Hakidlbemd, durch einen eber
verwunden und diese Verwundung scheint vAllig sa|^enheft
(s. 874. 875); als der eber dem schlafenden gott^das blut
aussog, fielen trepfen auf die «rde, aus denen im folgenden
frühjahr blumen wurden.
Diene gottheiten stellen 4slsh auf doppelte weise dar.
entweder , menschlichen äugen sichtbar ^ an heiliger jahrs^
zeit, in das land einsiehend, heil und sogen mit sich ftb««
rend, gaben und opfer des entgegen strömenden volks in
empfang nehmend, oder unsichtig- durch die lüfte, sohwe*^
bend, in wolkengebilden , im gebraus und heulen des ynu*^
des vernehmbar (s. 5d9), krieg oier jagd, die hauptge-
sehfifte der alten beiden .treibend: ein aufeug der wenige^
an bestimmte zeit gebunden mehr die naturerscheinung er^
klärt. Beide zttge halte ich , ihrer idee nach fttr gleiiä alt^'
und sie greife» bei dem mythus von dem wilden beer
manigfach in einander, die vorsteliung'en vian der anSch-^
strafse haben uns gezeigt, wie wagen und wege der götter
sowol amhimmd als auf der erde gehn. .
Seit dem christenthum muste: euM^ verwandlang dar*
fabel einUreten. statt des götterzogs erschien nunmehr ein
gransenhaftes gespensterheer mit fiwrtem^ teuflischen «u-
*} Watsenberg s. 72. Greuzen sjmb. 2, 98; ich färehte Rnd-
beck hat die Adoninag« (a QM) kukn aef Oden gedeotot
67*
96» WÜTRIfDES WSm
fhaien entstellt. YeriiitttHcli hMM sehoo die Heiden oh»
genommen y dars im dem tmge der gotlheilen die geister
seeliger iMlden nitfaliren> die Chrieteii venietsteti jetzt in
das heer nngetatifte kindcr, trnnkenbelde , Selbstmörder
(vgl. s. 782), die in grftfdicker sersümmelung auftreten.
Ans der holden ward enie unholde, nur noch von vonie
schöne, hinten geschwänzte göttitt^). was ihrem alten
bilde nicht ganz entzogen werden konnte, wurde als ver-
führerisch und sttndhaft aufgefa&t: so erzeugte sich die
sage vom Vennsberg. Auch die alten opfer lieb das volk
nicht völlig fahren, es beschrinkte sich auf die habergarbe
fthr des gottes ros, wie es den Tod (den gleidifalls jagen-*
den^ s. 805) mit einem sckeffel haber abfindet {s. 804).
Ate heUen toiedergeboren behaupteten götter ihren
reinen, ursprünglichen character «ngetrflbt So sehen wir
diesem «mzug bedeutsam Ihetnoh^ Ekhatt, Artus, Carl^
WabUmar^ PabuiMe, ja könig C*ritiid$^ einverleibt, ohne
dafs ihrem ansehen unter dem volk das gerikigste entrissen
wird« Danebdn macht sich aber Auch eine andere antdciit
geltend, weiche die götter in ieufel, wie göttinnen in un*^
holde und hexen verkehrt: der teufel konilte hier leiobt aus
dem eiteren rjes^ entspringen.
Letzti niedersetzuag der fabei war, dafs sie sich an
einzelne Jäger und jagdliebbnber der jtln^^eki z^it heftete,
wie Hackelberg, den heidereiter Bäten y Junker Mmien,
Mansberg den bmgherm ck a. diese sehäti beinahe wie
historische personen a«, näher Iwtradhtet werden sie sich
immer in mythische antösen. die- gewissenhaftigkeil , mit
der das volk Hekelbernds grabstätte nachzuweisen sucht,
scheiiit mir einen heidnischen cultue, dem auch steindenk^
miier gewidmet waren, anzudeuten^
Der ähnliche gang, den die geschichte des mythus im
Norden wie in Deutschland genommen hat, verbirgt une
von nenem den Zusammenhang des heidnischen glnubens
hier uiid dort. Sachsen, Westfalen, Heklenburg, Hessen
haben noch einzblne züge mit dem Norden gemein, die
SttddeuUoUand weniger festhielt. Zugleiok bricht berah-
rung mit celtischer sage durch, wahrend ich keine mit sla-
vischer entdecke, es müste dehn der näclils umreitende
Svantovit (s. 628) hierher gehören.
Noch ist eine mit griechischer fabel unerwähnt geblie^
ben, aus der sidi das hohe alter der vorsteWing eines
riesen und Jägers zu ergeben scheint. Orion war den
*J vgl. Imo Welt in CoMrada gedieht i. m C
lirOTBNDBS HEER. ORION 901
firiechen ein Mestnlnfler {n€XmQi9c) j^f^ y der noeh «i
der wmifnoeüy auf dar Asfodeloswifese das wild ▼erfolgt
(Od. 11, 572) und ein leuchtendes gestirn bildet. HoAer
netint Orions jaghund (II. 22^ 29), den man am himmel
anter ihm erbliciit, Tor ihm sind die pieiaden (eine hotte
wilder taaben, Od« 12,. 62) auf der fluehl, selbst die grofse
bärin scheint nach ihm hinsuschauen (Od. 5, 274)*). Ob
auch unsere vorfahren das nemliche gestirn mit dem mythus
von der wilden jagd in beziefanng brachten ? ich habe es
s. 690 zweifdhaft hin gestellt, einilial könnte man den
ags. namen eberiun^en damit verbinden, dann aber an«
schlagen, dafe die drei den gürtol bildenden steme $pifm^
rocken der Firicka heifsen, die als Holda dem wfllenden
beer vorangeht, und gerade bei seiner erscheinong auf weih«>
aachten der Spinnerinnen wahrnimmt, we Fricka das ge-
stirn benennt, hebt sich ihre spindel hervor, wo ihm Wnotan
oder ein riesenheld den namen verleiht, kann die gruppe
[vejagter ober ausgeaeichnet sein? Die griech. fabel ent-
faltet sich noch reicher. Orion wird geblendet und von
Kedalion, einem wunderbaren kinde^ das auf seinen schul-*
tern sitsi, zu neuem Ucfate geleitet, dem blinden rieeen
liebe sich der kopflose wilde jftger *^ vergleichen ? Noch
mehr flUll mir der zng auf, dafs Artemis aus der erde ei-
nen scorpion hervorgehn IftCst, der Orion in den knöekei
sädU und jdurch diesen stich tödlet ***) : wenn sich daa
seichen des seorpions am biamel erhebt, sinkt Orion unten
das gemahnt an Hackelberend , dessen /n/s, vom Aatier
des ebers gestochen, seinen tod verursacht. Orion gehl
zur Sommersonnenwende auf, zur Wintersonnenwende un-
ter, in den winternächten strahlt er, wo auch das wütende
heer erscheint, windsturm begleitet ihn (nimbosus Orion.
Aen. I, 535). er hat die gäbe empfangen auf dem meer
zu wandeln (ApoUod. I. 4, 3), wie die rosse der aaskareia
*) O. Möller qber Orion (rhein. mnt. f. phiIoL 2, 12).
**) jeder missethiter , desien yerbrechen yor seinem tod nicht
herauskommt, mufs mit dem hopf unier dem arm umgehn (abergl.
605). soll auch das blenden oder erblinden geisterhafte« irren aus-
dräeken ?
***) Aratos phaenom. 637. 0?id. fast. 5,541. Lncan. phars. 9, 832.
auch Adonis stirbt yom eher yerwundet. Nestor meldet, daljs dem
Oleg geweissagt war yon seinem pferde zu sterben; erliefs es füttern,
wollte es aber nicht wieder sehen, als er nach fnnf jähren danach
fragte, sagte man ihm, es sei todt da lachte Oleg der Wahrsager
und gieng in den stall, wo das gerippe und der schidel des pferdes
lag , als er auf den schidel trat , fuhr eine schlänge daraus henror
und stach ihn in den fufs; daran erkrankte und starb er.
902 ORION. FERALI8 EXEHCITDS
über die flul ziehen. Orions Terhilliib sa Arteinis gleicbt
dem des Wuotan zu Holda niebl, da beide , 'WuoUib und
Hold«, nie zusammen im beer außreten; für sich betrachtei
bat aber Holda entschiedne Ähnlichkeit mit Artemis oder
DUma (s. 246) noch mehr mit der nächtlichen jagdgöttin
Heoate, in deren nftbe hunde winseln y wie bei frau Gau-»
den, die gleich der Hei von hunden gewittert wird (s. 632),
der man auf das trivium (ahd. driwikki) *) ärmliche spei-
gen hinstellt (wie der Berhta und wilden frau s. 403)
Tgl. Theoer. 2, 15 und Virg. Aen. 4, 609: nocturnis Hecate
triviis ululata per urbes. Lucian (im tpi'koilf^vdijg cap. 22.
24) barichtety wie dem Eucrates eine solche 'Enaxfj im
wald erschien, und die klaffenden hunde nkangeln ntehl
dabei.
Tacitus Germ« 43 sehildert die Harii, tka nordöstliches
deutsches Tolk mit folgenden werten: truces insitae Ceritati
arte ac tempore lenocinantur. nigra acuta, tincta ciorpora,
atras ad prodia noctes legunt, ipsa<iue formidine atque
umhra feraüs exerdhss terrorem infemnt, nullo hostiom
sustinente no vum ac velol infermm aspectum. war dies
todtenheer oder höllenheer römische vorsteilung oder schon
in der naobricht von jenem deutschen voik* mitüberliefert?
Eines luflheers gedenkt 'auch Plinius 2, 57: armorum cre^
piius et ktbae somius aoditos d coeh chnbriois beUis acce«
pimus/ crebreque et prius et pobtea; tertio vero consulalu
Marii ab Amerinis et Tudertibos spectata arma eoelesUa ab
ortu ocoasuque inter se coneurrenUay pulsis quae ab occasu
erant.
*} kreuzwege, scbeidewege siod der frau Ganden zuwider, nach
Festus s. T. pilae et efBgies wurden diese den laren auf solcken we-
gen aufgehflngt *'
• .
BNTlOCKOnG 908
GAP. XXXII. ENtRCGKUNG.
Unserer mylhologie vorzflglich eigen ist die idee der
entrüclKung , wie sie sieh swar schon anf den Inhalt des
vorausgehenden cap. erstreckt, aber einen noch weiteren
umfang hat
Venotti^cken bedeutet einen fluch oder bann^ ausspre-
chen, maledicere, diris devovere, was goth. fragvipan, ahd.
fanoäsumy mhd. teru>Asten heirst; da- ich verwünschen in
der älteren spräche noch nicht finde, erkläre ich es Mofs
aus dem gegensatz von wünschen (fausta apprecari) und
enthalte mich darin beiug auf den wünsch (die fülle des
heils und Segens) lu vermuten*).
Von f>eru>andhmgem unterscheiden ^^erftünMehwngen
sich darin, dab sie nicht umgestalten, vidmehr die nattlr-
Dche form der dinge festbannen und nur in andre läge
versetzen; wiewol der Sprachgebrauch auch das verwan-
delte verwünscht nennt, ferner, das verwandelte b.eharrt,
bis vam «eitpunkt seiner erlösung, in. der neuen gestalt,
in welche es umgeschaSen wurde, tUeii äugen siehtbiM»,
z. b. der stein oder bäum, in den ein mensch verwandelt
ist; bei dem €eru>ün$eklen aber, nach dem begrif, den
ich ihm hier gebe, scheint mir' wesentlich, dafs es unsern
sinnen entrückt werde^ und blofs' zuweilen, in seiner vo-
rigen form, erscheiae» Anders ausgedrückt: das eenoa»^
delie bleibt leiblich, das oenoiMdkle rerliMrt sich und
kann nur bedingungsweise wieder leibhaft werden, wie es
in dem belieben unsichtbarer geister steht, gröbere sinn-
liche gestalten anzunehmen, verschwinden^^) ist also sich
freiwillig entrücken, ein vermögen der göttar (s. 302) uad
geister, zuweilen auch der hdden, die im besitz einer larvö
(gfhna) oder eines hehlenden hetms sind; entrückte men-
schen sind geisterähnliche, und noch eine bezeichnung da-
für ist : sie schlafen, nur von zeit zu zeit erwachen sie ***].
*) beacbtenswerlh ist der alifranz. gegensaU zwischen, ttmkaii
(wimsch) nod dehait (Terwonschong) ; beide ausdrucke fehlen den
andern roman. zungen nnd wurzeln im ahd. heiz, ahn. heil (yotum).
**) fraa S«lde venuiünt Etzels hofh. 210.
***) berubmt ist die sage Ton den Siebenschläfern (Gregi tur. ni-
rac. 1, 95. Paul. Diac. 1, 3) und Ton Endymion^ der im berge Lat-
mos ewigen schlaf hilt; Tgl. Plinius 7, 52: puerum aestu et liitoere
fesaum In speco teptem et (jninqnagifita dormisse annrs, rerum facrem
804 BH^GENTRÜGHTE HELDEN
Entrückbar sind aber nicht allein personen, soiidern
auch Sachen, verschwindende und wiederkehrende perso-»
nen fallen gans mit dm b^grif zusamnueR, deq.d^s vorige
cap. von gespenstern aufgesteilt bat, und genaa wie dort
Seelen verstorbner menschen sich mit beiden und göttern
identificierten ^ stofaen wir auch hier wieder auf die nem-
liehen beiden und götter. geschwttndne göiter mengea steh
mit entrückten beiden.
Entrückung pflegt unser Volksglaube gern so zn fasscs,
dafs er die verwünschten gegenstände in berge f>ers^M,
gleichsam die erde, zu deren aufnähme, sich ößeu lä/st^].
Hierbei können mehrere Vorstellungen geschäftig sein, die
mütterliche erde birgt in ihren schofs die todten, uttd see^
lenwelt i$t eine unterirdiaeke ; elbe und zwerge werden in
bergen wohnend gedacht, nicht sowol lief in der: er de, alt
in bergen und f eisen, die sich aul der oberfläobe'der erde
erbeben, volk^mäfsige verwünscbungsfOrmeln pflegen aber
auf cUis manigfaltigste den tiefsten Abgrund aosiiudriicken *^)»
mutationemque Diirantem , Teint postero experrectum die; hinc pari
numero dierum senio ingruente, ut tarnen in septimnm et quinquii-
gesimom «tqu« ceBietimum titae dararel annam ; und die devteche
B9%t Ton den drei bergnännera. Sckäfe» soblkfen sieken juhr& oder
nebenmalaiebel» jähre in böien (Mones am» 7, 54).
*) «Bgednltige sehotmiht naeh «OHiicftiiii^ geben mr dwch die
redensarten zu erkennen: ich möchte ca die erde schliefen y ame der
kaut fahren y was auch am schlnsse des liedes Ton der blage heifst:
'sich tersUefen nnd ü» der hiule triefen in löcher der steinwende';
gleichsam sieh Vertiefen. O. IV, 26, 43: rnafet thes^n hergon, bittet
ne sie falUn vhdt t*atA, )«h bklet duh thie AtiiUAt, thazaie inih fAa-
hin obana, ir biginnet Uunne mmmh erda dittfitn Job »uilltet filv
thrAto. Hei. 166, 3: iban gi 86 ger^a sipdi ihat iu hier bUdidam
höha bergöSf diopo bidelban, diese spräche ist freilich bil^Iisch (Luc.
23, 30), aber die empBodung Weler Tölber wird in solchen dingen
sovammenstimmen. Nib. 867, 2: ni^ir iroiimte wie d0e dir ae tal «te-
km meine herae. Jenes wn der haut Mirea, :«ne die sieh Wfiidielnde
acbUnge , m<e\%i auch- tor frende «od zorjl-» akfra4»z. *a jpoi nW de
sa pel"* (wenig fehlte , so wire er aus der haut gescblopen) Ogier
6688; nnl. *het is om uii st/n vel te springen^; *ich meinte, 4aB weib
mäste aus der haut fahren' Elis. Yon Orleans (ed. Scholz) s. 223;
*Yor freuden aus der haut fahren' Ettn. unw. doct. 856. Ähnlich ist
das springen in stein^ woTon s. 519 gehandelt word^, schon Alb. ron
Halb. 143^ 'ward im sprung zu einem stein.'
*') 'hunderttausend klafter tief in diff erde' Terwünscben.; 'so tief
als ein hase in zwei jähren laufen kann!' (s, 164j: 'so tief, daüs kein
hahn nach dir kräht l' und dergleichen mehr, was ist der letzten for-
me! sinn? dafs der Tersunkene nicht mehr dqn durchdringendem
hahnruf in nächtlicher stille Teroehmea, oder dafs man oben auf der
erde den krat des mitTersunknen bausthiers |ius der untenrdiachen
BBamiTRÜCKtB HBLDBN 906
in der sekwed. spradM bedeutel bmt§tagm (in 4ea b«Vf
weggenommeli) veri nakeiiy terffiagning entrtldiong (tv. iris^r
1, 1. Aü&eiiHs 1, 2a 33). bei AsbiOroseQ und Mos no.38
indiagem bierget;, Ftye fahrt 8. 35. 36 merkwttrdige bei^
gpiele dieses indtages i höie of Qdde «a. alts. g£iga im
{ fialHi Nialss. cap. 14. 13B.
Nun begreift es sieh, warum frau Holday fraa Yenm
mit ihrem gesiode t» bergen lun$9en: sie sind dahin ent-
rückt bis die seit ihres umsügs unter den menschen naht,
so wohnen Wodan und könig Carl im Odenberg.
Einzelnen menschen gelingt lutritt in solche berge;
Tannhäuser verweilte jahrelang bei frau Venus. Ein schmied
suchte in den hecken des OAmberge nach einem wctfsdern
mm hammerstid, plötslich entdeckte er ein vorher nie
wahi^enommnes . loch, in dem steingefÜIle, trat hinein und
stand in einer neuen wuüderweli starke mftnner kegelten
da mit eisernen kilgeln, der sbhmied schaute ihnen xu;
sie forderten ihn auf mitzuspielen , was er ablehnte) 'die
eisenkugeln wiren seinen hftnden zn schwer.' die münner
blieben aber freundlich und sagten , er solle sich ein ge*
schenk wählen, der schmied bat um eine der kugeln, trug
sie heim und legte sie unter sein eUengerftth. als er sie
nun später v^rsehmiedeü woBte und rothgegiflht hatte, zer**
sprang sie auf dem ambofs in stücke und jedes stück war
eitel goU. So oft er wieder auf den Odenberg kam, fhnd
er die öfnung nimmer, jenesmal hatte er eben den tag ge«
troffen , an welchem der berg den menschen ofen steht,
für nponlagskinder soll er es an gewissen tagen des jahrs.
sie erblicken einen alten kmgbärHgen mann (wie Carl im
roman. epos immer den beinanen (tthrt: k la barbe florie,
aber auch Otfinn Lingberir^ Harbordr^ Siiekeggr hieb),
der einen metallbecher in der band hftit. inwendig in dem
berg werden sie beschenkt, wie im Kifhäuser.
Bei FrüBkisohgemünden im fhiclanberg^ ist vor zeig-
ten ein kaker mit seinem ganzen beere versunken, er wird
aber, wenn sem hart dreimal um dem Heekf woran er
sitzt, gewaehten i$i, mit seinen leuten wieder herai» komt*
men. einst traf ein armer bube, der in der gegend wecke
1 T-
wobaung nacht mel» höven könae? auch EJI. 2, 32 heifst «8 toq
köuigstöcbleva : *fie Tersäoken aUe 4rei so deip ima^r de eer^, dat
kien hnan mer danach krehete/ 'so kree^ doch kein kan nach mir*,
«kein han fort da nach krehen thoC H. Sachs III. 2, HS^ 213«.
*) kein Gouchsberg noch Rankasas (s. 645), eher berg des alt-
Taters Guogo (guggani z. f. d. a. 1, 23) oder des kafers (gnegt s. 167).
Meichelb. 118^ pA (f aogii^l|ü«w ; trad. fald. 2t 33 in GnosQlpihu.
006 BBRGBNTRÜGKTB HBLDIII
twtuk verkaof trag^ «vf d^m berge diien alten mann, dem
er Magie; daft er wenig verkanfen kdnne. 'ich will dir wol
einen ort zeigen', sagte der mann, 'wo du deine wecke
täglich anbringen kannst, aber du darfst es nieafiand offen-
baren.' hierauf föhrte er den buben in den berg, wo ein
reges leben und treiben war, viele leute kauften da oder
▼erkauften, der kaUer seihst safs an einem tisch, um den
der bort zweimal herumgewaduBen war. Täglich brachte
nun der bube seine wecke dahin und wurde in uraltem
gelde bezahlt, das man endlich in seinem orte nicht m^r
annehmen wollte: man drang in ihn zu sagen, wie er dazu
gekornmen sei, worauf er den ganzen verlauf der suche
enldeckte. Als der bube am nächsten ta^ in fcn berg
gehn wollte, konnte er denselben nicht einmal ersehn, ge**
schweige den eingang* finden (Hones .anz. 4, 409 und dalier
Beohsteins iränk. sag s. 103). Auch zwischen Nürnberg
und Fürt liegt kai$er Carb berg, aus dem in früherer zeit
oft gesang erscholl , und von dem ein ähnliches broUragen
erzählt wird; der beckerjunge sah in einem ge Wölbe ge^
hamuchie männer sitzen (Mones «nz. 5, 174).
' In Westfalen , zwischen Lübbecke > und Holzhausen,
oberhalb des dorfes Hehnen an deor Weser liegt lein bügel
die ' Babilonie ^) genannt, in dem Wedekind (^e^ng) ver^
sunkeh äitzt und harrt bis seine zeit kommt; begünstigte
finden iten einging 'und werden beschenkt entlassen (Hede«
kers westf. sagen nö. 21).
Im alten bergschloese Geroldsedk sollen Siegfried und
andere beiden wohnen und 4em deutschen volk, wann es
in höchster noth sein wird , daraus erseheinen ' (deutsche
sag. no. 21). Eine febklnfi am Vierwaldslitttersee, nach
andern aqf dem Cirütli*; birgt die scklAfenden drei sHfier
des Sehweizerbundes, sie werden aufwachen, wann ihrer
das Vaterland bedarf . (das. no. . 297). Auf dem Kifhäuser
m Thüringen schläft Frietbieh Roihbart: er dtzt an run-
dem steiNlisch, den köpf in der band haltend, niekend,
mit den äugen zwinkernd , sein bart wächst um ' den Hsch
und hat schon »weimal dessen ründung umschlossen, wann
er das drittemal herum gewachsen sein wird, erfolgt des
königs aufwachen. bei seinem hervorkommen wird er
seinen schUd hängen an einen dürren baüm, davon wird
der bäum grünen und eine bessere zeit worden, doch
einige haben ihn auch wachend gesehn; ein schäfer, der
ein ihm wolgefälliges lied gepfiffen, fragte Friedrich: ^flie^
*) in mhd. gkdichten mehrtnals *dio 'tr^letfe Bmhüöne*
VERCEIfTROCKTE HELDBN Wt
gen die toben noch um den berg?' und als der sehifer
bejahte: ^so muß; ich hundert }ahre länger eoUafen^y
Der Schäfer wurde in des königs rüstkammer geführt und
bekam den fnfs eines handfasses geschenkt, den der gold-«
*) dergleiehen fragen thut der blinde riese in einer sthwed* toHls-
sage, die ich aus Bexella Ralland (Götheborg t8t8. 2. p. 301) hier«
eioschahe : nägra sjömfio Ifrlio Getioge blefvo pä hafvet af storraarn«
forde emot en okand ö, omgifne af mörker uppstiga de der. de blefvo
yarse en pa afstand upptänd eld och skjnda dit. framför elden ligger
en OTanligl \hi% man , som var blind ; en annan af Hka jättestoriek
stir bredvid honom och rdr i elden med en ifirnsling. den gamh
Umde tnanmen reser sig app, och fr&gar de ankomaa frimKogame,
hvarifrao de Toro. de svara ifrln Halland och Getinga socken, hf ar^&
den blinde fragar: ^ Ufper ennu den h^Ua qvinnan?* de STarade ja,
fast de ej Tiste hyad han bSrmed menade. Iter aporde han : 'manne
mitt geihus stlir ännuarar?* de STarade aterigen ja, ehurnde äfven
toro okannige otn hyad han menade. IH sade han *ja(^ fick ej hafra
mitt gethus i lired för den kjrkan» sora bjggdea p2i des plataen.
TÜien 1 komma Ijckligt hen», yälan, j'ag lemnar er dertill tyanne yil-
kor.* de lofya, och den gamie bHnde fortfor: *tagen detta sölßäUe^
och nSr I kommen hem, sä spfinnen det pa den heita qtnnnan^ och
denne a$h stiUen den pl altaret i mitt gethus.' Ljckligen äterkomue
tili hembygdeH rSdfrlga sig sj'öminnettie hara de skulle efterkommii
den gamle blinde manneaa begSrai). man beslöl ai spännt hlKet
miüuing en bjih'ki och b^örken far i luftm, och al slita asken pä
en knlle (g|-abhägel) , och straxt j(ar kuÜen i Giu$an, &ga, ' mea
efter dei kyrkan är bygd der den blinde mannen hade siU geihus,
bar hon fatt namnet Gelinge. Der bKnde, auf die insel entrückte
riese ist ein gespenstiger heidniieher gott (ygl. Orion sJ 901), die
irei£ie irau etoe ehrisUicbe hirohe oder ein Marienbild; hitte laandeo
görtel darum gespapnt» so wäre es gliich der birke in die luft gefah-
ren. . Nach einer andern «rzählung fragte der blinde riese die Seefah-
rer, ob die alte sckellenkuh (worunter er die glocke yerstand) beider
kircbe nach hh'e? als sie es bejahten, forderte er einen yon ihnen auf
ihm die band sko reichen, um eu spören, ob noch kraft bei den eid-
wohoern geblieben aei« si reiobten ihm eine gHihendfemachte boola«
slf^pes, die der riese Kusammendrückte^mit den worten: grolse kraft
sei eben nicht mehr da. Faje s. 17. Ähnlich abweichende sage bei
Ödman (BabuslSn 153. 154). ein schif wird durch stürm yerschlagen,
auf einer abgelegnen käste sehen sie nachts feuer brennen, und stei-
gen ans lano. an dem feuer aber sitzt nur ein alier mann^ der fragt
einen der scbifsleute 'wo bistuher?* 'aus Hisingen In SSfve pastorat..*
*bistu auch bekannt inThorsbj?* 'ja wol.* .'weifst du, woOlfveberg
liegt?' ija, ich bin oft da yorbei gegangen, auf dem weg yon Göthe-
borg ttach'Marstrand über Hisingen.' *stehn da die grofsen Heine und
ert£ügil noch MHverrüch$?' 'ja, doch ein stein neigt sich sum fall.-'
'weifst da auch, wo Glofsbedaltar ist und ob er noch wolerbaltea
steht ?' Mayen bah ich keine künde.' 'willst du den leuten, die jetit
lo Thorsby und Thorsbracka wohnen, sagen, dafs sie die steine und
hägel am Ulfreberg nicht lerslören und dafs sie den Glofsbedaltar
it in stand «rhalten ^ so sollst du guten wind snr heimkehr. haben.'
er Schiffer sagte es au, fragte aber nach des alte» mannei namea:
t
90» BEMSENTHOCKtE HELDEN
Boknäei fttr echtes §oia oiamite (das. nij. 23, 89&)^). Nach
andern sitst Friedrich in einer felsemhöie bei Kaisetsboi-^
iem (das. no. 295) oder zu Trifeb bei Aiiweiter , oder im
ühierberff' bei Salsburg (das. no. 28), wo aber einige Carl
den gro/sen oder den fünften hausen lassen, tmd dat
fcachsen des barts um den Hsch ebenso erzählt wird,
hat der bart zum drittenmale die letzte tisch^ke erreicht,
so tritt das weitende ein, auf dem Walserfeld erfolgt eine
blutige schlackt y der antichrist erscheint, die engelpo-
saunen tönen und der jüngste tag ist angebrochen, das
Walserfeld hat einen dürren baum^ der schon dreimal
umgehauen wurde, seine wuriel sehtug immer auSy dsSs
ein neuer Yoltkommner bäum daraus erwuchs, wann er
wieder beginnt zu grünen , dann naht die schreckliche
Schlacht, und wann er fruchte trägt wird sie anheben,
Friedrich hängt dann seinen schild an den bäum, alles
wird hinzulaufen und ein solche^ blatbad sei^, d«fs den
kriegern das blut in die schuhe rinnt, da werden die hö*
sen con den guten menschen erschlagen werden (das. no.
24. 28). In dieser bedeutsamen Überlieferung lälst sich
aUes nnd utaltes aufweisen, eui geistliches lied des 16 jh.
(Gräter» Odins s. 197) erwähnt herw&g Friedrichs , der das
heilige gfiab wieder gevHnnen und sein sckHd an einen
laublosen bäum hängen soll, der antechriste wird dabei
genannt, das ältere bruckstücfc eines gedieht^ aus dem 14
jb« (ood. paL 844) sagt von kaoser Friedrieb: 'an dem ge-r
jaM er Torschwant, das man den edeln keiser her sind
gesaeh nyemer mer; also Ward der hocbgeporn heiser FH"
derich do verlorn, wo er darnach ye bin kam, oder ob
er den end da nam, <jas kund, nyemand gesagen mir, oder
ob yne diftü wilden tir wessen habn oder gerissen y es en
kau die warheH ny«mand« wissen , oder ob er noch lebeu'^
tiff sg ♦♦) ^ der g^wi^zen ain wir fry und der rechte «ft^
ich heifse Thore Brack, habe da ehuials gewohqt, ward aber flüch-
tig : am Ulfveberg in deq groföeo hüßeln hegt älF meiq geschleclit und
am Glöfthedaltar dienten und opferten wir unsern gö^fn!*
*) die Kifliaasersagen stehn jetzt zusammen bei Be^^ba^ein. 4, 9 — 54.
**) am Bchlufs der klage Toti köBig Etcel (meklDtelrich, wie ich
I. 424 im Topsebn geschrieben habe) ; 'd^s wmiders wird kb Mmm«r
Trt, weder er nek ver^an^e, oder «ii der'hift anp/Senpa^ odeir Itbtnde
wikrdB begraben^ oder m himele 4f erhaiem, lind 4h es m* der kmsk
irüffe oder tieh iftnlüffe in< löcher dev at^iiKw^iid« , oder mit wetbem
ende er> tod deü Übe quieine-, öden ipaa in^mo um nammf oi| er
füen in da% •pgrunde, oder ob m der Ultimi tenUimde, odee ob er aui
4 «amciHNfffiy da«- eobAA nknen «ah eihadM.*
aHÜRBHMni BJUEM M9
heil; iedoch ist iib's geieü rai ptwnm tolb m^ri das er
als ein waler sich ofk by yae hab lafsen sebeit wirf hab
yae oflEeoiidi terjehen , bt stiH noch gewaltige werden aller
romiscben erden ^ er. sttU noeh die paffen storea, und er
weil noch nicht üf hören, noch mit niehten lafsen abe,
nur er pring idaa heiige grabe und daran das faeiKg lani
wieder in der Christen hant, und wo! wine tohiUßB kui
hohem um den darren ast^ das ich das für ein warheil sag,
das die paaren haben geseit, das ,nyai ich mich nicht an,
wan ich sin nicht gesehen han, ich han es auch zu kein
stunden noch nyndert gescbribn fanden, wan dlis ichs ge«
bort han von den allen pauren an wanJ Ein gedichl, etwa
▼on 1350 (Aretins bmtr. 9, 1134) sagt: ^so wirl das erfeto^
alio grofs^ nyaand kan ea gestiUen, so knmpt sich koffier
Fridrieh der her vnd auch der milt, er v^tdort her durch
gotes willen, an einen dfkren pamm so henkt er seinen
seUÜj so Wirt die vart hin über mer er rerl
dort hin zum derren poioin an alles widerhap, dar an so
henkt er seinen eehili, er grnnet «ade pirt: eo Wirt gewun
dan heUig grap, daz nynmdr swert darup geioffen wiH.'
Aoah SA^Iteh ifFeissagtttig, die bald nach der amte des 14
jh* id deutschen jreimeii gedichtet wurde, sag«: 'es kumel
noch dar zuo wol, das ^ em heiser ' geben sol, den hat
ei* behatten in siner gewall u. git im hraft manigrall, er
wirl geaani FkidHehf der nsaerweite Mrste rieh, vnd ee^
ment daz Christen volgan sich rnd gewinnet daz helge
grap Ober mer, doi alal ein doe ieum vnd ist gros vnd soI
so lange atan. bios, bicz der heiser Fridrieh dar an sine»
schäl geheilhen mag vnd kan, eo wirt der bamn wieder
gmen gar, noch fcuaient aber gvele jar vnd whrt in aller
der well wol stan, der Heiden glouben muos gar sergan.*
Wadcam« baaal. has* s. 55 *}.
*> iB der faftodfehrSlUiche» hialoria tmni vegam de§ loh. von
HiMeaheim (f 1371) wird «ines tsaip«ia derTarlaroD g^edacfat. hinter
rnauem, aeblöaaern «ad riegelii rtebt eiü derrer komm , hwenniMier
hätea aeito : iffetoheni faralea ea gelingt« aeia aMU an diareii fttawa»
M kämgefi^t der wird berr des ganien Oatens, wie ea dem grofaen
chan, der deahalh ottwideralehlioh aeia aoll» gelaageo iat. (jpaibea
kunal Q. alt iL 2, 174. 175 nad Sohweba bearbeitmig dea baeha
a. 18i<i 182. der haam aftehl ia Taiiria, vor altera Soa«. Moatefilla
Uagegen aeUeti im thal Maöibre, wemi man rea Ebroa aaeh
Bethlehem siehe, atehe der afeade, därra hamw^ dea aie heifaea }Wp,
aber Wir acMiaen ihn Mmgübammy imd iat eia eiehbaum oad mao
aieial^ er afei geataadem tob anbeginn der weit aad war TOr golteä
raarter groo aad gebuttert^ aber dli f ott an dem cre« atarb, dorrate
er ... . man findet in weiasagungen geachrieben: ea aoUe ein förat
9i0 eRÜMEMMni rBÄUH
Dafs ikftisct' FrMrieki tod mmier Am mtt beiweiMf
und aeifle' Wiederkehr geglaubt wurde, lehren die äuge«
fiUurlen stellen , die sich ausdrücklich auf alte .bauern be-f
liehen; es wird schon im lä jh. der fall gewesen aeiii und
lange nachher, betrdger machten sich den gemeinen wakn
VI nul3, i^ine chrenik (bei Böhmer 1, 14) erzfihlt: ^ßcoe qui««
dam tmphator aurrexit in> medium^ qtii dixU se esse Fride**
riam qümdam imperaiorem, quod de se multis ialersignis
et quibusdam prestigiis scire volentibus comprobaTit/ könig
Rudolf liefs. ihn im j. 1285 auf einem Scheiterhaufen ver«^
brennen« Detmar hingegen zum j« 1287: ^by der tid qua«
to Lubeke en olt mBU, de sprak, he were keiier VrederiCf
de Tordrevene. deme beghunden erst de boven unde dal
mene volk to hörende sines tusches unde deden eme ere.
he lovede en grote gnade, oft he weder queme an sin rike ;
he wart up eneme schonen rosse vorel de stat umme to
besf^howende . . . darna cortliken quam de man van ste-
den, dat neoman wiste, wor he hennen vor. seder qaam
de. jn^r, dat bi deme Rine en troner were, de in dersul-^
ven.wise de lüde bedroch, de ward dar ^rand in ener
kopen/ Noch genauer berichtet Ottocar cap. 321 bis 326,
und die chronik bei Pea 1,1104. die sage «Mg audk beide
Friedriche, den ersten und zweiten, mengen^)»
.Wie Carls wei/ser hart wmt Wuotan deutet Friedrichs
roiher auf Donar, und in Norwegen hat Olafil roiher bmi
(s, 517) gleiphe mythische beziehnng erfahren...
.Friedrich Rothbart im Kifhäuser und Unterberg) (Jari
Laftgbart im Unterberg und Odenberg, Holda. in Horsel««
herg drücken die selbe mythische idee aus, iberail aber
knüpfen sieh eigene nebessagen an; Carl lictarte eme un«
geheuere schlacht und ward in den Odenberg aufgenomr*-
men, aus dem er dereinst zu neuem krieg und sieg her*
kommen aus Niederland mit yielen Christen, der soll dieselbigen
linder gewinnen , und soll kutem' «iMtf «iiMei» uiUer dem dürren
bamMf dann $M er wieder grüne bMtter uberkommed und fraehlbar
werden, und um des wunden willen sollen «tte Juden und Heiden
Christett worden , darum erzeigt man ihm groite -ehre und TerfanleC
ihn gar wol. So nach der ftlMraetzung des Otto ¥on: Diemerhif en ;
die niederl. ausgäbe nennt den hmm Dripf die lat Dkp und hat
nichts von der Weissagung des messesingens. Istdieser zng in Deutsch--
land eingeschaltet, ubernaopt. hier eine ahendlSndisebe sage id den
Orient gekommen ? oder stammen die deutschen t olbsdberliefenmge»
alle aus morgenlandischen i>eiseberiohten ? ^'
*) bemerkenswerlh ist die redenssrt: *amf den aUen ktUser hinein
dahin leben,* Simplic« 3, 20. 4, tl; 'mif den aiien kmim- hiM«
Stehleo,* Springinsf« cap. 6, d. h« auf die ungewnse knnllige TeriodOi^
rong aUer gegenwärtigen dinge.
Rf0BtB HBLBBN 91t
Toirgeht. Friedridi koiunt u» dem Unterlm^ qimI soUlgl
eine solche^ sdilacht. im lä. 14. 15 jh. Terbaiid damit de»
wölk dte wiedergewienang des heil, grabs, auf dieseo sweek
sied die ^beiden des- Odeftbergs ued Kifhttiisers niclit ge«
richtet, älter ist die Itestimmung, dafs mit ihrem aefwaobee
die groTse weltscUacht und der f^ste t&g anbrechen soll 4
daran lärst die erwähnong des mUichrüts keinen zweifek
hier ist Zusammenhang mit dem mythus vom weliimierfangg
s. 771-773. der aufgehangme 9chUd kann den nahenden
richter bezeichnen (RA. 851); auch das zeichen des neu«
grünenden bautns scheint mir eher heidnisch als christliche
zwar liefse es sich auf Hattb. 24 , 32, Marc. 13, 28, Luc»
21, 29, 30 (Hei. 132, 14) ziehen, wo die kunst des wett«"
tages dem ausschlagenden feigbaum, als zeichen des nahen«
den sommers eerghchen werdan, die anwendnag desgleich-^
nisses auf den jüngsten tag wäre aber ein misgrtf. . eher
denke ich an die nach dem' muspilli neugrünende erde
(SsiBf. d^), oder an einen rerdorrten wieder apptefiKuden
weltbaiini. die eeehe (s. 756«' 60); es liefse sich« melkst be^
stätigung meiner deutang von nvia^U, mudspUli. z:z arbrntis
perditio (s. 769) gewinnen aus dem dürren bamn *). . Und wie,
wenn Friedrioha frage nach den .fliegmukn raben • noch za-*
sammenhienge mit dem über der netten weit ßk^enden ad**
kr (Scem. 0^) oder dem mif der.esdie sitzenden^ aoch an
die kramche darf sie •erinnern, welche zur %eä der ^olben
niederkge durch die Inrotbänhe. geflogen kemmen ^(deBlachtt
sag. no. 317).. Fisöhart (Garg: 266>» 267«) bindet die wie*^
derkehr des verwünschten königs gerade ao «n der Imn
niGie kunft"^^).
Den mythus von dem grftnenden haum und der schlaebt
in seki^r nähe stellt uns eine niedersädisiscfaelsageH*) itf
bedputaam» abweichender faasnng vor. mitlen in Holstek^
auf dem kirchhofe za Nortorf glaubt man wird einst eine
' *] dorrende und grasende biorae werden «ach tonst nAi dett'
sehiektal einei landet in Terbindiiog gebfaeht. In Pielmarttn ttaod
ein wunderbaum, der Tor d^r einwHime des Undes ^nle, iMioh dem
Terlott der freiheit darrte, die Weissagung lautet: wann eine eitler,
darauf nisiei und fünf weifse jungen ausbringt, toll das land wieder
Trei werden. Neocoras 1, 237. Tgl. 562.
**) andere xeicben des- einbrechenden tMfteiMlni: wenn der «cAumni
den ring aus dem Schnabel faüen läfsi (oben s. 400) ; wenn die We-
senrippe, aus der jährlich ein tropfe abffilU» pertropfeU ,sein wird
(deutsche sag. no. 140); wenn die Jtunge der wage einstekl (das. ,294);
wenn der sleUk im grünen ikal f&U; wenn das scbif aus nageln fertig
wird (■• 775).
***) die mir herr dr Karl Müllenhoff aus Kiel mittheitle.
918 KEKCnurratOKtB KBLUBII
t$d^ «rwacfarai, noeh hat Mtmli»d elurM y«m ihr ^eraim,
doch sehirffi alljährlich ein kleiner <pfo/« munerkbar auf
dem boden hervor, dann komml in jeder nonyahranaeht ein
wei/ser reitet auf weifeem pferde um den jüng^ schafe
übiwhauem. aber zu gleicher mäX naht ein schwiraer reUer
auf sehwartem pferde find wekri es tAM. lange kämpfen
iej «fndlich wird der aehwarze reiler Tenlrwigen und der
weifse haut den aprofs ab. Einst aber wird er den . sohwjir-
zen nicht mehr besiegen können, dann die esche aufwach-'
sen, und wenn sie so grofs ist, dafs em pferd darunter aur*
gehuuden werden kann (RA. s. 82) ^ der kömg mU grofsen
scharen kommen und eine fürchterlich lange scUachi gelie^
f^i werden, während der zeit wird sein ^ferd unterm
bäume stehn, er aber hernadi mächtiger sein als je znvor^
In dieser erzäiteng läfst siefa weltbaum und kämpf beim
Weltuntergang kaum verkennen, der weifse ritter sehdnt
Freyr oder ein andrer leuchtender gott, der gegen Smrtr
den scherzen streitet und das herannahende weltende
durch abhauen des sprofses aufzuhallen sneht heidnische
göMer sind die beiden kämpfer gewia, wenn auch andere,
der könig, dessen pferd unter dm bäum angebunden steht|
ist einerlei mit dem, dessen sehiid an den bäum gehasfen
wird, ein fcUnftiger weltrichter.
Wie Vergangenheit und ziikenft, das verhirne pätadia
md das erwartete ^ in der Vorstellung des volke siefa vor-**
sohmeizen ^ ; ee glaubt tps an ein erwachen seiner gelieb«*
ten köiiige und heMen aus dem hertgsehkif: Friadriohs und
Carb , Siegfriede und wol auch INetrichs. das ist des
epos rechtes zeichen dafs es seinen gestalten ewige, nn*
vergängliche daner sichert Siegfried ist sber aucä Wuo-
tan (s. 24. 122), Dietrich ist Wuotan (s. 889), Cmrl ist
Wnolae (s. 366), und Wuetnn steig«, nach dem muapilli,
ein verjüngter, wieder erwachter gott, von neuem auf die
weit, schon einmal war Odinn aus dem land gefahren
nach Godheim (Yngl. saga c. 10), man wähnte ihn todt und
er hehrte zurick. Neben dem langbärtigen Wnotan darf
die ältere sage eines rothbärtigen Donars sich bewust ge-
worden sein.
Auch Artus y der entschwundne könig, .. dessen Wie-
derkehr die Briten glauben **) , soll (wie er an der spitze
..UJ
*) fl. 783 ; selbst die partikeln je, tinät, einmal y öUm, gehen anf
beide lasUlnde.
**) ^et priuf Ärtunu veniei vetns iWe bfitaeMB.* BenHca« septi-
melL bei Levser p.460. 'cujas in Ärhtri tempore fimctiis «dt.* das.
p. 477.
BBRGENTROGK UN6 913
des nftchtliehen heers zieht s. 895), in einem berge mU
seiner masse nie hausen: Felicia, Sibyllen tochter, und
Jnno die göttin, leben in seiner gesdUchaft, dem ganzen
beer gebricht es nicht an speise, trank, rossen und klei-
dern*). GraleiUi fortwährendes leben wird am Schlüsse
des lais de Graelenl versichert. In einem getoölbe bei
Kronbnrg in Dinmark sitzen um einen steintisch gepan-
zerte mftnner, niedergebogen, die häupter auf den ge-
kreuzten armen mbend. als Holger danske, der am ende
des tisches safs, sein haupt erhob, brach der tisch zu-
sammen, in den sein hart gewachsen war, und er sagte:
'wir kehren zurück, wann nicht mehr männer in Dän-
mark sein werden, als ihrer räum auf einer tonne haben'
(Thiele 1, 23. 168). Die Dänen wandten alte mythen auf
Olger, der gar nicht ihnen, sondern den Niederlanden
gehört, und derselbe Ogier (Otger, vielleicht Otacher)
soll im Ardennerwalde umgehn und einmal wiederkom-
men**). Auch die Slaven glauben, ihr geliebter Seatopluk
werde zurtickkehren und in einigen gegenden Mährens
dauert noch heute der gebrauch in feierlichem Umgang ^den
Seaiopluk va suchen.* Palacky 1, 135. hierzu halte ich,
dafs Tngl. saga 15 Svegdir ausgeht *at leita Odinn', den 0.
zu suchen, etwas anders ist das heimsuchen des gottes
(oben s. 132).
Oft führt der verwünschte gar keinen namen% in der
hole des .WiUbergs fand der schäfer vom Osterberg ein
mäninlein vor steinernem tische sitzen, dtircA den sein hart
gewachsen war (deutsche sag. no. 314). den schäfer von
Wernigerode geleitete ein greiser mann zu den schätzen
der b^ghöle.ßns. no. 315). Vortreflich drückt das w<ich8en
des barts in den stein oder um den stein die lange dauer
der Vergangenheit, den allmälichen fortschritt der zukunft
aus. Im burgheller von Salurn, im schlesischen Zobtenberg
fand man drei männer am tische sitzen (das. no. 15. 143),
die als verwünschte übelthäter dargestellt werden. Leicht
ist den Übergang von bergversunknen beiden auf soldie zu
finden, die natürlich gestorben in ihren steingräbern schla-*
fen und sich zuweilen sichtbar erzeigen. Zu Steinfeld im
bremischen Harschland, hatte einer eiti hünengrab gestört,
dem erschienen die folgende nacht drei männer, deren einer
einäugig war (anspielung auf Wodan) und die sich in einer
unverständlichen spräche unterredeten, zuletzt schleuderten
*) Warfb. kr. j>n. hb. 99. 100 (Docod 1. 132. 133).
**) Barroit pr^face s. zn. Puloi 28, 36*
Grimms m^tkol, 8, mtsgabe, öo
$14 BEBGENTRÜCKUNB
sie drohende Micke gegen den, der in ihrem grab g^wühil
hatte und sagten : 9ie ^ären für ihr Vaterland gefaUen, störe
er ferner ihre ruhe, so solle er weder glück ooch «lern
haben. (Harrys nieöers. sag. 1, 64).
Wie aber Holda in den berg gebannt tsl, so sind es
vorzüglich voeifhe frauen, tteifsgekleidete Jungfrauen (s. 265.
364. 390), auf welche der begrif dieser bergverwünschung
an Wendung leidet: göttliche, halfogöttliche wesen des
heidentbums, die den btidcen der sterUicfaen noch an be-*
stiDfimter zeft siobtfoar werden; am. liebsten bei warm^
sonne «erscheinen sie araKen schftfern und hirtenjungen.
unsere Tolkssage ist allenthalben vcU anmutiger lerzftblungen
davon, die sich wesentlich gleichen und die festeste wttrzel
verrathen.
Auf dem Lahnberg in Oberhessen safs eine wei/se
Jungfrau bei Sonnenaufgang, hatte aiif tüchern waizen zum
bleichen gebreitet und spanm. ein Marburger bedter gieng
des Wegs vorüber und nahm eine bandv^ll körner mit; zu
hause fand er lauter goldkömer in der tasehe. gleiches
erzählt wird von einem bauer bei Friedigerode.
Ein armer schäfer weidete ai^ der Beißßburgy da sah
er im Sonnenschein neben der scblofsthür eine $chneefDe%$fe
Jungfrau sitzen, auf weifsem tuch vor ihr lag^ flachsknottent^
die sollten ftufkllnken. verwundert tritt der sphtfer binzu,
sagt ^ei was schöne knotten I* nimmt eine handvoll , besieht
und legt sie wieder hin. die Jungfrau bli^ ihn freund-
lich, aber traurig an, ohne ein wort zxl erwiedern. Er
treibt seine heerde heim, ein paar knotten, die in die schuh
gefallen waren, dnfilcken ihm den fufs, er setzt sich, zieht
den schuh ab, da rollen ihm fünf oder sechs galdkamer in
die band (deutsche sag. no. 10).
Im Otomannsberg bei dorf Geismar sctll nachts ein
feuer brennen, alle sieben jähre 'kommt eine schneeweifs^
gekleidete , in der band einen schHisseänmd hauende jung--
frau heraus.
Auf dem burgfelsen zu Baden erscheint mittags zwölf
uhr eine foeifse frau mit einem bund Schlüssel (Mones anz.
8, 310).
Im schlofsgewölbe bei Wolfartsweiler liegt ein schätz
verborgen, dessen wegen alle sieben jähre, u>am die mai--
bhnnen blühen j eine toei/se Jungfrau erschwit, ihr scbwar-
zes haar ist in lange zöpfe geflochten , um das weisse ge^
wand trftgt sie goldnen gürtet^ an der Seite oder in der
einen band ein gebund schdssel, in der andern einen
straufs maiblutnen. am liebsten zeigt sie 101011 nusoblildigen
WEiSSB FRAUEN 915
kindern, derea einem sie einsi am grabe unten winkte, zu
ihr hinüber eu kommen: das kind lief erschrocken heim
und erzählte; als es mit dem rater wieder an die stelle
gieng, war die Jungfrau nicht mehr da. Eines mittags
sahen «uch zwei midcben des gänshirten die toei/se
Jungfrau b^unter an den bach kommen, sich kämmen^
di0 %öpfe machen i bfinde und gesiebt toasokem und wieder
auf den schIoisb«rg gehn. das nemliche geschah am fol-
genden mittag, und obgleich man ihnen zu hause scharf
eingeprägt hatte die Jungfrau anzureden, unterliefseu sie
es aus Zaghaftigkeit dennoch, am dritten tag erblickten
sie die Jungfrau nicht mehr, fanden aber auf einem stein
mitten im bach eine frischgebratne leberwurst, die ihnen
besser schmeckt«, als je eine andere. Zwei männer aus
Grünwettersbach sahen eines tags die Jungfrau einen kübel
Yoll wasser, den sie am bach gefüllt hatte, den berg hinauf
tragen; am kübel waren zwei breite reife von lauterm
golde. der weg, welchen die Jungfrau allemal hinunter und
binaufmacht, war am grase deutlich tu erkennetL Nones
anz. 8, 304.
Zu Osterrode läfst sich alljährlich am ostersonntag eine
fceifse Jungfrau sehn , wandelt langsam vor Sonnenaufgang
an den bach und wäscht sich , einen grofsen bund scUüssel
im gürtel. einen armen leinweber, der ihr um diese zeit
begegnete, nahm sie mit in die burgtrüromer und brach,
ihm eine von drei wei/sen tilien ab, die er sich auf den
hut steckte, zu hause fand sich, dafs die lilie von reinem
gold und Silber war und die Stadt Osterrode nicht geld
hatte sie zu bezahlen, die Wunderblume der osterjungfrau
kaufte nachher de^ herzog gegen ein jahrgeld dem weber
ab und nehm sie ins fürstliche wapen auf. Harrys Z
no. 23.
In der Christnacht , als alles voll schnee lag, gieng ein
fuhrmann auf einem fufswege seinem orte zu. da sah er
nicht weit davon eiae Jungfrau mit einem sommerhute stehn
und auf dem boden ausgebreitete fiachsboUen mit dem re-
chen umwenden, ^nun Jungfrau, thut sichs so?' rief er ihr
zu und nahm eine handvoll boUen zu sich, sie aber gab
keine antwort und schlug ihn mit dem rechen auf die hand.
erst «m andern morgen dachte er wieder an das mitge-
nommene, alle flachsboUen waren in gold verwandelt, eiligst
lief er wieder hinaus an den platz, wo seine in der nacht
hinterlassenen fufsstapfen tief im schnee zu sehi|, die jung-*
frau und flachsboUen aber verschwunden waren* Mones
anz. 5, 175.
58»
916 BERGBNTROCKUNG
Auf einem hügel bei Langen steinbach im walde liegt
die längst verfallene Barbarakirche, wo bei vergrabnen
schätzen die toei/se frau umgeht, im frühling (eines schall-
Jahrs gieng ein unerwachsnes mädchen hinein und sah sie
aus dem chor trelen, sie rief bsti und winkte dem mad-
chen zu sich, ihr gesicht und die bände waren schnee-
weifs, die zurfickgeschlagnen haare rabenschwarz, in der
band, womit sie winkte, hielt sie ein sträu/slein blauer
bbunefiy an der andern hatte sie eine menge goldringef
trug weifses gewand, grüne schuhe und an der seite einen
bund schiüsseL Vor schrecken lief das mädchen aus der
kirche und hotte seinen vater und bruder, die aufsen be-
schäftigt waren, herein, die aber die wei/se frau nicht sehn
konnten, und als sie fragten, zeigte das mädchen hin und
sagte 'dortr Da wandte die frau sich um^ ihr haar hieng
über den rücken bis auf den boden und sie gieng nach
dem chor, dann war sie verschwunden. Mones anz.
5, 321.
In den klostergarten von Georgenthal gieng uro die
mittagsstunde eine magd grasen, da stand plötzlich auf
der höhe an der mauer ein schleierwei/ses fräuchen und
winkte bis die glocke zwölf schlug, wo es verschwand,
unterwegs sah die graserin ein schönes tueh mit hellen
lemknotten und steckte verwundert zwei davon ein. zu
hause sind es zwei blanke ducaten. Beckstein thür. sag.
2, 68.
Um den kellerborn bei Atterode haben viele im mond-
schein die wei/se Jungfrau bald wasche ^ bald waizen
trocknen sehn. (das. 4, 166).
Auf der wüsten bürg des Frankensteins bei Kloster-
aliendorf erscheint alle sieben jähre eine weifsgekhidete
Jungfrau über dem gewölbe sitzend und winkend. Als
ihr einer folgen wollte, aber unschlüssig am eingang stehn
blieb, kehrte sie um und gab ihm eine handvoll Urschen.
er sprach ^habt dank!' und steckte ein, plötzlich geschah
ein knall, keller und Jungfrau waren verschwunden, zu
haus besah der betäubte bauer die kirschen^ die sich in
gold und silberstücke gewandelt hatten, (das. 4, 144).
Ein fischer in der gegend des räuberbergs bei Feeben
warf seine netze aus, da sah er plötzlich aHi ufer die
weifse frau mit einem Schlüsselbunde vor sich stehn.
'eben', sagt sie, Mst deine frau daheim eines knaben ent-
bunden worden, geh du nach hause das kind zu holen
und bring mirs, damit ich es küsse und erlöst werde.'
Der fischer fuhr heim und fand alles wie sie gesagt hatte,
WBBSB FRADIN 917
doch SM UiMi traute er sieli nicht sogleieh hinatts zu
tragen, der prediger rietb ihm es rorher taufen zn lassen,
na^ der taufe begab er sich zum berg, die tteifse frau
safs weinend und wehklagend, denn das war eine der
gesetzten bedingungen, dafs das kind, durch welches sie
erlöst werden sollte , nicht getauft sein dürfte, und so
erscheint sie noch jeweUen auf dem berge, des kommenden
erlOsers harrend. Ad. Kuhn no. 67.
Bei Hennikendorf unweit Luckenwalde weideten ein
paar hirten ihre schafe. da zeigte sich ihnen auf dem berg
eine frau halb u>ei/s halb schtoar» und winkte, als der
eine zögernd hingieng, erbot sie ihm in den berg zu kom-
men und sie zu erlösen, fOr alles gold was darinnen sei;
ihr flehen bewegte ihn nicht, da sagte sie, erlöse er sie
nicht, so werde erst wieder nach hundert jähren einer ge-
boren der es könne; aber der hirte überwand nicht seine
furcht und die stunde der erlösung war verstrichen und die
frau versank in den berg, aus welchem der schäfer lange
noch ihr herzzerreifsendes klagen und winseln hörte. Ad.
Kuhn no. 99.
Ein bauer, der auf dem darrboden unweit den trüm-
mern des. klosters Chorin wachte, sah die u)ei/se frau,
welche man dort die utgebersche (ausgeberin] nennt, weil
sie ein grofses bund Schlüssel trägt, plötzlich eintreten
und erschrak nicht wenig, andern morgens erzählte er
den übrigen knechten, was ihm begegnet sei, und einer
fragte, ob er ihr auch nach den füfsen gesehn hätte?
als er verneinte, sagte dieser 'nun dann wollen wir heunt
hingehn und nachsehn.' sie setzten sich zu mitternacht
auf den darrboden und wachten, und nicht lange so kam
die wei/se frau langsam geschritten, alle schauten ihr nach
den fttfsen und gewahrten daran gelbe (nach andern grüne)
Pantoffeln, lachend rief jener knecht, 'die hat ja gelbe pan-
loffeln anP da floh sie eilends und kam nimmer zum Vor-
schein. Ad. Kuhn no. 199.
Am bache des Bfltower schlofsbergs ackerte ein bauer
und oftmals erblickte er eine Jungfrau ^ die daraus mit
goldnem eimer Wässer schöpfte und sich wusch, er fafste
sich enfdiich ein herz sie zu fragen und vernahm, dafs sie
eine königstochter und itiit dem schlofs des bergs in die
erde versunken sei; erlösen könne sie nur, wer ohne an-
zuhalten und' sich umzusehn sie auf den wendischen kirch-
hof zu Bütow tragen und dort mit voller gewalt zu bod6n
werfen werde. Der -ackersmann unterwindel sich der that
und ist schon glücklich auf dem kirchhof, doch bevor er
918 BERaBRTRI
ilhAv
sie TOn seinen schultern abgeworfen, greift ihn etwas
hinten in den schöpf, da erschrickt er dermafsen^ dsfs er
sich umsieht und seine last fallen läfst. Jammernd flihrt
die Jungfrau in die lüfte auf, 'nun müsse sie härter dulden
und könne erst nach hundert jähren von einem stand-
hafteren erlöst werden;' seitdem ist sie noch nicht wieder
erschienen. Tettau und Temme no. 267.
Der Pillberg ist ein verwünschtes schlofs gewesen, in
den schlechten stunden von eilf bis vwölf mittags pflegte
sich auf ihm eine frau zu zeigen und im Sonnenschein
ihr haar zu schlichten, sie bat die hirten sie anzufassen,
kein leid solle ihnen geschehn, doch wer sie anfasse möge
sie festhalten und kein wort sprechen. Ein dreifsigjähriger
junge, der noch zum viehhüten gebraucht wurde, nahm
einmal all sein herz zusammen und fafste die hand der
Burgfrau ] während er hielt, kam ihm allerlei blendwerk
vor, bald wars als wenn ihn hunde beifsen, bald als wenn
pferde überlaufen wollten, dennoch hielt er fest, aber in
der angst drängte sich der seufzer 'herr gott, herr Jesus C
aus seiner brüst, gleich war die frau von seiner hand
los, weinte und klagte, dafs sie nun auf ewig verloren sei
und verschwand. Reuscfa sagen des Samlandes no. 8.
Auf dem berg bei Kleinteich soll ein schlofs gestanden
haben, das schon lange versunken ist. die vorfahren haben
noch mit eignen äugen gesehn, wie alle tage mittags «ipi*
sehen eilf und zwölf eine königstochter herauftrat und sich
die goldgelben haare in einen goUnen trog kämmte, das.
no. 12.
Der Hünenberg bei Bckritten war früher ein heiliger
berg, auf dem die Preufsen ihren göttern opferten; jetzt
zeigt sich dort eine frau. ein bauer, der viel von ihr
gehört hatte, ritt auf den berg, um sie zu sehn, er sah
sie auch wirklich, wie sie sich die haare kämmte j machte
aber sogleich kehrt und liefs sich nur durch ihre bitten
bewegen noch einmal umzuwenden« sie redete ihn freund-
lich an und gab ihm, was sie sich aus den haaren gekämmt
hatte, ängstlich dankte der bauer, steckte das gescbenk
in die tasche und ritt ab; als er ihr aus den äugen war,
warf ers fort, er hätte es lieber behalten sollen, denn
zu hause fand er noch einige goldkömer, welche in
den ecken der taschen zurück geblieben waren« das.
no. 13.
Mit solchen sagen könnte ich bogen füllen, bei aller
einstinunung sind sie in nebenzügen verschieden, und das
WEISSE ERAUIH 9t9>
beseiehBeBde fioUte tüsg^hobea werden*). Ikbrigeafi kovh-
men sie nickt blofs in alemannischen, frfinliischeB, hessischen,
tUuringischen gegenden, wo bisher die meisten gesainmeii;
wurden, sondern ick glaube »Ugemein in Deutschland vor,
namenllidi in Westfalen, Niedersachsen, den Marken und
weiter gegen osten, ohne zweiid auch in der Schweiz, iu
Baiern und Ostreich. Sckm. 1, 33 gedenkt der Loferer
Jungfrau aus dem Salzbargischen und bemerkt, dafs die
sage weit ins Baierland vert>reitet sei. Nicht weniger weifs
in Frieskind, Drenthe und den Niederlanden das Yolk von
den iDiUen tot/ee» oder juffers in higeln und höhlen (J. W.
Wolf no. 212]^ obgleich sie daselbst mit ethischen gestalten
vermengt werden. Thieles danske folkesagn 4, 33 fähren
die weä:se frau, den koiik qeinde aus Flensburg an, die
üvikds^ Schatzes hütend auf erlösung harrt; 4, 96 eine gold^
spkmende frau in schwarzem kleid bei Veilef)ord in Nord-
jütland. andrer art scheint vorhin s. 907 die bt^ita qenman
in Schweden.
EinigMaal wird die erzählung reicher und märchen-
haft« ^o bei Bechstein 4, 221 no. 39 von den leuten, die
ihr fänfjäbriges kind im wald niedergesetzt hatten, wäh-
rend sie holz lasen, es hernach nickt finden konnten und
lange suchten, bis es mit blumen und beeren gelaufen
kam , die ihm die voei/$e Jungfer in ihrem garie» gegeben
hatte, da machten sich die eitern auf und giengen auch
zu AeoBk garten, der schon in voller blute stand, da doch
noch kalte jahrszeit war; die wei/se Jungfer mvkie ihnen,
aber sie fürchteten sich« das kind wünschte sich alle tage
zu ihr, weinte und härmte sich, erkrankte und starb, es
war den himmUscben, den elben verfallen (vgl. .kinderle-
genden no. 3). Einem, der in ödem waldhause herbergt,
wird am mitternacbt aohuhgesekbirfe vernehmbar, die u>ei/se
frau kommt vor sein bett getreten, klagt ihm ihr leid und
begehrt erlösung, wie Condwir&mftrs von Parziväh Hones
aaz. 6^396-398.
Den Ursprung dieser weifsen frau braucht man nicht
von celtischen oialroiie» und feen (s. 362. 388) herzuholen»
die ihnen sehr nah vecwandt sind; unser eignes alterthum
leitet auf nooh nfthere^ weaen. eibinnen und schwanfrauen
erseheinen in weüsem, leuchtendem . gewande, unter den
*) man sehe aufserdem DS. no. 11. 12. 316. Mooes ans. 3, 149.
258. 259. 4, 162. 7. 370. 476. 8, 313. Bechstein 1, 121. 125. 2, 51.
93. 164. 3, l60. 181. 187. 210. 4, 157. 158. 187. 209. 221. 224. 229.
frank, sag. 157. 285. Tellaa and Teninie 166. 189. Harrys 1, 19.
30. %r 19- 23. Kuhn no. «4» 119. 206^
92D WII8SE FRA^CEIY
gOUinnen dttrfen besonders drei genamil werden, ans denen
sich die weifse frau und zuletzt die nenne niederschlagen
konnte, Holda, die sich gerade so in der mittagsonne kämmt
und badet, Berhta, die schon im namen weifse, die spinnt
und webt, Ostara (s. 268. 740), der das volk maiblumeB
apferte (s. 52). Holda und Berhta schenken unscheinbare
Sachen, die sich in gold wandein, gern führen die weifsen
freuen goldne ringe und Stäbe (Mone 7, 476), häufen gd-
des liegen auf ihrem schofs (Mone 8, 185], sie begaben
mit schachteln voll goldsand (5, 414). wie Berhta als weifse
ahnfrau erscheint, wenn ein todesfall bevorsteht (s. 257),
gilt dasselbe von den weifsen Jungfern (Bechst. 4, 158);
auf Berhtas ungestalten fufs (s. 258) gehn auch der geifs*
fufs und die langen nägel der weifsen Jungfrau (Mone 7,
476) oder der grüne, gelbe pantoffel (s. 917), denn warum
sollten diese sonst so auffallen ? die halbweifse halbschwar"-
ze frau gemahnt an Hei (s. 289), wenn man sie nicht aus
einer nonnentracht deuten will (Mone 3, 259). sogar dafa
statt der weifsen frau ein weifser mann (Hone 6, 69)
auftritt, ist wie Berhtolt neben Berhta. allegorische freuen,
wie sie cap. XXIX darstellt, haben in der art und weise
ihres erscheinens offenbar vieles mit den weifsen frauen
gemein.
Die durchgreifende idee der Verwünschung und er-
sehnten lömng scheint nun eben dahin zu fassen, dafs
die heidnische gottheit zwar noch schön, reich, mächtig
und wolthätig, aber als unselig und verworfen dargestellt
wird, und aus dem über sie gesprochnen bann nur unter
den schwersten bedingungen gelöst werden mag. die volks-
sage läfst noch mitgefühl bei dem Jammer der weifsen
frau blicken, wenn die begonnene erlösung immer unter-
brochen und auf weitere unabsehbare zeit hinausgescho-
ben ist.
Dafür gilt besonders ein eigenthttmlicher, sicher alt«
hergebrachter ausdruck : der welchem dereinst gelingen soll
die that zu vollbringen, und den bort zu heben, der ihm
zum lohn verheifsen wird, mufs als kind in der wiege
geschaukelt werden, die aus dem höh des bautns gezim-
mert war , der jetzt erst als schwaches reis aus der mauer
eines thurms Ispriefst: verdorrt das bäumehen oder wird
es abgehauen, so verschiebt sich die hofnung des erlösens
bis es von neuem ausschlägt und wieder wächst (DS. no.
107. 223). das steigern noch hinzugefügte bedingungen:
den kirschkern, aus welchem der sprofs schiefsen wird,
hat ein vöglein in die mauerritze zu tragen. (Bechst. Fran-
ERLÖSUNG 921
ken 191); bei den steinen mnts ein dappeUer tannenbamit
aus emer wurzel spriefsen , und wann er iiundert jalire alt
wird, zwei ledige levte ihn am Wunibaldstage umhauen , den
stfirksten stamm soll ein schütten auf Dagobertstag hinab
ins thal schleifen und aus des Stamms brettem die wiege
des erUHsers gemacht werden (Mones anz. 3, 91) ; jetzt ist
der nufsbaum erst fingerhocb, aus dessen brettern die wiege
gefertigt wird, in welcher der einstige befreier liegen mufs
(Hones anz. 7, 365). zuweilen heifst es blofs, das bdum-
chen sei noch ungepflanzt, das holz noch* ungehauen (Mono
6, 397. 7, 476. 8, 63). bei Ad. Kuhn no. 94 lautet die
formel so : eine linde solle gepflanzt werden , die werde
oben xiioei planischen (fiste) treiben, aus deren holz eine
poie (boie) zu machen sei: welches kind in ihr zuerst lie*
gen werde, das sei bestimtnt mit dem schwert vom leben
zum tode gebracht zu werden, und dann trete erlösung
ein. In allen diesen sagen knüpft sich der eintrit des
künnigen ereignisses an einen keimenden baum^ gerade
wie der weltkampf durch den schöfsling der esche (s. 912)
oder den in laub ausschlagenden dörren bäum (s. 909) be--
dingt war.
Eine andre erschwerung des erlösens ist, dafs die jung"-
frau in grausenhafter gestalt, als schlänge^ drijtche^ kröie^
frosch dbreknal geküst werden mufs (DS. no. 13. Mones anz.
3, 89. 7, 476). schon im gedieht von Lanzelet kommt dies
küssen an den mund des drucken vor, der sich hernach in
ein schönes weib verwandelt (7881. 7907. 7990).
Einigemal geht die erscheinung der weifsen frau, wie
sie sich sonnt, striihlt und badet, über in den begrif einer
wasserholde und nixe (s. 459), einer nord. hafsfru (Afze-
lius 2, 150), und auch diese geister sind der erlösung be-
dürftig (s. 461. 462). zwölf tüei/$e seejtsngfem stellen sich
zum tanze der menschen ein (Hones anz. 5, 93). hierher
die romanische sage von Heli^ina. Solche meerfrauen
pflegen aber die hatt« oder ganze gestalt eines fischers,
einer schlänge anzunehmen; einzelnen weifsen frauen wird
fkckäckwanA, scklangensckwanA, beigelegt: in den goldnen
borg war eine königstochter als scklange verwünscht, die
nur jede chritte nacht menschengestalt erhielt (KM. no. 92);
fan Oselberg bei Dinkelsbüfai baust eine schlänge mit frauen-
haipt und Schlüsselbund am hals (DS. no. 221).
Hit dem begrif der bergentrückung ist meistens auch
der eines verwünschten heblichen sckatses verbunden, da
wo der alte held oder gott in der berghöle sitzt, wie im
hflgel und grab des beiden , liegt ein unendlicher bort ge-^
922 fiO&T
borgen; die weirse firau, die sehltuigen frau, oder scAIang».
und drache allem hüten seiner.
Das goth« ku»df ahd. bort, aga. heard, alta. hodd schei-
nen mir bnchsläblich das lat. cusi in casles, cuslodia, dieses
von curo (für cuso) abgeleitet, so dafs sich auch unser büs
(das hegende, schätzende) ond das lat. curia (haus und bof)
derselben wurzel fügen , in husul liegt also s<dion der begrif
des bewachens, hütens. aus tbesaurus, ilal. span. tesoro^
franz. tr^sor ergab sich das ahd* treso, dreso. das gotb.
skattSj ahd. sca» bezeichnet aber numus und ist erst allnä-'
lieh in die bedeutung von thesaurus, gaza übergegangen,
noch im 13 jh. hatte schätz nur den sinn von geld, reich-»
thum (Flore 7749. Troj. 2689. 3171. Ms. 2, 146') nieht den
von niederlegung und bewahrung.
Der aligemein verbreitete glaube, dafs kn innem der
erde schätze ruhen, läfsk 0. V. 4, 23, als er vom erdbeben
bei des heilands auferstehung redet, sagen : 'sih scutita io
giltcho thiu erda kraftlicho , ioh si sliuno thar irgab /Aas
dreso thar in iru lag.^
Aus der bergung des scbatzes in die tiefe folgt, dafs
wer sich seiner bemächtigen will ihn heben müsse, man
glaubt, dafs der schätz von' selbst rücke, d. k sich lang-
sam aber fortschreitend der Oberfläche zu nftiiern suche,
meistens heifst es, er komme alljährlich einen bahnen*^
schritt weiter aufwärts (DS. no. 212). auch den donner-
keil, Donars kostbaren hammer, nach dem er tief in den
erdbodeq gefahren ist, sahen wir (s. 164. 165) in sieben
jähren wieder hinauf treiben, zu bestimmter zeit steht der
schätz oben und ist seiner erlösung gewärtig; fehlt dann
die geforderjke bedingung, so wird er von neuem in die
tiefe entrückt. Jene annäherung aber drückt die redensart
aus: kler 5cAafo blühet^, wie das glück blüht (s. 824), ^er
wird ieitig\ 'er eerbloht' (Simpl. 2, 191) mufs wieder ver-
sinken, das mag sich aufs blühen einer blutne über oder
neben ihm beziehen, mhd. sagte man, dafs der schätz
hervorkomme: Venne kumt hereür der hört, der mich 86
ridie möhte machen?' Ms. 1, 163^. gewöhnlich zeitig! er
alle sieben, oft auch nur alle hundert jähre, gern zumal im
vollmondschein, auch in den zwölften, es heifst auch 'der
schätz sonne sicK: an freilegen im merz soll er aus dem
boden steigen sich zu sonnen (Mones anz. 8, 313), jenes
ausbreiten des waizens und der flachsbollen (s. 915) ist
dergleichen sonnen, dw schätz pflegt sich in kesseln zu
heben, und dann seine gegenwart durch eine auf ihm hueh^
iende flamme anzuzeigen, wie über den bügeln der gespen^
GElOBfiN «23
ster flamme weht (s. 668) bhue lohe wird auf ihm erblickt
(Keusch no. 46], er hat das ausseht! glühender kohlen, ei-^
nes btauke^sels voll rothen ffoldes (Reüsch tto. 7. 25. 26)«
brennt flamme äb^ ibm, so sagt man 'der schätz tteUeri
sich,* Viele schätze bewegen sich jedoch nie gegfen die
Oberfläche der erde, sondern müssen in der berghöle selbst
gewonnen werden.
Zur hebuiig des schatteis wird erfordert stillschweigen
nnd Unschuld. Alle heiligen, göttlichen geschäfte dtlrfen
nicht besprochen werden, z. b. heilawfte ist schweigends
zu schöpfen (s. 210. 551), sauberkräftiges kraut schwel-
gends zu brechen; ein beschriener schätz sinkt augenblick-
lich hinab (abergl. 214). unschuldige kinderhände taugen
ihn zu erfassen, wie das loos zu ziehen, arme dorfknaben
und hirtenbuben sind es die ihn auffinden (DS. no. 7. 157.
158); wer sich durch laster befleckte kann ihm nimmer nahen
(das. 13).
Wer den schätz erblickt soll geschwind etwas darauf
werfen, um besitz von ihm zu nehmen und alle gefahr ab-
zuwehren, gerathen wird brat, oder ein auf blofsem leib
getragnes kleidungsst&ck oder einen kreuzdreier hastig übet
den schätz zu werfen (abergl. 218. 224. 612). man lese
8. 569 von dem feuer nach.
Der bort wird aber angezeigt und gehütet angezeigt
durch die erscheinung jener versunknen beiden und weifsen
frauen , angezeigt und bewacht durch hunde , schlangen,
drachen. auch jene waberlohe oder die blühende blume
kündet ihn und die wimmelnden käfer (s. 657) sind sein
zeichen.
Um in den borg zu gelangen, worin er geborgen ist,
bedarf es gemeiniglich einer wegbahnenden thürsprengenden
pflanze oder wurzel.
In den volkssagen wird ganz einfach eine schöne totfi»*
derblume genannt, die der beglückte zufällig findet uifd an
seinen but steckt: nun steht ihm auf einmal ein und aus-
gang zu dem' schätze des berges offen, hat er inwendig in
der hole seine tasche» gefüllt und vom anblick der kostbar-
keiten erstaunt den hut abgelegt; so erschallt hinter dem
weggehenden die warnende stimme*): H>€rgi/s das beste nicht r
aber es ist zu spät, und nun schlägt ihm bei seinem aus-
*) gleichtsm der blume selbst, mehrere blumen, namentlich ga-
mandef tiQ4 müaseöfarchen beifeeo dem folk *ipergifMneinnickf ^ da$
dabei ihre wanderkraA b^rückaiebti^te* die seatimentale deutua^ enl-
itaad später.
924 HOBT ;
gangr l^r^ on der ferse die eiserne tkür »v, alles isl im nu
verschwunden und der pfi^d nimaiermehr zu finden. Diese
formel kehrt in den sagen Yom Odenberg , von den We-
serbergen und vom Harz und in vielen andern jedesmal
regelmäfsig wieder (DS. no.9. 303. 314. Becfaslein 1, 146.
3, 16. 4, 210. 211. Dieffenbachs Wetterau s. 284. 285.
190) ; sie ist gewis uralt ^). gewöhnlich wird die blume
blau angegeben, nach der göttern und geistern eigensten
färbe, doch finde ich auch purpurblnme und u>ei/se biume
genannt; zuweilen heifst sie Schlüsselblume ^ weil sie das
gewölbe schliefst und als symboI der schlüsseltragenden
weifsen frau, der das schlUsseUnmd als ahnmutter und
schliefserin des hauses ziemt, die aber zugleich den schätz
zu öfnen macht hat. auch gliicksblume heifst sie (Bechstein
3, 212), am häufigsten Wunderblume, wenn drei wuneler-^
bhmen genannt sind (Bechst. 1, 146. 4, 209), scheinen drei
an einem Stengel gemeint. Das gewaltsame plötzliche zu-
fahren der thür gemahnt auffallend an das eddische 'hrynja
honom f)ä d hcel {>eygi hlunnblik hallar' S®m, 226* ; *f>e-
gar laukst hurdin d hcela hönum' Sn. 2; 'eigi fejlr honum
pft hurd ä hcela' fornald. s(ig, 1, 204: zweimal von dem
zuprallen der höllenthür (s. 291). einem hirtenknaben wurde
sein schuhabsaiz noch mit weggerissen (DS. 157), wie sonst
dem wegeilenden die^ ferse abgeschlagen (KM. 3, 75). als
der Schäfer den ruf überhörte, brach das gewölbe zusam-
men, die thür schlug hinter ihm zu, dafs es krachte ^ er-
fafste ihn noch an der ferse des einen fufses und zer-
schlug sie, dafs er lange siechte und das geholte geld auf
die heilung des fufses verwenden muste (Bechst. 4, 211);
wie er hinausstürzt, schlägts die thür hinter ihm zu, dafs
ihm die fersen weggeschlagen sind (Harrys 2, 14). ich
gebe etwas auf das vorkommen solcher formein, und möchte
sie in mhd. gedichten aufspüren, ^die berge sint nü nach
mir !6Uo' Ms. 2, 145* scheint schon in einer redensart des
13 jh. das verscherztsein eines früher offen gestandnen
glucks auszudrücken.
Anstatt der Wunderblume oder Schlüsselblume nennen
andere sagen die springwur^el^ ein kraut das man sich
auf folgende weise verschaffen kann: das nest ^nes gms^
*) andere formein: 'je mehr du zerstreust, je mehr du bereust!*
*je mehr du yerzettest, je minder du bettest !' nemlich wenn das ge-
schenkte oder aufgelesne gold den schein hat von lanb oder kohle.
In der hole, wo gold auf dem tische liegt, rufen die drei daneben
sitzenden alten männer den staunenden gast an : 'greif einen grif,
streich einen strich, und packe dich!*
SPRINGWÜRZEL 92S
Spechts oder $ckwaf%spechi9 , wann er junge hat, wird mit
hölzernem keil zugespöndet; der vogel, sobald ers gewahrt,
entfliegt und weifs eine wunderbare würze! zu finden, die
menschen vergebKch suchen würden, er bringt sie im
Schnabel getragen und hält sie vor den keil, der alsbald,
wie vom stärksten schlage getrieben, heraus springt« hat
man sich nun versteckt und erhebt bei des spechts annähe**
rung grofsen lärm, so erschrickt er und läfst die wursel
fallen, einige breiten auch ein weifses oder rothes tuch unter
das nest, so wirft er sie darauf, nachdem er sie gebraucht
hat. Eine ältere stelle theilt Mones anz. 8, 614 aus Con-
rad von Megenberg mit: 'ain vogel haist ze latin meraps
und haist ze tQtsch bömheckel und nist in den holen bömen,
und wenn man im sinü kint versiecht mit ainem zwickel, so
bringt er ain krut und hält das ffir den zwickel, so vert
der zwickel her dan. daz krut haist herba meropis, das
spricht b&mkeckelkrut und haist in der zöberbuch chora,
und wer nit guet, daz man es gemainklich erkant, wan es
gänt sloss gegen im uff, damit smidet nieman, wan der ge-
vangen lyt uf den lip. Der speckt galt für einen heiligen
göttlichen vogel (s. 639). schon Pljnius 10, 18 berichtet
den mythus: adactos cavernis eorum a pastore cuneos, ad«
mota quadam ab his herba, elabi creditur vulgo. Trebius
auctor est, clavum cuneumve adactum quanta libeat vi ar-
bori, in qua nidum habeat, statim exsiiire cum crepitu ar-
boris^ cum insederit clavo aut cuneo*). Dars dem Specht
besonders die Zauberkräfte der kräuter bekannt sind ergibt
sich aus andern sagen : er hütet sie und fährt dem men-
schen, der sie ausreifsen will, in die äugen, so sagt Plinius
25, 4, 10 von der paeonia: praecipiunt eruere noctu, quoni-
am si picus martius videat tuendo in oculos impetum faciat;
und 27, 10, 60: tradunt noctu effodlendas, quoniam pico
martio impetum in oculos faciente, interdlu periculosum sit.
Jene sprengende würzet Soll euphorbia lathyris sein, von
*) ygU Yom wiedhopf Aelian de nut. ao. 3. 26. Die rabbiniscke
•age gedenkt des bergspallendea sciuunir, welchen sich SalomoD zu
seinen bauten auf folgende art Terschafte. er liefs das nest eines
auerhahns suchen, worin junge waren, und es dann mit weifsem kri-
stall zudecken, der auei-hahn kam und wollte zu seinen jungen, als
er aber nicht Termoobte, holte er den sckamir und setzte ihn auf
das glas, indem fieng Salomos böte überlaut an zu schreien » dafs
der vogel erscbrack und den schamir fallen liefs, den jener sogleich
mit nahm (Majera mjth. wb. i, 121). Das erzShlen die gesta Roman,
beinahe eben so yon dem TOgel straufs und dem herbeigeholten
sprengenden warm ifttfmare (Grifses übers. 2, 227).
9(6 WÜNSGHELRUTHE
den Italienern sferracayallo genannt, weil ihre Wirkung gegen
die metalle so stark ist, dafs aaf sie tretende pferde daa
hufeisen im sticii lassen müssen.
Es gil^t aber, aufser solch^^n thOrsprengeoden pflanzen,
noch ein anderes uraltes mittel, gold ^nd schfttzc in der
tiefe der erde aufzuspüren und zu erwerben; die wikh-
schelnßAe, Warum übertrüge schon eine ahd. glosse ca*
dni^ens durch wunmligerta (gramm. 2, 540. Graff 4, 257),
hätte sie nißhl den begrif der zauberbrftftigen ruthe Her*
eurs mit jenem au/sdruok am nAcbsteo zu erreichen geglaubt?
an sich führte das lat. wort weder auf wünsch noch wün-
schen (N, Cap. 16. 37 verdeutscht flugeg^Uif virga yola-^
tilis)> die Vorstellung einer zauberruthe unter eigenthümlich
deutschem namen war also sehr frühe begründet, und die*
ser name hängt wieder zusammen mit dem mehrbesprocbe-
nen sinn des wertes wünsch, das wie s«^lde spwol den in*
begrif von glück und heil, als persönliche wesen Wunsch
undSmIde bezeichnet, der diminutivform halben nehme ich
in dem compositum nounsciUgerta nicht die persönliche bO'*
deutung, sonderi^ die sächliche an: es ist die gerte, durch
deren besitz man alles irdischen heiis theilhaft wird^ die
gäbe dieses heils gebt von dem allwaltenden Wuotan aus
(s. 390).
Auch die dichter des 13 jh. bedienen sich des aus*
drucks. Conrad in der schmiede 664 (614), Maria mit dem
Stabe Moses vergleichend: 'du bist diu foünscihelgerte , dar
mit üz einem steine wazzer wart geslagen'; 1306 (1^61)
'da sielden (? Seiden) Wünschelgerte* ; Troj. 19868 von He-
lene^: 'schoene als ein wünschelgerie kam sie geslichen üf-
reht' , wie dänische Volkslieder in gleichem sinn liljevaand
(lilienstengel) verwenden; Troj. 2215 'alles bei^s ein wün^
schelris'; Gotfried in einem minnelied 2, 9; 'der gnäde ein
tpiinschelruote' ; Nithart im rosenkr. 3: 'gespalten nftch der
foUnschebruoien stam'; in Albr. Titur. mehrmals tcünschel'»
gerte und toünschebwte (4146) , wtinschels&me des var*
men (4221) weil varm, nhd. farn (filix) ein heilkraut ist.
Die wichtigste stelle findet sich aberNib. 1064 (wenn schon
einer eingeschalteten Strophe) gerade bei beschreibnng des
Nibeiungehorts :
der wünsch lac dar under^ von golde ein rüetelin,
der daz het erkunnet, der möhte meister stn
wol in al der werlle über isltehen man.
unter gold und gesteine des horts lag eine ruthe, deren
wunderkralt (wünsch) alles heil, alle wonne enthielt, wer
ihren werth kennt (ich setze nach rüetelin blofs ein comma
WONSCHBIJKDTHB 9t7
t9ii beziehe 'daz' daraif), dem ist gewall über alle men-
schen verlieben ; die wttnschelrathe brachte nicht nur seUitze
zuwege, sie stürkte und mehrte fortwährend deren gehalt
.Hier heifst die wünsohelnith« golden. Gewöhnlich
bradi man sie aus einer hoiekiaude; nach Vintler ist sie
'das jährige zweig (sumeriate) eines wilden hasetbannies.*
es wird dazu bei reebtem mondsebein ein ast mü einer
mmkele, tmspet (ferca) gescbnilteii und dreifach »utammep^
gewunden ^). andere fordern eine weifse haeel oder hretu^
domnUhey die gäbe! oder Iwiele hat, in einem jähr gewach*
sen und woran kein flecken attes hob ist, sie mufs so stehn,
dafs ost und westsonne durch die twiele scheint, sonst ist
sie nicht gut. wer sie brechen will, geht an einem neuen«-
Sonntage morgens zwischen 3 und 4 nhr stiilschweigend zu
der mthe, kehrt «ein angesioht gegen morgen, neigt sieb
drehnal vor der mthe umi spricht : 'gott segne dich edles
reis und sommerzweig I (daravf folgen sieben, in den mekL
jb. 5, 110 — 117 mitgetheilte beschwürungen). Jene yer«
gleichung Conrads Itfst eine einfache, eeManhe gerte yer'-
muten. Man unterschied, wenigstens iqiiter, mehrere arten :
feuerruthe, brandruthe, springruthe, sehlagruthe, beberuthe.
laicht zu allen wurde die hasel verwendet, einige aus mos-*
singdrat, vielieicht auch gold verfertigt. In Niederdeutsch«-
hnd sagt man wiekerode, von wichen, zanbem, Weissagen.
Es gilt, die ruthe' richtig in der band zu halten (beide en«-
den fassend, so dafs der stiel in den sie zusammen laufen,
sich aufwärts kehre), dann schlägt sie an, ihr stiel dreht
sich nach den gegenständen, die sie anzeigen soll, bleibt
aber, wenn diese nicht vorhanden sind, ruhig. Nach andern
wird mit jeder band eine zinke der beiden gabeln fest em-
porgehalten, dreht sich dennoch die eine zinke mit unwi-
dersteMtcher gewalt nach dem boden, so ist ein erafeld
vorhanden, dabei wurden auch formein gesprochen : VtilAe,
rtahe ich frage dich, wo der beste schätz mag liegen?'
Man glaubte mittelst der wünscbelruthe verborgne sohätze,
erzadem, wasserquellen (darum heifst sie in der Schweiz
brunnenschmecker, Tobler SO""), ja mörder und diebe zu ent*
decken *•).
*] Ettners unwürd. doctor p. 3— 8, Tgl. den doppelast der tanne
und linde (s. 921) und die drei blumen eines Stengels (s. 924) rute
mit neun enden (abergl. 950); lindenast mit nenn zweigen (nhesa
dainos 30). '
**) üterargetchichte der wunschelruthe im neuen lit anz. 1807
p. 345—477, Tgl. braunschw. anz. 1752. p. 1625. goth. tascbenb.
928 WÜNSGHELBUtBB
In Anshekns Bern, chron. 2, 8 finde ich den aiisdrud^
glüchsstäblin, wie vorhin glücksblume. der franz. name ist
baguetie dwinaknre: nach den ni6ni. de Tacad. oeltiqoe 4^
267 'de coudrier, faurckue &un c6U'
Sollte das altn. gambanieinn S»in. 77^ 85^ einen fthn*-
lichen begrif enthalten ? teinn ist ramas^ virga (goth. täins,
ahd. zein, ags. tän, alts. tto) *), gamban widersteht allen
seitherigen deutungen. in der letztgedachten stelle wird
gambanteinn im wald geholt:
til holtz ec gdcc oc til hrfts Yidar
ffambantein at geia. gambaiUein ee gat«
S»m. 60^ handelt es sich auch von einem gambansumbl
nmgeta, was recht gnt wänschelmahlzeit der gdtter bedeu-
ten könnte, ich würde die Variante gamansumbl nehmen,
ond gaman wonne auslegen^ wie wunsc. zu wunna gehören
mag. indessen steht Beov. 21 ags. gomban gyldan, ver-
schieden von gomen (gaudium). auch ^tams vendi ec fiic
drep' Siem. 84^ verdient erwägung, tams vöndr (virga do-
mitoria) ist sicher ein Stab von zauberhafter Wirkung.
Ausführliche sage von einem toHnschebtab , den der
h. Columban einem armen mann schenkte , dieser aber auf
anstiften seiner frau zerschlug, findet sjki^h in Adamannfi
Scoti vita s. Colnmbae cap. 24 (Canisii lect. antiq. tom. 5)«
Am bedeutramsten für den ursprünglichen sinn der
wttnschelruthe wird das nfjgvHttov des Hermes (der cadu-
ceus des Mercur): gerte um welche sich schlangen winden«
die schlangen scheinen aber erst aus den zweigen der olive
gebildet, so dafs die filtere ^aßdos (Odyss. 24, 2) wahr-
scheinlich die zwiselform der wünschelgerte hatte, der
bymn. in Herc. 527 nennt sie oXßov nai nXavtov ^ißiovj
XQVoBffj^ , TQmi%f]Xov ^ golden (wie im Nib. lied], drei-
blfitterig, gl&ck und reichtkitm schaffend. Da nun Mer-
cur zugleich den geflügelten • petasus trägt , wie Wuotan
durch das pilei umbraculum kennbar ist, darin aber wie-
derum die idee des wünichelhuU (s. 828) waltet, die heil
und segenbringende toünsckelruthe auf den persönlichen
Wunsch, folglich Wuotan bezogen werden mufs; so scheint
mir in dem zutreffen aller dieser fihnlichkeiten unabweis-
bare bestfitigung der uralten, unerborgten Identität zwi-
schen Wuotan und Mercur zu beruhen. Rudolf im Bari.
1809. p. 1 — 19. die behauptung, dafs sie erst seit dem 11 jh. in
Deutschland bräuchlicb geworden sei, scheint falsch.
*) es könnte auch sagitta bedeuten, was an Martins von Amberg
*n«ch schätze mit pßlen soochen* gemahnt
HORT:i BOiND. »GELANGE 929
274, 25 konnte gar wol 'des .Wunsehes bbtome' meinen; da
die vielen beispiele ans Gerbart (s. 127) aeigen ^ wie* ge-
Mvfig ihm die personifieation war.
Das mythische Verhältnis bergenirückter sehätze wie
herffetUrüeiUer helden nnd götler hat uns auf Wuotan, den
bddiaten schöpter und geber alier dinge. geleitet; der alle
verborgnen sebfttze weife (Yngl. saga cap. 7).
Anber den btamen, ktfivtern und ruthen sind noch
andre dinge Bor bebung des Schatzes behilftieh. So soll
ein 9d^mar!6er b^ek, auf dem kern helles härehen i$ty ge-
sucht und an der stelle, wo daa geld vergraben Hegt, gleich-«
sam dem geiste, der seiner hütet, zum opfer angebunden
werde» (Hones ans. 6, 305). andere fordern ein sckwarua
MIsi, an dem auch nicht ein einsiges weifses federdien
sei, sonst breche der leufel dem hebenden seinen hals
(Bechstein 4, 207). Ober v^wünsehtes geld ist der faeh
auagesprochen : nur der seile es finden, der es mit zwei
$ehwanen hälmen ampßiffe ; einer schnitzle sich dazif ei-
nen kleinen pflüg und vollführte die hebung (Reusch Sam-
laod s. 29).
Auf dem horte liegen aber hütende Hunde j Mchkmgen
und droöken (DS. no. 13. 159. Schm. 2, 209).
Annales corbej. ad a. 1048 (PaulUni p. 386): Sgunt in
Brunriierg magnum thesaurom absconditum esde, quem fit-
ger canik costodit cum oculis igneis' und im carmen de
Brnnsbergo (Paullini p. 599):
horrendus eams est tenebrosum vinctus ad antrum
ike$auri custo», qui tatet imas ibi,
igneus est Visus, color atque nigerrimus äü,
OS paluium et cunctis halitus usque gravis,
unter dem birnbaum sah man glühende koUen und nachts
einen scku>€n%en jmdel liegen (Mones ans. 7, 227): Auf
einer kiste des gewöibes lag eine kri^^ auf der andern
ein ioeifsisr kund; als die bauersfrau mit einer voii der
weifsen frau dazu empfangnen gerte umherschlug, wurde
der hund kohlschwarz, worüber die frau erscbroekeki das
schweigen brach und die erlösang vereitelte (Menes anz. 5,320).
Kein thier steht näher zu gold und schätzen als die
»ehlangej die sich auf dem goldhaulen niederringelt (8.653),
glimmer abschüttelt (s. 654), goldkronen trägt (s; 660). wir
sahen die weifse frau selbst in halber oder ganzer schlangen-
gestalt ersdiein^n. An dem wasser vorder geldhüle hütet
eine grofse, zischende schlänge, wer ihr keck auf den köpf
tritt , dem dehnt si^, sich zu ejner brücke über das wasser,
die er kühn beschreiten und. dasga. so viel er will golderde
GrimmM mytkoL 8. musgmhe, ^9
BSQ DRACHCraORT
holen kann (B«cli$teiii 4, 174). fanig^td scheint. goM, dlur
in gttnipfen bei den sohlailgen und drachea lag (s. 498).
Unser frühstes alterthum hat berühnite sag ob yqii schkm
gen und dtracken auf dam goM (s. 653^ 654). nicbt zu
übersehn« dafs auch koatbareaa goldgeachmeide zu aehmnck
und Waffen gern die gestfllt der schlänge gegeben wurdia.
Im Sonnenschein glänzte ein hänfen geld und rings hemm
alreokte sich ein schwarzer mtrm, doob so dafs er nicht
ausreichte ub4 zwischen köpf und scdiwavz eine spanne frai
Uefs: an dieser stelle tral der kneoht, der des horfee an*^
sichtig geworden war, ein und sammelte gold. schon hatte
er tuschen und das ausgezogne oberhemd voll gesackt, als
es ihm einfiel eine begleiterin herbei ^u rufen, die den
rest des sduitzes aufladen sollte, aber seine stimme. Yor-
haUte in dem furchtbaren brausen, das sich plötzlich erhob:
^sohitt aus das geld, schütt aus das geldl' riöf es, dafs
der erschrockne alles geld hinwarf und zu fliehen begann,
augenblicklich renkte sich der wurm mit dem schalt in
den bei*g «ad acUob sich die erde wieder zu) der stürm
war vorüber und die sonne schien lieblich, nur weüge
fddsMcke lagen da, die beim hinwerfen ausserhalb des
Schlangenrings gefallen waren (ReusCh Sainland aro. 3).
Der grofse hört, auf welchem Mäfnir lag, war durch
gbld gebildet worden, das. die götter zu Otters hüllung
und füUung hergeben ' musten, Loki aber vorher dem zwerg
Andvari abgenommen hatte. Sigurdr, der ihn nach des
drachen tod in seine gewalt nahm, schleppte itui glücklich
auf Granis rücken fort, «nd davon hiefs dua gold ^bt^är
Grancf (Granönis sarcina, wftre ahd^ Kranio purdi) Sn. 139.
merkwürdig sagt in einem schwed. Volkslied (Arvidsson 2,
193) die jungfra« ihres bräutigams harrend:
vore det den ungeraten som jag skulle ha,
il fürde han del guldet pa gangarens baki
Naeh dem gedieht vom hürnen SUVit *) erwirbt der held
den achatz zwar auch durch erlegung des drachen auf Ora«-
chenstein, und lädi ihn auf eem ros (166, 4), doch wird
die abkunft des goldes* anders erzfihlt. es ist der Nibelm^
geg hortj und Nibling ein zwergkönig kinterUlbt ihn dreien
söhnen (13, 4. 14, 3. 134, 3. 168, 2), deren zwei, ohne
wissen ihres bruders Eugel **^), als ihr berg (bei einem erd«*
*) noch um die S«ifvie^borg m der Rhön (weislk. 3, 535) ist
die heldeosage im munde des volks angeflogen (Mones anz. 4, 4i0
und darans Rechst. Franken 144).
**) Engels Weissagung und sein gesprSch mit Siegfried (159—164)
libt ttiebl aweifeln, dafs er mit dem oddkohea Gripir, dttm aamoz
. MnELüNOEEomr ' 931
beben ?) sich zu bewegen begann und eirtstarz drohte, fltteh-
telen und in eine hole unter dem dracfaenstein, wo ihn
hernach Siegfrid fand, bargen (s. 133, 4. 134,3. 135,1). ein
drache^ der immer nach fänf jähren und einem tag zu
ostetrn auf einen tag^) menschliche geatall annimmt, hatte
den achatz und eme schOne königstochter in gewahr, eine
weibe frau, die Siegfvied zusamt dem schätz erlöste.
Einiges bleibt hk dieser yorstellung unklar, noch wird
es durch das epos von den Nibelungen selbst erhellt.
Siegfried erlangt den hört Nibhinges nicht als er den iint->
rächen tödtete, sondern als ihn Scktibunc und Bfibiune ba-
ten den $ekai3i am theilen, was sie selbst nicht Yermochten.
der hört wird 'üz eime holn berge' getragen, es scheint
daCs er zwergen angehörte und Schilbunc und Niblunc
olbiseher art waren. Nach beiden liedem stammt also der
hört von zwergen , wie in der edda Ton Andvari dem
Zwerge, als elbische wesen sind sie schon an und für sich
sanier «nd httter unterirdischer schätze , da sie im gebirge
haus^ (s. 41& 421) aad sie tiegen (s. 432. 867] gleich
gespenstern, an den wünscheihut gemahnen die hehi und
nebelkappen der jiwerge (s. 431); das zwerggeschlecht hegt
und hütet schätze, gleich den drachen**), wie frau HoMa
im wttlenden beer zieht und im berg eingeschlossen sitzt,
häagt sie auch mit den elben zusammen (s. 42 1). zu h(^
len der zwerge wird der eingang gefunden wie in die ver-
zauberten berge, entführte menschen bringen eine Zeitlang
in gesellschaft der elbisehen geister zu (s. 463) wie in frau
Yenusherg (s. 888).
Dafs Nibelung und Schilbung die väterliche Unterjas^
senschaft getbeilt haben wollten, wird auch Bit, 80* ver-
sichert, <tefs sie den sohaU nicht theilen komUen^ ist ein
höchst mythischer zug (s. 426), den ich im verfolg , was« ich
von den Wünscheldingen handle , näher beleuchten werde.
Wie der hund mit göttinnen, weisen oder w-eifsen frauen
den beiden in gefahr ausschlägt, gereicht ihnen auch' des
bortes erwarb zuai unheiL wer den schätz gehoben hat,
mufs bald sterben. (Mones anz. 7, 51. 53). Weil Andvari
den. ih« von Loki abgedrungnen ring verflucht hatte, brachte
nach aber mit dessea Tater Eyliini identisch sei. ^ylimi (ipsulse,
prall ramus, fast das umgedreale Laufej s. 225) eolhili ej = ahd.
oawa , augia , * welches auch in Eugel liegen mufs.
*) ein tac in der belle hAt leng ein ganzes jAr. 28, 2.
**) schalzbötende berggeister in der Schenkofenhöle, im Rei-
chempils, im Zülarthal. Ataehars Gaateoi «.145^
59*
982 VERWÜnSGHTB BÜRG
derselbe ling aaoli Hreidmar und seinen söhnen, die aus*-
drttckltcb darauf bestanden, und Sigurd und Brynhild rer-
derben, deren Verlöbnis durch ihn geschah (Sn. 140].
Das goid beibt altn. orms bedr oder Fdfnis bosli , des
wurms bett, des drachen lager, der gleichsam darauf brüh-
tet. BAi wird cum wurm und liegt auf seinen goldkisten.
fornm. sog. 11, 158. draco thesauti eustos. Saxo gramm.
101. ^incubas gtzae ut magnus draco eustos scythici luci.'
MartiaK 12, 53. der geizhals und drache werden ihres
gutes nicht froh.
Auch Morgenlftndern und Griechen waren schatzhätende
drachen beitannt. der hundertköpfige, nimmerschlafende
bewachte des hesperischen hatns (scythici luci) goldipfel.
Photius Bekk. 150,6, 16. I>en alten war daneben die vor-
stellung geliufig von greifen, die des goldes warten, grtfen
golt Parz. 71, 17 ff.
An der steile, wo schätze glühen, soll auch zuweilen
ein kalb liegen (Rausch no. 47), ich denke nicht als hüter,
sondern gegenständ des Schatzes, denn Schatzgräber (geben
vor nach dem goldnen kalb und nach der goldnen glui^ke
mit ihren zwölf kttchlein zu graben*), wcM-unter deutlich
etwas mythisches verstanden wird.
Beaehtenswerth ist was Renner 5100 steht, dafs alle
begrabnen, d. h. ungehobnen, unerlösten schätze dereinst
dem anückrüt werden sollen, dessen erscheinen wir schon
vielfach in die Vorstellungen von dem wütenden beer und
bergentrdckten beiden eingreifen sahen.
Manigfach fliefsen die sagen in einander über, was von
dem treiben der eibe und zwerge in bergkläften wird von
rumpelgeistern in öden häusern erzählt (s. 481). im o^*
w^^ehten gcklofs harrt eine Jungfrau mit ihren schätzen
auf erlösung (KM. no. 4), ein anderes ist von teufein be-
sessen (KM. no. 81). Dabei kehrt auch der zug wieder,
dufs der unselige geist sein hanpt unterm arme trägt (KM.
3, 15), wie der anffihrer des wütenden heers, und dafs
er sich von dem fremdling, der den bann lösen soll, den
bari scheren läfst (KM. 3, 9. Mones anz. 7, 365, vgl. das
bekannte märchen bei Musaeus). die alte fabel von dem
wasserbären (s. 447) setzt schrate in das verlassene haus
und Beovulf befreit die nachts von Grendel heimgesuchte
königshaHe. «Ein solches haus, in dem es nicht richtig ist,
» scheint mhd. wunderburc zu heifsen: Mch sunge euch wie
*} PIaqoet eontas popaUirea d« hMfWi. Roaen 18S4 p. 31
1/XiMJNKNBRl BORT A33
der (trache ?) Itl , der manigeii in der mmderbure Terslnii'*
den liAt dnr stnen gtt' Ms. 2, 177*.
Der entrttcko&g in berge, dem verwflnschen in die erde
iit a«ch das veninien in cKe gewä$9er Ähnlich und erfalgt
ais gleichen Ursachen, was dort die elbe, empfangen hier
die nixen und seegeister. Holla wohnt nicht nur in dem
holen berg, auch im brunnen und weiher.
Wir werden also hBidengeietern und schätzen ihren
aufentbah im wasser wie im berg angewiesen sehn. kOnig
Carl sitzt im bnmnen zu Nürnberg ^ mit dem hart in den
tisch gewachsen (DS. no. 22)*^). Der Nibelunge hört Hegt
tut Bhein eersenkt: Kfn skal rdda r6gmdlmi, t veltanda
Tatni Itsaz valbaugar.' S®m. 248*. nach dem Siegfrieds
lied lfil7, 4 schüttet ihn der heid Selbst in den ström, auf
dafs nidit, wie ihm Engel geweissagt hatte, die recken
dartber verloren gehn sollten; das epos lafst aber erst
Hagen, nach Siegfrieds mord , den hört zerstören , 1077, 3 :
er sancte in Aä ze Loche allen in den R!n,
das geschah heimlich -und vor Chriembilde verborgen, die
ihn noch zuletzt in seinen hfinden wihnte, bis es antwor-
tete 2308, 3:
den schätz weiz n« nieman wan got «nde mtn.
Ohne Zweifel versetzten andere sagen, ihn auch in berge:
einer in iferike' lebenden zufolge soll er dort iih üHMer^
und der schiüssel zur: befgfeöle unter emeiA rosenstrauch
verwahrt liegen**). Ms* 2, 169^: der bnelunge kort Itt in
dem Burlenberge in (den Rheinbewohnern) bf ; wofQr H^H.
2, 241' 'der Nibehmge hört' und Mn dem Lurlehberge*.
Imelnnge kann für Nibelunge stehn wie Imel6t für Nibel6t
(oben s. 358], den Lurienberg will ich gelten lassen,- falls
so gelesen wird , bei Burleaberc dachte ich mir den Burg^
lenberg, Bttrgienberg, afad. Burgiltoberc, am Rhein unweit
Brmach (Dombeck p. 339) , wo Harhmge , • vielleicht Ame^
taige mit ihrem sekatz hausten (heldens. s. 186' — 188).
einer der Venusberge im Breisgau und Eckart kann sich
auch darauf beziehen, das Hwtha/ige göU (Dietr. 7885)
greift aber in amelungische und gothische sagen ein, Arne-
lange bort wiire mö^ich wie der berühmte ErmeMichm
bort, von de» so viel berichtet wird. Und Btzel, den
geldgierigen, iläfst Vilk. saga cap. 381 zwar zu Siegfrieds
gold, das ein berg verscbttefst, gelangen, aber bedeutsam
darauf verhungern, so dafs auch sein verderben der Ntf^
*) TgL Ettoen unwärd. doctor 720. 721*
••) Iduaa tO, 2Wr • «» » ^ ^ '- '
994 VBISDMBf» »«6/
Ukiga. skftMr naich sicli zieht, wOfegen dänisdh^ iidder w«l^
len, dafs Gremild im berge eittgeä/^hlossen bei Ndglings
(d. i. Niheiungfi) schätz verschmacbtet (heldäns. 8. 306). So
mamgfacbe bezüge leiden es, delbsl dem weit älteres ou^
rum 0lQ$amum, weiches die Tectosageii m de» ^e vmi
Tolosa senkten*)^ einwirkung auf altgothtsche sage £ii g^«
statten.
Der erzUhlungen von untergegangnen ^ eenunknen
bürgen ist eine menge, bei ruhiger flut schaut man noch
ragende spitzen der thürine «nd vernimmt ihre glocken
läuten. , kaum hausen da entrückte menechen, ib den W4-
gen ist alles leben vermummt. Dreierlei sagenhaftes will
ich hervorheben. Das nahende varhängnis pflegt durch
redende ibiere angesagt zu werden; die gewalt des fre-
veis, dessen ahndung auf dem Mse folgt, hat ihnen spräche
verliehen oder ein zauber dem menschen Verständnis
ihrer stimme geöfnet« Von einer silberweirsen schlänge
geniefst der diener ein stück, und plötKlich versteht er, wie
hühner, enten, gänse, tauben und Sperlinge auf dem hof
4len bevorstehenden Untergang der bürg besprechen (DS.
no. 131). dies wird von Isangs schlofs bei Seeburg, ahn*
liebes von Tilsburg bei Dahlum (s. 881) erzählt, und ge-
wis noch in andern gegenden. Dann kommt vor, dafs ein
frommer kranker mann seinen sehn ausschickt nach dem
Wetter »u schämen ^ und erst der beHe himmel, . darauf ein
kleines Wölkchen am säum des bergi, allmälich eine wölke
wie ein hut, wie eine wanne, wie ein schenerthor ver*
kündigt wird,, und nun sich der alte mann schnell auf
eine höhe tragen läfst, weil gottes gericht jetzt über das
Suggenthal, Sunkenthal hereinbreche (Mones anz. 8, 535
vgl. mit Schreibers tb. 1840 s. 271). das schildert var*-
treflich, wie unversehens und schnell die gefahr des Un-
tergangs steigt. Dieselbe sage gewährt aber noch ^nen
dritten bedeutsamen zug. Als das wasser alle häuser Sog-
genthals zerrissen und überflutet hatte, blieb von allen eta-^
wohnern nur jener alte mann, sein söhn und ein kleines
kind am leben erhalten, dies kind, ein knäblein, sehwlEumn
m seiner wiefe mitten in der flut und bei ihm befand sich
eine katze. so oft die wiege auf eine sdte- sich neigte
sprang die katze auf die entgegengesetzte und brachte sie
so wieder ins gleichgewicht , darüber gelangte die wiege
glücklich bis unterhalb Buchholz i wo. sie im dold oder
Wipfel einer hohen eiche hängen blieb, als das wasser
*) JustiDUB 32, 3, Tgl. Dnneker originei gcmaniea« t, 31,
VERSONMIA ORT «35
verlaufen war und der baoni wieder zugftnglich wurde, holte
man sie herab und fand kind und katze lebend und un-
verletzt, da aber niei^gnd v^uste, w^r de^ kiiftt^lein eitern
gewesen waren, benannte iharr Ibs nach* dem "wipfel des
Baumes Dold und dieser name wird von seinen abkömm-
Kngen noch beute geitlhrt. (Mones anz. 6, 69 und 'voll-
st&idigier 8, 635). Die sage stimmt willkommen zu der
8. 546 angeführten welschen, in welcher bei alier sonstigen
Verschiedenheit gerade so die wesentliche rettung des kteds
in der wiege erzfthlt ist, was mir den sinn, den ich auch
dem aita. Iftdr s. 526 beilegte noch slfirker zu bestätigen
seheinL schto ist die gesellschaft der beigegebnen katze,
die nebst bahn und hund dem einAioben aMerÜium Zeugnis
ablegen misle (RA. 588). Aus de« namen des fündlings
DoU (ahd. Toldo, d.i. wipfelgeborner) verstehe kh nun,
was es im volksmund heifst, auf dem eichbaMi oder nufs-
baum geboren sein (s. 538); wie genau die mythen von
sinflut und Schöpfung sieh zusammen fügen ist unzwei-
fdfaafU
93« .imAtmtm
' .»
GAP. XXXIII. TEUFEL,
Die. Vorstellung dea , teufets und te^fliscIieT geisier,
welche allmälich auch in dem Volksglauben so grofsen um-
fang gewonnen und ^so feste worzel geschlagen hat, winr
unserm heidenthum fremd.
Überhaupt scheint es, dafs ein das höchste wesen in
gegensätze spaltender dualismas, wo er nicht in uraltem
tiefoinn des Systems (wie etwa des zendischen) seinen gnmd
hat, späterhin nur durch abstracto philosopheme hergestellt
wird« den in breiter mitte liegenden sinnlichen mythologien
ist er angemessen.
Einen durchdringenden idealistischen unterschied zwi-
schen gutem und bösem geist, Ormuzd und Ahrinian*),
JLennt weder die indische und griechische, noch die deutsche
götterlehre. vor der gewalt des einen allwaltenden • gotles
verschwindet des kakodämons macht. Aus dieser einheit
erwachsen dann trilogien (Brahma, Vischnu, Siwa; Zeus,
Poseidon, Fluten; Wuotan, Donar, Frö; flär, lafnhAr, Thridi),
dodekalogien, und die fülle des pantheismus. Grundzug
der Vielgötterei ist aber, dünkt mich, dafs das gute und
wolthätige princip in dem göttlichen überwiegt; nur ein^
zelne, dem ganzen untergeordnete gottheiten neigen sich
zum bösen oder schädlichen, wie der nordische Loki, dessen
natur gleichwol immer noch der des Hephästos näher steht,
als des christlichen teufeis. Selbst in den elbischen gei-
stern waltet die gute vor; dem nix, dem kobold, ja dem
riesen wird nur theilweise grausamkeit oder tücke beige-
legt. Hiermit im einklang ist die milde Vorstellung unseres
alterthums von tod und von unterweit.
Darum braucht jedoch in dem gestalten und farben-
reichthum solcher mythologien der dualistische gegensalz
nicht völlig zu schweigen, in einzelnen zügen tritt er auf,
ohne in das ganze einzugreifen, hierher fallen z. b. die
mythen von tag und nacht, von licht und schwarzelben
(s. 413), von Sommer und winter^^}.
*) die echten formen lauten Ahur6inazdao und Agr^mainjiiB, jener
heifst aber auch hiafig Cpent6niainjus, dyu$-oq dalft»pf gegenäber dem
Agr^maiDJai, dem xauoq &aißnv, Burnouf comm.snr IeYacnap.90.92.
**) der slayische glaube itellt einen weifaen und achwarzen goU
auf: Bjelbog und Tscheroibog. dieser dnaliamua scheint mir aber
weder durchdringend, noch urapränglich.
TEOTBL »37
Der jtldiaeiie moMtlieifinus gewfthrte dem galM (iDtu)
blofs die sebenrelle eines versucbera, lästerers, wie sie das
buch Hieb deutlich zeigt, und der gr. ausdruck dtaßoXoe,
den die LXX und das N. T., abwechselnd mit oa%dp, aa-
voycrc (arab. schaitan] oder daifioviov (meist für das hebr.
n^) brauchen y bestätigt. Seit dem exil waren aber die
Juden mit der idee des duaiismus beicannter, und zur zeit
des N. T. hatte sich die ganze dämonologie vielfach aus-
gebildet; Beelzebub wird als der oberste aller bösen gei-
sler genannt, den das A« T. blofs als ein heidnisches idol
kennt; hier also schon gehen gdtzen über in den begrif
der dfimoae oder teufel.
Es gehört in die geachichte des ohristenthums zu ent-
wickeln, wie die Vorstellung von Lucifer ^), einem al>ge^
fallnen lichtgeist, der sich wider gott vermafs und mit sei-
nen anhängera (engel werden schonliatth. 35, 41 dem teu-
fel beigelegt) in die finsternis verwiesen wurde, hinzutrat.
Luc. 10, 18: i&iWQovP vov aatavciv ^c uavgan^r ix %ov
mga^ov maovTa , wie der blitzstrahl in die erde fährt,
wfihrend der fallende stern sonst ein liebliches bild gibt
(s. 685). jener abfall des teufeb und seiner gesellen mufs
aber schon in hohem alterthum angenommen werden (s. 539).
So entsprang das System eines teuflischen reicbs, im feii^l-^
liehen! gegensatz au dero hisHmlisohen, und erinngtc; immer
sUirkeren halt; die bösen geister sind zwar der schwächere
theil und unterliegen, allein sie werben um gottlose aien-
schen und suchen ihr beer damit zu verstärken, bündnisse
werden mit dem teufel geschlossen und er unterstützt seine
verbündete schon in ihrem irdischen leben.
Von der andern seile wirkte die bekehrung der Hei-
den selbst mit, die herschende Vorstellung von dem einBufs
des teufels zu erweitern und zu vervielfältigen, es ist
schon öfter bemerkt, dafs die verlassenen heidnischen göt-
ter zwar für besiegt und- ohnmächtig, nicht aber geradezu
fiir machtlos erklärt wurden: ihre ehmals gütige, wolthä-
tige gewall hatte . sieh in böse teuflische verkehrt, was
abo die Christen von dem teufel glaubten bekam durch
die Heiden einen doppelten zuwaehs: heidnische gottheiten
und geister, die an sich schon übelthätig und finster waren
(z* b« Loki und Hei), giengen leicht in den christlichen be-
grif teuflischer wesen über ; schwieriger, und mit gröGserem
t ■■..
**J %ie ettttpm^ aw J6i. 44, 12: <wie bist du vom hlmniel fe*
fallen da schöner morgenstem !* aber erst Easebius (demonstt« eTiav.
4, 9) hat sie, weder TeMüHisla, noeh Iivnaeus oder Laetaotibe. ' aach
Bierofljams und AugosUnaa nenoeQ den teufel nieiMls LiKifer« •
938 TEITPIL
wMerstftfK) der volksroeinunf/ erfeljgt« die rerwaadloiig der
guten götter des aiierthums in gespenster «nd leafel. mei*
«tentheils worden dabei die namen unterdrückt oder enU
stellt; mytben und erzählungen waren nicht sobald zu Ter«
tilgen.
Nicht selten Idfst sich der teufel auffassen als parodie
oder nachäffung des wahren gottes, als die linke , verkehr-
te Seite (mildgenommen die folie, vgll s. 462) des güt-
lichen Wesens *): es will dieselbe macht haben, dieselbe
ehre geniefsen und gott alles nachthun. seine Schöpfun-
gen mislingen aber und taugen nicht ; se könnte die Her-
stellung einer teuflischen mutter der von Maria gottes mutter
an die seite getreten sein, wiewol sie auch in der riesen-
mutter vorgebildet war.
Alle diese höchst verschiedenartigen einwirkungen ha-
ben die Volksansicht von dem wesen und der natar des
teurels, wie sie im N. T. bis auf unsere tage bestand, her-
vorgebracht, der teufel ist jüdisch , christlich , heidnisch,
abgöttisch, elbisoh, riesenhaft, gespenstig, alles zusammen,
durch seinen zusatz muste eben , indem die heidnische Viel-
götterei erlosch, das christenthum eine deudiche hinneiguag
zum dualismus empfangen, den später die Philosophie in
ein allgemeines prinoip vom guten und bösen aufzulösen
trachtete. Vergleicht man die heiterkeit griechiacher raytiien
mit der herbheit und dem grausen, das die einmischung
eines allzupositiven teufeis den legenden und sagen unseres
mittelalters verliehen hat; so kann diese Verschiedenheit
weniger das flberall ähnliche oder gleiche grnndgewebe des
Volksglaubens betreffen, als die ihm aufgetragne forbe, und
darum wird die Untersuchung befugt sein, eine ganze reihe
teuflischer erscheinungen in die milderen gestalten alter
geister oder götter wieder aufzulöeen.
Ehe ich zu scheiden versuche was sieh in diesen nber-
fieferungen auf das deutsche oder wenigstens das benach-
barte heidenthum bezieht, ist es noch nöthiger als sonst
sich der verschiednen benennungen zu versichern«
Der name teufel ist undeutsch und nichts als das bei-
behaltne itafiolos *% Ulfilas unterscheidet sorgsam, nach
*) Golfiied TOD Viterbo 1, 23 wh>n die frage iuft qnnre creatit
deos diabolam, cum aciret eum mala« esse fuUinimT reapoodeo,
quia propter operis sai ornayim , sicut picior Digrum colorem aub-
alernit, ul albus appareatiar fiat, sie per praararieatiimem malorum
jiMti clariorea 6uot.
**) ebenao ist unser em§ei dea» wort und begrif nach anüehnt
Mone', der tanlel ii» vnerjivgt bUt und «a, yn9 diabohia mit Dioi-
TBUFBL 989
dem gr. Xnl^ dkgbaikUi ^oiana und fMml^f ail Iet2i«ra
draftonop übersetzend, worauf ich anrückkoinmeii werde,
ahd. bleibt saiana» unverftndert, das diaboln$ der Yuig. lau-
tet aber bald ÜubU, Heval, bald diuval (T.) diufat (0. ü.
4, 101 pl. neotr. diufilir UI. 14, 53) und wird eugleich für
das daemomum der vulg. verwendet (fragni. theot. II, 14).
aus dieser dehnung des begrifs und kürzung der form sieht
man, dafs der ausdruek einheimisch wurde und allrnftlich
alle übrigen entbehriich machte: mhd. Hevel, Huoelf ävel^
nhd. teufet; ags* deofoty engl, devii; nml. dw>ety nnl. duieel;
ist. d^öfulL sohwed. djefnutj dän. djäteL er verbreitete sicl^
fast durch ganjB Europa: ital. diavolo^ span. diabtOf franz.
diabley altfranz. dedbte; poin. (^'ofrtf/, böhm. d'aM, russ.
dtacoty serb. djavo; nur die zuletzt bekehrten lettischen
und finnischen Völker haben sich der benennung enthalten.
Und wie bei gott (s. 14) kommen die euphemismen hochd.
deißkel, deixl, deigel, deiker, deuker% Schweiz, dyggeli,
tütggeli (Stald. 1, 325); nl. daher ^ schwed. dfjäkul^ knäkut,
knä/vel (Ihre prov. lex. 93*), auch westfäl. Imiieet f. düvel;
franz. diacre^ poln. djaohei, ifjaseky djabtko, und viele
ähnliche vor**). Bemerkenswerth ist N. ps. 90, 13 'tirlte*
felj chuninch anderro tiefelo,' diabolus rex daemoniorum ***).
satan wird mhdL selten, nhd. desto häufiger gesagt, im ane^
genge 218^ und bei Stridier finde ich der saianät, der
spätere mnd. Zeno wiederholt satancu oft. altfranz. goufre
de saieme, satemie (Ren. 20224. 28429)^ in der leisten
form anschlagend an Saturn (s. 227).
Alle übrigen benennungen lassen sich nun unter drei
gesichtspuncte zurückbringen, je nachdem ihnen der cha-
racter, die gestalt, oder der aufenthalt des teufeis zum
grund liegt. Diesen - sind aber noch verdunkelte namen
beizufügen. "^
I. Nach seinem Innern princip heifsl der teufel d^
nysoB zosammeDstellt (anz. 6, 354. 8, 449), wird auch am die deutsch-
heit Ton engel nicht yerlegen sein, freilich diußoXoq (der Terleumder),
das die septuaginta noch nicht haben, könnte im N. T. aua einem
Biorgenlindiieben dem pers. diT und lat. dims (oben a. 176) Ter«
wandteB worte entspringen.
*) sogar der deuischer, wie die Poleti Niemiagiek Ton teafel
sagen, was Vielleieht auf den slat. götten Nemisa führt?
**) itabuhuy %abolün, das wörterbächer and glossen des MA. für
diabolus haben, und contrarias, arena aaslegen, ist dasselbe wort,
taboldaes büOeh Ms. 2, 13*.
'**) Notkers deatungen des diabolus : uMstrH», nidttfal^ ohnning
wM^rfinkzet ^i dem stofs «wi fall dir tifufel autfeheAd. grmnm.
2, 763.
940 TBDBBL
bö»ey feindliche, unholde, ak gegensslz des gfitigeti, freund-
lichen, milden gottes. oft wird dieser begrif in ganzen
redensarten oder beiwörtern entwickelt^ eü in eigne appel*
lative gelegt, 'der nie güot geriet.' Dietr. 40^»; 'der ie
tagende störte.' Kolocz. 254^ ähnlieli dem eddischen 'sä er
flestu illn nedr/ von Loki, Sn. 46, und ähniich der Reinh.
XXXII. XXXVI vom fuchs und wolf, als teuflischen thie*
ren, gebrauchten epischen Umschreibung, 'dich hdt niht
gvaies (der teufel) tz gel&n.' Dielr. 86^, wir sagen noch
heute: 'ich habe ihn gesucht wie nichts gutes' der iAele
tiuvel, Iw. 4676. Nib.216, 4. 426, 4. 1892, 4. Ms. 1, 59K
der übel vtent. Gregor 2849. der böse feind, der böse
feist, auch blofs der böse; der ubüe geist, fundgr« 102,34.
105, 2. der b6se geist 105, 7. nnl. de boote vyand. die
krummen teufel (KM. 1 , 422) sind die unrechten , bösen,
eine mhd. predigt gibt : 'der iAile bäman, der tivel (Griefs-
haber 277). wichtig ist, dafs altn. auch 'hinn Uli OJ&nn*
gesagt wird (fornm. sog. 5, 172. 10, 171). häufig setzen
altfranz. dichter maufe», malfez, maufes (plur. maufö, malf6)
für teufel; später findet man maufais, maufaiteur, was üb^
die bedeutung tibelthäter, äbelthuend keinen zweifel IMst *).
adtersarius boni operis heifst'es schon im j. 585 (Pertz
3, 3); ital. aoersiera (adversaria) **), altfranz. atersiers
XenfeL Alts, the baUmtso (malus, dirus) Hei. 33, 2, vgl.
altn. biOois [Szdm.ni^ 93»), böMsar konor(S«m. 197^] sind
hexen; goth. balvav^sei, d. i. bahateisei (xo»/u) IGor. 5, 8;
schwerlich verwandt ist aber pilwiz (oben s. 441. 442>}. Alts,
the Udo (invisus, dirus) Hei. 33, 9, ISda wihti (maligni
Spiritus) Hei. 48, 14; nhd. der leidige teufel, mnl. de lede
duvel*^*^); ahd. der kidige tiefal (Diut. 3,59). ags. se läda;
ahs. the hatola (odiosus) Hei. 1 10, 9 ; heiteand herugrim
(der grimmige hasser und Verfolger) Hei. 142, 12. ags» se
grimma gast, mnl. lede gast. Rein. 2841. Besonders ge-
hört hierher die benennung eines feindlichen, gott wider-
*) hierher vor allem das slav, bjes, ans welchem sogar dn ahd.
p4«t, aUfries. bäse (kein andrer deutscher dialect hat das adj,) so
rühren scheint, und das slay. zli, ily^ auch das böhni. xlejrduch
(böser geist) Blo?.en. - sl6di (zlodi Glagolita XXXIX.), slodej • - slom,
slomik (Yon slo, malum), womit wiederum Bnaer $chMmm («hd. Altmb
.Graff 6, 793 obliquus, krumm) verwandt sein könnte ; sloven, hudiih,
budir (Von hud, malu«, poln. chudj miser) u. a. m.
**) Muratori antiq. 2, 1090, und hierntch iitvfrslarv» la veratekn,
die ich 8. 251 falsch dejutete.
■ ^*) Rein. 1280 iatsl^ts duvel» name sr in des Mts', in de» Men
duvela. «'V ..
TEUFEL 941
strebenden, menscbenveifolgenden Wesens, die tat kirdiea«
▼ftter bedienen eich ' gern des aosdrucics anüquui kotäst
(Gregar. M. opp. ed. benedict. Paris 1705. 1, 1019. moral.
31, 50. dial. 2, 30. Bonifac. episl. 6. anni 723. Jonas bob«
biens. p. S. vita S. Romani 744*. capitulare bei Georgiscb
795 und viele sptttere nrk. z, b. eine von 1121 in Kremers
beitr. 3 no. 24); ahd. quellen ahmen dies nach: aUfiani
(maspilli 49) fiani enirifk (hymn. 24, 9), wobei man sich
doch des ags. eni für riese (s. 491) erinnert , da der riese
flberhaupl ali and steinalt dargesteMt wird (s. 496). ags.
se eaUa deofol, se ealda Giedm. 267, 5. 0. L 5, 52 then
altan sataiiAsan wilit er gifAhan; musp. 25: der satanfts
aUUt. mhd. der Me, Oeo. 3376. 3385. der elteste, Geo.
3368. heute noch in Nordfriestand 'de uul düivel' (der
alle teufM) geizh. p. 122; in Bngtand: oU Nick, old Davy,
för tenfei; in Dänmark: gammel Erich (Holbergs öden
hored og hale, sc. 5), wobei noch statthaft wäre an jenen
gMtliohen Erik der Heiden (s. 335) zu denken; norweg.
gammel Sjwr (Hallager 102*); altn. köUhi sowoi senex als
diabolos. auf gleiche weise heifst gott der alte (s. 19).
wie antiquus hostm steht auch persequiUar anHqu9$ (vita
s. Romani 743) und calHduB hosHs (Jonas bobb. p. 5).
hasHs • generis humani (flaut mannasktnes chmines) hymn.
24, 3. Das blosse hosHs finde ich seltner gebraucht, fijands
ist golb. nur iy^QoCj ahd. das blofse ßant teufel, ags.
feond (von Grendel) Beov. 202. 1444. 1489. mhd. iHeni (En.
2525), mnl. viant (Huyd. op St. 3, 38); altfranz. ennemt;
alts. craftag ftund (Hei. 142, 12) ufAitin fhmd (32, 1.
164, 14) mhd. der leidige vient (fungr. 66, 4) der bmse
ttefU Geo. 345. nhd. der böse feind. gSrffund (Hei. 32, 2}
scheint verstärkter ausdruck (g^r, jaculum, haste), aus dem
aitn. fiamü im sinn von teufel entsprang die dän. form
fanden, schwed. /inten, Am*), aber schon altn. war
andfkoH beides hostis und diabolus. Der bedeotung hostis
nähert sich die des ahd. scado (homo nocivus, latro) früher
auch auf beiden in gutem sinn angewandt (s. 317). ags.
sceada, alts. skatho; nicht alleinstehend, aber in den Zu-
sammensetzungen ags. kellsceada (Ca^m. 43, 22. Thorpes
anal. 126, 28) leodsceaia (Csedm. 56, 24) peodsceada (Beov.
4550) uhtgceaia (Beov. 4536) mdmceaia (Beov. 1417. 1468)
alts. m^cado (Hei. 32, 1. 33, 15. 142, 15) toamscado (Hei.
31, 17. 164, 4) liudscado (Hei. 32, 14) thiodscado (33, 1)
bezeichnet sie den teufeL Dieses feindliche, hassende.
*) Tgl. s. 868 i6lgr fär geapedst, teuflischer geist.
942 TBOTEt
sdradende weien nannten 4lber iKe Gelben daa anhoMe,
nnfreundiicfae , oad damit übersetzt Ulfilas in der regel
nicht diaßoXoQf sondern äai/tiovioVf jedoch mit beacbens^
werthem Wechsel des genug, ein minnliohes unkulpa stellt
Luc. 4) 35. 8, 29. 9, 42 (fttr &aiii,6pMP dalf$mv)lCoT. 5, 5
(för aatavig) Eph. 4, 27 (f. di,aß.oX9g)i Matth. 9, 33 ist es
wahrscheinlieh au emendiere«. ;ein weiUtches tmknlpd
findet sich Marc. 7, 26, 29, «30, Lue. 4, 33. 7, 33. Joh. 7, 20.
8, 48, 49, 52. 10, 20, 21, überall für icn^wvior. der pl.
duifwvia wird nur Lac. 8, 33 durch unhu^am^ sonsl
immer unhu^öns gegeben: MaAth. 7^ 22. 9, 34. Marc. 1,
32, 34, 39. 3, 15. 5, 12. 6, 13. 9, 38. 16, 9. Lue. 4, 41. 8, 27,
30, 35, 38. 9, 1, 49. Hierans ergibt sich, dafs bei dem
goth. volk dii» YorsteUung weibticher daemone überwog,
wahrscheinlich auch hei andern Deutschen, denn hymn. 24, 3
wird wiederum diaboius diurch das ahd. fem. unhoUd aus-
gedrückt*). Weil man im heidenthum eine göttin Hotdft
verehrt hatte, so lag es nahe, im gegensatx au ihrer milde,
ein bösgesinntes, feindliches wesen als weibliche unholdA
zu betrachten , und die wähl jenes ausdrucks bei Ulf. Ififsl
fast auf einen goth. Hul{)6cullus scbliefsen. merkwürdig
ist die Übertragung von Diana ^rch Moldd und unhatM
(s. 245). Mit den iiegriffen von bosheit und feindschaft
verl>indet sich nun aber auch der von Unwille and eorn*
der tenfel heifet ags. se erdia (Casdm. 39, 24), alts. tbe
writho (Hei. 106, 3. 164, 4); ags. se Hia (trux, saevos)
Caedm. 271, 12,. was alts. the ruodho wäre; ags. se grama^
alts. the gramo (Hei. 32, 16), vermutlich auch ags. se mö-'
dega, alts. the muotUigo, vgl. muodaga wihti (böse geister)
Hei. 120, 9, und alle diese drei benennungen drücl^n aus
der zornige, wütende**), nicht übersehen werden darf, ein-
mal dafs sie blofs den sächs. dichtem, keinen ahd. .denk**
m&lern bekannt sind, dann, dafs sie vorzüglich in d^r
pluralform mehr die idee dämonischer geister als des ten-
fels bezeichnen. f>i graman gydena Bth. 35, 6 (dira nu-
mina) sind die parzen; gromra (gramra) cod. exon. 49, 5
= diabolorum. gramdno h^m (daemonum habitatio) Hei.
103, 10 ist die höUe. von Judas, der beim abendmal den
bissen empfängt und in seinen mund nimmt, heifst es HeL
141, 11: so afgaf Ina thö thiu godes craß, granum in
*) altslay. neprijetn\ die unfreundliche, anholde =s diaboius.
lelbst sotona kommt weiblich Tor.
**) nie geben die mhd. dichter dem tiuyel dss Beiwort der grimme,
grimmige, das sie dem tod vorbehalten (s. 808). ags. aber finde ich
von Grendel: se grimma gAst (Beov. 204).
TBÜFBi 943
gewilQii aa tbese Hcktaioii Uda tothü, von den äugen-«
blick an verUefs ihn gotle$ kraft; dämone und teufel be*
Bfiehtigten . sich seines leibes *). gramon habdun thes
maanes hiigi undergripan (Hei. 157, 19), däinone hatten
sich seiner sinne bemeistert. gramo (no) barn sind teuflisches
gesinde wie fiimda barn (HeL 161, 23. 157, 18). grambna
oder wiibwro willio (Hei, 106, 3) ist die last der teufei.
mdiaga wihti (Hei. 120, 8) skid mkolda (120, 8J vgl. m6dage
157, 18. Diese anwendung von gramy torStk und muodag
auf dämonen ist, wie mich dünkt, heidnischdeutsch und
liaftete nooh bei den später bekehrten Sachsen, wie
bei den Gothen jenes urämif^S geblieben war. Grendel
iieifst gram (Beov. 1523) und yrremSd (1445); eine altn,
Verwünschung lautete: |iic hafi allan gramirl (Ssem. 80^)
gramr hafi GunnurI (Saem. 208^) wo gramir daeraonia be*-
deutet und ganz jenen alts. gramon gleichsieht, ein ander-*
mal Sarai« 255^ wird gesagt: eigi bann iöhuw (gigantes)i
wo die prosa der Völs. saga (fornaid sog. 1, 214) gramir
gibt, so dafs auch hier die Verwandtschaft zwischen teufein
und riesen erscheint, aus dem spraohgebrauch von mddag
(iratus) fUr teuflische geister bestiitigt sich etwan eine s. 883
bei Muotes her versuchte erkiärung.
Eine benennung ist bis hierher aufgespart worden, die
bei unsern rtihd. dichtem des 12 und 13 jb. oft vorkommt,
der f^hni, a. Uelrich 54« 69^ 74«, anegenge 218^ 219«
220^ Tundal. 56, 31; diu väkmHnne Her6dia (oben s. 260.
261) fundgr. I. 139, 6; der edUmi fundgr. IL 109. 42. Roth.
3106. välandes man Roth. 3227. 3366; eälant Rol. 289, 7.
oähntes nan, das. 111, 5. 189, 16; der übel eälant Nib«
1334^ L vdkmdüme (teufelin) Nib. 1686, 4. cdlenünne
2308, 4. Gudr. 629, 4; der t^lant Klage 625. Er. 5555.
Herbort 7725. Etlharts Trist. 2837. edlant Wigal. 3994.
6976. 7022; er hei gehcoret den välatO, er (der wahter)
sprach, 'seht bt der müre dA hört ich in schrien lüt owd,
er fuor die rise also zetal, daz im die stein vast walgten
ndch, ich weiz nicht war im ist s6 g4ch.' Freuend. 375,
12-24; daz in der edlant rtten sol, welsch, gast 67** bt
siner stimme ich hdn erkant, daz ez wssre der edlant
das. (Reinh. 384, 50); der leide edlant Trist. 8909; des
tdUmdes rftt. 11339; eälandes man, 6217. 6910. 16069;
f>dkmdes barn Trisi 15965; üueeis edianty schrat u. waz-
zerber 92; dö geriet in der edlant (Mones anz. 8, 52);
*) aflar themo muase s6 kleib er satan^a«. 0. IV. 1.2i 39.
^44- 9H0PBL
tälanty Oftoc. 453^*). einige dioliter enlhaUen sich 4eB
Worts, Wolfram, Rudolf, Conrad, nhd. dauert es fort ab
eigenname (Faland, Phaland, Foland, Volland), sollst komml
es selten yor: der böse eolant (Chr. Weises comddienprobe
219); Junker VolUmd (Bertholds tagebuch p. 54). in Hen-
neberg sagt man: der böse fahl oder fM (Reinw. 1, 30),
in Frankfort: der fold^ ftUd^^). mnd. nur eiiimai Zeno
1166: du arge oo/ah/l, nie etwas ähnliches bei mnl, dich-
tern. aber auch ein ahd. fälanty edkmi habe ich nie ge-
funden, auch nicht als eigennamen, und doch sollte man
es kaum in Zweifel ziehen, da die participialbildung wie
in vtant, heilant, wigant u. s. w. auf frfihe zeit weist, das
mhd. verbum vAlen , * velen findet sich blofs in der Martina
(145. 177. 215) und Albr. Titurei, es hat die bedeotttng
unseres fehlen, irren, vgl. Schm. 1, 519. fälant müsXe
entw. aussagen was das adj. irri, iratus, infensus, oder
irrend, veHeitend, seducens (goth. afrzjands, uslutftnds).
ags. ist fseljan, oder faelan scandalizare, sedocere, dessen
part. fehlend entsprechen würde. Vielleicht Kegt in dem
altn. fAla (S»m. 143^ 210^ gigas femina) und dem verb.
f»la (terrere) ein verwandter sinn ; es wflre dann glaublich,
dafs fdlant früher auch auf riesen gieng. Seitdem jedoch
Phol (s. 205-9. 581] in betracht kommt, darf er bei er-
klärung eines in unsrer spräche so eingefleischten worts
nicht übersehen werden, den Übergang aus a, o m ä zei-
gen andre erscheinungen , z. b. tdlanc, tolanc, und die
volksmäfsigen formen voland, fold, fuld sprechen dafür;
die participialendung mufs dahinstehen, bis künftighin mehr
licht auf die dunkle Vvurzel des alten göttemamens fällt,
selbst den bösen Unfalo aus Teuerdank wird man hierher
nehmen können, da un- nur vorgesetzt scheint, um den
üblen ruf des Wortes äufserlich hervorzuheben, VnfaU
kommt auch sonst als eigenname vor**^*^. man vergleiche
das nachher über die pfahlmauer gesagte f).
II. Viele namen beziehen sich auf die ftufsere gestalt
des tenfels. Am ersten flillt sein lahmer fufs auf, daher
*) Hagene haUe den beioamen *t>61ant aÜer kümge\ Gadr. 168> 2»
196, 4, alle könige fürchteten ihn wie einen teufel. lÄone (nt Tolkslit.
67) macht daraus: Taillant de tons les rois!
**) im Mehlwardeio, einer Frankfurter locilposse 1037 s. 16: 'ei
der FMr = teufel.
***) in den Nördlinger hexenproc. s. 47 Apollonia UnfahKn,
-{-) andere, furchte ich, werden darauf gerathen phol, phal ans
aphSresis der ersten silbe in deofol, dlufal lu erklären, etwa wie
eblis aus diabolns stammt.
TEnrsL d45
der HikmJb ieufel (d&ibid boüeux], hinkebein^ vom stürz
aus dem himmel in den abgrund der hötle scheint er ge«
bhint, wie der Ton Zeos hembgeschleuderte Hephftst (s.
221)*). diesem und dem schmiedenden lahmen Wieland
(Vdhmdr s. 350) gleicht er auch durch seine liunst des
Schmiedens und bauens, so» wie den aufenthalt in der rufsi^
gen hOlle. Der gegensate 2ur leuchtenden, weifsen und
reineit gottheit fordert hier dunkle schwane färbe, wie die
schwarzen eibe den lichten gegenüber stehn. den weifsen
Baltac (s. 208) , die strahlende Berhta (s. 250] dttrfen wir
darum den finstern gewalten, die Kchtelbe den schwarzelben
zur Seite stellen, obgleich beide principe einander berühren,
ja sich erzeugen, in dem worte alp scheint der begrif des
weifsen zu liegen , nacht und tag gehn aus einander hervor,
die Nacht war des Tages mutter (s. 697), Haija, Demeter,
Diana, Maria (s. 289) erscheinen halb schican oder ganz
verdunkelt**^), das schwarze teuflische princip kann als ein
ttttursprttngliches , als abfall vom göttlichen licht betrachtet
werden.
Der teufel heilst der schtoar^e. atts.ffitrftj (tenebrosus)
Hei. 31, 24; der swarze, Renner 30^; 'satan exit ore tor-
vus .eelore ianquam eorviuf s. Gallenlied 11, 3; 'er was
$wan als em rabe^ Tund; 51, 17; diabolus in effigie ho-
minis nigerrhni. Caesar, heisterb. 7, 17; der stoarze helle-
Wirt. Ms. 2, 254^; der hellewirt der ist swarz. Parz. 119,
26; der bellemdr. Walth.33, 7; der helsce möre. fundgr.
25; der hellegräioey anegenge 221*. weil die dunkle färbe
birgt, kommt dem bösen geist der name des verborgnen,
heimlichen zu: alts. demea wihti (spiritus latentes] Hei. 31,
20. 92, 2, In nnsern volkssagen wird er aber auch durch
graumann^ graumännlein bezeichnet, vgl. graa frold (D. V.
1, 169. 1£K)) was an Wvotan und an Berhtold mahnt.
ich hebe also auch hervor , dafs, wie Berhta und Berh-
tolt leere spmdel» reiche (s. 262. 257), die mfirkische
sage das gerade vom teufel erzflhit: 'dfonnerstag abend
darf mall nitohl st>innen, weil der böse sonst eine leere spule
in diu Stube wirft mit dem zurufe: 'spinnt diese auch voll!'
(Ad. Kidia s. 379). Von thierischen gestalten sind einige
dem teofel hauptsächlich der schwarzen färbe wegen beh-
gelegt
*) II. 1, 592. Thor droht den Loki ihn tu lähmen (8o. 130)
wd der Uitittrshl h«t Jfthinens kraft.
**) den Rdmeni hiefs Plufto Jwpker niger der schwarze gott.
SUius iuL 8, 1 1«.
mytkpl, B, mMsgmbe, 60
946 TlUrSL
Diese thiergestalt war a^r hinSg niclit ToUendely son-
dern bei vorhersehender tnenacUicher bilduag Riur durek
eine wUhat angedeutet^ ungefähr wie die Grieehen und
Römer ihre saiyrn, faune oder den Pan darslelllen oder
an Dionysos, Actäon, lo blofs hörner anfügten, der tenfel
nfthert sich dann jenen waldgeislern , shraten und piloaen,
weiche s. 447 ff. abgehandelt wurden; in allen ttbrigen
gliedern wie ein mensch geformt verräth ihn bocksohr,
bom, schwänz oder pferdefufs. von einem Tund. 51, 33
geschilderten vMant heifst es: ^er het iM der kende^)^ an
des Itbes ende einen vreisltchen MgH^ der het manigen
tsntn nagel, manigen haken chrumben, damit er die tum-
ben cbölt unde stiebet.' Schon die heidnischen götter und
geisterhaften wesen konnten einzelne theile des leibs nach
thieren bilden, der siav. Triglav hatte aiegenhiupter und
in der indischen mythologie ist die nMchung menschlicher
mit thierischer form überaus häufig; in der griecbiaehen
oder deutschen selten und kaum angeregt. Huldra er-
scheint geschwänzt (s. 249], Berhta mit dem gansfufs (s. 258).
der nix mit geschlitztem ohr (s. 459), die nixe mit nassem
kleidzipfel (s. 459. 460), der held mit dem schwanflägei
(s. 399) wie Hermes mit geflügelten füfsen, die wasserfrau
mit dem schweif einer schlänge oder eines fisches ; selbst
dem riesen bleibt ein finger und eine zehe über die ge-
wöhnliche zahl hinaus (s. 494). der teuflische pferdefufs
kann an die halbrossigen centauren, wie an den altn. nennir
(s. 458) erinnern.
Übergang in gänzliche thiergestalt mochte sieh leicht
daraus ergeben, a^r auch als vermögen des höheren We-
sens, sich vorübergehend in ein thier zu rerwandeln, an-
gesehen werden.
Der entweichende teufel mufs unvermerkt seinen jo/er-
defuf$ sehen lassen (s. 303)^ aueh ein kobold ist pferde-^
fü/sig (s. 480). dem Wassergeist wird halbe oder ganze
gestait des rossee beigelegt, darum auch fallen den strö-
men pferdeopfer. ein britischer daemon Qrani, der viel-
leicht an Grendel (s. 222) mahnen darf, zeigte sich als
füllen (Gervas. tilber. b. Leibn. 980). Loki wandelte sich
in eine etnte und zeugte mit Svadilfdri den Sleipnir (Sn.
46. 47). der teufel erscheint als pferd in den sagen voo
*) diese mMänügkeU kommt mit der rietitcben Öberein , «eAr-
entsinne ich mich nicht den toafel dargenteNt ta finden, ee
sei denn in drschengesUlt aber der aptichlist wwrde giehmhäitpiig
and mit einem pferdefufs gebildet (vgl Zappert a. a. oi 73^ 74).
IBDBBL 947
Zeno j von. bruder Raaseh «nd in legenden (Zappert s.: 68-^
71); idkiporse ro$se holen verdamaite ab, ja füluren beiden
wie Oietench zur hölle (Vilk. saga 393. OUo frising.5, 3).
Die Vorstellung des teufeis in ftacibgestalt steigt in
hohes aitertbom hinauf; wie hilte sie in dem ketzer und
hexenwesen so fest gewurzelt? alle hexen dachten sich
ihren meister ab schwarzem bock, dem sie bei feierliehen
zusammenkQnflen göttliche ehre erwiesen ; umgekehrt sühnte
und vertrieb der wei/se bock tenflischen einflufs (Haupts
zeiischr. 3, 35). in schwuren und Verwünschungen des
15. 16 jh. parodiert jener book den wahren gott : 'dafs in
der pock sehend V ist eine hftufige formet bei Hans Sachs ;
man schwur %ei bocks schedel, bei bocks lid', wie bei
den gliedern der, heiligen, 'bei bocks hulde'*). oder seilte
hier bocks blohe nebenform von frofo, pot» für gotts (s. 14)
sein? es wäre auffallend, dafs die dichter des 13 jh.
niemals bok in gleichem sinn verwenden; nur Martina
156^ 184^ steht heUeboc deutlich für teufei. bockschmtt
heifst nach Schm. I, 151 jener bilwezschnitt (s. 442. 443),
den das volk geistern und dem teufel zuschreibt. Der
bock war aber Donars heiliges thier, den so oft die jüngere
Vorstellung vom teufel im hintergrund hat. das volk in
der Schweiz ifst die ziegenfüfse nicht, weil der teufel mit
üegemfüfsen erscheint oder beim stiefelausziehen die geifs^
/«/se hervorkommen (Tobler 214); es könnte auch aus
dem mylhus von Donars bocken erklärt werden, die er
als qieise auftischte und aus den knochen wieder belebte
und über deren zerbrochne beine er zürnte. In den mär-
chen erscheint aber der teufel selbst als meckernder bock,
schon in Gregorii magni dial. 2, 30 als 'comii^^) et irepi^
dicam ferens', was ieh verstehe, in eines dreifüfsigen bockes
gestalt, gehörnt; dreibeinige thiere sind gespensterhaft und
teuflisch (s. 872. 887). auch das posterli (s. 886) zeigte
sich ab üege. Sollten nicht die von den Heiden geopfer-
*) Appenzeller reimchr. 14. 37. 39. 51. 72. 95. Senkeaberg sei.
1, 46. bocks angst und gut! Er. Alberui 21; bocks marter! 33;
dafe dteh bocks eeel sehend! 23; dafs dich box sners sehende!
Schreiber freib« «rk. 2, 67 ; durch bocks tod I ds. 3, 404. hock$ Ud
entspricht dem: ^iiufel u. stn tii.* Mones anz. 8, 41.
**) dem teufjBl. f^in bein aus dem leib und das Unke Aar« vom
köpf fluchen (Gargi 232"). man sagt noch heute: 'er lügt dem teu^
ei» ohr ob und wieder an*, (Haupt 3, 368) d.h. sich so starker fluche
und lügen bedienen, die selbst dem teufel an der gestalt abbrach
thun. Was bedeutet' aber die .redeAsart-: ir lieget dem Littvele an
dos bein (Roth. 32^) ? achwdrt falsch (s. 960)?
60«
948 VBHBBlip
ten bocke' (s. 15. 46) hertiaoh ym den- Chrhte» aaf die= ge^
stalt des heidnischen götsen angewandt worden gein? bei
der alten Preiifeen bocktheüigwn^^) wurde das opfonhiier
iMch empor gehoben.
Nächst dem bock ist der 06er, 4er unter den alten
göttern dem Fro^ heilig war, und in Walha4ia der beiden
speise hergibt) auch noch im sturmzug des wilden beers
beziehangsvoU erscheint (s. 873. 875)^ ein teufelsthier ; daher
beim tosen der Windsbraut sMert gerufen und mit diesem
namen der teufei gescholten wird (s. 599). eine andere,
fast entscheidendere rolle spielt die «au bei den tettfels-
bauten, der böse erscheint als grunüende sau (Schweini«-
eben 1, 31). Die hanptsache ist ab^, dafs wir hier wie-
der auf den namen Phol stofsen, denn fol, faly fid be-
zeichnet mhd. in der Zusammensetzung urful einen eber,
was aus Schwabensp. 315 Wack. 204 Lafsb. erbellt, wo
die leaarten erfaul, urfaul, urfol, urvai^ wurifel alle gegen
ursül streiten, mit dem so wenig etwas anzufangen ist als
mit halpswuol Nib. 878, 3, die Varianten halbfwol, halpfuol,
helfolen nöthigen zu halpful, halpfvl, d^ i halbschwein ge-
genüber dem hauptschwein oder urfol^ dem fünQflhrigen,
alten keuler ^^). nicht des gottes name wird aus dem
thier zu erklären, sondern in beiden Zusammensetzungen
auf das thier angewandt und so erhalten worden sein; da
Phol aber Paltar ist, mag es jetzt weniger gewagt scheinen,
den namen des ebers Bai^tro aus Reinardus hierher zu
ziehen.
Seelenraubender u>olf war der teufei bereits den kir-
chen Vätern (Gregorii megni opp. 1, 1486). In Cnuts ge-
setzen heifst er: se f!>4dft^ca terevu^ (Schund p. 148), Ditnk
von Merseburg p. 253 nennt ihn Impus f>arax, Lohis söhn
ist Fenris ülfr; aus den mhd. dichtem habe icb mir kein
heUewolf angemerkt , bezweifle es aber kaum , weil noch
Simplic 2, 72 höttenwolf gebraucht. Und die aiavisebe be-
nennung des teufeis poln. torog^ böhm. wrah^ serb« sloven.
trag drückt zwar übelthäter, bösewicht, latro aus, geht
aber auf das ahd. toarg (lupus) , zurück (Reinhart
XXXYII). der teufei hat seinen ungeheuren rächen mit
Wolf und hOlle gemein: des tinvels Amnd«. Warnunge
540.
Hündische gestaltung des teufeis ist mehrfach begrün-
det, er heifst heüehunt im alten lied auf Georio (hindgr.
*) Lac. David 1, 87. 9a iob. Voigt 1, 616.
**) das lange I ist in den bat. aehwer Ven f ia scfteiAen.
13), d0i heU$hmde$ list, Harin. Greg. 163; wwl in den
Havels tHunty Atml in der helle grünt« Ls. 3, 124. keUe^
rüde Martina 32« (Diut. 2, 143), heOewelf dae. 111% wie
schon die edda einen heelpr in der holte annahm (S«ni.
94^, der. griech. glaube einen Cerberus (s. 775). kftnpr
mit dem höUenkund schildern fpndgr. 178. ah htmd be^
wacht der teufel schätze (s. 929). schtoarxer himd (dän.
abergl. no. 149). des tievels rüden. Renn. 23343. H. Sachs
IV. 3, ^1^ legt dem teufel einen toachteOnmä bei. [der ihm
Seelen aufspürt und fingt?)*), sollte nicht das lateinische
Ailro (rfiuber), wie unser warg vom wolf, vom bellenden
thier ausgehen? um so mehr gleicht beiden thieren der
teufel.
Unter den vögeln steht ituiächst der rabe, dessen ge-
stall der teufel gern annimmt. Ls. 3, 256. Ottoc. 298^ der
ttiigetriuwe helhrabe. 'volgen wir niht dem sfoar«efl
Tuben r Rol. 33 , 23; 'volget d^m ncanen raben nihtT
Kari 19^; 'c'est uns deables^ uns eorbiam' Ren. 28284.
den schwarzen von Noah ausgesandten raben nennt Ca^m.
87, 11 den feind (feond). Nicht blols scbwfirze, list und
behendigkeit des vogels, auch sein alter Zusammenhang
mit Wuotan (s. 637), wie bei dem wolf, konnten diese
Vorstellung betätigen. Ciedm. 188, 6 scheint sogar das
ganz odinische epitheton eäkeoseg (stragem eligens), das
des gottes bolinnen zukommt (s. 389), alterthümlich auf
den raben angewandt; indessen bezieht auch schon des
Hieronymus commentar zu Hieb 38, 41 gezwungen genug
den (schwarMerQ raben auf den teufel. In dänischen volks«-
liedern vertritt der ^vilde r(wn\ der ^eilde ealrapn^ (jener
corvos stragis, ahd, walahraban) völlig die stelle eines teiif^
tischen trold (D. Vr 1, 186. 187). im Puppenspiel von dr
Faust wird der rabe^ welcher die verschreibung mit dem
teufel getragen bringt, merkwürdig Merours vogel genannt,
was völlig auf Wuotan gerecht wäre. Den geier finde ich
erst iD den letzten jhh. statt des teufeis**), noch häufiger
den kukuky dessen zauberhaAe beziehung s. 646 zur spraphe
gekommen ist.
Ungleieh älter und verbreiteter war die erscheinung des
tenfels als scUunge, umrm und draoke. die verführende
' t ' ■■ ■- ■
*) wdhulbem (lockpfeife) des tiufels. Berth. 225. 'säst Terirret
ez. als ein wahulhein,' jÜDgling 130«! ; 'in körne wart ein knndic
wahM nie «6 sanfte ef&Mwef.* Ms. 2, 206^.
*0 dafs eueh der geier! Grjpbius p.m. 746. wo geier? (s= wo
leufel ?) EUnera um. «KocI. 335. dafs dich der feier eckende l
Wackern. lesebuch 788, 21.
950 VBBPBIl
Schlange im paradieg g«h filr den teiifel selbst, wie anti*
quQS> hostis heifsl er antiguus anguis, anguifer hotHis^
leüfer anguis, serpens (Greg. magn. opp. 1, 111. Jonas
bobbiens. p. 5. 15. vita Burgundorarae p. 427. vila s.
Romani p. 743). serpens anüquus (Caes. heisterb. 7, 35)|
der aUe draci^e^ ags. draca EL 765. ihren gruhd hat die
vorstellang zumal in apocal. 20, 2 und in den deotungen,
welche die kirchenvSter Yon Leviathan gaben, apocal. 12, 4
gedenkt eines drachen, der mit seinem schweif den dritten
theil der steme vom himmel gezogen habe*). In diesem
biblischen sirni nennen unsere alten dichter den teufel
Slangs y helletourm (Lohengr. 141), heUetracke (Marl. 141'),
es wurde aber auch der einheimische Volksglaube von
feuerspeienden, giftigen wtirmen, schatzhOtenden drachen
(s. 930) und wunderbaren schlangen (s. 648) mit angeregt,
in unzähligen volkssagen erscheint der teufel als dracke,
z. b. deutsche sag. no. 520. 858. Zumal hebe ich hier das
märchen hervor, worin bald dem trftumenden teufel^ bald
dem drachen oder dem vogel greif federn aus dem schweif
gezogen werden: Km. no. 29. 57. 165. Norske folkev. 1,
31 -33. Mailaths magyar. m. 1, 179. Der unglttcksdrache
verfolgt die menschen, einer, dem alles wMerwfirtig geht,
pflegt zu sagen: auf all mein glück legt der teufel seinen
Schwan». Vom drachen lassen sich auch des teufeis flügel
herleiten, altfranz. diables enpane% (M6on nouv. rec. 1, 250),
wie angres enpanez (das. 1, 272). Da die kirche den Le-
viathan als Ungeheuern tcalßsch darstellte, dessen wange
Christus mit der angel durchbohrte (Greg. magn. I, 110.
vgl. oben s. 166), so war das anklang an die ungeheure
von Thor aus dem grund des meers geangelte feindliche
tceltschlange (s. 649). als drache oder schlänge hut der
teufel einen ungeheuren rächen (mhd. kdwen. Ms. 2, 166*^),
gleich der hölle selbst (s. 291. 767).
fliegengestalt die LXX übertragen Baaisebub, des
akkaronischen götzen namen, BdaA /et/f«, fliegengott (IV,
reg. 1). Ahriman drang in fUegenHalt durch die naiur.
liuh. mussü birbiks, fliegengott (Mielcke 231), birbiks sonst
blasend, summend, märchen erzählen von teuflischen gei-
stern, die als fliege in einem ghis verschlossen sind*%
Loki, als er Freyja um das brtstngamen betriegen will,
*) der aUe dange mit Btnen gen6ten von himel wart her abe
.gest^sen, stns Ubes wesen (eilt er eodriu d. i. w« Reoner 3 100 ff.
**) daoiicbe sage too eiDem in einer huchae Tertchlosaeoen te»-
fel. Thiele 1, 18. KM. no. 99.
VBOraL «Sfl
wandelt doh ii eine ßsge (floifi). hiernrif rerbinde man
eine iangob. sage bei Paulns diac. 6^ 6 von dem malignas
spiritss, der steii als ßege ins fenster setzt und dem ein
bem abgehauen wird; die acta Bened. sec. 1 p. 238, von
einem ansgetriebnen teufei redend: % nviucas similitudinem
prentropens cum sangnine de naribus egressns est inimicus/
als fliege dringt er durch das Schlüsselloch in verschlossene
gemficber, er vermag sogar durch ein nadeldhr zu schlüpfen
(norske foliceventyr no. 31), wobei mir seine schmiegsame
rantter (s. 226) einfUlt. gleich dem riesen (s. 522) hat der
teufei das vermdgen sich gro/s oder klein zu machen
(norske foikev. 1, 134. 192). Des elbischen wesens der
schmeüerlmge y die als psychen (s. 789) gut oder übelge-
artete geisler sein können, wird noch im verfolg zu er-
wtlinen sein.
Der teufei wird aker auch, von früher zeit an, zweien
jferäAem verglichen, dem hammer und dem riegele in
welchen ich s. 166. 222 beziehung auf heidnische götter
nachgewiesen habe, hier ist noch ihre biblische oder kirch-
liehe grundlage zu erwfigen. MaUeui zählt bereits Hiero-
nyanus in dem briefe an pabst Damasus (zw. 366-384),
wo er die parabel vom verlornen söhn erklärt, unter be-
neBBirogen des teufeis auf; Hieronymus konnte in Dalma-
tien, Italien, Gallien (und er war am Rheinstrom) den
aasdruck von den Heiden vernommen haben. Greg. magn.
(f 603) opp. 1, 1125: in scriptura sacra mallei nomine
aliqaando diabolus designatur, per quem nunc delinquen-
tium culpae feriuntur, aliquando vero percussio coelestis
accipitur nam quia in appellatione maüei antiquus
hostis ezprimitur, propheta testatur, dicens: quomodo con-
fraclus est et nutritus malleus universae terrae (Jerem 50,
23. vgl. 51, 20). die Vorstellung des strafenden gottes
und einer feindlichen bösen gewalt mögen sich hier be-
rüiuren. In Donars händen war der hammer zugleich hei-
ligendes und zermalmendes Werkzeug: Sturmwind ^ Winds-
braut^ naturersciiernungen , die das ältere heidenthum dem
herrn des donners, der spätere Volksglaube riesen oder
teufeln zuschrieb (s. 602. abergl. no. 522. ehstn. no. 100),
heifsen in einigen gegenden Deutschlands hammer^ ent-
weder von seiner zerstörenden heftigen Wirkung, oder weil
man ihn vom teufei erregt wähnte*^], in dem rheinischen
*) der mihfisefae baner nennt den wiHehnnd hammer (Meinert
in den Wien. jb. bd. 48. ms. bl. p. 55), was anf Donar wie aef
den teufei gebn darf, also den a. 590 entfaheten Tontelhmgen be-
959 TBDFfil.
»
Westfalen^ weoii uoTermutet der wind die Ibfiren BufreiTflt,
plötzlich stofsweise durchs haus {pfeift, heirst ««; ^do es
der aul van terjobrenr, da ist der alte von vorigem jähr,
der bekannte alte, dessen namen man besser nicht neairt.
Da sich bei den dichtem des MA. meines wissens die be*-
nennung hamer für teufel nicht findet, so trage ich be*-
denken, den Ursprung jener volksmäfsigen flüehe (s. 166)
aus dem malku» der kirchenväter abzuleiten, ich möchte
eher einen Zusammenhang heidnischer und jüdischer v<Hr-
Stellungen glauben. Mit riegel dürfte es ebenso steha.
teciiSy ist nicht blofs das tbürschliersende gerdth, sondern
^uch ein stofsendes, hebet, Stange, beinahe wiederum mal-
leus. Leviathan heifst vectis^ quia usque ad necem pereutit
(Greg. magn. 1, 111), das mhd. hellerigel (s. 223)^ das
ags. grendel (s. 222) könnte nachahmung dieses vectis s^n,
aber auch einen älteren bezog auf Loki haben.
Ich meine öfter vernommen zu haben, daGs sich der
teufel aus einem knäuel entwickelt* ein märchen erzAhit,
wie er als mübtein vom berge niederrollte (altd..bl. 1,297).
hierin scheint er riesenhaft, denn die schwed. voikssage
weifs von riesen , die , wenn Thors blitz durch die lüfte
fährt, aus furcht davor unter manchen gestalten, zumeist
als knäuel oder kugeln vom berge herab auf die wiesen
rollen und schütz bei den mädern suchen: diese aber, der
gefahr wol kundig, halten sie mit den sicheln zurück; da
soll es sich oft zugetragen haben,, dafi^ der blitz nieder-
schlug und die sicheln zersplitterte, dann fuhren die riesen
mit klagendem gesaus zurück in den borg. Afzelius 1, 10.
mir fällt dabei der dämonische toindknäuel ein (s. 606)*).
III. Vom aufenthalt des teufeis in der hölle, aus
welcher er die heidnische göttin verdrängt hat, sind die
häufigen namen helletoarie (sumerl. 7, 9. cod. pal. 361,
7l6) hellehirie (Parz. 316, 24) hellegrübel (Mart. 4» 10«
72^) hellemrt (Ms. 2, 175"^) und ähnliche entnommen.
hehcherge heifst er Lohengr. 70, ^es las die stne an sich',
gleichwie Wuotan die seelen seiner beiden empfängt.
gegnet, tnsnHu wens und aqtiüo heifsl der teufel (Gregor, magn. 1 , 547.
d70)« den Neugriecfaen ist avtiiofi der tenfel (gramm. 3, 736). Seit-
sano, dafs die Priaeillianer das wetter Tom teufel ableiteteot dea dmt--
ner tod seinem brüllen, den regen Ton seinem schweifse, was sehr
'heidnisch klingt, auch die Alanichäer erklärten stürm und gewiUer
aus der wnt des gefesselten teufeis.
*) hexen bekannten in kugeln Terwandelt worden und so mutter-
nackend auf tischen und b£nken berumgesprungen su seia. Wengs
ndrdL besenprocesse s. 54.
TEDRL 953
Seine wohnmig; liegt im Nartkn, wae schon u der
8. 80 eatwickelten anfleht stimmt, leit / narir' (aobaute
gen Norden) kommt beim singen eines valgaldr (ferale ear-
men) Yor (Sem. 94*). diabolus sedel in lateribus aqmkms
(Greg« mi^gn. 1, 1186) , er wOl 'on naridmie' berschen
(Gaedra. 3, 8), setzt seinen stul nordemka^ (Diut 3, 40.
fttodgr. 2, 11). 'niAr ok mardr liggr helvegr' (s. 762). aueh
der Bbste sehest die nardMeite (abergl. no. 43). nordȊrU
strömt des ddmois Wasserfall {«. 461).
Ich füge hier einige s. 765. 766 unangeführte ansdrOcke
bei, weil ich nicht sicher bin, ob sie nrsprttngiich mehr
der hölle oder den tenfel gehören. In einem allen scha«*
vfUL Ten Theophüiis bringt satan diesen, nachdem er sich
ihm Terschrieben hat, in eine bürg, wo es kalt ist, aber
in saus und braus gelebt wird: 'up de Oeelguune.* mebn
rere örter in Niederdentschland führen solchen, die mis-
funst und den hafs der teuflischen natur treffend bezeich-*
nenden namen: ein Oteigunne im Magdeburgischen, ein
(helgänne im Oldenburgischen , ein Oeelgmnne im Mün«
sterschen bei Horstmar, im Osnabrückisohen zwischen Wit-»
läge und Dümmersee, ein gut Ovelg&nne im mindnischen
kirchspiel Eidighausen, ein Übelgünne bei Warburg Im
Paderbornischen, wahrscheinlich heiben noch andere Ort-
schaften mehr so, man denkt dabei an das gleich richtig
gewählte Übelloch (Malpertuis) im Reinhart, ob sie in bezug
auf den teufel oder wie ich eher glaube, auf eine un*-
günstige, kalte, nördliche läge so genannt wurden, wftre
zu ermitteln; im letzten fall ist die benennung passend
dem teuflischen wohnort fiberwiesen , der recht entgegen
steht dem seligen, wonnigen freudensaal des himmels
(s, 780. 781). In Niedersachsen sagt man: 'na Hekehelde
Yaren' (Sam. Meiger Cggoi'), in Dftnmark: 'gaa du dig til
HäkkenfebUf Lyngbyes fdr. qy. p. 549). Thiele 8, 71
schreibt Hil HeM^jäkb^; wie wenn dabei an Hakelberg,
Hakelbernd (s. 875) zu denken wäre ? veld ist nicht unser
feld^ sondern das altn. fiall (mens), wie die dän. form
ffäld lehrt und der Hakelberg kann des wütenden Jägers,
also teufels aufenthalt sein , ja es ist deutlich die isländ.
HMa, wofür auch HeklufiaU gesagt wird, ein samnielort
der hexen; Fischart Oarg. 119^ sagt dafär Heckelberg.
Hekla selbst mag von der form des mantels (cucullus) ge-
nannt werden, wie Wodan der gemantelte, hacotberand ;
also zeigt sich manigfacher Zusammenhang. Von abyssug^)
*) provens. aUs (Ra^n. 1, 14* vgl. 1, \S4P baratro, baratruoB,
05t JJE6I1L
woraos nobis entspraof, wurde s. 766 gdiatidelt, liier will
ich noch die letztere form näher belegen. Kilian hat:
nobisse (daemon, nanus, eacodaemon), noHsgai (orciia), mo-
biskroech (orcus). vermutlioh liegen in NiederdeutacUand
noch mehr Nobtsbüge als Ovelgonnen, häufig fähren grens-
wtrtshäuser den namen, bei welchen man gleichsam in an«
derm land anlangt; so findet sich auf der friea. und aäehs.
grenze in der Oldenburg, vogtei Ostringien^ so zwischmi
Altona und Hamburg ein nobiskrug; bei Kiel, bei Munster
heifsen abgelegne schenken ebenso, es liegt nicht gerade
der üble sinn unsrer hölle, vielmehr noch der alte des tods
und der Unterwelt darin, 'he is na nabskroge will aichls
als er ist mit tod abgegangen sagen, nobiskrug setzen aeeh
hd. Schriftsteller des 16. 17 jh. für höUe oder Wirtshaus
des teulels, der ein hellewirt heifst: in nobiskrug farea
(Luthers tischreden 1571, 418>); Fischart im Garg. 53'': der
reich mann im nobishrug; im Euiensp. 277: dafs &
nicht stürb so ungebeicht und fuhr in nobishants vielleicht;
L. Thurneissers nothgedr. ausschreiben 1584. III, 85: da*-
rauff sie sagt, sie wird dalent me in Nobiskrug sein (= todt
sein); cnrsus cleselianus: dein seel fahr hin in nobiskrug;
fehrst in nobiskrug. Ayrer 76^. der teufel bawet allezeit
seine capell u. nobiskrug ^ wo gott seine kirche hat (Andr.
Musculus hosenteufel 1630 p. 16); in nobiskrug gewesen
sein (Chr. Weises Floretto p. 74); nobiskaus (Bure. Waldis
191* dOSb). nach Stald. 2, 240 sind nobiskraiten der ort,
wohin ungetaufte kinder kommen.
Schöner nennt Walth. 123, 38 die hülle <daz verlorne
tul% was an Dantes citta dolente und sein 'per me si va
tra la perduia gente^ erinnert.
IV. Dunkle benennungen. über das goth. skdksl für
&at/i6viov ist s. 455 eine Vermutung vorgetragen, die durch
das oft vorkommende ags. scocca (auch sceocoa^ scuoea
geschrieben *), und darum schwerlich scöcca) bestärkt oder
entkräflet wird ; zu skSksl^ den buchstaben nach, würde
die Wurzel skaka (quatio) stimmen, skiuha (timeo) skohsl
fordern, vielleicht noch näher ist das altn. skass (femina
doch schon die Italiener haben neben ahiuo gebildet nMuo (aas in
abisso). Rol. 195, 1 heifst ein heidnischer fahnentrSger AMaie, in
altfranz. gedieht aber AhumBs, gleichsam der höllische, das brem.
wb. 3, 254 schreibt noch obishroog, obskroog.
*) BeoT. 1871 I^dum scuccum and scinnum (infisis daemonibiis et
praestigiis) Tgl. scinna {^eay (praestigiorum mos) c. exon. 362, 4;
sceuccum onsäcgan (daemoniis immolare) ps. 105i 27; seeuccgjrldaoi
(aeulplilibus) pa. 105, 26. -
TBUFBL M9
giga«), wofür Samnr. 154^ die lis. $kds darbietet. In' eim^m
grorsen Iheile Deutschlands ist jetzt ein ausdruck für teu*
M verbreitet, der überall nur in der diminutivform ge-
brancht wird: nieders. siöpke^ stöpke m der helle, in der
Maingegend Hebchen, Stäbchen, in der gaunersfrache Hepp^
che, etepches, obersfichs. stebgen, stöpgen, thflring. «tö«*
pfel, im Badischen steuble; man versteht darunter zomal
den fliegenden, isurigen drachen, der in die häaser seiner
ergebenen einkehrt und ihnen geld oder körn zuirigt, ei-
nen feurigen mann, irwisch (abergl. 611) und der irwisch
hiefs (s. 868) ddigr, feind, teufet; damit ist aber der ur--
qirung des wertes noch nicht eriftutert. Niedersächs. und
westfkL giU die schon s. 488 berührte benennang dr6$, de
drös in der helle, drofs, man betheuert 'bim drds, und
flucht <dat di de drde slAT (brem. wb. 1, 257). zu ent-
sprechen scheint das hochd. drtu, iruoe, drü$, das aber
unpersönlich seuche, pest bedeutet. Es gibt noch eine
m^ige von Provinzialismen, die ich alle weder anführen
noch erkUren kann, in der Schweiz sagt man kuhni, kueni
(Stald. 2, 142), vielleicht der kühne, verwegne?; im Ra-
venabergischen kramberend (vgl. brem. wb. unter krambeer,
krambekei^, bramberend (von bram, pfriemkraut, geniste?),
hanax u. s. w. mnl. barlebaen , barlibaen (Huyd. op St. 3,
38) Reia. 5184. Fergüt 1754. 2372. 3763.3909, ein ziem-
lich oft wiederkehrender, unverständlicher ausdruck, von
dem auch die roman. sprachen keinen bescheid geben, blofs
das altengl. barlibah (nach Massinger 1, 80 the natne of
an evil spirit) gleicht, und barlibreak, barleybreak ist ein
spiel, worin die bölle vorgestellt wird (Nares s. v.); mhd.
bceser frfmure Turl. Wh. 136*) soll in dem cod. pal. /l^-
mitrc lauten, es scheint darin murc (putridos) Wh. 23, 5
und das altn. myrkr, ags. myrce (tenebrosus) zu liegen (s.
945); 'ein tiuvel der hiez oggewedel, der ie die 6rsten lüge
vanf (Ms. 2, 250»»).
Mehrere benennungen sind menschliche eigennamen,
die man auf den bösen geist entw. als euphemismen oder
in mitleidiger Vertraulichkeit anwendet, gerade wie bei
hausgeistern (s. 472) und irwischen (s. 869). so heifst er
engl, the old Daog, cid Ngch (Nares s. v. Nicholas) ob*
gleich man hier auch an Hmkar (s. 457) denken dürfte;
dfld. gammel Erik (s. 941); jenes Schweiz, kueni ist viel-
leicht JiTvent (Conrad, wie der poltergeist Kurt hiefs, s. 511),
Ben» (bei Keisersb. teufel, Oberl. s. v.) Benno? ein bair.
Muchsel könnte aus Nepomuk stammen, wenn man nicht
Schmellers deutung heimlicher Schleicher (2, 546) vorzieht;
9Se 1BUBB1.
sehwerlidh rührt aber 9iepcken aus Stephan? hinfig igt
Vetten (Valentin) für teufei, potz Veiten I ich denke mit
anspieiong auf jenes v4lant (s. 944); auch hört man mei"-
ster PeieVy Peterchen *) und das gemahnt an benennungen
des peinlichen bäschers oder schergen, welcher wiederttm
meister Peter oder Hemmerlin heifst (RA. 883) , also dem
teufel namen leiht und ableiht, denn der teufei ist helle«
Scherge, peinigt und bindet die seelen wid heifst kenker,
diebh^nker. da nun die Soldaten ihren profos (lictor mi*
litaris) auch stepchen nennen, liefse sich ^wägen, ob ste^
pfel nicht ans dem mhd. stempfel (Ms. 2, 2^) stammen könne?
wobei denn auch wieder das gespenstige wesen der frau
Siempe (s. 256) in betracht kftme. den eigennamen Slsm*
pel hat eine urk. von 1177 (bei Seibertz no. 71).
Solche anknttpfung an Vorstellungen von einheimischen
geistern und halbgöttlichen wesen war voUkomBen natfir«'
lieh, da die christliche ansieht diese teuflisch, das volk abor
den fremden teufel einheimisch zu machen suchte. Fischart
kann darum den teufel butM (s. 474) nennen: 4ch sei des
leibhaften butssenr Garg. 244"^ und altd. bl. 1, 55 heifst es der
but*e (teufel). Dem altn. Volksglauben schwebt sein skratü
(s. 447) zwischen waldgeist, teufel und riese, und so hat
troll (s. 493) diesen allgemeineren dAmonischen begrif **),
in der verwünschenden formel ^träll hafi |iikr, ^Irö0 hafi
Mna vinil' Nial. cap. 38), Uröll hafi f>ik allani' (Kormakss.
188), ^tröll taki bann.' (Orvaroddssaga cap. 9), ^fara tiröUa
hendr' (Laxd. p. 230) entspricht es ganz unserm teufel, aber
auch jenem älteren, mehr heidnischen : eigi f)ik gramir oder
iötnarl (s. 943). S»m. 39 liest man: 'far^ü nü frair smffl
hafi ^icl' Nordische Zauberinnen sollen den teufel urdar
rndni (luna saxeti) nennen (Biörn s. V;), womit ich nichts zu
vergleidien weifs. Und wie Loki der Hei verwandt ist (s.
289^, finden wir auch den teufel in berührung mit dem tod
(s. 814). 'den ümel und den t6t vürhten' (Frld. 67, 9).
Die bisherige Übersicht manigfalter namen (von welcher
gleichwol alle blofs jüdischen wie Asmodi, Belial u. s. w.
ausgeschlossen bleiben musten) hat schon auf einmischung
heidnischer bestandtheile gewiesen, oder eine noch ältere
Identität oder analogie heidnischer und christlicher begriffe
erkennen lassen, ausdrücke wie gram und unhoU, viel-
leidit auch scadOy scheinen nur deshalb auf die neu über-
*) Peierle (Etlners unw. docL 672). hemker bedeutet auch teufel.
'*) iröU 6k ora;//r (fotn&Td. 80^.2, 248); iröü ok tigi nuKTrlFinn-
bogis. p. 264. 292. 340).
THBFOK 95?
uoinmiien tedfel angewandt worden au Sem, weil eie be^
reits den Heiden feindaelige geister bezeiohneien. alt hat-
ten die riesen schon geheifsen ,. um so eher konnte es der
teufel. foolfy rabej book gemahnten an die thiere, welche
heidniacbe g&tter hegleiteten odef ihnen zum opfer gebracht
wurden, die benennungen kammer und riegele der nätd^
Uche aufenthalt stimmten wenigstens in heidnische vorstel-
langeUh
Wir wollen prüfen, ob auch durch den iabalt der sa'»
gen und aberlief er udgea diese ergebnisse bestätigt werden.
AHe und jede heidnisehe götter wandelten sich den
neuen Christen nicht blofa in giUten, d. h. fialsche, lügen-*
hafte götter (galingagu^, wie Ulfllas idola bedfichtig aus-
drückt), sondern in teufel^ d. h. genossen und theilhab^
eines feindlichen reichs, dessen herschafl gebrochen war,
aber noch im zurückweichen krftfte entwickelte. Wer den
ahen göttem anhieng, ihaea heimlich opferte, hiefs teufeis-
diener, idololatrie geradezu diobotgeld (s. 34); auferlegte
entsagungsformeln fähren den teufel und die attverehrten
götter in einer Ordnung auf *)« in den ags. gesetzen be-
deutet deoßum ^eUan geradezu den alten göttern dienen.
Diese den götisen mehr als recht war einräumende vorstel-
lungsweise liefs sich nicht überall vermeiden, so lange der
glaube an die Wirklichkeit jener götter in den herzen der
menschen unvertügt war; die neue lehre konnte leichter
keimen und wurzeln wenn sie die alte als gehässig und
sündlich, nicht ate absolut nichtig schilderte: die wunder
der Christen erscheinen dadurch glaubhafter, dafs auch dem
althergebrachten heidenthum etwas übernatürliches gelassen
wurde* Schon im N. T. hatte diese ansieht einen Vorgang,
der götze Beizebub dös A» T. war in die )reihe der teufel
eingetreten. Längst gewohnt, Jupiter, Mercur, Mars und
Venus als teuflische wesen zu. betrachten, wie hätten die
bekehrer, als sie unsern Yorfahrdn dM öhristenthum predig-
ten, Donar, Wuotan, Zio^ Frouwa und alle übrigen unter
andere gesiohtspuncte stellen kd«Mn?
Was YOtt Zertrümmerung der heidnistshen götlerbilder
erzählt und gedichtet wurde, bestätigt vollkommen, dafs
man den abgötlern eine gewisse teuflische Wirksamkeit hei-
legle. die gestürtt^ klagen, als dämone , über die gewall
der eindrini^nge (s. 466), Peruns biki, das die Nowgoro-*
*) 'fonachisla diobole ?' 'ec forsacho tUahole end allum diobolgelde
end an^m dioboles wermini «nd wordam, Thmier ende W^den ende
SaxD6te ende alMm thdm vnhoiäum thA hko goaAtat ttot*
9ft8 TBDPBL
der dvrch ihre sladt schleiften und in den ström warEsn,
brach in wehlclage aus ttber die treniosigkeit seiner alten
Verehrer. Olaf redet Frey^ bildseule an (s. 622) und mit
ThSr hat er einen förmlichen bandet zu bestehn (s. 161).
der b. Georg zwingt Apollos bild zu gehen und zu reden
(Geo. 33 — 35). Mars, ^etn Iflgelicher got', hatte zu Rom
des heilandes gehurt geweissagt, nachdem sie erfolgte, brach
seine bildseule plötzlich zusammen: ^als der HefM dö ver-
dolte den slac von himel s6 grözen, er fuor sse sinen ge~
n6%en sä verstözen in die belle, dft ist er gebunden s^e,
daz er niemer radre her üz mac gereichen' (Mar. 191. 193).
Darius schreibt dem Alexander: unterliege ich dir, 'so mu-
gen von himele mtne gote zo der heUe wesen böte' (Alex.
2542), d. h. dann haben sie mein vertrauen betrogen und
sind teufeL Solcher zUge ist das ganze mittelalter voll.
Das 31. cap. hat ausgeführt auf welche weise Wuotan in
einen Wuotunc und toütenden Jäger entstellt, an der spitze
des wilden heers auftretend, zu einem ieufel wurde (s. 872).
der teufel heifst darum hellejager (Hart. 62<^ 174'). 'er
r^ischte als der tiuvel in dem röre' MsH. 3, 187« ; 'als in
der tiuvel jageie' Livl. ehr. 96>». Unsere volkssagen lassen
den teufel bald auf $ohu>ar%em rosse reUen bald in stattli-
ehern wagen fahren (Mones anz. 8, 184) gieich Wuotan
oder Donar.
Wuotan erschien als gott und erfinder des Spiels, na-
mentlich des Würfels (s. 136. 145) und er ist es, der dem
spielbansel im märchen den alles gewinnenden würfet ver-
lieh, vielfadi wird aber das Würfelspiel auf dm ienfel
bezogen, und in den volkssagen schaut der teufel dem
spiel zu, zumal dem sonntags unter der predigt erfolgen--
den, und würfelt mit mehschen, die ihre seele aufselsen*);
in hexenacten heifst er 5cAeii«^/eifi^ ( Spieler, wflrfler)
von schanzen würfeln. Schm. 3, 374. der teufel lauert auf
die spielen Renn. 11316 ff.
Das judenthum kennt nur teufel, keine teufeKnoen,
alle macht zum guten oder bösen legt es in die bände
mAnnlicher wesen (s. 369). ich will das noch allgemeiner
fassen. Götter rind überhaupt Alter, und der strenge mo-
nolheismus oder dualismus wissen nur von göttem; göt-
tinnen tauche» erst in der weicheren fftSe der Vielgötterei
auf. auch das deulsehe beidenthom hieng an göttinnen
und eibinnen, selbst das gotb. vaihts (genius) war weib-
*} I. b. in Tettin umi Temme preofs. tagen 1. 197. 199.200.212.
**) NdrdJinger heseoproeetse •.46.
IBUFEtS MOTTBR SM
IMi (g. 408)« göHermttlter, glftticende, bdlde fraoeir, nomen^
yaUiTrieiiy widdfrauen, wasserjungfrauen bildeten einen
kaopllheil das cultns, blofs die kobolde und hausgeisler sind
alle mfimilich. riesinnen erscheinen oft in geslaU and sHte
liebliohy der todtenwelt stand eine göttin vor.
Nadi dieser ganzen riohtiing, da alle gegensätze der
analegie des positiven folgen, war es schon granddeutsch^
dafs IMlas daiftoviov durch wnkulpd übertrug und nicht
etwa ein ganz nahe liegendes neutrum bildete. Diese nfi-
koUe frau vertritt unter den neubekehrten was sich ihre
voreitern unter Holda gedacht hatten.
Es gereicht zu keiner geringen bestarkung der teufli-
schen natur Grendels im Beovulf, dafs ihm zur seite seine
muHer steht, noch riesenhafter aufgefafst als er selbst
dafs sie seinen tod rftcben will, und erst durch ihre be»
siegung die heldenthat vollendet wird: Grendels mödar
(2517. 2564. 3076). In unsern kindermärchen ist ein ur<-
alter zug, dafs in der wohaung des teufeis zugleich seine
gro/snmtter (mutter oder Schwester) sitzt, die sich 4es
einkehrenden beiden, mitleidig und schonend, gegen das
ungeheuer annimmt (KM. 1, 152. 2, 188, des teufeis gro/s^
mMeTy ellermutterY die Vaia wird von Odinn '[iriggja
puna mdäir^ gescholten (Sem. 95b). meistentbeils langen
die menschen an, wenn der teufel ausgegangen ist, sie
wwden dann von ihr versteckt, und von ihrem söhn, bei
der rückkuaft, gewittert. So kommen Th6rr und T^r in
des riesen H^mir haus, wo sie die neunhundertbftuptige
gro/smuUer (amma) und noch eine andere frau, des riesen
liebste treffen, die sie unterm kessel verbirgt (S»m. 53*).
Bei dem indischen riesen wohnt seine mildgesinnte schwe«
ster (s. 522). Jene sagen kannte schon das 13 jh.; in ei*
nem gedieht des cod. vindob. 428 no. 154 finden sich die
werte: 'der donr stehe uns beide; der HeK^l brMite mich
zuo dir, und dich Hn muoier her ze mir.' im wafatelmaMre
heilst es 108: 'mit des ümeU muoier wette loufen.* 'ist
diz der fa/e/, daz hie vert, e4er sf» mmoter oder sim
emr Herb. 7729; 'der m^ adir s(n ebUmwoier' altd.
bL 1, 264; 'des ieufek nmoier' CK Hlltzl. 219, 16; auch
in liargar^ta von Limburg greift des ieufeU muHer ein
(Hones anz. 4, 166). Man sieht, sie wird bald als das al*
lerschlimmste , den sehn noch überbietend, bald als sanfte-
rer gemütsart dargestellt, 'ein witwer eine witwe nam, der
teufet zu seiner muiter kam* (es wurde noch schlimnier)
sagt Bure. Waldis 138*. 'kam nicht der Mansf eider, der
ieufel mit seiner muüer^ (omnia mala simul) Berl. 'kal.
960 ' TBDPBI^S IfOTTBR
1844 8. 298; Mes henkers grofstimU^r ein bein iibsohwtv-
Ten' (SimpHc. 2, «54^; <der teufel und s^ine grofmmt^
[das. 2, 292); Hch färchte mich nicht , und wenn es der
tev^el «ad f^me mti/fter wäre'*). Auch wieder eine natur*
erscheinung wird hier YoHßsmftrsig gedeutet, was immer
uralte mythen verräth. van schnell wechselnd »m regen
und sonnenscheiti sagt man sprichwörtlich : der teufel UeicM
seine gro/smutier ('de dttrel bleket sin mdm'); in der
Schweiz 'der teufel schlagt seine mutier' Tobler 249*^ (auch :
die Heiden heben hochseil, es ist ein heidnisches fest), von
einem bräunlicher gesiohtsfarbe: der ist dem teufel aus der
bleidie gelaufen ('he is dem düvel üi der bleke lopen');
donnerts, und die sonne scheint dazu: der teufel schlägt
seine tnuHer, dafs sie öl gibt**), nnl. de duieel slaat zyn
wyff und nis kermis in de hei (nundinae sunt in Inferno),
französisch : le diable bat sa /emitie, Wenns im Sonnen-
schein regnet (Tuet proverbes no. 401). Hierzu mufs die
erklärung des knisternden feuers (s. 222) und des erdbe-
bens (s. 777) gehalten werden. Das letzte beispiel nennt
statt der mutter die frau, wie in Himis qvida des iötuns
frilia erscheint. Hagne sagt von Brunfaild, die ihm un«
heimlich vorkam: 'ja sol s\ in der helle sfti des ikbelen
tmfoeh br^fy Nib. 426, 4. ein Grieche, der den riesen
Asprian teuer aus »leinen reiben sieht, ruft aus: 'hier ve-
rel das tw>elis br^ Roth. 1054, wie eines andern riesen
des Windes braut einher fährt {s. 598). Percuna tete
(oben 8. 157) wäscht ihren söhn (den donnergott) im bade :
das ist die bairische csnel mit der laugen (s. 607). in ösl^
reich wird von des teufeis frtmel (r= ver anel) bei Ziska
a. 14-16 erzählt, vor langer weile sei sie aus der hölle in
das Oberland (ob der Ens] gekommen und habe sich von
ihrem eohn unweit der Donau ein schlol^ bauen lassen, in
der meinung, ^as volk werde sie auch wie die Jungfrau
Mari« verehren; als aber niemand ihrer begehrte sondern
die leute ihrer spotteten, sei sie .erzürnt und habe einen
nächtigen f eisen mit einem theif Ihres schlosses in die Do-^
nau geworfen, dahin wo es jetzt der totr&e/ und der Strudel
heifat, und die trttmmer ihres hauses nenn! man den fen-
febtkurmy vgl. oben s. 558 Ober Strudel, idi glaube ntcht^
*) Tergl. Feiner flores pbilol. cap. 7. p. )03. man gab kaponeo
den Hamen teofel und tenrels crofsmatter (Itommel 4. '180). Bnek
94tr die kSOe es: teufelamtttter (Siender letc. Wh. 2. 337*).
**) Praetorii filockabergsTerr. 2, US. hcen. whi t, 97.
TBDFBL8 OPFBI 961 ^
Mn man das heidnisehe alter aller dieser vorsteilongen
bezweifeln könne*).
Binseine opfer^ göttern oder geistern bestimmt, He-
Tsen sich unter dem yolke lange zeit hinduroh niebl aus«*
rotten, weil sie mit gebrauchen und festen zusammenhieu"-
gen, zuletzt ganz unverstandne , schuldlose sitte, werden
konnten, wir haben gesehen, wie dem Wuotan oder der
frao Gaue ein bttsohel ähren auf dem felde stehen blieb,
dem Tod oder wilden jäger ein scheflfel haber dargebracht
wurde« das hätte schon in der ältesten zeit die geistlich-
keit *deoßi$m geldan' (leges Vihtrflßdi 13) genannt, bren-*
neade kerzen bei heiligen wassern (s. 550) sahen gewis
noch die nächsten Jahrhunderte nach dfr bekehrung. töm*
Hier und böckleiny meist 9chu>ar»ej wurden in Norwegen
dem Wassergeist geopfert (s. 461) ; auch bei den Letten und
Litthauern galten in neuerer zeit solche opfer. Strudel und
ströme begehrten bocke und pferde (s. 559) , Hecate $ehtoarste
lämmer. Nach einer hessischen volkssage hütete der teu-
fe! einen schätz und gestattete niemanden ihn zu heben,
Bufser wer ihm einen scAtoorsen, genau ein jähr und einen
tag alten geifsboek darbrächte, das kehrt bei schatzhe-
bungen fast immer wieder und mufs der phantasie des
Volks tief eingeprägt gewesen sein, die schon s. 929 ge-
gebnen beispiele mehre ich hier mit noch einem aus Nie-
dersadisen. Wer sich zur fastnachtszeit im wald unter
eine egge setzt, der kann alles mit ansehen, alle thiere,
die durch das holz ziehen, den könig auf dem wagen,
welchem fuchse vorangehn, und alles was sich in dieser
nacht sehn läfst. das wüste ein scbäfer und wolltes ver-
suchen, er gieng in den wald unt^ die egge sitzen imd
schaute durch die löcher; als nun der spuk vorüber war, -
wollte er unter der egge wieder hervorkriechen, allein er
safs fest, und der teufel stand neben ihm und wies
die Zähne, ^hast du kein scAioorzes schaff das ganz kol^
ichnoan ist?*, sagte er, 'das gib mir, dann kommst du los.'
Der Schäfer blieb liegen bis es tagte, da giengen leute
durch den wald und wollten ihn los machen, aber sie
vermochten nicht, da liefs er sich sein schwarzes schaf
bringen, das nahm der teufel, gieng damit in die luft auf,
und der schäfer wurde los (mündlich). Auch $chu>ars6e
IMner wurden dargebracht ( Dieffenbach Wetterau 279) ;
es darf aber keine toei/se feder daran sein (Bechstein 4,
*) Mone aoi. 8, 450 deutet die teufelsmulter aua Demeter, die in
den eleuBinischeo geheimnisseD sar mutter des DiosysoB gemacht wird,
Grimms mytkoL 8» musgmbe, 61
962 TEUFELS OPFER
207). Bergmfinnlein lassen sich herauf beschwören , wenn
man ihnen einen neuen tisch setzt, zwei milchschüsseln,
zwei honigschüsseln , zwei teller und neun messer darauf
stellt und eine schwane kenne schlachtet (DS. no. 38).
Guibertus (in vita 1, 24) gedenkt eines in Frankreich üb-
lich gebliebnen hahnopfers: diaboh gailo lUare (mit einem
bahn opfern), ita ut ovum, de qua concretus est, die Jo*-
vis, mense martio, in gallina constet expositum; der ge-
bratne bahn wird zum weiher (wieder also dem flufsgeis^
hingetragen. Bei H. Sachs III. 3, 13<^ will einer zwd alte
weiber mit einer börenhaui zudecken , mii grikten rauien
bestecken f und dem teufet zum neuen jähr schenken, bei
Burcard Waldis 150* heifst es: 'die seet mit meien besteckt
dem teufet senden'*). ^dem teufet ein iicki anstecken'
(Schweinichen 2, 54) erhielt sich als sprichwörtliche rodens-
art bis heute. Den höchsten göttern des heidenthums dar-
gebrachte trankopfer musten nach der bekehrung teuflisch
erscheinen, s. 49 wurde der kufe gedacht, aus der unsere
vorfahren Wuotans minne tranken, vielleicht wird unter Sa-
turni doUum (s. 115. 227) kein bad, sondern ein trinkgeAfs
gemeint, der anmerkung werth scheint, dafs in einer ags.
predigt die worte aus 1. Cor. 10, 20 non potestis calicem
domini bibere et calicem daemoniorum, welche Uifiias
ganz wörtlich gibt (ni magufi stiki friujins drigkan jah stikl
sköhslö), ausgedröckt werden: ne mage ge samod drincan
ures drihtnes calic and thas deofles cwppariy cuppe also
die technische benennung des heidnischen geräthes darbietet.
Man sagt noch heute, wer etwas im glas stehn lasse, bringe
dem teufet ein opfer (Garg. 43^). Aber auch die vorstel-
liing eines teuflischen und höllischen bades darf festgehalten
werden, wie wir vorhin sahen, ^ze helle baden' welsch,
gast 105«. Mn des teufeis badstube kommen' (Sastrows
leben 1, 11) bezeichnet die gröfste noth. von der volkssage
werden oft teufelsbäder genannt.
Wie jene stelle aus Wernhers Maria (s. 958) den teu-
fe! in der hölle gefessett nennt, so scheint es Oberhaupt
*) das müssen sehr TolLsmfifsige redensirlen sein, in Christ. Wei-
ses drei erznarren» Lp. 1704 s. 426: 'wenn die frao mein wäre, ich
liefse sie f^ergiüden nnd mtf rowmarin betUeken and ^ibe ihr eine
f9meraiM9 im manU und verkaufte sie dem h^itkar Tor eio apanferkel.*
10 dessen klögileo leuten» Angsb. 1710 s. 124: 'ja man sollte ihn mU
roffnarm bestecken, die nase vergülden und ihm einen Borslorfer
apfel »wisehen die nähne drücken j so könte man den ieufel drauf zn
pste biUen.' auf solche weise pflegte die altTiterische kochkonst
ihre braten aosiOEiereD.
TEDFELS OPFER 963
der ansieht des MA. gemärs, sich ihn in banden liegend
bis zum anbruch des jüngsten tags zu denken; dann wird
er aber ledig und in gesellschaft des antichrists auftreten,
seine erledigung aus den banden bezeichnet also zugleich
die zeit allgemeiner Terwirrung und des Weltuntergangs.
Nach einer volksüberlieferung liegt der böse unter dem
tisch, an dem zwei Jungfrauen (offenbar nornen) spinnen,
festgebunden (deutsche sag. no. 9). in andern erzfihlungen
wird über ihn eine schlinge eon bast geworfen, die er
gleich dem gefesselten wolf nicht zu zerreifsen vermag, und
dann wird er auf dem ambofs mit dem Hammer geschla*
gen, weshalb er hinkend bleibt (mührische sagen, Brunn
1817. s. 69. 72. 123); bekannt ist das märchen von dem
schmid, der ihn durch das Schlüsselloch in einen sack
kriechen Iftfst und »erhämmert ich halte diese Vorstel-
lungen für heidnisch und eddisch (s. 524. 525); wie /Vo«
meAeus gefesselt ist liegt Ähriman tausend jähre in ket*
ten und Loki gebunden; nicht blofs in Deutschland, auch
in Scandinavien , hat sich die ausdrucksweise: *der teufet
ist los\ nnl. 'de duivel is los', durch lange {Jahrhunderte
im munde des volks fortgepflanzt*), man mufs dazu das
los werden des feuere, (s. 224. 569) und das entmannen
des teufeis durch feuerreibung (s. 573) halten. Welchen
grund eine andere redensart hat: der teufel sei todt, nun
könne jeder ungehindert ins himmelreich kommen' (Mei-
nerts kuhländchen 215), weifs ich nicht recht; kaum ge*
meint ist die besiegung des teufeis im christlichen sinn:
schon in dem msre von der wtbe list 368 findet sich die
betheuerung 'durch des Huoels tdV vergleichen möchte ich
etwa den s. 422 angeführten ausruf: der könig ist todtl,
nemlich der zwerge oder elbe **). Renn. 17982 heifst es :
'w»ren die te^el tot, münche und pfaffen ksmen in not.'
*) ichwed. 'na är fan lös.' Hallmans skrifter. Stokh. 1820 p. 224.
**) oft ist es auch sonst schwer oder anthanlich den Ursprung
einer beziebung zu ergrunden, welche der teufel zu aberglüubischen
meinungen und redensarten hat. Man sagt: wenn ein warf aus der
band ist, gehört er dem ieufd (kann ihn dieser an gefährliche stelle
leiten), wer hinter sich lauft, lauft in des ieufels arme, macht dem
teufid das beU (abergl. 604. 659). mässigang ist des teufeU rukebatdif
nnl. luiheid is duiyels oorkutsen. 'nimmt man nicht den pflüg von
der schleife, so ruhi der ieufel darunter (abergl. 819). sucht man
etwas yergeblich, so hSlt der teufel die band oder den schwänz dar*
ober (abergl 256). des teafels pflüg und polsier werden schon Rena.
15597. 15938 genannt, 'rtchtoom ist des tivels weUeetein* welsch,
gast 125b; des Hiurels dam* Renn. 1748. was bedeutet 'des Huvels
sCfe llden.* Wallh. 107, 28? seine festläge? ztte, ahd. zttt, altn.
tidir, festa.
61 •
964 TEUFEL
Wuotan, als kriegliebendem gotte, wurde sHften und
säen von zwist und Feindschaft beigemessen (s. 132). auch
Aliriman sät Zwietracht und der Tod säi seinen samen
(s. 808), die Werre (Discordia) den ihrigen (s. 251). soll
das aus dem sften des teuflischen unkrauts (Matth. 13, 39)
geleitet oder gröfsere allgemeinbeit der Vorstellung zuge-
standen werden ? sathanas seminapit semen suum. Böhmers
fonte8l,47; den sdmen kan der tiuvel geben. Freid.67,25;
des tiefeis säme. Walth. 31, 34; der tievel hM ffeswi den
stnen sftmen in diu laut. Ms. 2, 111*; warp de duvel sin
sat darin. Detmar 2, 217.
Merkwürdig steht Beov. 348 ff. vom teufel gästboM
(seelentödter) und b<ma 348S tödter, mit feurigem bogen
schiefsend; wie er noch nhd. 'der maräer von anfang*
(sieben ehen s. 394) 'der grausame seeienhenker* (bei Erasm.
Francisci) heifst; vgl. das serb. stari krvnik (oben s. 19).
Gleich dem Tod wird ihm band^ strick y zäum und ros zu-
geschrieben: diufeles gibenü 0. 1. 10, 22; mit des tievels
bände geseilet Karl 33*; der tievel hAt mich gestrieket
Karl 17«; in des tivets zaumheften sitzen, tod. gehugde
782; an des tiuvels st/n. Renn. 21232; zeumi und sateU
des teufeis pferd. Renn. 14429; tiuvels seil. MsH. 3,218^
Soll der eindruck einer grausenhaften sache gesteigert
werden, so sagen wir noch heute: selbst der teufel würde
davor zurückbeben, der an schauer gewohnt ist. Schon im
12 jh. (Diut. 3, 59) von Ungeheuern mit gleifsenden zahnen:
'swenne si si Iftzent plecchen, s6 mähten si iock den Hufel
screcchen* MsH. 3, 293*: 's6 luog ich hervür, ich möht
den Owoel üz der helle ersehrecken, swenne ich den mfnen
kolben üf enbür.'
Wenn plötzlich das widrige gebracht wird oder ge^
hoü werden soll, nennt unser volk, in ausruf oder Ver-
wünschung, dabei den teufel oder andere ihn vertretende
zauberhafte wesen. 'hat dich der teufel aber herzu fragen?'
(Platers leben s. 77). 'wo führt ihn der teufel her?' 'hftt
dich der tiucel bar getragen!* (Meyer u. Mooyer 48a) 'h&t
dich der tmcel also beide getragen bar?' (das. 27») 'der
Hueel hftt in dar getragen' (Reinh. 1544) *der tiuvel brAht
in hiure her' (gute frau 783). mnl. 'galghenere, die lede
duvel bracht u here.' Ferg. 4735 ; die Jede duvel droecb
u hier.' Ferg. 520. 'deable li ont amen^ (Renart 5051.
8171) 'dise hftt der Ouvel gesendet in mtn laut (Bit. lO*^)
'der tievel sende mich an <He stat.' Reinh. 311^ 551 ; 'sus
kam er her gerüeret als den der tiuvel füeret.' Trist. 6855.
'quis te maleficus hie adduxit?' (vita Johannis gorziensiS|
TKUFIL 96&
▼or 984, in MibiUon ann. bened. sec. 5 p. 401). 'fflhrt ikn
der ria (peslis) jetst her ?' (H. Sachs IV. 3, 5^) gleiehbe-*
deotig dem wesifUischen 'wo vörd di de iüke her?' da
man die krankheiten für dfimonische wesen ansah, was
heifst aber in Schmids schwäb. wb. 544: 'führt dich der
:6auch schon wieder her?' ich denke, der höllische hand
(ahd. zöha, hündin). westflUisch : fort juw de khoitt nu weer
her!* ^tt des gewöhnlichen der kukuk, geier, die gleich
dem kibUn sauberTÖgel sind, 'hat mich der guckguck her-
gebracht'; (Grobianas 97>). Nicht anders wechseln die flu-*
che: 'daz dich der tiwiel hin füerel' (Stfrit 74, 2) 'var du
dem Uucel in die hantT (Beinh. 952) 'le dMle t'emportel'
'fahr hin zum ieufeW 'dafs euch der geierf (Gryphius 746)
'hol ihn der kulsuk und sein küsterP dän. 'var saian i
voldl' 'die leide ride (mala pestis) müeze in velien!' (Karl-
meinet, Meusebach 162). Hiernach beurtheilen sich auch
die redensarten: 'da möchte man des teuf eis werden 1', 'ich
will des' teufeis sein!', d. h. ihm als eigen zufallen, wo sich
wiederum kukuk, geier und die andern substituieren lassen,
ein teufelskerl, teufelskind heifsen von ihm in besitz ge-
' nommne , merkwürdig läfst Lamprecht den Porus ausrufen
4452 dirre ttMles Alexander stellet michel 'wunder', dieser
held ist kühn wie der teufel.
Die anführung dieser formein wird nicht überflüssig
scheinen, wenn man gewahren will, dafs sie auf den teu-
fel hauptoächlich passen , insofern er aus heidnischen götter-
begriffen herTorgeht. da man ebenwol sagen hört: 'was
für ein weiter führt dich herl' 'welches ungewitter (oder
donnerwetter) hat dich hergebracht?' 'wo schlägt dich der
Hagel her ?' 'schlägt dich der kagel auch her ?' Simpl. 5, 2.
^ich will des wetters seinl' 'ich bin des dotmersr^)^ ja
sogar: wo führt dich denn unser Herr gott wieder her?';
was ist einleuchtender 5 als dafs solche phrasen eigentlich
den heidnischen Donar, den herrn des wetters meinen,
folglich er unter dem -später an seine stelle gesetzten teufel
zu verstehn ist ? man darf sich auch einen stürm und wet-
ter machenden riesen, einen Bläster, Väder oder Fasolt
(s. 515. 597) darunter denken, sind die donnerkeile doch
auch teufelsfinger [s. 164). Hier wäre noch anderes gel-
tend zu machen. Donar ist rothbärtig und das Sprichwort
lautet: roAer bort teufelsart (rode baert duivels aert). wir
*) *ik sen donneri!* HAOfen« geizhaU p. 120. in preufa. NaUBgeo
tritt Pikallia (a. 765 verwandelt mit Pickeo a, 160?) an die atelle:
*bat mich heute der Foknüs gedragen?* Firmenieh fölkeral. I, IQS.
966 TEUFEL
pflegen gutmütig zu bedauern mit den worteta: Mar arme
teufet y noch im 1 7 jh. hiers es gerade so : 'der arme don~
ner.' (Weises drei erznarren s. 14. 335). dannerskind
steht gleichbedeutig mit teufehkind (ebenda s. 285. 425).
der Verfasser des Simplicissimus setzt s. 480 'das teuffels"
geld' s. 481 'das dannersgeld' im sinn unsers heutigen:
das verteufelte. Dem fluch 'zum ieufell* stellt sich noch
heute ganz gleich der 'zum danner P unser 'fahr zum tetir
feir entspricht der Wirkung des altn. far til Odins I Oäinn
eigi ()icl oder jenem: {)ik hafi gramir, tötnar! (s. 943),
jenem: dafs dich der Hamert Hamer slal (s. 166). Neben
dem Segen ^gott waltsi' ist im munde des volks der fluch:
'des walte der ieufell der donnert' Man vergesse nicht,
dafs in ausrufen und fluchen aller Völker alte götternamen
sich verhärten und festsetzen*).
Der teufel hängt aber, wie mit den heidnischen gott-
heiten, auch mit den dämonen und geistern zusammen, und
vieles von dem, was im XVII cap. erörtert worden ist|
läfst sich auf ihn anwenden, er heifst darum der «ncA/,
der bösewichty der hellewicht (s. 409) in der härtesten
bedeutung, er kann unter dem a/p, dessen zauber die
menschen berückt, verstanden werden, gleich elben hat
er die gäbe zu erscheinen^ zu verschwinden und sich zu
verwandeln, nur dafs die mehr neckische Schadenfreude
dieser geister dem teufel immer als bitterer ernst ange-
rechnet wird. Wie von dem alp heifst es von dem teufel
oder vftlant , dafs er die menschen reite (s. 433) ; in einem
gedieht Heinrichs von Hüglein (mus. 2, 196) verhängt es
ihm gott, ein böses weib 'über berg und tal' zu reiten.
Es ist eine merkwürdige erscheinung, dafs in unserer
spräche durch die begriffe wind, wicht, ding, ebenso aber
durch die begriffe teufel und vAlant Verstärkung der nega-'
Hon ausgedrückt wird (gramm. 3, 734. 736)**). Da man
*) Tgl. oben 8. 744 und gramm. 3, 207.
**) *ich bringe ia den Hwel Nib. 1682, 1 heifst: ich bringe eoch
nicht das geriogate, wie wir heute sagen: den leufel hast du gelbao,
d. i. nichts ron allem. Aber auch der blofse, unbestimmte, pronominal-
ansdruck wird durch beifügung Ton teufel gesteigert : ^ioelcher teufdT
für wer? (Phil. ▼. Sittew. 1,30); 'besehen, loelehen Huvel sie mit
im wellen ane T^hen.* Morolt 28* *zuo wekhem tivtel bin ich ge-
schart?* Bit. 7766; <Ton welchem iktod si sint komen?* Dietr. 8fb
^welchen Huvel haete ein wtp an dir ersehen ?* Hartm. erst, bnchl. 818
= wen nur irgend. Verwondemde ausrufe: toctt teufel! was beim
teufel! diu. hrad. fanden (yerstlrkt: hrad i faiidens skind og been!)
*je so saufe du und der teufel V (Schlampampe p. 17) sind noch jetit
unter dem Tolk üblich, der sinn ist : du und wer es sonst sein mag,
TBDFBL 961
nun aaeh das woil irapf (das. 730) in gleichem aiim brauchte,
so erklftrl sich: wie die ausdrücke: ein armer tropfe ein
armer michi, ein armer ieufel synonym wurden. Den gei-
stern und teufel wird entweder Schnelligkeit des windes,
des im stürm fahrenden wilden heers beigelegt oder der
wind selbst als geist und teufel gedacht (s. d51); daher
sind wiederum gleichbedeutige redensarten: 'sam sie der
iievei vuorte' Rab. 749. Dietr. 8854 und: 'als ob sie der
wind dahin führte', 'sie ist wie der fumch (s. 965) an mir
vorbei gefahren' (Schmids schwdb. wb. 544).
Jener krankhafte, blödsinnige instand der menschen,
von denen es heifst, die elbe haben es ihnen angethan
(s. 430), ist unverkennbar analog dem besesgenwerden von
teufeln. Die Verschiedenheit beruht darin, dafs nach heid-
nischer ansieht einwirkung der geister blos von aufsenher
statt fand, nach jüdischer, morgenländischer und christlicher
aber die teufel in den leib des menschen einkehrten und,
wenn der zauberhafte zustand aufhören sollte, förmlich
aasgetrieben werden musten. es trat wirkliche incarnation
(s. 314) ein, und wir reden von eingefleischten teufein.
Saul ist vom bösen geiste besessen. In Nalas, als er
sich verunreinigt hatte, gieng der dämon Kalis ein, ent-
wich aber endlich wieder und trat in einen bäum über
(Bopps Nalas s. 234. 267. 196. 198). Schon unser frühes
mittelalter liefert beispiele: so war Carl, könig Ludwigs
söhn, teufelbesessen (Pertz 1, 495)*). Heidnisch ist es,
■ ■ '» I 1^.^— <— ^^»
die. Terbindong bildet aber auch einen gegensatz zu der 8. 14. 15
erörterten: gott und tcA, gote und mir. merkM'urdig Renn. 1745:
*deni üiioe/ Ton drst und darnach goU.*
*) Tita 8. Godehardi (f 1038) : in ciTitate Ratisbona quodam tem-
pore aanctua G#debardui morabatur , pro negotio forsan sui mona-
steril; ubi quaedam oh$es$a a daemonio ad eum ducebatur, ut aana-
retnr ab eo. Quam yir dei inspiciens ait: 'responde mihi immunde
Spiritus ad ea quae a te quaero. quid hie agis in creatura dei?' at
daeman ait : 'pleno jure est anima ipsius mea , quod incantatrix est
et per eam multas animas lucralus sum.* et alt vir sanctos: 'quare
propter ineantoHonem tua est?* et daemon ait: ^nonne legisti quia
dominus fiUUmeM, divinoa et ineaniatares jussit exterminari. quid
enim tales faciunt, nisi quod mihi meisque principibus deservluot?
idololatrae enim sunt, yix enim aliquos taoto jure possidere possumus,
quanto bujusmodi Titiis irretilos. numquid ignoras quod inter mitte
ineaniahiees ant divinot tix nna iuTenitur, quae Tel qni velil boc
Tilinro confiteri? sie enim ora ipsorum claudimos, at de talibus loqui
nihil Taleant quoTis modo.* der bischof yerlreibt den daemon: et
sie Spiritus ille malignus abscessit, et molier ut mortua cecidit sed
Tir sanctus subito eam erexit, erecta yero publice yitium ineania-
lümtf , quod dodum muÜoHes perfeeerat, cum lacrjmis est oonfessa,
quam et yir sanctus sohit.
906 mVBL
Aäb elbe den metisoben kinder stehlen und ihre wechsel*-
bälge an deren stelle tragen (s. 437), unheidnisdb tber,
dafs der teufet in dem wechselbalg steckt (Zeno 58 fit).
Diese teufelbesessenen gleichen wiederum den Wohnungen
und häuserU; in welchen sich poltergeister festgesetzt ha-
ben (s. 481) *). Als frühes beispiel hiervon mag Grendel
aus dem Beovttlf angeführt werden, der die kOfiigshaUe
durch seine nftchtlichen besuche stört, teufelbesessen (ar-
reptitius, daemoniacus), der den teufel im leibe hat^ drückte
die ahd. spräche aus durch ßmanum (eingenommen) 0. III.
14. 107; mhd. Wil gar eemomen ich dö lac', ohnmftchtig,
bewustlos, fragm. 46^; Hher diufal ist ku inne^ 0. DI. 10,
12; ^gramon in giwiiun^ (s. 943); altfrana. 'maus esperis
li est el cors entr^s*. Garin p. 280. Hucolwinntc , Hiwol--
fDÜinanä (gl. mons. 337. 391. Doc. 239), wol auch durch
HuMlsioh, ags. deofolseoc, O. III. 14, 63 Mhie mit diufele
u>fmnun\ die mit dem teufel zu schalTen, zu kämpfen hat-
ten, von ihm besessen waren. H. Sachs braucht in sol-
chem sinn 'wütig und tvinnig 1,481^ IV. 3, 16^ Im 13 jb.
war die Vorstellung gäng und gäbe: ^besan sie der välant.*
Uolrich 74"*; 'nu var hin, daz hiute der tievel üa dir kalt
Ben. 440; ^der tiuvel war im in den muntf Reinh. 1642;
'var du dem tievel in die hantl' Reinh. 852; 'der tiuvel
var dir in den bald' Morolf 1210; ^der tufil muez im
durch das herze varn!' grundr. 314; Hüsent tiuvel ü% dir
bellen r MsH. 3, 259^ Noch heute sagt man: 'ein böser
geist hat aus ihm gesprochen.' 'ich w®n der tiuvel ü%
beiden lüge.' Reinh. 309, 520.
Die letztangeführten werte führen auf seine lügenhaf-
tigkeit. er ist nach der h. schrift ein tater der lügen.
'tievelltchen gelogen^ heifst es Nib. 2167, % wie, wenn
in jenem etitstellten dän. Loke löjemend^ lovmand (s. 225)
auf lyve (mentiri) prät. löi angespielt, oder wirklich Ver-
wandtschaft zwischen lüge (mendacium) und jenem legi
(feuer, wind) annehmbar wäre? wind bedeutet uns falsche
angäbe, liige, Windbeutel einen lügner. ein dän. Sprich-
wort sagt : 'lögn er et skadeligt uveir' (mendacium est tem'-
pestas nociva) Saxo gr. ed. Hüll. p. 200. der lügner ist
auch Spötter, daher 'des tievels spol^ Nib. 2182, 2 ; 'daz stnen
spot der tuvel mit den stnen habe.' gr. Rud. 1, 9. nnL 'de
vyand heefl my beet gehad' (hostis me ludibrio babuit).
'] wnstöfl schlofs Tom leufel besessen, dialogi Gresorii magiu
3, 4. gleich qaSIgeistern wirft der teufel «leitte, vgl. Greg, luroo.
▼iiae patr. 1. yita Heimeradi cap. 21.
TEUFEL 069
Orenäeh levllfflche art gemahnt an bhitdöratife was-
aergeister (a. 463). auch wohnt er in maor nnd mmpf
and auoht bei näobilicher weile die achlafenden menschen
heim: com of mAre gongan. Beo?. 1413, flieht 'ander
fenhleoda' (1632). er irmki das bha aos den adem (das.
1478) and gleicht Tampyren, derep lippen Ton frischem
blat benetzt sind« In einer altn. aaga findet aich ein fthn-
licher dfimoni Orimr cßgir genennt, weil er im wasaer
wie auf dem lande gehen kann, er speit gift und feuer,
trinkt das bkU aus menschen und thieren (fornald. sog. 3,
241. 242).
Wann im mittelelter ist die idee förmlicher MudMsse
and vertrage entsprangen, die der teafel mit menschen
schliefst? anglücklichen, verzweifelnden verspricht er auf
gewisse jähre zeitliche guter, bedingt sich aber dafft)* nach
verlauf der frist ihre seele und besteht auf einer, gewöhn-
lich mit dem blut der menschen bewirkten handfeste, dies
scheint unheidnisch, und erst erdacht, nachdem die römi-
sch« form der Chirographe in Europa überhand genommen
hatte. Vortheilhafte vertrage strebt auch der nordische
teufel einzagehn *) , doch niemals schriftlich. Die berühm-
teste vielfach erzählte **) fabel war die von dem vicedomi-
uns Theophilus. bekannt ist, dafs von Gerbert, dem nach-
herigen pabst Silvester 2 (f 1003), die sage gieng, er habe
sich dem teufel ergeben (anon. leobiens. b. Pez 1, 763).
Das Annolied hat str. 46. 47 die geschichte eines gewissen
Volprechty der sich dem teufel ergibt. Ottocar cap. 335
meldet eine andere sage. In den meisten solcher legenden
geht der teufel zuletzt doch seiner beute verlustig und wird
gendthigt die verschreibung herauszugeben, der mensch
••y
*) der iötuno [s. 514). das geschSft beifst ein kauf.
^) der Torgang selbst wird in dea aoraag des sechsten jh. gesellt.
die älteste bearbeitong, so viel ich weifs, liefert Hroswithas sedieht:
lapsos et conversio Theophili Tieedomioi (opp. ed. Schonfleisch p. 132
— 145), also aus der iweiten hilfte des 10 jh, Nicht Tiel spIterClIlt
die erwShaang des Folbertus carootensia (•{• 1029) opp. Paris 1608
p. 136. Eine historia Theophiü metrica soll Ton Marbod (f 1123)
herrährea aad steht in dessen werken (ed. Beaugeodre p. 1507—1516).
in Harlmannes gedieht von dem gelouben [t^n^ dem 12 jh). kommt
die aage vor i. 1927 — 1008. Berceo(f 1268) spielt blefs darauf an
in den milagros de Maria str. 276 und im doelo de Maria atr. 194,
ebenao ein mhd. dichter (altd. hl. 1, 79). Die gröfste Terbreitung gab
ihr Vincentins belloyac. im sjpec. bist. 22, 69. Ratebenf behandelte
•ie dramatiach (Legrand 1, 3i3, jetit gedr. In Jabinals anag. 2,'79—
105 und in Micfaela thöatre francait l3o ^ 156, wo auch noch andere
liter. nachweiaudgen)» spiterhia aaoh ein niederd. dichter (Bruns p. 389].
970 TEUFEL
hat zwar gott verleagaet, aber der himmlisdien Jungfrau
nicht abgesagt, und dafür gewährt sie beistand. In einer
schweizerischen volkssage hält sich der teufel ans, dab
sein paciscent nie mehr das evangelinm Johannis hersagen
(de Hänseier uf der lalle ummedrfillen) solle, wird aber
hernach zu schänden, weil es der arme hirtenbube toIU
ständig pfeift Ein andermal ist dem bösen feind rtick-
zahlung des Torgestreckten geldes dann versprochen, wann
das laub abfalle; als er nun zur laubfallzeit sich einstellt
und auf den vertrag dringt, werden ihm bäume vorgehal*
ten, die in der kirche mit laub ausgehaueii stehn (KM. no.
148) oder tannen und fichten (Woycicki klechdy 1, 149).
Überhaupt gibt es noch mehr als ein mittel, den armen
teufel um sein förmliches recht zu bringen. Wer sich ihm
verbuiiden hat, und sieben jähre lang weder wäscht no(^
kämmt, wird ihn wieder los; oder er braucht nur zu ver-
langen, dafs der teufel ein bäumchen wachsen lasse, denn
das vermag er nicht (abergl. no. 626). Jenes ist die sage
vom bärnhäuter (Simplicissimus 3, 896. KM. no. 101) oder
dem russigen bruder (KM. no. 100): der bärnhäuter mufs
sieben jähre im dienst des teufeis eine bärenhaut statt des
mantels umhängen d. h. ein faules, thatenloses leben fah-
ren (vgl. oben s. 962 die dem teufel dargebrachte bären^-
haut), fast immer sind sieben jähre bedungen, die man bei
ihm in dienst und lehre auszuhalten hat *).
Wichtiger für unsre Untersuchung ist, dafs in einigen
altn. sagen gerade so von einem gefaz Odhi geredet wird
wie im christlichen MA. von dem sich verschreiben oder
geloben in die band des teufeis, gefa scheint sogar der
passendste ausdruck, weil der freie, der mit seinem willen
in dienst und knechtschaft geht, sich gibt, ergibt: giaf|)rflBl,
servus dedititius (RA. 327). begeben gilt mhd. von den
Jungfrauen, die sich in die kirche geben. Die Olaf Trygg-
vas. saga meldet, könig Eirtkr von Schweden habe sich
dafür dem Odinn gegeben (at bann gafsc 0dm) , da/s er
ihm iehn jähre lang sieg verleihen solle, fornm. sog. 5,
250 und 10, 283, in welcher zweiten darstellung Oddiner
ein teufel heifst. (auch 10, 303 ein diöfull med äsiAno
OiiinSj der wie 0. aussieht). Dafs der alte siegsgott hier
zum bösen feind herabsinkt, ist nach dem gesichtspunct
der sage in aller Ordnung, es fragt sich nur, ob die
*) Mones anz. hy 176. in eiD«ai mhd. gedieht (fragm. 20^) wird
einem alten greis zngerufen : 'dtn hnodert jAr sint na konea tue
wiben jdrm tz erwegeo, da« dta der Uufd müeie pflegen.*
TKUnt 971
Verleihung' auf lehn jähre , nach deren verlauf der könig
dem goU gehören soll, aus christlichen teufelsgesehichien
ttbernonunen oder schon in heidnischer ansieht zu begrün-
den ist? dann könnten umgekehrt dergleichen heidnische
Überlieferungen unter Christen die sage von teufelsbünd-
nissen veranlafst haben, einer blutverschreibung gedenken
freilich die nord. quellen so wenig als des abholens nach
dem verfall.
Wie man dem teufel rufen kann, wenn man mit ihm
zu schaffen haben will, lehrt ein dftn. abergl. [no. 148):
man gehe dreimal um die kirche, bleibe das drittemal vor
der kirchthür stehen und rufe ^omm heraus I' oder pfeife
ihm durchs Schlüsselloch, gerade so werden sonst geister
der värstorbnen aufgerufen (anh. s. lvi). Der ku$f den man
dem teufel zur huldigung leistete, kommt erst bei kelzern
und den späteren hexen vor und scheint dem weltlichen
bomagium abgesehn oder Verdrehung des christlichen bru-
derkusses bei der adoration.
Wenn von dem teufel erzählt wird, ;der seinen freun-
den und günstlingen geld oder getraide iuträgtf so nä-
hert er sich gutmütigen hausgeistern oder elben, und hier
ist auch nie von verschreibung noch von gottesverleugnung
die rede. Meistens sieht man ihn als feurigen drachen
durch die luft und in Schornsteine fahren (abergl. no. 6.
253. 520. 522. 523. 858). die Ehsten unterscheiden rothe
und dunkle wolkenstreifen (abergl. 102], ebenso die Litthauer
den rothen und blauen alb (abergl. no. 1). Die Lausitzer
erzählen von einem kamdrachen (zitny smij], der seinem
freunde den boden füllt, von einem milchdrachen (miokowy
smij), der für der wirtin milchkeller sorgt, und von einem
reichthum bringenden gelddrachen (penezny smij). Die art
und weise seiner habhaft zu werden ist folgende: man fin-
det heute irgendwo einen dreier liegen, nimmt man ihn auf,
so liegt morgen ein sechser an derselben stelle, und so
steigt nach der jedesmaligen aufnähme der werth des ge-
fundenen bis zum thaler. Wer nun geldgierig auch den
thaler greift, in dessen haus findet sich der drache ein. er
verlangt höfliche behandlung und gutes futter (wie ein haus-
geist); versehen es wirt oder wirtin, so steckt er ihnen das
haus über dem köpf an. Ihn los zu werden ist einziges
mittel, jenen thaler zu verkaufen, allein unter seinem werthe,
so dafs es der käufer merke und stillschweigends einwillige *j.
Nicht anders als beim alraun oder galgenmännlein (s. 480).
*) lausitz. monatsscfar. 1707. p. 755. 756«
972 TKDFSL
Ausgegeben kehren solche heeheOuüer immer wieder zmrttck
(«bergl no. 781).
Nirgends aber stellt sich der teufet heidnischer dar als
wo er an die stelle der alten riesen getreten ist, beide rie-
San und teufel verfolgt der donnergott mit seinem hammer,
und wie der schlafende riese von Thors miölnir wird der
teufel von des schmids hammer getroffen (s. 963)*); der
teufel mit den drei goldnen haaren (KM. no. 29) wurde
schon s. 224 dem altn. ügartMlocus gleichgestellt. zuid^bI
aber riesisch erscheint er, wo ihm das volk ungeheure fron-
ten und steinwürfe beilegt: er behauptet dann ganz die
mftchtige, zürnende, ttickische und plumpe natur des iötunn
(s. 500. 510 - 316), der dumme teufel gilt wie der dum-
me riese (s. 495). die erbauung der christlichen k'irchen
ist ihm verhafst, er sucht sie zu zertrümmern; sein plan
wird aber jedesmal von einer höheren gewalt oder durch
überlegene list .der menschen vereitelt. Gleich dem riesen
zeigt er sich oft selbst als erfahrnen baumeister, welcher
eine bürg, brücke oder kirche aufzuführen unternimmt und
sich zum lohn die seele dessen ausbedingt, der den neuen
bau zuerst betritt.
Was dort von dem riesen wird hier von dem teufel
erzählt: an die stelle des milderen motivs tritt dann meistens
ein herberes, grausameres, der riese pflegt bei seiner
baute noch einen gesellschaftlichen, nachbarlichen zweck zu
haben (s. 502. 511), der teufel will dadurch blofs schaden
stiften und Seelen gewinnen. In Norwegen gibt es viele
sagen von riesenbrücken. der jutul liebt eine huldra auf
der andern seite des wassers; um sie trocknen fufses be-
suchen zu können, baut er eine brücke, doch die aufgehen-
de sonne hindert ihre Vollendung. Faye 15. 16. ein ander-
mal wollen sich zwei jutule ihren besuch erleichtern und
unternehmen den brückenban. auch über den Main hatten
die riesen vor eine brücke zu bauen (s. 514), die Ursache
wird nicht mehr erzählt. Wenn der teufel die brücke
baut, so ist er entw. von menschen dazu gezwungen
(Thiele 1, 18), oder strebt einer seele nach (deutsche sag.
no. 185. 336), mufs sich aber mit dem hahn oder der gemse
begnügen, die man wolbedächtig »uerst über die neue
*) dem widerstrebt nicht, dafs in andern sagen amgedreht dem
tenfel des Donner$ roHe mit hammer und keil übertragen ist oder
auch die des schnUedeSf des hinkenden Hephästs, ein prediger des
14 jb. (Lejser 77, 10] redet top der äbeln teufela UoMlge».
TEUFEL 973
brücke laufen liefe ^. Bin Schweizer Urte konnte mH
seiner heerde in der waldschluchl nicht über den bach
treiben nnd wflBSchte, dab ihm der teufel eine brücke
darüber baue; sogleich erschien dieser und erbot sich zum
werky wenn ihm zufallen solle, was zuerst über die brücke
gehen werde: eine ziege war es, die voran gieng. (Tobler
214«). Nach einer frenzös. tradition hat er sich jedes
dreizehnte wegen, das immer über die brücke geht, aus-
gehalten, und schon eine menge menschen und thiere in
seine gewalt bekommen, bis sich ein heiliger mann, eis.
drdzehnter, ihm entgegenstellt und ihn besiegt (m6m. de
l'acad. celt. 5, 384) ••). Auch der kirchenbauende teufel
hat sich die seeie des ersteintretenden bedungen: man
Mfst einen wolf durch die thür springen (deutsche sag.
no. 186), zornig filhrt er oben durch das gewölbe und
eine öfnung bleibt zurück, die niemand zumauern kann,
dieser zug findet sich deutsche sag. no. 181. 182. Auf ber-*
gen baut er mülen und zerstört sie wieder (das. no. 183.
195) •••). Merkwürdig ist seine weUe mit dem kirchen-
baumeister zu Cöln: er wolle eher einen bach von Trier
nach Cöln leiten +), als der dom vollendet sein werde (das,
no. 204). ebenso wettet eine riesin mit dem heil. Olaf,
bevor er mit seinem kirchenban zu stand komme, eine
steinbrücke über eine meerenge zu legen; aber noch war
die brücke nicht halb fertig, als schon der glockenklang
aus der heiligen kirche erscholl, erbittert schleuderte die
riesin ihre bausteine nach dem kirchthurm, konnte ihn
aber nimmer treffen; de rifs sie sich eins ihrer beine aus
und warf es gegen den thurm. nach einigen soll sie ihn
damit gestürzt, nach andern aber verfehlt haben; das bein
fiel in einem sumpf nieder, der noch heute giögraputten
heifst (Faye p. 119). glockenklang hassen zwerge (s. 428),
^) es ist rathsam in ein neuef baos , eh man es betritt , eioe
katze oder einen hand laufen la lassen (abergl. no. 499).
**] der teufel wird hier in einen iburm geschlossen, aus dem er
zwar oben ausfahren, Uglich aber nur eine stufe auf der thurmtreppe
steigen soll, die ihrer 365 zihlt, so dafs er den weg erst binnen
Jahresfrist zuräeklegen kann.
***) eines berges temfdaiMn beim Ursprung des fldfschens Alp
gedenkt Dambeks geogr. pagor. p. TO, einer mmla genannt dwMhmlm
ei Soest Seibertz'i, 622. Bechsteins Franken s. 107.
*]-) damit ist d^e aUrömische Wasserleitung angedeutet (Gelenias
de admir. Col. p. 254), Ton der es gleich sagenhaft im Annoliede 510
heifst: Triere was ein bürg alt, si zierte R6mAre gewalt, dannin
man undir der erdin den wIn santi yerre mit iteinia ripnin den
h^rrin al ci minnin, di ci Golne wArin sedilhaft.
874 TEUFEL
riesen (Faye p. 7. 17. Thiele 1, 42) und teufel*), und vor
ihm weichen sie aus dem land: alle diese sagen drttclien
den sieg des cbristentbums aus. der teufel schleppt die
gloeke aus den kirchen weg (deutsche sag. 202); anfangs
weifs er nicht, was das neue gebftude werden soll, und
läfst sich durch ausweichende antwort beschwichtigen (das.
no. 181), steht aber die kirche fertig, so sucht er sie
mit steinwfirfen zu zerschmettern. teufeUsieine heifsen
entw. die er zum bau tragend aus der lufl fallen liefs, oder
die er sein begonnenes werk zerstörend auf berge trftgt,
oder die er nach der kirche geworfen hat (das. no. 196.
198. 199. 200. 477). nordische sagen von steinen, die das
riesengeichlechi gegen die erste Christenkirche schleudert,
hat Thiele 2, 20. 126. 127. Faye p. 16. 18 ; eine shetlän-
dische Hubert p.433. häufig stehen solchen felssteinen die
finger der hftnde des teufeis eingedrückt; ein stein, auf dem
er geschlafen, zeigt die spur seines ohrs (deutsche sag.
no. 191). bei Limburg unweit Tttrkheim in der Pfalz liegt ein
solcher stein, der böse trug ihn heran, um ihn nach der
kirche zu schleudern, es war aber noch ein junger teufel,
der unter der schweren bflrde ermüdete und sich darauf
zu schlafen legte ; seine gestalt drückte sich dem felsen ein,
darüber verschlief er die rechte zeit, binnen welcher der
wurf hätte geschehn müssen. Im Durbacher thal liegen
auf einem hügel des Stollenwaldes eilf grofse steine, den
zwölften gröfsten trug der teufel fort, um damit die Wen-
delskirche zu zerschmettern; er war damit schon durch
das Rappenloch bis auf die mitte des Schiehald gefahren,
wo er die last ablegte und ausruhen wollte, nachher aber
konnte er den schweren stein nicht mehr aufheben, so
dafs sein spitziges ende im berg haften blieb; man sieht
noch daran das runde loch, welches der schulterknochen
des teufeis hineingedrückt hatte, ^o blieb die kirche ver-
schont, der teufel fährt aber noch manchmal auf dem
platze mit sechs geifsböcken und man hört ihn mitternachts
mit der peitsche knallen (Hones anz. 3, 91). Teufelsmauern
erklärt das volk so, der teufel habe damit die grenze sei-
nes reichs abschliefsen wollen (deutsche sag. 188), er wird
hier als der beherscher eines benachbarten, feindlichen
reichs (eines iötunheimr) gedacht, ja als im streit mit gott
um die erde begriffen: beide theilen sich zuletzt hinein
und der teufel baut die abgrenzende mauer (das. no. 189).
*) man Mutete im MA. die glocken gegen das gewitter (den
heida. Donar) und gegen den teafel.
TBUFBL 97»
Diese ieufemoäüe and teufelsgraben gewinnen aber ffir
uns gleich erhöhte bedeutsamlieit. das Tolk nennt die
rdmischen festungswerke in Baiern, Schwaben, Franken
und der Wetteraa nicht nur teufelsnauern, sondern auch
pfalgridfen^ pohlgraben ^ pfaUtöbel, ja ganz einfach den
pfalf pl. die pfäUj was man aus pfähl, palus, einem schon
früh in unsre spräche aufgenommnen lat. wort (Graff 3,
331) deutet doch in diese mauern sind nur steine und
Ziegeln, keine pßUe verwandt; richtiger scheint es die be-t
nennnng wiederum auf Phol zu ziehen, wofür deutlich
spricht, dafs in der Wetteraa die form Wulsgraben vor«*
kommt*), eine btofs erweichte ausspräche statt PAiife-
graben, wir haben schon verschiedentlich erkannt, wie
nol, PfeU^ Pfui wechseln. Noch mehr, die teufelsmauer
heifst auch hin ond wieder der schweingraben , und eine
merkwürdige schwäbische volkssage meldet, er sei nachts
von einem gookelhahn und einem schwein in dem erd-
boden aufgehackt und aufgewühlt worden**), weist das
nicht unverkennbar auf pfol den eher (s. 948)? ich zweifle
kaum es werden sich aas Volksüberlieferungen und ört-
lichen namen weitere bestfttigungen ergeben. Christnaohts
soll der teufel auf der teufelsmauer einher fahren (abh.
der Münchn. acad. 1, 23 vgl. 38), wie in den zwölften fast
alle heidnischen götter sich rühren. Nicht zu übersehen
ist, dafs auch in solchen gegenden tenfeUgraben j dükeri''
graben vorkommen, z. b. in Niederhessen, wo gar keine
römische mauern gezogen waren ; alle auffallenden stein-
felsen und mauern werden von der phantasie des volks
entweder auf riesen und teufel, oder auf Römer (s. 75)
und Hellenen (s. 501) zurückgeschoben. Ein felsstück, um
seine gewaltige stfirke zu zeigen, setzt der teufel sich auf
als hat, da naht der heiland und steckt denselben stein an
seinen kleinen finger (deutsche sag. no. 205), gerade wie
ThArr den riesen überbietet (s. 512); sicher eine uralte er-
findung. Nach der bibel ersonnen scheint mir aber, wenn
des heilendes und teufeis fufsspuren in hohen felswftnden
gezeigt werden, von wo der Versucher seinen herrn die
unten reizend ausgebreitete gegend gewiesen und angebo-
ten habe (deutsche sag. 184. 192)***). hervorragende fels-
*J Dieffenbachs WeUeraa s. 142.
*') Preschers bist. bl. Statur. 1818 s. 67. da wo der wall sich
über den Kocbersberg an den Mnrrflnfs liebt nennen ihn die land-
leute allgemein den scbweingraben.
***) Ülriobs in seiner reise dureh Griechenland 1, 44 ibeiU die
sage mit' ron einem teufelsstein (legjiri), wo der teufel predigt«
(iloj'o« sprach).
976 TEDFB£
kuppen heirsen 1eufebhan»eln (SUild. 2, 85. kftnseli, fluhktn-*
zel], da soll der böse fekid dem rersamtnelteo volk gepre-«
digt haben (deutsche sag. no. 190. Bechstein 3, 222); viel-
leichl stand da vorzeiten ein heidnischer priester oder ein
götterbild? oder waren es nichts als alle Wuotam$berge1
tmfeUbeM lassen sich den Bronhildebetten und ähnlichen
zur Seite stellen.
Hier mag noch einigen ausführlichen mittheilungea
räum gelassen werden. Der tenfel wird als ein gewalt-
thätiger riese Torgestellt, der seinen zoll und zehnten
nehme: bald eignet er sieh den er$ten zu, der über die
brücke geht, anderemal den letzten, so liefs er von der
glttcksscheibe (s. 827) alle jähr den letzten schüler herab-
fallen*) und nahm ihn für sich. Nach einer spanischen
sage war zu Salamanca eine grufk, in welcher er allezeit
sieben schüler unterhielt mit dem beding, wenn sie völlig
ausgelernt hfitten, müsse der siebente das gelag zahlen.
Als er nun einmal seine schnle entliefs und dem letzten
lehriing zu bleiben gebot, zeigte dieser auf seinen schatten
mit den werten 'der ist der letzte I' da muste der teufel
den schatten nehmen ^ und der entschlüpfende lehriing
bUeb sein lebenlang ohne schatten. Jamieson meldet ge*
naueres als schottischen aberglauben: losing ones shado,w
arrives to such as are studying the art of necromancy.
when a das oi students bave inade a certain progress
in their mystic studies, they are obliged to run throngh
a subterraneous hall, where the devil literally catches Ae
kuubnost in the race, unless he crosses the hall so speed*-
ily, that the archenemy can only apprehend Ais skadato.
In the latter case the person of the sage never after throws
any shade, and those who have thus lost their shadow
always prove the best magidans. Der teufel wird um die
beute betrogen und mufs mit dem blofsen schatten vorlieb
nehmen, wie der unehrliche bei der scheinbufse (RA.
678) ••).
Jene bedeutsame norrifindische 4iage von dem Hegen
Wind und Wetter (s. 515), dessen berübrung mit dem
teufel durch die bemerkungen s. 951.965 aufser allen zwei-
fei gesetzt wird, erzählt Thiele 1, 45 folgendergestalt Esbern
*) 'da na eiaer ius teofela reder sefte oder gar in tiimpf gefal-
len were, oder dea toda achwaden hatte ihn eigriffoDb* MatBeaioa
140b.
*') ChamisBoa eniblung wird aich, ihrem weaen naoh« auf eine
ihnliche sage atatsen. Von dem haaageiat Voll mar aab man umge-
kehrt nichta ala den achaUen (a. 477).
TSOrSL 977
Siiare wollte Kalludborgkircke baaen, seine mittel reichien
oichl BuSj d« Tergpracli ihm ein iroU beistand unter
der bediagungy dafSi wenn die kircbe fertig sei, Bsbern
des Irolds naaien nennen fcöimei sonst aber ihm mit sei-
nem hersen und seinen sogen verfalle, die arbeit wurde
rasch gefördert; ak nur eine halbe seule fehlte, fing es
Bsbern an u bangen, dafs er noch nicht des troids namen
wttste. sorgYoH und betrübt gieng er auf dem feld um-
her, da hM er ia der hdhe eines felseos einer troldfrau
stimme, 'still, still, mein kind^ morgen kommt dein valer
fim und bringt dir Esberns Snares äugen und herz zum
spielxeugl' getröstet kehrte Esbern heim; als er in die
kirdie trat, trug der trold gerade die noch mangelnde
Steinseule herbei, da rief ihm Esbern grttfsend den namen
Fm! zu. erbittert fuhr der trold mit dem halben pfeiler
in die lufl: deshalb steht die kirche nur auf viertehalb
seulen. Fumr ist 'eddischer name eines zwergs. Die
deutsche sage'(s. 514) hört man in Niederhessen so: ein
bauer auf der Elienbach (am Sandershäuser berg unweit
* Cassel] hatte so viel getraide einzuernten, dafs ers nicht
wüste unterzubringen: seine scheuer war zu klein, eine
gröfsere zu erbauen fehlte ihm das geld. nachdenklich
und sorgsam schritt er durch seine felder, da trat ein
altes graues manschen auf ihn zu und fragte nach der
Ursache seiner traurigkeit. der bauer gestand ihm seine
bekfimmernis , das graumätmchen lächelte und sprach:
'eine scheuer wollte ich dir wo! schaffen, so geräumig,
dafs du alle deine frucht in sie ernten kannst, und eh
morgen der tag graut soll sie fertig auf deinem hof stehen«
wenn du mir verschreiben willst, was du noch ton Der-
borgnem gut besitzest'^). der bauer dachte an schätze
unter der erde, die ihm nichts helfen konnten, solange sie
nicht gehoben waren, und gieng den angebotnen ver-
trag ein; erst beim abschied nehmen sah er einen kuhfu/s
und pferdefufs unter dem grauen rock vorragen. Nun
kam der bauer heim und erzählte seiner frau, was ihm
auf dem felde begegnet war; 'ach gott, was hast du ge-
than? ich trage ein kind unterm herzen, das hast du dem
*) E4mr (der hut, der fraah«4) d.i. Oäinn (s. 133) begehrt yon
der bierbraaandea Geirhildr, der er seigeo speichel (Tgl. s.855) lur
hefe gegeben hat, was Bwiscken dem fafs und ihr war, d. h. das kind,
womit sie schwanger geht, fornald. sog. 2, 26. Der wilde wdlrahe
{%. 049) Tertaagt von der kftoigin: <M dm hmver mukr heUe dif, was
da unterm gurtel trSgst D. V, t, 187. Schon dieses eiaeo sugs
halber hdte ich die hessische sage för heidniachea ursprongs.
Grümm» «yfiUl. 8> tnugmbe» 62
978 TEUFEL
bösen verschrieben/ Als es dunkelle, erhob sich auf dem
bauerhof ungeheurer lärm, fuhrleute, zimmermfinner, maurer
arbeiteten untereinander, der teufel als baumeister leitete
das ganze werk, das sich mit unerhörter Schnelligkeit för-
derte; wenige stunden, und die Scheune stand schon anf-
gezimmert, das dach wurde gedeckt, die wände ausgefällt,
nur einige gefache lagen offen. Da schlich sich die listige
frau, in ihres mannes kleidern. Ober den hof ins htthner-
haus, schlug in die Hände und ahmte den kahnkrai
nach, alsobald erkrähten alle hähne in der reihe, alle
bösen geister eilten brausend davon, nur ein giebelfach
der neuen scheune stand leer: einen fuhrmann, der eben
noch mit vier fuchsen einen grofsen stein herangefohren
hatte, grif der teufel und zerschmetterte ihn mit rossen
und wagen an der scheuer, seine gestalt wurde zum an-
denken auf dem selben stein abgebildet und ist heute da
zu sehen, den scheunengiebel hat keine menschenhand
schliefsen können, was man bei tag zubaute fiel über
nacht wieder ein*). Der borg auf welchem der gntu-
mann dem bauer zuerst erschien, heifst ievfeUberg. Un-
weit Römhild liegen die Gleichberge, hohe basalthtlgel,
der eine auf seinem gipfel von doppeltem kränz unordent-
lich gehäufter steine umgeben, hier führte einst der teufel
eine mauer um die bürg eines ritters und hatte sich dafür
des burgherrn tochter bedungen, aber frühe vor tages-
anbruch patschte des fräuleins amme ihre hände laut auf
dem knie zusammen, da erhrähten die hähne und der
teufel verlor die wette, erbost zerstörte er sein eigen
werk, darum sieht man nur trümmer der mauer. Nach
andrer erzählung (Bechsteins Franken s. 261) war die
amme, welche den bund belauscht hatte, frühmorgens mit
verdeckter lampe zum hühnerstall geschlichen; als der
hahn plötzlich das licht sah, meinte er es werde tag und
krähte überlaui^^). Ein müller zu Coslitz litt an wasser
mangel und der teufel versprach, die müle vor tagesan-
bruch, ehe der hahn krähen werde, mit ausreichendem
wasser zu versehn, wogegen ihm der müller seine schöne
tochter zusicherte, in einer nacht nun brachte der teufel
den graben von der Elbe bis Coslitz fast zu stände, da
gereute es den müller und er soll durch nachahmttng des
hahnschreis^ nach andern durch klopfen auf sein schürst'
*) wie 10 allen kirchen das loch, wodurch der teufel autgefah«
reo, offen bleiben mufs.
**) derselbe lug in einer Ihäriog. sage bei Bechslein d, 224.
TEUFEL 1970
feil, den hahn za vorhrfihem krähen veranlarst haben,
worauf der teufel zornig davon fuhr and der graben un-
vollendet blieb (mitth. dessächs. Vereins. Dread. 1835. 1,
11). Zn Geertsbergen in Westflandern geht ähnliche sage
X von einer teufelseheune (duivelschuer), auch hier rettet
den bauer seiner frau list: lang voor dat de haen gewoon-
is te kraeyen spreng zy het bed uit en liep naer buiten,
waer zy een onnoemlyk getal werklieden bezig zag met
de schuer op te maken, aen dewelke nog siechts een ge-
deelte van den zymuer ontbrak. zy plaetste hären mond
iu$$chen hart handen en schreeuwde zoo schel als zy
maer kon: koekeloren haenl en alle de hauen in de rondte
lieten hnn eerste morgengeschrei hooren. het werkvolk
was verdwenen, en de schuer stond er, doch met dien
onvoltrokken gevel; men heft herhaelde malen beproefd
het gat te stoppen: telkens komt satan het's nachts open-
breken, uit weerwraek dat de ziel van den boer hem zoo
loos ontsnapt is*).
Die Bhsten nennen den knecht, welcher über scheune
und getraide die aufsieht hat, riegenkerl. ein solcher rie»
genkerl safs einmal und gofs knöpfe, da kam der teufel
gegangen, grüfste und fragte, 'was machst du da ? 'ich giefse
äugen.' 'äugen?, kannst du mir auch neue giefsen?' 'o ja,
doch jetzt sind mir weiter keine zu band.' 'aber auf ein
andermal willst du es wol thun?' 'das kann ich,' sprach
der riegenkerl. 'wann soll ich wieder kommen?' ^wann
do willst.' Den andern tag kam der teufel, um sich die
äugen giefsen zu lassen, der riegenkerl sagte: 'willst da
grofse oder kleine?' 'recht grofse.' Der mann setzte nun
eine menge blei zum schmelzen auf und sagte: 'so kann
ich dir nicht giefsen, du must dich erst festbinden lassen.'
darauf hiefs er ihn rücklings sich auf eine bank legen,
nahm dicke, starke stricke und band ihn ganz fest. Als
der teufel festgebunden war, fragte er, 'welchen namen
führst du?' ^Issi (selbst) ist mein name.' 'das ist ein
guter name, keinen besseren kenne ich.' Das blei war
nun geschmolzen, der teufel sperrte weit seine äugen auf
und gedachte neue zu bekommen , des gusses wartend,
'jetzt giefse ich ,' sprach der riegenkerl und gofs dem teufel
das heifse blei in die äugen; auf sprang der teufel mit der
bank am rücken und lief davon. Im feld pflügten leute,
bei denen er vorüberlief, sie fragten 'wer that dir das?'
*) kunst en leUerblad, Gent 1840 p. 7 and danach Wolf no. 187»
welcher no. 186 und anm. s. 686 ähnliche tagen miUheilt.
62 •
980 TEUFEL
der ^ufel antiirortele 'issi teggi' (selbst thats). da lachten
die leote und sprachen: 'selbst getban, selbst habe/ Der
ieufel starb an seinen neuen äugen und seitdem sah man
keinen teufet mehr^). In dieser sage ist der teiifel mehr
ein tölpisoher riese, als der böse feind des menscheng«*
schleehts; seine Uendung und der name Issi gemahnt an
den homerischen Polyphem und OvitCj wie an den Depöghöz
des Orients (s. 521). auch im kindermfirchen (2, 481 vgl.
altd. bl. 1, 122) werden dem rtesen die äugen mit öl aus*
gegossen, und litth. heifst der teufel ahkOUf der blinde, ge*
blendete. Wenn andere ehstniscbe Überlieferungen den don^
ner daher erkiftren, dafs der teufel von gott verfolgt und
In felsen llftohtend niedergeschmettert werde (abergl.6]. 64);
so gleietit auch hier gott dem nord. Tb6rr, der teufel einem
von ThArr erlegten iöttmn.
Es greift in das getriebe der ganzen poesie des MA.
ein, dafs beiden aus ferner gegend ean dem teufel plötz-
lich durch die lüfte zur heimat getragen werden, wo ihre
anwesenheit dringend erfordert war: eine hochzeit steht
bevor, die ihnen braut oder gemahlin zu entziehen droht,
so flihrt könig Carl in der Spagna (canto XXI) auf einem
teufel, der sich in ein res wandelt, in einer nacht aus dem
morgenland nach Frankreich ; spätere sagen lassen ihm da-
für einen enget erscheinen, der ein starkes pferd anzeigt
(DS. no. 439). auch dem edlen Möringer erscheint in glei*
eher noth der engel (DS. no. 523). Heinrich der löwe aber
und Gerhart (b. Caesar, heisterb. 8, 59) fahren mit des ten-
fels hilfe. Schon dafs hier engel und teufel einander ver-
treten können zeigt, dafs ursprünglich kein böser dämon
gemeint ist, es ist kein andrer als TFnoton, der seinen
Schützling durch die wölken bringt (s. 133); so fassen wir
den echten sinn der frage: welcher teufel hat didi daher
gebracht? ein teufel trägt einen canonicus, der sich ver-
säumt hatte, von Bayeux nach Rom zu den melten, und
Klinsor und Oflerdingen gelangen durch denselben zauber
aus Ungeriand nach der Wartburg.
Nichts kündet tieferen grnnd des mythischen Clements
an, als wenn es in die thierfabel übertragen wird, das
ehstniscbe mfirchen von dem mann und dem bftr, wie sie
sich in die ausstelinng und ernte eines ackers theilen
(Reinh. CCLXXXVIR), .nach dem >uch s. 678 wahenden
unterschied des oben oder unten' Wachsens, wird Km.
*) Roseapliiileri beitrage, heft 6. p. 61. wie dar teufel tob ihie-
reo begraben wird, bleibt Uer weg.
TEUFEL 981
no. 180 von bauer uod ieufel und so schon bei Rabelais
buch 4 cap. 45-47 ersählU Rückerts gediefato s. 75 geben
es aus arabischer Überlieferung , deren quelle ich erfahren
möchte» die dän. sage bei Thiele 4, 122 erzählt vom bauer
und trold. In der Normandie weifs das volk noch heutiges
tags vom mont saint Michel^ wie sich der teufel und Mi-
chael stritten, wer die schönste kirche erbauen könne, der
teufel baut eine steinerne, Michael fügt die schönere aus
eis susammen; als sie hernach schmilzt, wollen beide den
boden bebauen, der teufel wählt das obere kraut, Michael
behält das in der erde steckende. In allen diesen sagen
sind bär, riese, troll, teufel die betrognen, wie der iötunn
bei erbauung der götterburg.
Endlich bewft^t die altheidnische natur des teufeis sich
auch darin, dafs nach ihm, wie nach göttern und riesen
(s. 499), thiere und pflanzen heifsen. die libellula grandis,
Wassernymphe, ein zart und schlank gegliedertes insect,
sonst auch verwünschte Jungfer genannt, teufebpferd,
teufebbrauty teufeis reiipferd, dän. fandens ridehest^ auf
der insel Mors ein käfer, meloe proscarabaeus, fannens
rühejsi (Schade p. 215); in der Schweiz die libellula:
teufeknadelj teufelshaamadel; die raupe teufelskatste *).
im thal von Rimella die schwarze Schnecke UufuUnäkke^
ein kleines schwarzes käferchen s^böziös ajo (des bösen
mutter) Albr. Schott s. 334; gegensatz zu dem Marienkäfer
(s. 658), aber auch an teufelsnacfe/ und NMy Lokis multer
(s. 225) bedeutsam mahnend, weshalb Donattode/ (s. 458)
richtig sein und einen bösen flufsgeist bezeichnen kann,
in Holland heifst ein kraut, ich weifs nicht welches^ dui^
f>ek naaigaren, teufeis nähegarn. alcyonium digitatum oder
palmatum: teüfebhandy manus diaboli, diebshand, engl, de-
vils Handy deadmans band, nnl. doode maus band, oude
maus band, franz. main de diablcy main de ladre, de
larron, vgl. Ferneotes folme (s. 220). lycopodium eleva-
tum: teufehklaue. euphorbia : teufehmilch. clematis vi-
talba: teufelsswim. scabiosa succisa: teufebbifs^ böhm.
certkus, adonis: teufebauge. convolvulus arvensis: teufeb-^
dorm u. a. m. **). wahrscheinlich wüste die ältere volks-
*) raupen wegen ihrer hiutang, Terpuppung und slufenweisen
terwandlang aas kriechenden und todtähnlicnen wesen in fliegende
haben etwas unheimliches, geisterhaftes.
**) hjpericum perforatum ieufekßuehi, fuga daemonum, weil es
den teufel Tertreibt 'dosten, harthun, weifse heid thun dem teufel
tieles leid.'
982 TEUFEL
sage noch den nftheren grund solcher benennungen, vgl.
abergl. no. 189. 190. 476. Auch der donnerkeil, das alp-
schofs, hiefs teufebfinger (s. 164. 170).
Auf solche Vielfache weise hat sich ein, in seiner all-
gemeinheit, den Heiden unbekanntes wesen an die stelle
ihrer gottheiten, geister und riesen eingedrungen und eine
menge ähnlicher oder widerstrebender eigenschaften in sich
vereinigt. Dem Wuotan gleicht er als graumann und ge-
mantelter wilder Jäger, der durch die lüfte fährt und trägt,
als Zwietracht aussäend, wdrfelspielend und in seinen dienst
menschen, die sich ihm geloben, empfiingend. an Donar
gemahnt der rothe hart, hammer und keil des teufeis. Phol
und Zio hängt mit dem Sturmwind, jener mit den teufels-
bauten zusammen, die ganze riesiscfae natur und die teuf-
lische haben das meiste untereinander gemein.
ZAUBER 983
CAP. XXXIV. ZAUBER.
ff^undem^) heifst übernatürliche kräfte heilsam, »au^
bem sie schftdiich oder unbefugt wirken lassen, das wunder
ist göttlich, der sauber teuflisch ; erst den gesunkenen, ver-
achteten göttern hat man Zauberei zugeschrieben**). Mit-
telweseo zwischen ihnen und menschen, vielkundige riesen,
listigfe elbe und zwerge zaubern ; nur scheint ihre Fertigkeit
mehr angeboren, stillstehend, keine errungne kunst. Der
mensch kann heilen oder vergiften, indem er natürliche
krftße zum guten oder bösen anwendet; er wird zuweilen
der wundergabe theilhaflig, wenn er aber den heilbringen-
den gebrauch seiner kräAe zum natürlichen steigert, lernt
er zaubern; Wunder geht mit rechten dingen, zauber mit
unrechten zu, jenes ist gehener, dieser ungeheuer (s. 866).
unmittelbar aus den heiligsten, das gesamte wissen des hei-
denthums in sich begreifenden geschäften, gottesdienst und
dichtkunst^ mufs zugleich aller Zauberei Ursprung geleitet
werden, opfern und singen tritt über in die Vorstellung
von zaubern; priester und dichter, vertraute der götter und
göttlicher eingebung theilhaft, grenzen an Weissager und
Zauberer.
So bei allen Völkern, auch bei unsern vorfahren: ne-
ben dem göttercultus Übungen finsterer Zauberei, als aus-
nähme, nicht als gegensatz. die alten Deutschen kannten
Zauber und zauberer, und auf dieser grundlage ruhen zu-
erst alle nachher entsprungnen Vorstellungen. Schärfen
*) ich Tenrende dies wort hier activ s= wunder than, in welchem
sinn wundtrer, der wunderlhuende , aas ihm geleitet wird. Reinmar
sagt Ms. 2, 154^: *woi dem wunder, daz der wandersre geunttukrt
hat an der vil süezen.* got ist der wahre wundertBre Ms. 2, XlX^
Trist. 10013, der aller wunder hat gewalt (oben s. 21) mirabilis deus
(Helbl. 7, 12)' Doch darf auch ein gottihnliche thaten Terrichteoder
held, z.b. Erek, den namen wundensre Terdienen, ungefüger wird er
auf einen wilden, teuflischen mann (in Etzels hofhaltung) angewandt.
**) aus demselben grund, weshalb ihnen menschlicher Ursprung
beigelegt wurde (a. 357). Snorri bezeichnet Odinn forsp^r und fiöl-
kunnigr, er lifat ihn 'galdr qveda.* Yogi, saga cap. 4. 5. 7. Saxo
gramm. (p. 13) schreibt ihm praestigia zu ; merkwürdig ist seine ein-
theilaog aller sauberer, die er matbematici nennt (Forcellini s. ▼.
raathematicus), in drei arten: riesen, magier und aus beiden hervor-
gegangne ; in den magiern sucht er die alten gottheiten (p. 9) , vgl.
seine äufserungen p. 103 über Thor u. Othin 'magicae artis imbuti.*
Auch das chronicon Erici (um 1288) stellt den Odin als *incantatoi
et magna* dar.
984 ZAD0Rft
und verwickeln mäste sich aber die ansieht seit nach ein-
führung des - ebsistenlhiuns Mß , begriffe uud i)rüuche der
Heiden für trug und sündhaftes i))endwerk er&lärt wurden,
die alten götter traten zurück und wandelten sich in teufel,
was zu ihrer Verehrung gehört hatte in teuflische gaukele!.
Bald erzeugten sich überiieferungen von unmittelbarem zu«
sammenhang des bösen feindes mit dem wesen der Zaube-
rei, die unerhörteste grausamste Verwirrung zwischen Phan-
tasie und Wirklichkeit ist daraus hervorgegangen, dergestalt
flössen verübte und eingebildete Zauberkünste in einander,
dafs sie weder in der bestrafung noch selbst in der bege-
hung geschieden werden konnten.
Bevor ich weiter untersuche, sind die verschiednea
ausdrücke zu prüfen, mit welchen von altersher die Zau-
berei benannt wurde. Beachtenswerth scheint, dafs einige
allgemeinere geradezu den begrif von ikun oder bereiten
enthalten, also auf unmerklichem Übergang des rechten in
ein verkehrtes thun beruhen, das ahd. torateon^ ags^^ear-
tjan haben nur die bedeutung facere, parare, praepa-
rare, ornare, das altn. identische göra nähert sich der von
zaubern, dän. fcrgiäre; gärt^ng ist maleflcium, görningwr
sind artes magicae, ungefähr wie das lat. facinus zugleich
that und unthat bezeichnet, unser Ifttii» übertritt in aniktmj
einem etwas anmachen, anhexen; das altn. fordwää (roale-
fica] S®m. 64* stammt von ddd (facinus) *). nun aber drü-
cken die gr. und lat. Wörter sQ&siv, qs^up, facere (s.36.37)
nicht blofs aus wirken, thun, sondern auch, ohne dafs Ugu
oder Sacra hinzugefügt zu werden brauchte, opfern, i'gdhiv
%ivl Tt ist einen bezaubern ; das altn. bldta hat aufser dem
gewöhnlichen sinn von sacrificare, consecrare den von ma-
ledicere. ob sich forwBskfa (zauberei) mit /))ni (opfer) ver-
binden lasse? ist schon s. 36 gefragt worden. Schwer zu
erklären fällt das ahd. zoupar divinatio, maleficium, «ov-
parari hariolus^ umparön hariolari; N. schreibt zoufer
ps. 57, 6. sotiver Bth. 29. umferlih, %ow>erUh Cap. 45. 99;
das mhd. aauber, »aubem entspricht jener streng ahd. form,
nd. toeer und Uweren, auch nnl. und mnl. (vgL toverte
Maerl. 1, 260. 263. toverare 1, 266, fehlerhafte Schreibung
ist toeverle); altfries. tawerie Richth. 40U 21. Die isländ.
*) mittellat faelura (aortilegiani) faetwiure (füfloiMre) mfftnetmnOrix
(iDcantatrix); ital. faUura (iocantatio) fuUueekdero (zaoberer) faUtu-
ekiera (sauberin); pror. faekmrar, fahttrar (xaubeni) faekUuim, fai-
tileira (taaberia); altfraDi. faitmn^ fmehiterie (saoberei); apan. AtfcAa
(faeinus) heehno (incantatio) kuchUar (zaubeni) ktcUcmro (tauberer)
A«cA«cera (zaoberin).
j
ZAUBER 965
qirache hat töfur instramenta nagrica^ töfrar incantamenta,
töfra fascinare, Wfrari magfiis, iöfranom saga, wozu das
norweg. tougre fascinare (Hailager 131^], das schwed. to/*-
ver iRcantalio, iofoerhäxa saga stimmt; man könnte spft«
tere einfQbrung dieser Wörter ans Deutschland annehmen,
da sie in alln. denkmälern nieht vorkommen *). ich weifs
nicht, ob ein ags. tedfbr zu Mupar genommen werden
darf; es bedeutet miniam, color cocoineus, und Lye ge-
währt ein anbelegtes Hfran depingere, das vielleicht t^frian
zu schreiben wäre? die beifägung des adj. redd tedfor (ru-
brica) lierse vermuten, dafs to^/br allgemein zeichenfarbe
war, deren man sich beim einritzen der buchstaben be-
diente, und so könnte es rune, geheime zauberschriA, folg-
lich Mviber aussagen **) ? %oupar und Ji^ar [s. 36) , ags.
tedfor und K/er zu vei^eiohen verbietet die abweichung
der vocale, so nahe sich wieder die begriffe zauber und
Opfer lägen, viel lieber möchte man »oupar aus zouwan,
gotk. täujan, ags. tavian (facere, parare) ableiten und irgend
einen unregelmäfsigen übertritt des V, W in V, B, P statt-
haft finden ***). selbst das litth. daryti, lett. darriht (facere)
und slav. tvoriti (facere, creare, fingere] sind zu erwägen.
Nicht geringeres bedenken verursacht ein anderer, dem
Sachs, volksstamm eigenthümlicher ausdruck. noch heute
sagt man in Niedersachsen für zaubern, weissagen, tcikken,
Wicken (Ssp. 2, 13 Homeyer s. 117 var. x] und wigelen
(wiohelen), für Wahrsager wMter, mokier, für hexe, Wahr-
sagerin wikkerske, für zaubere! wickelie. ebenso nnl. wik^
ken und urickelen, wikkerij und wickelarij', mnl. unkelare
(ariolus) Maerl. 2, 348 wigelare Kästners bruchst. 42^, tot-
geänge (vaticinium) Kästn. bruchst. 12>^; auch ags. die
doppelten formen: viccian (fascinare) vicce (saga) viceung"
ddin (Coßdm. 223, 17) oder mccancräfi (ars magica) ; eiglian
(ariolari) pigelere (augur) t^igehmg (augurium, incantatio)
umgestellt ist das fries. toiHga (incantatio) Richth. 401, 21.
das engl, mich entspricht dem ags. vicce, vom verbum
*) auch das läneb. wendische iöbkUsehf zaaberer (bei Eccard
p. 291) iobaldr, sauberer, toio^olsa, toblarska zauberio (nach Juglera
wb.) sebeiat deataehes urtpruogt, da andere ikT« dialecte niohta fiha-
liches kennen, denn das sloren. a&per (zauber) »SproH (zaubern)
MpwmSk (zaaberer) »opemna (zauberio) ist sicher nach dem deutschen.
**) ist die herleitung unseres tifftry engl etpAsr, frans, ehifre,
ital. eifm, eifera (geheimschrift) ans einem arab. wort sieber? Dncange
s. T. cifrae bat beispiele ans dem 12 jh. jenes ags. wort stimmt auf-
fallend.
') nhd. galb, ■ färbe, garbea, mürbe, wo mbd. W.
*••!
986 ZAUBER
bat sich das part. tcudied (perversus; maledictus) erhaltea,
die altengl. spräche hatte ein gleichbedeutendes adj. iriUe;
ein Zauberer heirst wviard^ alle L formen mangeln, kein
älterer oder neuerer hochd. dialect kennt etwas dergleichen ;
dennoch scheint mir der ausdruck aus einer allen zweigen
unserer spräche gemeinen wurzel, aus veihan (no. 201]
abzustammen, das ursprünglich wieder facere, conficere,
sacrare bedeutete, von dem veihs (sacer) ahd. wlh herrührt,
und das subst. vafhts (res) vgl. slav. tvar, tvor (creatura
xTiotg), vaihts, wicht nahm die bedeutung daemon an (s.
408. 409], das altn. eatir, örm vatir (arme wich^) be-
zeichnet Saem. 214*^ eine hexe *]. KK in wikken nehme
ich wie in Ecke (s. 216) aus der wurzel agan, und G in
wigelen, CH in wichelen (offenbar ein CH = H) dient zur
bestätigung. Buchstäblich unverwandt^ in der bedeutung
nahstehend scheint ahd. tolasa^o, ags. vUega, titga Ciedm.
218, 18. 224, 13), nhd. weissage, d. i. prophet und Wahr-
sager, aber in gutem, nicht in bösem sinn; das entspre-
chende altn. eitki (Sa^m. 63«. 118«) steht für vitugi (vgl
vitug S»m. 94*) wie ecki, eitki für eitgi (gramm. 3, 738),
vaetki f. vaßtgi. mit diesem altn. eitki (vielleicht vttki?) hat
man fälschlich jenes ags. eicce verglichen, nie geht ags.
CC aus TG hervor, wenn auch ags. CC zu engl. TCH
wird **). das entsprechende verbum ist ahd. u>i!&ag6n, ags.
eUegiany mnl. witegen Diut. 2^ 202^. Ganz gleich dem vt-
tega und vitki standen die altn. namen spämair und gpäko-
na, spädis (s. 84. 372), ursprünglich die gäbe der Weisheit
und voraussagung, wie sie dichtem oder priestern beiwohnt,
ausdrückend ***), giengen sie nach und nach über in den
begrif teuflischer zauberer und Zauberinnen, schon jenes
forspär und fiölkunnigr bei Snorri (s. 983) hat den Übeln
nebensinn, fiölkunnigr (multiscius) bezeichnet allmälich einen
Zauberer, fiölkunndtta fiölkjngi, ja das einfache kjngi
(= kunnugi) Zauberei, diese k5^ngi wurde ordentlich er-
lernt: Rögnvaldr nam fiölkfngij Harald härf. saga cap. 36.
Walth. 116, 29 sagt von einer wunderschönen frau 'daz si
*) man hat vegiu$ in der lex Burgund. 16 , 3 and ahd. J , 8 för
einen lanberer genommen, es bedeutet aber, wie die mbrik viator
in der letzten stelle zeigt, wegfuhrer, index, delator.
**) in der bedeutung stimmen: toewcr mcmfi, weite frau ^ MMe
frau; altn. tUindamadr (fomald. sog. 1, 5) weiser mann, philosoph,
physiker. serb. fgeeehi (peritus) i^feeehku (Teneficus) i^ietckiU»a (Tene-
fica); poln. wiesicdia (lanberin, Weissagerin) wiencwifka (nachtfrau,
lamia), sloTen. vefha (hexe).
'**) analog das altfrani. denn, Svim sauberer, diTinfttor.
ZAUBER 967
iht anders künne (sich aoF andre künate verstehe^ saubere)
daz sol man übergeben' (daran soll man den gedanken
fahren lassen). Hans Sachs nennt ein altes zauberweib
abwechselnd 'die alt nnhnld' und 'die freite frai$.' IV. 3,
32. 33.
Insofern spähen voraussehen und sehen ist, kann ich
daran noch einen andern ausdruck für zaubern reihen, ohne
alle leibliche berührang wird durch blofsen blick, durch
ein böses äuge eingewirkt: das hiefs in der alten spräche
entgehen (s. 430).
Weil aber der spähende, kundige vates zauberweisen
singt, Segensformeln spricht, musten schon im alterthum
ausdrücke wie unsere heutigen besehreten^ beschwataeny 6e-
rufen^ überrufen, beschwören für zaubern gelten, das ahd.
kalan ags. galan, altn. gala war nicht nur canere, sondern
auch incantare, ein bindendes hersagen, singen der Zauber-
worte, solch ein gesprochner zauber hiefs altn. galdr, ags.
galdor, ahd. kalsiar (nicht zu mengen mit kälstar, opfer s.
35) mhd. ^abferfe Schwanr. 813; galstertoeiber kommt noch
nhd. für hexen vor; an sich schien gaUr etwas unsträf-
liches, da man meingaUr (bösen zauber) unterschied, fornm.
sog. 2, 137. altn. galdra fascinare; galdramadr incantator,
gädrakona saga, ags. galdorcräfi magia, galdere magus;
ahd. kalsiarari incantator, 'Medea diu handega galsierära*
N Cap. 100. ebenso stammt das franz. chmne, charmer
aus Carmen, enchanter, incantare aus cantns und canere.
Aus dem mitteilet, carminare besprechen gieng auch ein
ahd. garminariy germinari incantator, germinöd incantatio
(Diut. 2, 326^ gl.Doc. 2131») germenöd N. Cap. 100 hervor,
das in der späteren spräche wieder verschwand. Schon
mhd. hiefs die Zauberformel segen; segenmrinne zauberin.
Auf diesen nothwendigen Zusammenhang der Zauberei mit
dem wort und der dichtkunst wird cap. XXXVIII noch
näher eingehn ; da aber das geheimnis der rede leicht
übertritt in das des Zeichens, wort und schrift sich innig
vermählen, und der in unserm idiom althergebrachte aus-
druck runa beide richtungen umfafst; so fällt dadurch licht
auf jene Verwandtschaft zwischen zoupar und teäfor (s. 985),
aber auch auf das lofsen (s. 989), das mit runstäben be-
werkstelligt wurde.
Das goth. aßugjan^ von sinnen bringen, sinn und ge-
müt verwirren, verdeutscht Gal. 3, 1 ßaanuivetv = fasci-
nare*); ags. ist dyderian, bedyderian illudere, incantare,
*] rührt daher oder Tom ilal. fasciare das frani. f^cher, früher
faacber nrritare, apan. enfadar?
98S ZADIER
womit vielieicht das hd. tattern, dotlern (angi, deKrare) zit*
saininen hangt nhd. sagen wir eerblende», blendwerk vor-
machen. Jenes altn. von riesen und geistern gillige iröU
(s. 493) wird anch auf sauberer angewandt, irölUapr ist
Zauberei, schwed. trotta^ dän. trylle incantare troädom, iroUf
dorn zaoberei ; im Gola^ingsl. s. 137 steht at wl^a iröU für
zaobem, was an das veckja hildi nnd wecken der Saelde
(s. 823) gemahnt. Das heutige friesische Ugome fascinare,
isyoener zaoberer, tggoenMter Zauberin moTs sich (da ts
öfter vor i nnd y im anlaut k vertritt) aus der altn. neben-
deutung von kyn (monstram) deuten lassen, vgl. mhd. kun-
der. Nicht befriedigend zu erklären vermag ich das alt-
schwed. vipskipH, welches im Vestgötalag für Zauberei, doch
nicht die schwerste sondern durch kirchenbufse zu tilgende
vorkommt: far konä mefi vipsk^btm p. 153; vfirj^er taken
m^ fnpskipphm p. 228; convictus de widskipbim p. 321 ;
es ist deutlich das heutige eidskepebe superstitio; skipa ist
sonst ordinäre, facere und in vid muTs das unrechte, uner*
laubte liegen.
Schon in der edda kommt seUtr im sinn von Zauber
vor: ^seiä hon kunni' keifst es Siem. 4^ von einer vaia
oder vötva, seidbemetbr Siem. 118* sind zauberer, welchen
völur und vitkar zur seite stehn. noch häuSger wird der
ausdruck in den sagen, wäre zu schreiben *egdr (fornaid.
sog. 2, 130 steht so in einem gedieht), so ergäbe sich die
leichteste ableitung von sioda (coquere), zugleich wieder
berührnng mit dem goth. säu^s (s. 35). $ei^adr ist Zau-
berer, seidkonüy seydkona^ kluge frau, die sich aufs sieden
nnd kochen zauberkräftiger heilmittel versteht *). Indessen
erscheint seidr deutlich als ablaut von Ma (Yngl. saga
(c. 16. 17), Loki wirft dem Odinn vor, dafs er gezaubert
habe: '^ik stda kodo' S»m. 63*, und nie habe ich dafär
sioda gefunden, so dafs beide Wörter, wenn schon ver-
wandt, geschieden bleiben oder erst in einem übertritt aus
der vierten in die fünfte ablautsreihe gerechtfertigt werden
müssen.
Das ahd. pw)%anj ags. Mian ist emendare, aber auch
mederi, dem übel abhelfen, heilen; noch jetzt bat in West-
falen böten^^) bezug auf alte zaubermittel des volks, gegen-
über der gelehrten arzneikunst (abergl. 873), der teutonista
*) seydr oder $audr dichterisch ein Dame des siedeoden, kochen-
den feuers, *A seydi bera' Sero. 54« anfs feuer setzeta , zom kochen
tragen, sieden lassen.
**) Roth de nomin. Tet. Germ. med. p. 139«
ZADBEft 960
stellt bauen syaonym auf mit zaubern , auch mnl. ist AI
boeien sauare. Reinh. 5394 *).
Weil nun kochen der faeilmittel und gifte leicht susam-
men füllt, wird das ahd. htppi^ ags. lyf^ mhd. lüppe von
Vergiftung und xauberei gebraucht: ^lüppe u. zouber trtben'
Berth. 12; lUppanrinne (Berth. 58) ist Zauberin, gerade wie
sich eeneficimn und eenefica im iat. verhalten, das goth.
hJjfjdleuei ist Gal. 5, 20 ^agpaiteia , zauberet und ieisei
wie list in fumberlist Iw. 1284. Selbst das goth. I^keis,
ahd. Mhhi (medious, im guten, reinen sinn des worts) Ifthhi-
nön (mederi) Idhhan (remedium) liegt den ausdrücken lä"
chenwrinne (zauberin] Oberl. bihteb. 46, laohsnen (quaksal-
bern, (zaubern} lach$nerin (hexe) Stahl. 2, 150 zum grund.
In hessischen hexenacten des 16 jh. ist die übliche, ja
einzige bezeichnung des bezauberns derren, d. h. nocere,
wie schon das ahd. tarön aufser nocere. fraudare, officere,
illudere bedeutet.
Ein theil der weissagungskunst beruhte auf dem wer-
fen und deuten des lofses. gleich dem Iat. soriüegium und
sariUegus (mittellat. $ortiariu$, woher franz. sorcier) sind in
unserer alten spräche die Wörter hlio%an^ mhd. üe%en (au-
gurari) Diut. 3, 107. 108. Er. 8123. hlioMri^ Uezcere (augur,
divinator) anwendbar auf Zauberei, weil man nun sagte
mittere, jactare sortem, scheint daher die ausdrucksweise
entnommen : »ouber werfen^ jeter un sort, maleficium super
jactare (lex sal. 22, 4). mhd. sonAer legen Walth. 115, 32.
116. 23. 25. Schwed. ist tjusa zaubern, ich denke A^'tisa,
altn. kiosa, kiesen, wählen, eligere sortem, aber auch die
vala, die weise frau und zauberin, ist eine wählende,
valkyija.
*) weniger aniiehend sind fremde oamen, z. b. das ags. dr^ roa-
gas, pl. dr^as, drjcräft magia, dessen celtische abkuafl uns der be*
kannte name der drtdden verrätb; ir. draoi Zauberer, draoidheachd
Zauberei. Nigrömant^ haben schon diehter des miUelalters Ms. 2, lOb,
der iist Ton nigrömanU Pars. 453, 17. 617, 12 and üsf entspricbt
dem altn. iäröu, das Snorri auf den zauber anwendet, mgromattcte
Afaerl. 2, 261; 'der swanen buoche wis* Troj. 7411; 'suochen an den
twanen huochen' Martina 20*; uA lAr etz in stn swane* iuock, daz
ime der hellemör hat gegeben' Waltb. 83, 7 ; $chwar»e ktmsi, Schwarz-
künstler erst in spSlerer zeit, dies alles beruht auf einem misTeratand
des gr. vmgoftavriiu, im Tocabularias von Ulm 1475 liest man: '«•-
gramatuia dicitur diTinatio facta per nigros i. morluos, Tel super
mortuos Tel cum mortuis.* Merkwürdig heifst es Bit. 79 Ton Toiel;
'ein ierc 11t n^hen da bl, dA der U$t nigrSmanwi YOn ^rste wart er-
fanden' ; eine andere meinung trägt Herborl 9372 vor. Nach Spanien
und Apalien zu Sarazenen Torsetzte unser MA. gern den arsprung
dieser kanst: 'ein fMUch zoaber' Ms. 2, 133*>.
990 ZADBER
Eine art Weissagungen geschah mit dem becher (ge-
nesis 44, 5] aus der lat. benennung caucus (für scyphus)
soll cauculator (capitul. a. 789 f. 63. capitul. 1, 62. 6, 373)
und coclearius (capitul. a. 789 $• 18. capit. 5, 69) entsprin-
gen, daher das ahd. cotwalari (scenicus, magicus) gl. mons.
377. gougulari 0. IV. 16, 33. ckoukelari Georgslied 25,
goucaltuom (magia) gl. mons. 375. goukel (praestigium) N.
ps. 65, 3; mhd gougel, gougeloere Walth. 37, ^, nhd.
gäiikel; altn. kukl (praestigium) kuklari (magos); mnl. co-
kelere (bariolus) Diut. 2, 217*). andere leiten gaukler von
joculator, wofür die milde bedeutung der taschenspielerei
zu sprechen scheint, welche wir noch jetzt mit dem begrif
von gauklerei verbinden: es sind unschuldige, zum scherz
und zur erheiterung geübte Zauberkünste, t vgl. gougelbühse
Walth. 38. 6. Renn. 2244. gougelstok Martina 9d, gougel-
fuore MsH. 3, 166» 186», gougelspil MsH. 3, 438i», goukel-
hüetltn Renn. 16719 vgl. Walth. 37, 34. Nnh guiehelen^
gochelen, goghelen; guichelaar; gokelt onder den hoet, Ferg.
2772, die form guichelen gemahnt an wichelen (s. 985)
und wirklich kommt ein ägs. Schreibung heeolere, heeoh--
lere (an hveohl rota gemahnend) für vigelere vor, so dafs
man wol ein altfränk. chuigalari vermuten und darauf cau-
culator zurückführen möchte, wenn nicht alles andere ent-
gegenstände. Auch das böhm. kamlo (zauber kauzliH (zau-
bern) poln. gusla (zauber) guslara (zauberer) sei hier noch
angeführt, die letzte form wäre man versucht auf das serb.
gusle, russ. gusli, d. i. leier, geige, harfe, das bezaubernde
Instrument zurückzuführen, wiche nicht poln. gesle, böhm.
hausle ab.
Die verschiednen benennungen des Zaubers haben uns
auf die begriffe thun, opfern *), spähen, weissagen, singen,
segnen (geheimschreiben), verwirren, blenden, kochen, hei-
len und lofsen geführt.
Sie zeigen, dafs er von männern wie von frauen ge-
trieben wurde. Unser frühstes alterthum hat ihn aber schon
vorzugsweise frauen zugeschrieben, einflufsreicher, kun-
diger als der zouparari, vigelere, spämadr, galdramadr
scheint die sioupararä, ticcey toikkers^e, kaktarard, galdra"
kona^ späkona, ja es treten andere, fast blofs auf weibliche
Zauberkunst bezügliche namen hinzu.
Den grund hiervon suche ich in allen äufseren und
*) aach wo sieh der baehstabe sträubt ffiUt die berährung auf:
f6rD und forn, gelslar and galsUr, saud und seid, zepar und zoupar.
SAUBER 991
inneren verhäitnissen. Frauen, nicht mSnnerfi, war das
aoslesen und kochen kräftiger heilmittel angewiesen, wie
die bereitvng der speise ihnen oblag, salbe fertigen, linnen
weben, wunden binden mochte ihre linde, weiche band am
besten; die kunst buchstaben zu schreiben und zu lesen
wird im mittelalter hauptsächlich frauen beigelegt. Den
unmhigen lebenslauF der männer füllte krieg, jagd, acker-
bau iMid handwerk; weibern verliehen erfahrung und be-
hagliche mufse alle befähigung zu heimlicher Zauberei,
das einbildungsvermögen der frauen ist wärmer und em-
pflnglicher, von jeher wurde in ihnen eine innere, heilige
kraft der Weissagung verehrt (s. 84. 369). frauen waren
priesterinnen und Wahrsagerinnen (s. 49. 85. 86); germa*-
nische und nordische Überlieferung hat uns ihre namen und
ihren rühm erhalten, das vermögen des sehlafwandelns zeigt
sich noch heute gröfstentheils an frauen. wiederum aber
muste, von einer seite her betrachtet, die zauberkunde
hauptsächlich alten weibern eigen sein, die der liebe und
arbeit abgestorben ihr ganzes sinnen und trachten auf ge-
heime künste stellten *). Schon Snorri in seiner merkwür-
digen äufserong über den Ursprung des zaubers (Yngl. cap.
7) sagt, den männern (karlmönnum) sei es unehrlich erschie-
nen die zweideutige kunst zu üben, so habe man die göt'-
ünnen oder priesierinnen (gydjur kann beides bezeichnen)
darin unterwiesen. Je nach Verschiedenheit der volksmei-
nung berühren sich nornen und völven (s. 374. 375), val-
kyrien und schwanjungfrauen mit göttlichen wesen oder
Zauberinnen. Auf diesem allem zusammen, auf einer mi-
schung natürlicher, sagenhafter und eingebildeter zustände
beruht die ansieht des mittelalters von der hexerei. Phan-
tasie, tradition, bekanntschaft mit heilmitteln, armut und müs-
siggang haben ans frauen Zauberinnen gemacht, die drei
letzten Ursachen auch aus hirten zauberer.
*) *wen man ein hmhi Terbrent, so brent man wol sehen frawen\
sagt Reisersberg omeifs 46^. ein wunderaltei lolp bescheidet den
tronm. Walth. 95, 8; eine keHing fröd ok framsjn weissagt von ei-
nem bolz, das in der fenersbrunst brennen soll. Nialssaga 194. 199.
Schon eine frühe zeit legte den aUen weitem gröfsere list und bosheit
als dem tenfel seihst bei, wie die artige sage von der alten lehrt, die
friedliche ehlente zu Teruneinigen wüste , was der teufet nicht Ter-
moeht hatte, und dafür tou ihm ein paar schuhe behutsam, weil ihm
vor ihr bang wnrde, auf einem stecken gereicht erhielt. Morolf917
--1007. Haupts altd. bL 2, 81. H. Sachs 11.4,9. Melander iocose-
ria 2» 53. conde Lncanor cap. 48. dabei lauft aber keine hexerei
unter, wenn schon in der ersten bearbeitung das wetb looberln heifst
998 EADBER
Den lat ausdrücken saga^)^ sirix, «Irj^a**}, f>e»efiom,
lamiaj furia enispricht unser hewe^ worunter man sich bald
eine alte, bald eine junge frau denkt, und es kann sciime»-
chelnd von einer schönen, lebendigen hexe die rede sein,
die ahd. form dieses Wortes lautet hasuu, Aosusa, Aososa
(Graff 4, 1091); haa^uso (eumeniduoi) Diut. 2, 350' ist gen.
pl. von bazus, hazes (Diut. 2, 346*); henesuftm (fiuriis)
Diut. 2, 337^ scheint verderbt aus hegezusun? g\, ßmr. 21
geben begemse^ der echten vollen form hagwm$ oder
hagavusa versichert uns das ags. bägtessey mnl. hagetisMe
Diut. 2, 229^ haghedi$8e bor. belg. I, 119, die karzung
zeugt, wie in tAIanc aus tagalank, für alter und gangbar-
keit des Worts und dann wäre auch ahd. häzus vorzuziehen,
N. Cap. 105 scheint häzessa zu stehn, Wachem. Ib. 153,
36), Graffs häzessa zum trotz^ Nur selten begegnet ein mhd.
hegxse, hexse (Martina 90^ 106*^) hec9e (Oberl. bihteb. 46);
in der Schweiz sagt man hag»ch^ haagsch (Stald. 2, 10);
nach Schmid schw. id. 156 heifst zu Ulm ein altes, geizi-
ges weih hekkäs, das ist nichts als hexe, nur anders ge-
schrieben. Weil aber neben dem ags. Mgtesse auch &ä-
gessßy engl. Ao^, mhd. hächel (Ls. 2, 638) sehweiz. häg^
geU (vgl. sträggele) erscheint, mögen die ableitenden buch-
staben der einfachen wurzel kag wenig zufügen, das altn.
adj. hagr bedeutet dexter, ariificiosus, kann also ganz den
sinn des lat. sagus haben: hexe ist ein kluges, verschmitz-
tes weib. die altn. spräche verwendet aber weder ein
männliches hagr, noch weibliches hög auf solche weise,
das schwed. hexa^ dän. hex verrathen schon in der Schrei-
bung nhd. Ursprung. Für hexen (fascinare) gewihren oberd.
mundarten hechsnen und damit überein tritt das altfries.
verbum heama (Richth. 159, 25. eine hs. hat hoxna), dale-
karlisch gilt hagsa, hugsa. Noch bis ins 16. 17 jh. wird
jenen unhäufigen mhd. formen die benennung fmholde vor-
gezogen, die eigentlich teufelin (s. 245) aussagt, diu tin-
holde (Martina 170® 172®), woneben zuweilen das masc.
unhobkerey bei Keisersberg nnd H. Sachs ist unholde der
gewöhnliche name; erst im 17. 18 jh. gewan dafür hexe
*) saoU^ sentire acute est: ex quo sagae anut, qui« malta scire
Toluot. Cic. de dir. 1, 31.
**) lex saL 22, 67. lex Alam. «da. 22 afri«, altfrani. eatrie (obeo
s. 264), ital. sirega, itregona (woher vletteicbi ienea «ohweii. $träf
gde a. 886); eio sauberer heifat ital. s9regmie, urayriiiglieh war
atrix, axififl der nachlTOgel, die eule. $tn§ei ab aTibua cjoadeai
Bominia, quia maleficae mulieres Tolalicae dicnntur. Featna a.T.
S93
MgemMhwU. Wo. und wieder bediMt sich im Yolk eines
mase. hem fiir zauberer; in Schwaben der hemgH (Sohinid
273), in der SokweiB haagg, hagg^ hak, betrieger, gaukler,
a«eh jenes abd. hdsau strio (mate. su «tria, striga? ikaam
hiatrio?) ktaole BAftanlich aeie. Vielen aehoo lag die ver-
gleichung der griech. Hecate ('Exuyt;] allernächst, .do^h
die buohstaben atinsinett bu sehr, gegen die iaulverschiiobang,
u«d dem miltelalter wfirale wol ein unaspiriartes Beate
überliefert worden sein ; weder Ecate noch Hecate erscheint
in «dat. und rema«. qneUea für eauberin, wie soiUe das
wort in Deutschlaad um sich gegrilTen haben? Bei dem
mnl. kaghedisse (atrix) wäre aber zu erwAgen, dafs nnl.
e§kdi8$ef egdisse^ Aoapclissd laoerta aiAsdrü(ät =: nhd. ei-
dechse, ahd. egidehsa, ags. ädexe und die eidechse ein
savberduer aa sein scheiitf, mid in den hexenprocessen
wirklich vorkommt, dafs hexen statt der gewöhnlich ge-
nannten elben eidechsen geboren hatten*). Im span. he-^
ekicero und hechioera finde ich wieder nur zufälligen an-
klang (a. 984); das span. bruxa (südtranz. bruesche) be-
seichiiet einen unheilhringenden nachtvogel, und wurde wie
slrix auf die Vorstellung hexe übertragen. Häufig gilt drut
oder drmk für gleichviel mit hexe, genauer unterschieden
bedeutet drui den plagenden, drückenden nachtmahr; aus
w.debem heidoiachen wesen diese drut entsprang wurde
8. 394 gewieseni es war leicht, elbische geister des alter-
tbums später mit meoaohlichen Zauberinnen zu mengen;
weh 6tteta, belewiiU (s. 441. 44}) werden verschiedentlich
im hexenweaen begegnen.
Vorzügliche aufmerksamkeit verdient aber eine reihe
uns in den altn. demkmälern dargebotner benennungßn, und
hier aehep wir die zauberfrauen zunächst an den begrif der
riesinnen stofsen. troll ist der allgemeine i)ald rieaisohe
und elbische, bald zauberische wesen begreifende ausdruck
(a. 49.3), ao jedoch I dafs früher die riesennatur, später die
tenflksche vorwialtet, tröUshapr darf einmal jenem iptun-
mödr (s. 496), dann auch unserm hexerei und zcnfter ent*-
spreoben. wiederum aber ist kaum von einem tröUmadr,
bättfig von einer tröllkona die rede und namen von rie-
ainnen wie fiagiy skag», 9k$ua (s. 493) werden unbedenk-
lich auf Zauberinnen angewandt, zahlreiche ausdrücke sind
8n. 210 hergezählt, die zum tbeü ^hwer zu deuten noch
lange den faracher j^eschäftif ei» müssen, andere alterthüra-
liebe und dichterisch aiifg^^fste nennt eiuü ,tröllkpna seU>st
*) ipnfirkise^p forschu^gAii 1 , 260.
Crimms mjftkoL S, musyabe, 63
994 SBIM
Sn. 175 dem ihr abends begegnenden Bragi. ans der fftUe
dieser benennungen geht ein hohes alter der zanberei im
Norden and ihre tiefgewarzelte berfihrnng mit dem saaber-
Wesen des Übrigen Europas hervor; ich werde die bedeut-
samsten solcher namen im laufe der abhandlung anfahren
und erklären.
Auf diese etymologische gmndlage der in betracht
kommenden allgemeineren ausdrücke lasse ich eine erör-
terung der Sache selbst folgen.
Anheben will ich aber diesmal von dem altn. stand
der Zauberei, dessen ältere und wie mir scheint unver-
mischtere beschaffen heit uns vor allen dingen bestätigt, dafs
frauen und nicht männem die hauptrolle dabei überwie-
sen war.
Zwar unterscheidet edda Sem. 118* eöhtr, eitkar und
seidberendr, wovon nur die ersten weiblich, die beiden
andern männlich sind, ja alle drei werden von VidAlfr,
Vibneiär und Searthöfdi abgeleitet, fiber welche angeb-
liche Urheber alles Zaubers nichts befriedigendes zu sagen
ist ; wie wenn Searthöfdi^ Scku>ar%haupi auf jene sdmoane
kunst und die schwane teuflische färbe insgemein (s. 945)
zu ziehen wäre? VibneUb* aus vil (favpr, benqilacitum)
und meidr (arbor) zusammengesetzt würde vielmehr auf die
frohe kunst des dichtens (s. 854) gehn dürfen. Vid6lfr
mag einerlei sein mit einem von Saxo gramm. 122 genann-
ten Viiolfm ^medendi peritus.' Dennodi scheinen mir die
völur, wie sie auch zuerst genannt werden, den andern
vorzuragen, in jenem mit Bragi gewechselten liede (So. 175)
wird der Zauberin etMnn (besser wol vilsinni, acc. vilsinna)
vdAi, d. i. freund und gefilhrte der völa beigelegt; vitkar,
vttkar sind die ahd. wfzagon, Weissager, vates, was meiner
deutung des VilmeiAr zu statten kommt* seidr darf nicht
ausschliefslich den männern zugesprochen werden, wir sa-
hen schon (s. 988) und wollen gleich näher ermitteln, dals
er auch den frauen gebührt, neben den seidberendr treten
seidkondt* auf. beide müssen oft zahlreich in gewissen ge-
genden vorgekommen sein ; nach Haralds hftrf. saga cap. 36
liefs könig Eirtkr seinen bruder Rögnvald und 80 seidmenn
verbrennen. Die txüa oder f>öha ist Wahrsagerin, prie-
sterin, norn, ein hochheiliges wesen des alterthums (s. 87.
380), zugleich auch seiäktma. schon von der eddischen
f>ala heifst es S»m. 4^: 'seid hon kunni.' solche zauber-
frauen sind HeUtr^ Hamglömy SkuU und andre, alle ur-
sprünglich luftreitende valkyrien (s. 393); vötoa^ sAoss,
vaUtytja stehn Sffim. 154^ neben einander, für ihr abend-
SBDa 995
Hohes, näohtücbes nnialreireii im wald solleii hernach wich*
iige zeagnisse aDgeffihrt werden, mit ihrem gefolge (med
sitt iid) mehen rie im land wn^ werden ehrerbietig von
den menschen eingeladet, bewirtet, zu weissagen aufgefor-^
dert sie thun es, auf vierbeinigem stul oder schftmel (setd^
kiaUr) sitsend. es heifst efla seid (zauber festigen, au
stand bringen) fornald. sog. 2, 72. 3, 318; setja seid (z.
setaen) das. 1, 97; seidrinn verdr erfidr (wird gearbeitet)
das. 1, 12; fiBra ä hiallimm (auf den stul führen) das. 2, 72.
Die jüngeren sagen schildern sichtbar schon mit verficht-
liehen zfigen. im gefolg der SkM, heifst es fornald. sog.
1, 97, fanden sich elbe, nornen und anderes gezücht (ftifar
ok nornir ok annat illfi^di). HeiJbr ffthrt noch mit 15
Jünglingen und 15 Jungfrauen einher (das. 2, 165. 506),
Oddr aber hftU sie gering, redet sie an 'allra kelilnga ör-
musf (armseliges altes weih) das. 168. 508. auch fornro;
sog. 3, 212 wird solcher land fahrerinnen gedacht, die den
leuten wahrsagen, und wiederum heifst es das. 214: Wöl-
van armaf (unselige zauberin), wie im dän. Volkslied ^usle
havfrue' (DV. l, HO)*), könig Fr6di wollte sidi von der
völva Heidr wahrsagen lassen: giördi bann f>a gilda veizlu
t m6ti benni, ok setti hana ä seidhiall einn häan, . . ok
svara mer sem skiotast, seidkonal (fornald. sog. 1, 10).
da sie zaudert und nicht alles aussagt, droht er ihr mit
gewalt: {>ik skal pina Hl sagna (1, 11. 12)**). Merkwür--
dig ist aber, dafs der seidr naddSj wenn die menschen
schlafen, von den völven, die saimi ihrem gefolge aus*
fahren y bereitet wird: menn f6ra at sofa, en völva fdr Hl
n&ttfars seids med siii Ud (das. 2, 166), in der parallel-
steile heifst es: gekk hun f»A üt med Udi stnu, er idrir
gengu til svefns, ok efldi seid (das» 2, 507). Ketill erwachte
nachts von heftigem gerftusch im walde, lief heraus und
sah eine zauberin, mit fliegenden haaren (sA tröUkonu, ok
fdll fax ft herdar henni); auf sein befragen sagte sie ihm,
er möge sie nicht aufhalten, sie müsse zur siauberversam'^
hmg^ dahin komme Skelking, der geister könig, aus Durobs-
haf, Oiöii (ohnefufs) aus Ofdtansfird, Thorgerdr Hdrgatröil
und andere mächtige geister von Norden her (ek skal tili
*) arm, gering, unselig, elend, annui Ursache der Zauberei und
hexerei (s. 991.) armer würsage, wissage. Freid. 124, 1. Ms. 2, 176>
und anm. zu Freid. p. 372.
•*) »fia lAl hann taka Finn einn er margfrödr yar, oo vildi neydil
bann til aadrar sögu, oc pkuU kann, oc feck ^6 eoki af hönum'. sagt
BAlfdtnar srarU eap. 8.
63*
996 SCiM
trölla^tngKir , )iar kemr Skelklngr, norAMi or Dumbshafi ko**
HÜlngr trMla, ok Oföti ur OMtansfirdi, ok Tborgerdr Hör*
getröll ok adrar stdrvsttir norden ur iandi) formn. iög. 1,
131. Jenes nAcbtliche ausfahren und saabern nannte man
sUja üH (Biörn 2, 251* erkllirt: sub dio nocturnis incan-*
taiionibus operam dere); im narweg. reeht heifsen die aus-
farten ^Hsetor und aufweckungen der saubergeister : 'spd-
Tarar ailar oc ütisetor at vekja troll upp, ob fremja med
fivt hetdni.' Gulatk. p. 137. Von den zwecken der nord.
Zauberei nur einige beispiele. man gab den Zauberinnen
geld, damit sie stürm erregten: 'sendu eptir seidkonum,
tveimr. Heidi ok Hamglüm, ok g&fu ^dm K iil, ai pcer
sendi ioeAr . . . f^cer leßdu seürnuy ok terdust ä hiallinn
med göldrum ok giömingum.' fornald. sog. 2, 72. der zau-^
ber machte menschen fest gegen waffen und unverwundbar:
'var seidt at Hataldi at bann skyldi eigi bUa iam' das.
1, 374. 'f>eir l^tu seida at Ögmundi, svd at bann skyldi
engi tarn bita atkvsdalaus/ das. 2, 241.
Man kd-nnte einige züge, die mit der nachher zu lie-
fernden darsteUüHg des hexenwesens Übereintreffen, für er-
borgt halten, ich zweifle daran, zwar ist die nächtliche
Zusammenkunft bei Skelking, Oföti und Thörg^d nicht
recht im geist des alth. glaubens, kann aber im Norden
selbst durch aihnälidies abstufen ftlterer Vorstellungen sich
erzeugt kaben. kein teufel wird dabei genannt, obwol der
nnfofsige an den pferdefiifsigen erinnern mag. das nord.
trMapIng gleicht vielmehr der zusammenkitnfl unserer nachi'
fraueHy die ich aus weisen freuen und vöiven erUspran«
gen glaube und dafür gewährt das nächtliche ausfahren der
Heidr mit ihrem gefolge von dreifsig leuten, und der Skuld
mit elben und nomen vollkommenste bestätigung. Tbor-
gerd, Skuid, Heid siud wie Halda, Berhta echtheidmsche
halbgöttinnen 9 an die sich der zauberhafte reigen schliefst,
aie erregen stürm und wetter, machen unverwundbar und
weissagen. Ihr seiäkiaUr mit eter «töfeen oder spüren
(st^lpar, stiklar) fornald. sog. 1, 12. 3, 319 hat im deut-
schen hexentham seines gleichen nicht, gemahnt uns aber
des dreifu/ses der delphischen Weissagerin ; vielleicht Ufst
sich auch deutschen nachtfahrerinnen bei fernerer nachsu-
chung ein dreifu/s vindicieren, zumal dies geräth sonst in
alter heiligkeit steht (RA. 80. 189. 2(^); vgl. anh. L.U. das
setzen auf den dreifufs und abergl. 111 das verbot einen
leeren dreifufs aufs feuer zu bringen, Skuld, hier königin,
zaubert in einem schwarzen zeit, aal ihrem seidhiallr: sat
t slnu svarta tialdi ä seidhialli stnum, skipttr nft avA am.
IBXBN 991
Sern diiBDi nfrtt komi eptir biartan dag. foraaM. 8ög. 1, lOft^
Bei den nord. Zauberinnen herschl noch die gäbe und das
bedürfni» der weissagyng vor, die bei den deutschen nacht-
frauen und hexen zurücktreten. Andere zttge des nordi-
schen zauberglaubena flechte ich lieber der nun folgenden
darstellung unarer eignen alterthümer ein.
Das christenthum bat den begrif zaubertibender weiber
als heidnischen nicht blofs bei Römern und Griechen, son-
dern auch Gelten und Germanen vorgefunden, aber vielfach
verändert; Vorstellungen der ketzer und was man diesen
zur last legte mischte sich darunter und aus allem zusam-
men mufs die Zauberei erklärt werden, bis auf die jüngste
zeit ist in dem ganzen hexennoesen noch oflbnbarer zfMom-
menhang mit den opfern, und der geisterwelt der alten
Deutschen zu erkennen. Hieraus ergibt sich die Ungerech-
tigkeit und Ungereimtheit der späteren hexenverbrennungen
von selbst.
Ein uraber unter alle Völker gedrungner wahn leitet
aus der Zauberei das vermögen ab, die gestalt zti bergen
und zu wandeln. Zauberer , pflegten in wölfe , Zauberinnen
in katzen ilberzugebn; der wolf war Wuotans, die katze
der Froüwa heiliges thier^ zweier götter die es vorzugs-
weise mit Seelen und geistern zu thun haben, der zauber-
kwdige nahm eine larve, grima (s. 218)*] einen troUsham
vor, mittelst deren er sich unkennbar machte und rasch
durch die lüfte fuhr, wie die geister grtmhelme, helid-
helme (s. 432) anlegten; den begrif der zauberin sehen wir
häufig dem der larve^*) begegnen, die leges Roth. 197.379
setzen etriga quod est magca; etriga quae dicitur masca.
dieser letzte aasdruck soll im verfolg weiter besprochen
werden.
Den Zauberinnen steht aber auch vogelgestalt , feder-
kleid, namentlich das der gans zu gebot, alterlhümlich
aufgefafst des schwans, und sie gleichen schwanfrauen,
walkyrien, die durch alle lüfte fliegen und sich zur schlacbl
versammeln, von der Vorstellung des Zaubers ist die des
flugs und ritts durch die luft (s« 398) unzertrennlich, und
*) und Grima ist altn. name fär eine zanberin so wie Grfla (die
grauen, greuel erweckende). Sa. 210*.
**) sollte hagehart (larya) gl. herrad. 189* mit bag in hagezua«
ZDaammenhisgeu? sonst heifst larve auch schemhart, wovon ander-
wärts ausführlicher; bei yermuromuogen wurden bfirtige larven Tor-
geDommen. ich bin sogar versucbt den zweiten theil Ton hagazusa
aus ftussa (lodix), oder zusa (ciagulum, strophium) Graff 5, 711 zu
erklären, vgl. mhd. oüse (eir nu) Diut. 1, 43a 459. 460.
998 HBtfiM
cKe alte Thrüldr wird zor drut (s. d94), die Rolda zur tin-
holdm. gleich den holden geistern ziehen unholde mit dem
wütenden heer in den luften. sie sammeln sieh in hwnfen
zu gemeinschafllichem amt.
Hiervon sind also heidnische opferbrfinche gar nicht
auszuschliefsen. Schon unsere ftitesten volksrechte, zumal
das salische, wissen von ^iusammehkiinften der hexen «um
kochen y und ich erinnere an jene gotländischen sudnautar
(oben s. 50) beim opfer. lex sal. cap. 67 ist als ehrenrüh-
rigste schelte hervorgehoben, dafs ein mann hexehkesseU
träger geheifsen werde: 'si quis alterum chervioburguro,
hoc est sirioporHum clamaverit, aut illum qui inium dicitur
portasse, ubi sirias (d.h. Striae) cocinanV chervioburgus
habe ich RA. €45 zu deuten gesucht*), wer sich hergibt
den hexen ihr geräth zu tragen wird mfinnern verächtlich;
er kann auch blofs strioportius, hexenträger heifsen, sie
haben ihn dazu gedungen, eines solchen kesselirägen
erwähnen freilich die jüngeren hexensagen nicht, zu ihren
versamlungen nehmen sie aber häufig einen spiebnann^ der
ihnen zu mahlzeit und tanz aufpfeifen mufs, ohne gerade
theilnehmer der Zauberei zu sein, und dieser liefse sich je-
nem handlanger vergleichen. Die worte *ubi Striae eodnant
(andere hss. coquinant, cucinant, die lex emend. fehlerhaft
concinunt) setzt gemeinsames kochen und sieden (seydr,
S.988) mehrerer Zauberinnen voraus. Im Macbeth kommen
drei hexen, die aber noch weirdsisters (s. 378) heifsen, also
an die alte bedeutung von drüt erinnern, auf einer beide
und in einer hole zusammen, um in ihrem cautdron zu
sieden, sie sind weniger teuflische zauberweiber, als
Schicksal verkündende weise frauen oder priesterinnen, die
aus dem kessel weissagen (s. 49).
Die shakspearischen hexen gleich neben den alten
Wahrsagerinnen der Cimbern, neben dön strigen des sali-
sehen gesetzes zu nennen scheint gewagt; es gibt aber
hier noch andere anknüpfungspuncte der ältesten an die
jüngere zeit.
Cap. XX bei abhandlung des heilawAc habe ich mit
vorbedacht die sabquellen unerwähnt gelassen, um ihre
heiligkeit hier in unmittelbare beziehung auf . die spätere
hexerei bringen zu können. Tacitus, in einer vielfach wich-
*) Leo erklärt jetit ans dem celtischen : bwrgiiu sei der treue,
bewaoheode, also diener, ehertfio die kluge fran, zauberin, tod gear,
klug uod bhith , bhe weih : sagae minister, auch sttioporihu ver»
gleiche sich dem welschen jstrjr.ws klug, portius dem welschen
portbi 1^ helfend, dienend, dies hat alles noch viel bedenken.
SALZ 999
tigen tlkUe^ anii. 13, 57 berichlet: ^eadem aestate inler
Hermunduros Chattosque certatum magno praelio» dum flu-
OMB gignendo sale foeeundnm 6t contermiDom vi Urabunt;
super Ubklinem cancta armis agendi religione insita, eos
maxime locos propinquare coelOy precesque mortalium a
dm nusquam propius audiri. iiide indulgentia numinum
iüo in amne Ulisque sikris salem protenire, non ut alias
apud gentes elovie maris arescente, sed unda super arr
deAtem arborum struem fusa, ex contrariis inter se ele-
mentis igae atque aquis concretum'*). Um satzquellea
kriegten auch Burgunder und Alemannen: 'Burgundii sali-
narum finiumque causa Alamannis saepe jurgabant' Amm.
Marc. 28, 5. Dars nicht blofs in Germanien, -anch in Gal-
lien saia durch aufgufs auf glühenden brand gewonnen
wurde, versichert Plinius 31. 7, 39: 'Galliae Germaniaeque
ardentibus lignis aquam salsam infundunt' ; darum . können
auch die gebrauche dabei Gelten und Deutschen gemein
gewesen sein. Solcher salzhaltigen flüsse gab es nun schon
damals in Deutschland ohne zweifei manche und es Mst
sich kaum bestimmt sagen, welcher von Tacitus gemeint
ist**), sie quollen auf bergen, in heiligen Wäldern, man
*) sed bellum Hermunduris prosperam, Chattis ezitio fuit, quia
Tietores diTersam aciem Marti ac Merourio sacrayere : qao TOto equi,
Wri, euncia vieia occidioni dantur. et minae quidem hostiles in ipsos
Tertebant Dieser merkwürdigen worle (s. 38. 109) sidd ist: die Chat-
ten auf den fall des siegs hatten das feindliche heer (diversam aciem)
dem Mars und Mercur geweiht; dies gelühde rerbindet, pferde, min-
ner, alles lebendige was besiegt worden ist, su opfern, mit dem to-
tum hatten die Chatten gedroht, der siegende feind erfüllte es als das
seinige. man darf nicht annehmen, dafs von beiden theilen, am we-
nigsten dafs Ton den Hermunduren dem Mars, Ton den Chatten dem
Mercur gelobt worden war; dann stünde der schlufs mufsig. auch
scheint mir die eigenthumlicbkeit des grausamen gelübdes eben darauf
zu beruben, dafs es beulen Hegterleihem (s. 122. 179) zugleich geschah,
rielleicht fielen Wuotan die minner, Zio die frauen, kinder und thiere
anheim, nichts durfte leben bleiben, wäre nur einem gott gelobt wor-
den, so hitte sich dieser an einem theile der beute genügt; darum
bemerkt auch Tacitus, dafs ein solches gelühde besonders Terderblich
war. Aus der stelle ergibt sich dafs Zio und Wuotan bei Chatten und
Hermunduren verehrt wurden ; römische yorstelloogen Ton Mars und
Mercur liegen fern, sollten die rosse Tor den männern genannt sein,
um auszudrucken, dsfs jene dem Zio, diese dem Wuotan zufallen? denn
dem Mars werden ja thiere gebracht (Germ. 9). Dafs man die auf
der wahlatitte fallenden dem gott weihte bezeugt Hervar. sag. 454:
Heidrekr fal Odni aUan pann val er par haßi faüii til irb6tar.
**) auffallend, wie sich in benennungen der salzflnsse und örter
gewöhnlich die wurzeln ktd und »al begegnen, die ursprünglich beide
den heiligen stof ausdrucken (aXq, uioq und sal, salis; heim Wechsel
lOeO HEXElIi 8ALZ
betrachlete ihren ertrag erb dei' ifalieit goUheit viMÜtelbare
gäbe, besitz der slätte sohlen blutiges krieges werlb, g^
winnung and austheilung de» sfthes ein heiKges geschifl;
wahrsol^inlicb waren opfer uad Volksfeste mit dem sab*
sieden verbunden?
Wenn min etwa frauen oder priesterinnen ^ berei-
tui>g des salzes varwalteteA^ wedn der sabbes$el unfdr
ihrer aufsieht und serge stand; so wäre eiD zusaftimenhang
des* salzsiedens mit der späteren Volksansicbt von der hexe^
rei nachgewie^n: tut gewissen festlagen bellen sieh die
hexen in dem heiligen wald, auf dem berge ein, wo das
salz sprudelt, kochgerälha, iöffisl und gabeln mit sich ftth^
rend; naehts aber glüht ihre Salzpfanne*). Diesen veN
mutungen zu statten kommt ein gedieht der Wiener bs.
428, 154<^ von StHcker odet einem seiiler lands und Zeit-
genossen, welches ich hier einschalte.
Ich bin gewesen ze PortigAl
und ze Döi^t sunder tw^l,
mir ist kuAt KalatrA daz lant ,
da man di besten meiater vant
ze Gholn und ze Parts
d^ sint di pf äffen harte wis
di besten vor allen riehen.
dar fuor ich wanrlichen
Diwan durch diu mnra,
waz ein unholde wasre?
daz gehdrt ich nie gelesen i
wai ein unkolde müge wesen.
daz ein wtp ein ohalp rite,
daz wasren wunderltche site»
ode rit üf einer dehsen ,
ode M einem hüspesem
zwischen H und S scheint jenes oft alterthumlicher oder deutscher,
▼gl. die parlikel harn , sam ; haso , sasa ; hTeits , sv^tas). 4n pago
Sah^eyre in illo fönte uhi naseitur satf trad. fuld. t , 88. HaUe an
der Säle in Sachsen, Halle im RaTensbergischen , Hall am Rocher
(sieder?) in Schwaben, Hallein an der Salia in Baieru, Hau und
Hallstadt in Ostreich, Hall im Tiroler Innlhal, Alleudorf f. Hallendorf
in Hessen, und andere örter mehr haben Salzbrunnen und aalzwerke;
aowol der name Halle als Sala^ Saltaha beziehen sich auf das salz,
warum aber haben flüsae die S , Städte die H form ? Soll kalk
blofs die hätte oder kote (taberna) bezeichnen , welche zum betrieb
der saline gebaut ist (Frisch 1, 401), so würde dieser allgemeine
sinn fast für alle dörfer passen, in denen hülten Stefan.
*) ahd. salzsuli (salina) salzsöt, ags« aealtseid (salzbrunne). nach
emer stelle bei Ihre s. y. geid liefse sich dieser ausdruck (Torhin s.
986) unmittelbar auf salzsiedeo beziehen; statt soHt eoctura ist abar
zu lesen iaUs coctura.
vmm. UiM tooi
ob des al diu weit 8wö«re
doch wolde ich itn nimmer gejebeo,
ich enhet ei mit mfnen ougen geseheOi
warnd iS loürde uns nimmer Hure
Sm fols Vd« dem fuigekiure,
•b eio wfp'eineo oTewtft^ über schrill
und dea gegen HuUe rUe
über berge und über tal»
daz si t»te deheioen yal,
dät gelonbe ich niht, «wer d»z seif,
und ist ein verlorniu iirb«il;
und das ein iri/^ ein lib tribe
sunder yleisch und sunder nbe«
dA niht inne wsre,
da2 sint aUez gelogniu msere.
daz ein w!p eift man iber schrite
und im stn herse dt snite,
wie s«me daz einem wlbe,
das si snite üs einem Übe
ein herze, und stieze dar tn strö,
wie möhter leben ode werden fr6 1
ein mensche muoz ein herze habi^n,
es habe sirf od si bescbeben.
leh wil itt sagen msere»
waz stn rehte unholdiere:
daz sint der herren rütgeben
di ir dre furdern seiden und leben,
di sifleüt in zuo den 6ren
und machent si te l6reii,
si niesent ir erbe und ir lanl
und lizent och si ze haut '
scheiden von ^en und Ton guote
Ton TTÖuden nnd h^hem mnote.
dits ist ein würez mnre:
di selben ooholdere
di sougent ük herze unde bluoty
daz yU mangem herren nchaden tuet
Unter Halle ist hier wahrscheinlich das östreichiscbe,
bairische gemeint, und damals herschte in ienen gegenden
also noch der Volksglaube, dafs die unholden auf besen,
ofengabel oder reis (Schm. s. v. dächsen, vgl. diesse oben
6. 248), über berg und thal gen Halle ritten. Wähnte man,
dars sie sich dorther ihren salavorrath nach haus holten?
fast scheint es aus den worten 2u folgern: wenn ihm so
sei, würden sie ihren nachbarn das salz nicht theuer ma- ,
eben (wegnehmen). Da auch Christen kraft und nothwen--
digkeit des salzes anerkannten, so begreift es sich, wientm
umgekehrt den teuflischen hexenversamlungen das wolthtt-
tige saisi abgeiprochen und als Sicherungsmittel gegen alle
Zauberei angesehn werden konnte [abergl. no, lH2j. denn
100t HEXEN. SiXZ« PffBRBSFLBISGH
der hexenküche und den leoflisehen maUseitea feUi gerade
das eab *) , die kirche hatte jetzt die heiligang und wei-
hung des Salzes ttbernommen. Neben das ungetaufte, aus-
gesetzte kind pflegte man zur Sicherung salz zu legen (RA.
457). Die auswandernden Salzburger tauchten den benetz-
ten finger in sab und schwuren. Zauberern und hexen
wurde misbrauch des sal%es zur taufe von thieren schuld
gegeben. Ich finde hier der erwähnung werth , dafs die
zauberkräftigen riesinnen der edda nicht allein gold sondern
auch sah zu malen verstanden (Sn. 146. 147) und durch
jenes ruhe und friede, durch dieses seesturm folglich Un-
wetter herbeigeführt wurde.
Gleich bedeutsam scheint mir die anwendung des pferde--
fieisches und überhaupt des pferdes unter den Zauberern
und hexen, es ist s. 41 gelehrt worden, dafs die Heiden
ihren göttern pferde opferten und die neignng zum genufs
des Pferdefleisches noch lange zeit verhafst blieb und als
hinneigung zum heidenthum ausgelegt wurde; erst heutzu-
tage beginnt der Widerwille vor dem essen eines so reinen
tbiers zu weichen, den hexen wurde nun schuld gegeben,
dafs sie in ihren Zusammenkünften diese speise liebten,
d. h. noch heidnischer opfer pflägen. Henry Boguet in
seinem discours execrable des sorciers, Ronen 1603 p. 82.
83 erwähnt nicht nur: ^qu'il y avoit une grande ckmdiere
sur le feu, dans laquelle chacun alloit prendre de la chair\
und 'mais il n'y a iamais du seVy sondern auch ausdrück-
lich 'que la chair n'est autre chair que de cheuaV Nimmt
man hierzu, dafs das aufrichten der pferdehäupier [sAi]^
mit jenen opfern zusammenhängen mufs , ins Johannisfeuer
pferdehäupter geworfen werden (s. 585), jener spielmann
der hexen in ihren Versammlungen oder andere gespenster
(s. 809) auf Pferdeköpfen dudeln ***) , während der teufel
*) ebenso Ififst man ihnen das gleich nothwendige broi abgefao;
ohne sweifel buken die Heiden zu ihren gelagen und opfern nicht
anders als die Christen.
**) über dies anheften hat Festns merkwürdig einstimmende stel-
len: OeloUr epnu appellttar, qni in campo martio mense ocL im-
molatur. de cujns eafUe non levis contentio solebtt esse ioter Sn-
buranenses et Sacrarienses , ut hi in regiae pariete , illi ad turrim
Mamiliam id figereni; ejusdemque coda taota celeritate perfertor in
regiam, ut ex ea sanguis desliliet in focum parlicipandae rei dimae
gralia. nnd: PtuUius redimibant eafmi equi immokui idibns oclo-
brtkaa in campo martio, qoia id saerifieiam fiebat ob fragum eren*
tum^ et equtts potius quam bos immolabaUir, quod hie hello, bof
frugibus pariendis est aptus.
***) spielmann auf pferdehopf pfeifend , geigend. Trierer seien
•. 203. Siegborger 8.22a 239. todlenkopf rar gither. Remigios 145.
■BXSNPART 1003
mit pferdefuJi erscheint imd auch aas pferdikmfem gvlnin-
ketk wird, so gewinnt dies alles ein nodi alterthtiniUclieres
anselin heidnischer opferbrftuche.
Stand aber die altheidnische zoberoitong und ansthei-
lang des geheiligten salzes, der genofs des pferdefleisehes
in bezug auf opfer und volksversamlungen , welche häufig
mit einander verbunden waren, so lehren und bestätigen
ihn auch alle übrigen eigenthümlichkeiten der hexeafarten.
zeit und ort lassen sich gar nicht anders erklären.
Es ist bekannt, dafs allgemein in Deutschland ein jähr-
licher hauptauszug der hexen auf die ente mamackt (Wal--
purgis) angesetzt wird, d. h. in die zeit eines opferfestas
und der alten maitersamlung des volks. Am ersten mai
wurden noch lange Jahrhunderte vorzugsweise die uagd»ot-*
nen gerichte gehalten (RA. 822. 824), auf diesen tag fiel
das &öhliche maireiten (s. 736. 737), das anzfinden des
heiligen feuers (s. 579): der tag ist einer der hehrsten des
ganzen heidenthums*). Werden aber zwei oder drei hexen-
feste genannt, zu pfingsten und im herbst, auf Walpurgis,
Johannis und Bartholmaei, so erscheinen wiederum die üb*
liehen feiertage und gerichtstage des mittelalters. dänische
hexenprocesse nennen Valdborg afkai, s. Hans aften und
Maria besögelsesdags aften. Seine dhrliche gerichtszeit
hätte das volk nicht den hexen eingeräumt, wären diese
nicht in althergebrachtem besitz gewesen.
Noch deutlicher zu trifi die örtlichkeit, die hexen
fahren an lauter platze, wo vor alters gericht gehalten
wurde oder heilige opfer geschahen, ihre versamlung fin-
det statt auf der toiesey am etckioaten, tmier der Knde,
unter der eiehe, an dem Mmbaumy in den zweigen des
baums sitzt jener spielmann, dessen hilfe sie zum tanz be-
dürfen, zuweilen tanzen sie auf dem peinlichen rickiplats^
unter dem galgetAaum, in der Sandgrube. Meistens aber
werden berge als ort ihrer Zusammenkunft bezeichnet,
hügel [an den drei Mihelny an den drei köpehen) oder
die höchsten puncto der gegend. Nicht zu übersehen ist,
wie die elben und bitweisen in bergen (s. 441), dafs auch
die serbischen vilen und romanischen feen auf bergen
*) eine rergleichung der hexentlioze in der mainacht mit den
FloraUen, die Tom 28 april zum 1 mai währten (Härtung rel. den
Rom. 2, 142) und bei denen kein mann zugegen sein durfte (Gren-
zers sjmb. 4, 608) , kann man sich gefallen lassen, wenn daher keine
entlehnung des deutschen und celtischen brauchs ans dem römischen
geleitet werden soll, recht verstanden bieten auch die gr. Dianynen
manches Tergleichbare.
1004 IBXVNPART
h8iiseii> eine merkwürdige stelle vom Sftiiber aof ileiii berg
(pnegau, poeg, pny, lat podium) wurde s. 383 angeführt
der ruf einzelner hexenberge erstreckt sich über ganze
reiche, wie nach göttern, opfern, gerichten hohe berge
benannt sind, fast alle hexenberge waren alte opferberge
(s. 51. 52), malberge (RA. 801. 802) , salzberge, bei Rothen-
burg am Neckar auf der Hirschauer markung wird ein
bexenbfitkely unweit Passau ein tmkoldenberg bezeichnet;
gewöhnlich aber gibt es besondere namen. Norddeutsch«
land kennt den Brocken , Brockt oder Blocksberg *) , des
Harzes höchste spitze, als hauptv^rsamlungsort der hexen.
ein beichlbuch des 15 jh. redet von den Zauberinnen, 'die
uf den Brockisberg varen' (Holm, zeitschr. 753); ich
kenne kein früheres zeugnis für den sicher in weit ältere
zeit reichenden Volksglauben, gerichtsplfttze wird im HA.
der Harz mehr als einen gehabt haben, eine Salzquelle
hat er noch heute zu Juliushalle im amt Neustadt, der
name scheint aber weit allgemeiner, in Meklenburg (und
gewis noch andern norddeutschen gegenden) heifsen meh-
rere berge blocksberge (Mekl. jahrsber. 2, 114, 3, 189).
Die übrigen hexenstätten vermag ich nur unvoUstöndig aaf-
zuzftMen. Man nennt noch den Huiberg bei Haiberstadt;
in Thüringen fahrien sie zum Uorselherg bei Bisenach,
oder zum Inieiberg bei Schmalkalden ; in Hessen zum
Bechekberg oder Beckielsberg bei Ottrau, einer alten
Biegenhainischen geriohtsstätte ; in Westfalen zum Köter"
berg bei Corvei, zum Weckingssiein (Wedigenstein , wo
Wittekind oder Wittich hauset) bei Minden; in Schwaben
zum Schwcfrußald y /Zu» Kandel im Breisgau, oder zum
Heuberg bei Balingen, welcher Heuberg **) schon imj. 1506
als hexenberg bezeichnet wird und dem halberstädtischen
Huiberg gleicht; in Franken zum Kreidenberg bei WürE-
bürg, zum Staffelstein bei Bamberg, vermutlich hat aicb
der Fichtelberg und das schlesische Riesengebirge eigne
hexenörter. im Elsafs werden Bischenberg , l^chelberg
(vgl. Bechelsberg) Schauenberg und Kniebifs (kniebeifsend,
von der Steilheit, anderwärts Kniebrecher), auf den Vogesen
Hupella genannt. Der schwedische Sammelplatz heifst
*) mons bructerus! aber Bructerer wohnteo nie dort, fioodeni
ao der wettfälischen Lippe; gruodlo& beziehen andere den namen
Melibocus auf den Brocken, welche form ist die ältesle urkundliche?
Slieler 160 schreibt Brockersberg ; andere Prochelsberg (Proculus),
Brocheltberg, Blochersberg ; Blocksberg (brem. wb. s, y, bloksbarg)
kaan durch bloi'$e erweichung des R in L entsprungen sein» und
berührt sich kaum mii dem scbwed. Biakulla.
•*) Höwberg, Paracelsi opera 2, 259. 260.
HSXBNEAR? MM
BikuäM (Moh Ihre ein meersfelseii xwisfllien Smllaad
uiid Olawl, wöitlich schwarzer barg, w^lclier name noch
mdarn gebirgen zvstehen mag) *), und NasafjM (in Norr-
iaad). auch die norwegischen hexen fahren nskch BiaakoUef
ferner «of Dowefjeldy auf Lyderham (bei Bergen), Kiärru
in Tvedsogn, nach VarcUi und Domen (in Finmarken),
alte solche sammelorte heifsen baholde (böser wall, cam*
pus malus). In Dänemark sagt man ^fare tU Kekhelfj€ld$
(8. 953) d. i. zum isiftndischen berge Hekla (Heklufiall) ;
auch Vide til Trums , fare til TVon»/ d. i. nach Trom-
menQeld, einem berge der norwegischen insd Tromsö,
ganz oben an der Finmark. Die neapoUianisehen stregbe
versammeln sich unter einem nufebaum bei Benevent,
das Volk nennt es die beneventisefae hocheeit; gerade an
diesem* ort stand jener heilige bäum der Langobarden (s. 90.
615), hier hangt die hexa*ei wieder deutlich an altheid-
üischem euilus. italienische hexenberge sind der Bwrco
di Ferrara, der Patemo die Bologna, Spinato della Miran*
doia, Toesole die Bergamo, und ein borg: la oroce del
pasticcio, dessen läge ich nicht weirs. in Frankreich wird
der Puy de Dame bei €lerm<mt m Anvergne ausgezeichnet,
andere landscheften heben andere berge. Die spanischen
hecbizeras hallen ihren tanz auf der keide von Baraona,
im sande von Sevilla, im geßUe von Cirniegola ; in Navar-
ra auf Aquelarre^ was baskisch bockswiese bedeuten seil.
die serbischen hexen na pometno guyno (der gekehrten
tenne), wahrscheiiiHch auf einem hohen borg; die uogri-
sehen aof Küpasn tetö (dem kahlen scheitel), einer spitze
des Tokaier Weinbergs **) , wozu das 'na tiysfigore' der
polnischen Zauberinnen (Woyoicki 1, 17, 2, 77) stimmt, ein
theil der Carpathen zwischen- Ungern und Polen heifstpoln.
habia gora (altweiberberg), ich kann nicht sagen , ob dahin
hexenfeste verlegt werden ? auch die Kormakssaga p. 76.
204. 222 nennt ein Spiäkanufell (berg der weisen frau).
Am viHrabende Johannistags läfst der litthanische Volksglaube
alle Zauberer zum berge Siairia geflogen kommen, wo sie
von Jauteritay einer gewaltigen Zauberin bewirtet wer**
den ***). Merkwürdig, wie durch ganz Europa hin die
*] nach Joh. Westhovius praefat. ad yitas saoctor. hiefs eine wiod
und wettermachende meerfraa ßiakuUa; Afnkiel I, 35 itellt' eine
meergöUin BhhyUe auf. bergei bl& (der schwane berg) AfYidst^a
2, 302. 305.
*M Szirmai notitia comitaUM zempleniensii. Bndao 1803. p. 3,
ond Hangaria in parabolis «. 158. 159.
'*) tendoDgen der kurlind. geaaHtohafl, Milan 1840 1, 47k
••<
1006 HEXBNFA&T
wallfarten der Heideii zu opfern und festen von dem chri-
stenthnin in einförmige y übereil ttbniiehe zaubere! umgewan-
delt werden, hat sich die Vorstellung dieses zanbers unter
jedem Tolk von selbst gestaltet? oder ist (unglaublicher) ir-
gendwo der ton angegeben worden, und von da aus weiter
vorgedrungen *) ?
Dafs schon nach heidnischen begriffen des alten Nor-
dens die Zauberinnen . abendUch und nächilich auffuhren
oder ritten ergibt sich deutlich aus der edda. Hedinn
zog eines abends einsam durch den wald, da stiefs er
auf eine tröilkona, die ihm ihre fylgd (ihr gefolge, gleich
einer schützenden valkyrja) anbot, was er ausschlug. Siem.
146*. eine bedeutsame sage wird Sn. 175 nur beilftufig
berührt: als Bragi der alte (994) epäi abends dwA
einen ioald fuhr, begegnet er einer tröUkona^ die ihn
mit einem lied anredete und fragte, wer da fahre? dabei
nennt sie ihm ihre tröllnamen und Bragi ihr seine dichter-
namen in dem lied, das er zur antwort entgegnete. Darum
heifst nun die zauberfrau qveldrida (abendreiterin) Sem.
143^ und myrkriia (dunkelreiterin) Smm. 77*, worunter
ungeheure, übelthütige riesemoeiber gemrint sind, wilde
frauen, waldminnen, iarnvidjur (s. 451), auf deren Ver-
nichtung die holden ausgehn. 'hefi ec qvaldar qveldridor^
ich habe die hexen getödtet, sagt AUi. ihr ritt biefs
ffondreid (vectura magica) Nialss. s. 195, gandr ist sonst
wolf, ioölfe sollen sie bestiegen und mit schlangen ge^
%äwni haben: Yann tröllkono, sü reid vargi ok hafdi
orma I taumamJ 8mm. 146*. 'Hyrrokin reid vargi ok
hafdi höggarm ai taumum.^ Sn. 66. ein runenbild (bautil
1157) stellt vor, wie ein tröU auf dem wolf reitet und
einen krummen zweig zum zäum nimmt ein schwed. volfcs*
lied läfst sie auf dem bär reiten, den loo^ als satte! über-
legen und mit der schlänge peitschen: ^bjömen den A
red hon uppa, ulfven den hade hon tili sadel derpä, och
ormen den hade hon tili piska.' sv. vis. 1, 77. es ist nicht
zu fibersehn, dafs die serbische eila, die viel eibischer
gehalten ist, auf einem Ursche reitet (vgl. s. 434) und ihn
mit einer schlänge zäumi. Unter den namen der Zaube-
rinnen Sn. 210^ steht Munnrida^ mundreiterin, vielleicht
*) bei nächüiehen bergversamtiUungen können noch andere heid-
nische Yorstellan^en berücksichtigt werden, riesen und elbe hauieo
auf bergen. Plinius 5, 1 sagt yom Atlas in Mauritanien : iocoUrain
neminem interdiu cerni ailere, omnia — noctiboa roicare crebris
ignibua, Aegipanum Satyrorumque laaciWa impieri, tibianim ao fitto-
larum cantu, tympanorum et cymbalorum sonitu strepere.
■BXraflPART 1007
im moad den schbrngenzaum bähend ? daneben steht auch
Ihmnkarpa ( nach Biörn rigscnr oris ex . gelu ] , beide ans-
drfteke fordern genaueren aufsehlufs, doch in jedem fall
wird -rida znm begrif des nftchtlichen reitens gehören, ein
diebter (Sn. 102) bedient sich der Umschreibung qeeldruimin
gven (femina yespere excurrens). Gleich dem salischen
gesetz (s. 998) kommt auch Vestgotalag bei gelegenheit
ehrenrühriger schelte auf die hexerei zu sprechen, es heifst
s. 38 'iak sa pu r^t a qmggrmdu iösharäp ok i troUkam^
f»a alt var iam rift nat ok dagher' und beinahe mit den-
selben werten s« 153, wo dem lösharef> noch zugefügt
wird ^lösgiurff': ich sah dich mit gelöstem haar und gür-
tet, als tag und nacht sich schieden (in der dilmmerung)
auf der bürde reiten: dürfte man lesen qvigindu, so wftre
es ein reiten auf dem kalby wie im mhd. gedieht (s. 1000).
Weder in diesem gesetz noch der edda wird erzählt, dafs
die zauberweiber an bestimmten platzen haufenweise zu-
sammenkommen, doch reiten die valkyrien zu zwölfen oder
zwanzigen miteinander. Aber die idee des fuickirUts selbst
darf sogar von göttinnen hergeleitet werden : dem Hyndlu-
liod zum gründe liegt, dafs Freyja in finstrer nacht auf
ihrem eber^ dessen borsten glühen, und Byndla (canicnla)
ihre Schwester auf einem wolf hinauf zur heiligen Valhöll
reiten ♦).
Im innern Deutschland lassen sich abstufungen nach-
weisen, vor dem christenthum mögen auch hier die alten
rtesffifien (eteninnen) zauberfrauen gewesen sein, wie in
unserm heldenbuch noch eine solche erscheint (s. 523).
Seit der bekehrung bindet sich die Zauberei an die heid-
nischen götzen der heimat wie des auslands, aber noch
mcht gleich an den teufel, dessen idee kaum unter dem
volk zu wurzeln begann. Die hexen gehören zum gefolge
ehmaliger göttinnen^ die von ihrem stui gestürzt, aus gütigen,
angebeteten wesen in feindliche, gefürchtete verwandelt,
unstät bei nächtlicher weile umirren und statt der alten
feierlichen umzüge nur heimliche, verbotene Zusammenkünfte
mit ihren anhängern unterhalten. Wenn auch der grofse
häufen für die neue lehre gewonnen war, einzelne men-
schen mochten eine Zeitlang dem alten glauben treu bleiben
und insgeheim ihre heidnischen gebrauche verrichten; bald
aber erloschen .diese paganien in der Wirklichkeit und haf-
*) ein zauberhafter mann, der kTeldsTsfr war (abends schlief)
hiefs Kvddülfir (Egilssaga s. 3) ; der name gleicht dem ahd. Nahiölff
womit N. Noctnrnus wiedergibt«
1008 HBXWVAHff
tetan desto dauernder in der flbeiüefwmf -und- iMfcital«-
teiuten pfcantßsie der menacheii, ab sie sieh an voüakAt
und ideii erlaubten oder strüflicken l»reit«h bei heilunfen
oder yergiAungen schloaaen. ttbung, sage uad wahn fnffea
vielfadi in «imader und unmöglioh kau irgend einem jaiir«*
hundert die vomleUung v.erbotner und lakgdHischer Bauberei
gefehlt haben , wenn «wir auch flicht aneugebett verm^enf
wie sie sioh ihm gealaltete« Aber wier allen Christen gieng
die <kandie davon tniMfirottbaf fort, und bildete 6ieh zu ei-
nem leaeren oder fealare« auasrnnkenbeng aus, je nach dem
die kirohe die begriffe des volks eich gewähren liefs oder
strenger zu «tigelfl unternahm, was sie strafon und aas^
tilgen woUle muate ütoWch der onilden oinbildungskraft
ent^gen ^wefden und den grellen schein «iner achaader^
haften realitäft nnnebmen^
tauberer und «anberinnen, davon will ieh aus^efan,
fügen eich j^naitehsit «n den gespanetigen ziiig der gotthei-
ten, an jenes wütende beer, dem mm elbisehe und bö^e
wesen aller jnrt sugeaellte; in der Vilkinaaaga cap» 328,
329 d^igt uns des wilde beer der Ostada (oder Ostaqsia,
wie wol lautete die ursprangUohe namensform?) bedqut*-
same eBknilpfung. sauberinnen aber muaten vQivBugsweM6
göttinnen beigeordnet wierden, aiis ti^elch»n die bekehr^r
eine römische Diana oder jüdische Herodias gefabelt tiatteO)
denen jedoeb (4as volk 4ie hergebrawbto» <eiqbeim>scbie be-
nennung nie gans ent^^. Wie nahe Ji^ es, wenp frau
Boldüf jeqe fi-e^ß, 'Od^er 4bfm4ia (gleichviel ob Follß «, 285,
ob eine ceitiacbe göttin) vormals In» reuigen der elbe nnd
haUhn eivchienen war« sie nun selbst in eioe mkakte zu
verkehren uqd von u^lden «geleiAeB zu lassen» in dem
jeu d*Adans (iahen s. 384) sammeln eich die drei feen auf
einer ^ieae^ wo die ßUm fr4mßn um der stadt ihrer war-
ten: 'or hp^t aUons ent par illeue> lee vieUea fem^i de le
¥ile iiiotts i atendent.' es heetend ateo gemein^baft zwi-
aiehen den feen und he^n.
Zu der e«twiekeUen ansieht stimmt voUkommeHy dals
der lbüiingi&9be Heidelberg aufenthalt der HoUa und
ihres A^erf {ß. 424. 887. 910), zugleich aJt^er sammelort der
hexen war (s. 1004). Keiaersberg (omeilip 3$. 40) Ufst die
naohts fahrende« weiber nirgend anders als m Venmberg
(su 905) zusammenkommen I wo gutes leben, tan/ven und
springen ist. Noch entschiedneres gewicht haben aber die
im anhang s. xxxiii. xxxiy. xxxyi. xlii beigebrachten stellen,
aus denen hervorgeht , dafs bis ins zehnte , vierzehnte jh.
nacht fr auen im dienst der frau Hol^a w bes(im<nteo
qiS:!|L]SNil^T. A909
iKkAtM auf diieren' durch die loflie. r9trei<sben, fbr gehor-
chen «nd ihr Opfer») yw eiiieio Jbiiind mit dßn&.teipf^I «ber
durchaus noch kieine rede ist, J9 diesig mchtfrauefif
bUmkem müit^, d^minae imciumae^ bannet dames (s. 264>
265), hei .Hincmar .lamiae i^ive. geniciales femmae warcQ
uraprQnglieh dfimenischey dlbisobe wesen, die in frau^n-
gestalt er^schieoen und den menschen wphlthaten erwiesen;
Bolday Abundia^ welchen noch ein dritter theil der gan-
zen weit uRterthünig ist (s. 261-265), führen tanzende
reigen an, auf den umziehenden schif der göttin wurden
tanze getreten (s. 239); aus solchem tanz bei heidnischeni
göttercultus , aus dem luftigen elbenian» (s. 438. 439), dem
b4^en der irlichter (s. 868. 869)*) leite ich die idee der
hexeniänsse hauptsächlich ab; wenn auch festtänze heid-
nischer maiversamrmlungen mit dabei angeschlagen werden
können. Den christlichen eiferern schien aller tan^ sünd-
haft und .heidnisch, und sicher stammte er oft aus ge-
bröachen des heidenthyms hur, gleich andern schuldlosen
freuden . und sitten des gemeinen volks, das sich an
grofsen festen seine erheiterung nicht leicht nehmen liefs.
daher die alten tdnee auf fastnachten (s. 730), beim oster-
feuer » maifeuer und auf sonnewenden , bei der ernte und
zu weihuachten; aus einer genaueren Untersuchung der
hergSnge bei diesen festen, als sie bisher gepflogen wor-
den ist, würde sich vieles deutlicher entfalten« Afzelius
2, 5 meldet, dafs noch heute in Schweden sagen von
tänzeH und rei^e» gehn, die das heidnische volk rings
um heilige götterplätze geführt habe: so ausgelassen aber
auch verlockend seien sie gewesen, dafs zuletzt die Zu-
schauer von der wut ergriffen und in den tanz fortgerissen
worden. Wenn in chroniken unsers MA* verschiedentlic,h
der entweihubg heiliger festtage durch toilden taw^ ge-
dacht wird, und der darauf g^olgten strafe, dafs er ein
ganzes jähr lang unablässig fortgeführt werden miiste (l>S.
no. 231); so drückt das wieder den absehen der Christen
vor Überresten des heidenthums aus und gleicht der Ver-
drehung des Wuotanzugs in die jagd des ewigen Jägers **).
Herodias ist jenem kreise der nachtfrauen eben auch zu-
gezogen, weil sie spiel und tcma übte und nach ihrem
*) das irlicht heifsl hexentanz (Schm. 2, 148), sloyen.vefha (hexe)
und selbst die todten liefs man reigen fähren.
**) die geistlichkeit stellte den tanz als nacbäffung der priesier-
lichen procession dar und yerglich ihn der jüdischem abgölterei mit
dem goldoen kalb.
Grimms mytkoL 8» musymbe, 64
10)Ö HEXBNFART
tod als Windsbraut darcfa die lüfte saust. In diese geister-*
hafte schaar versetzte nun der christliche voikswahn zu-
gleich auch meMchHehe sauberifmen, d. h. dem heiden-
thum anhängige, ttbelberttchtigte franen, alte fantastische
weiber: 'et si aliqua femina est, quae se dical, cum
daemonum turba in similitudinem mnlierum transformaia
ceriis nocHbus equitare super quasdam bestias, et tn
eorum (daemonum) cansarHo ännumeraiam esse', und:
'quaedam sceleratcte mulieres retro post satanam conversae,
daemonum illusionibus seductae, credunt se nociumis hom
cum Diana Paganonum dea vel cum Herodiade et innumera
multitudine mulierum equitare super quasdam besHas, et
multa terrarum spatia intempestae noctis sileniio per*
transire, ejusque jussionibus f>elut dominae obedire, et
certis noctibus ad ejus sereitium eeocari.' So dachte man
sich früher*) die hexenfarten, und die gewis noch heidni-
schen benennungen nahtfard, nahtfrowä^ nahiriiä kamen
ganz mit jenen altn. qveldrida, myrkrida (s. 1006) über-
ein, ich vermag sie freilich erst aus dem 13 jh. aufzu-
weisen : Wh. 1 , 82* 'wil der (Machm^t) helfe spam , so hel-
fen ihn die nahtoam; daz sint aldef ^tbe troume;' L^.3,10
'ez konde meinen bewarn, ich mües eine ^% fam mit der
nahtfrouwen (der göttin); dö sprach ich zuo mfme ge-
sellen: als schiere s6 ez naht wirt^ diu vart mich niht
verbirt, ich sol Itden gröze not, bezzer w»re mir der tot.
ist aber daz mir wol ergdt, so kum ich umb die hankrftt,
des enwäiz ich aber niht. mtn triu, du solt mir ein lieht
kleiben hin an etewaz, daz ich kunne dester baz komen
*) das burchardische excerpt (vgl. meine Torr. zur eraten aasg.
I. xxiy] kann weder herrühren aus dem ancjranisehen concil a.3l4},
. dessen drucke und hss. die stelle nidit haben, noch tod Auguslin,
bei dem sie zwar im Iraelat de spiritu et aoima cap. 28 (opera ed.
Bened. AntY. 1706. 6, 525) Yorkommen (mit hiozufugung Yon *el
Minerva* hioter Herodiade), denn diese schrift ist unlergescboben,
wie wot sehr frühe, Biener glaubt (zeilscbr. f. gesch. rechtsw. 12,123)
schon im sechsten jh. , was ihr also für unsere Untersuchung wenig
an werth benimmt. Aus ihr mag auch Region (ed. Waschersl. 2i
371) der filteste echte gewährsmann schöpfen ; dann folgen Barchard
im eilften, Iyo (11, 30) und Gratian im zwölften jh. Albertus M. in
summa IheoL 2, 3l (opp. 18, 180) hat: 'cum D. P. dea yel Herodisde
et Minerva.' Die stelle soll sich auch in einer angedruckten vita
Damasi papae finden und auf eine römische sjnodus von 36.7 zu-
rückbeziehen (Soldan s. 75). Mir verschlägt es nichts, wenn bereits
das concil von Ancyra oder die röm. sjnode der nachifahrenden Diana
und Herodias erwinnen , weil Diana , die auch den alten Römern
' wald , jagd und nacht beherschte , ohne zweifei den neubckehrlen
Christen der ersten jhh. als zaubergöttin erscheinen muste.
HEXBNFAirr 51011
her wider hein: Uetb«z an einen stein oder kleibes an die
want/ in dieser . zweiten stelle ist merkwürdig , dafs die
frau dem' einfftitigen mann ihre angebliche ausfahrt als ein
schwieriges, unvermeidliches unternehmen. schildert ^). Bei
Yintler (anh. lyiii) • heifst es : 'so farent etlich mit der
(nachsyar auf kelbern und auf pecken durch stein u. durch
stecke.* käiber und bocke sind also jene ^quaedam beiHae.*
Wir sahen s. 686 sogar auf einen am himmel ziehenden
Stern den namen nachifare passend angewandt. Joannes
saresberiensis, der in England und Frankreich lebte^ (f
1182) und an dämonischen einfiufs glaubte, hat im Polier.
II, 17 folgende merkwürdige stelle: äquale est quod noclj-
culatn (vielleicht nocticolam oder noctilucam?) quandam
vel Herodiadem j vel praesidem noctis dominam consUia
et caiwentus de nocie asserunt cowcocare, varia celebrari
coniotoia^ mifiuteriorum gpecies diversis occupationibus
exerceri et nunc istos ad poenam trahi pro meritis, nunc
älos ad gloriam subliihari, praeterea infantes exponi lamiis,
et nunc frusiaüm discerpios edaci ingkme in eenirem
trqjectos oongeri, nunc praesidenäs miseraüone rejectos
in cunas reponi, quis vel caecus hoc ludificantium dae*
monum non videat esse, nequitiam ? quod vel ex eo palet,
quod mulierculis et viris simplicioribus et infirmioribus in
fide ista proveniunt.' Ich will noch andere entscheidende
Zeugnisse aus französischen gegenden über die beschaffen-
heit der nachtfarten beifügen, alle dem 13 jh. gehörend,
man wird ihre analogie nicht verkennen. Die acta sanct.
32 jul. p. 287^ schöpfen aus einer pergaro. hs. des 13 jh.
folgendes, was in den älteren lebensbeschreibungen des
Germanus fehlt, aber auch in die legenda aurea cap. 102
eingegangen ist: 'hospitatus (sanctus Germanus autissiodo-
rcnsis) in quodam loco, cum post coenam Herum mensa
pararetuTy admiratus interrogat cui denuo praepararent ?
cui cum dicerent, quod bonis illis muHeribuSy quae de
nocte inceduni^^]j praepararetur, illa nocte statuit s. 0er*«-
manus vigilare. Et ecce, videt multitudinem daemonum in
mensa, in forma hominum et mulierum venientem. Qui
eis praecipiens ne abirent, cunctos de familia exultavit,
inquirens, si personas illas cognoscerent ? qui cum omnes
foicinos suos et eidneu esse dicerent misit ad domos sin-
*) unter nachimar (nachtpferd) yersteht man nicht die ausreitende
hexe, sondern eine den schlafenden drückende, reitende elbin (s. 262.
abergl. 878).
**) lifst sich auf dies nächtliche umgehn der ahd. ausdnick dgengun
lamiae (DiuU 2, 174) deuten?
64»
1012 HEXBNEAKT
galoranii daemonibus praeoipieng ne abireht. Bi eece,
omnes in suis leclulis sunt invenü Adfurtti igitnr s^ dse^
mones esse dixerunt, qui sie hoimttibiis illudebant.* Guiliel-
mus alvernus p. 1066: ^idem et eodean nftodo sentiendiin
est tibi de aliis malignis spiritibus, quos vulgus sityges
et lamias vocant, et apparent de nocte in domibus,
in quibus parvuli nutriuntur, eosqiie de ctmabulis raptias
laniare vel igns ossäre videntur^]. apparetnt antem in
specie eeiulaarum. Vetnlarum. autetn nostramm desipientia
opinionem istam mirabiliter disseminavit et provexit atque
animis mulieruro aliarum irradioabiliter infixit. Simiiiter
-et de dominabus nocturmSy quod bonae mulieres sint, et
magna dona domibus quas frequentent per aas praestentur,
mulieribus potissimum persuaserunt; et ut ad unum dicam
pene omnes reliquias idololatriae retinuit et reserv^vit et
adhuc promovere non cessat anilis ista fatüitas.' Vineen-*-
tius bellov. spec. mor. IIL 3^ 27: 'cum in quadam parockia
homines talibus erederent, quidam ribaldi transfiguraveruat
se in similitttdiiiem muHerum^ earum assumto habito, et
domum cujusdam divitis rustici cum torüis (fackeln) in-
trantes et chareas ducenies snppressa voce canebant galiice
hin en prenes, ceni en rendres', latine: anom accipite,
eentum reMitel et sie in ocniis rustici domiim ejus eva*
euaverunt omnibus bonis dicentis uxori suae: 'tace, et
Claude oculos, divites erimus^ quia bönae res^*) sunt, et
centuplicabunt bona nostra/ Ferner derselbe: 'cum quae*
dam vetula volens blandire suo sacerdoti diceret ei in
ecciesia: domine, multum me debetis diligere, quia libe-
ravi vos a morte: quia cum ego eadebam cum botUs rebus^
$nedia nocte iniravimus domum eesiram cum kmimari*
bu$f ego videns vos dormientem et nudum, cooperui vos,
ne dommae noitrae viderent nuditatem yestrav, quam si
vidissent ad mortem vos flagellari fecissent. Quaesivit sa*
cerdoSi quomodo intraverant domum ejus et camerain,
cum essent fortiter seratae? tunc ait illa, quod bene in-
trabant domum januis dausis. Sacerdos autem vocans eam
*) als Demeter das kincl Demophoon tags mit ambrosia salble,
mit ihrem söfsen alhem anbauchte, nachts um alles sterbliche an ihm
lu Tenehren ims feuer UgU und der kaabe gedieh, endlich die laa-
sehende matter es gewahrte und laulklagend aufschrie, da war das
wunder unterbrochen, hjmn. in Cer. 236 — 263. ebenso salbt uud
Ivrgi im fmer Thetia ihren neugebornen söhn Achilles. Tgl. aber
auch das na^tu^fffu* ra ß()*9^ 6$n x^q ^loyoq und ponere jusia ignem
oben s. 592.
') guoHu teOÜr (t. 411), TgL tmredtte ^m^ (s. 983; > Muherei.
**\
/HEXEN IMS
intf» caneellatn, cImiso ostio yetberavit etm cum baoulo
cnicis dieens ^ex^e hinc, domma sorHk^P «( eimi nan
posset exirc; emisit eam sacerdos dioens: 'modo videt» i[uam
fatuae estis, quae somnioram ; creditis vanitatem.' dieser
priester geht recht vernünflig mit der zauberin um und isl
fern davon sie peinlich zu hetzen. Gervasius tilberiensis
% 85: Hamiae dicuntur esse mulieres, quae noctm domon
momentaneo discursu penetrant ^ dolia • vel copbinos, can^
tharos et oUas perscrutantur, infantes ex cunis extrahunt,
kminaria accendunty et nonnunquam dormientes affligunt*-
3, 93 versichert er frauen gekannt zu haben ^ welche be-*
haopteten: 'se dorraientibus viris suis cum coeiu lamiarum
celeri penna mare transire, mundum percurrere, et si quis
aut si qua in tali discursu Christum nominaverit, statim in
qaocunque loco et quantovis periculo fecerit, corruere.'
so sei einmal eine in die Rhone niedergefallen, 'scimus
quasdam in forma caitorum a furtive vigilantibus de nocta
visas ac vulneratas in crastino vulnera truncationesque
ostendisse.' Also die hexen ziehen im nächtlichen reigen
gütige frauen*), denen der mensch tische deckt, wie be^
suchenden feen und elben (s. 379. 383. anh. xxxvni), weil
sie glück bringen und vervielfachen, das hausgeräthe un-
lersuchen, die kinder in der wiege segnen, heidnisch war
dieser aberglaube, denn Christi name durfte nicht ausge*
sprochen werden; allein für teuflisch galt er noch nicht.
zwar mengt sich schon die Vorstellung von kinderraub
(dessen auch die elbe geaiehen werden, s. 436) unter und
steigert sich zu grausamem braten und f>er%ehren; aber
auch das hängt an mythen von elben und göttinnen und
wurde den zauberfrauen von jeher zur last gelegt, hier
wird noch die vorsitzerin und ordnerin des festes als mit*
leidig gerühmt: sie lasse die entwandten Säuglinge wieder
in die wiegen zurücktragen.
Crescentia, die sich zur kinderpflege hergegeben hatte,
wird als unholde angeredet: 'waz huotes du ddse, ubele
hombldsel du soldes billecher da ce hols&e vam, dan die
megede hie bewarn; du bist ein unholde und sizist hie
behangen mit golde.' Sie versetzt: 'got weiz wol die
sculde, ob ich bin ein unholde, oder ie dicheinis zouberes
gephlac' cod. pal. 361, 73^ 72«' (umgedichtet kolocz. 261.
262). Man glaubte also im 12 jh. dafs die unholden in
den wald fahren, zum wilden beer, und hörner blasen.
*) die auf zaubere! angeklagte Jungfrau Ton Orleans wurde ge-
fragt: *8i eile B^ait rien de ceux qtd vont avecq hs fees?*
a<»4 HEXEN
gane wie Tutosel, als tutende, pustende eule^ d.i. sirix
im wtttenden beer zieht (s. 874) ; sollte hortuta, eine schelte
im Vestgötalag s. 38 horf^ta^ Aom^to gewesen sein?
altn. f>iota (ulülare), goth. {)othaürn 0txAnr/| ; . die genaue
bedetttung von däse^ wenn es nicht dwAse, twAse ist (s. 867),
entgeht mir. solche unholden sind nachtfrauen, bonae
dominae, weit eher als teufelsgenossinnen. Das fahren tu
höh und toald drückt den verwiesne, gebannte leute tref-
fenden fluch aus, deren aufenthalt in der einöde unter den
Wölfen ist (RA. 733), für die der wald mutter wird (schüma
ti mati I) , vgl. saltibus assuetus (oben s. 450). Noch der
heutige schwedische Volksglaube schuldigt alte, weiber,
die. einsam im walde hausen, an, wölfe, wenn sie gejagt
werden, aufzunehmen und zu bergen: man neiint sie var-
gamödrar ( wolfmütter ) und eine solche > meint das lied
von Sämung (Siemtngr s. 341): 'ihde satt ganUa djuramor^
rörde med näsa i brande' (innen safs die alte thiermutter,
röhrte mit der nase in die kohlen)*), hier geht die lang-
nilsige unholdin deutlich iii den begrif der alruney die
sich mit waldschraten mischt (s. 376) und der u)ü(bm
waldfrau (s; 403) über, sie gleicht der altn. iämeidja
(s. 451).
Was aber diese mildere, den teufel aus dem spiel
lassende erklärung des hexenwesens, wie. mich dünkt j vol-
lends bestätigt sind die im anhang abgedruckten farmein,
gröfstentheils geschöpft aus acten der letzten jhh., als in
der Volksmeinung das band zwischen hexen und teufel längst
entschieden war, beziehen sie sich nie auf teuflische, überall
auf elbische oder gar christliche Verhältnisse. zum theil
mögen sie von hohem alter, heidnisches Ursprungs und
durch lange mündliche Überlieferung fortgepflanzt worden
sein, ihre heilende oder schadende kraft beruht auf dem
glauben an elbe und ^^/er, deren stelle später engel
und heilige namen vertreten, wie alb und eibin, zwerg
und %werginy b%lm% und bilwisAn (s. 441) aufgerufen wer-
den, stehn in der alten ags« formel (anh. s. cxxvu) Ha
gescot, ylfa gescot und häglessan gescot nebeneinander.
Solche formein, deren werte den hexen ^ des 16. 17 jh.
längst unverständlich sein musten, thun mit einem mal
die Ungerechtigkeit der wider sie erhobnen anklage dar.
Bedeutsam scheint mir, dafs die phantasie der gemarter-
ten hexen zuweilen noch ausdrücklich ein fahren 'auf
Venesberg und in das paradis* bekennt (Mones anz. 7,
*) Afielius sagohifder 1, 38. 43.
VBXm MU
436) also den alten etbischien oder gar
halt der Seligkeit, nicht einen teuflischen meint
Die allmäliche eindrflngnng des teufels^ von dem, naeh
dem glauben der kirche, menschen besessen wurden (s. 967)^
erläutert sich leicht, sein begrif war den Deutschen ur-
sprünglich fremd , sie hatten ihn schon frühe, durch über-
Uraguag auf ein weibliches wesen zu popularisiren gesucht
(s. 042. 943). Umgekehrt aber muste nun alles was sie
Ton frau Uolda erzfthlten, da mit der zeit die christliche
Torsteilung eines männlichen teufeis überwog, auf ihn an-
Wendung. finden.. Aus der botmäfsigkeit und dem gefolge
jener, unholden nachtfrau traten, die hexen über in die ge-
Seilschaft des teufeis, dessen strengere, schärfere naiur das
ganze Verhältnis in bösartigeres, sündhafteres steigerte. Jene
nächtlichen zaoberfarten beruhten noch auf der genieinsa-
men Unterwürfigkeit, welche der alten göttin gebührte, die
frauen fuhren in ihrem, geleite; jetzt holt der teufel die
weiber.ab und trägt sie über borg und thal (s. 964. 980),
es entsprang die Idee eines buhler%»ohen bündnisses zwischen
dem teufel und jeder einzelnen hexe.
Faden des Zusammenhangs lassen sich in menge nach-
weisen. Geisterhafte wesen konnten in nähere und ver-
trautere läge ZV den menschen versetzt werden; ein ganzes
elbisches geschlecht bindet peine Schicksale nachbarlich an
das heil oder Unheil eines menschlichen, hausgeister wid-
men sich dem dienst eines menschen, dem sie mit eigen-
sinniger, überläsiiger treue anhängen (s. 480); allein diese
Zuneigungen werden weder durch förmlichen bund hervor-
gebracht noch .sind sie .dem menschen gefährlich, ein gleich
zartes . unschuldiges Verhältnis besteht zwischen ihm und
seinem angebornen schützenden folgegeist (s. 830).
In bildung ihrer eigemumen sind die teufel der hexen
den elben und kobolden. so auffallend ähnlich, dafs man
kaum etwas anders annehmen darf, als dafs fast alle teu-
felsnamen dieser art aus älteren volksmäfsigen benennun-
gen jener geister entsprungen sind, eine samlung solcher
namen, die ich aus den hexenprocessen geschöpft habe,
wird uns willkommiie aufschlüsse über den alten elbischen
haushält selbst gewähren, manche sind von heilkräftigen
kräutern und blumen entnommen und sicher aus einer
schuldlosen, keiner teuflischen phantasie hervorgegangen:
Wolgemut (origanum), Schöne (bellis minor, tausendschön),
Luzei (aristolochia), Wegetritt (plantago), Blümchenblau
(vgL die Wunderblume s. 924) Peterlein (petersilie) ; gerade
so heifsen in Shakespeares sommernachtsIr. zwei feen
MM msxmi
PiMMBhioMm (drbsehbiüte) uild Mustafdteed (seflfmmö).
Gleich anmutige werden dem waldleben der geister ent-
khrnt: Grünlaub y Gfünewald, Lindenlaub, lAndenMeig^
Eiehenlaub; Bimbaum, Bimbäumcken] Raukmstrauck,
BuehsbauMt Hölderlin (Holder, hollunder), KfänsUein,
Springinsfeld, Burlebusch / Zumwaldfliehen ; grfinrgel^ktet,
gleich dem teufet (KM. 101) erscheinen die schottischeit elbe
(minstrelsy i, 152. 154. 160. 164), die nordischen huldre
(Fäye 8. 42); laub un^ kränze mu^en bei den alten opfern
wie beim eauber viälf^ch vorkommen^ zumal auf eiohertbmb
sind die hexen angewiesen und brauchen es zum wetier-
brauen (Mones anz. 8, 129). Da der teufel oft schön und
englisch auftritt schon Ls. 3, 72 'in eines jungen mannes
schih') eignen sich für ihn namen wie Jüngling ^ Junker,
SchönhanB, und gern wird ihm federschmuck o^ flägel«
gestait zugeschrieben, darum heifst er Feder, Federhant,
FederUng, Federbusch, Wei/sfeder, Siraujsfeder , Sirau/s-
wedel, Grünwedel, unter allen namen, die die hexen be-
kennen, ist keiner häufiger als Flederwisch (Voigts abh.
62. 68. 69. 105. 109. 113, 129), in volkssagen aber wer-
den kobolde so geheifsen (Jul. Schmidt 158); ausgelassne
zecher pflegten die gesundheit 'allen fiederwischen T zu
bringen (franz. Simpl. 1, 47. 57), unter flederwiseh verstehn
wir das erste glied des flügels^ dessen man sich zum ab-
stUuben bedient, daher auch Kehrwisch ais teufelsname
vorkommt, das schnelle hin und her wischen des geistes
geschickt bezeichnend. Sehr gewöhnlich sind sodann mensch-
Uobe eigennamen, am liebsten in der vertrauten keseform,
wie sie auch kobolden zustehn (s. 471. 472): Hims, Häns^
chen, Junker Hans, Grauhanä (vgl. Graumann s. 945),
Grünhans, Hans vom busch, Heinrich, Grauheinrich,
Hinse, Kum, Kün%chen (vgl. Kueni s. 955), Konrad, Nickel,
Grofsniekel, Marün (a. ^3), Merien, Kaspar, Käsperle,
Dewes^ Rüpel, Rüppel (s. 472), Rausch (s. 484), Wen-
del (s. 349), HemmerHn (s. 166), SUfphel, Junker Stof
(? Christoph, mit bedeutsamer kürzung der ersten silbe, vgl
StÖpchen s.956); wovon einzelne gleich stark an das heid-
nische und teuflische anklingen; Perlehit» (in hess. acten
auch Berlewitzcfaen, Berlewitchen) wahrscheinlich eins mit
pilwiz (s. 441)*). Bedenklicher lauten schon: Leidenoth,
Machleid, Unglück, Reicheher, Hintenhereor , Allerlei'
Wollust (vielleicht blumenname ?) , Schwarzburg, Dreifufs,
*) da die hss. tnnnHart R etnzasrhieben pflegt: in Casse] macht
da^ Volk iUB beilerae baiievue.
HBXBN Hnfl
Kmhfu/$f Kuhh6mehen, Diokbauchy die doch äuoh' aaf
die satyrgestail der schrate oder das qoftleiMle, rnikeimUdhei
des iddnioiiigeiiev Umga^ überhaupt fehn diffen. Das
alte oslerspiel biete! folgende teufetenamen * dar , welobe
mindestehs in den «nfairg des 15 jb. gebi^ren : Koitettm^f
Rosenkran» , Kre%lm y Fedknoisok , RaffenAon , Binke^
bankj Sfriegelgkaim y Sokorbranty Schoppmsiaky Helle**
krug^)j Sckeraemage; ee ist leicht nach deai rorherge-
sagten sie 2u deuten. Italienische streghe nennen den tea*<
fei MarHneliOy Mai^Hne$to und wieder Fibrin& ; firanaös. acten
liefern: maistre Persily Yerdeleiy VerdfoHy JohboiSy Saut^
bimson. ich erinnere noch an Moih (motte) und Cobi»eb
(spinnweb) aus dem semmemachtstraum. Mit den »amen
des jüdischen oder christlichen teufet« haben sie gar nichts
gemein, aufser mit den s. 941. 955 angeführten, selbst ko**
boldisoben **)« Einzelne der aufgestthiten tenfelsnamen
scheinen zugleich auf die hexen selbst gereeht, wie auch
unter den eiben beide gesehlechter mehrere geikiein haben,
so passen die weiblichen kräuter und blumennamen mehr
auf zaubeHnnen.
Liebeihftndel unter geistern und raenselran werden
durch ihren traulichen Umgang herbeigeführt, niemals ge*
schiebt meidung von koboldinnen, nie wird erzählt, defs
kobolde fraiien nachstellen; elbe hingegen stehlen Jungfrauen,
und männer leben in heimlicher liebe mit dbinnen. Aufser
dem dafs Eiberich Otnits mutter unsichtbar bewältigt erin-
nere ich mich aber keines beispiels von buhlerei, wie sie
allen hexensagen zom gnind liegt. Die Vorstellungen von
incubeu und succuben seheinen mir undeutsches Ursprungs,
obwoi sie sich nachher mit denen vom alb und nachtgeist
vermengt haben, eine ags. von Wanley ausgezogne hs.,
ich weifs nicht ob des 12, 11 oder eines noch früheren jh.,
redet von menschen, denen sich der teufel vermische
(monnom^ {)e deofol mid hcemd). Dem späteren begrif der
hexen ist unzlöchtige buhlschaft wesenilich, sie besiegelt das
goschlosseAe bündnis und sie verleiht dem teufel freie macht
über die Zauberinnen : einer reinen Jungfrau kann es nichts
anhaben **^)« otbne diesen greuel kommt hernacli überhaupt
keine hexe vorf).
*) Mones ftchausp. 8. 131 geben heUehruhe für hexe.
**) selten heifst der bnbier Lueifer oder Belzebok (Trier. ac(. 114,
wo ich den mmen jamer für leufei nicht recht Terstehe ; der leidige,
von Jammer, leid? oder elend, epilepsie?).
***) le d^mon ne peut faire pacte avec ane Tierge. Michelet hist.
de France 5, 6a 159. l60.
f) das griech. alterlfaum hatte seine fnAdn vom Umgang der göt-
fDia HBXBN
Es fragt sich, zu welcher zeii hexenbündnisse und
buhlsohaften mit dem teufel am frfiheaten in Deotechland
erwähnt werden ? ohne zweifei gab ersten: anlafs dazu die
Verfolgung und Verbreitung der ketzereieHy. die seit der
mitte des 13 jh. ton Italien und Framkreich her nach
Deutschland kam. In welchem mafse ketzer schuldig oder
unschuldig gewesen seien , die vergröfsernde, entstellende
sage legte ihren Zusammenkünften abgöttische aüsschwei-
fungen zur last, deren Verwandtschaft mit dem hexenwesen
unverkennbar ist Unter den ketzern selbst, .bei ihrer ab-
sonderung, Zurückhaltung .und dem immer wieder. gelin-
genden anknüpfen an neue jünger und theilnehmer. haben
sich uralte glaubensabweichungen und brauche zäh und
hartnäckig fortgepflanzt; ebenso untilgbar erhoben sich
wider sie falsche anklagen, man zieh sie der anbetung
eines thiers oder thierhaupts, das in den teufel flbergieng,
der bald als schwarzer geist, bald als lichter verführen«
scher engel, thierisch am liebsten als kater oder auch kr5te
sichtbar wurde, bei ihren zusatfimenkünften sollen sie
kinder geschlachtet, deren blnt in mehl oder asche gekne-
tet, und nach löschung der lichter untereinander fleischli-
che Unzucht getrieben haben. neugeworbne genossen
^chneten sie durch nadelstich^ dabei wurde dem schöpfer
geflucht, dem bösen feind gleich weltlichen herrn durch
einen^ kus huid und treue geleistet*). Es konnte auch nicht
fehlen, dafs in der uhanstöfsigeren lehre und Übung ein-
zelner ketzer heidnisches und christliches vermischt wurde;
der eifer der kirche muste sich zugleich gegen neue irieh-
ren und Überreste des heidenthums, die sich jenen zuge-
sellten, richten. Den ketzerverfölgungen giengen gerückte
teuflischer bttndnisse und Zusammenkünfte zur seite, die
nun das volk mit seinem alten aberglauben von dämoni-
schen wesen verknüpfte. Überlieferungen von einem bnnd
des teufeis mit männern waren schon früher, wenigstens
seit dem 10 jh. (s. 969) im Occident verbreitet; um so eher
liefsen sie sich auch auf frauen anwenden. Die älteste
sichere erwähnung eines buhlbundes zwischen teufel und
hexe findet sich im j. 1275 unter einem Inquisitor zu
Toulouse**); die erste hälfte des vierzehnten jh. scheint
ter mit sterblicheD (i. 318), unser heidenthum yoo rerbinduDg der
heldeD mit schwanfrauen und eibinnen ; zuletzt konnte die weit rohere
Torstellung eines ttirhUchen Terkehrs des teufeis mit menschen glauben
finden !
*] Soldan gesch. der hexenprocesse s. 103—146.
'*) Soldan a. 147.
HBXBBf 1009
die aBnafame einer teuflischen Genossenschaft (seöta stri-
garnm] vorzüglich in Italien fester gestellt m haben. Bar-
tolus (f 1357) gab ein gutachten über eine hexe ansOrtha
und Riparia im bisthum Novara % die anklage war ihm nen
und ungewohnt, er beruft sich des Verbrechens wegen auf
theologen, man darf nach der ganzen fassung seines ur-
theils annehmen, dafs vorher im Mailflndischen wenig o^er
keine hexeilproceiBse vergekommen waren, es heifst unter
andern: 'mulier striga sive iamia debet igne cremari, con-
fitetur se crucem fecisse ex paltis et talem crucem pedibus
conculcasse: . • . se adoroBse didbohm Uli genua fle-^
ctendo ... pueros tactu stricasse et fascinasse, adeo quod
mortui fuerunt. audivi a sacris quibusdam theologis, has
mulieres/ quäe hmiae huncupantur, tactu vel visu posse
nocere etiam usque ad mortem fascinando homines sen
pueros ac bestias, cum habeant animas infectas, quas dae^
mani eatervfti.' Zwischen den jähren 1316 und 1334 war
eine undatierte pftbstliche bulle Johannes des XXII ergan-
gen, welche die gütßr verurtheilter zauberer gleich denen
der ketzer einzuziehen verordnet. Was nun von Inquisi-
toren und richtem geschah hat Soldan s. 160 — 210 einer
ausführlichen forschnng unterworfen^ ich brauche hier nur
einzelnes hervorzuheben. Alfonsus de Spina in seinem for-
talitium fidei (geschrieben um 1458) üb. 5 berichtet: quia
niminm abundant tales pereersae muKeret in Delphinatu et
Gaschonia, ubi se asserunt concnrrere de nocte in quadam
planitie deserta, ubi est operquidam in rupe^ qui vulgariter
dicitur el hoch de Biteme, et quod ibi conveniunt cum coh"
delis aceenm ei adorant iUum aprum oscnlantes eum in
ano suo; ideo captae plures earum ab inquisitoribus fidei et
convictae ignibus comburuntur; signa autem combustarum
sunt depicta, qualiter scilicet adorant cum candelis praedi-
ctum aprum, in domo inquisitoris Iholosani in magna multi-
tudine camisearum, sicut ego propriis oculis aspexi. man
wird fiberall caper f. aper zu setzen haben, da bock, boc,
bouc deutlich jenen bezeichnet. Das anbeten und küssen
des bocks oder katers wurde gerade den ketzern schuld
gegeben , deren namen sogar davon hergeleitet worden
ist **). diese parodie göttlicher anbetung kann an bocksopfer
*) ffedrockt in Joh.BaptZiletti consilior. seleoU in criminal. caosis.
Francor 1578 fol. tom. 1. consil. 6.
**) *catari (für cathari) dicunlur a cato, quia oaoalantnr poateriora
cati, in cujus specie, ut dicunt, apparet eis Lucifer.* Alanus ab in-
suiifl (*|- 1202) contra Valdenses libro 1» ein besserer name der ketzer
war bofU kominut hon» hammes (Soldan s. t31), ich glaube nicht weä
Vm KBXBBF
der Heiden (&46} and an die heilifkeil dieses tbters (8.632)
geknüpft, ftbfer nach ans der uralten bocksföfsigen gestalt
des teufeis erklärt werden (s. 947). Das Hssen der kröte
(SoIdaA s. 133. 136) stinMnt auffallend eu dem, welches den
eriösnngen weifser fratien vorausgehn mufs (s. 921); hier
begegnen ketzerische meinungen dem aberglauben. Im jähr
13p3 wurde ein biseköf Ton Conventry ib England zu Rom
einer reihe grofser verbrechen angeklagt, unter anderm
'quod dioMo hamagium feoermiy et eum faerit Mculatus in
tergo'; Bonifaz VIII sprach ihn frei ^). Die nemliche be-
schuldigung lastet gewöhnlich auf den späteren hexen« Hartr-
lieb (anh. LIX) redet im j. 1446 von gott entsagen und sich
drei teufein ergeben.
Durch die Inquisition der geistlicheD, durch die zu
gleicher zeit in den gerichten eingedrungene förmlichkeit
des canoniscben und römisehen proeesses, zuletzt noch
durch Innocenz VIII bulle von 1484, den malleus malefica«
rum **) und die peinliche halsgerichts Ordnung wurde seit
dem vierzehnten vier Jahrhunderte lang die Verfolgung und
verurtheilung der zauberinoen unerhört gesteigert, und zahl-
lose söhlachtopfer fielen in fast allen theilen Europas. Das
frühere miltelalter kannte zauberer und hexen nur in jenem
milderen sinn als sagenhafte, dem Volksglauben heimfallende
dbische oder gar teufelbesessene wesen, nicht als wirkliche
von gott abgewichne übelthäter, die gerichtlich verfolgt wor-
den wären, zwar hat man sich vielfach auf die annales
oorbej. berufen, welche ad a. 914 ausdrücklich erzählen,
'multae sagae combusfae sunt in territorio nostro*, allein
diese annalen sind erst 1464 niedergeschrieben und neuer-
dings ganz verdächtigt worden. Mehrere der alten volks-
recbte setzen auf Zauberei strafen ***) ; aber den fällen,
welche vorkamen, lagen doch wirkliche übelthaten zum
viele aus edelem stände ^aren, eher im anklang an andere hedeatan->
gen dieses ausdrucks (ygL oben 8.70). die boni homlnes gemahnen
zugleich an die geisterhaften guten fraucn , bonae dominae (s. 265)
wie die francs hommes an die franches paceles (s. 382). selbst die
guten holden sind dabei nicht zu übersah n.
*) die balle bei Rjmer 2, 934 der alten ausg.
**) den die beiden Ton Innocenz bestellten Inquisitoren Heinricas
Inatitor in Alemannien, und Jac. Sprenger in €öln, mit Zuziehung
des Gonstanzer geistlichen, Job. Gremper, im jähr 1487 abfafaten.
Bald erfolgten bischöfliche mandate, z. b. in Regensburg 1491. 1493.
MB. 16 , 241. 243.
***) lex sal. 22. rip. 83. Visigoth. VI. 2, 2, 3, 4. lex. Alam. add. 22.
eapitnl. a. 789. cap. 18. capil. il. a. 805.
HEKflR um
gmnde^ mord ttnd vergtllong, die:slria ist eine herikaria,
d. h« veaefica*); angesduddigtes wettermachen haben tvol
wenige. mit dem leben gabttfst. Vorzttgtich i)eMerkcttswerlh
sind die gerade gegen solche verhftngten. sirafen« weiche loi
Wahn angeblicher aauherei rnftnner oder fraaen verbrannt
oder got&dtet hatten **); nicht zasberei, sondern. töAang
vermeinter zauberer nennt das aufgekiirte geaetz etwas
teuflisches und heidnisches. Wegen btofser nachtfart nlt
nnhoUen .dächte niemand . daran frauea peiakeh za belangen,
und jener beichtvater des 13 jh. widerlegt das bekenntnis
der domina sortüega aus vemanflgründen (s. 1012)***).
Seitdem aber durch unselige vermenguag der ketzerei and
*] bei Meichelb. no. 683 (a. 853] eine Freisinger dirne venefica;
ad a. 1028 eine maiefica muUer arfes maleficas cum tribus aliis mii-
üeribua exereeoa (Pertz 0, 146) ; ai a* i074 Ea Cölo eine mulier ho-
mifies plerumque magicU artibu$ domealare inlaaiaUi (Laiah. sehafo.
p. 375).
**] capit. Caroli de part. Sax. 5: s\ quis a diabolo deceplus credi-
derit secundum morem Pagaoorum, tirum aliquem aul femioam slri-
gam esse, et homioes comedere, et propter hoc ipsam incenderii^ re\
caroem ejus ad comedendum dederit, capUU setUenHa puniehir, lex
Rolh. 379 : nuHttS praetuaiat aldiam alieoaai aat ancSlaoh quasi stri«-
gam oecideref quod christianis menHbuB ntdUUenut est credtndmm
oec possibiie est« ut hominem mulier tivuid intriasecus possit come-
dere. Wie TOrtheilhaft sticht diese Weisheit Carls und Rothars ab
gegen lunocenz VII ihörichle, grausame bulle I Jene sagae comhaatBe
ip Wofitfalen, wenn das gemeldete glauben verdient, waren schwer-
lich Ton den gerichten yerurtheilt, sondern von dem pöbel selbst aei*
nem heidnischen aberglaoben aufgeopfert, den* die angeführten gesetze
hindern wollten, noch in unsern tagen yersucht di^s Tolk in Frank-
reich, England und fielgwn angebliche hexen eigenmächHg ioa feuer
oder in die schwemme zu Werfen (Horstt zanberhibl. 6, 368. &72.
374). Whites Seiborne p. 202: the people of Tring in Hertfordshirc
vould do well to remember that no looger ago than th« year 1751
(hej seized on two superammaled wretches, crazed with age, and
oTerwhelmed with infirmities, on a suspicion of witchcraft; and by
Irjing experimenls drowned them in a horsepond. Die gazette des
tribunaox no. 3055 4 juni 1835 erzählt einen procefs zu Arcis sur
Auhe gegen Termeinte sauberer angestellt, in deren gescfalecht das
rermögeo lause zu zaubern erblich sei.
y*) allerdings Ssp. 11. 13, 7: 'svelk kerstenman ungelovieh is unde
mit tovere umme gat oder mit yorgiftnisse, unde des yerwunnen wirt,
den sal man Upper hart bemen/ Schw. sp. 149 Wackern. 174 Lafsfa.
Goal. stat. 38, 20. die von Homeyer hinter kerstenman aufgenomme-
nen Worte *oder wif sind später eingeschaltet, wie sie den übrigen
gesetzeo fehlen, und aus dem folgenden relatiyom slen' zu entoehmen
isL der zeit und fassung dieser denkmäler scheint angemessner, dafs
sie Zauberer uud noch nicht Zauberinnen nennen; merkwürdig* aber
▼erknüpfen sie schon a postaste mit dem Zauber, vgl. Soldan 172 — 174.
Biener (seitschr, f. geach. rechtaw. 12« 126) will jene feuersirafe des
1022 HEXE»
Zauberei die vorsteihmg sich befesägl hatte, ' daCs jede hexe
gotl entsage und dem bösen zufalle , gewann alles ein an-
deres ansefaa: sie war als genossin des teufeis, ohne räck-
sicht auf andere verbrechen^ die sie verübt haben könnte,
todes schuldig , und ihre unthat galt für eine der gröfsteDj
schaudervollsten. seit der zeit hörte aber die frühere Vor-
stellung von teufelbesessenen beinahe auf: die phantasie
hatte sich anders gewendet.
Hexenprocesse aus dem 16. 17. 18 jh. sind reichlich
bekannt gemacht, aus dem 15 jh. wenige vollständig f). man
braucht blofs einige gelesen zu haben; durchweg das nem-
liehe verfahren in unbegreiflicher einförmigkeit, immer der-
selbe ausgang. anfangs leugnet die angeklagte: gefoüeri^*]
bekennt sie was alle vor ihr hingerichteten ausgesagt haben,
und dann wird sie aufs schnellste verdammt und perbrannt
(incinerata, nach dem ausdrnck des inalleus). Diese Über-
einstimmung factisch grundloser aussägen erklärt sich aus
dem fortgepflanzten, die phantasie des volks erfüllenden
wahnglauben, ich will es versuchen alle wesentlichen punc-
to hier zusammenzufassen ***).
Sipi auf den fall beziehen, wenn dai geistliche gerioht einen solchen
Bänder als unbufsfertig dem weldicben nbergibt
*) anergibig ist der tractatus de phitonico contracta fratris Tho-
mae Mnrner. Friburgi Brisg. 1499. Mnroer meldet wie ihn in seiDer
kindheit eine hexe gelfihmt habe.
**) die .henkersformel lautet: *du sollst so dünn gefoltert werden,
dafs die sonne durch dich scbeint!' RA. 95. Diut 1, 105.
***) Mainzer hexenacten Ton 1505 und 1511 in Horsts zauberbibl.
4, 210 --218; Freiburger tod 1546. 1627 — 35 herausg. ron Heior.
Schreiber. Freib. 1836; Quedlinburger Ton 1569—1578 in Gottfr.
Christian Voigts gemeinnützigen abh. Leipz. 1792 p. 59^ 160 5 Trierer
Ton 1581 in der trierischen chronik 1825. 10. 196 ff. Ton 1625 du.
108 ff.: Nördlinger Ton 1590-94 herausg. Ton Weng. Nördl. 1838;
Elsafser von 1615 — 35 in den Ht. bl. der börsenhalle Hamb. 1835 no.
1092. 1093: Eichstitter Ton 1590. 1626 — 37 in dem EichstSU 1811
veranstalteten abdruck ; Wemdinger Ton 1620 ausgez. in Mones aos.
7, 425 — 27; Dieburger too 1627 io Steiners gesch. von Diebor^.
Darmst 1820. p. 67—100; Bühler Ton 1628. 1629. in Mones anz.8,
119—132; Siegburger von 1636 in Ph. Ernst Schwaben geschicfate
Ton Siegbuig. Cöln 1826 p. 225 — 241 ; brandenburgische vom 15 — 18
jh. in den markischen forsch ungen 1,238 — 265; Carominer yon 1679
in den neuen pommerschen proTinzialbl. Stettin 1827. 1« 332-^365;
Freisinger Ton 1715 — 1717 in AreUns beitr. 4, 273—327. Brauch-
bare auszöge aus schwäbischen verhören des 15 jh. enthilt der berüch-
tigte malleuB maleficarum (zuerst 1489 gedr.), aus lothringischen acten
Ton 1583 — 90 Nie. Remigii daemonolatria, übers, von Teucer Annaeos
Privatus, Frankf. 1598, aus burgundischen (en la terre de saioct Ojsn
de Joux) vom j. 1598. 1599: Henry Bogvei discours execrable des
sorciers« Rouen 1603 repr. Lyon. 1610. unwichtiger ist Sam. Meiger
HEXEN 1(128
Der tettfei ers^eiiU in gestalt eines sMIliden jttng-
^ogS) federgeichmüdU und buhlerisch; erst als es zu spüt
ist gewahrt die hexe des pferdefu/iei oder gänsefufses %
Er swingl.sie dann gott abzusagen, tauft sie um, wozu
sie sich palhen wfthlen muls, und legt ihr einen namen
beiy so wie er ihr seinen namen entdeckt, ihrem leib wird
ein »eiöben eingedrückt, dessen stelle fortan unempfindlich
ist, auch das kommt vor, dafs ihr aus dem schöpf haare
gerissen ifrerden. zuweilen naht er als maus, bock, krfthe,
fliege, wandelt sich aber bald in menschliches aussehn um.
auch bei wiederholter buhlerei empfilngt die hexe nur kleine
geldgesehenke ; was er als glänzendes geld gab, war beim
licht besehn mist und koth **). Hauptsache ist , dafs an
gewissen tagen der teufel sie abholt oder bestellt zu
nächüichen festen , die in gesellschafl anderer Zaube-
rinnen und teufel begangen werden, nachdem sie sich mit
einer salbe ***) fübe und achseln geschmiert oder einen
de panurgia lamiarum. Hamb. 1587. 4. ScaDdinayische nachrichten:
Njerups udsigt oYer hexeprocesserne i Norden (skand. liUeraturselskabs
ikrifter 19» 339-^394.20, 1—42)» worin lumal lehrreich ist ein ausxug
aas Lern aber norwegisehen heienglauben (19, 385 — 391). trolWä-
sendet i Dalarna, Iren 1668 — 73 in Joh. M. Bergoians beskrifning
om Dalarne. Fahlan 1822. 1, 208 — 219. Aufserdem habe ich gele-
sen Girolamo TartaroUi del congresso noUurno delle lamie. Royereto
1749. 4 und Gonst Franc, de Ganz de cuUibus magicis. Vindob. 1767.
4, iwei fleifsige bucher, des erste in aller italienischen Weitschweifig-
keit abgefafst; weniger nützte mir Diet. Tiedemanns preisschnft de
artium magicaram origin«. Marb. 1787. Scheltemas gescbiedenis der
beksenprocessen. Haarlem 1829 war mir nicht zur band; Gannaerts
bydragen tot bet oude strafregt in Viaenderen, Brüssel 1829 repr.
Gend 1835 liefern s. 475— 491 interessante auszuge; einiges aus jenen
gegenden mitgetbeilt ist in Scbajes essai historique, Louvain 1834.
p. 175—202. Es gibt noch eine uozabl anderer werke: Horsts dimo-
nomagie Ff. 1818 2 bde. zauberbibliotbek Mainz 1821 — 26 6 bde,
und Walter Scott letlers on demonology and witchcraft, Lond. 1830
sind Yon mir fast angebraucht; beide berabend auf emfsiger compi-
lation entbehren rechter critik und gelebrsamkeit, Horsts arbeit ist
daza breit and geschmacklos, Walter Scotts ungenau und fabrlissig.
Die meisten dieser Untersuchungen sind weit ubertroffen durch Sol-
dans gesch. der hexenprocesse, Stuttg. 1843, ein werk Ton dem ich
in meiner Yorrede noch niber urtbeile.
*) *wilde, pflotte föfse.* Nördl. bexenpr. s. 35.
**) alles gottliche ahmt der teufel verkehri nach (s. 938): sein gold
wandelt sich in unrath; wenn aber götter oder gütige wesen laub,
spSne, knotlen schenken, wandeln sich diese in eitel gold (s. 246. 252).
Darum sitzt der teufel verkekri, darum stehen die hexen auf den fufsen
oder tanzen terkehri u. s. w.
***) unffuentum Pbarelis, aus krSutern (anb. s. Lvni); doch die
gewöhDÜche bexensalbe wird aus dem fett eraordeler, ungetaufter
9!6U BBxsn
gttrtei mngekiiiideii hat« beschreitel sie tfedfaoi^ i^echenf
besen, tpitmroekeny gdkaufel, kochUffel oiw vßngabel^
und fährt, eine formel nramelnd, soms homsteni «hinais,
«ber bergr and tha», durch die ififte *). d MelrÜe .Helbl. .1,
1196, gabelreUermj besenreüerm bedeutet hexe und hei
der Hätzlerin s. Lxvn^ quosienpkiderm qaaate perizorne^ cktr
guium) nichts anderes. Nach einer beiflemi* vonSadise»-
heim (Wackern. Ib. 1005. 1006) ersfthUen sage des 14 jh.
bestreicht ein ahes Weib zu Urach das kalb, auf dem der
ritt gesehehn soll, mit salbe. Holt der buhler ab^ so sitzt
er Tomen auf dem steh , die liexe hinten , oder er seigt
nch als bock, den sie besteigt, oder sie fährt mit rossen,
die aus dem boden kommen. Mtere sagen haben, dafs sie
der teufel tu teinen mantel nimmt und so durch die lud
ffihrt, woTon die benennung manlelfakre^ manieifakrerm.
Am Sammelplatz finden sich viele hexen, jede mit ihrem
buhltenfel ein, meistens laoter nachbar innen, zuwcilea längst
verstorbene frauen, einige (die vornehmeren) verlarvt und
vermummt, ihre liebhaber sind aber nur diener des ober-
sten teufeis, der in bocksgesidUy mit scÜwarzem menschen-
gesicht, still und ernsthaft, auf einem hohen shd oder ei-
nem grofsen $fememen Hsch in der mitte des kreises sitzt,
dem alle durch knien und küssen ehrfurcht beweisen, trftgt
der oberste teufel besonderes wolgefallen an einer Zaube-
rin, so wird sie 'zur hexenkönigin ernannt, die den ersten
rang vor allen übrigen behauptet **) und zu jenem nord-
trölla kontogr (s. 996) stimmt. Das unerfreuliche mahl
erhellen schwarze fackeln, die alle an einem licht entzfindet
werden, das dem grofsen bock zwischen den hörnern
brennt, ihren speisen mangelt sah und brot *^% getrunken
wird aus kuhklauen und rosköpfen. sie erzählen sich dann
was sie Obels gethan, und beschliefsen neues übel; wenn
dem teufel ihre unthaten nicht genügen , so schlägt er sie.
Nach der mahlzeit f) , welche weder sättigt noch nährt.
kinder bereitet: angueotum ex membris paeroram inleremptorom ab
eis «Die baptiBmuiB. oialleus malef. II. 1, 3 (ed. 1494. 5U).
*) Simpl. buch 2 cap. 17. 18 ein. soleber aufflag beschriebes;
der ihn. belauschte fährt auf einer bank hinten nach qnd gelangt in
einem hui aus dem fuldischen Bachen wald ins erzatift Magdeburg.
**) Lafferts relationes crimtnales. Gelle 1721. p. S2. 54. Horsts
dlmoDom. 2, 376. 377.
***) doeh esaen sie brot, das sonntags gebacken, fleisch, das sonn-
tags gesalaen ist, und trinken aoiuitags gefafsten weio.
•]•) es gilt dabei auch standcsyerschiedenheit : erst sitsen die rei-
chen lu tisch und trinken aus silfaerschalen , dann die arn»en aus
holsbechsrn oder klauen.
HEXER 1025
begknl der /«m«; tuf cäfiem bäum sitst der spietmatm^
Beine gmge, sein diuMsack ist ein pferdekaypt (s. 1002),
seine pfeife ein knüitel oder kateenschwanz. sie drehen
beim tanz einander die rücken zu, nicht die gesiebter und
wenden diese nach aufsen ; morgens aber sieht man im gras
kreisförmige spuren von kuh und bocksfUfsen eingetreten,
der tanz soll (nach hessischen acten von 1631) dem der
scburerttänz^ (s. 281) gleichen, häufig keifst es: eine der
frauen trage am rechten fufs den güldnem schuh, war sie
königin oder bauptmftnnin? bei Martin von Amberg kommt
vor: 'der trut rote sehueehel machen', doch zum tanz ? wenn
der reigen aus ist, schlagen sie sich einander mit schwin«
gen und mangelhölzern und treiben buhlschaft. Zuletzt
bremU sich der groj^e hock %u asche, die unter allen hexen
ausgetheilt wird, und mit der sie schaden stiften« Eine jimge
unerfahme hexe wird nicht alsogleich zu mahl und tanz
gelassen, sondern beiseits gestellt, um mit einem tcei/sen
stechen*) kröten zu hüten; auch daheim ziehen und halten
sie dieses thier, schon bei der Hätzlerin Lxvm'* 'inhitzige
krotensackr schelte einer hexe, eine solche angehende
hexe stellt der teufel auf den köpf und steckt ihr ein licht
in den after. Die heimreise erfolgt wie die hinfart; der
ehmann, welcher unterdessen einen ins bett gelegten stock
för seine schlafende frau gehalten hat, wird nichts von
allem, gewahr. Wer von ungefähr hexentänze zu schauen
bekommt, braucht nur den namen gottes oder Christi aus-
zubrechen, so wird alles gestört und verschwindet plötz«-
lieh**), Unthaten, welche hexen verrichten, beziehen sich
hauptsächlich auf vieh und getraide ihrer nachbarn , denen
sie zu schaden trachten, fremden kühen verstehen sie,
ohne dafs sie ihnen nah kommen, den euler leer zu mel-^
ken (anh. s. liv): sie stecken ein messer in eine eichen-
seule, hängen einen strick daran und lassen aus dem strick
die milch^ fliefsen (Reusch Samland s. 66) ; oder sie schla-
gen eine axt in die thürseule und melken aus dem axt-
hebn; sie ziehen die milch aus einer spindel oder aus
einem aufgehangnen handiuch ***). gule milch wandeln sie
*) auch die aUfranz. dichter legen den hexen geschälte stecken
oder rulen bei: *ane vielle barbelöe, qui portö a verge peUe plus de
qatre tiogta ans.' Renart 28286, vgl. M^on 4, 478 ^reineat auai monde
com la verge qui est pelie.^
**) DS. no. 251. Wolfs nl. sagen no. 245. 381. 382. Wodana
s. xxxyi.
***) ähnlich das zanberhafle schlagen des weins aus der setäe (anh.
s. LYiii), Tgl. die sage von doctdr Faust.
Grimms wytkoL 8, ausgäbe, 65
1026 HEXEN
in blaue, oder in blutige; ihr lobsprach, wenn sie in ein
fremdes haus treten, bringt der milch g^ahr: soll eben
milch gestofsen werden, so gerftth keine butter (abergl. 823).
darum heifst eine hexe überhaupt mikkdiebin (wie der
Schmetterling milchdieb, buttervogel), miichMuberiny mo/-
kensiehlerin, motkentäversche*). Der Zusammenhang zwi-
schen hexen, elben und Schmetterlingen leuchtet von neuem
ein, denn auch den zwergen gab der Volksglaube schuld,
die milch aus dem euter der kühe zu ziehen; doergspeni
heifst altn. die papilla vaccarum vacua. verzauberte milch
peitsche man in einem' topf, oder fahre mit einer siobel
darin herum: jeden istreich oder schnitt wird die hexe
empfinden (abergl. 540). ein wetterauischer abergl. drückt
sich so aus: wann ein stück vieh verhext ist, so stellt
man die schmelzpfanne über und hackt bei verriegelten
thüren mit der grassichel in die pfanne : die erste welche
dann kommt ist die hexe. Des Vermögens der Zauberinnen,
mihh und hotUg aus dem hause des nachbars in das ih-
rige zu ziehen, erwähnt bereits Burchard (anh. s. xxxvni).
Mit ihren besen in bäche schlagend,' wasser in die lun
sprützend, oder kiesel ausschüttend, send gegen Sonnen-
untergang stäubend vei^ursachen die hexen stürm umt hagel,
der getraide und öbst des nachbarn zu boden schlägt, sie
sollen zu gleichem zweck borsten oder auch eichenlaub in
topfen sieden, oder von jener teuflischen asche auf die
f eider . streuen, das sind die blUdiexen , wetterkexen,
von deren geschäft nachher noch näher zu handeln sein
wird, man sagt ihnen nach, dafs sie den ikau eom grase
streichen oder streifen ^ um dem vieh dadurch zu schaden
(abergl. 1118], auch dafs sie den tbau frühmorgens vor
Sonnenaufgang von fremden wiesen streifen und auf ihre
eignen tragen, um deren gras üppiger zu machen; davon
sollen sie an ihren grofsen plumpen fäfsen kennbar sein
und heifsen sie thaustreicher (in Ostfriesland daustriker\
doch werden auch andere verdächtige männer oder freuen
so gescholten, das hängt deutlich mit den thaustreifen
nach nächtlichem elbentanz und dem thau, den die rosse
der valkyrien aus der mahne schütteln, zusammen, ist nur
hier zum bösen verkehrt. Indem die hexen schemelbeine
verbinden können sie ^erbrochene knocken abwesender
menschen heilen. Sind sie bei der trauung eines ehpaars
*) am abend Philippi und Jacob! lauft man in Rügen mik grofaen
feuerblasen im feld umher: das heifsl man *molken0verschen brennen/
Rugian. landgebr. 243. milchdiebin u. unhold. H. Sachs III. 3, 5<1.
HEXBN 1027
tngegeaky so knappen sie, während der segen gesprochen
wird, ein sohlors zu and werfen es ins wasser: das heirst
fieskllmüpfon ; so lange das schiofs nicht wieder gefunden
und eröftiet wird, sind die ehieate untüchtig. Hexen kön-
nen menschen tödten, indem sie bildern oder puppen sti-
ebe versetzen ; auf kirchhöfen graben sie die leichen jun-
ger kinder aus und schneiden ihnen flnger ab *) , von dem
fett dieser kinder sollen sie ihre salbe bereiten, das scheint
der hauptgrund weshalb sie kindern nachstellen; den Zau-
berinnen früherer zeit wurde der kinderraub viel häufiger
schuld gegeben (s. 1012). Aus der hexen Vermischung mit
dem teufel geht keine menschliche frucht hervor, sondern
elbische wesen, welche dinger (vgl. wihtir s. 409), e/6e
und holden genannt werden, deren bildung aber verschie-
den angegeben ist. bald sollen es Schmetterlinge sein, bald
hnmmeln oder queppen, bald raupen oder wärmer, schon
eine ahd. glosse bei Graff 1, 243: o/fta, brucvs, locnsta,
quae nondum volavit. die rathselhafle kafer und larven-
gestait eignet sich ganz für solche wesen**). sie heifsen
abwechselnd gute oder böse dinger y gute und böne eJbe^
9ti/e***) oder böse holden y holderchen^ holdiken. ihrer
bedienen sich die hexen zur hervorbringung von krankheit
oder geschwulst bei menschen und vieh, indem sie sie in
haut und gebein beschwören, sie verweisen sie aber auch
*) mit fingern ungeboroer kinder kann geiaabert werden, an-
geiündei geben sie eine flamme, welche alle leute des hauaes im
schlaf erhält: ähnlichen vortheil schaft der daume, welcher einem
aufgehängten dieb abgeschnitten wurde. Tgl. Schamberg de jare di-^
gitor. p. 6t. 62 und Praelorius rom diebsdauroen. Lips. 1677. die
coutame de Bordeaux $. 46 handelt Tom zauber mit den binden
todter kinder. eine pflanze hiefs diebshand (s. 981).
**) die raupe heifat auch tmfeUkaüB (a. 981) und die hexe gleich
der libelle teufdsbraul, teufelsbuhle, finnisch ist Ukon koira (Ukkonis
cania) papilio oder larya papilionia , Ukon lehmä (Ukkonia yacca) ein
andrea insect in Granbunden nennt man die raupe bahnte, in der
Schweiz nach Stalder palause, waa wiederum jenea pelewiae, pilweiae
(a. 441. 443) ist. auch dem ahd. huntessaüd (eruca) Graff 6, 167
liegt mjthiachea unter.
***) seibat wenn achädlich damit gezaubert wird heifaen aie den-
noch die guien holden (braunachw. anz. 1815 p. 726 ff.), im malleolua
finde ich: 'Termea nociri qui vulgariter dicuntur ju^' und *aleman-»
nico nomine juger nuncupantur , aunt albi coloria et nigri capitia,
aex pedum, in longitudine medii digiti.* iat jug eina mit dem a. 167.
656 angeführten gueg? manche andre benennungen der phalaenen
greifen ein in die von irliohtem oder wichtein ; ao heifaen aie %ünsUr
(weil sie um licht und feuer flattern), landmesser (a. 870), nachletileH
u. 8. w.
65 •
102B HEXBM
in den wald auf bättone, graben sie unter hoUnnderbfisdie
ein, wie die eibe das espenhoiz abfressen, fressen sie den
nenscben, dem sie zugedacht sind, welche hexe die hol-
den einem zubringt, die muGs sie auch wieder abbringen;
sie geht, wenn sie ihrer bedarf, in den waid und schüttelt
sie ven den bäumen, oder gräbt sie unterm holhinder (iem
eWengrab) wieder hervor, ein mensch, in den holden ge-
zaubert sind, ist erkennbar daran, dafs man in seinen äu-
gen kein männlein oder kindlein (xopi;, pupa] sieht, oder
nur ganz trübe (Voigt p. 149. 152). das gemahnt 9n die
kröte, die der teufel den hexen in den Stern des linken
auges zeichnen soll, die neunerlei arten der holden werde
ich im cap. von den krankheiten angeben. Nicht selten
erscheint aber der teuflische buhle selbst in gestalt des olfts
oder schmetierUngs, Ihre in menschlicher ehe erzeugten
töchter müssen die hexen dem teufel bei der geburt ver-
sprechen und in seinem dienste erziehen; bei den grofsen
versamlungen reichen sie ihm überhaupt ihre kinder, hin-
terrücks in die höhe hebend, dar. zuweilen opfern sie ihm
$chwane$ eiek. Sie finden sich gern auf wegscheiden ^)
zusammen, sie können gleich dem teufel (s. 951) dmreh doi
schHUseUoch in häuser aus und einfahren (anh. s. liv und
Tobler 146*), wo drei lichter im zimmer sind, bat die hexe
gewalt; dem glodcenläuten^ sind sie gram. Vor gericht
darf man sie nicht die blofse erde berühren lassen, weil
sie sich sonst plötzlich verwandeln; sie sind unvermögend
eine zflhre zu vergiefsen, ins wasser geworfen ichwimmen
sie oben **], worauf sich das in den gerichten herkömm-
liche hexenbad, ein altes gottesurtheil, gründete (RA. 925).
gelingt es ihnen zu anfang der Verhandlung dem richter ins
äuge zu sehen, so wird er mitleidig und kann sie nimmer
verdammen.
Characteristisch ist nun, dafs aHe hexen, ihrer kunst
und der macht des teufeis ungeachtet, in elend und tiefer
armut stecken bleiben; es kommt kein beispiel vor, dafs
eine sich reich gezaubert und für den vertust himmlischer
seeligkeit zum wenigsten weltliche freuden erworben habe,
wie sonst in den sagen von männern, die sich dem teufel
verschreiben (s. 969], wol erzählt wird. Diese krumnäsi-
gen, spitzkinnigen , hänglippigen , sohiefzähnigen, rauchfin-
*) der teofel ist aof wegsckeiden tu errafeQ , ebenso die Alraun.
**) PliDias 7, 2 von zjiuberern : eosdem praeterea nan poue metyi
ne Teste quidem degniTatOB. Mehrmals wird ersahlt, der teuM Ter^
heifse den hexen ins wasser eine eisenstange zu bringen , damit sie
sinken können , bringe ihnen dann aber nur eine leichte nadel.
HIXHI lOM
frigeii weibar*) sttfteii übel, oiuie dafi es ihnea nttizt,
bMifitefifl kj^nnen sie sdiadenfreade enpfindea. ihre buh*
lerei mit dem bdflen, ihre Iheilnahme an aeinen festen sohaft
ihnen immer nur halbes behagen**).
Dieser eine zog hfiUe über den grund aller hexerei die
äugen öfiieo soUen. Das gaue elend gründete sich bloA
in der einbildung und dem erzwungnen bekenninis der arm-
seligen; wirklieh war nichts , als dafs sie künde heilender
und gifUger mittel hatten und ihre trftume***) durch den
gebranoh yon tränken und salben erregten. Aufgefordert
die namen ihrer genossinnen anzugeben y b^eichneten sie
biufig verstorbene, aus Schonung o^der um der Untersuchung
auszuweicben ; was sie übles aussagten wurde buchstäblich
als Wahrheit angenommen. Es kommt vor, dafs hexen ge*
standen leute getödtet zu haben, die noch am leben waren f ).
Niemals fiel den richtern ein zu erwägen, wie es doch ge<*
schabe, daCs unzählige ' hexen versamlungen an lauter be-
kannten, gangbaren orten nicht von zeugen, die ihr weg
dabin hätte fähren müssen, überrascht worden seien. Durch
welche Zulassung gottes sollte in dörfern und Städten des
gMzea landes ein früher unerhörtes zauberpack sich zu
jenen zeilen auf einmal eingenistet haben I
Längst bevor hexen gemartert wurden, hatte man ge-
gen schwere missethäter leibliche quälen angewandt, die
Urnen ein bekenntnis ihrer schuld entreiTsen sollten, von
torqnere redet schon die lex Yisig. III. 4, l(k 11 und der
marterbalken, auf welchem der angeschuldigte reiten muste,
hiefs eqnuleus, poledrus, woher unser /b/for, franz. poultrei
poutro stammt, jenes altn. erzwingen und erpressen der
vollen aussage, 'ptna til sagna* (s. 995] braucht nicht aus
den hexenprocessen entlehnt zu sein.
In den hexensagen scheint die tenfelsverschreibung,
absagung gottes und anbetung des bocks ketzerisch, der
abschwörende parodiert zugleich die den täuflingen ge-
*) krumme nase, spilzes kinn, sitzt der teufel ganz darin, ich
vergleiche die altn. namen Hengikepta, Gr6ttiiiUnna , Lodinnfingra
(So. 220. 221).
**) Berthold p. 58: *b6 g^nt eteltche mit boDsem zöuberlehe umb,
das si waaent eins gebaren sun oder einen kneht bezoubero. pfi dd
rehte toerin ! war umbe bezouberst dd einen gr^yen oder einen kunec
niht? a6 vasrestu ein köneginne!' Man sagt: die hexen werdenr alle
lieben jähr eines dreihellers reicher. Simpiic. (, 625.
***) 'rniter wUte irourne' Wh. 1, 82>; 'kwHnga villa' S«m. 169.
f ) Frommann de fascinalione p. 850. dies bebt aucb Montaigne
berTor, Uvre 3« chap. 11.
toat mxm
botne abrenuatiatiO diaMi*); in allen andern elementen
überwiegt daa heidnisciie. an alten gdttercultns mufs den-
noch der bock und das opfer aeAtraraer tbiere (s. 48. 461.
961) erinnern; es ist merkwürdig, dafs nach einer dale-
karliachen Überlieferung beim hexenfest der teufel nicht
den hochsitz einnimmt, sondern unier dem luch gebm^
den an einer kette liegt (ganz wie in deutscher sage neben
den spinnenden frauen, s. 963). ron dieser kette erzAhlen
die dortigen hexen vielerlei, wenn sich ihre glieder ab-
nutzen, kommt ein engel und löthet sie neu zusammen
(Bergroan p. 217. 219). Mit der kraft des eabies wurde
mancher zauber getrieben (abergl. 713. 846), fast scheint
es, als dürfe man Zusammenhang finden zwischen jenem
salzHeden, sahmalen, salsutreuen, $(üs6brennen , sakkokn
(s. 999) und dem verbrennen des bocks, mitnehmen und
ausstreuen seiner asche^*). gleich heidnisch erschien der
genufs des pferdefleisckes (s. 1002). Die hexenausflfige
wurden gewöhnlich in der mainacht, in der Johannisnacht
und Weihnachten unternommen, kommen aber auch in der
fastnacht und auf ostern oder zu andern Zeiten vor; das
waren die tage grofser heidnischer feste, der ost^euer,
maifeuer, sonnwenden und julfeuer, und man braucht darin
keine parodie der christlichen feste zu erblicken. die
nachtfart, der fackeizug, das durchdringen verschlossener
hfiuser ist genau wie bei dem heldischen beer; namen der
buhler, beschwörungsformeln, gezeugte holden, reihentftnze,
alles dies ist ethisch***), die Stärkung der hexe durch
berührung blofser erde (lardarmegin s. 608) kann an heidni-
schen riesenglauben gemahnen, anwendung der altdeutschen
»■■■■ • • ■■■■ I iiii.«
*} nach den formeln: *ik fate an disen mtten stock md teriata
unsen herre gott!* (catholiach: 'Marien aon u. got*) oder: *her trade
ik in din niat (oest) u. yerlate unaeu herre Jeaum Christ !' in hessi-
schen acten Ton 1633: *hie stehe ich uf dieser oiist und Terleugne
des Heben herrn Jesu Christ !* auf der misle, die ringsum zu glühen
beginnt, steht die abachirörende und sticht mit einem weifaen stecken
in eine utache (kröte). daa stehn auf dem miat haben auch be-
schwörungsformeln. der vjeifie stock ist Symbol cedierender, und
wird nach dem anfassen ins waaaer geworfen.
**) zauberberuchtigten achäfern wurde zur last gelegt, ihre achafe
mit sali SM taufen, factums et arrest du pärlemeota de Paris contra
des berges sorciers eiecutez depuia peu dans la proTinee de Brie
sor rimprimö k Paria 1605. 8. p. 57.
***) das geifsblatt, oder Tielleicht eine andere pflanze, heifat in
Niederdeotschland täfranhej kexentchUnge (Rittera meklenb. gramm.
p. 107. £. M.Arndts märchen p. 404). man nennt überhaupt ranken-
des gestrioch , verschlungene zweige hexensehlupf t und glaubt, dafs
eine verfolgte Aea«, ein verfolgter a/6, jedesmal dadurch «ntrinnen könne.
HEXEN t031
watierkmehe auf hexen folgt ans dem frühen gerfchtege-
brauch, 4er sie gegen Muberinnen, die sich wirklicher ver-
brechen schuldig gemacht hatten, gelten' liefs. ich weifs
flicht, ob man auch das bkUneicken der hexen, beim eingang
des teuflischen bundes nothwendig aus dem ketzerischen
brauch (s. 1018) abzuleiten hat. blutmischung bei eiden
und böndnissen war uralt und weilverbreitet (RA. 192. 193),
Yom, Stigma wüste man in Deutschland lange bevor die
hexen verfolgt wurden *), und gebraucht daffir den ausdruck
auunäU (Graff 2, tl5), mit dem entsprechenden altn. ftmieli
finde ich blofs den ethischen begrif von nota = vituperium
verbunden, aber die beiden des alten Nordens, wenn sie
auf dem bett den strohtod (strddaudi) starben, pflegten sich
vorher dem Odinn, der nur blutende beiden annahm, durch
ipemrit» zu weihen, wie er sich selbst vor seinem todte
mit GAngnir (s. 134) geritzt hatte, das hiefs marka sik geirs
oddi, marka sik Odni (Tngl. saga cap. 10. 11). ich möchte
dazu noch das ttres t&cen (s. 182), selbst des Todes zeichen
(s. 807) halten; hierbei war kein gedanke an sträflichen
Zauber»
Die art des Zaubers, das herzessen, das wettermachen,
das reiten durch die lüfte gründen sich auf uralte, weitver-
brdtete Überlieferungen, die ich jetzt noch näher untersu-
chen will.
Vorausgehn mag eine darstelluiig des serbischen volks-
g^aubens. Vie ejeschiUui ist von einem bösen geist beses-
sen : wenn sie in schlaf fällt, geht dieser aus ihr heraus,
und nimmt dann die gestalt eines Schmetterlings oder
einer kenne an, dieser geist ist viresentlich eins mit der
hexe, sobald er ausgegangen ist , liegt der hexe leib wie
todt, und dreht dann jedesmal den köpf dahin wo die füfse
sind, so kann sie nicht wieder erweckt werden. Die hexe
strebt leuten nach, die sie aufifst, besonders jungen hin-
dern, findet sie einen schlafenden mann, so stöfst sie ihn
mit einer rothe durch die linke brustwarze, öfnet seine
Seite, nimmt das her» heraus und i/st eSy worauf die brüst
wieder zuwächst, einige dieser ausgegesseiien leute ster-
ben alsbald, andere leben noch eine Zeitlang, die hexen
essen keinen knoblauch; viele leute schmieren sich in der
fastenzeit brnst, sohlen und unter der achsel mit knoblauch, <
um sich gegen die hexe zu sichern, man glaubt, dafs
*) Berlkold s. 381 vom. (eufel : froh machen ihn alle die in haupt-
sünden fallen, da makU er gleich sein »eichen an sie, und will ehre
dayon haben dafs sie feinen scbild fähren. . . ..
103«
sie in der fasle mehr leule esse als aonat. juhge seUiie
frauen steh^ nie im raf der Zauberei, hexen siad iauner
alie u>eiber^)j aber das Sprichwort lautet: 'mlada knrfa
stara vjescbtitza.' hat die hexe einsial gebei^tet und sieh
angegeben, so kann sie keine leute mehr essen nud kei-
nen Zauber mehr treiben. Wenn die hexen nachts au^üe^
gen^j glänzen sie wie feuer, ihr Sammelplatz ist eine ^efuie
(guvno), beim ausfahren aus der küche schmieri tick
jede mii einer sattle unter die aehsel und sagt ihren nach*
her noch anzuführenden spruch. Sterben in einem dorf
viel kinder oder leute und fällt auf eine alte frau ver-
dacht, so binden und werfen rie sie ins toasser; gehl
sie unter, so wird sie herausgezogen und frei gelasseu,
kann sie aber nicht untergehn, getödtet, denn keine hexe
vermag im wasser zu sinken. Wer vor llariäverkuiidi-*
gung eine schlänge tödtet, in ihren köpf ein stflck knob^
Jauch bindet, und auf Mariäverkündigung beim kirehgang
den Schlangenkopf an eine müt%e steckt^ der kamn alle
wdberj die hexen sind, daran erkennen y dafs sie sich um
ihn versammeln, und ihm die schlänge oder ein stück davon
zu stehlen sudien. (Vuk s. v. vjeschlitza, pometno und
blagovijest).
Diese merkwürdige nachricht führt zu erlftulerungen.
Auch bei uns gab es solche erkennungsmiUel der hexen,
wer einen gefundenen eggenagel bei sich trägt, oder ge-
traidekörner, die ins brot gebacken waren, oder ein grün-
donnerstagsei, siebt die hexen mit melkk&beln auf dem
kapf in der kirche (abergl. 539. 636. 685. 783. 808). ge-
rade so in Dänmark (abergl. 169). Bergman p. 219 meldet,
dafs in Dalarne die hexen selten zur kirche kommen , wol
aber eine sirohgarbe oder ein schweinirog ihre stelle ver-
tritt, was jedoch nur die aus der Blakullagesellschaft wahr^
nehmen können, ich weifs nicht, ob kübel oder trog aus
der milchverzauberung oder daher zu erklären sind, dab
nach nord. Überlieferung riesinnen, ellekoner und huldre*
*] hauptsichlich in Schweden werden auch umchuidige kinder,
knaben und mSdchen in die hexerei yerflochten. Der teufel fordert
Ton jeder hexe, dafs sie ihm kinder zaföhre, sie weckt seblafeode
kinder mit den Worten: 'komm tenfeldcind xum gaslmal!* sie weUi
sie auf das dach , bis die EabI Toil ist , und trigt sie dann durch die
lüfte dem bösen zu, der sie fragt, ob sie ihm dienen wollen? und
in sein buch schreibt er begabt sie dann mit klugheit; solche kna-
ben faeifsen e(«^a<MM* (kluge Jungen), man erinnere sich der von Hameln
auFgeftthrten kinder. In den Freisinger acten erscheinen arme hetkl"
b^en Tom teufel terleilet.
mKBNNONGSlflTTBL l»i9
fraueh eiiiien ir^g auf dem rügten trigsn (Faye 11&
Mtileis sagabibl. 1, 367. Molbech dial. lex. 98). Keiaer»-.
borg (oineOs 36«) berichtet, dafe eise aachlfalyrerio sich in
eine ündhntiUe üetzle , mit öl salbte, Zauberworte sprach
ttsd enlseUief. Sn. 210* findet sieh unter den aaubei^
frauennamen sehon Bakraufy d. i. fissura dorsi, rücken«
apalt. dAn. eliekone bagtil huul som et deiginiff (Thiele
4, 26). das sind lauter wichtige analogien. Im anhang ist
eine fonnel abgedruckt, worin der alb angeredet wird:
'mit dem rüaken wie em teigtrogT Der alp, die hexe
zeigen sich nur von vornen schön, hinten sind sie greuel-
halt und liagestait, wie frau Gurorysse (s. 897) oder frau
Welt in Conrads gedieht. Aus dem gründonneteiagsei, wird
es ausgebrüt^ geht ein buntgefiedertes huha, das jedes jähr
seine färbe wechselt, hervor, wer am ersten ostermorgen
ein solebes ei mit in die kirche nimmt, erkennt bei son->
nenschein alle weiber, die des teufels sind; sie aber wittern
es und trachten das ei in des trägers tasche zu zer*
Fräcken, daher man die vorsieht brauchen mufs es in
einer büchse bei sich zu führen, denn gelingt es ihnen
das ei zu zerdrücken, so wird dem menschen auch sein
herz zerbrochen. Tobler 102^ gewllhrt uns den schwei-'
zerisdien abergiauben: weme ma n'am sonntig vor sonna
ttiifgang e ntAblättlets cklee ine schue ina thued ond mit
den schue i dchilacha god, so sieht mas, wenn e hftx
dinen ist: die wo hönder för sitzid sönd hftxa. Ferner,
wer mch in der Christnachtsmette auf einen schemel von
neunerlei höh stellt, erkennt alle hexen der gemeinde:
sie alle wenden dem hochaltar ihren rücken zu. aber die
hexen sehen auch ihn , und wehe wenn sie seiner nach
dem gottesdienste habhaft werden; er ist ein kind des
todes, hat er sich nicht mit etwas vorgesehn, was ihre
habsueht reizt, das mufs er stück für stück von sich werfen
(wie nach aber sage verfolgte auf der flucht ihren feinden
^old und ringe ausstreuten) und während sie es auflesen
rennen was er kann, bis ihn seine wohnung aufnimmt.
Einfacheres gibt eine Wiener pergam. hs. des 14 jh. an
(cod. bibl. graec. ^%^ bl. 133*): 'wil du, daz di t>füiolden
zu dir chomen, so nym ein kffel an dem fassangtag vnd
stoz in tn geeeten prein vnd behalt in also vntz in die
drey metten in der vasten, vnd trag den lefiel in dy motz-
ten, so wird ez dir chunt, war sew sinV fast einstim-
mend in Hones anz. 4, 310: wer am ersten knöpfleintage
den löffel ungesehn aus dem teige zieht und ihn am zwei-
ten und dritten eben so unbemerkt wieder einsteckt' und
leSi HBXEN. HBRZBSSKI
auszieht, Ms zuletzt teig von allen drei tagen daran hängt
und ihn nun am Christtage mit in. die kirche nhamty der
sieht daaeib^ alle hexen verkehrt stehn; er mnk aber be-
vor der Segen gesprochen wird zu hause sein, es könnte
ihm sonst das leben kosten. Alle solche erk^inungen k5n*
i^en nur beim kirchgang statt finden; doch scheint es dabei
aufs ersUehen anzukommen ^ wie g49genüber dem wolf und
basiiisk. Eine hexe ist auch daran erkennbar: sieht man
ihr ins äuge so steht man verkehrt darin , den köpf unten
abgebildet*), triefende augeii sind ein zeichen alter hexen
(abergL 787).
Was aber in unsern hexensagen schon zurück tritt, dafs
sie den leuten da$ herz aus dem leib essen, steht in
der allerthümlichen serbischen volksahsicht ganz voran, in
einem liede bei Vuk no. 363 ruft ein hirtenknabe, den
seine Schwester aus dem schlafe nicht erwecken kann:
veschtitze su me izele, majka mi srtze vadila, strina joj
hitschem svetlila (hexen haben mich ausgegessen, mntter
nahm mir das herz, base leuchtete ihr). . Fortis cap. 8 er-
zählt, dafs zwei hexen einem schlafenden Jüngling das herz
wegnahmen und braten wollten ; ein geistiicher hatte ohne
es hindern zu können alles mit angesehn, erst beim erwa-
chen des Jünglings löste rieh der zauber, und als nun der
geistliche den hexen näher trat, salbten sie sich aus einem
krüglein und entflohen, er zog das halb gebratne herz
vom feuer und hiefs es eilig den jüngling verschlucken,
der dadurch völlig wieder hergestellt wurde. . Mir scheint
diese serbische, in der fastenzeit auftretende, menschen die
brüst öfnende hexe unserer Berhta, die knechten den leib
aufschneidet und mit hecker Ung füllt (s. 251), sehr ver-
gleichbar; aus der göttin warde das schreckende scheusal.
auf manchen dörfern, erzählt man, soll es böse weiber
geben, die eine weifse leber haben, deren ehmänner ab-
zehren und dahin sterben. Dafs der nemliche wahn unter
den alten Deutschen herschte, bezeugi^n stellen der volks-
rechte: lex sal. 67 'si Stria hominem comederit/ und was
s. 1021 aus der lex Roth. 379 und dem capit. de pari
Sax. 5 angeführt worden ist. der indic, paganiar. (anh.
s. xxxn): 'quod feminae possint corda hominum tollere
juxta paganos' und Burchard (anh. s. xxxix): 'ut credas,
te januis clausis exire posse, et homines interficere et de
*) ein fibnlicbes kennzeichen fährt Plinius 7,2 tod Zauberern an:
in altero ocnlo geminam pupillam , in ahero equi effigiem. man
YgL was 8. 1027 über die aozaubening von holden geaagl iat
HBltEN. fiERZBSSBN ? 103S
cttotis carnibus eorum vos comedere, et in loco cardü
eorum siramen aut Ugnum aut aliqood hujiiamodi ponere
et comestis iternm tIvos facere et indocias rivendi dare.*
N. Cap. 105 ambronea ttnd antbropofagi (manezon) nennend
fttgt hinzu: ^alsö man ohtt, taz onh hAM9ta hier in lande
iüen* *). das zehnte , eilfte jh. hatte die heidnische toi^
Stellung nicht fahren lassen, ja sie dauert noch späterhin,
zum gründe liegt sie den werten Diomedes bei Herbert
9318 ff;: si hat mfti hene mtl tr .... ich hdn niht in
dem Itbe, da min herze solde wesra, dd trage ich eine
übte eeseny oder rin sird, oder einen wisch*; nur nicht
eine atte bexe^ die geliebte hat ihm das herz weggeholt,
und in. solchem sinn reden die liebenden aller zeiten vom
entführen des herzens **). in *dem s. 1001 mitgetheilten
gedicU wird erzählt, dafs die unholde über den mann
schreite, ihm sein her» ausschneide und stroh hinein siojse^
dafs er aber leben bleibe. Berthold (cod. pal 35 fol. 28«):
pfei, geiawbestu, das du ainem man sein her» aufs seinem
leUf nemest und im ain stro hin wider stofsest^ Ebenso
wird im Norden von einer weiblichen manncBta (nicht
einem männlichen mann»ti) geredet, und selbst fSIr Zau-
berer dieser ausdruck gebraucht: troll ok mannceta fomm.
sOg. 3, 214). eine poln. sage bei Woycicki läfst die hexe
das herz aasziehen und dafür das eines hasen einlegen,
kinderfressende striges altd. bl. 1, 125. Unsere heutigen
mürchen stellen die hexe als waldfrau dar, die sich Hnder
zur speise fmert und mästet (KM. no. 15) , entrinnen sie,
so folgt die hexe in meilenstiefeln nach (KM. no. 51. 56.
113). schauerlich wirft im mftrchen von frau Trnde die
hexe ein mftdchen als holzblock ins feuer und würmt sich
ruhig daran. Dafs die Römer an hexen glaubten, welche
einzelne theile eines fortlebenden menschen verzehrten,
lehren folgende stellen. Petronius cap. 134: 'quae stri-
ges camederunt nereos tuos ? ' cap. 63 'strigae puerum in-
Toiaverunt et- suppasuerunt stramentum,' und Plautus im
pseodolus m. 2, 31 'sed strigibus vi vis cönvivis intestina
*) daran fugt N. die bekannte äufserung über die WeleUthi oder
Wihe, welche ihre alten eitern zu essen beschuldigt worden (RA.
488). dafs der rolksname Volot, Velei in den des riesen also men-
flcbenfressera übergieng (nach den oben s. 493 entwickelten analogien),
bat Schafarik (sl. st. 1, 877) vortreflich aurgeklärt, nur unsere Weli-
sungen (oben s. 344) hätte er nicht s. 882 unter die Wilzen mengen
aollen.
**} Rubacwnij che il cor m'arete tolto; del petto mio cayasti il
cuore. Tommaseo canti pop. 1, 88-90.
1036 HBXBN. ALS THIE» ADSGEHN
fiiae exedk^.' die atoltoniiehe lanre, der mamliicmi ist Ten
maDdere^ manducare abzoleiien, ein gefrifsiger, kaaender
buiz ($• 474), den die kinder scheuten, masca (s. 997),
ital. moickera läfst sich auf mächer, maaeher oder aia-
sticare zurflckfübreB, und die hexe heifst larre, maske,
weil sie kinder verzehrt Auch die indischen saaberfranen
trachten nach dem gennfse des meiMcien^tetfcAe« (Soma-
deva 2, 62).
Gleich alt ist die neinong, dafs der geist aus der
etüMchlafenen %auberm ab eclmetlerüng gesiaUet, fahre,
die Seele wurde überhaupt einem Schmetterling verglichen
(s. 789), eefha heifst den Slovenen irlicht, Schmetterling
und hexe, der alp erscheint als .Schmetterling, phalfine
ißachUoggeU, Stald. 1, 287), als teuflisches thier (s. 981),
holden und elbe der hexen sind Schmetterlinge. Unsere
einheimische sage erwähnt aber noch anderer tfaiere, die
aus dem munde schlafender hervorgehen. k(^nig Gunthram
war im wald ermüdet auf dem scbofs eines treuen dienere
entschlafen: da sieht der diener aus seines herren munde
ein thierlem, gleich einer schlänge laufen und auf einen
bach zugehen, den es nicht überschreiten kann, jener
legt sein schwort über das wasser, das thier lauft darüber
hin , und jenseits in einen berg« nach einiger zeit kehrt
es auf dem selben wege in den schlafenden zurück, der
bald erwacht und erzäblt, wie er im träum über eine
eiser9^ brücke in einen mit.gold erfüllten borg gegangen
sei (Paulus Diac. 3, 34). Ahnliches melden spätere von
einem schlafenden landsknecht, aus dem ein wiesei ge-
laufen kam (deutsche sag. no. 455). in noch jüngeren ge«
schichten wird es aber auf entsohlafne teufelsbrftute ange-
wandt, aus deren mund eine katae oder eine rodke nums
lauft, während der übrige leib in Schlummer erstarrt liegt
(das. no. 247-249) *). ein mülier machte holz im Schwarz-
wald und schlief über der arbeit ein, da sah der knecht
eine maus aus ihm kriechen und fortlaufen; alle suchten
nach ihr, konnten sie aber nicht finden und der mülier
blieb todt. Hängt damit jenes mause machen der hexen
(s. 1044) zusammen und die schmale von der seele auf
dem weg nach der unterweit zu überschreitende draÜnrOche
(s. 794)? es wird gerade wie bei den Serben gemeldet,
wenn man den leib der entschlafnen umdrehe, dafs sich
*) der aaslaufenden maMs einen degen über den. ilufs legen.
Ettners hebamme p. 194. Unter Fischaiis spielen no, 216: 'es lai^
ein weifse maus die mauer hinauf.* ^^
AUSFART. STOGKRITT 1087
dann d«s rftokkehrende tbier nicht surechl finden könne
und der tod erfolge (abergl. 650). Den zustand jener in-
neren eestase, wenn der leib in starrem schlaf liegt, be-*
zeichnet unsere alte spräche durch irprottan (raptus) d. h.
entsttckt *). Aber schon die altn. mythe hinterbringt uns
das wichtigste aller beispiele : Odinn skipti hömnm (wandelte
die gestalt), lA ^ bührtnn sem sofinn eda daudr, enn hann
yar f»A fiigl eda dJTy fiskr eAa ormr ok f6r A einni svip*
atond A fiarteg lönd, at stnum erindum edr annara manne.
Yngl. cap, 7. sein leib lag entschlafen oder todt und er
fahr ids thier, vogel, fisch oder schlänge urplötzlich in ferne
linder.
Auch die serbische ansfahrformel ^ni o trn ni o grm,
vetch no pometno guvnol' (nicht an dorn nicht an eiche
sondern zur gefegten tennel) stimmt zu deutschen, gewöhn-
lich heifst es: ^auf und davon! hui oben hinaus und
nirgend onT oder ^wol aus und an^ stofs nirgend anP ^fahr
hm, nicht »u hochy nicht «i nieder F in England : taut tout,
ihrimghout and abouif wenn aber die hexe leute verfolgt:
iHfr mir tag, hinter mir nacht!' dAn. Myst foran og mörkt
bagl' Bin nordischer aanberer nahm ein geifsfell, wand es
um sein haupt und sprach: ^terdi poka ok eerdi skripi^ ok
undr mikil ölium fieim sem eptir f>er soekja V (es werde
nobel und werde zauber und allen wunder, die hinter dir
suchen I) NIalss. cap. 12. Boguet s. 111 führt die von den
sauberem beim steigen auf den stock gesprochne formet
nur unvollsUndig an: ^baston blanc, baston noir etc.' Von
indischen zauberfrauen wird gleichfalls erzfthlt, dafs sie einen
spmcA %um auffHegen hersagen : Kataratri sagte ihn her
und flog alsbald mit ihren Schülerinnen und dem kuhstall,
auf dessen dach sie stand, empor und fuhr auf dem wol«
kenpCad wohin sie wollte; ein mann der sie belauscht hatte
nutzte denselben spruch, um ihr nachzufahren (Somadeva
2, 58. 59), ganz wie in unsern hexensagen gemeldet ist,
dafa minner den hexen, deren salbe oder spruch sie er-
kondet haben, nachfahren.
Wo zuerst findet sich des stecken und besenritts er-
wibnt? ich kann wirklich nur ein ziemlich altes Zeugnis
für das reiten auf röhr und binsen , die sich aber in ein
leibliches pferd wandeln, beibringen. Guilielm. alvernus
p. 1064: 'si vero qnaeritor de equo, quem ad eectigaiio^
nes suas facere se credunt malefici^ credunt, inquam, fa-
*) hinbrüien (ecslasis) der laaberinnen. Ettnera hebamme p. 226.
Martin toh Amberg *die henpreügenf' entiuelitea«
lOBB »TOGKRITT
cere de cmma per characteres nefandoa et seriptantii, qms
IQ ea inscribant et impingunt, dico in hoc, quia non est
poüsibile malignis spiritibus de catma vemm eqmun facere^
vel formare, neque cannam ipsam ad hane ladificationem
eligunt, quia ipsa aptjor sit, ut transfigyreiur in e^tnim,
vel ex illa generetur equaa, quam multae aliae materiae.
forsitan autem propter planitiem auperficiei et facilitaten
habendi eam alicai videatur ad hoc praeelecta .... sie
forsan hac de causa ludificationem istam efficere in caiiaa
sola et non alio ligno permittantar maltgni spiritus, nt
facilitas et vanitas eorum per cannam honunibug insinuetar
si quis autem dicat, quia canna et c<damu9 habita-
tiones interdum mali^norum spirituum sunt *).... ego
non improbo.' Deutlicher ist die irische sage von den Mfi^
seit und halmen, aus denen, sobald man sie beschreitet,
rosse werden **). von solchem ros braucht man hernach
nur den summ aufzuheben und ihn zu schältein , wenn man
seiner bedarf, es naht dann alsogleich (anh. s. lviii. cxxxvm).
Bei Hartlieb (anh. s. lix) sind die unholden auf rechen und
o(engabelnj in dem oben s. 1000 mitgetheilten älteren
gedieht auf besen^ dehsen^ ofemUAen und kälbern , im
ackermann aus Böhmen p..8 auf krik)ken und bocken rei-
tend vorgestellt, im tkadlezek p. 27 aber auf ipumrocke»
(kttzly). des böhm. ruGs 'star^ baby na potnetlof (alte wei*
ber auf dem ofenbesen) gedenkt Dobröwsky im Slavin p. 407.
Wichtiger ist, was in der sage von Thorsteinn bcearmagn,
die Mailer (3, 251) in das 15 jh. setzt, vork^Hnmt: Thor-
steinn lag im ried verborgen und hörte einen knaben in
den httgel rufen, 'mutter, reiche mir krummst/ab und band'
handschuhe, ich will auf den zauberritt (gandreid, s. 1006),
es ist hochzeit unten in der weltl da wurde aus dem hfl«-
gel alsbald der krokätafr gereicht, der knabe bestieg ihn,
zog die handschuhe an, und ritt wie kiftder pflegen. Thor-
steinn nahte sich dem hügel und rief dieselben werte: so-
gleich kam Stab und handschuh heraus, Thorsteinn stieg
auf den stab und ritt dem knaben nach. Sie gelangten
an einen flufs, stürzten sich hinein und fuhren zu einer
felsenburg, wo viele leute an tafel safsen und alle wein
*) 'mennige narrinDen o. ock mennigen dor bmdei de d&9d «p
nn ror/ Narragonia 14^ (bei Brant nichts dergleichen)« sind teuf-
lische pferde gemeint? und wird Wallhers 'dz im (dem swarzen buoch)
les et siniu rSr' 33, 8 dadurch erklärbar? ein serb. Sprichwort lautet:
'lasno je djaboln u ritu sTirati', leicht ists dem teafel im röhr so
pfeifen.
**) irische elfenn. 101. 215.
GLOGKENHASS 1039
Iranken aas silberbechern, könig und ktaigin waren auf
einem goMnen thron. Thorsteinn, den sein stock unsicht-
bar gemacht hatte , erkQhnte sich einen kostbaren ring und
ein lach zu ergreifen, verlor aber darüber den stock, wurde
¥on allen erblickt und verfolgt, glftcklicherweise kam je-
doch sein unsichtbarer reisegefihrte auf dem andern stock,
den nun Thorsteinn mit bestieg, und so entrannen beide
(fornm. sog. 3, 176 — 178). Hat auch diese dichtung kein
echlttordisches geprige, so lehrt sie nichts destoweniger,
welche ansieht man im 14 oder 15 jh. mit solchen zauber-
ritten verband; kein teufel tritt dabei auf. Aber stob und
Mioök scheinen erst spitere behelfe des hexenthums. weder
4ie naöhtfrauen, noch das wütende beer, noch die valky-
rien bedürfen eines getälhs um die lüfte zu durchziehen ;
den nachtfrauen wurden schon halber und bocke beigelegt
(s. 1011). . Sehr merkwürdig ist die formel, einen «otni-
stecken »u wecken, der zum back werden und die geliebte
herholen soll; ursprünglich mögen keine andere stecken
gemeint sein, als die sich beim beschreiten sogleich in thiere
wandelten.
Wie die hexe durch schlüsseUöcher und tkürritoen
schlüpfeH (s. 1028), vermögen sie in den engsten räum, so-
gar ssmisohen hob tmd rinde einzudringen, darum schält
der teufel bei H. Sachs II. 4, 10 vorher den haselstab, auf
dem er dem alten weibe die ausbedungnen schuh darreichen
will: er fürchtet, dafs sie sonst zwischen hol» und rinde
zu ihm kriechen könne. Iw. 1208 die gröfste heimlichkeit
auszudrücken, heifst es: 'sam daz höh undet der rinden,
alsam stt ir verborgen.' Als ein bekehrter Litthauer in
heiligem wald die bäume zu entrinden begann, sprach er:
Wos me meis anseribus gallisque spoliastis, proinde et ego
nudas (sc. arbores) vos faciam.' credebat enim deos rei
suae familiari perniciosos intra arbores et corüces laiere.
bezaubernde Sänger läfst das schwed. lied die rirule vom
bäum, das kind aus der mutter, die hindin aus dem wald,
das äuge aus dem nacken spielen. (Arvidsson 2, 311. 312.
314. 317).
Auch der hexen Widerwille gegen glochen ist heid-
nisch, elbisch und riesisch (s. 428.). gebet der frommen
und glockenläuien bindert ihre anschlage, sie nennen die
glocken 'bellende hunde.' Nach einer schwed. volkssage
(Ödmans Bahusläns beskrifn. p. 228) rief *eine alte heidin,
als sie die christliche globke von Tegneby herüber läuten
hörte, verächtlich aus: 'nu mä tro, Bulla pä Rallehed har
fadt bjähra (RuUa, die christliche kirche, hat eine schelle
14)40 HAGBLUACHEN
bekommen), hier ist noch kein gedenke an hexerei. aber
es wird auch von sehwedisehen hexen eraShH, deCs sie die
ffhckem oben im daehetnl losscbafoen: wenn sie avf ihrer
IsAlRTt einen ihurm erreichen, setzen sie die entführten
kinder (s. 1032) aufs kirchendach, die dann wie kleine doh-
len aussehen , schat>en unterdessen <be glocke loe vnd
schleppen sie fort; hernach lassen sie das ert darch die
wölke Ton der höhe niederfallen und rufen : nie soll meine
seele goit näher kommen, als dieses erz wieder zur glocke
werde?
In das höchste alterthum hinauf aOer vMker beinahe
reicht das zauberhafte hagefmaeken und $a&tverderben.
Wie Ton gütigen gittern gedeihen der frflchte ausgeht , wie
von denn^hnen ihrer rosse luftreiteade Talkyrien beflsa-
men thau auf das gefilde niedertriefen lassen (s. 393) ; so
trachten bösartige, zanbertibende wesen danach, alles was
grün ist zu vernichten. Die griech. eumemden (ein wort
das schon unsere alten giossen durch hdzasa verdeutschen]
verderben mit ihrem gHfer die saai und mit $chio$9en die
frucht (Aesch. Eum. 753. 768. 777. 795). In den röm. XII
tafeln war eine strafe verhängt wider den 'qui fruges ex-
oantanii\ sive 'alienam segetem pellexerit' ^). Im 8 und
9 jh. legte man das wettermacfaen mehr Zauberern als Zau-
berinnen zur last; die schon s. 604v 605 angegebnen stel-
len nennen nur tempestariiy keine tempestariae. Auch bei
Ratherius p. 626 heifst es: ^contra eos , qui dicunt quod
hämo makis vel dtabolus ^ tempestatem faciat, lapides
grandinum spergat, agros davastet, fulgnra müttat etc.
Burchard nennt jene zauberer immissores tempestahun (anh.
s. XXXIV. xxxvi). Doch hn Norden waren Tborgerd und
Irpa, weiche stürm und unwetter regemachten, freuen (s.
603), die salzmalenden Fenja und Mei^a nesinnen; ihr
schif gleicht dem nebelschif der wölken. Wie beim wet-
termachen verfahren wurde ist nirgend angeführt, aus weit
späteren Zeugnissen sehe ich, dafs die zauberer sich einer
tronne oder eines kruges (s. 560) bedienten. Ls. 2, 314
sagt meister Irreganc:
und kem ein toann in min haut,
der hagel sHkeg über aUe% lanL
Im ApoUonius von Tyrland (9183. 10970. 11010 ff.) wer-
*
*) rndis adhuc antiquiUs credebat et attrahi imbres cantiboa et
repelli. Seneca nat. quaest. 4, 7.
**) der teufet macnt stürm uod donnerwetter (s. 951), der riese
<lAfl<rlttif*hAn /a ums
desgleichen (s. 603)
fiAGELMAGBBN tMI
den kfüge gmaiml, gof» man ^ aiUy so erfolgte schafaer
und bagel: der eine krug schuf blicke mid donnerstralen,
der andere bagel und scheuer, der dritte regen und sauere
wmde. Ein holzschnitt in Keisersbergs omeifs, (ed. 1516.
36^) stellt drei auf sobemel, Spinnrocken und pferdekÖpfen
sitzende nackende unholden dar, Wpfe in die höhe haltend^
aus welchen schauer und stürm emporsteigt. Merkwürdig ist
eine stelle imRudlieb, die reuige verbrecherin bittnl (6,48)
post tridunm eorpus tollatis ut ipsum
et comburatis, in aquam dnerem jaciaüi;
ne p^Htr abseondat sol^ auf aer neget inibrem,
ne per me grando dieatur laedere mundo ,
är leichnam möge vom galgen genommen, verbrannl Und
die oiche in$ wa$$er gestreut werde», weil, besorg! sie^
durch mmeMlfeii in die luft iDolhehy darre und hagel
entspringen könne. Gerade so errt^gt die ausgestreute /au-»
feliuiche stürm und Unwetter (s: 1025); das chronicon s«
Bertini meidet, Richilde vor der sehhicht mit Robert dem
Friesen habe gegen die FrläSen unter verwttnsdrängsformehi
ffoifft in die Infi geworßn^ der aber zum aeichen ihres
eignen nahen Untergangs auf ihr haupt zurückfällt, sie
wollte gleich Thorgehtr und Irpä (s. 603) die feinde durch
Sturm eemiekien. Justingers Bemerchrohik p. 205. erzfthlt,
wie eme heimlich besendete irntt einem grafen von Kyburg,
der ihr veriiiefs, sie nicht zu melden, an der zinne seiner
bürg stehend, und heimliche Worte sprechend, wölken^
regen und weiter machte, die ^eine feinde eerfagten (a.
1382). Die norwegischen zauberweiber verfahren noch ge-«
rade so, wre von den Yinlffndern (s. 606) gemeldet wurde;
sie schliefsen wind und unwetter in einen Moeky dessen
knoten sie zu gelegner zeit lösen, wobei sie ausrufen?
Vind, ins teufeis namenl* dann fährt stürm heraus, ver««
heert das land und slflrzt schiffe im meer um. Wie Harl^
lieb (s. Lix) darstellt, opfern die alten weiber den teufein,
dafs sie haget und schauer machen. Nach deutschen aoten
des 16. 17. jh. tersammeln die hexen sich haufenweise an
wasierbfichen oder seen und schlafen mit gertem solange
hinein, bis nebel 'hervorsteigen, die sich allmSiieh -ini
9ckwar%e wölken verdichten ; auf diesen iöolken fakrett
sie dann in die höhe und lenken sie an die stellen, wo
sie schaden wollen, auch setzen sie ^auberläpfe ins was-»«'
ser und rühren um *). einigemal wird vom windsack ge^
*) ^Sl* oben 8. 5i64 über sturmerregung durch steinwurf uqd was*
lerausgiefseo.
Crimmt mytk^l, 3. uutgmbe» 66
IM2 nAGWMktUm
redet (Voigt 131)^ sie sotten Uaiie licbtcf m dus $tmteir
träpfehüy kie$eUiHne in . die luft werfeki», oder (iiHer XQ\r
len^ deren zersprengung stürm erzeugt sie lesen ei<^-
to«i in ein tnannshemd, und hftngen es, abgefüllt mit
den biftttern, aa eineiv bäum: sofort erhebt sich wind, der
allen regen vertreibt, und schönes wetter erhält Aus iüei-
nem Wölkchen machte eine hexe grofses Unwetter (Arx
Buchsgau p. 103). Ein starkes gewitter wfthrte so lange,
dars ein jftger auf der landstrafse aeHi gewebr mit einer
geweihten kugel lu(l un4 mitten in äie.Mchuiärziesie ¥>oIke
Mcho/s; de fiel aus ihr (wUi a« 604 aus dem scbif) ein
nakteM weibsbUd todt ^tur erde und des .un-wetter verzog
sich augenblicklich (M<>nes ans. 4, 309]« In Kärnten schiepA
das Volk gegen die wet(enDolken, um die darin, rath hal-
tenden bösen gmter, su verscheuchen. . da BfN9i& dem f^fsf*'
rer gewalt zutraut das wetter zu b^sphwören, S(0 bringen
ihm die weiber schürzeii voll sohlofsen; y^ haus geto'agen;
^da habe er seinen gebühr^e^, zehntieii Tom. wetter, weil
er ihm nicht gesteuert'*]. In eiqigpn gegenden Fr^nkreicbs
Fttht auf ganzen gesehlecht^rn d^r verdacht, da£i sie stürm
erregen können; sie finden sich, .wenigstens zu dreien am
see ein und schlagen, .unter fürchterlichem geschrei,. da^
Wasser in die höbe, es geschieht nfichta vor Sonnenaufgang,
und heftiger stürm ist die unmittelbare f^ige (m^m. d.e.l''ft6*
oelt. 2, 206, 307). dergleichen leuto bieifsen metieurM det
nuies (mäm« den antiq. 1, 244)» In Deutschland waren
gewöhnliche Schimpfwörter, gegen hexen:, tioettermßcherin^
wetterhexe ^ wetter katsie , . donnerk^^ ^ . nebelhexe » straUn
hexe, blMhexe^ ^eeenmaeherim, (yom aUeipii zessa, sturm]^
früher auch, foolkenffün&e Ms. 2, 140^ ajus einem noch
reinen Verhältnis löfst sich der ahd. frauenname Wolchau-'
drüt (trad. fuld. 2, 101) deuten, die yalkyri^ (s. 394) reitet
entweder in den . wölken oder sprengt fruchtbaren thau
aus ihnen: so n^ag selbst das streuen der ascbe auf die
ilcher ursprünglich deren tragbarkeit erhiö^bt haben, von
der hexe findet sich zuweilen feldfrau ^ni feldspjnnerin
gebraucht, weil sie über fcld upd. wiesen fährt adcpr zau*
berföden spinnt? (vgl. s. 1053). wer weiis, ob nicl^t der
Yolkamäfsige ausdruck: die alten weiber. schütt^lA ihren rock
aus (de aule wiver schüddet den pels ut, Strodlmann p.336)
für: es schneit, eigentlicb identisch zu nehmen ist mit dem
s. 249 angeführtea: fra^IiQde m«cht iht bett.? güttin, .vi|l-
kyrie, hexe, nach dem stufengang solcher mythen. den
*) Franz Sarlori reise durch Ostreich 2, 153. 151.
rBLDCEADBBR a 1043
ChrieoüAn war tioeh Zm» selbit vitpiXiffiph^ , dM Serben
Minmeit üb rüe wölken (oMaki). Axich m Norden geben
hagel mul uiiweUaf aus ron jenen balbgdttinnen Tborgerdt
md Irpa, nicht saatverderblioh , SMdern beergefäbriiob *),
Bflcb Sn. 175 fHbrl die zauberfra« sogar ien namen El
(procella) ^).
Zttweiira gebt aber die absiebt des caubers weniger
darauf, die frucbt s« verwlisteti^ als viehwebr «ieb ihrer
au- berottebtigen , sie aus den felde sra entfobre», sei es
xur dgndn Torralbskammery oder h der des günstlings ^^*)«
des «annlen sebon die Römer: satas alio Iradueere anessee
(Virff. eel. 8, 99); canius tici«s froges tradodt ab sgris
(SFibiiil. I. 8,19)« Man wibnle, wenn unbolden dnrcb refre»
giengen und die stocke schütteüem, kfimen die InMfben ans
des nacbbars stttdk in das ibre (HartiiiaiNi rem segenspr.
341). €Ui alter tbalbaner gab seiner enkelin einen steek,
den sie a» einem gewisaen; eri a«i dem feld tu daa k&n^
sfoetei seilte, unterwegs wurde das lafidehen tom regen
abereilty Ittebtete unter eine eicbeund liefe da den sieb
steoken: ab sie wieder beim kafn, fand sieh ein dichter
benfen etoAenfatifr avf des grofsTateva boden (das. p. 342).
Aach beenini Tor, da& refteii im. topf g9$Mtn werden,'
wabraebeiftiieh sUm Verderb des wleinbergs. die hexengift«
krftiiler sieden und verdunslen uiife# dem bimmel.
Es wird eraftUt, data sich kexen naekefBd im $ande-\);
oder im Aon» boikn; ich weifs nicht warum; abergl. 519.
nedet von sieb nackt im flacbise wftlien. Drei hexen aak^
man aam roggenfeld gehn , aich ihrer kleider enfledigen
und splüternackend mit bfingeAden> haaren im kern baden«
ab Mttgen nahten, verschwandee awei plötsiich mit zu*-
röcklassong ihrer kleider, die drMle atttrzie ihr hemd übei^
(Voigt 130-132). Ist bter vusasBiiieiitiang mit kernweibern
und reggenmuhmen (s. 445)?
*) wie d«r Wirbelwind dem teufet beigelegt wird (s. 960), so den
Imieo'liliel'gl. 554. 646)^ Kiliim 693 bemerkt, dafs er auch aarende
M/if (fahrendes weib) heifse , d. i. laftfahrende zauberin ; tgl. loifiib-'
krofuk (s. 598) and 'wie eins win(|abraul durchs laed f»bren.* Sim-
plic. 2, 62.
**) heifst sie darum iSlar hol (solis pernicies), weil sie durch
ihre Wetterwolke die sonne, rerGnsterl?' oder darf man hier wepler
zttfück ins beidsnibttm gehn und der zaubertn, gleich deili wtflfe,
^mrUhJ&nfißm «rfsr mum And dbtüiomit bsäegea? die« wird mir Ms
deui nafuea hp^U^l^ Aiiiiuiij (coeli ro(#m glüüens) wahrscheinlich. ■
'***) Tgl. den zutragenden korndrachen (s. 97!) und hausgeist
W Yon hänern sagt man dafs sie sich im sande baden; litth.
ktttenas' wisztos iiegzarosa ; lett pbrriuate^s ; polnJ buty «f( w piasku
kapia.
66*
104« ZAUBBROBEkihlH
Hexen und hexenmevter bedtenäki noh ecr^dUedeer
gerätke, VM denen aber meisteniheib keine genaue be^
sehreibung gegeben wird, des stob», mit dem die alten
Zauberer gewöhnlich anagerOstet sind , finde ich in nusem
sagen k^ne meidung, die Wünschelrute erscheint als ein
höheres edles Werkzeug; doch könnten die hexen den stab
oder stecken, auf dem sie reiten sollen, ursprüngiiob ge-
ftthrl haben, auch- finde ich den stecken: den dritten ^ß
des hexemnanns genannt (Mones anz. 7, 426)« in bairisehen
acten ist oft des sogenanntte mämie oA&t faekel (ferkel)
WMcheiis erwähnt: die hexe hat ein dunicelgelbes, Itmrtes,
nnbiegsames, vierbemiffes werk%eugj sie bildet aus einem
tnch die gestalt einer maus oder eines ferkeis, hfilt jenes
gerfith darunter, und spricht:
lauf bin und komm wieder zu mir I
dann lauft das thier lebendig davon; wahrsoheinKch, um
ihr.fetwas von andern lenten herzuholen, zuzutragen, eine
hexe heiÜBl deswegen mau9$ßUägerin ^ ein zauberer «MWi-
sdMgeL norddeutsche p^ocesse haben den atiisdk^uck mtkn
senmöher (mttaemaker) und dinen andern hergang: die hexe
siedet zauberkrtater und ruft dann 'maus maus, heraus
ins teufeis namen!' worauf die thiere aus. dem poH sprin*
gen *). man gedenkt dabei der von ApoHo Smintbeus im
Zorn geschafhen verderbliehen mause und der feMverbee'-
renden leminge in Lappland, so dafs diese plage mit vollem
fug dem verheerenden wetter und hagel zur seite steht, ob
schon in unserii hexenäcten kaum von dem unheil gemeidet
wird , das die zauberlhiere anstellen *^). mir eine niederl.
sage bei Wolf no. 401 erzfthlt, wie ein junges naädchen
zwei kügelehen erde hintereinander hinwarf und plötzlieb
das ganze feld een mäueän wimmelte. Die sehwed. Aber*
lieferiing nennt ein bjänum oder bare, welches nach Ihre
(dial. lex. 18*) ein melkgefä/i (mulotrale) war und aus
neunerlei gestolnen webknoten zusammengeknüpft wurde,
man liefs drei blutstropfen aus dem kleinen finger hinein^
fliefsen und sprach: .
p& jorden skal tu för mig springa.
i Bläkulla skal jag för thig brinna I
der name rührt daher, weil das gefäfs den Verehrern des
teufeis milch oder andre dinge ins haus zutrug (bar, von
bJlra). Hütphers (fierde samlingen om Angermanland. Ve-
steräs 1780 p. 310) schildert er als einen runden ball^ der
*) Lafferlt rslat criiq. p« 67. 50,
*) Tgl. Klausens Aeneas s. 73 — 75«
-ms Itefien f^werk^ • vmAf waeHokÜBr u.« il/ ih gemaoht onfl
«I mehreni > feairim*htliist0a<' geitavchl wurde: er lief ä%ts
oiid tr«9 zu. Jn bewegng:feHMi*er, -sobald der äusseih-
dende - sieh ':in den liakeii' kMnea finger sohdeidet, und das
Mut darauf tro)lft:
smör ooh est riud du arig bringa,
coli- derf&f (skal jag)< i heifvetet Munal
Wer erittMrt sieh nioM des wa«terbolenden besetm in Göthes
laubwlehrling?
Ähnlich gewesen sein mag der isländische snackr, was
senst eine weberapule beKeithnet. er wird, nach Biörn,
in gestait einer schlänge, aus eines todten mensche« riff«
gemacht und vori der hexe in graue wolle gewickelt, daAn
saugt er an ihren brüsten und kann hernach auch fremdes
vieh aussaugen und dessen milch zutragen*).
Verbreiteter ist die Zauberei mit dem sieb, deren ich
hernach gedlBiiheii werde, und mit wcieksbiMem, denen
man, unter ausspre'cftnng geheimer werte, et^s anthut,
um auf abwesende menschen einzuwirken, entweder wird
das Wachsbild (der alzmann) in die luft gehängt, ocjer
ins Wasser getaucht, oder am feuer gebäht, oder mit
nadeln dui^hstoehen unter die thürsehwelle YWgraben; der,
auf Weichheit es abgesehh ist, empfindet alle quälen des
bildes (anh. s. lii. lxii. Lxni]**). ein fahrender schüler sagt
(Aw. 2, 55):
mit wunderlichen Sachen
I6r ich Ue denoe machen
iDoh uiahs einen kobolt,
wil sie d^z er ir werde holt,
und töufez *^*) in den bruunen,
«rtd leg in ea die evnneii.
gegenmittel bewirken aber dafe die gefahr surQekscMagt
und den zau^erer selbst triftf). Auch aus feti^ und kirn
*) hier erwihae kih des"1«fpi«cbea «aüfaergerithes pmbdttt {Ltiem
idiraibt' 8.* 421 'gCYiles), das ■ ain< 'fichtton , tannen'oder birkeohols,
detftea faaeni von der reehtefl 'gsgea die Hake laufen, gehauen «wird,
ante« hobl, eben mit hautbetegen i«r. auf diese hani seblagen die
laaberkundigea liBp^pen mit einem haidflier.
*^) ¥g1. Pittokarts übers, der daetnoabmania , Strafah. 1591* fdl.
p. 143. 1441 , , . .
***)-f^Ar'e9'(da8 Vacht)^ inden brunnen; wüi man Aii^ rer^
Bt^bn," asa'wliw zu lesen s 'in ^embraooen.' i -i •
f ) setiimpf uad ernst eap. 272 Wird folgende gescbiehte ersikit-:
gen Rem war einer gang^/s.' Peter nnds.^Faal'zn snehetf, und da
er hinweg' kaai; 'da' ward eeitffrata eim andern hold, der w«s , 'als
man sie nennt, ein farender schnter, der begert ir zu der eke. die
<l«iB WAOBMILBDl
.httnneii Moberhiider geiMoken > #iideD , «ns < «fMI 9»-
«diniMleiy dodi dag waeht d«r heiTigw biane (iw 6M)
aekaint dafür am geeifiieMea; ea Itogt darin «im iiM<-
«hmting göltiiohen satalTena (rgL s« 536), die nur bia aaf
gewissen grad gelingen kann. In Pnlcis INngattte Bl, 18
besitzt eine zaubertn ein MU geanaehl aus dem lauteren
wachse junger bienien (delle prime a|ie) , aul dllen gliedern
Ms anf eine rippe^): an dies bild War ddr sanberin eigne
lebenskraft gebunden und als es Halagigi bei langiaineai
Trau sagt, *inein mann ist gen Rom gesogen, wSr er todt öder
konnteBCu ihm oflohringen » so wol| ich dioh haben für alle nSnoer/
er sprach, *ja, ich kann ihn wol nmbringen/ and kauft wol sechi
jrfund wachs, und machet ein bild daraus. Da der fromme manji
gen Rom in die Stadt kam, da kam einer zu ihm nnd sprach: *odn
söhn des todtes, was gehst du hin und her? hilft man dir nicht, so
hki tfn heute lebendig und todt' 4er mann «prai^h *wie moate dai
sQgehn?* er sprach *koram in mein baua, ich will dSra «eigen«' Di
er ihn heim bracht, da richtet er ihm ein waaaerbad zu, darein «etat
er ihn und gab ihm ein spiegel und sprach, 'schau darein !* und safi
neben ihm, und las in einem buch und sprach zu ihm, 'siehe in den
Spiegel, was siehestn darin?* Der mann in dem bad sagt, *ich sibe
wie in mein bau« einer ein wä$hiim UM an die wand «feJfef, nod
geht hin and nioimt das armbrust, ond spannt et, Qtad will in dat
biid schief sem.* da sprach dieser, 'so Ueb dir dein, leben ist, $0 lack
dich nnter das wasser, wenn er will schiefsen.' der mann tbat et.
Dieser las aber in dem buch und sprach: *sihe, was slhestu?* der
mann sprach : *ich sibe , dafs es gefehlt hat und ist fast tranrig und
mein frau mit ihm. der farend aehoier rfiat zu ond will in dem
andern mal schiefsen ond gnhl den halben tboil bioza.' Huk dich,
wenn er schiefsen will.' er tuckt sich. Dieser apracb: 'log, was
sihestn ?' der mann sprach , 'ich sibe , dafs er gefehlet bat and ist
sehr traurig , ond spricht zu der frauen , fehle ich nun zum drittea
mal, so bin ich des todea; nnd rfistet zu nnd sibt nah su dem bild,
dafs er nicht fehlen mög.* Da apMcb der so in dem bacb laa: 'tnk
dich V der mann tacket ai^b Tdrai aebnCi. - Diea«r anraeh 'aiba aal^
was sibestu?' er sprach: 'ich sibe, dafs er gefehlet bat» und iti d*r
pfeii in ihn ganaen und ist todt,' und mein fran Yergrebt ihn nnten
in das haus.' Da sprach er: *jetz steh auf, nnd geh bin!' dermina
weit' ihm viel aohenken, da weit er niobta neiiasen nnd apradb: *biu
f Ott für mich.' Da der bärgar wiederaaib beiia kam . da wall iba
die fran freaodlieh empfabea, aber er wek ibf kein gaad babea,
'lüde ond beruft ihre &-eaad und sprach zn ibnna» waa aie ifa« lar
ein frau bitten geben und «agt ea ihnen alles wie aie gebändelt bitte,
die frao leugnet ea steta. da fahret der mann die freainde dabin, di
sie ihn hin gegraben hitt ond grub ihn wieder heraus. Da fing man
d^ fran and verbrennt aie, das war ihr acabter labn* Die febel
stammt aus den gestis Rom« (ed. Keller cap. 1(12) 1 nua naaift aber
bei Afzeliaa 1, 48 die firiaeb« fionhqppiaobe sage tergleiebeft.
*) wie ans der rippe Weiter erschaffen wird • (a. 529) und wen-*
derbarea geritb bereitet (a. 360. 1045)« mai^lt sie «nrollaltedigar
joböpfung.
WACH9fiIL0. I WER WOLF IM7
Awr' MftifKrisM IfAfs, ndiwimd* «la dikin. Dafir nfan solobe
#ftchMilM«r KUWtfMen: ttiafte/ sefgft ein« predigt Berthehte
(ood. pali 36 fbK &7^): ^«# tiimpt dhi her, and kiuft mn
wtfckiy diu ein beks^ dia ein t6tetipein, alles, dae sie tfomit
becouiief*^), nnd hienwe geht zisammenliaR; des nanber«
miWel^ mit abergIMibischen tieihnittein herver. Wie gene^
$ffnti und siech« ^hl Wachsbild oder waehsglted in kircheh
weihen tind aofbiftigen KeMeii, ae veitetate imd tödtete die
hexe dorcb'MIder. Ohne zweifei rek^ht diese eaoberei in
das höchste altertbnm; schon 0?id gedenkt itwer (amor. lU.
7, «9)-:
aagav^ punieea defixit mmiina cera,
et fnedium tenues in jecur egit acus?
I vgl. Horat. (epod. 17, 76): movere eereas imägiMB. bei
, Tbeoerit 9, d8 ist das wack$gchmii$en deutlich: »c vot;*
k to¥ TOP nagop iyii ot)f ial/tort tcf^o), oJp tdxöi&* vn
) i^moQ^ aber niehr, dafs es ein bild war; bei Virg. eck
8, 74 ff, eobefnt ein z«nbeiiri(d (tercfue haec attaria cwcfmH
^fßgiem dwoo) ans lekn und wachs gemacht.
l Gans tthntich solchem aufhingen und bihen des atx-^
p nanns war der alte gebrauch, die erde oder den rosai
i aussuschneiden , anf vnrfehen der fofe eines menschen ge-
^ standen bat, den man verderben witl. dieser erdichtM^
wie ihn Yintler nennt (s. liii], wird in den Schornstein
gehfittgt, nnd wenn er tu welken oder zu darren beginnt^
In rnnfs auoli jener menseh abnehren (abergL 524. 956)* sehen
Sarebard fMirt es an (anb. xxxnc). man kann ei« pferd
Ubmen daroh das einschlagen eines nageis in seinen Iri*
sehen fufstrltt, einen dieb verrathen, wenn man zwider
hineinlegt (abergl. 978). Plinius 28, 20 sagt: vesHgium
equt exeussirai unguis («I aalet plerumque) si quis coltectum
reponat, singuitusremedium esse recerdantibus quonam loco
id reposoerinti.
Auch daf verminen, tkiergfestaU anaunehmen (an sich
eine göttliche eigenschaft, vgl. s. 302), haben unsere Zau-
berer mit denen der Griechen uncl Römer gemein: mftnner
if werden gern zu Wölfen , fraueti zu hatten ; in die spräche
' unsers alterthums übersetzt: sie schliefseo sich dem dienste
*! von Wußten und Frouwa an.
^ Herodot 4y 106 meldet von den Neuren, vnter Soythen
" ifii»»» <* *
9
^ *) futdam {Jadsaoraai) Id similitndiaeai ef>is«äpi (Eberbknrdi Utß*-
▼erensia, im II jfa.) eeream imaginem \jenh iotei^ösitsai licieMles,
^ elerlcani, ni t^m bapiiun^e^ peeunta eerropemat , qositii ipso sabbatq
f ie«etf4eni«i; qua JMn eü purta'Une^a eontanipta episceput eö($pit
gravit#r iaflnaari el e^riit (bitt/4reT*).
.MMB -f •' •• -IWeRWQLF -.'.ff
m
und; in S^ylhien vtr^lmhftfteii H^Umeii/.g^Uw sio ftr «mi*
Aerer (yotite^^ weä sieb jeder von dnw alljäiirlich> auf
einige^ lag^ in einen 1019^ wandele, dann aber wieder
manncblipbe gestalt annehme [me%wß inciofot; avaf %m
a^v^mv #iiao«off Ai/Jinc Yi9B%at fj^ii^ß oAlymi^ nd
««Mv^ oniam is «outiTo Nov/tffa««^)* Abnliobes berichlaB
PlinHia 8, 34, Pomp. Mein 2^ 1 und A«gn«tin (de civ. dei IS,
17). 'hi3 ego saepe . htpum fieri ol ae noodere ailvis
Moerin . , . vidL' Virg, ecl. 8, 97. Ein menaeh, den diese
gäbe oder suoht anaseiehiiele, biefa jbvMt^i^^wfioß*), wel-
cber Wortbildung das ags. veretulf (leges Canuti, Scbmid
1, 148) engl. lo^etDo//^ genau . entspriobi ^ gotb. vairavulfs?
ahd. werawolf? bei mhd. dicblern kein werwotf. altn.
wird nur vargr (RA. 733. Reinh. xxxni) gebreupht, verftifir
Sn* 214^ ist scbwertonnmo, das sebwed. ddn. earulf^ earuk
scbeinen nach der roman. oder deutschen form, ich finde
itertoolf zuerst bei Burchard (anb. s. xxxyiii). 'strigaa et
^eiQ$ hip99 credere' alelU schon BottifaGius nusanunen (ser-
mon. bei Mart. et Dnr. 9, 217). aus warulf, garulf (iGerras.
tilb« schreibt ^«r^pAti«) kann das firanz. toupgarou (troroti
kiattfranz. gedichten) umgestellt acheinen, doch bat andi
der hrelagn* dialect- hki%gat<m^ . bleügam (von bleic, woU)
nnd dem>lei6 (mannwolf, yon'dea, mann) gr^kokH (fem*-
meloup); bisclaveret bei Marie de France 1, 178 nag aas
bhiagarv entstellt sein, wie das normandiaehe fortoal aus
ffuarwolf. poln. finde ieh mlkni^y wiihatek, böhm. wlkod^
My das eigentlich wolfhaerig' bedeutet und an den haarigea
waldgeist(s. 449) erinnert, das serb. vukMlak bezeichnet
einen vampir. die Letten bilden aus* wilks (wolf) toUkats
(werwolf).
Nach ältesten einheimisohen begriffen hingt annähme
der woUsgestalt ab von dem übwwerfen eines wolfgikPieh
oder fDolfhemds (ülfahamr), wie Verwandlung in aobwan
vom anziehen des schwanbeindd oder sohwanrings (s. 390) **].
*) unter äsopiachea fabeln ein arüger schwank (Cor^ 425. Fur.
423) : seinem wirte macht ein dieb weis , sohM er dreimat ^/ähne,
werde 'er zum werwolf {orav ovp /Mtf/ii;^» rQit^ ßoXaq, yivöfiat^ Xvnoq
fo&iap dv&Qianovq), der furchtsame wirl flieht uad jener beraichfigt
neb seioea gewapdea. Einer eignen yerwaodhuigsweiae gedenkt Pe«
fron (sat. 62) : *ille ctreiimiiitfia^if yettimenta soa» et sobiio lupug factns
est; «eatbnepta lapide« facta auat.' tgl. cap< &7: ti mrtmiMinrtn
ilbuBi». oevqiet qua fugiat.!
**) der ^t^ ist vetentli^es «toak der bekieidangg^ von dem gor-
iß\ läfat das alterthui» auch softstxauberbafte Wirkung abhängen, z.b
in Tb6r8 gurtel (megingiörd, fem.) lag aeln« ^iiicbe kcaft^ Sn« 2^
wamour im9
Jb bmidit «b« gtr iii0ht iii d^riMch^ dM mibfHM n
geatMum, jeder des voUbend eelegeede iMid der demil
imarikerte erffekrl iuMreMUaeg, und Ueibi eeueUgelang
woltf erüt em «ikoiee lag derf mp in mewcMieke geetall
MTfleiikeliräi *), neck eedern «tgen imtti erdtei^ sieboi
oder neun jähre in. dem. woUrieik Jieheireli. aiil den eiUK
S0h0n eieiDit er sugleicb wildheil «tod heulen des w#lfi aec
wilder dwehetreifend eerfleisehl er eUes was ihm var^
kofliml ^% A«f solche weise miaeht sich die f oralellang
waldflIlcMiiger verteanoler alieb mit der toe werwdfCaeL
efn herübrnfies belapiel ist Sigmunds und Sinfiotlis (fomahL
sog. 2, 130. 131): wenn sie schliefen, Mengen neben ihnen
die wolfsheaide.
Die werwölfe sind nach jungem blute gierig und rauv-
hau Rinder und midohen mit blinder kuhnheil, ans vielem
▼on Woyeioki 1, 101 ** 113. 152- 1&8 eraäUtem enlnehmn
ieh nur, dafe eine hexe ihreo gUrtel tuaammendrehle und
in einem hoebseiuheus auf die schnelle legte: als die nen*
yi»*aiäUlen darüber traten , wurden braut, briutigam und
sechs brnnlführer in werwölfe gewandelt, sie entflohen
aus der h^te und liefen drei jähre lang heulend um dejr
hexe httOs* endlich nahte der lag ihrer lösung. die hexe
brachte einen pele, dessen hsM' nach eulben gewaUdl war,
sobaM sie einen werwolf damit bedeckte, kehrte dessen
mepscbllehe geslalt aurück, dem briutigam reiehte dtedeobe
aber dm. leib, nicht über den schwenk, und so Wurde er
«war wieder zwn menschen, muste eher den wolfsohwans
beheltnn. Schtfarik (slow. sl. 1, 167) bemerkt, dnb diese
weifeng«» ganz besonders in Volhynien und Weifsru&iend
>■ I I ■ » I I
*) man .afaoM aqah, daTs die pjhoke (mIt) jedQti neeota» taf
ihre fiachbaol ablegt» ond eiaen ta^ meaach wird. Thiele 3, 51.
Der oeuojährige.wolf, nahm unser miUelalter an, solle nolfem tragen
(gebihren) Ms. 2, 234^ • wozu sich yergleichen lifst , dafs Loki den
wolf Penrir end die sehlange iörorangandr sengte (r. 22^), gändt
aber wiedenmi wetf bedeutet
**J ein ebiviar lebt« in araat. aar yerwiiaderiieg dea manofs
wiiate die frau dennoch bei jeder mahlzeit fleisch aufzutragen» lange
▼erheimlichend wie sie dazu gelangte : endlich aber Tersprach sie ihm
die entdeckung, nnr dürfe er dabei ihren namen nicht nennen. Nun
giengeo' sie mA einander anfa feld , wo eine ■ beeide aehafe weidete,
ZB welcher die frau ibreA eohriU lenkte« nndalsaie ihv nahe gekbaa«
men waren warf sie einen ring über sieh, wurde angenblickliehzani
w&rwoif ääi m die heerde fiel, eiaa der aehale grif uad daaoit ent-
floh. Der mann stand' wie Tersletnert; ala er alwr hirt Msd hnade
dem Werwolf ^Meh^eaaea and die gefahr seines weiiea sah, yergafs
jsr BOM» Tertprechea uad rief, 'ach Margareit V da Tenobwand der wolf
und die fran stand sackend tnf dem ieM« (haat» voUwnge).
«MO ^HßOftfÜLt
Wä iiti»^"ieie» uild BMitdinies bBittÜyntgiNi teitier'aff^
tichti cMi im N«iiroa eiii gltviioher v^MugUinm. waren.
Mach deiti iMiQt. laide MiHm: p. 49, 60 nnA der
MÜrMdM^) «rascli orit «iaeni lumbiMrMi^ iMMhrl weN
4m: -alsbald voiNrandBll er aieb in aiiien w«tf, der dai
wHd mrfolgt Kaeh Marie de ¥r.. l, 1§2 wird ein ritler
wöohemlioii drei tage mm biadaferet, and lauft nackend
im wald uariier; nimml ihm jenumd die beieeüa gelegten
menaeUicken kleider weg, sa mofo er w6lf bleiben ^
Hnqvet (eonl. pop. 15) bemerkt, aiikn kenne ihn nvr befrei-
en dadnreb dafe man ihn mit einem aehlüsael Unlrttnitlg
acMage.
Gewöhnliche annähme unseres volksglaubeM ist, die
terwandinng werde dordi einen im den Mb gehuMnun
wwmm bewirkt; der gttilei sei nur drei finger breit, «ad
am der haut ein«i menschen geschnitten, iren natfirlidien
wMfen soll ein solcher wenoolf an seinem abgestmnpftea
sehweif m erkennen sein. Lothringische hexenacten erge-
ben, dab durch ausrupfen, segnen und werfen ron gras-
haimen wider einen bäum wOlfe hervorsprangen, die aa*
genblicklioh in die heerde fielen; die steilen bei Remigias
p. 152. 162 lassen aweifelbaft, ob die graswerfenden min-
ner selbst lu Wölfen wurden ; nach p. 2&1 kunn man nichts
anders dafür halten, mehrere werwolfsgeschiehten hat Bo-
djnadimonomanie (naeh Fiaoharts Ubers. p. 120 ffl)i Der
rhetniaehwestfUische relksglaube IfifiM Mofs mSnnersu wer-
wMfen werden, midchea und freuen verwandehi sieh in
einen Üiterboek (euterbock, kermafh>dit?) ein altes, unheim-
Kehes weih wird gescholten: der Terfluchte üUerboekl
Eigenthümlich ist der dän. aberglaube no. 167, wonach eine
braut, die sich eines angegebnen eaufoers bedient, um schmerz-
los zu gebären, knaben zur weit bringe^ die werwölfef
mfldchen, die nachimahren werden. Thiele 1,133 bemerkl,
der werwolf sei bei tag menschlich gestaltet, doch so dab
seine augbrauen ttber der nase antoaiaieniaawitoei» ***),
imehis aber wandte er sieh zu gewisser zeit in einen drei-
heinigen hund, erst dadurch, dafs man ihn werwolf schilt,
*) er bittet aber ihm die kleider auftmhebea} *imi deepoHle an
g«rdei\ wie in jener ifOpitcheii fabel: dhtmi ow^ tim ^lätfi^ xm t/m'
**) die illeDgl. sage Ten WilKem and the wer wotf In HarUhoraei
anoient oKtrioal tales halie ich oeeh mcfat geleaeü.
***) sonet asch aeichen der hexe eder dea taoberera^ weiebe ae-
dem den oft inaehiohen. hönoes i aia sohanetltriieg geht er mn dm
augbrauen berrer (demsalie ea^ea 1, 1<32|.
wilrd« er ircS« Attcb mcbBoiiriwrdw iuüieni»!; «bIwhiI Yf^
kNUhropie elwM dem nleilsvlMii eageboräei.
Bt im n erwarten ^ deb dem feord. eHferlimni aaok
«n dber^elig des MeetcUkbtn \ä\m. m d#n dee büm
I wUWkaiMl wir, 4m dies Ulier fitr TemUBlIig gall (Reidi.
I mkktit. au aj^ Lti) oad hocbgehahen wurde (i. 633). Firnis
I bogi redet mit Hnaiuid. ttenpt Hm betn (Fittab. sage s. 246^
h eie däiiL tied MA imnk «mbindeii mms riM^nMAemd^
db Terwandlwig m «ioen bireii ergebn (DV. 1, 104). I«
Norwegen .hen^dit delr glaabe, dib die Lapf Iteder aicb m
^ hörm^ eenoaii£feAi> voA einem reeht dreiiSeni aehftdiiükai
bllren ' beibl es: ^daa fcami kein ohristlicber bir aein^' ein
i aller bflr, in Ofodess priategjdd, der aeeha menachen tl«d
^ aber aecliBig<i0wde g^tödtel haben sofl, stand in aoMiem
I rtff, nnd ab er endlidi erlegt t^urie^ will maü bei ihm eteen
^ ^tel gefanden haben. Sommerfelt Saltdalens priategieU
A p. 84.
Die verwandtang, in katse Mfist sich amiftchst mit doiii
Wesen der bansgpaialer (e. 471. 476) in Terbindmg bringen;
niesnla iat Uer von überwertea eines gürteis oder kemdes
die rede. Das voUi aagti eine awanaigjllbrige katae werde
^ aar hexe^ dine hSindertiibrfge hexe wieder siir hataer Viil«-
^ kr s. LVn gedenkt der angeBomamen kätsmigestaH, Wie
iil^ bei den nftohtfranen (a. 1013) komaMit in fast allen hexmb«
^ Processen beispiele vor, und besonders oft wird veol ver«-
w«adeten> kalaam eroihity die alan hematii aH Torbrnidnen
weibef n wieder erkannte, begegnende JnHaen aiiid aweiddutig
(abergi. 643). fremden katsen aoH man nichts an leid tknili;
die k^e binnte sidi räehen. eiil baner aieohte seit seH
Bemt hoohaeitatage : er Irntte. an ihttteinekalae, die §e$aMß
ia semen libf gekommen' war« aot einiem atein geWorfeik
j dw geaattelte katae ist eine brt goMiefeiteh kaiers (KM. ä,
^ 2&9). Ni. edgefi von zanberbaAafn hat WoMa Wodana $.12^
1^1 131. Matt mM abdr aujih der katae scheaeiiy weil sieFie«^
ii waa thier war (s; BBB)s wem ee- auf den hodiaeiltag reg«^
*^ Btt^ der bat^ beerst es in der WetterM, die tette iNcil «of
^i fütieriy folglich die botin oder dienerin der liebesgöttin be-
leidigt, nachtfranen und hexen scheinen aber im gefolge
dieser gQttbei^ zu . ziehen.
^ Auch die gan$ ist . asuberthier und auf den - edleren
^^''' seAwmi filterer sägen leicht aürttckfahrbar. Ein jäger schofs
^ aaeh wildg^tmm und traf eine, die herab Ins gebtscft fiel;
als er hinzutrat fand er eine nahte firau unverwundet darin
ik^' sitzen^ die ihm wbl bekannt war und die ihn dringend bat
r^' sie nicht zu verratben und ihr aus ihrem hauae kieider
deckung zu und^Iiefis: dieJKlcMtrlioienit >(MMrai>aBiifi^30&).
KAihis von Wyle (ini lier^Blieigiiugiisrtiitr'fiberseiettiig des
Apntejw) hintorbnngl iiiis. dhiM -veMthieäkieR :f«U, den; er
JMS dem munda dmr/ kaiieriioheiF'kaiiHftersobfeikm Mldwl
Yon Ffullendorf vernonmea. halte. einiwirtiUBd.fastgeiNir
«eiy duFiA »auberei*) emer fram, lingier ül»- ein ganses
^«hr vMde §än8 gewesen^ ond untite^r^sdlcäen gfftnien heran*
gieflogen, bis er skdi .eiBirail mit .einör »dem gans -gezaiAt
ond gebiaeen «od dteise Ihm zufMIg daa mcMein, .worin der
iSBatiber Terstriokt vrar, vom hob* abgerisM^ fadie; wieder
«bo ein «shmüimimg, nnr däCi ihn hier die lanberm nicht
selbst tlrägt, sondern einen nnsehahijgea maitn in das tiiier
'i^rvraiideK, wie audi die werwölfe theils Banker er Iheils be*-
nwberle sind, im KM. 193 stellet i0«t/se -^lappem das
isehwanheind vor.
Wie dem wolfe der rabe gleicht, dürfen auch wand«-
tailgen der saoberer in raben rermutet v^enden , ' doeh fällt
:mir kein beispiel ein , trolde erscheinen' in diai. lieder» oft
«Is raben (s. 945). vielleicht lassen sich eher HbergiBge
4ler hexen in die Aräikengestall'-aufweiseli, da eis schon von
einer öskmey (¥öhi. ea]». ^ keiM: ham brI'Ä'Sik krtk^hm
oh fl^^gr« im Weifdietrieh sobUlgt, naeh abgelegten hieideni)
Maspa^die bftnde z«samm<in (i. 978) und wandelt sieb in
-eine krähe*
1 Wenn die Abgelegte ideidmg (isenschiKohe od^ Ifaie»
risehe) weggeaominefi wird (s. d99. itöl)/so ist keine #ie^
ilerherstelluig der rmrlaslsenen gestah mö^ch: daher Meh
tn sagen und märchen die abgestreifte thiMhacit hettnüdi
i^flegt verbrannt in wvrddn ^). Dich* kann 4ie tnenechen»»
festall unter 'der Imdiilgvng snrOobbebpK^ny 'daTs tm' u»*'
ichUdigee MIdehidn si^en ^ro' lan^; sWmm und sebwen
gendj ein ketnä fertig spinne und n*he; das tber deA
vwzauberten ' geworren w^de. (KM.!, :58* 246. 8^ 84). . •Ka
solches hemä lösl nicht nor ' den zauber, es madit< auoh
lest «t»d sie^eich (abergl. 6S6. TO&^«i*); In 'dier letzten
*) 'dnrch getnecM', Tgl. s. 984 machen, zaubern. ,
**} Aw. 1, 165. KM. 2, 264. S^raparola 2, 1. pentamerone, 2, 5,
O^taV 1, xrtn ff. Tornald. sdg; 2, 190. 151.
'"V ein sdlefaee tUtfb&md gemshM an das mitfebonMi ylSaiafcflwrf
.(A. .9211) der kindAr, wekhes In Dasmark aaeb fe^rfTfAn^ iiey«r«|iM^
seyerstetk beifst. l^-ant man der reden^r^ *mift 4QinAeki geboren, sein'
ein hohes alter zu, so weidsagt dieser «te^«Ae/m den künftigen helden.
Tgl. Bnlenger 3, 30 über die amniomanHa, d. i. dfridatio per. amniam
Beu' merobramiih a^riiaiH etfibryonis. ' •:>v •
ZADBERHBMDi BLICK MSSf
stdie ist sltfef vor gericbl für das Altere siegen im kämpf
gttsetxt. bn MA. hiMs es s. Gw^rgen^ h^mde (Vintler iiti«iih..'
s. Iit); Welfdielerioii ei^pftngl es von ^egmimie, ^ d. h.
einer weisen^ splnnendeii norn oder • valkyrie ' (s. 405);
sichtbar ist die altbeidirische idee liemareli auf ddn siegrcn-*
ohen «heiligen der oliristlichen kireiie ttberlragen. fthnlich
ist das* gegen ertrinken sohtttzende gMne hemd BeovJ
1085-1100 wd das fHdhemede (anh. s. cxxxiv]; -von einer-
gewebten siegshiine wird im verfolg die rede sein, mir
sdwinen diese gefeierten sehieksalshemde zvsammenUingenA
mit den gespinsl «id gewebe der nomen und der flrau
Holdil. Wahrscheinlich sehrieb man den hexen , welche
fkUspümeiwnem hiefsen (nbergi. 824) , miaberhaftes w^ben-
und slrinnen ku; ftirebards steHen vom aherglanben in I»«!
Dificiis* et ordiendiB teUs(s. xadi. xxzvi) sind tu vergieichenv
Hinemar vdn Rheima (bpp. 1, 6M) gedenkt der säl^hereieii'
'foas stqimTeiitfas' fendnae in' «iiis lanificiis vel texlilibug
speHbus nonii»atti'. und f. 654 sagt er: ^uidam etiam'
teiHbuB carmmaüs indnebanlar vel cooperiebanfnr ' ^)J
ibnlicb ist der. zaidier und sogen bei sckt^eftem (^rgl. oben
8. 658)..
Es ist zwher dtordi hhfsen hHtity ohne alte leiUioh»
beriihrvBg möglich , was man ib der allen spräche entielmik
iMnnte (s. 987), itaL ^etiare gll sguardi, iteapol. jetiaturaf
fascina däi malvagi ocohi. das triefend^, neidische, 4Me
äuge ^^) der eintretenden hexe (abergl; 78?) geschwelge ihr
lumeh und grafs kann plOtfllwh verletzen, säugenden fraaen'
die milch entaiehen, Säuglinge schwindsüchtig machen, -ein'
Uetd, eio6B apfel verderben: «fM obfasdnare (s. 1010 und
anh. s. xxxix); <der rock ist so seh(y«, dar apfel so rolh:
dafs ihn kein bä^ä amge, ^mda i^ (sohwed. ab>^gl. 57)
ansehen soli.^ sdMUieher iUek abergl. 753. 674 , ^bUquw
octtliM, Horai epist. I. 14, 37! Yorzöglich helfet es von;
kränkelndem' vieh: ^es ist ein iätes ottj^e dabei gewesen,'
ein vieh mit scsbarfem äuge ansehn. Virgil ed. 3; lOS:-
'neseio ^is teneres oculm mihi faseinai agnos.' Henvr;^
18014 sagt, der augenblick tödtösdilangen, schrecke wölfo/
brüte straufseneier, erweolEe aussatz. Radulfi ardratis ho-
*) 4en eoMavbemdeD , 'siohiemden heikiden «tc^n hetnMhtmdey'
wrierbUcke entgegen, in einem serbischen lied (Vuk 3, 30 z. 786 ff.),
ein gMhemd weder gesponnen noch gewoben, sondern gestrickt, eine
leblange in Minen mgen geftochten-. bekannt ist das dem Herakles
gesandte mit drachenblat getrSnkle bttnd.
*y) «4el cufm Pan. 407, S tied nefdfsehe, tibelwbU«ede. dkge-*
gen: ein bm$«k ouge l^aTi^tTI) 16 ein kranket, -tehwa^hes.
lOH . .. MißK
m •
iiriKae 48* t ^cftvele ib üKs, q«i dminlv fMadamocvlif
tiTMiljJrt» alios fasoiMrou' üTm^« i0o»fi hal iPeraius 2, 34
und foMcimmte ßunnmimiv gali 4m alten T^raogtweise ¥oa
dieser art zaulierei. der . aim. awdraek ist Hmthoerßng.
^svndr stank sAia for «iea iMaiis' Smm. 5A\ vor des riesen
bltck sprang die senie enftiwei. Stlge«di kaifln dnreh seiaett
bUck aliea verderben; dem gefangengemmmeneo tiehea sie
eMm saok Hhers gesiebt (4re«imi helgr A höfatl hondm):
er schanl durch ein loch im. sadc, ttad verdirbt mii einem
blick ein grasfeU (Laxd. p. 152. iSfi). Verschieden «ad
doch fthnlioh sind die eeharfem aufen einaeteer beUen (s.
3ft4) und jangfrauen, die gebuiuioe Svanhildr soll von .pfer*
den todt getreten werden: 'er ten brd I eueukf 0»gmm^ ^
^dn eigi bestamir ei spaora hana; ek er-fiikki et ^
mmiti kam, ai balg abyldi dvaga A höfn« kMMi' (fornaU.
a6g. 1, 226). Und von einem Signrdr hetfsf es farmL^.
2, 174: 'at hana bef£ enari mugmabrajud^ et aUir hnadsr
hnrfn frft bonnm^ ok var engim svi gtianMr, et ^yrdi i
bann al rMa, er haitn.AeeaSi laijrnn tmAI ^ein/ wie die
bnnde den Mick 4ar gdater md gMlerniehl ertf agen(s. 632).
Wer solch ein gefährdendes äuge hat, eeileyed ist , kann die
sebftdBehe wirkmg seines Uksks dadnrek afcwendeliy daTs er
ihn auf etwas lebloses richtet« man sagt: 'no wem shall
say black is yonr eye/ d. h. idemaM kann dir gorade
ttktes nai^hnagen. Brooketl p. 66. Steht ant der hexe bft-
Sern enge jene seltsame gestakaig ihres angapfela (s. 1034)
in Verbindung? als siobeningsmittel gegen seinen eiaflab
wird die pfeite des Umdem manhrorfs getragen %
Wie aber hohe sehönheit mit dem strahleBbiick der
äugen säubert, hat sie auch aaubergewalt in den lächele
ihres muiMles. Nach einem neagrieok liede^ wenn die r&^
aende jnngfra« Aicftl, faUm rasen im Me seMne {inei
yeli nai ndqieo^n'i ta gaUa 'e r^^ no^ap vfc) Faoriel 2^
3821 In Heinrichs von Nenenstadt ApoUonius von Tyms, der
um 1400 gediohlet wurde, heifst es a. 182« V4 sach man
risen lachend mid dann wird ein mflroken ersähl^ in dem
ein rdeenlackender man anfUrUt:
'der höhet, da» ea pol röeen im»,
perg und tal, laub und gras.*
ein nieder]. Sprichwort (Tuinman 1, .306) iaiitol: 'als hy
*) anderes iat, dafs sauberer durch ihre gaukelei die auf^m der
menschen fterbUnden: sunt e( ^aettigialores , qui alie nomine •&*
MirigUk vocaatnr, quod praeatringaai Tet obeüEitigani hamenonim
aciem oculorumi nino». i^m. ed. 1649. U fiAS.
LAGHBM 1((?99B9. (TRANK 10»
lacUi 4tD Mnßmioi kei rmm! dieser m^tbus imGi s#hr ganc^
bar gewesen sein, da ich in Urkunden (z. b. Böhmers cod.
fraocef. 1, 185), und noch heute, dep eigennameii Rosen-
lachery Roseßlächfery BbtmlOQher öfter ftoito. <las nemlifto
gedieht vQjp Apofioflius hat z. 2370
er kuste sie wal drei£»ig stunt
an iren rdsenlackende» munt,
andere hierher gehörige stellen sind Aw. 1, 74. 75 enge«
zogen* B^abte glQ/akskinder haben das vermöge» rosen.
zu laclieii, wie Freyja gold weinte; vermutlich waren es
uraprQngJiich heidnische lichtwesen^ die ihren glänz «m him*
mel über die erde verbreitelen, rasen und sani^^nkifide^
(Georg 48. 49), lachende morgenröthe . (s. . 708) , r^^ßiiireßtr
ende Kos (s. 710). . nafchMar). Cap. biefs eine, silberne urne,
quae praeferebat aereiia.fidgwtia. et vernantia ooeli teiep^M»
renidebaty rittw Jopie^
Noch höhere gewalt als der l4ohelnde hat der itit*.
Meade nmnd. in iinaern kindermftreh^n kehrt wieder, daCi.
ein kus alles ter^e$$en macht (2, 168. 508), aber a^oh die
erinnerung erstattet (2, 463). «m km bftngt die iösuiig.
dee bannes (s. 921). in den. noird. sagen wird die ifßr^.
^urch einen traak bervergebraobt, welcher
dmitmiedr^cbr hellst und dem mimdsöl (s. 53)
en^egaqstebt ; solch ein ömiiifiiaöl reichte Grimbild dem
Sigiurd, worauf er Brynhild v^rgafs, und auch der GoAruQ.
moate, eh sie Sigurd vergessen und Atli «rflhleo konnte,
ein dminniweig gegeben werden, dessen zauberhafte be*
reitqng das lied schildert (Smm. 233>' 234«). so bieteii)
valkyrien, elbinnen und zauberfrauen , den. beiden ihre trink-*
höroer (a. 391) dafs sie bei ihnen bleibea und alles andere
vergessen sollen, man vgl. die sch^wed. sage bei AG^^Uufk
2, 159. 160 und das lied bei Arvidsson, 2, 179. 282, wo
der bergm^uA die Jungfrau aus dem giöm^oM hom triaK
ken Ufst, dals sie vater uad mutler ^ himmel und erdCi
sonne und mond vergifst. Da nun in den sohwed. volks-.
liedern mmna küssen ausdrückt (minna uppa munnen, sv»
vis. 3, 123. 124), in den dftn, minde (d. vis. 1, 256. 298),.
wie (gpiAe/> amare und osculari, bei uns im 16 jh. ^daa
Uebmahl ausetzen' den kos mnscbreibt ; so liegt küssen und.
miqnetria^n beim opfer .und zauber einander sehr nah^*).
Zotthertrflfil^e sij^ aber m^foiigfolter art und von böchst^i^
• *] sninna osculari kann freilich aus mvuna (den mund geben)
alln. mynnaE Terderbt scheinen ; doch behliit auch jene deutun^ ihr
gewicht.
105^ 6B<3ft<Hrr*rBL
.1
alter, ihr zubereiten greift in heilkunst und gRImiflctie-
rei ein.
Bs gibt einige allgemeine sichenmffsmütel gegen den
eiffiflurs der siauberei. Anf eine frage der hexe darf man
nicht atUw&rten (abergl. 59), auf ihre anrede niäht «hm-
im (abergl. 568); überhaupt ist es rathsam für gewisse
dienstleistungen und gescherike, wenn sie nützen sollen,
mehi M danken (abergl. 398. achwed. 35. 52. ehstn. 94).
Mne heute ist daran erkennbar, dafa sie för geliehene dinge
danki (abergl. 566), keine hexe afUiöoriet dreimal (abergl.
563). Lobi sie etwas, so misrüths (abergl. 883), man ent-
gegne ihr denn schnell durch sehimpfen, schelten, 'eben
soviel' anwünschen (abergl. 976) oder ausspeien. ins ge-
siebt Men schadet. Plin. 28, 2;^5i ultra plaeitum laadarit,
baccare frontem clngitä, ne Tati noceat maki Ungua fu-*
turo.' Virg. ed. 7, 27; daher wurde beim selbstrübmen
ein praefiscini (prae fascino ?) zugefügt» Plaut. Asniar. II.
4, 84. schelte und Verwünschung hintertrieben die alten
anit den Worten: £/c leeginXi^v nor, d«# möge dein havpt
treffen! Auch Neugrieohefn und Slaven fürchten lob und
suchen sich durch $peien zu retten: die russische amme
speii einem dHtten, der ihr kfnd rühmt, ohne ein schützen-
des gott behüis I hinzuzusetzen , auf der stelle ins geriekL
vor einer hexe haus wird dreimal ausgespuckt (abergl. 756),
desgl. bei nüchtlidiem überschreiten eitles unheimlichen- Was-
sers (schwed. aberg^. 40); die Griechen spien beim anbliek
eines rasenden menschen dreimal in den busem. Theoer.
6, 39. 21, 11. Her drctis despue carminibus:' TibulK I. 2,
55. hansgeister lassen das ausspeien (s. 481). vgl. abergl.
317. 453. von solchem ckspuere, adspuere^ inspuere, ear-
sptiere hat Plin. 28, 4 lesenswerthes und einstimmendes.
Nöthigenfalls soll man unbedenklich die verdächtige hexe
schlagen, daft blut fliefst (s. 1050), oder einen feuerbrand
nach ihr werfen (schwed. abergl. 96). Brot, sah und kohks
sind Schatzmittel gegen den zauber (abergl. 564. 713), wie
die hexen brotes und sahes entrathen (s. 1024). mir scheint
das den hoksweibchen widerwürtige pipen des brots (s.452.
453) ein heiliges, zauberabwendendes zeichen, vgl. placenti
digito notata bei Las»cz 49. Wirft man über verzauberte
thiere einen stahl, so müssen sie ihre naWrKdhe gestall
annehmen (abergl. 886)*); wer über die hexe ein ^eüf^tislef
*) ein baoer fahr nachts mit seinem wageA and ein werwolf nahte,
ihn zu enlzaubem band der besonnene mann unverweilt seinen feuef
siakl an die geisel und schleuderte ihn, die gebel in der hano bal-
ZADfiBR 1057
meiner wirft, erkeniit sie (abergl. 554); einer warf «fa&/
zwischen die eibin mid den ber^f, wodurch eie verhindert
wurde hinein ea gehn (s. 426) ; sUAl sichert das Irind in
der wiege gegen rerwechslung. von solchen anwendnngen
des sUMi gegen den sauber hat beispiele Faye p. 20. 24.
25. 26. 51. 141, Tgl. schwed. abergl. 71. Dem kreuMep-
chen weichen hözen und teufel aus: in der ersten mainacfat
sieht man darum so viele kreuze an den thttren. in die
vier Winkel seines ackers pflflgl der bauer ein kreu%. an
den wiegen neugebomer kinder, solange die taufe nicht
erfolgt war, wurde das Aren« nicht gespart zur Sicherung
gegen elbe und teufel ; die Heiden brauchten so ihren kam"
mer^ und davon ftufsert sich eine bedeutsame spur: mal--
kmn, ubi puerpera decumbit, obvohtmi candido Unieo (Gisb.
Voetii sei. disput. theol. Ultraj. 1659. pars 3 p. 121). Nicht
weniger hassen und scheuen die bösen geister alle ghcken
(s. 973. 1028) und glockenlttuten stört ihren tanz auf den
kreuzwegen (abergl. 542). Hierher gehören auch die s. 1032
aafgezfthlten mittel, hexen zu erkennen und sich vor ihnen
zu baten.
Dies sind die eigenthttmlichsten erscheinungen im ge-
biet des Zaubers. Viele, die meisten zaubermittel laufen
Ober in aberglauben, zwischen welchem und der eigentli-
chen Zauberei feste grenze abzustecken unmöglich ist. als
merkmal fttr den begrif der Zauberei habe ich zwar den
bösen willen schaden zu stiften aufgestellt, und aus der
umkehrung des heilsamen gebrauchs geheimer naturkrttfte
scheint sie hervor gegangen (beinahe wie der teufel aus
gottes umkehrung, s. 938); die einzelnen anwendungen
der rechten und falschen kunst lassen sich aber nicht im-
mer sondern. Wie ein kraut, ein stein, ein segen zum
heilmittel gereicht, so können sie auch verderblich wirken ;
gebrauch war anstftndig und erlaubt, misbrauch wurde
verabscheut und strftflich. Eine giftmischerin ist an sich
keine Zauberin, sie wird es in den äugen des volks, sobald
sie sich übernatürlicher mittel bedient, eine siechthum-
heilende, wundensegnende weise frau fängt dann erst für
eine hexe zu gelten an, wenn sie mit ihrer kunst übeles
Ihut; ihre mittel seien so natürlich wie das gift der mör-
derin. Hexen waren dem höheren alterthum priesterinnen,
Ärztinnen, sagenhafte nachtfrauen, die man ehrte, scheute,
endlich gering schfttzte, aber noch nicht zu verfolgen und
tend , aber den köpf des wolfet her. aber der wolf erhaschte den
Biaklf und nun mäste sich der bauer darch eilende flacht retten.
Grimums wnjftk^L $. tmsgmh*. 67
10S8 UVWH
hinsuricbien trachtete. Wie Jungfrauen in schwftne wan-
delten helden sich in werwMfey ohne in der öffentlichen
meinung dadurch zu leiden. Als im verlauf der seit ein-
mischung des teufeis bei jedweder art von saubere! ange-
nommen wurde, fiel auf alle persönUchen Verhältnisse straf-
bare schuld; seine althergebrachten zaubermjttel behielt
aber das volk noch grofsentheils bei in dem unschuldigen
sinn des aberglaubens, den nur leichter als vorher ein an-
fing von hexerei treffen konnte.
m
ABERGLAUBE ilOQO
GAP. XXXT. ABERGLAUBE.
Unter aberglanben ist nicht der gesamte inhalt des
heidnischen glaubens, der ein wahn, ein falscher glaube er-
scheint, zu ¥erstehn, sondern die beibehaltung einzelner
heidnischen gebrauche and meinangen. der bekehrte Christ
verwarf nnd verabscheute die götter der Heiden, in seinem
herzen blieben. aber noch TorsteHungen und gewohnheiten
haften, die ohne offenen bezug auf £e alte lehre der neuen
nicht unmittelbar zu v^iderstreben schienen, da, wo das
christenthum eine leere stelle gelassen hat, wo sein geist
die roheren gemttter nicht sogleich durchdringen konnte,
wucherte der aberglaube oder Übergbmbe. Niederdeutsch
sagt man biglaoe, beiglaube, nnl. overgeidf, Mgeldf, dän.
overlroy isl. Atolrd, die alle dem lat. sttpersHiio nachgebildet
wurden, das selbst aus superstes abzuleiten ist, und eüi in
einzelnen menschen fortbestehendes verharren bei ansichten
bezeichnet, welche die grofse menge vernünftig fahren Iftfst.
ein Weissager hiefs den Römern superstitiosus homo. auch
der schwed. ausdruck eidskepebe scheint ursprünglich eine
art des zaubers, nicht den aberglauben zu bezeichnen
(5. 988)*).
Es gibt zwei arten des aberglaubens , einen thähgen
and leidenden, jener mehr das augturium, sorli/e^iifii ,. die-
ser mehr das amen der alten Völker**). Wenn dem men-
schen, ohne sein zuthun, von höherer band ein auffallendes
zeichen gegeben wird, folgert er daraus heil oder unbeil.
Entspringt das zeichen aber nicht von selbst, lockt er es
erst durch seine Verrichtung hervor, so besteht ein positiver
aberglaube. Das christenthum hat natürlich dem positiven,
der mit heidnischen brftuchen vermischt war, eher zu
steuern vermocht, als dem schuldlosen negativen aberglau-
ben, der wie gespensterfurcht auf das menschliche gemüt
wirkte.
Gebräuche des thfttigen aberglaubens- haben imn«r
f- - r will - n
*) schwed. auch skrok, skilk supentitio ; das altn. skrök figmen-
tom. ahd. gameUheii tuperslitio , TaDitat (Graff 2, 702). nhd. finde
ich Hpfelgfaube, Schmid schwlib. id. 547.
**) die göttliche allmacht bringt wunder (s. 983) herTor, eine zu-
fällige naturerscheinung blofse vorbedetUungeHf ominat portenta, wofür
lllfilas den ausdruck fauratanja tigaTu hat, Marc. 13, 22. Job. 6, 26.
il Gor. 12, 12. zu tani weifs ich etwa nur das altn. tentngr talua,
daa ahd. zeno protoeo (Graff 5| 673) zu halten.
67 •
I«e0 WEISSAGUNG
practische zwecke, der mensch will sich von einem gegen-
wftrtiffQp Qbe| frei machen, z. b. ein siechthum entfernen,
seinen fbind "wegschaffeti^ oder er n^ill sein künftiges gl&ck
wissen und sichern. Hierbei ist nicht zu flbersehn^ wie
oft nach Terscbiedenheit der zelten und vOlker die nemli*
€hen brauche veränderte beziehung und deutung empfan-
gen; diese bewandtnis hatte es auch bei den absiebten der
zaub^ei. Was unsere yorfahren hoflen oder fürchteten
bezog sich mehr auf krieg und sieg, der heutige landmann
sorgt um sein getraide und sein vieh. Wenn die heid-
nische Zauberin durch ihren hagel das feindttiehe heer ver-
dirbt, so macht die hexe wetter für des nackbars acker.
Ebenso prophezeiht sich der bauer gedeihlichen acker aas
dem zeichen, das in der vorzeit sieg bedeutete, aber auch
landban und Viehzucht reichen in ein hohes alterthum und
eine menge abergläubischer gebrauche, die mit ihnen zd-
sammenhängen, zieht sich unverrückt durch lange Jahrhun-
derte. Daneben sind alle richtungen des aberglaubens aaf
häusliche Verhältnisse, auf geburt, freien und sterben, na-
türlich und fast unwandelbar in dem lauf der Zeiten; der
aberglaube bildet gewissermafsen eine religion für den gan-
zen niederen hausbedarf.
Ein hauptstück des aberglaubens sind die weütagun^
gen, der mensch möchte den Schleier lüften, den zeit und
räum über srine wichtigsten angelegenheiten geworfen ha-
ben ; durch anwendung geheimer mittel glaubt er anskuafl
zu erlangen, erlaubte und unerlaubte Weissagungen waren
von jeher ein geschäft des priesters (oder hausvaters) und
»amberen (s. 985. 986): jene gehören zur religion, diese
zum aberglauben.
Die ausdrücke für weissagen und wahrsagen wurden
schon zu eingang des vorigen cap. angegeben, als der be-
grif des Zaubers festzusetzen war. Nachzuholen ist hier
das abd. heiUiän augurari, ags. hälrian; heitisdd onen,
augorium; heilUari augwr, ags. hälsere, heilisara augu-
ratrix. mhd. sind diese Wörter schon ausgestorben» man
unterscheide ahd. heilizan salutare, ags. hftletan.
Jene priesterliche, heilige Weissagung scheint wie der
heidnische priesterstand selbst (s. 83) in geschlechtern fort-
geerbt worden zu sein, eine Wahrsagerin gab vor, dafs
die kunst lange zeit in ihrem geschlecht gewesen sei und
nach ihrem tode die gnade auf ihre älteste tockter über-
gehe (anhang s. lxv) , also von mutter auf tochter^ von eater
auf söhn; anderemal wird behauptet, dafs Weissagung und
heilkraft von frauen auf mätmer, von fnätmern auf firauen
GHEHGANG lOfrl
fortgapflanxl werden intlsse. Es gibt noch heute ge$ehlech-
ter, denen die gäbe eigen ist, was geschieht vorauszusehn,
aamentlich sterbffille und leichen: solche leute heiTsen in
Niederdeutscblaacl vorUekers, d. i. vorschauer. man sagt
auch, sie können quad sehn^ d. h. jedes nahende unheil
wittern 4 ja dies vermögen wird pferden, scbafen, banden
beigelegt: pferde sind weissagend (s. 624), htmde geister*-
sichtig (s. 632). Das ist a^er besonders zu beachten, dafs
solche menschen ihre gäbe dem übertragen Können, der
ihnen auf den rechten fu/s tritt und über die Unke schütter
schaut; dies scheint uralte und noch heidnische gebfirde,
die auch als rechtsbrauch bei anfahung des viehes galt
(RA. 589) und vielleicht sonst unter Christen geduldet wurde,
ich finde dafs ein bufse ihuender dem einsiedler dabei auf
den rechten fu/s treten mufs (Ls. 1, 593). Das erste auf
neueingesegnetem taufstein getaufte kind empfängt die gäbe
geister und Vorgeschichten zu sehn, solange bis ein andrer
aus Vorwitz ihm auf den linken fu/s tritt und iiber die
reifte schütter sieht y dann geht die kunst auf diesen über
[abergl. 996); wer aber durch des weisen matmes armring
schaute (s. 891) wurde geistersichtig, er sieht das geheure
und das ungeheure : selbst auf den hund geht die gäbe über,
wenn man ihm auf den rechten fu/s tritt und ihn sich über
die rechte schulter sehn Ififst (abergL 1111). Auch mit dem
heim geborne kinder seheß geistsTy gespeoster und hexen
(s. 829). In diesem allem zucken noch brftuche des heid-
nischen priesterthums nach , die zuletzt nur auf zauber und
hexerei bezogen werden.
Alle Weissagung richtet sich hauptsächlich auf erfor-
schung künftiger dinge, denn sie sind die ungewissesten,
das vergangne ist geschehen und erfahren, seiner kann
sich auf vielen wegen versichert werden; was in der ge^
gemoartj in fernem räum, geschieht, spürt der mensch
am seltensten reiz zu erkundigen; ein beispiel ist s. 1046
vorgekommen: der pilgrim wird durch Zauberkunst in den
stand gesetzt zu sehen, was in seiner heimat vorgeht, doch
hat auch die gegenwart ihr ungewisses, wenn art und
weise entschieden, vorzüglich wenn etwas getheilt werden
soll.
Waren ereignisse und handlungen der tergangenheit
io dunkel gehüllt, so kannte das aherthum ein geheiligtes
mittel der entdeckung, die gottesurteile : rückwärts ge-
kehrte Weissagungen von sicherem, unausbleiblichetn erfolg,
dessen die gerichtsverhandlung bedurfte, allen deutschen
gottesurtheilen ist aber wesentlich, dafs der angeschuldigte
iixa wmssACDüG
selbst ihren ritas vornehmen mäste; niemals konnte er in
die hand des richters gelegt sein. Von diesem begrif un-
terscheidet sich also das seit dem mittelalter gebrfluchfiche
Hebireiben oder siebdrehen ^ welches durch weise frauen
oder hexen ^ zanberer , aber anch durch ehrliche lente ge-
ftbt wurde 9 um einen yierborgenen fibelthfiter heranszo-
bringen : das weih fafste ein erbsieb zwischen ihre beiden
mittelfinger^ sprach eine formel, ans and nannte nun die
namen der verdächtigen her: bei dem des thfiters fieng das
sieb an sich isn schtoingen und um^uireiben^). man wandte
dies gegen diebe oder solche an, die im auflauf wunden
geschlagen hatten; zuweilen auch auf künftige dinge, z.b.
wer ^ der freier eines mfidchens sein würde... frühste er-
wfthnung finde ich in dem s. 1001 mitgetheilten gedieht:
'und daz ein irip ein sib iribej sunder vleisch und sunder
ribe, dft niht inne wsere', das halte ich für erlogen, sagt
der Verfasser ; sein Unglaube mag sich auf den Umschwung
beziehen, das sieb ist leer, ohne fleisch und bein. Man
liefs auch das sieb auf eine zange legen, diese zwischen bei-
den mittelfingern in die höhe halten. In Dänemark nahm
der hausherr selbst die prüfong vor, indem er das sieb im
gleichgewicht auf die spitze einer scheere stellte (dfin.
abergl. 132). Dieses sieblaufen (siebjagen, siebtanz] mafs
im 16 und 17 jh. in Frankreich und Deutschland sehr
üblich gewesen sein, viele bücher reden davon und stellen
siebdreher und segensprecher zusammen**); vielleicht ist es
*) anders geben das sieblaufen die meklenb. jb. 5, 108 an : man
nimmt ein von yerwandten geerbtes sieb, stellt es auf den raod hio,
spreizt eine erbscheere und sticht ihre spitzen so tief in den rand des
siebs, dafs man es daran tragen kann, dann gehen zwei Terschiedoes
geschlechts damit an einen Töllig dunkeln ort, halten den mittelfioger
der rechten hand unter den ring der scheere und heben so das sieb
auf. sehr erklärlich gleitet bei der geringsten bewegung der ring
Tom finger und das sieb fällt nieder, weil man es im finstem Dicht
wagerecnt halten kann, nun beginnt der eine den andern zu fragen:
*im n. g. d. t. etc. frage ich dich, sage mir die Wahrheit und luge nicht,
wer hat das und das. gestolen ? ' hat es Hans , Fritz , Peter getbaof
beim nennen des yerdächtigen gleitet der ring ah^ das »eh faul w
boden un(i man weifs den dieb. Die übrigen beschreibungen , welche
ich gelesen habe , lassen die sache im hellen, nicht im dunkeln, ge-
schenn, auch das sieb nicht niederfallen, sondern sich drehen.
**) Pischarts dämonom. p. 71 . Hartmann von segenspr. 99. SimpKc.
2, 352. Ettners apoth. 1187. Job. Praetorina Tom sieblaofe. Guriae
Varisc. 1677. 4. Rommels hMs« gesch. 6, 61. in Burgund tooai le
iaimi, noels borg. s. 374. taimi ist das franz. tamis,. nnl. teenUf iva
Teutonista tempse, aber Diut. 2, 209 tempf. wenn hier Graff nicht
verlesen bat, so liefse sich aus TamfaiM (s. 70! 236. 256} eine tood
SKBORBdEN. BRBSGHLtfSSEL 1063
noch jelKt hier und da in anwendnng, vgl. Stender's. v.
seefinn tezzinaht (sieb taufen lassen) and dessen gramm.
s. 299. die Letten stecken es an eine schabcheere. Es war
aber schon ddn Griechen bekannt, Theocrit 3, 31 nennt eine
Koantpofiavvie , und Lucian 1, 753 hat noaxtvo» ßtavtev^
sa&atj den hergang der HOüHiroftavr$ta schildert Petter
l, 766 so: das sieb wurde an einem faden in die hohe
gehalten, man betete zu den gOttern und sprach die ver-
dächtigen namen aus; bei dem des thaters gerieih dv^s sieb
m drehung.
Auf ähnliche weise, wie das sieb^ liefs man einen erb^
schlüisel, der in die bibel (zwischen das erste cap. Johan-
nis)*), oder ein beily das in eine kugel gesteckt wurde^ bei
nennsng des rechten namens in bewegung gerathen (abergl.
932). Ich vermute das umlaufen de» lotterhoheB, welches
sprnchsprecher (lotterbuben , freiharte) trugen (H. Sachs. IV.
3, 58*), geschah auch um zu weissagen; fragm. 15* heifst
es schon : 'louf umbe lotterholz , louf umbe gedrftte V ich
werde darüber anderswo ausführlicher sein.
Als Überrest des Judicium offae oder casei (RA. 932)
kann betrachtet werden, dafs man des diebstals verdäch-
tige von einem gesegneten käse essen liefs : dem wahren dieb
bleibt der bissen im hals stecken. Hartlieb im anh. s. lx**).
sieb, das sie in der haäd trage, genannte göttin machen; das sihe
heidnisch aus.
*) in H. Stahls westf. sagen, Elberfeld 1831 s. 127 nihere an-
Sähe: der erbsohlüssel wird in eine erbbibel gelegt, so dafs das kreui
es schlässels auf die stelle Johannis *im anfang war das wort* zu
liegen kommt, der ring des Schlüssels aber aus dem buche hervor-
stent. nun binden sie dieses fest mit faden za und hingen es mit
dem ende des fadens oben an die decke des zimmers auf; dann fafst
jeder Ton zweien untiar den ring des achlnssels, hält ihn lose und
der beschidigte fragt ; ist eine hexe an meiner kuh gewesen ? hier-
auf mufs der andere nein antworten , der beschädigte aber ja er-
widern, und so setzen beide der eine ja, der andere nein eine Zeit-
lang fort, ist nun die kuh wirklich behext, so beginnt die bihel Mich
im kreite an drehen, und darauf wird weiter gefragt, fiel aber keine
hexarei vor oder wird nach der unrechten hexe gefragt, so bleibt
die bibel unbeweglich und dreht sich nicht
**) die obserTationes ad iTonia epistolas p. 157 enthalten folgendes:
formulae in codicibus monasteriorum, quibus ad detegenda furta jube-
batur oratio dominica scribi in pane et caseo, postea fieri eruces de
femtdo, quarum una aub dextero pede, alia super caput suapecti Tiri
poneretur, deinde post yarias numinis invocatiooes imprecari, ut linsua
et guttur rei alligaretur, ne transghaire vouei, aed eoram omnibus
k'emerei, nee heberet quo requiesceret. er. formulam Dunstani cantua-
rienia editam a' Pittheeo in' glossärio capitulariorum. Gegen die be^-
krenzten kiae (de emeis eruee nan iignandi») erschienen m 15 jh.
1064 ' WHSSAfiUNG. L0S8
Noch andere mittel kttnftige dinge tn wahriagen konn-
ten auch auf erforschung der diebe oder niissethäler über-
haupt gerichtet sein.
Das lofs [ahd. hlöz^ goth. hläuts, ags. hieät, altn. hlautr]
war die ehrwürdigste und gerechteste art alier Weissagun-
gen, ein schwieriges^ bedenkliches geschftfl sollte dadurch
über Willkür oder leidenschaft der menschen erhoben und
geheiligt werden , z. b. bei austheilung^ des erbes, ausmit-
telung des Schlachtopfers (vgl. s. 210) u. s. w. Lofsen ent-
scheidet also über eine Unsicherheit der gegemoart^ kann
sich aber auf die sukunft erstrecken« Anfangs in der
hand des priesters oder richters gelegen wurde es hernacb
behelf der Zauberei (s. 986. 989) und von sors ist sortilegus,
sorcier hergeleitet, auch das ahd. hHourn wird schon aus
der bedeutung sortiri in die von augurari, incantare über-
gehn, wie sie noch das mM.liezen hat, Hoflin.fundgr.2,67.
Er. 8123.
Es gab zwei weisen : der priester, der hausvater warf
das lofs und deutete das gefallene, oder er hielt es der
partei zu ziehen hin; jenes gieng auf das künftige, dieses
auf Schlichtung des gegenwärtigen. Tacitus beschreibt uns
die erste art.
Sortium consuetudo simplex. virgam, frugiferae ar-
bori decisam, in surculos amputant, eosque notis quibusdam
discretos super candidam eestem temere ac fortuitu spargunt.
mox si publice consuletur, sacerdos civitatis, sin privatim
ipse pater familiae^ precatus deos coelumque suspiciens,
ter singulos follit, sublatos secundum impressam ante notam
interpretatur. Si prohibuerunty nulla de eadem re in eundem
diem consultatio; sin permissum^ auspiciorum adhuc üdes
exigitur. Germ. 10. Hier macht das lofs nur die erste
einleitung des geschäfts, und ohne seine Zustimmung unter-
bleiben weitere Weissagungen. Ich schreibe die wichtigen
erläuterungen nicht ab, die mein bruder in seiner schrifl
über die runen s. 296-307 gegeben hat. Ein gewisser
Zusammenhang dieser lofse mit runen und geheimscbrift
findet statt; der lofsbücher thut schon das 13 jh. meidung.
Ls. 3, 169. kolocz 70.
Die Armenier weissagten aus der bewegung Ton cy-
pressenzweigen : quarum cupressorum surculis ramisque
seu leni sive violento vento agitatis armenii flamines ad
mehrere Verordnungen (urk. von 1430. 1448. 1470. 1477 in ffiODOin.
boic. 16, 50. 55. 5a 61).
SiEBTRAGBT 1063
iMgsiD tempas in auguriis uti cansueveruiil. Moses cho«
renensis ed. 1736. p. 54.
Eine ganze reihe von Weissagungen scheint durch Grie-
chen und Römer in das übrige Europa verbreitet worden *) ;
dabin gehören auch Hartliebs nachrichten von der hgdra^
tMuUia, pjfromanüa (dem fiursehen, altd. bl. 1, 365), cAtrcH
wumHa (mhd. der tisch in der hani. Er. 8136); worüber
andere steiten in Haupts zeitschr. 3, 271). das christaU-
schauen des reinen kinds (s. lxiy) ist die gasiramanüa ex
vase aqua pleno , cujus medituUium vocabatur yaatQtj^^).
Wichtiger sind die eigenthömlichen , nicht aus dieser
quelle fliersenden gebrauche europfiischer Völker: entweder
giengen dabei besondere Verrichtungen vor, oder die Weis-
sagung wurde natürlichen dingen tAgelauscht, abgehorchi,
abgesehm.
Unsere vorfahren wüsten nach Tac. Germ. 3 den aus-
gang der schlachl aus dem kräftigen oder zagenden er-
schallen des kriegsgesangs zu deuten.
Die alten Polen weissagten sieg aus dem wasser, das
tu ein sieb geschöpft ihrem beer, ohne dwrchmlaufen^
voraufigetragen wurde, ich schalte die werte des chronicon
montis sereni (Menken 2, 227. Hoffmann script. rer. Ins.
4, 62) ein: anno 1209 Conradus, orientalis marchio, Lu-
bus castrum soceri sui Wlodislai ducis Poloniae propter
multaSi qnas ab eo patiebatttr, injurias obsedit. Wlodi-
slaus vero obsidionem vi solvere volens collecto exercitu
copioso Biarohioni mandavit, se ei altera die congressurum.
Vespere autem diei praecedentis Oderam fluvium cum suis
Omnibus transgressus improvisus supervenire hostibus mo-
liebatur. Unus vero eorum, qui supani dicuntur, vehe-
menter ei coepit obsistere, monens ne tempus pugnae sta-
tutum praeveniret, quia hoc factum nullius rectius quam
infidelitatis posset nomine appellari. Quem dum dux timi-
ditatis argneret et fidelitatis, quae ei teneretur, commone-
ret, respondit, ^ego quidem ad pugnam pergo, sed scio me
patriani meam de cetero non visurum.' Habebat autem
[sc. Wlodislaus) ducem belli pyihonissam quandam, quae
*) alpbabetitcb yeneichnet in Fabricii bibliographia «Dtiquaria.
ed. 3. Hainb 1760. 4. p. 593*613. Tgl. Potters archiol. 1,758-769.
**) Melber de Geroluhofen ira Tocabularius predicanlium (bogen
R 4) hat folgendes : ^niaromanHa, scfawartz kuD8t die do ist mit v/f-
»ekwng der dotten, mit den der nigromanticus zaubert , oder mit den
dryen ersten eckoUen , die der pfaff wirfft ynsz grab , oder mit den
wgdkapgen, dU do iauffen 6y de» grebem.' diese stelle schöpft auch
Jodocus Eychmans vocab. predicantiam (Närnberg 1483} aoft Melber,
1066 SIEBTRAGHT. SIEGSFAHNE
de flumme cribro haustam, nee deflueniem^ nX fcrebatiir,
ducens aguam exercitum praecedÄat^ et hoc signo eis
friciarialn premiUebat. Nee lütiiil marchionem ad?entU8
eoinm^ sed maiore suis armatis et ordinatis oecurrens, forti
congressQ omfiös in fugam veriit, pylhonissa pnmUits tnler-
fecta. ille etiam supanus yirititer pngnans cum multis aliis
interfectus est. Was hier auf glück und heil wird sonst
auf reine Unschuld gedeutet, ein frommer knabe trägt
Wasser im sieb, ohne dafs ein tropfen durchfliefst (KM. 3^ 254),
nach dem indischen glauben vermag der unschuldige wasser
als kugel zu ballen, 'exstat Tucciae vestalis incestae pre-
catio, qua usa aquam tn cribro tuUt^ PKn. 28, 3; einem
mfldchen gibt die hexe auf, wasser im sieb jsu holen, norske
ev. 1, 08, die vestalin muste auch feuer in ehernem siebe
tragen (oben s. 577) , und ein dfin. mfirchen in Moibechs
ev. s. 22 redet sogar von tragen der sonne im sieb. Das
sieb erscheint ein heiliges, alterthümliches gerfith, dem man
wunder beilegte, was der mythus begreift sind dem sprich«
wort Unmöglichkeiten: 'er schöpfet wazzer mit dem sibe
swer dne vrte milte mit sper und mit schilte ervehten wil
6re und lant.' Troj. 18536. 'iympham infundere cribro.*
Reinard. 3, 1637.
Nach ags. Überlieferung liefsen die Normannen ihrem
beer eine wunderbare fahne vortragen, aus deren zeichen
sie sieg oder besiegung entnehmen konnten. Asserius in
vita Älfredi p. 33 ad a. 878: ' . . . vexillum quod reafan
(1. raefan, hräfen, altn. hrafn) vocant. dieunt enim quod
tres sorores Hungari et Habbae, filiae videlicet Lodebrochi
illud vexillum texuerunt, et totum paraverunt iliud uno
meridiano tempore^), dieunt etiam, quod in omni hello,
ubi praecederet idem Signum, si eictoriam adepturi eS"
senty appareret in medio signi quasi corpus viüus eo-
Hians ; sin vero vincendi in futuro fuissent, penderet di-
rede nMl movens: et hoc saepe probatnm est.' Im en-
comium Emmae (Duchesne script. norm. 169) heifst es, die
fahne sei aus weifser seide, ohne bild, gewesen^ in kriegs-
zeiten aber ein rabe mit ofnem schnabel und flatternden
flügeln darin sichtbar geworden, sobald sie Sieger waren;
hingegen habe er still gesessen und die flügel hftngen las-
sen, wann ihnen der sieg entgieng. Ailredus rievallens.
p. 353 erklärt diesen raben für den leibhaften teufel/ der
freilich in rabengestalt erschien (s. 945); näher Hegt es an
*) das tpinnen einet fadent zwischen XI und XII (abergl. 848)
stimmt sehr merkwürdig;
GEWIEHER. SCfiDLtERBLATT. GANSBEIN 1067
den ro^el des heidnischen siegesgoiles zu denken (s. 637),
▼ielleicht gab Odinn dem siegreichen heer das zeichen, dafs
er seinen boten herabsandte? ab^ keine nord. sage thul
solcher kriegsfahne meidung.
Von der Weissagung aus heilbringendem rosssegewie^
her ist s. 624 gehandelt. Dempster (antiq. rom. 3, 9) sagt:
equos hinnitu alacriore et ferociore fremitu victoriam omi-
nari etiamnunc militibus persuasum est. Abergifiubische
horchen weihnachts zwölf uhr auf Scheidewegen, an grenz-
steinen: vermeinen sie'^nun schwerlergeklirr und pferde^
gewieher zu hören, so wird im künftigen frtthjahr ein
krieg entstehn (wie man aus dem pferdegewieher des wü*
tenden heers krieg weissagt, s. 892. 893). m^gde horchen
um jene zeit an der schwelle des pferdestaUs auf wiehern
der hengste, und vernehmen sie es , so wird bis zum 24
juni ein freier erscheinen. (Liebuseh Skythika p. 143).
andere legen sich Weihnachten in die pferdekrippe , um
künftige dinge zu erfahren (Denis lesefrüchte 1, 128). Un-
heil naht wenn das ros stolpert^ z. b. der serbische Scharatz.
Vuk 1, 240.
Spatulamancia bei Hartlieb (anh. lxv) ist verderbt aus
scapulimanUtty und die kunst scheint nicht blofs von Römern
oder Byzantinern herzurühren, nach Lambek 7, 224 findet
sich auf der Wiener bibl. eine abhandlung des Michael
Psellus (ich weifs nicht, welches) negi wiiionXaToononiac.
auch Vintler (s. liv) gedenkt des ansehens der schulter^
beine. divinationes sculterrenblat altd. bl. 1, 365. Jor-
nandes cap. 37: Attila diffidens suis copiis, metuens inire
conflictum, statuit per aruspices futura inquirere. qui more
solito nunc pecorum fibras, nunc quasdam eenas in abrasis
ossibus intuentes Hunnis infausta denuntiant. Unter den
Ealmüken gibt es zauberer, dallatschi genannt, weil sie aus
dem Schulterblatt (dalla) der schafe^ schwane und hirsche
weissagen, sie lassen diese knochen eine Zeitlang im feuer
brennen und verkünden dann aus dem anblick der darauf
entstandnen streife und Züge, läfst das feuer auf den blät-
tern viel schwarze spuren, so machen die dallatschi auf
gelinden winter hofnung; viel weifse spuren aber bedeuten
schnee •).
Dies trift nahe zu der Wahrsagung aus dem gansbein
(ex anserino sterno] Hartlieb lxvi, die in späterer zeit,
wahrscheinlich heute noch, unter dem volk vorkommt, vgl.
abergl. 341. dän. 163. ich habe mir folgende stellen dar-
*) Beoj. BergmaDDS nonoad. streifereien 3, 184.
1068 WETTERKKSER. nSGHRBüSflN
über angemerkt. Ettners ungew. apotb. p. 1144: ^and was
müssen nicht die brustbeine der coyipAaiieii^ gänse oadenteii
vor prognostiea herlehnen? sind dieselben roth^ so arthei-
len sie eine anhaltende kälte, sind sie aber weifSy klar und
durehsichtigy so werde das weiter im winter erleidlich sein.'
Martinsgans durch Job. Olorinus variscus (Hagdeb. 1609.8.)
p. 145 : Ur guten alten mütterlein , ich verehre euch das
brusibeinj dafs ihr calendermäfsig daraus warsagen lernet
und Wetterpropheten werdet, das förderste theil beim hals
bedeutet den Vorwinter, der hinterste theil den nachwinter,
das weifse bedeutet schnee und gelinde wetter, das andere
grofse kälte.' Ganskönig von Lycosthenes Psellionoros
(Wolfg. Spangenberg) Strafsb. 1607. CUI: 'das irustbem, so
man nennt das ros (kindern zum selbspringenden röslein
vermacht), und auch den alten mütterlein, die daraus pro-
gnosticieren fein, und an der färb wissen, on gßrden,
ob werd ein kalter winter werden.' rhythmi de ansere
(bei Dornau 1, 403): 'wie dann das bein in meiner brust^
das trag ich auch nit gar umbaust, denn wau darin kan
sehen wol, wie es den winter wintern soll, und mancher
sich danach fast helt, und mich für ein propheten
zeit.'
Die so aufs wetter achteten hiefsen toetersorgwre Er.
8127 oder weterkiescBre ^ woher der eigenname Kiesetcetter
(gramm. 4, 848) ; in Rauchs Script. 1, 430 finde ich einen
ort 'bei der weterchiesen/ es scheint, dafs gewisse plätse
dafür gelegen waren.
Die Ehsten weissagten sich foetter und fruchibarkeü
aus fischreusen. Gutslaffs worte (in seinem buch über
Wöhhanda) p. 209-211 sind diese: 'zwar es ist mir neu-
lich erzehlet worden, das die bauren vor diesem an die-
ser bäche ihr augurium wegen des wetters gehabt betten,
welches sie also verhandelt, sie betten in diese bäche
drei körbe gesetzet neben einander, und, ungeachtet der
eufsersten beiden, betten sie nur auf den mttebten korb
alieine achtunge gegeben, was für gattunge von fischen in
denselben köme. denn so in den mittelsten ein vmchup'
pigter fisch, als ein krebs oder quap oder dergl. hinein-
gekommen were, betten sie sich eines bösen wetters und
unfruchtbaren jahres zu besorgen gehabt: darumb so het-
ten sie einen ochsen geopfert, umb gut wetter zu erlangen,
darauf betten sie die körbe wiederumb also eingestellet,
und da abermahl ein unschuppiger fisch in demselben be-
funden worden^ so betten sie zum andern mal einen ochsen
geopfert y und darauf zum drittenmale die körbe wieder
HEILIGE SAAT. WBGSCHEIDE. 1068
eingeselzet. heUe sich nun wieder ein unsckuppiger fisch
darin befunden, so betten sie vors dritte ein Ainä geopfert,
umb gnt Wetter und fruchtbare zeit zu erlangen, und
darauf zuletzt die körbe wieder eingesetzet. wenn sie
denn nun nMitschüppichte fische im mittelsten korbe ge-
fandea, so betten sie es ihnen gefallen lassen und betten
sieb mit gedult darin gegeben. Letten sie aber Bchuppick^
te fische darinnen gefunden, so hetlen sie sich eines
guten Wetters und fruchtbaren jahres vermutet, welches sie
mit freuden wargenommen/ Ganz verschieden war die gr.
ix^ofiavreia aus 4er fische eingeweiden (Potters arehüol.
1, 703).
Wie dem rossewiehern (s. 1067] gehorcht wurde,
lauschte man nachts in den Saatfeldern: Weihnachten in die
Wintersaat gehn und die zukunft erhorchen, mainachts in
das grüne kom (abergl. 420. 854). Das getraide war hei-
lig, der heilego e%esg N. ps. 140, 7 (gotb. atisfcs), das liebe
körn (gramm. 3, 665). wahrscheinlich vernahm man nun
in der saat sitzend stimmen oder reden der geister über die
bevorstehenden ereignisse. Man horchte auch auf krewA^
wegen (abergl. 854. 962), wo grenzen zusammenstiefsen:
solche wegscheiden *) galten für sammelörter der geister
und hexen (s. 1028 und abergl. 647), vgl. das altn. ^ar
aem gOtur moetast' (forum, sog. 3, 22). standen an weg-
scheiden götterbilder der Heiden? es heifst, dafs man ad
6teia gebetet, geopfert, lichter angezündet habe (anh. xzxvi).
ebenda ist auch die rede von sitzen auf der wegscheide **),
ohne dafs der saat erwähnt würde: tu Meto sedisti swpra
taminam outem, ut ibi futura tibi intetligeres (xxxvi). die
oehsenhaut deutet mir gleich der iärei^aut (s. 962. vgl
Reinh. s. lvi) heidnisches opfer an. Wichtigen aufschlufs
scheint hier ein galischer brauch zu gewähren, den ich aus
Armstrong schöpfe: einer wird in die warme haut eines
frisehgeschlachteten thiers gewunden, im wald an einen
Wasserfall hingelegt und allein gelassen; aus dem rauschen
der weilen, glaubt man, werde ihm das zukünftige offenbar,
diese art der Weissagung hiefs taghaim. auch der Strudel
*) persi&cher aberglaube: sitting down at the juncHon of fovr
erossroads oo a wednesday night, and applying everj sentence spo-
ken bj the passers to yourself and considering it as a good or bad
omen. Atkioson p. 11. 12.
**) wenn ein m£dchen am Christabend nach dem abendessen das
Hsehhtek auf einem hretuweg ausschauet ^ so begegnet ihr ein mann,
der ihr guten abend bietet, ron seiner art ond gestalt wird ihr
künftiger brfiatigam sein. Das ansgeschüttete ist an die stelle des
gebreiteten tochs oder der thierhaut getreten.
1070 DACH. WG6BN
war geweihter ort gleich dem Scheideweg; dieses letzten
gedenkt die edda 'opt bölvtsar konor sitja brauio fUBr ^oer
er deyfa sverd ok sefa.' Sem. 197^. Einige setzten sich
neojahrs auf das hawdach^ schweriumgürtetf und erforschten
die zakunfl (xxxvi). diese stelle mufs wiederum heilig ge-
wesen sein, da man auch kranke kinder auf das öaiA
setzte zur herstellung (xxxv. xxxvn). bezieht sich darauf,
dafs, wenn einer nicht sterben kann, schindeln aiuf dem dad
umgewendet oder ausgehoben werden (abergl. 439. 721)?
auch wenn ein kind Verzückungen bat kehren sie eine
Schindel um (Jul. Schmidt 121). Eigenthfimlich wird unter
Zuziehung eines erbschlüssels und knäuels zum fenster hin-
aus gehorcht (abergl. 954).
Niesen (ntalgeip, sternuere) war schon in ältester zeit
bedeutsam, einige halten es für gelinden. schlagfiuss, für
augenblickliche lähmung, während welcher der mensch des
freien gebrauchs seiner gliedmafsen beraubt ist (anh. Lxn).
Die Griechen riefen dem niesenden zu: Cv^^* ^<v owaov*
vgl. anthol. gr. II. 13 , 11. Cur sternrnnentis salutamus?
quod etiam Tiberium caesarero, tristissimum (ut constat) homi-
num, in vehiculo exegisse tradunt. Plin. 28 , 2. Giton ter
continuo ita sternutavit, ut grabatum conculeret, ad quem
motum Eumolpus salvere Gitona jubet. Petron. sat. 98 *).
auch die Araber grüfsen beim niesen ( Rücker ts Hariri 1,
543). aus den dichtem des HA. folgende stellen: die Hei-
den nicht endorflen niesen, dft man doch sprichet 'nu heißu
gotr Turl. Wh. 35; Christ in helfe, so sie niesen.' Ms.
2y 169^;^duch daz solte ein schilt gesellen kiesen, daz im
ein ander, heiks wünschte , ob dirre schilt künde niesen.'
Tit. 80; so foünseh ich dir ein niesen. Ms. 2, 21 7^; wir
sprechen, swer niuset, got helfe dir.' Renn. 15190; 'deas
te adjuvet' (a. 1307) Pistorius Script. 1, 1024, vgl. Königs-
hoven p. 302. Unter den brücken niesen verwünschte gei-
ster, damit helf gottl gesagt werde und ihre lösung erfol-
ge. DS. no. 224. 225. 226. Mones anz. 4, 30& 'dir hftt
diu katze niht genam: Helbl. 1, 1393. Den Griechen
schien das niesen etwas göttliches: tovntag/uov ^bov ^foi-
ßie&a. Arist. probl. 33, 7. vgl. 11, 33. Xenoph. exp. Cyri
3, 2, 9. Theoer. 7, 96. 18, 16. beniesle werte werden
*) sternotaolibos saWere dictom antiqnior mos quam potatur.
ValesioB in Valesianis p. 68. poarquoi on fait des Boi^haits en fayeor
de cenx qoi 6teroaent Morin in den niöm. de Facad. des inacr. 4, 325.
Job. Gern, Mäuschen de anüqao et moderne ritu salatandi stemaUo-
tes. Kilon. 1704. geach. der formet *gott helf dirT beim niesen,
herausg. yon Wieland. Lindau 17S7.
QBRKUNGEN. FRBIKfU FORSCHEN 107)1
wahr. Od. 17, 541. 545. stermUationea nolite observare.
(Eligius anh. xxix). wenn jemand wfthrend einer erzählung
niest, so mufs er ihre warheit beweisen, in den Christ-
nachten nie9t man nicht, so stirbt das vieh nicht (anh. l).
merkwürdig ist HartUebs stelle (lxu), vgl. abergl. 186. 266.
437. ebstn. 23.
OkrenklingeHy garrula auris, ßo/iftoc, wenn am rechten
ohr, glücklich, ^absentes tifmUu aurium praesentire sermones
de se receptum est.' Plin. 28^ 2, damit vgl. abergl. 82,
802; Ohrensausen anh. xlviu. siiiiem des auges. aXXetai
ofp&aXfAOQ juoi 0 dsiioQ. Theoer. 3, 37. brauen und wan^
get^ucken. anh. s. xl^ xu und abergl. 141. ^si vibrata
salitione insuetum alter oculorum, dexter vel sinister palpita-
ret, si concuterentur ac veluti exsilirent aut trepidarent
mosculi, humeri aut femora etc. mali erant ominis.' Dempster
antiq. rom. 3, 9. vgl. Suidas s. v. otcavtatiuf}^. auch den
Indern war xucken des rechten auges flbler Vorbedeutung
(Hirzels Sakuntala s. 65). wenn das rechte äuge juckt , be-
deutet es gutes, wenn das linke übles (Tobler 30). Hier-
hm* auch nasenbbtten; wenn an der linken seite, unglück-
lieh (abergl. 825). wer an der Atir beim ausgehen hängen
bleibt, an die schwelle stöfst, stolpert, ist zurückzutreten
gewarnt (abergl. 248. 895).
Unverwandt römischem oder griechischem aberglauben,
so viel ich sehe, sind die manigfalten weisen, künftige
freier oder liebhaber zu erforschen. Das mädchen lauscht
dem gackern des hahns (abergl. 101] oder sie wirf t den
bhmenkran» (abergl. 848. 1093. vgl. 867) oder sie zieht in
bestimmter nacht ein scheit aus dem hohhaufen, einen
stecken aus dem sami (anh. s. xlvi. l. abergl. 109. 958)
und zwar rücklings hinzugehend; oder bei dunkler nacht
greift sie in die heerde, um einen widder heraus zu zie-
hen (abergl. 952). das rückwärts gehen und nackend
stehen ist dabei, wie in andern fftllen, gewöhnliches erfor-
demis (abergl. 506. 507. 928 und s. lvi). Auch wirft sie
das hemdj nackend^ zur thür hinaus (abergl. 955), oder
greift rtfcMtfi^s aus der thüre nach des liebsten haar (abergl.
102), oder deckt ihm (wie nornen) den tisch, an dem er
nachta erscheinen und essen mufs. Harrys (volkss. 2, 28)
beschreibt den sogenannten nappelpfang: man setzt auf ein
geflUs mit reinem wasser leichte näpfchen von silberblech
mit den namen derer bezeichnet, welchen die Zukunft er-
forscht werden soll; nähert sich das näpfchen eines jüng-
Ungs dem «ines midcben, so wird daraus ein paar, ander-
wärts bedient man sich dazu einfacher nu/eschalen.
i012 SGBÜHE. SÄLE. BLBL AN6AN6
Gleich der erforscbung des bräutigams war «s wich-
tiges anliegen, das gesehlecht des kmdes voraus zn wissen,
das eine mutter zur weit bringen wird. Man weissagte es
ans der begegnung beim kirchgang (483), aus früheren kin-
dern (677. 747), aus dem niesen (ebstn. 23). daTs eine frau
lauter töchter gebfthren werde, liefsen andere zeichen schfie-
Tsen (678. ehstn. 22). Ein altfranz. gedieht bei M6on 3, 34
hat folgende stelle:
voire est que je sui de vous grosse,
si m'enseigna Ton ä aler
entar le mostier sans parier
irois torSy dire trois patenostres
en Toner dieu et ses apostres;
nne fosse au talon fiftisse,
et par tr<MS jors i rerenisse:
s'au tiers jorz ateri k irotoie
ieUrit tm fUs qu^aeoir devote,
et ^il etoU elos, c*eioU fiUe.
Schuhe über das haupt werfen, und sehen, wohin sich
die spitze kehrt, erforscht den ort, an weichem ein mensch
länger bleiben soll (s. lvii. abergl. 101). die sermones diso,
de tempore nennen unter abarglftubischen weihnachtsbri&a-
eben das calceos per caput jactare. (sermo ja).
Sie führen auch an, 'qui cumulo» saUspommi et per hoc
futnra pronosticant.' (abergl. 1081). im sterbhaos werden
wiederum drei $abhaufen gemacht (abergl. 846). dieses
bezieht sich auf die heiligkeit des sai^s (s. 999. 1030). Orie*
cbisdier herkunft scheint das weitverbreitete bieigie/sen
(abergl. 97. 579. anh. s. lxv) ; auch Ihre (de superstit. p. 55)
erwähnt seiner, vgl. die moü/bdauuuUia ex plumbi liquefacti
diversis motibus (Potters archäol. 1, 339).
Keine art von aberglauben hat aber durch das ganse
mittelalter tiefere wurzel geschlagen als die vorbedetitungen,
die man unter den benennungen anegancy mderganCf
toiderhmf verstand, thier, menscb, Sache ,^ auf die man
frühmorgens, wenn der tag noch frisch ist, beim ersten aus*
gang oder unternehmen einer reise unerwartet stieEs , be-
zeichneten heil oder unheil und mahnten das begonnene
fortzusetzen oder wieder aufzugeben. Saxo gramm. a. 84
sagt congre»9umum initia, wjelcben nord. auadrlick hatte er
dabei im sinn, etwa vidrgängr? Wie der beginn eines
jeden werks bedenksam ist (omina principiia iiiesse solenl,
Ovid. fast. 1, 178), wie der erste eintritt in ein neues haus,
über die neue brücke vorsichtig unternommen wird (vgl. s.
972)^ der gott odeir dämon das erstbegegnende für sieh fordert
ANOANO 1Q73
(s. 1094); so beachtete man alle ^eiobeiiy die sich bei be-
stimiiiten ausfarten und reisen ergaben, d^r mlat. ausdruck
dafür ist wpertenta sc. res, die überrascht^ superrenit (franz.
sarvient); oder lieber sinnUch gefafst, was oben in der lufl,
über uns schwebt, wodurch freilich nur der vögelflug be-
zeichnet wäre. Hincmar de (Uvortio Lotharii (oben s. 1053]
sagt: ad haec . . . pertinent, quas superventas feminae in
suis lanificiis vel textiiibus operibus nominant. ivoiia av/i^
ßoXa nannten es die Griechen, und mit ihnen, den Römern,
ja morgenländischen Völkern haben wir die meisten gemein,
bei fast durchgreifender ausbreitung dieser angänge ist es
kaum glaublich, dafs sie erst im gefolg der latein. literatur
zu den deutschen gelangt seien: sie beruhen auf älterer
Verwandtschaft aller europäischen Völker, und schon der
frühste beobachter unserer vorfahren, Tacitus, bemerkte
diese art der Weissagung bei ihnen: ^mtspida sortesque,
ut qui mazime observant .... et illud quidem etiam hie
notum, atrium voces eobUusque interrogare,' von den pfer-
den s. 624. In vielen unsrer alten mythen wird auf die
primitiae gewicht gelegt; es sei nur an Wodan erinnert, der
denen sieg verleihen wollte, welche er zuerst bei Sonnen-
aufgang erblicken würde (s. 122).
Ich will erst stellen angeben, welche mehreres zusam-
menfassen, dann das einzelne erläutern.
^ Aus Xenophons memorab. I. 1 , 4 mag vorausstehn :
«AA* ol f^v nXelOTOi tpaalv vno %€ Ttiv ogpid-mv nai
I. 1, 14: %ovQ dh uai ki&ovQ nal ivXa nai %d %vxov%a
&^Qia ofßio&ttif die obvia animalia, nicht wie man es
wol aufgefafst hat vulgaria ubivis obvia.
Das frühste, aber sehr allgemein redende Zeugnis aus
unserm mittelalter findet sich bei Eligius (anh. s. xxxi):
'nuUtts observet egrediens aut Ingrediens domum, quid sibi
occurraty vel si aliqua vox reclamantis fiat, aut qualis
aots canius garriat, vel quid etiam portantem videat/
Gregor, turon. 7, 29: ^et cum iter ageret, ut consuetudo
est barbarorum, awpicia mtendere coepit ac dicere, sibi
esse contraria.' Bestimmter redet Johannes sarisberiensis
(f 1182) im Polycraticus sive |de jnugis curial. 1, 13, den
ich jedoch nicht vollständig ausziehe: 'si egrediens limen
caicaveris aut in via offenderis , pedem contine .... cum
processeris, abscondita futurorum aees^ quas ominales
vocant, tibi praenunciabunt. quid comix loquatur, dili-
genter auscultä, situmque ejus sedentis aut volantis nnllo
modo contemnas. refert etenim plurimum, a dextris sit
^MNiiM iMjffAol. 8, ausgäbe, Do
10t4 ANGANG
an a ainistris, qua poaitione respiciat cubilum gradientiSj
loquax Sit an clamosa, an ailens omnino, praecedai an
sequatur, tranaeuntis exspectet adventom, an fagiat, qaove
discedat. careus vero, quem non minor! diligentia obser-
vabis, rebus majoribus auspicatur et usquequaque cornici
praejudicat. porro cygnus . in auguriis ales gratissima
nautis, utpote quae aquarum domestica quadam gratia fa-
miliaritatis eorundem secreta praenoverit. Si avis quae
Tulgo dicitur albaneUus (albanel s. 1084. 1085) praetervolans
Yiam a sinistris feratur ad dextram, de bospitii hilaritate
ne dubites, si contra, contrarium exspectabis. leporü ti*
mebis occursum, lupo obvio congratulaberis ; ovibus gra-
tanter obviam gradieris, dum capram vites. bobus IriAi-
rantUnUy libentius tarnen aranMus obviabig. nee dispii-
ceat si viam ruperint, quia mora itineris bospitii gratia
compensabitur. mulus infaustus est, arinus inutilis, eqim
quandoque bonus est. habet vero jurgim'um et pugnae
significationem , interdum tarnen ex eolore et visu mitiga-
tur. locusta itinerantium praepedit vota, econtra dcada
Viatoris promovet gressum. aratiea dum a superioribas
filum ducit spem venturae pecuniae videtur afferre. sacer^
dotem obvium aliumve reUgiosum dicunt esse infaostum;
femmam quoque, quae capUe (Useooperto incedit, infeli-
cem crede, nisi publica sit.' Petrus blesensis (f um 1200)
epist. 65: 'somnia igitur ne, eures, nee te illorum errore
involvas, qui occursum leporis timent, qui muüerem spar-
$is crinibuSf qui haminem orbaium oculiSy aut miUUar
tum pede, aut cuculatum habere obvium detestantur;
qui de jueundo gloriantur hospitio, si eis htpus occur-
saverit aut columba, si a sinistra in dexteram aeis s. Mar'-
Hni volaverit, si in egressu suo remoHim audiant ianürum;
si hominem gibbosum obvium habuerint aut /eproaiim' *).
Hartmann Mst seinen mutfesten Erek der gefahr entge-
gengehn :
8122 keins swachen glouben er phlac.
er wolt der w!be lie^ben
engelten noch geniezen.
swaz im getroumen mähte
*) hierzu mufs man Ghryaostomat (geb. 354 f 407) ad popnL an-
doch. hom. 21 (opp. Etonae 1612. 6, 610) nehmeo: nollumq »S«X-
if X^^*^ ovra^ nal olatviaaro — iav unavTr^a^ n 9tQ &t9o<;f tfijai*^
angaxroq tj t^fifga ylyvtTtti,. fuv SI dnavx^ajj nog^ij^ dt^tu xal /('y-
ANGANG 1075
dar üf het er kein ahte ;
er was kein toefersorgcBre:
er sach im als m»re
des morgens über den wec eam
die iuweln sam den müsam:
ouch hiez er selten machen
dehein fiur tfs der spacken
daz man in dar an ssBhe,
er phlac deheiner spshe.
ez was umbe in s6 gewant,
im was der tisch in der hant
als m»re enge so wlt,
und swaz ungelouben gtt
dftne k6rte er sich nicht an.
diese stelle ahmt Wirnt nach, dem auch Wigalois auszieht
6182 dahein ungeloube in muote
in dem hüse noch üf dem wege,
er lie ez allez an gotes pflege.
Swaz im des morgens mder lief,
oder swie vil diu krä gerief,
swie vil der müsäre umbe geflouc,
der ungeloube in niht betreue:
wander niht dar üf ahte.
Wir haben maneger slahte
bösheit unde gelouben,
d& mit wir uns nü rouben
aller unser saelecheit.
ez ist vil manegem manne leit,
swenne im ein wtp da% swert git,
daz lie der riter ane ntt,
ern ahtet niht dar üf ein hfir,
ez wflsre gelogen oder war:
er het in gotes gnflde gegeben
beidiu s61e unde leben.
zwaz im des morgens ioider gie
daz engefl6ch der riter nie,
wan guoten gelouben het er ie.
Berthold p. 58: 'so gloubent eteltche an b(Bsen aneganc,
daz ein toolf guoten aneganc habe , der aller der werlte
schaden tuet, und ist halt so unreine daz er die liute an
stinket, daz nieman bt im genesen, mac, und daz ein ge--
wihter priester bwsen aneganc habe, an dem aller gloube
11t sA gloubent eteltche an den nUuseam, s6 ist
dem der hase übern wec geloufen. Als ist ir unglouben als
vil, daz sin nieman ze ende komen mag.' hierzu vgl. man
68»
, I
1076 AI^G^NG
aberg]. 128. Den ausdrock anegano beslätigl Rudolfs welt-
chron. (cod. zeisb. 114^) von Moses redend:
er verbot allen anegancy
vogelvluc^ stimme oder sanc,
daz d& geloupte nieman an;
und Walth. 118, 16 heifst es von einem unglückseligen:
'wizzet, swem der anegenget an dem morgen fruo, deme
g^t ungelücke zuo.' Reinaert 1055 steht dafür teMn ende
ghemoet (zeichen und begegnung) *), Reineke (Hakemanns
ausg.) p. 52 gemöte, was man noch heute nennt Ho möte
komen.' allgemeiner ist der altn. ausdruck heiU (omen).
Aber in einem eddischen lied (SsBm. 184^) werden drei
glückliche zeichen für den krieger (beim schwerleschwin-
gen , at sverda svipon) genannt : das erste , wenn ihm der
dunkle rabe folge (fylgja ens deyqva brafns)**), was an
den raben der glücksfahne erinnert (s. 1066); die beiden
andern sind deutlich angänge, da gesagt ' wird ('ef ^ü ert
üt umkominrif ok ert ä hraut büirm' (wenn du hinaus-
gekommen und auf dem weg begriffen bist), das zweite
nemlich: Uf)ä ^A lltr fl tdi standa hröirfüsa halV (wenn
du zwei ruhmgierige münner, d. i. zwei krieger auf dem
Sprung***) stehn siehst); das dritte: 'ef I>ü piota heyrir iüf
und asklimom, heilla audit verdr ef {)ü ser f)& fyrri fara'
(wenn du einen wolf unter der esche Osten heulen hörst,
glück beschieden ist dir, wenn du ihn dannf) vorwfirts-
laufen siehst), diese drei zeichen gibt Hnikarr (Odinn) dem
Sigurd an. den drei glucks werden aber noch zwei un-
glückszeichen beigesellt, das eine wenn der held gegen die
niedersinkende sonne (sldsktnandi systor mftna) kämpfen
müsse, das andre, wenn er beim ausgang zum streit mii dem
fnjse Btrauchle (ef ^ü foeti drepr). Bemerkenswerthe an-
gftnge scheinen mir auch in den gesellensprüchen die frösche
*) Rein. 1107: salc mochte ona d&er ghemoelen^
hi 90ude ops quedden eode groet$u^
die ons Demmerro^ dade goet.
**) Nialssaga cap. 8. haben zwei blutrficher glück, weil ihneo
anterwegs Moei raben folgen (hrafnar irelr flugo med beim alla leid),
begleiten sie altOdinns boten? oder weil sie die nahe leiche wittern?
Eb gibt noch andre «teilen: krafn at meidi bdtt kalladi» S9m.208^;
hrafn fl^gr austan af h4 meidi ok eptir honnm öm 1 sinnL fornald.
sog. i, 428.
***) was heifst ^ t^i standa, sitja (Saem. 266^») spretta (Sem. 269*)
genau? dat. sg. oder acc« pl. des fem. tä (digitns pedis) kann es der
form nach schwerlicb eein, ond scheint eher ein casofl masc«» und
ein örtlicher begrif.
f ) PA uehme ich für tum > eo momenlo.
ANGAN6 1077
im teich, die ruft««, die drei aUen weiber, die Jungfrau mU
der viege (t. w« 1, 91. 107. 111). Ihre de superstit. p. 82:
ejttgdem indotis est, qaod Iradunt nostrates de occursu
hommam el animalium, e. gr. ai cai domo aua mane egre-
dienli ocemrat mendioue , tehria , claudus , aut feKi , cOr-
»Ml eulpetf lepuSf scktrue, \s dies inauapicataa habetur,
observant haec prae aiiis sagittarii et piacatores, qui ejos-^
inodi ominibus oblatia haud raro domuin rerertontur el a
proposito abstinent. Lasiez 48: quin ipse quoque res
Wladislaus gente Lituanus has a matre superstitiones didi«*
cerat, ut eum diem infaustum sibi futurum crederet, quo
primum calceum, einisirum fortuito accepisset. ad hoc
movebat se interdum in gyrum gtans pede uno, foras e
cubili proditurus. quornm similia multa observantur a Sa-*
magitis; quidam infeliciter se venaturos sibi persuadent si
domo egressis muHer oceurrat, seu quis certum numerum
capiendorum leporum, vulpium, luporum nominet. Lucas
David (chron. 1,^146. 147) meldet von den alten Preursen;
dafs sie den angang eines kranken fflr Übel, eines reiten-
den manne» für gut, eines fuehsee und kosen fOr flbcfl
hielten.
Schwierig ist es in den sinn aller dieser einzelnen
Vorbedeutungen zu dringen.
Zuerst von menschlichem angang, für unheilbringend
gehalten wird der eines alten weibe$y einer frau mit
ßiegenden kaaren oder, was dasselbe sagen will, aufge"
töster hopfbinde ^). wem frühmorgens ein oft it>eib be-
gegnet, wer zwischen zwei aüen tteibem gehen mnfs,
dessen tag ist unglücklich (abergl. 58.380.791.976). stOfst
ein jfiger morgens auf eine aUe, so legt er sich zu boden,
und sie mufs über ihn herschreiten, um den schaden zu
verhindern (Volksgebrauch in Hessen), in der Schweiz ist
wenigstens auf neujahr der angang eines u>eibes unglücklich
(ToUer 447^). Nach schwed. abergl. (53) ist alles begeg-
nen der frauen schlimm, nur nicht das einer Afire, wie bei
Chrysostomus die nnQ&ipoe unglücklichen, die nogvv glück-
lichen tag bedeutet, hierzu stimmt abergl. 177: jungfram
und ptiesier sind übles zeichen , kure gutes **). ihre redet
aber ausdrücktieh von einer tetulaj womit Arndts reise
*) oooperire bedecken , discooperire aufdecken , enthüllen , ital.
scoprire.
**) gilt wenigstens nicht von Theodors, die den Byzantinern ein
übler angang war: ijv yt»^ rovq ogSaiv uXX»^ t« nal n^x^iMiwtjq ^V^^^c
ßhoiQ^t»9% o)«r«c. Pro«op bist aro. 0 (ed. bonn. p. 63).
im ANGANG
nach Schweden 1, 44 stimmt, und das finnische lied (Scbrd-
ters runen p. 67); ^frühmorgens ausfahren, dafs nicht alte
toeiber tnU krummem kinn anschielen.* Diese letzte bezeich-
nung führt oflfenbar auf den begrif einer hexe^ das fliegende
losgelassene haar (s. 1043] mehr noch auf den einer nodU-
frau (abergl. 878), toahreagerinj heidnischen priesterinf vergl.
die cimbrische noXio^^ti (s. 49). Veldek 2P schildert Si*
bylla andfas (horrida crinibus), ^daz mies lockehte hienc ir
Oz den 6ren' (non comptae mausere comae. 6| 48). be-
stätigt wird diese ansieht auch durch den bösen angang des
spinnenden toeibes (abergl. 135), da die hexe feldspinnerin^
d. h. norn, parze ist (s. 1042). Schon Plinius 28, 2 : pagana
lege in plerisque Italiae praediis cayetur, ne mulieres per
itinera ambulantes tarqueant fusos, aut omnino detectos
ferant, quoniam adversetur id omnium spei praecipueque
frugum. das sieht wieder recht nach den erkundigungeo
aus, die unsre göttinnen über besponnene oder unbespon-
nene spindein anstellen (s. 247. 252).
Noch mehr, wie mich dünkt, erläutert sich dies durch
die gleichstellung des geistlichen: auch ein geweihter prie»
ster ist begegnenden yon übler Vorbedeutung, dafür habe
ich noch ein älteres Zeugnis aus Hincmar 1, 656 beizu-
bringen: 'sunt etiam qui dicant, quando in venationem
pergunt, quqd Qbvium sibi non.debeant habere clericum';
und aus jüngerer ^eit führe ich an Reginald Scotts witch-
craft (Lond. 1665 fol.) p. 114: 'If any hunters, as they
were a hunting, chanced to meet a frier or a priest^ they
thought it so ill luck , as they would couple up their
hoonds and go hom, being in dispair of any further sport
that day.' Paulis schimpf und ernst cap. 358: 'zu der kir-
chen gieng ein altes weih am morgen &u, da begegnet
ir ein pf^, da thet sie wol sechs creuz für sich, der
priester sprach, warumb segnet ir euch also vor mir? ich
bin doch nit der teufel. . die firau sprach, es hat mir mcht
gefehlet, wenn mir ein pfaff bekam an einem morgen frfi,
das mir den selbigen tag nit etwas widerwertigs ist zu
banden gangen.'
Wenn in einem kreise von leuten unerwartet stille
entsteht, sagt man: 'es geht ein priester vorüber,' nnl. 'er
gaat een predikani voorby.' jedermann ist von dem omen
betroffen. So heifst es auch in besserem sinn: ein enget
flog durch das zimmer, ^Eg/urjc ineioiß&e. in der Schweiz
sagt man, es gibt schlecht wetter, wenn ein geistlicher
ausgeht (Tobler 436>').
Die plötzliche erscheinung eines .heiligen roannes onterr
ANGARG 1079
bricht «od vereitett irdisdie gesdiäfte. begegnende waren
gehalten ihnen ehre zu erweisen, vielleicht schrieb das hei*
denüium in diesem fall die sofortige erfüUung eines ritus
vor? das omen des heidnischen priesters übertragen die
Christen auf den christlichen; das der heidnischen prieste-
rin oder weisen frau muste auf nachtfrauen und hexen
übergebn, weil der clerus frauen von sich ausschlofs.
Warum eines blinden (oder einäugigen), hinkenden und
betüers angang übel, eines höckerichten und aussätsdgen
aber för gut galt, warum eines gehenden begegnung un-
günstiger ausgelegt wurde als eines reitenden (dän. abergL
129), die eines toasser tragenden ungünstig (abergl. 257)?
der blinde und gemantelte mahnen an Wuotan. Deutlicher
scheint, dafs man sich von keinem tret6 das schtoert reichen
lassen mochte, und dafs in der edda die begegnung ^freier
kriegsmänner sieg verkündet.
Liebenden muste der geliebten angang das erwünsch-*
teste zeichen sein: Wer si des morgens angesiht, den tac
im ttiemer leit geschiht.' Ms. 2, 23^.
Thierangänge haben ihren Ursprung in dem hirten
und jägerleben, sie sind auf naturanschauung und sagen-*
hafte meinungen von dem treiben der thiere gegründet,
über sie wird sich auch slavischer, ehstnischer, finnischer,
litthauischer volkstradition vieles sammeln lassen, was mir
jetzt entgeht. selbst die nordische scheint in diesem be*
tracht nicht genau aufgezeichnet. Saxo gramm. p. 321
sagt von Slaven, nicht von Nordmannen, 'ad varia quoqne
negotia profectnri ex primo animalis occursu votorum
auspida capiebant: quae si laeta fuissent coeptum alacres
iter carpebant, sin tristia, reflexo cursu propria repetebant.*
die thiere selbst zu nennen unterläfst er. Vor allem wich-*
tig ist das eddische omen des heulenden und fortgehen^
den wolfs, den man als siegbringendes thier des Odinn
ansehen darf (s. 634). damit treffen alle übrigen Zeugnisse,
and noch der heutige aberglaube zusammen, dem tapfe-
ren, unersohrocknen walf, dessen begegnen mut und hof-
Rung einflöfst, steht der feige, furchtsame hase als nach-
theiliges, entmutigendes zeichen überall zur seite. Sigeb.
gembl. ad a. 1143: obiit etiam Fulco rex Hierosolymorum.
qui dum venationi insistens leporem insequitur ex improeiso
sibi apparenlemy equus cui insidebat se super ipsum prae-
cipitem dedit, ipsumque vita et regno privavit. Yintler
s. ui. 'unterwegens lief ihnen von ungefehr ein hase über
den weg; der kutscher ward betrübt und sprach, dises
bedeutet nichts gutes, hingegen wann ein wolf über den
low Arnim
weg laafety ist es ein gutes zeichen.' Bttners unw. doct.
575. 576 y vgl. Simplic. 2, 74. Paulis schimpf und ernst
cap. 138 : 'morgens furen sie hinaus und da sie schier su
dem wald hin kamen , sprach der knedit, meister^ es ist
ein wolf vor uns gelaufen ; der meiste sagt , er hat ihn
wd gesehen y es wäre eitel glQck*' Albertini narrenhatz,
Hünchen 1617 p. 96: 'abergläubische stocknarren erschri-
cken^ wenn ein haas Über den weg, dartlber sie gehen
oder reiten mtissen, laufet, denn sie vermeinen , dafs sie
an selbigem tag ein unglück ausstehen müssen.' Göz y.
Berlichingen in seinem leben p. 179: 'und wie wfar anzo-
gen, so hüt ein schdfer allernechst darbei , und zum wahr-
Aetchen'i so fallen fünf wolf m die schaaf, und griffen
auch an, das hört und sähe ich gerne, und wünscht ihnen
glück und uns auch, und sagt zu ihnen, glück zu lieben
gesellen, glück zu überall, und ich hielt es für ein gluck,
dieweil wir also miteinander angriffen hetten'*). hier wird
kein eigentlicher angang beschrieben, aber der sinn erheilt,
den kriegerische Völker ursprünglich hineinlegten, wolf,
hirschf eher, bär stehen einander in dieser bedeutsamkeit
völlig gleich (abergl. 128). einem hosen zu begegnen ach-
tet der Norwege für ein schlimmes zeichen, einem baren
oder wo^ für ein gutes. (Danskes reiseiagtagelser 1799.
2, 297). füglich geht hier der bär (den das lied von der
rabenhochzeit den 'ypperste karl i skoven' nennt) dem wolf
noch vor**), des baren gedenken römische nachrichten
nie, wol aber des wolfes; Plin. 8, 22 sagt: 4nter auguria
ad dexteram commeantium praeciso itinere, H pleno id
ore tupus fecerit^ nullum omnium praestantius.* Plinius
meldet auch welche Wirkung die fufsspur des wolfs habe,
wenn ein pferd darauf trete: tanta vis est animalis, ut
vestigia ejus calcata eqiris afferant torporem, 28, 10 und:
rumpi equos, qui vestigia luporum sub equite sequantur.
28, 20. Occursum leporis timere heifst es bei Johann von
Salisbury und Peter von Blois. aufser Berthold und Hart-
lieb (s. Lxi) gehört hierher noch eine stelle aus cod. pal.
841. 163*:
dar zuo sfth wir einen hosen y
der widerfuor uns on dem weg\
dö d&ht ich deiz niht eben teg:
*) den poetischen eiodruck dieser werte nicht verkennend bat
sie Göthe in seine dicbtung aufgenommen.
**) auch dem reisenden Türken ist der iroJ/' gunsiiges , der htm
nachtheiliges seichen. Wien lit xtg. 18lO. p. 1257.
ANGANG 1061
er tet uns den Srsten aneganc,
wan das er snelle für mich spranc.
Griechen und Römern scheint er gleichwoi nach den um«
ständen anch guter Vorbedeutung [aiaios) su sein*). Die-
sen war das fotetel [YctXfj) übelberufen: wenn es über den
weg lief, wurde eine öffentliche versamlung aufgeschoben
(Potter 1, 746). Theophrast (charact. 16) sagt, wem ein
wietel vorbeiläuft , der darf nicht weiter gehn , bevor ein
dritter den weg beschritten, oder er selbst drei steine vom
weg aufgehoben hat. auch centonovelle cap. 31: quando
raomo trova la donnola **) neUa ota. Des fuchses angang
wird verschieden ausgelegt^ nach jener stelle bei Ihre für
Obel, nach dem litth. abergl. 9 fOr gut. Hausthiere, die
der ausreisende in seinem hof hält, die ihm nicht erst im
wald aufstofsen, dienen kaum zur Vorbedeutung: sie sind
2U gewöhnlich, zu zahm und abhängig vom menschen, um
für ihn zeichenhafl zu werden, doch sagt man, wer bei
frühem ausgang sckwemen begegne, werde da, wohin ihn
seine schritte führen, unwillkommen sein, wer aber scha^
feHy willkommen, nach andern ist der wandrer Willkomm-
Der gast, wenn ihm die schafe rechter hand, unwillkomm-
ner, wenn sie ihm linker hand aufstofsen. Bei den Etrus-
kern wurde, wenn der neue magistrat in die provinz zog,
auf die begegnung von pferden und ochsen geachtet. (0:
Hüller 2, 118). man vergleiche die Weissagung durch p/isrds
(s. 627. 628), die freilich auf keinem zufälligen treffen des
thiers beruhte, wobei es aber auf das ansetzen seines rech'-
ten oder IMen fufses ankam, ein beispiel ist aus Procop
de b. pars. 2, 5 p. 172 beizufügen.
Noch feiner ausgebildet als der angang vierfüfsiger
thiere war die beobachtung der tögel^ denen freiere, un-
gehemaitere bewegung durch die luft an sich schon etwas
*) Gastias Dio 62, 6 (Reim. 1006. \007): Tuvra linovaa, Xaymv
ßtiw in Tov xoXffov nQ^tjumro (j/ Bovt^ovtma^ eine Britio) fiarttUf Ti»l
^o&^v avtßQifOt* sonst bei Suidas: ^avti^ q lay^^ dvazvxt^i noitV
xq ißov q. Als die Deutseben anter könig Arnalf einen aufgesehreck-^
ien hosen jagten, nahmen sie Rom ein (Liutpr. 1, 8), doch hasenja-
gende Dänen geriethen in die flacht (Neooorus 1, 353; eine kaiie
nennt hier Detmar 1, 164). Vom basen geleckt zu werden gilt für
gänstig : *meinete es habe ihn ein ha§e geleiAet' tr6delfraa 1682 p.7l.
**) das fräMin, bair. miieiiieMi» (Schm. 2, 576), $ehönihierU
(Schm. 3, 369), span comadr^a (Reinb. ggxxiy), dfin. dm kj&nme (pal-
chra); alle diese namen bezeugen die heimlichkeit des thiers. serb.
heifat sie lasitza, man redet sie aber mit der koseform lasa an : laso
laaitsohilse \
1082 ANGANG
wunderbares und geisterhaftes verlieh. Die Griechen hat-
ten eine umfassende olmvioiiHtj (Soidas s. v.), die Römer
systematische ampidennM ati^urjen *). böhm. ptaAopro^
fßM augurari, ptakowestec aogur, poln. ptaszewiessczek.
Auch den deutschen Heiden galten vögel für boten der
götter and ffir verkündiger wichtiger nachrichten. ^welcher
togel hat dir das in die obren getragen?' heifst: wer hat
dir das weis gemacht , in den köpf gesetzt **)• Mas hat
mir ein togel gesungen', ^jag hörde en fogel sa sjunga, en
fogel var hfir, och sade för mig det eller det/ Ihre de
superst p. 51. Neugriechische und serbische Volkslieder
werden nicht selten erüfnet durch fliegende, sich nach ver-
schiedner sette drehende und unterredende f>ögel (Wb.
Müllers saml. 1, 66. 102. 2, 164. 178. 200. Yuk. 3, 326).
zwei schwarze raben (dva vrana gavrana) krächzen auf
dem weifsen thurn (Vuk 2, 151). Von dem weissagenden
rufe des kukuks ist s. 640 ff. gehandelt ; er gehört auch zu
dem angang, da reisenden seine stimme unvermutet im
wald erschallt, erschallt er rechts, so ist es gutes zeichen,
wenn links ein übles. Plin. 30, 10: aliud est cuculo mira-
cuium, quo quis loco primo audiat alitem illam, si dezter
pes circumscribatur ac vestigium id effodiatur, non gigni
pulices, ubicunque spargatur; man vgl. s. 1047 über das
ausschneiden der vestigia. Augwia aeinm berührt der
indic. superst. XIII. bei Eligius (s. xxix): 'nee in üinere
posiH aliqnas aoiculas cantantes attendatis.' vögel, deren
begegnen weissagsam ist, heifsen wegeögel (abergl. 600),
vorzugsweise geschickt dafür waren aber die krimmenden
raubeögel (rapaces aves), die über andere vögei ^eg* er-
rangen, folglich auch den beiden siegeserfolg weissagen
konnten***); weshalb auch in träumen raubvögel die erste
rolle spielen. Eine stelle bei Procop de hello goth. 4, 20
(ed. bonn. 2, 560. 561) zeigt, wie früh dieser aberglaube
unter deutschen Völkern statt fand. Hermigisel, könig der
Warner erblickte über feld reitend einen vogel (der nicht
näher angegeben ist) auf einem bäum und hörte ihn krä-
hen (es war also wol rtAe oder krähe), auf vogelgesang
sich verstehend sagte der könig seinem gefolge, es werde
ihm sein tod nach vierzig tagen geweissagt f ). Dem Sigurdr
*) Jnl. Gaes. Bolenger de aagoriiB (Graeyii thes. 5). .
**) westpbäl. *wecker vaugel heft dik dat inoer aoren ebangea?*
SIennerhinke p. 8.
**') Frid. Gull. Schwarte de aDÜqnisa. Apollinis natura. Berol.
1843 p. 1^6. ^ ^
ANOANO 1083
weissagen igSer auf den bflumen (a. 637), es ist unausge-
macht ob es schwalben waren, vielleicht adlerinnen? Dagr
hat einen klugen Sperling (Ingl. saga cap. 21). Im altspa-
nischen Cid bezeugen uns mehrere stellen die Wahrnehmung
der ¥ögel: 867 al exir de Salon mucho ovo buenas aoes;
2376 con dios e con la euesira auce; 2379 con ia buen
auce.
Und wie bei den alten die rechte oder linke seite des
anflugs hauptsächlich berücksichtigt wurde, erklärt auch
Hartlieb (s. lxi) fliegen stir rechten hand für glücklich, zur
linken für unglücklich. Der cuiler müsse dem wandernden
taschenhalb fliegen, d. h. zur seite, wo die reisetascbe
hängt, aufser dieser stelle finde ich den ar nicht genannt,
wol aber, bei Hartmann, Wirnt und Berthold, den müsar,
nach Beneckes wb. zu jenem , eine art kleiner raubvögel,
welcher bei Burchard (xxxvhi) muriceps genannt und erklärt
ist. im gedieht von dem übelen wlbe, 297-301:
swenne ich nftch gewinne var,
so ist dürft daz mir der müsar
über die siräte tliege
und mich des niht entriege,
ob ich ir niht enbringe,
d. h. wenn ich nichts bringe, kann ich mich nur damit
entschuldigen, das über weg fliegen dieses vogels ist gün-
stiges zeichen. II. 10, 274 bringt ein rechts/Uegender rei^
her (iguiioc) glück. Der rabe, ein siegvogel der Heiden,
wird aufser jenen nordischen stellen (s. 1076) als begleitend
beim angang nicht genannt, desto häufiger die krähe.
glücklich war: si comicula ex sinisira in dexteram cantave-*
rit (anh. s. xxxvni), bei Petrus bl. ebenso, nur volaterit
statt cantaverit; kolocz. 146 heifst es, von hindern, die in
stetem wolleben erzogen, nie die macht des Schicksals em-
pfunden haben:, 'si enwizzen toannen die krän sint ge-
flogen' Walth. 94, 39 'ein unsceligiu krd begonde schri-
en.' HS. 2, 80* ^ez hab ein swerüu krd gelogen.' hin-
gegen: 'alba solet eomix aSectum seire tacentis.' Reinard.
2, 657. auf die krähe hat man den Martinseogel gedeutet,
dessen flug bei Petrus bles. und Renart 10472. Reinaert
1047. Reineke 942 bedeutsam geschildert wird. nachNem-
ie64 ANOANO
nidi wftre jedoch der faico cyanc^us, ein kleiner raubvogel
MarUns vogel, nnL g. Härtens TOgel| franz. roisem s.
Martin y span. pajaro s. Martin; das wiirde sich auch zum
albanelbis (franz. hanbereau) des Job. sarisb. fügen, der
gerade auf hospilium, wie Martinsvogel im Reinh. bezogen
ist. in den gewöhnlichen legenden von Martinns, dem
doch der vogel etwas augetragen haben mufs, finde ich
keinen aufschlufs. auch dem Vintier (s. lv) ist samt Mar-'
Htvogel heilbedeutend; fast darf diese lesart zu der Ver-
mutung führen Martini avis sei aus Mortis avis verderbt^
dann wäre es der specht, das MänafülK (s. 638)? Ls. 3,
543 heifst es: satU Martins vögalin diu machent mangen
umbecreiz; in einer andern (schon Reinh. cxzvn ausgehob-
nen) steile einer pfälz. hs. steht wiederum MerHfs vogelin
und es wird angeführt, dafs es zum frau Venus borg weise,
was seine mythische natur steigert, unsre kinderlieder ge-
ben dem s%Me Martens eögelken bald rothen rock, bald
goldnen flügel; sie werden aber auf den Vorabend Hartini
gesungen und weisen wieder auf den heiligen, ich erlange
also über den vogel keine Sicherheit. Von der krähe
zeugen andere, alte und neue stellen. Virg. ecl. 9, 15:
ante sinistra cava monuisset ab ilice comix. im poema
del Cid 11. 12: ovieron la cometa diestra und siniestra.
in jener stelle vom oiseau s. Martin heifst es Renart 10473:
assez si le hucha i destre^ et li oisiax vint ä senestre,^
die alten gedenken auch des raben: 'non temere est, quod
careus cantai mihi nunc ab laeta moiitf, semel radebat
pedibus terram et voce erocibat sua.* Olaf Tryggvason,
wenn gleich Christ, beachtete, ob die krähe (krftka) auf
dem rechten oder auf dem linken fufs stand, und weis^
sagte sich daraus gutes oder bOses; seine feinde nanntea
ihn darum kräkabein. hüngrkräka altn. eine hunger weis-
sagende krähe, ülmtriskrdka die schlechtes wetter an-
kttndet. oento nov. ant. 32: segnor, je vil una camaC"
ehia in uno cieppo di salice. or mi di, donna, verso quäl
parte teneta f>olta la eoda f ^segnor; ella avea volta verso
ii cur •).
Auch der sipeokt war ein heiliger vogel (s. 638); in
Lindenblatts chron. p. 31: 'ir jpeJU hatte ntcAl rechJt (d. h.
nicht zur rechten seite) geflogen.' den Römern galt die
schreiende forra (grünspecht? kibitz?] für unheilvoll: im-
pios parrae recinentis omen ducat. Hör. carm. lü. 27, 1
*) me rba Taticinato la optimccAms che la mia belia doQua m'iQ-
finoccbia. Tommaaeo 1, 224«
ANGAMG 10S6
ond Plant As. II. 1, 12; picos et cornix est ab laeva, cor*
vus, pwra ab dextera. In Schweden ist der fing des hm
(nach Ihre einer art reiber) yorbedeutsam (abergl. 94). Sieht
man die ehter eon tarnen , so ist das zeichen gnt, von
hmteny schlimm (abergl. 158). Wer frühlings die erste
schwalbe erblickt, steht alsbald (auf seinem weg) still, and
gräbt eine kohle aus der erde (anh. s. uii. abergl. 217),
wie man die fufsspur auf der stelle, wo man den kukuk
vernahm, ausschnitt (s. 1082)*). Hs. 2, 118» 208^: 'nu jär-
lanc stdt vil hoch mtn muot, ich h6rte den sttezen sanc von
einer swahoen da st flaue.' in Dänmark schaut das dienst-
volk, ob sie den storch zuerst im jähr fliegend oder stec-
hend treffen (abergl. 130). Beim frosch kam es darauf an,
ob man ihn zuerst auf dem land oder im wasser hüpfen sah
(abergl. 237). Auch einer kalUen oder gerupften hinne zu
begegnen galt für übel:
enmi sa voie a encontr^e
une geUne pielie^
qui pasturoit en la charriere;
a poi ne sen retame arriere,
por ce quil t entendait sart;
k ses piez trueve un baston tort,
k la geline lest aler,
et ele sen prist & voier,
en son gelinois le maudist
'honte li viegnel', et il si fisl.
zu dem angang gehörige stellen aus provenz. dichtern hat
Diez (leben der troub. p. 22. 23) gesammelt; sie beziehen
sich auf rabe, krähe und mehrere falkenarten [dlbanel,
gaoanh)^ ihr rechter oder linker fflug^ ihr gehen oder honh-
men, schreien oder schweigen entschied:
los destres e'ls senestres, los anans eis venens,
(falbanel, de gatanh, d*autras auzels ferens,
del corp e de la gralha, los cridans, los tacens.
(poes. der troub. p. 221). Man möchte ausführlichere künde
dieser vogeldeuterei^ wie sie im mittelalter geübt wurde,
haben •*).
*) quam ^mo hirundinBm tidmis, hoc die ter : *rogo te, hiraudo,
ut boc anno oculi mei non lippeantl* fundgr. 1, 325.
**) die heidnischen Araber beachteten den Togelflng, »eoer und
Ijavet sind zwei fast gleichbedeutende ausdräcLe, «#yer wird gebraucht,
wenn man mit einem stein nach dem TOgel wirft und ihm zuschreit :
fliegt er dann ein«m zar reehUn band , so ista ein gutes , wenn mr
Üniem ein böses zeichen, 'i^aoet ist allgemeiner die deutnng der nah-
men anfstofsender Tögel, ihres niederlassens, ihrer rufe« gipfel dieser
Wissenschaft scheint die vogehprachkundcf die Yon Salomos Zeiten her
1086 ANGANG
In unserm alterthum scheint aucb der überflug einigelr
Vögel bedeutsam. Ms. 2, P von der Ddringe herren: *ob
ime ein adelar zailen ztten ist mit hSken fügen gewesen.'
gefeierten helden gaben adler schatten vor der sonne durch
überbreiten ihrer flügel: als die heidnischen boten zu Carls
halle *) kamen, sahen sie ^daz die adelaren dar zu gewenit
wAren, daz si scate bdren.' Rol. 21, 20. dies verbindet
sich offenbar mit dem adler fiber Carls palast (s. 600), viel-
leicht auch dem in Odins saal(S£em. 41"). der überschwe-
benden taube wurde s. 135 erwähnt, supervenire und
obumbrare ist selbst biblischer ausdruck. dem 'drüpir örn
yfir' zur Seite setze ich eine wichtige stelle HävamAls
S©m. 12*);
dtninnis hegri, sA er yfir öldrom firumir^
haiin sXelr gedi guma ;
f)ess fugis fiödrom ec fiötradr varc
! gardi Gunnladar,
(oblivionis ardea, qui super symposiis stridet mentemque
hominum furatur; ejus avis pennis captus sum in domo
Gunnladae). es sind werte Odins, der sich bei Gunnlöd
in vollen Zügen nectars berauscht hatte (s. 856] und als
adler entfliegt, öminnis hegri umschreibt den göttlichen
vogel. hegri steht für hdgri, hrögri, ags. hrAgra, ahd. hei-
giro und hreigiro, iQujdiog, ein grofser vogel statt des an-
dern. Als Odinn den ersehnten trank schlürfte und der
schönen riesin theilhafl wurde, fesselten ihn adlersschwin-
gen, d. h. erschien er in adlergestalt; wie ähnlich ist alles
das dem mythus von Zeus, der in adler verwandelt Gany-
medes raubt, und sich von ihm den nectar einschenken
Ififst ••).
Bei den Römern hatte sich ein eignes System von vo-
gelweissagung ausgebildet, das nicht auf den flug des wil-
im Orient noch nicht in Tergesseoheit gerathen ist. der rabe gilt für
eineo uoglücksboteD. (Rückerls Hariri 1,591.592). Auch über indi-
sche augurien wären ?iele stellen mitzutheilen. im Ramajana einmal :
hae aves tibi declarant horrendum pericalum imminere. [Schlegels
ind. bibl. 2, 225). Ein schaler schrieb alle yerdriefslichkeiten, die ihn
den ganzen tag über Terfolgt halten, dem umstände zo, dafs früh^
morgen» eine schlänge TOr ihm über den toeg gekrochen war.
') die Schilderung dieser halle und der eindrucke den ihre pracht
auf die fremden machen moste, gleicht aufserordenüich dem was bei
Gjrifis besuch in Asgard rorgebt. Sn. 2.
**) und aus jenen Worten HAramAls, in welchen der erhabenste,
rausch der Unsterblichkeit und zugleich dichtkunst geschildert wird,
machen die nordischen ausleger eine bescbreibung gemeiner trunken«
heit, Tor deren folgen ein isflind. unter dem titel öminnis hegri ab-
gefafftea gedieht warnt.
HONER. LE1GHV06EL 1067
1
den gcvögels, vielmehr das hausgeschleeht der hüner be-
rechnet war. Die Griechen übten eine aXeHtgvo/navtelay
so dafs man körner auf die buchstaben des alphabets legte
und von einem hahn wegfressen liefs. Einfacher war die
römische Weissagung aus gierigem und trägem fressen oder
nichifressen junger hüner, jede legion hat ihren pullarius,
der die hüner erzog, fütterte und bewahrte; der consul
stellte das augurium in seinem haus oder zeit an: 'puIlis
regitur imperium romanum, hi jubent acies' sagt Plinius
10, 24*). Man beachtete aber sonst auch geschrei des
hahns und der henne. ^gallina cecinif wird in Terent.
Phormio IV. 4, 30 unter andern Übeln zeichen für den
hocbzeiter genannt: nach Donats glosse bedeutete es, supe-
riorem marito esse uxorem. unserm abergl. (83. franz. 23)
schien eine wie hahn erkrähende henne gleichfalls ein
greuel. Vernahm die lauschende unter dem hahnbalken
den krat des hahns, so war die Weissagung günstig/ schrie
die henne ^ ungünstig (abergl. 105. 1055); gleiche bewandt-
nis hatte es um den fallenden mist des hahns oder der
henne (230). Auch den gänserich liefs man weissagen
(abergl. 847). Die Ehsten unterscheiden geflügel mit räu-
chern und unbedecktem fufs (abergl. 95).
Oft ist es auch nicht der wegvögel fing, der vierfüfsi-
gen thiere angang, sondern ihr erscheinen, ihr aufenthalt
an der wohnstätte der menschen, die ihm heil oder Un-
heil weissagen. Schwalbe (franz. abergl. 9) und storch
sind glücksvögel (s. 638), storche sieht man gern auf dä-
chern nisten (abergl. 215). wer frühlings den storch zuerst
fliegen sieht, soll eine reise unternehmen. Den Letten war
die meise günstiger Vorbedeutung, sie heifst sihle, und
sihleht ist weissagen (s. 648). Wiesel oder schlänge auf
dem dach sind nachtheilige zeichen (Suidas s. v. Sivongd-
717$:). 'anguis per impluvium decidit de tegulis.' Terent.
Pborm. IV. 4, 29. Nagende maus (abergl. 184). Ungün-
stig oder zweideutig sind rabe, krähe y elster auf kranken^
häusem (abergl. 120. 158. 496).
Es gab leichcögel^ trauervögel, deren erscheinung tod
und sterben verkündet, ich vermute, den Gothen war die
turteltaube mit ihrem weheruf ein solcher, weil sie sie
hrdivadubd (leichentaube) nennen, rgvywv und turtur geben
nicht diesen nebensinn, dervogel trauert nur um den todten
*) ark. TOD 788 bei Marini no. 56 p. 94 : et all» multa de vestra
iDfidelitate cogooTimiiB ad pullorum comium (I. cantum).
14)68 LBIGHBNVOFBL
gatten *) ; sagen von ihr sasammengestelU sind Aw, 3, 34.
Vor allen gehört hierher, auch ein wegvogel, die euk
(abergl. 789. franz. 8). Hartmann stellt ihren flug über den
fcec dem des müsarn entgegen, wie dieser heilsam, scheint
er Unheil gewesen zu sein, Ms. 2, 174 heifst es, dafs der
iuweln fluc der weit nicht fromme. Ovid met. 5, 550:
foedaque fit volucris, venturi nantia luctus
ignavus bubo^ dirum mortalibus omen.
hier greifen Verwandlungen ein. die eule war ein ver-
wünschter mensch, und striXf eirinx (*e tecHs strix vio-
lenta canat.' Tibull t. 5, 52), bruxa bezeichnen zugleich den
vogel und die nachtfliegende hexe (s. 992). ^uMae^ upu-
pae, buboneSf toto anno in tecHs funebria personantes\
oben s. 449« 'male ominatos canhu ulularwn.* chron. s«
Trudonis s. 379, das ahd. hokrüna, hokmucja, hobmuwo
(gl. flor. 988»> 996»» sumerl. 10, 65. 27, 44. 29, 74) über-
tragen lamia, drücken aber mehr klagende, weissagende
Vögel oder geister (beiderlei geschlechts) aus, deren stimme
im wald , flüsternd , raunend und muhend vernommen
wird (s. 404). daher nun auch die benennung klagmuAmsj
klagmuttcTj klageweib ^*). im ackermann von Böhmen p.
38 (Hag. ausg.) ist klagmut in klagmuoter zu bessern; am
Oberbarz bedeutet kSigmuiier, klagtoeib, kUigefrau ein
gespenstiges, aber fliegendes wesen (Spiels archiv 2, 247).
anderwärts heifst es die wehklage (abergl. 863), leichkuki^
grabeuhf todtencogelf im Braunschweigiscben der täpsch^
*) die Langobarden errichteten aaf ihren kirchhöfen, neben den
gribern, Stangen (perlieaa) för tbre blatsTerwandten, die im krieg
oder in der fremde gefallen waren: auf die spitze der atange wurde
das hölzerne bild einer taube gestellt, die (mit dem köpf oder schna-
bel) in die gegend schaute, wo der geliebte begraben lag. Paul.
Diac. 5, 34, das gemahnt an die drehnng des adlers aaf dem dache
(s. 600]. die taube stellte den wehklagenden verwandten Tor, der die
Stange aufrichtete, statt der taube dient den Serben noch heute ge-
rade so der klagende hukuk (s. 646). auf dem klafterbohen hölzer-
nen grabkreuze werden so viele kukuke abgebildet, als angehörige uod
besonders Schwestern um den todten trauern, ein mädchen, dem der
bruder gestorben ist, kann den kukuk nicht rufen hören ohne in hef-
tige Ihränen auszubrechen ; kukumene ! ist wehklagende interjeclion.
Montenegro , SluUg. 1837 s. 99. tOO. Die ganze anfsleckung der
tauben und kukuke erinnert an die der pferdehäupter auf Stangen
und dfichern (a. 625. 626), der adier auf dächem (s. 600),
**) den lausitzischen Wenden heifst die wehklage boie sedleike
(gottes stülcfaen, sitzchen) und erscheint entweder als u>eifee kenne
oder als' schönes weijses kindf das durch klagendes geschrei und wei-
nen bevorstehendes ungluck verkündet, auch den Böhmen ist seeBitho
sitz und zugleich alp, Irud, vielleicht weil der dämon aufsitzt (incnbus).
LEIGHENTOGEL. TQtlZEIGHBN lOM
seines fanlen, langsamen flopi wegen (breunschw. am. 1746.
p. 236), ignacus babo, was auch an den sinn des alten
feig (moribandus) erinnert. Leichenverkändend ist, wenn der
rabe koppt (anh. lv), wenn ht^n und huhn streb schleppen
(ehstn. abergl. 77), wenn der gahdroi sein haupt vom
kranken abwendet (s. 813).
Auf ähnliche weise zeigen andere tbiere den todesfall
an. wenn das pferd des gerufnen geistlichen sein haupt
senkt (ehstn. abergl. 35); wenn ochs und kuh von schwar-
zer färbe im haus geschlachtet wurden (abergl. 887), was
noch mit altem opferbrauch zusammen hängt, der in
menschlicher wohnung aufwühlende maubourf (abergl. 555«
601. 881), die zirpende griUe (555. 600. 930)»), der ti-
ckende holiwurm (901), wenn mause schlafenden am kleid
nagen.
Weissagende ameisen (schwed. abergl. 88. ehstn. 99).
anlauf der spinne frühmorgens ist ungünstig; es gibt aber
auch glückspinnen (abergl. 134). Bienenschwärme^ an
bäu^r sicli anhangend, bedeuten feuersbrunst (s. 160) oder
Unheil^*), bekannt sind die schon im iager des Drusos
erschienenen (Plin. 11, 18. Gassius Dio 54, 33. Jui, Ob««
sequens de predig. 1, 132). auch dem herzog Leopold
von Ostreich verkündeten sie 1386 den Verlust der Sempa-»
eher Schlacht voraus: 'da kam ein imb geflogen in dlinden
er genistet hat, ans herzogen waffen er flog als de der
aelbig herzog wol für die linden zog: das (Uiuiet främbde
gtste, so redt der gmeine man.' Wackern* leseb. 703«
Heuschreckenaiige lAnd sonst Vorzeichen /r^M»£fer gaste (Ju«^
stinger p. 160, vgl. 271) und reicher sabnenfcmg (das. 379).
andere anzeichen nahender gaste abergl. 71. 72. 73. 889»
I0t8. schwed. 63.
Oft können leblose dinge zumal elemente onen erge*»
ben. flammen j die sich den kriegern an hebn oder speer
ipetzten (s. 868), waren sieges Vorzeichen (rh^Q ovft^ßoXov).
ein solches feuer nennt Sasm. 110"* ^, ohne seinen sinn
anzugeben: ^hyr leingi mnn A brodds oddi bifaz.' deutli-
cher S©ro. 151* : '^af geirom geislar slööo.' Tac. ann. 12,64
^signa militum arsere'; 15, 7 'pila nülitum arsere.' Pröcop
de b. vand. 2, 2: läv do^dt^av amois fd anga nvgl
noXXtp natsXdßtneto nal titvtmv al o/j(/iai ««cco^a«
in) nXeioTOv o(piaiV idoxovv* Greg. tur. mirac. MaH. 1, 10:
*) mweiUn bedenten die kdmem odar piüm 9moh fatadiche« ga*
deihen fabergl. 3t8. 609).
**) examMi Bfßam id arbor^ praetorio imminente consederat. Lnr.
21, 4^. fiatlghim <sapilolii exanran apium JDaedit« Tao. ano. 1*2, $4.
Orimms mythol. 3* auggahe, 69
190« -/ ' ' YORZBiepfil^/
1. I . I
^Aiim hg8C ager^entttr diiae puerorum lanceoß em^sk ßtm"
mis lumen. euiUibus praebuerunt, ibantque fulgurantes
kastae* im j. 1620 vor de^r Prager schlacht setzte sich ein
irtoücft auf das obersten fabne und galt für ein Vorzeichen
des sieg9» das ist auch die fianune der I^ioskuren., die auf
den mästen der schiiTe erscheint, ein rettendes zeichen in
Sturmes noth. Das niesende licht ^ der überspringende
br<md (abergl« 889) bedeutete wieder gaste; erlöschendes
lichl tod (abergl. 150), rosenbrennendes glück (252). ö(
oder wein terschüttet, wasser unter den tisch gegossen
war den alten jenes ^ein günstiges, dieses ein ungünstiges
zeichen, wenn der tisch krachte, die balken knarten^ zog
man ;daraus die schlimmste Vorbedeutung [Dempster 3, 9).
versiegendes oder steigendes wasser bedeutet sterbfall oder
hungersnoth (s. 558). prasselndes feuer, verschüttetes sab
y erkundigen streit (abergl. 322. 534. 64. 535). man halte
die mythische auslegung der knisternden flamme (s. 222)
dazu, der gott ist in der flamme gegenwärtig wiß. in dem
vorbedeutenden donner. Einstürzende erdlöcher (gropar)
weissagen todesfall (schwed. abergl. 95)^ aus dem klang der
aufs grab geworfnen drei ersten schallen entnimmt man,
ob andere bald nachsterben oder nicht, losspringender
splittet kfiadet gdste (abergl. 71. 1032), reif vom fafs sprin-
gend tod (a. 149)*).
Den brauch gerstenkömer auf heifsen hierd zu legen
und zu beobachten, ob sie aufspringen oder liegen bleüteUf
finde ich nur bei Burchard (xxxvii), bei keinem spätem;
verschieden war die griecb* ugt^ofsavisia;
Wenn in kriegszeiten zwei ähren an einem getraide--
halm gefunden wurden, sah ipan darin Vorzeichen des
wieder nahenden friedens**); umgekehrt soll es krieg be-
deuten, wenn der kirschbaum »weimoi im xahre bUiht
^bergl. 1116).
Andere sacken, ohne dafs Vorzeichen oder zauber darin
I II I ■ ■!!■ -. .11
*) SuetoDittfl in Octavio 92 : auspicia quaedam et omina pro cer-
tissimis obseryabat - si mane sibi calceus perperam ac sinuter pro
dextero induceretur, iit dirum (wie Wladislaas 8. 1077); si terra
fnariye' iogrediente se longinquam ' profectloDem forte rortusei, at
laetum, maturique et prosperi reditui.
^ **) Elisabeth Charlotte yon Orleans schreibt, am 15juli 1695: 'ich
bin des kriegs wol imüde, ich bitte , liebe Louise , iDformirt euch doch
obs wahr ist, dafs man bei Giefsen einen halm gefunden, so der
llifndgraf TOn Damfstatt bewachen isoll lassen, worauf II. Uhren sein
sollen, und ob man einen dergleichen gefunden xa ende des SOjIb«*
rigen kriegs.' Sonst gilt der aherglauhe« dafs in ein haus kein wet-
fiEfr schlage, wo ein kornhalm mit zwei ähren aufbewahrt werde.
GUTE BÖSE SAGHBN, TAGWÄHLER 1Q9|1
begrAüdet wftre, gelten fttr beikam oder schädlich, nament^
lieh gefmndne, gebettelte und gestobie. Dahin der gefundne
Uee' mit vier blättern; drei < getraideköraer in gebacknem
brot (abwgh 685) , der eggennagel oder eggezahn (539.
636), dessen besitz hexen erkennen lehrt (s. 1032) , in<-
ventio acua yel oboU reservat! (anb. s. xlt), gefundne na*-
del (schwed. abergl. 46), je nachdem sie köpf und spitze
kehrt (235), gefundne radfeige (351), gefundnes hufeisen
(129. 220}, gebetteltes brot (13), ring von gebettelten Pfen-
ningen (352), gestolner wisch (431), gestolnes band vom
mehlsak (216), brot (183. 188), bauholz (1000), fischer-
gerälh (schwed. abergl. 48), gestolne webknoten (s. 618).
Bei gefundnen dingen ist die gunst des zufalls im spiel:;
gebeMelten gibt die mühe, gestoben die gefahr des erwerbe
gesteigerten werth. drei schlucke gebettelten weins ver-
treiben den schlucken. Aber nicht blofs gestolnes gut in
gewissem fall, auch die diebshand (s. 1027), der ans einer
galgenkette geschmiedete sporn (386), der galgenstrick, dieb-
Strang selbst (anh. s. lvu. 386. 921) haben eigenthümliche
kraft; man vergleiche die entstehung des galgenmännleins
(deutsche sag. no. 83).
Ein rad über den thorweg zu setzen bringt glück
(abergl. 307); wirkt hier die Vorstellung vom glücksrad (s.
825) oder sonnenrad (s. 586. 664)? Donnerspütter , earg^
9pMer taugen (abergl. 171. 208). Ans brantbett darf nur
itocknee höh ton lebendem bäumen kommen*); andern
aberglaubfSii vom braulbett 486. 487. Aufgelesne federn,
hilMrfedern 8<dlen in kein bell (281. 346. 593).
ToffWähkrei ho-schle bei Juden (Mos. III. 19. 26. V.
18, 10), Griechen und wahrscheinlich allen Heiden. Hesiod
unterscheidet mütterliche und stiefmütterliche tage, er geht
alle guten tage des Zeus und alle bösen durch (haudehren
76&-829). Wurden auch die namen der Wochentage aus
der fremde bei uns eingeführt (s. 115), so konnte sich doch
schon sehr frühe einheimischer aberglaube damit verbinden.
'Nullus obs^vet, predigte Elfgius, qua die domum exeat, vel
qua die revertatur, nullus ad inchoandum opus diem vel
lunam attendat.' Hincmar 1, 656: ^sunt et qui obsetrant
cfie^ in motione itineris et in inchoatione aedificandae do-
mus.' Suetonius in Octavio 92: 'observabat et dies quos-
dam, ne aut postridie mmdinaB quoquam proficisceretur aut
*) Odofredus iq 1, legata digest. de supellecU \ptt,; mulieres
qnando nubunt Tolunt lectum de lignis siccis, sed de aroore Tireale.
sed in omnibna, Ofüpionibua auia fatuae aunt
69»
lOfö TA&WÄHLfiR
nonis quidquam rei seriae inchoaret/ TUn* 18, 3: ^mgues
resecari*) nundmw romanis tfteetiti alqae a digito indice
muitarum pecuniae religiosum est.' auch bei uns lebt der
aberglaub« fort, dafs man nägel nur an bestinrnitem Wo-
chentag, namentlich freitags schneiden dürfe. Ein unglöck-
bringender tag heifst ein eentoopfner (Vintler s. ui) **). Die
alten Deutscheh scheinen vorzüglich den miitwoch und
dofmeMag geheiligt zu haben, nach ihren gröfsten göttern,
Wuotan und Donar, 'de feriils, quas faciant Jovi vel Mer-
curio', hat der indic. superst. Späterhin finde ich keinen
wochelitag abergläubisch mehr geehrt als den donnerstag
(oben 8. 173); auch bei den Ehsten (abergL 59). dontiers-
tags darf man keine ivohnung beziehen, weil an diesem
tage kein Togel zu neste trägt. Dagegen gelten Müieoch
und freitmg Mr t^rwmfne hexentage (abergl. 613. 65B. 745)
und einzeln mittwoch (567), freitag (24L 800. ehgtn. 59.
60). Nach den h^kenacten erscheinen die teufel zumeist
donnertiags und dienstags (ygl. die OuedliHburger). aber
auch mmtag gilt für unglücklich zu neuem beginn (771.
821). am dienstag soll mafi ausreisen, an ihm eben soUie-
fsen***). der feiste dienstag, schwed. fettUdag, franz.
mardi grai begünstigt unterncihmungen (schwed. abergl.
79. 84). glücklich ist der &onntag (243. 634). Untär den
Christen wurden eiAe menge läge, im juhr ausgezeichnet,
aufser deti hohen festen, zum&l Johannistag ^ und fast j^eder
heiligen tag hatte seinen eigeneh Miug auf säen, pflanzerl,
viehtreiben, ederlassen u. dgl. der dfin. äkjerstordag (abergl.
168. 169] ist grüiidonnerstagi kaum bat bM einem andern
Volk menr tagwählerei gegolten als bei den Cfarisfen im
mittelaiter. die altheidriischen juttage und soiinwetidtage
fielen zusamitien mit Weihnächten und Johannis.
Mit angang und tagewahl steht ein änderet* weit ver««-
breiteter aberglaube in verbMidung. wie der tagesarbeit
erfolg davon abhieng, ddfs am frühen morgen eine günstige
*) tibf die nSgel überhaupt wil'd BJorgsam geaehtet: wdon sie
blühen , d. h. weifve fleeken «eigen , bliäht auch daa glüek. die re-
segmina unguium erwähnt Plinius öfter, 28> 7: e pediboa manibaaqae
Gera permixta ante solis orlüm alienae januae affigi jobent . • . • di-
gitorum resegmina onguium ad caTernas formicarum abjici jubenl,
eamqbe quae prima coeperit trahere. correptam subnecti collo. diese
bedeutsamkeit der nägeUebmU^e ist darom herrorztihebenv weil ihiSen
in unserm heidenthum noch gröfsere beigelegt und der Weltunter-
gang darauf bezogen wurde (s. 775).
**) stellen aus einer homilie des 8 jh. über diesen aberglaubeo
in Peru arcbir 6, 500. 501.
***] so in Böhmen , Mlibren. Löws denliw. und reisen 72.
WmSSNDB TiilBRB im
bagegmasg/Qinjyriily wie der» yfolfes oder rßb^ geleii sieg
weissagte i so pflegte dem wanderndeo beer ein gOttUch
gesandtes thier det^ weg und den ort der oiederlassung
luiSQzeigea. colonien wurden nach dieser anfi)brnng g^grtin«
det, aUldte, bürgen ^ kirchen gebaut; den beginn neu^r
sliftang^a und reipbe heiligen tbiere^ die menschlichßn ab*
sichten fremd höheren rathschlufg der götter l^nndg^en.
Die griech. und röm. sage ist voll solcher beispiel^«
ein rabe führt des Battus ansiedelufig nßqh Cyr^e (jcof«£
^jr^o^fo. Callim. hyn^n. in Apoll. 66). die Irpiner beifsen
von irpus, dem wolf^ der sie leitete (Strabo 2, 208)*).
FI6ki opferte um wegweisende raben: %^n\\. f6kk at bl6ti
mikhi, ok bl6tadi hrafma priä, pä er hofium ^kyldu kii
Visa, fivlat pi böfdu hafsigltngarmenn engir leidarstein t
|>ann ttma t NordrlOndiim.* Islend. sögur 1, 27. des gpt(e^
voge} erseUte den schiflern den n^agnet (leidarsteiq). Es ist
wol nicht zufällig, dafs rabe und woff, Wuotaqs Ueblinge^
sieg und heil vorbedeutend, hierbei vorzugsweise genannt
werden **). in der vita Severini c. 28 yfb^d der bär Weg-
weiser. Auch hirsch und hintut^ %^ig£IU ^^^ ^^Sf nach
Procop 4| 5 cimmerischen Jägern ^ie ^i^4in, Jornaudes
von der? hunnischen j&gern: 'dum in ultefiori Hapotidü; ripa
*) die Azteken in Mexico ermahnte ein Jf$e\ f ur «oswandernng,
indem er vom bäum herunter rief Hihui !* d. i. lafst uns gehen ! Ma-
jers mjth. tascfaenb. 1813 p. 63.
**) faeldenname der glucklichsten Torbedeutung war also das afad.
Wolfhrahan (spiter Wolfram), dem beide thiere sieg weissagen ; her-t
Torhebe |ch aach, dafs kein andres thiav mit gang lusammaiiiafügt
wird, als der volf: W^fatmg (LapambU)iifl im j. 1000 1 #0t. Veaed.
sec. 6 pars 1 p.^ 3) bezeichnet eioep h?l<lcn> dem ^er ifolr des sjegs
Torangefat, ähnlicher yorbedeulung köpnt^ Wisan^^ang (goth. Visan-
dayandalareis , bei Procop de b. gotl). j, 18 Oviauv^oq pav^aXagioq)
gewesen aein. Erst der keidnisebe claube verstSndigl uns den sinn
alter aigennamen, die keia roher iumU henrm'braflkte. Vielleicht iat
got begründet, dafs in der alter|lhümlie)ien segepsfl^iy^H^l X|V MorUm
Qjid Wolfgang als birtenbeilige angerufeq werd,en. jenem war die
krähe (der rabe], diesem der wolf unterworfen. Die Serbinnen nen-
nen einen ersehnten söhn Vuk (wolf): dann können ihn die hexen
nicht aufessen, auch den Griechen und Rdmem war Av*ionoqt Ly^
ciseus guter Torbedeutunc , ahd. gloasen Terdentschen lyci^ns (das
thier) wolf biso, und nelTeicbt war auch lfoi/&i^o, an dem d^r wolf
gebissen hat, der dadurch gesichert ist, eigenname. Vuk s. v. tu-t
kojedina meldet, wenn eine schwangre ?on einem lamm oder einer
ziege Ifst, die der wolf todt gebissen hat, so erscheint am kind , das
sie zor weit gebiert, eine wunde, die man päkqjßdma 4* i* wolfblzo
neiwt. man sdbneidat auch am lamm und siege den wolfsbifs auii
r&ttchert und bewahrt ihn als. heilkräftig.
mi WEtSENDB 'THIERB
T^üfitiones iiiqairunt, animad¥ertoYit qtiomodo ex improviso
certa se illis obtulii, ingressaque palude nunc progrediens
nunc subsistens inckcem se tdae tribuit . . . mox quoqoe
ut scytbica terra ignotis apparuit, cerea tUsparuii/ Statt
der jttgersage hat Sozomenus (bist. eccl. 6, 37) hier eine
hirtenüberlieferung , kennt aber doch auch jene: 'forte for*
tuna bos oestro perciius lacum transmittit, sequitur bubulcus:
qui cum terram trans lacum vidisset tribulibus suis nuntiat,
sunt alii qui dicunt cerf>wn quibusdam Hunnis venantibus,
eum per lacum ab illis fugeret, monsfrasse tiam,* Jftger
geleitet der hirsch, hirten der stier, helden der wolf. aber
auch die christlichen helden lassen sieh lieber von dem
hirsch führen, als dem heidnischen wolf: eine hirschkuh
zeigte den Franken die rettende fürt durch den Main (Dit-
mar. merseb. ed. Wagn. 245. vgl. Otto fris. de gest. Frid.
1, 43). Den raben hätten die Christen für einen boten des
teufeis angesehn. Flodoardus erzählt in seiner bist, remens.
1, 24 (ed. duac. p. 145) ein beispiel vom adler: 'conscenso
silvosi montis vertice, dum circumferentes oculorum aciem
de monasterii corde volutant positione, subito sublimi coe-
lorum mittitur aliger index a culmine, per quem coelos
scansuro locus in terris beato depromeretur Theoderico.
nam mysticus ales aquila spatiando gyrans et gyrando
circumvolans locum monasterii capacem secans aära desig-
navit. et ut expressius ostenderet quid dominus vellet
unius fere horae spafio supra ubi ecclesia construi debuit
lentis volatibus stetit, et ne hoc ab incredulis casu contigisse
putaretur, ipso natalis domini die quadriennio continuo su-
pervoiando monasterium circumire , mirantibus plurimis,
eadem aquila cernebatur.' Eine fliegende kenne zeigt die
baustätte der bürg an (deutsche sag. no. 570). Grenzen
werden durch den lauf oder gang eines blinden pferdes^
eines kreb9es geheiligt (BA. 86). da wo die fratres Phi*
laeni die neue grenze erlaufen hatten, liefsen sie sich fe-
bendig begraben (hie se vivos obrui pertuleront) Pomp. Mela
1, 7; die eigentliche Ursache dieses festigenden eingrabens
wird aber gleich näher enthüllt werden. Dem Remus wa-
ren sechs, dem Komulus »wölf geier günstig geflogen bei
gründung der Stadt (Niebubr 1, 248).
Bekannt ist, wie die alten Nordländer ihre auswande-
rungen und niederlassungen unter göttlichem geleite ein-
richteten, sie warfen die aus der alten heimat mitgenomm-
nen ändcegi$sühur oder »eisiokkar aus dem schif, und lan-
deten da wo diese antrieben, an solefaen hölzenien seulen
war des gottes bild geschnitzt| auf den si6 trauten , und er
ElNMAtmUN 108S
wies ihnen die neue wohnstätle tu. heupIsteHen fal. süg.
I, 76. 77. «34.
Thiere^ zeigten aber nicht btofs den ort des bans, ei
fronte aueh oft für nöthig erachtet, lebendige Mere, selbil
mmse^fefiy in den grnnd einznmanem, auf weieiiem das
gebflude errieklet werden sollte, gleiohsam ein der erde ge^
brachtes opfer, welche die last auf sieh duldet: dureh die-
sen gransamen brauch wfihnte man unerschtttterliche hah-
barkeit oder andere vortheile zu erreichen; Nach dftni«^
sehen Überlieferungen mauerte man unter den altar der
kirche ein lamm, damit sie un verrückt stehn sotUe, anf
jedem kirchbof abl^r, bevor eine leiche in ihn eingesenkt
wurde , grub man ein lebfendiges pferd ein [s. 804). beide^
lamm und pferd, lassen sich zuweiten in der kirche, oder
auf dem kirchhof sehen und bedeuten dann todesfdte
(Thiele 1, 136. 137). auch unter andere hISuser werden
sehweine und k&iner lebendig eingegraben (das. 1, 196)^
Nach abergl. 472 kann langes gutes Wetter durch einmaue«
rung eines hahns zuwege gebracht werden, nach 75S das
laufen der kuh verhindert durch einmauern eines lebendig
gen bUnden Amub unter der stalltbür. bei Viehseuchen
graben die Ehsten ein iH^k der heerde unter die stalltbür
um dem tod sein opfef zu bringen (abergl. 69)*). Bei dem
neuen brttckenbau zu Halle, der erst voriges jähr (1843)
voRfÜhrt wurde, wähnte noch das volk dafs ttian eines kindes
»um eimnanem in den grund bedürfe. Auf der bürg Lieben-
stein, um sie fest uud unüberwindlich zu' machen, wurde
ein kind eingemauert, das eine mutter um schnödes gold
bergab ; der sage nach soll es beim einmauern eine semmel
gegeseen und gerufen haben: 'mutter ich sehe dich noch',
danii apläter: 'mutter ich sehe dich noch ein vranig', und
als der letzte stein eingefügt wnrde: 'matter ich sehe dich
nun nloht mehr.' (Beohsteins thün sag. 4, 157. vgl 206),
In der ringmauer des Schlosses Reichenfeis ist ein kind \ef^
benrfig eingemauert worden: ein vorragender stein be&Eeich<»
net die ateHe , wollte man ' ihn heraus reifsen , würde die
mauer alsogleich zusammenstürzen (Jul. Schmidt p. 153).
Ähnliches wird in Spiels archiv 1, 160 erzählt, auch dafs
man spftierbin wenigstens symbolisch leere sarge einmaaerte.
*) and hadden de delrer sieh mit grolen unkoslea an holt, bal-.
ken, s^truk daran vermocht, d^n ort to dempen, konden nicht, de olden
seden: adimam qoaeri^ men scholde ein W edder hunt daritt drenÜen.
ala ^iaer gebieten, wert it mit der lichte tögeslagen. Neoconis ^,
340. man Ygl, cap. mvt dtisempfiochm der,spUMu»M$ in die etche* .
ItM EmMAUBRM
Um Gof^enhageB sollte /m wall mfgefllbri w^itden, go qfk
man ihn begann sank er wieder ein: da nilmieri sie eil
kleines, vn$ehul(üge$ mcMutn^ setzlen es an eioea tisch
auf einem aluU, gäbe« ihm. Spielzeug und eiswafen. wfth^
rend es nun vergnügt spieUe und afs, bauten xwölf meister
eine Wölbung aber Uim, und warfen unter musik und klin«
geadem spi^ einen wall auf, der seit der zeit onverrückt
gestanden bat (Thiele 1, 3). Wanim man das Und spi^
tond und freudig erhielt und seine thrlUien verhinderte,
habe ich schon s. 40 gesagt. In Griechenland lebt der
volksglauhe, wer zuerst vorübergehe, wo der grundsteia
eines neuen gebftudes gelegt wird, müsse bina^ Jahresfrist
sterben, weshalb die maurer, um das uaheil zu verhüte»
auf dem stein ein Umm oder einen scAtrarjse» hahn ab-
sehlachten, wie onau zu Frankfurt einen kakn über die
neugebaute brücke laufen liefs (DS. no. 185). Zu Arta
mauerten tausend maurer an einer brücke, was sie den tag
aufführten stürzte abends ein. da erscholl des erzeogete
stimme vom himmel: ^wenn ihr nicht einen mensehm
eingrabt^ fafst die mauer nicht; aber keinen weisen noob
firemden sollt ihr eiiigraben, sondern des baumeisters eh*
&rau«' als die freu ra den maurern kam, gab der meister
vor, sein ring aei ihm in den grund gefiiUen, da erbot
sl(A die firau üio beryorzuholen und schnell begannen sie
sie etm^mauem; sterbend sprach sie einen fluch aas über
die brücke, dafs aie zittern fsolle, wie ein blumiNMteagel
(Tommaseo canti pop. 3, 178). Noch rührender ist eine
serbische» sage von Scutaris erbauung; drei jähre bauten
dreihundert meister vergeblich an dem grund der feste;
was sie bei tage aufgemauert ballen, rifs die vile (a. 407)
naohts wiader ein. endlich verkündete sie den kdnigen,
nur dann werde der bau halten, wenn man zwei leiblU^ke^
gMehaamig^e geschwisier. in dem gnmd l^ge. nirgends
waren sie aufzufinden» da verlangte die vile von den dr^
ehfranen dev könige die, welche nächsten tags den meistern
das essen hinaustragen werde, in dsn gnmd getnauerL
ÜB des jüngsten kOnigs gattin, ohne von diesem rathacUub
zu ahnen, das essen hinaus bringt, werfen die dreihundert
meisler steine um sie her und fangen an sie einsianMiuern ;
auf ihr flehen lassen sie eine kleine öfnung, an der sie
noch lange zeit ihren Säugling stillte, den man ihr tfiglich
vorhieU. (Yuk 9, 5). Zur zeit da die Slaven an der Donau
eine neue Stadt anlegen wollten, sandten die bfiupter des
Volks, nach altheidnischer sitte, frühmorgens vor Sonnen-
aufgang männer aus, welche den ersißH knaben, der lAn^
EINFDtCBEN HHI1
kagegne» wflßde ^ mkmw • und m den grund des baw,
legen sollten. ?0Q (fipfieiii knubeo («erb. dijeie» kdbm. djte,
rnis, 4ä|ft, ,f9lo» <teieoie) erhipU 4ie^ sladi den nitmcui D«-
/^«^ (P4>fkow $Uy. mythal p* i5)^ Auch ia Meriinis ge^
sobiphle p« ^6t73 wird ersfthlt, wie könig Vortjgern einen
feslea tborm baven biaseo wollte^ der imaier wieder ein-
»Wrste, eh er vollendet wi^r. die weifiseger erkliirten, der
tburn werde nieht si^u, bevpr der gnumkiein mit eines
Undes bMe beneUU sei, das von einem weibe geboreui
aber von keinem mann^ erzeugt worden. Können auf die-
sen aberglauben nicht auch Bertholds werte in einer pre^
digt b^ogen werden (p, 167): 'und wiz«e, wanne dt kint
gewinnest I daz der tiuvel rebl ei^en tarn mit den AtiMmi
bäi <kf dich gm^^t?'
Der S* 23 des indip. superst* de suicis circa ritfos läfst
schliefsdn, dafs man um neugegründete stftdte furchen i^tlgtei
deren Jbeiligkeit allem übel eindrang wehren sollte. Eben
dies war elruskisoher brauch; Varro sagt: ^Qppida eonde*
bant in Latio, etrusoo ritu multa^ id est junctis bobus tauro
et vaocia intßrJDre ar^tro circumagebant suicum, hoc faca^
bant religionis eausa die du^pipatO| ut fossa et muro essent
muQitaif tfrrem und^ exscalpfierant . feesam vocabant, et io*^
trersuni faotum mnrum, postea quod fiebat orbis «rbs/ die
rinder waren weifs$ Ovid fastr 4« 825 vom pomterium dei
Ramiilps:
inde previen9 stivam signavU moenia sulcoy
alba jugum niveo cum bove vacca tulit.
im cj^mitiuin wnrd ein gewolbe ^fenumsrt und mit den erst^
lin§(m aller nah^rf^/^^ die der menschen leben erhalten,
angefüllt *).
Gewisse abergUlubisc^be gebrttfcbei wie es sche^il von
hohem alter, kommM früh und spät bei ganz verschiednem
anlafs vor, mi de$to ßchw^rej^ i^ ßs ihren sin» zu fassen*
Nach Burchard wird ein wog^ entsmei geiheili (jpcxvn) und
eine leicbbehre zwischendurch getragen, stb^gl« 029 ein
der scbwanger^M^haft verdächtiges mädcheo genöthigt, zwi*
sehen fvi^m ae getheiUen wf gen hind«rch zu gehu. Wa^
g^ .mid pflüg gelten für heiMge geräthe , ia deren mitte
aller ^trug und sauber wich* .
Von dem geb^ durch g^ltßn erdbaden und gß^
epaUn^ bämuie m fpig^pden cep* bei den heilmitteln. In
anderm sinn geschieht das kriechen durch die aufge^»
a ■*
*) Fettns a, t. mondut. Niebohc 1, 251«
1098 nÜLOHB
$pannte haut eines neogeworfnen ftlien, eder dwreh ein
pfsrdekwmmet, schwed. sein (dfin. abergl. 16T).
' Sonst« soii man weder über andere sehr^üm (ftbergl.45)
noch tmier einer dehhsel durthsoMüpfen (618) nodi itftcr
deichsei wid-MHiffenstanff^ steigen (729. ^25); eine schwan-
gere bat alles hknffende uM tfersiHekte über sich att meiden
(6d8. 98^). Das erinnert daran^ dafe ftian in ChrJstnSchten
kein höh drehen (xtix) nnd mit gedrehtem höh nicht schla-
gen soU (schwed. abergl. 56) , weil sonst dergleichen Win-
dungen und convulsionen in menschen Terursacht werden
würden. '
¥en der ira^mdeuiung hier nur \^eniges. dredm hiefs
deii Angelsachsen jubilMv, entxücl^ung (s. 854) und so ist
auch das alts. drohtines (i^rdm = himmel Hei. S4, 11. 63, 14.
85, 21 als dei jubiiom, gaudium aufzufassen, gegenüber dem
manne, liudo drdtn (s. 753), dem vergänglichen träum der
weif, ftlr den begrif von somnium galt ags. svefen^ alts.
suebhan; altn. ist svefn somnus, mhd. entsweben, einschlfi-
fern, wozu auch das ahd. su^p (aer) gehört, so dafs scbla-
feti und träumen eigentlich entzücken, entschweben des gei-
sles in die luft aussagt (vgl. s. 1037 arprettan). nahe liegen
die lat. sopor und sompnus, eomnus, sommum. ahd. wie altn.
söheihi troumy draumr auf somnium eingeschränkt, das
göthi wen für oi^ugof^ entgeht uns. Statt des Sprichworts
Hräume sind schäume finde ich das reiner gereimte Hrfinme
sind gäume* (Ettners Chemiker 469. apolb. 132) d. h. Wahr-
nehmungen (mhd. goume: trouihe: schdme) ^). Schon das
altertbum glaubte nicht an alle träume, sondern nur an
schwere zu bestimmter zeit, an bestimmtem ort geträumte,
träume auslegen hiefs ahd. antfristön N. Bth. 51 > einfacher
lioeidäH, mhd. scheiden (Dint. 3, 97), bescheiden (Wallh. 95,
8. 9iih\ 14, 2), traumschetder war gleichviel mit Wahrsager,
ags. sngte man sveferi reccan^ altn. draum r«Ml. '
• '' Die träume sind Vorzeichen des künftigen, aue bildem
und eindrüOfcen des zergangnen aufsteigend; man könnte
sie und' ihre figuren schrift oder rune des Schicksals nen-
nee (vgl. *s. 378), schön sagt Wolfram von Parzival 245, 8'.
*sus wart gesteppet (acu pictus) im stii troum mit swert-
siegen umbe den soum.' träume sind, gleich den vögeln,
baten der gätter^ und verkündigen deren befehle ; aber
toch andere dämonische wesen entsenden sie: 4r baten
I'
*) merkwürdig Diut. 3,' 96: waz iuwe wAre gescümet, d. b. ge-
träumt, schäum wird bestätigt durch den noch schlechtem reim:
Hrlume sind fävme' [Eltdikchn 'Sprichw/ 34ft)^' för /Wme.
r
ktfnftigm leit sanden* im sMfe dar', Pars. 945, 4. Wief
ifl sohiaf und treiiid begeisternde gäbe der diobiltttnst imt-'
geiheüt wüH^^ ist s. 859 atigeflülilrl. Da bemi angatig* M-^
gel die haupirolle spielen und die Miime selbst als ¥ögel
safliegen, verateht es sieh, waroiin auch den Inhalt der
träume gewöhnlich gesiebte yon ifögeki bilde», biafii Mnnte
in einseinen solcher trftiiaie den naehhall alter mytheri fin-
den. Kriembild trftumte, dal^ ihr zwei adlet vor ihren
aügen den wilden falken raubten (ericmmmen), den sie
aufgezogen hatte ; so wurde Idunn (? die schwalbe) von
dem aSer Thrassi ergriffen, OAtnn, der göttliche retAer
Vom adler Suttängr verfolgt, solche bilder erfüillten dHr
Phantasie des alterthums ; als im Rudlieb zwei tanzende
gesciuldert werden, heifst es schön 8, 49: ^lle velut falco
se girat et haec ut Mrundo.' Roth. 3845: 'mir trounite
nähte von dir, wie ein valke quAme gevlegin n. vuorte
dich widir over mere.' sv. forns. 2, 64 : 'jag drömte att min
herres falkaty de spände mig med sina ktor, de togo mitt
hjerta utur mitt bröst och gjorde sig deraf ett bo.* auch
von baren, Wölfen, ebem gebn schwere träume (s« 873«
875).
Es kommt darauf an, an welchem ort, zu welcher zeit
die träume geträumt werden, nach mittemacht gegen mor-
gen sind sie am wahrhaftesten: 'post noctem mediam quando
sunt sonnnia vera' ecbas. 227 vgl. Eracl. 3723 ; geister erschei-
nen wann der tag eben anbrechen will (ein beispiel s. 847.)
Herzeloide träumt aber 'umb einen mitten tac' Parz. 103, 25.
Wie für brautleute bedeutsam ist, wessen licht beim
hochzeitsmal zuerst erlischt, wer in der hochzeitsnacht zu-
erst einschläft, oder aus dem brautbett steigt (abergl. 15.
485. 717. ehstn. 17); sind auch die träume und gesicUe
der hochieitsnachl weissagend (vgl. Childerichs bei Aimoin
1, 8). eines solchen traums der Hvttastierna in Gothland,
der ihre nachkommenschaft anzeigt, gedenkt Gutalag p. 106.
Der erste träum in dem neuen haus ist nicht minder wichtig
(deutsch, abergl. 122. schwed. 61), doch vor dem einschla-
fen müssen alle balken gezählt worden sein, könig Gorm
wird aufgefordert, ein haus an einer stelle wo noch keins
stand aufzubauen, darin zu schlafen und zu träumen (forum,
sog. 11, 4-6 vgl. Saxo gramm. 179)*). Halfdan der
schwarze (saga cap. 7). empfangt aber den rath in einem
schweinstaU zu träumen, der träum werde eintreffen. Auch
*) 'du hast einfllle wie ein aUes kau»' sagt man umgekehrt Ton
eiaeoDy der antreffende dinge vorbringt
1190 TfOiTMB
tramn m einer netg'ahfsMchi trift ein (abergl. 528). Im
Beiah. 68 naehdem Cbantekldr mnea yof 4reflicl| orspon^neq
IrAum ersäbll bal, wird hjiuugefügt: 'man^c irown ei^cb^i-
Bei sich (trift ein) über siben j|^.' Eine qneiige trauiii<iei^-
tungeo, die noch das heutige yolk festbält, sipid fachen in
frühster ^eil nacbzuweiseflu
Einaelne träume wiurzelo in der deutschen volHssage
so tief, dafs man ihren Ursprung weit zurück seta^en miib,
z. b. der von dem schätz i welcher einem ßi/f (ter brüchß
angezeigt werden soll *).
Wie träum und angapg s^ borüben au^b allere der
ajBtgeführten brauche deutlich auf der u^cbt des er^tßo
firischen eindrucke.
Wir sind froh des vielen aberglaubens )edig TO g^hoi
doch erfüllte er das leben unsrer vorelt^fn qjcbt allein mit
furcht| sondern auch mit tfost.
*) Agrioola sprichw. 623. Praetoriut wnasch^r. 37!}. Abrah. a
8. Clara iudas 1, 4. Ettoers ong. apoiheker a. i32.Muaän9 Tolksm.
4, 65. Rob. Chambers Greside stories s. 12, wonach die sage in meh-
rern schottischen gegenden nmgeht
ÄtlTTE. »1 UM
CAP. XXXVl. KRANKHEITEN.
Dei* göUer Born verhängt (keuchen, ihre gnade offlsii^
bdrt aber aach den menschen rettende heilmiitel. alle gött*
heiten können heilende s^in, nach ihren namen scheinen
kräater und Mumen benannt, deren heilkraft sie zeigen, bei
den Griechen stnd es besonders ilpoffo und seine Schwester
Artemis f von denen diesä künde hergeleitet wird; unser
Wuotan^ da wo er dem Apollo mehr ais dem Hermes gleicht,
vertritt ihn auch als heilenden gött (s. 136] ; mit Artemis
und der heilerfahrnen Athene lassen sich hier Holda und
Frouway i\h in späterh sagen durch Maria ersetzt werden,
zusammenhalten. Asklepias oder Aeseutapim, ein eig^t-
lieber heilgott, ist wie Apolls sdhn nichts als dessen aus<-
flttfs. Utiter den göttlichen beiden pflagen HeraMes^ und
Prometheus^ der das heilende feuer gab, und Chiron dieser
kurtst: ihnen dÜHen schon der nord. Mknir, unter Wate
und IVieiand Mh zur Seite Stellet!, ein heilkraut heifst Wie-
landswtkrk uAd ih ttbuttg der schmledekunst steht Wielatid
Prometbetts gftefch.
Wie bei Homei^ Pae&ns und Mächaons ütmei und
woddetikenntAis gelUhMt ^rd^ hdO» im Gudrunlied voti
Wate:
si hasten in langer ztte dtt Vor wol vernomen,
daz Wat^ at^et w«re von einem ttiläm artbet
Wate, der vil mere, gefttimete manegem an dem Itbe.
das wilde itreib aber darf noeise frau oder halbgötiik sein
(s. 403. 404). aueh nach schottisohär fiberlieferqng (bei
Rob. Chambers s. 34) seigl die meerfrau heilkrfiuter an. In
der edda erscheinen mehrere soldier frauen. Eir gehört
unmitti&lbar in der gOttinnen reihe: 'hon er keknir betUr'
Sit. 36. ich bringe ihren namen in verband mit dem geth.
Airus nundus, agi$. ftrjan, ahn. eira parcere, und dem ahd.
Irinc (goth. Eiriggs?), Eir wird die schonende, helfende gmiin
und botin sein, in einer andern stelle Siem. 111« steht sie
aber bedeutsam unter d<en neun frauen der weisen Mmg^
lad {8. 395);
BlffheiXir, önnur Blffpvrsa,
f>Hdja Thiöd^arta,
Biöf^i ok BM, Bttdur^ frtt,
Eir i}C ÖrbaAa.
das scheinen zum theil riesrnnen^ Hltf|iursa und Örboda,
im IPWIBE FRADEN
die Sn. 39 frau des G^mir ist^ nnd sie schicken sich za
jenen fg>ilden weitem; die meisten sind jedoch kennbare
personification sittlicher Vorstellungen^^ Friä mansneta, HUf
tutela oder- parca, voii'^^ltfb'-parcere,' Vas vöHlg *intf mit
EHr ist und erwünschtes licht auf den namen parca selbst
WiftL um so mehr darf fijär/, wie schon s« 250 gdmut-
nafst wurde, unmittelbar zu Berhta uad Bltd (blanda, mitis)
zu Heida gestellt werden: die heilfrauen leiten auf weise,
göttliche. Dafs aber hier m heilgabe zo denken ist, ergibt
die vorausgehende^ nicht minder wichtige Strophe:
Byßaberg {»at heitir, en |>at b^Gr leingi verjt
siukom ak sAri gaman:
heil verdr hver, ^Mt hafi ftrs s<ktty
ef pui kltfr hona. .
ich übersetze: HyQabeng heifst der fels und lange war er
den siechctn und der wunde . freode (d. i. hilfe) ,* hell wird
jede frau , die ihn erklimmt , und wfire sie schon ein jähr
krank, der fels ist also ein heiliger, der Henglöd und
ihren Jungfrauen geweihter ort, aiüf welchem jede kranke
•ihn ersteigende frau rettnng fand« was Hyfjal^erg oder nach
andrer lesart Hyfvja, Hyfaraberg bedeute kann ich noch nicht
umgeben ; es genügt una^ dafs solche beiUelaen, vortreflich
zu dem begrif stimmen, den man sich von den klugen
:fmoen d^r ywrtnef^ m bilden ^t.. alle wei^agerinnei^ par-
nen nnd muaen wurden auf bergw bansend gedacht Meti^löi
könnte geradzu für Frm/ja (s. 284) erklärt werden, und im
dienst der hüohsten. gdilin atäpden die ührigm ihr gleich-
artigen freuen, und der beilkunst ist eüi/ruhm voller Ursprung
nachgewiesen* Nun wird es anch beigreiflich sein, warum
BryfiiUf der auf dem borg wdinenden , valkyrie 4if med
tekntng' (pbarmaca cum medela) S^^jn, 174>> ziikapn ; sie ist
weise zauberknndige frau,) phannpceutriai berbaria, versteht
sieh aber auf wunden binden (undir 4reyrgar .yfir binda,
Svm, 2201») gleich Biltgund (WaUhar« 1403). Oddrün hilft
bei schwerer, entbiadung (S^n. 239) und berühmt ist »us
dem Tristan Isotens araneikenntni«. An heilqueU^n und
gesnndbrunnen erscheint aber die weiße frau mit der
schlänge (s. 554), dem heilkräftigsten, ej^en unter Aesculap
dienenden tbier. Auch die serMsohe mia ist ärztin und
heilt wunden für hohen lohn (Vuk no. 321).
Die arzneikunde . des h^entbums, moste nach allem
diesem halb priesterlich und halb aauberiach aein. • priestern
verschafte erfahrung Und höbeites wjaaefi kanntnia der natür-
lichen heilkräfte, von der weihe ihres atandes giiingen hilf-
^r^iche aegensprüche aus^ opfer schlössen sich aq b^iimittdi,
ja grobe heibmgen undabwehr der Beuchen gelangen aur
(durch opfer. m)eh des gaose mitteleUer hiadmrch. $^kfß
wir gqcli christtiche geistiiche voreugsweise im besitz der
aranieieii iiad der gab^ ihrer . enwepdung. Ein theil jener
heidniachen lehre . gieng aber auf die weisen mAnner «uhI
frauen ttber^ die sich durch beibehaRung aberglliubischer
gebrauche und miabrauch wirklicher heilmiUel den ruf der
Zauberei zuzogen. Gleich der bexerei (s, 991) fillU auch
die alte heilkunde hauptsi&chlich frauen zu, und aus derasel«-
ben grund.
Ein arzt hiers gotb. likei$9 abd. Idhhi, ags. Imee^ ahn.
kelaUr^y, kBkMorif sohwed. läktMre^ dän. lägß; das eogL
leech ist zum begrif eines heuern oder vieharztes berabr
geeunkeu. das mhd. lächeneßre, tdchmwritme drückt zai;^
berWy Zauberin aus (s. 989), yjelleioht noch mit dem^ger
danken an heilmittel, vgl. 'Mchenen und fOrseben' (anh. a.
n.) **). Von den Deutschen hat sich dieses wort schon in
früher seit den Slaven, Litthauern und Finnen mitgetheilt:
altsl. uad böhm. lekar\ serb. ^ekar poln. lekag%y \\MK
kkonu, finn. lä&käri; oder hätten die Deutschen ee von
den Slaven her? eme deutsche wurasei habe ich no. 300
nadiXDweisen gesucht, eine slavisdie scheint mir schwieriT
ger. dem slav« Ijek, lek (remedium) entspricht unser ah4.
Mbbao. Andere henemningen sind vom begrif des helfens^
beaaerns hergenommen, vgl bfttan, hüten, mederi (s. 988);
ahn. groeda (sanare) grcodari (chirurgus, medicus) voai gröd
(lucrum, auxilium); mhd. heitere (medicus) Karl 45,. aber
schon nhd. tanät (k III. 14, 11. mhd. ainket^ nhd. o>r%t
mnl. erseite Dint. 2, 223«. aitfranz. ar/ot«s, artox; wurz.^
scheint des ist. ars, obgleich ar^t nidit unmittelbar aus
artista erldfirbar ^^*). das provenz. metges Ferabr. 547.
1913, mege (Raynooard 3, 173) altfranz. nitre«, mirre sind
aoa mediGus f). Jenes altn. lif ist besaer zu schreiben fyf,
denn es entspricht dem goth.. bM (das ich aus lubjaiei-
aeti ^a^/masio 6al. 5, 20 entnehme), ahd. I^fpi, mhd. Üppe;
ans der bedentung des erlaubten beilsamen gM^fidCHov gieng
hernach die des schttdliahen, zauberbaßen hervor, wAe
*) IsBkois hendar Ssm. 194* Iskiiir ver« ok knona slr at .iiA.
Sasm. 195«.
. **) Q^adlinb« bexenaoten p. 77: die kranke ^lecken/
***) iemperie (arznei) Parz, 643, 23. Uhhin6nto Umperando ygl.
raona* 393.
•]-) der herauflgeber des Garin will 2, 89 mire aus dem arab. emir
(herr) leiten, doch fran^. R entwickelt sieb oft aus D, T vgl. lerre
lairo^ beorre butjrrom.
IlM ÄlUtTfi
mch gift ursprflnglidi gtbe, domim^ dann venenom aus-
drflekte. dem luppari (veiiefieii») steht die lupparA (venefica)
tut seile, dem krftatermafin die kriMerfra»^ herboHa,
pharmaeeuiria. bei Saxo gramm. 16 heill eiM JQniffNto
wMden und 25 nennt er Weeha medtca^ andere beispiele
heilender fraoen hat Thoriacisa obs. 4, 279 gesammelt*).
Unter dem volk gibt es noch alie ftauen^ die das bdten,
streichen, giersen und segnen treiben (abergl. 515. 864).
Merkwürdig ist, dafs heilformeln von frauen nur auf man-
ner, von männem nur auf frauen übertragen werden
sollen (abergl. 793 vgl s. 1060) und wir sahen eben, dafs
schon Wate von einer ^diisoine kuUst erlerat hatte. Vor-
zflglioh sind es ichäfer^ die Air kluge, &r»ieikuiidige min-
ner gelten (franz. abergl. 35) ; frol^rhin auch andere Mr-
ten und jd^er ('bnbnlcits , gabulcus, veMitof' nidi; s. xxxm).
Im mittetaHer zogen aber wandernde ät^Ue im land heTom,
die dem velke kunst und heilmittel feilboten ^ ^ewöhnliek
in begleitung eines ergötzliche possen treibenden hneehtes;
ich verweise auf Rutebeufs diz de tWberie (M6011 nonv.
ree. 1, 185-191) und a<uf das oslerspiel in Hoftm. fnndgr.
2 und altböhm. bei Hanka 7, 198. Diese landstreichendeB
krfttitermanner , quaksaTber, harnstehmobneider gewahren
vielfachen aofschlufs über art und weise der voihsmäfsigen
heilmigen. Greg. tvr. 9, 6 gödeiriKl ern^s Eauberers und
arztes Desiderius, der einen rock «us BiegenhtAren trug;
das ahshiv. baU bedeutet atzt, eigentlich abei^ aauberer
(gtogolita 67>>).
Crescentia, eine verfolgte frbidnMf heittge, empftagt
von Petrus oder Maria, die ganz an dar atelle fefeidnischer
gOtter auftreten, die gäbe aUe bankbeiten lU heileai (ko-
locz. 267), nach dem altfranz. gedieht (M6oti i« p. 2, 71.
7^ blofs den eussatz. sie selbst kömite gerade zu für
eine weise fran gelten ulid v^ird gar zilibeHn gebobollen.
Auch königinnen des »ilefthiikia ist das vetmögen zöge**
schrieben, bestimmte kranhheitcfn durch ihlre berührung za
tilgen: im Rother 32^ 33^ bestreicht die höhigin lahme
und krmnme mit einem stein» erbkttnigen Von Frankreich
und England wird eine ähnliche kraft beigelegt. Gebiert
eine freu sieben söhne htoitilr einander, so kann der»«-
bewte durch einen schlag mit der hand allerlei tfcheden
heilen (abergl. 786), nach Ettherd hebamme 906 heilt seine
*) Pomp. Mela 3, 6 von gallischen frauen: putabanto^ iDgenifs
singularibaä praeditae et aanare qnae'apnd aKoa iovanahifia saoL
umgekehrt erscbeioen bei den Remei'n fraoen ton der b<^hand1oof
gewisser krank heilen anageacMosaen.
KRANKHEITEN 1109
berOlinuig kröpfe, nach franz. abergl. 22 ist es der fikifie
«oha. von diesem siebenten oder fünften söhn geht noch
viel andrer aberglaube, in Ostfriesland sagt man es werde
ein 'u>abider\ heifst das einer der auf die wahlstatt reitet?
Tgl. welrecke s. 389; entsprechend scheint aber^ dafs von
sieben in einer ehe hintereinander gebornen mädchen eins
ein foerwolf werden soll (abergl. 1121). Ein kind, das
seinen vater nicht kennt, vermag geschwülste aufzulösen
(fondre les loupes). das. 21. Das erstgeborne, mit zahnen
auf die weit gekommne kind kann bösen bifs heilen (schwed.
abergl. 29. 37). Dies alles berührt sich mit dem s. 1042
und 1060 von der erbiichkeit, dem Übergang der weissa-
gungsgabe und der kunst des wettermachens gesagten, die
beilkunst war ebenso priesterlich wie das geschafi wahr-
zusagen.
Zwischen apfer und heiJung wird sich der unterschied
am richtigsten vielleicht so fassen lassen , dafs jene mehr
gegen die drohende, diese auf die ausgebrochene krankheit
gerichtet waren, abwehrende opfergebräuche haben sich
ohne zweifei im hirtenleben zulangst bewahrt: die hirten
liefsen ihr vieh durch die flamme springen, alljährlich *) oder
sobald die seuche anrückte, doch wurde auch in schwe-
ren fällen der krankheit, die schon getroffen hatte, ge-
opfert.
Unsere heutige, nicht aus dem volk hervorgegangne
arzneigelehrsamkeit hat allmfilich beinahe alle deutschen
benennungen der krankheiten verdrängt und durch griech.
oder röoi. Wörter ersetzt, da jene oft noch auf Vorstel-
lungen des alterthums von den krankheiten und ihrer hei-
lung führen, wird es nöthig sein wenigstens die bedeutend-
stea anzuführen.
Krank hat im MA. nur den sinn von debilis, infir-
mus, ahd. wanaheil^ nicht von aeger, und für dieses gilt
siech, goth. siuks, ahd. sioh; morbus wird folglich nicht
durch krankheit ausgedrückt, sondern durch sucht ^ goth.
saühis, ahd. 9uht, altn. $6tt, während wir mit sucht jetzt
den sittlichen begrif von hang, heftigem verlangen verbin-
*) einen romischen brauch schreibe ich aus Cato (de re nist 83)
her: «oltim pro bidftUy ut yaleant, sie facito. MarH Silvano in sil?a
interdius, in capita singula boum TOtum facito farris adorei libras iii.
et lardi p. iv. s. et pnlpae ly s. yini sextarios (res. id in unum yas
liceto conjicere et yinum item in unum yas liceto conjicere. eam rem
diyinaai yel seryns yel über licebit faciat. ubi res diyina facta erit,
flCatim ibidem consumito. rnuKer ad eam rem ditinam ne adeU neve
videal quomodo fiat, hoc yotum in annos singulos, si voles, licebit yoyere,
Griinms mythoL 8, ausgäbe* 70
den , und nnr noch in den Zusammensetzungen sehwind**
sucht, gelbsucht u. a. seine alte bedeutung behalten. Ana-
log verhalten sich das altn. prd (desiderium, aegritudo animi)
und M^rd (lepra), vgl. schwed. tra, helleträ, dfln. traa, bei-
letraa. DY. 2, 180. Allgemeine Wörter, die auch den
leiblichen schmerz des siechthums ausdrücken, sind ahd.
suerOj mhd. swer, ahd. mhd. toS, toitago, ioStage (wie siech-
tage). Sonst heifst ein siecher auch ahd. betUriso (bettlä-
gerig, clinicus) 0. III. 14, 67; mhd. betierise Parz. 502, 1,
813, 16; ags. beddrida^ engl, bedridden; eine name zumal
für alterschwache greise geeignet, 'der alte betterise', der
sich nicht mehr vom lager erhebt, im Norden hiefs diese
schmerzlose alterskrankheit Ana sdtt, nach könig Ani, der
durch das opfer seiner söhne (s. 40) das höchste Ieben&-
ziel erreicht hatte und zuletzt gleich einem kinde wieder
milch trank. Yngl. saga cap. 29.
Christlich war es, die sucht für Schickung goiies, heid-
nisch, sie für einwirkung der geister und etwas eUrisches
zu halten. Sie wird darum auch personificiert: sie stöfst
an, mit an, überflBlIt, überlauft, packt, greift an, überwältigt
den menschen: iaiftwv inty^gae^ atvyegoQ ^i oi €yQas
daljitwv. Od. 5, 396. Hei. 92, 1 heifst es: 'mid suhtiun
bifangan, bedrogan hebbiad sie demea mhtP; 'fugit pestis
ab homine, quam daemon saetus miserat* (versus Hart-
manni bei Canisius II. 3, 203). kein wunder dafs den krank"
heitenj wie lebendigen wesen, in der edda ein eid abge-
fordert wurde, Balder nicht zu schädigen (Sn. 64). gleich
dem tod und Schicksal (s. 377) nimmt die Seuche weg,
^suht farnam.' Hei. 125, 20; bei der schwed. betheurung
trä migl ist tage zu verstehn: ita me morbus auferat ! im cod.
vind. th. 428. no. 94 finde ich die redensart: 'eine suht ligen,
zwo suht ligen.' 'sich in die suht legen', Rein. 302, 320.
Die dämonische natur der krankheiten macht, dafs man
ihnen, gerade wie unheimlichen gefürchteten thieren, um
sie abzuwenden, freundliche, schmeichelnde namen beilegt
und sich hütet ihren rechten auszusprechen, so heifst
es das gute, das gesegnete, das selige (Schm. 2^ 87.
3, 212. 222) oder die seuche wird gevatterin angeredet,
mehr beispiele werden bei den einzelnen krankheiten an-
zuführen sein.
Fieber, ahd. fiebar, ags. fefor. goth. heitd Mattfa. 8, 15.
brinnd Marc. 1, 31. Luc. 4, 38^ beide für nv^aog, und
beide weiblich; kein entsprechendes ahd. hlzä, prinnA. in
der Schweiz hits und brand für fieber (Tobler 74«), auch
das ags. ddl Beov. 3469. 3692 scheint hitziges fieber, von
KRANKHEITEN 1107
td igfnifi ma leiten, würde ako a(id. eitel lauten, ahd. riiö
(maso.) gl. mens. 391, von rttdn (reiten], nicht von rfdan
(torquere), weil das fieber nicht, wie der krampf, verdreht,
und ags. rida (nicht vrida) geschrieben werden mufs, Lye
hat riderod (rebris). Es wird wie ein alb betrachtet, dßr
den menschen reitet, rtittelt und schüttelt 'der alp zoutnet
dich', ^der mar Htet dich' (s. 433); altn. 'mara trad hmn,'
Yngl. saga cap. 16; 'der rite bestuont in.' Alex. 2208. En.
10834 und Eracl. 3166 werden 'suht, fieber, rite' neben
einander genanht, also unterschieden, En. 10350 'suht und
rite% 9694 'suht und fieber' und das. 9698: 'diu minne
tuot kalt und heiz mdr dan der eiertage rite^ (febris quar-
tana), 'habe den riden und die suht umb dtnen halsl'
Horolf 715, wie Reinh. s. 302, 312 'die suht an iwern
(Ösen kragen!'; 'nu muoze der leide ride vollen!' Karlmei*
net 110. rite scheint vorzüglich das kalte fieber, was sonst
auch der frörer (abergl. 183) helfet, wiewol von 'ritten frosl'
und 'ritten hitze' die rede ist. im 15. 16 jh. waren ge-
meine Verwünschungen: 'dafs dich der ritt schütte, der jar-^
ritt (das ein jähr lang dauernde fieber), der gwhe rite gehe
dich an I' 'das dich der ritt in die knoden schütt I' Garg. 96"*.
'ins ritt namen habt rhu!' H. Sachs III. 3, 10^ man sagte:
'wo führt ihn der ritt her? wie der teufel (s. 964). Merk-
würdig ist Boners fabel 48, worin der rite persönlich (aber
wie gestaltet?) auftritt und sich mit dem floh unterredet:
sie ist deutlich erst im mittelalter erfunden. Petrarch epist.
3, 13 von der spinne und dem podagra, und nennt sie
anilis fabella. In Baiern wird das fieber als beutelmanü
(der beutelt, schüttelt) personificiert (Schm. 1, 219); in ei-
nem fiebersegen werden 72 fieber angenommen, nach dem
russischen Volksglauben gibt es neun Schwestern, die das
menschliche geschlecht mit fiebern plagen und in erdhölen
an ketten gefesselt liegen: los gelassen fallen sie ohne
gnade über die leute her (Götzes russ. volksLs. 62).
Jene auslegung erlangt Sicherheit durch die ehstriische
redensart ^ajan walged, ajan halW (ich reite den weifsen,
ich reite den grauen) d. i. ich habe das kalte fieber. (Ro-
senplänters beitr. 12, 42. 43). Den Griechen war en/aA-
T^c, iq)iaX'irjQ wörtlich aufsprfnger, ein dämonischer in-
cubus, alb, der das nächtliche, fieberhafte alpdrticken ver-
ursacht, gleichviel ist TjniaXtjg, fjntoXi^s alp, und t/n/a-
Ao^9 rjTtioXoQ fieber, fieberfrost, ausdrücke, welche die
gramoiatiker durch verschiedene betonung zu sondern trach-
teten, es kommt dazu, dafs ^nioXog bei Aristot. bist. an. 8,26
wiederum Schmetterling, papilio bedeutet, die begriffe geist,
70»
ttoa KBANKHBITBN
alb lind Schmetterling aber vielfach in einander anfgehn
(g. 789, 869), litth. ist drugis Schmetterling und fiebervo-
gel, letl. drudm fliegende motte und fieber. Utth. dinggis
kreczia, lett. drudsis Icratta, das fieber schüttelt.
Eine ags. von Wanley s. 176 - 180 (vgl. oben s. 220)
ansgezogne hs. von krankheiten und heilmitteln hat s. 180
älfädle Ifl9ced6ni (arznei wider die elbkrankheit) , iüfcymß"
nealf (elbsalbe) und nihtgengea» sealf (nachtfrauensalbe) *j.
sonst finde ich auch eine krankheit älfsidenne.
Unter dem roihen und toei/sen hund (Ettners unw. doct
436) wird man masern oder rötbeln sich zu denken haben,
auch im Leipz. avanturier 1, 86 der rothe hund. Die Per-
ser nennen das scbarlachfieber al und steilen es sich vor
als rosenroihes mädchen mit flammenlocken. Atkinson
g. 49. 50.
Unter gichi verstehn wir gliederweh, arthritis, die
filtere spräche braucht es neutral: 'daz gegihte brichet sie'
a. Heinr. 886. Ulr. Trist. 1461. 'daz gegihte brach ir hend
und faeze' Rftb. 1060, daher gicht&rttoAi^. ^daz wüetende
gihte.' Renner 9904. da man auch darmgicht für colik
findet, und oben s. 584 sungiht gehen und wenden der
sonne bezeichnet, so scheint mir gicht allgemein das ge-
hen, wenden und rei/sen des schmerzens im leib zu be-
zeichnen und dem goth. giMs (innagahts gramm. 3^ 518)
vergleichbar, mnl. jickt^ isl. t&/, schwed. gM, dfin. gigi»
goth. ist usliffa nagcckviixoc, gleichsam aus den gliedern
gesetzt, seiner glieder nicht mächtig; kein ahd. vrKdo,
'ein siechtuom heizet pdgräf = leme Parz. 501 , 26 aus
podagra, das man auch in podagram verdrehte, entstellt.^
deutscher ist fuoü9uhij ags. ßiädl (podagra); »ipperlem
finde ich nicht vor dem 16 jb. mnl. fledersin, flederdne
(arthritis) leven van Jesus s. 52 und 'fl. in vote ende in
jede' doctrinale 3, 1030; im woordenboek von d'Arsy
Amst. 1699 flededjny flerecyn ia goutte (chiragra). meint
das wort einen flatternden, die kranheit erregenden Schmet-
terling?
Die herumziehende, an keiner bestimmten stelle haf-
tende, fliegende gicht (arthritis vaga) wurde wenigstens noch
im 17 jh. in Norddeutschland (Holstein, an der Ostsee) dat
f>arendey hpende deer (das fahrende, laufende thier) ge-
nannt, in andern niedersächs. und wefstföl. gegenden de
*) daselbst: 'yid Slfeyniiesealf and Tid nihtgeogan, and j^m moo-
nom, pe deofcl md h«Bmd\ gegen elbttMe, gegen nachtgeogen und
gegen die mfinner, mit denen der tenfel yerkebrt (oben s. 101 7j.
KRANKHBITBN 1 109
tarm, de t>arende, de hpende varen, d.i. die fahrenden,
Bmiaafenden, gehenden (geister oder dinger). Die krankheil
galt also wiec^rum fttr ein in den ieib gewiesenes, gezau-
berCea geisterthieriscbes wesen. Noch deolticher ist die
benennung 'die fliegenden elbe', 'die gute kinderen* (im
Braunschweigischen) 'die guie holde* (im Göttingischen), ge-*
rade wie die von den hexen eingezauberten elbischen din-
ger heirsen (s. 1027). gedacht wurden sie gleichfalls wie
tchmeüertinge oder Würmer gestehet, welche nagenden
schmerz und geschwulsi 'an den gleichen (articHlis) oder
(rewerben' der hdnde und fttfse hervorbringen sollten*).
Weil die krankheit hartnäckig und oft schwer zu heilen ist»
pflegte sie das gemeine voIk dem einflufs der hexen zuzu-
schreiben, sie beifst auch der hcutrwurm, und in den Nie-
derlanden die springende gicht. In einem Segen wird un-
terschieden laufend gegicht^ anhaltend g., Httemd g., abend
g., das toerde gegicht.
Die einwirkung der holden mufs aber viel manigfalter
gewesen sein und auf mehrere krankheiten bezogen werden,
von dem HaUenwpf^ Wichtebopfy der plica, war s. 433.
442. 443 schon die rede. Eine hexe bekannte (Voigts abh.
p. 122), dafs es neunerlei hokUchen gebe: ritende, sputende,
blasende, zehrende, fliegende, schwillende, taube, stumme,
blinde.
Aach die Polen nennen biäte lud^ie (weifse leute, d.i.
elbe) Würmer, die in den menschen krankheiten verursachen
(Biesters neue berl. mon. sehr. 1802. 8, 230).
Eine brennende geschwulst am fingernagel (ntLQmwxh)
heifst der wurm, der umtaufende wurm, das U9igena$mte
(weil man den namen des wesens auszusprechen scheut),
das böse ding. engl, ringwarfn, schott. ringwood^ bei
R. Chambers s. 37 sind zwei beschwörungsformeln mitge-
theilt.
Fhi/e (rheuma) wird von mehrern krankhaften zufal-
len gebraucht, leichteren und lebensgefährlichen, z. b.
»Hckflu/s, echlagftufs (apoplexia). der schlag rührt, trift^
sehlikgX. mhd. der gote$ slac. spftter: die gewalt gottes,
die hand goües (Bttners unw. docU 224). 'traf mich goitee
gwaU^ (rtthrie mich der schlag), braunschw. anz. 1745
p. 2022 (aus Matlh. Schwarz leben, a. 1547). vgl. oben s. 17.
*) Job, Wevers (Job. Wier, Piscioariuii, gb. in Gra?e in Brabant
1515, gest za Teklenburg 1588) arzaeibucb. Ff. 1583 p. 27. Heor.
Meibom de arthriüde vaga scorbulina. Helmest. 1668 i. cap. i .
g9iies schlagt) bezeiohnet aber auch das ichnelk und sanfk
dieser todesart (mors lenia repentina), im gegensatz zu dÜBii
auf sohmerzenvolles iager liwge feaselndea krankheiten.
darum sagte man auch für apoplexie 'das selig.* Vergleich-
bar der zwergscblag, doergslagr^ lähmung (s. 430). Die
Böhmen unterscheiden zwischen bw^ moc (gottes macht)
epilepsie und bo^/ '^^ (gottes band) apoplexie.
Die fallende sucht (epilepsia) schon Diot. 2, 193^ va/-
jandia iuht (caducum morburo); daz fallende übel (fundgr.
325). fallender siechtag (Hütten 5, 171). sonst auch: der
Jammer y das elend , die schwere noth, das böse wesen^ die
Staupe y das unkraut (Jul. Schmidt s. 136). mnl. vollende
eeelf nnl. f^ällende ziekte, sint Jans evel^ grdt evel^ grcm-
schap goods (Huyd. op St. 1, 569). 'dafs dich die gni^
cken rubrer (Helanders.jocoser. 1, 434), gnuk ist nd. ein
stofs. 'der tropf hat ihn gerürt' Erasm. Alberus 39, d. i.
der schlag, ml. gutta ^ gutta cadwa, altfranz. la goute;
cheent de gote. Ren. 25203. durch halten der plumpe in
der band erregt (s. 620). Es kommt eine besondere art
des tropfs unter dem namen nesch oder neschtrapf vor.
Schmid im schwäb. wb. hat aus einer hs. nasch für schlu-
cken, schluchzen singultus, den man wol gleich dem nie-
sen (s. 1070) für einen gelinden schlagfall hielt, auch bei
Popowitsch s. 511 ist naschen für schluchzen aufgeführt
und abd.. findet sich nescäian neben fnescazan singultire
(Graff 3 , 782). ich leite alles vom goth. bnasqus moilis,
delicatus, ags. linesc, wozu auch ahd. bnascAn, nascön, nbd.
haschen catillare gehört, in Mones anz. 6, 463 wird ein
nöschsegen mitgetheilt und nöschtropf für die laufende gicht
erklärt; es heifst: Mob gebeut dir nöseh mit allen deinen
gesellen, dann mit dir ist der siech und der krampf und
gespat und geschofs und g^ht und gesteht.'' ein weiterer
nöschsegen spricht von 77 nöschen: ^wir wend gohn in das
haus des menschen und ihm sein blut saugen und sein bein
nagen und sein fleisch essen.' sie werden in einen dürren
bäum gebannt, hier scheint ein heftigeres, längeres übel
als der schlacken gemeint; Hone stellt nösch zum nesso
der alts. formel, doch entspricht nd. SS dem hd. HS, nicht
dem SK, SCH; mir scheint der Zusammenhang des worts
mit naschen, wie man ihn auch auslege, unabweislich : bei
• Seifr. Helbl. 1,1202 's6 dich diu suht benasche, daz dir hüt
und bftr abe gdl'
*) Jk^q f$uoTty^ IL i2i 37. 13, 812, wo aber keine seocbe ge-
meiot ist,
KRANKHBiTBN IUI
Krampf (spasmai convukio), bei kindern gewöhnlich
freise, freifig, gefrais (abergl.474. 722), fräsel {JuL Schmidt
p. 121. 137). schäuerchen (zahnkrampf) nd. schürken, d. h.
kleiner schauer, zuckung. doch bedeutet die freis^ frais
auch häufig epilepsie (Abele gerichtsh. 2, 429. 4, 218.311).
Leibwehy grimmen (krimmen, reifsen, nnL krimpen).
^ die obere grimme ^ manmmuHer (Wier 107"*). hacbmutter,
' bärmund^ bärmutier Stald. 1, 136. 'die bermtUter hat mich
gebissen* (ich habe colik) Schm. 1, 207; östr. bervater und
bermutier (Höfer 1, 77. 78) ; teärmund Stald. 1, 334. tribe
fundgr. 321, 9 soll nach Hoflfm. erklärung auch colik be-
deuten. Ruhr (dysenteria), durchlauf y darmgichi (nach gloss.
flor. 984«) Ützmht, gl. flor. 984« zuzsuht ; noch Stald. 2, 417
amssuchi durchfall. roihe rühr, der rothe schaden (Anshelm
3, 236).
Lungensuchiy ags. /t«n^ei»dd/(pneumonia); schwinge oder
langesucht (Schweinichen 2, 256) steht wol für schwinde?
in Ostreich der Schwund, nhd. Schwindsucht; nach Abeles
gerichtsh. 2, 303 greift sie alle jähr ein eilen därme an.
Seitenstechen, pleuritis. ahd. stechido. mnl. lanceeel
Rein. 5401. Huyd. op St. 1, 569 von lanc, franz. flanc,
ahd. lancha ilia ^ lumbus , ein ahd. lanchupil morbus ilium
habe ich nicht gelesen.
Wassersucht, ahd. auch wasuwchalp (hydrops) Diut.
3, 181, vgl. mandkalb (mola, caro in utero nascens) Me-
lander joc. 1 no. 450, engl, moancalf (ungestalte misgeburt)
wobei wol mythische Vorstellungen obschweben, da sich
auch sonnenkalb als eigenname findet, und aberkalb, af-
terkalb, eberkalb ein unechtes kind bezeichnet, abortus
heifst misgeburt, miskram; abortieren: umschlagen, um-
stülpen, verschütten, umwerfen, umkeipeln. 'zy hefl de
kar omgeworpen' (Tuinman spreekw. 1, 88), es ist ihr
unrichtig gegangen, deinem weihe geht es unrichtig' (Schwei-
nichen 2, 314 vgl. 321), geht ungerade (Kantzow 2, 30).
dfin. at giöre omslag (abortieren), richtig gebfiren heifst:
das kind an die statt bringen, ehstn. tüjad nurgad (leere
ecken) mondkalb. ülle kätte minnema (über die bände
gehn) gegensatz zu last pölwede peälet töstma (kind aufs
knie heben, ordentlich gebäbren). 'es lärmt', 'das haus
knakt' (die geburtsstunde naht) 'das haus ist eingefallen'
[die geburt ist erfolgt), sächs, prov. blätt. 14, 127. 'der
ofen fällt ein.' Schm. 1, 33. mhd. 'diu kamer wart entlo-
chen.* Mar. 46. bermutter, das von der kolik gebraucht
wird, bezeichnet eigentlich die mutterkrankheit, und sie
wird nicht nur als kröte (Schm. 1, 188), sondern auch als
1112 KRANKHBITBN
ffioi» dargesteIH, die aus dem leib gelaufen komml und
der ein degen Aber den flafs gelegt ist (Bttners hebamme
8. 194. 195^ nach dem oben s. 1036 geschilderten Tolks-
glauben.
Her%gespan (cardialgia] herzspann (abergl. 873. 949),
sonst herzweh, berzkulk (ventriculi colica), ^e$ lieget und
steht mir für dem herzen.' mhd. Aens^ttper, auch swermaffe
(Diut. 2, 273). etwas anders ist der kenwurm, von dem
der gemeine mann glaubt, jeder mensch habe einen solchen
und mttsse sterben, wenn der wurm aus dem mund krieche
(Ettn. hebamme s. 890], auf die zunge trete. Den alten
hiefs eine zungengeschwulst ßdtgaxoe und rana. Auch
den heifshunger ßovXifioCf appetitus caninus deutete man
aus einem thier: f>ermi8 iaceriae simiUi in stomacho hominis
habitat. gl. Jun. 381. Seifr. Helbl. 3, 247: 'wir suln uns
alle brcBten, den »adeheurm tosten, der uns dicke hAt genagen.'
Kopfweh j houbiiwi fundgr. 320. 321. houbitsuht Diut.
2, 270. farren abergl. 865 vielleicht faren (s.1109). tobestM
(amentia) Iw. 3233, himsucht. wirbeUufU abergL 436.
Ahd. huosto (tussis), mhd. huosfe, nhd. huste (in Zürich
u>üeste)y altn. hösii, ags. hcösta, engl. tohoosL schrmpfe,
schnaube, schnuder, in der Schweiz pfnüsel; bei Hildegard
nasebö» coryza. mhd. strüche fundgr. 321, 1. Ls. 1, 403,
404. kramme (rauher hals) fundgr. 322. für catarrh ahd.
tampho (Graff 5, 142) bei Hildegard dumpho; roMauf in
der Schweiz wölken fliegende walke.
Gekuuht (elephantiasis) gl. mens. 384, jetzt ist gelb^
9uchi icteris. ^den leuten gelbe kittel anhftngen' (Hartm.
vom segenspr. 176. 290) heifst das gelbsucht anzaubern?
gelesuht und ftch ist ficus morbus, ags. ficädl; altd. bl.
2, 199 'der rot frich' für hämorrhoiden; bei Helbl. 2, 1190
'der r6te siechtuom und daz vtc macht iuch bleich unde
gel.' ahd. misabuhi (lepra), goth. pmis^L ahd. hriupt (Sca-
bies) r6da (Impetigo) gl. flor. 988^ zittarUs (Impetigo) Diut.
1, 496^. ein neuer volksausdruck ist schneidercoorage
(Adelung v. krfitze). schneiderkurzweil (Bttners unw. doct
349). das ags. gicaä (scabies, Impetigo) engl, üeh ist das
ahd. juchido (Graff 1, 693). die rose (erysipelas) , das Ann
fende feuer, ignis sacer (tvonis epistolae p. 85* 184^) ahd.
omoj ags. oma, altn. dma. Von rothen flecken im geeicht
der kinder sagt man: 'das jüdel hat das kind verbrannf
(abergl. 473). ags. ist peor , peorveorc entzündung , peor^
vyrm impetigo vermicularis *).
*) auch die Griechen w&hnten die impetigo Ton kleinen kifera
KRANKHEfTEM 1113
8(emsek$nm% , calcnlorum dolor, bei Göti Yon Berlioh.
103 'der reifsende stein.'
Eine art auswuchs oder schwamm hiefs nuüannus (das
übel jAr), anh. s. cxxxti; Ratherii opp. ed. Ballerini p. 15):
carbnnculi vel malae pnstulae, quem malum vulgo dicunt
nuUampmtm. auch die dagegen gebrauchte pflanze führte
den namen malannuiy ahd. achalm (Graff 1, 132).
Viele andere krankheitsnamen lasse ich unangeführt^
eine noch gröfsere menge wird meiner samlung entgangen
sein, es kam mir darauf an , aus diesem verachteten reich-
thum unserer spräche solche beispiele zu heben, welche
erkennen lassen, wie das volk mythische Vorstellungen mit
dem Ursprung der krankheiten verband, gleich andern Übeln
schienen sie ihm durch götter, geister und zauberer ver-
hängt und verursacht, ja selbst lebendige, feindselige wesen
geworden (s. 1106). Manches ist dunkel: was bedeutet ülf^
heii, jene seuche über alle Seuchen (s. 411)? was das
hauptgeschein ? welches in Äyrers fafsn. sp. s. 148. 149 be-
schworen und auch in andern sagen genannt wird (Schm.
3, 366). Renn. 12180 steht aber 'ir habt daz houbtgescMde
(:vermtde) und scheint unsinn, bethörung darunter gemeint,
wäre hauptschein recht, ich erklärte nach dem ahd. hou-
betsktmo (capitis radii) N. Cap. 63; denn es ist die krank-
heit, wobei einem schein oder nebel um das haupt ent-
steht, dafs er alle dinge doppelt sieht, H. Sachs nennt es
der plerr, augenplerr (II. 2, 27»* III. 3, 9^ IV. 3, 13«»») und
und wir sagen noch heute: die blerr kriegen, vor staunen
verwirrt sein, solche doppelsichtigkeit soll der genufs des
kerbels bewirken (fragm. 37*** «• Garg. 148").
Ein finnisches lied (Schröter s. 48 ff.) l^fst von Launa-
watar, einer alten frau, neun knaben (wie jene neun holden)
geboren werden: werwolf, schlänge, risi(?), eidechse, nacht-
mar, gliedschmerz, gichtschmerz, milzstechen^ bauchgrim-
nien. diese krankheiten sind also geschwister verberblicher
ungeheuer; in dem lied wird dann die letzte derselben
hervorgehoben und beschworen.
Die Neugriechen stellen die blauem dar .als kinder-
schreckende frau, welche sie avy^^Q^f^^^V (^^^ schonende,
erbittlichei vgl. jene altn. Eir) oder noch gewöhnlicher
vernnaoht Plin. 27, 11: lapii rulgarii jnxta flumina fort muscum
siccuin , canum. hie fricatnr allero lapide , addita hominis saliya ;
illo lapide tangitar Impetigo, qui tangit, dicit, 9tvytTt »mf^aqiötq^
1114 KRANKHGiTBN
ivXoyla (die 2U rühmende^ segnende) euphemislisch nennen.
Fauriel disc. pröl. lxxxv.
Noch eine seuche mufs genannt werden , die schon
das frühe MA. dämonischen, teuflischen einflüssen beimafs.
zum grund lege ich eine stelle aus der vita Caesarii are-
latensis (f 542], welche von seinen Schülern Cyprianus,
Messianus und Stephanus verfafst sein soll, lib. 2. cap. 14
(acta Bened. sec. 1 p. 673): ille autem quid infirmitatis
haberet? interrogavlt. dixerunt, daemonium, quod rustici
Dianam appellant, quae sie affligitur, ut paene omnibus
noctibus assidue caedahir, et saepe etiam in ecclesiam
ducitur inter duos viros ut maneat, et sie flagris diaboü-
ds occulte fatigatur, ut vox continua ejus audiatur ....
oculis meis vidi piagas, quas ante aliquos dies in dorsum
et in scapulas acceperat, in sanitatem venire, pridianas
autem et in ipsa nocte impressas recentes inter illas in-
textas, quas prius perpessa fuerat. Greg. tur. mir. 5. Hart.
4, 36: cum de cultura rediret, subito inter manas delapsa
comitantium terrae corruit, ligataque lingua nullum verbum
ex ore potens proferre obmutuit. interea accedentibus ac-
colis ac dicentibus eam meridiani daemonis incursum pati,
ligamina herbarum atque incantationum verba proferebant.
noch andere stellen bei Pucange s. v. daetnon meridianus
und dieser name scheint aus ps. 90, 6 entsprungen, wo N.
mittetagigo tiefel verdeutscht, griech. Schriftstellern heifst
er fAsorjfißgivo^ äal/uwvy die krankheit uiufs epileptischer
natur gewesen sein, von den Böhmen wird sie polednice
(meridiana) , den Polen aber Daietoanna (oben s. 885. 886]
genannt, was wieder Diana ist, und da Diana oft mit Holda
zusammenfällt, so l^ann nicht übersehn werden, dafs auch
diese göttin gern in der mittagstunde erscheint (Praetors
weltbeschr. 1, 476) und die wei/sen frauen sich zu dersel-
ben zeit zeigen (s. 916. 918], welchen Berhta gleicht steht,
die seuche darf also göttlicher eibischer einwirkung beige-
messen werden. Dafs hier Holda und Berhta eingreifen ist
aus andern gründen schon s. 446. 447 gefolgert worden,
wo von der roggenmuhme und dem komweib die rede war,
welche gleich der wendischen pscMpotnit^a zu mittag durchs
getraide zieht, einige nennen sie pschipcftowMi, sie erscheint
von 12 bis 1 uhr in haidegegenden den arbeitern, beson-
ders weibern beim flachsjftten, ist weifsgekleidet und redet
vom flachsbau, wie er gesät, gezogen, bereitet und gespon-
nen werde; weibern, die ihr nicht antworten, soll sie den
hals umgedreht haben ; das volk fürchtet sie und ist froh, dab
sie nun schon lange nicht mehr sich gezeigt bat, Merkwürdig
THIERKRANKHBITEN 11 U
aueh bei Gregor der dftoion dem weib M der tM^
arbeit erschien, sie stttrzie zu boden, wie die russischen
feldbaner vor der vida» logens, die ihre belne zerbricht;
was man in Gallien als geistige kranicheit auffasste. Aber
in allen diesen Schrecknissen ist die alle mütterliche goftt-
beit der Heiden nicht zu verkennen.
Es versteht sich, dafs aach bei thierkrankheiten geister
walten, in einer alts. formel wird der nesso mit seinen
neun jungen beschworen aus fleisch und haut des sporlah-
men rosses zu weichen. Die wut des hundes soll von
einem wurm herrühren, der ihm unter der zunge sitzt : die-
ser toUwurm kann ausgeschnitten werden. Eine pferde-
krankheit heifst der bläsende wurm (anhang, formel xv),
Mras an die blasenden holden (s. 1109) erinnert. Eine an-
dere krankheit der pferde oder rinder heifst die kUnsche,
nach Stald. 2, 61 milzbrand oder kalte geschwulst, sonst
auch 'der böse wind' genannt (Tobler s. 70), in Nieder-
hessen der geschwollne euter der knh, wo dagegen folgen-
der segen gemurmelt wird:
die hütuche and der drache
die ipengen über die bache:
die känsek9 die Tortrank (al. Tenchwank =s Torichwand),
der drache der reraank.
ein segen bei Hone anz. 465 beginnt: 'es giengen drei se-
liger junkfrauen über einen hüntschen berg, da begegnet
ihnen die hüntschen, die eine sprach, die hüntsche ist da.*
allerdings scheint dieser name das ahd. adj. hünisc, mhd.
hionisch zu enthalten und man darf an riesen oder Hunnen
denken (s. 489. 490), für ersteres entschiede der hünische
berg, wenn ein riesenberg gemeint ist. Adelung schreibt
der hinisch und deutet keichen. eine nd. formel setzt für
hünsche sHe (schleihe, tinca). Nach dem Volksglauben kann
die hexe ihre elbe oder holden sowol in menschen als
thiere zaubern. Meül heifst den Serben eine unheilbare
krankheit der schafe. sie erzählen , dafs die Deutschen
einmal den teufel gefangen und nach einem mittel gegen
das metil gefragt hätten, der teufel sagte : wenn alle schafe
bis auf eins umgekommen seien, solle man das übrig blei-
bende um die bürde tragen, dann werde, aufser ihm, keins
mehr verrecken. Vuk s. v. Übrigens soll man das erste ge-
fallne yieh verscharren und ein weidenreis auf dem hügel
pflanzen.
Wie nun die einzelnen krankheiten und Seuchen von
göttern oder dämonen verhängt und gesandt wurden, gab
es auch besondere m^tel und heilungeny die zunächst von
1116 HM8BN
solchen höheren wesen ausgiengen. im oitholischen volks«-
glanben des spftteren milteblterB hatte sich eia fönnliohes
System ansgebüdet, welche einzdne heilige und heiliginnen
in besondern schmerzen und nöthen fast Ulr jedes glied
des leibs angerofen werden sollten^).
Unter der menge aberglftnbischer heUariem zeichne ich
folgende ans.
Uralter brauch war es, den siechen zu messen, theib
zur heihing, theils zur erforschung, ob das übel wachse
oder abnehme. Hierher könnte man schon ans dem buch
der könige 1. 17, 21. II. 4, 34 nehmen, daCs Elias und Elisa
über dem entseelten kinde sich mcMsen^ und es dadurch
wieder beleben, auch das megsen dergkeder beim lichter-*
geben auf den altar (Diut. 2, 292), obgleich es mehr künfiige
übel abhalten soll, ist zu erwägen. Im bthtebuoch p. 46
wird gefragt : 'ob du ie geloubetöst an hecse und an Idche-^
nerin und an segenerin, und ob du tste daz si dir rieten?
und ob du ie gesegnet oder gelichent wurde oder gemezen
wurde, und ob du ie bekort wurde?' Zu ihrem mann, den
sie bethören will, sagt eine frau (Ls. 3, 9): 'tuo dich her,
lä dich mez^en'; also lang ich inmaa, unz er allex vergaz.
eine andre, die ihrem mann einbilden will, dafs er 'niht
guoter sinne' habe, sagt zu ihm cod. kolocz. 141 :
*u6 habt her und Alf imeh meuenp
ob ihtei an in it Tergeizen.'
sie was ungetriuwe,
sie Dam ir risen niuwe.
sie ma* in nach der lenge,
dö was ec im ze enge,
sie mifs im iwerhea über houpt:
'swaz ich spriche daz geloupt,
bUsel dar doich mit gewalt,*
si nam die rtsen zwiTalt,
'und tret mir üf den rehten faoz,
%6 Wirt iu iuwer suhte buo> ;
ir sah iuch io daz bette legen
und sah iuch niergen regen,
biz daz ir derhitzet
und ein w^nc erswitzet,
s6 ezzet drithalp rockenkorn,
•6 Wirt iuwer suht gar terlom.*
Dieses messen wird auch anh. s. xl. xli unter den übrigen
Zaubereien angeführt. Schwangere messen einen docht
nach der länge des heiligen bildes und gürten ihn um den
leib (anh. XLvin). Nach Wiers arzneibuch p. 31. 33 heifst
im Trieri^chen eine krankheit der naehtgrif (durch den
*) HaapU zeitachrift I, 143« 144; Ro^aefort s. t. mtl.
MS88BN. A8CHE STREUEN 1117
angrif roa nachtgetetern hervorgebracht?); am sich ihreg
daseiDs su vergewissern verßhrt man so: dem kranken
wird sein gttrtel um den blofsen leib gesogen, in derlftnge
und breite, dann abgenommen und an einen nagel gehängt
mit den werten : 'ich bitte dich , herr gott , durch die drei
Jungfrauen Hargaritami Hariammagdaienam und Ursulam,
du wollest doch an dem kranken ein zeichen geben, ob er
den nachtgrif hat.' hierauf wird nachgemessen^ ist der
gflrtel kürzer als zuvor, so gilt es für ein zeichen der
krankheit. Nach den schles. provinz. bi. 1798. 27, 16-20
hat im Liegnitzischen fast jedes dorf eine messerin: immer
ist es eine ahe frau. will man nun wissen, ob bei einem
schwindsüchtigen lebensgefahr vorhanden sei, so nimmt sie
einen faden und mi/st den kranken vom Scheitel zur sohle
und an den ausgespreizten armen von einer handspitze zur
andern, findet sich die länge vom köpf bis zum hacken kür-
zer als die der arme, so ist eine auszehrung da: je weni-
ger der faden für die armlänge zureichen will, desto weiter
ist die krankheit vorgeschritten (vgl. s. Uli), reicht er nur
zum elbogen, so ist keine hiife mehr. Die messung wird
öfker wiederholt: nimmt der faden zu, und erreicht wieder
die rechte länge, so ist die krankheit gehoben, für ihre
mühe darf die weise frau nie geld fordern, sie nimmt was
man ihr gibt. Nach den mark, forschungen 1, 247 wird
ein weib nackt ausgezogen und mit einem sonntags ge-
wobenen rothen gamfaden gemessen. Man vergleiche
das getraide und wassemtessen (abergl. 258. 953, und s.
558. 564).
Viel vermag das streichen und binden, gemeinlich
wird mit der band, dem kleidermel oder messerrücken der
leib der siechen gestrichen, oft auch ein faden um das
kranke gtied, oder das heilmittel daran gebunden, von
diesem binden nachher weiteres.
Wenn einen kranken die weifsen ieute (biate ladzie s.
1109) quälen, wird in Polen freitags ein lager von erbsen-
Stroh gemacht, laken gespreitet und der kranke darauf ge-
legt, dann trägt einer ein sieb mit asche auf dem rücken,
geht um den kranken herum, und läfst die asche auslaufen,
so dafs das ganze lager davon umstreut wird, frühmor-
gens nählt man Me striche auf der asche, und stilisch wei-
gends, ohne unterwegs zu grüfsen, hinterbringt sie einer
der klugen frau, die nun mittel verschreibt. Diesters mon.
sehr. a. a. o. In der asche drücken sich die spuren der
geister ab, wie man auch den erdmännlein asche streut (s.
420). vgl ehstn. abergl. 40.
1U8 DURCH BRDE UND BADM£ KRIECHEN
Von dem toasserschäpfen und gie/sen der klBg^n fran,
abergl. 515. 865. Segnen des schiags (der apoplexie) mit
einer hacke auf der schwelle, ahh. s. Lm.
Heilkraft des feuers und der flamme bewährte sich an
giftigen wunden, die ausgebrannt wurden; schon Saem. 27^
ist genannt ^eldr Tidsöttum', feuer gegen krankheiten. auf
den rothlauf wurde feuer geschlagen (abergl. 710). um es
gegen feuer zu schützen wurde das vieh über das heilige
nolfeuer getrieben (s. 570 ff.).
Alte fieberkur war, das kind auf den ofen oder das
dach zu legen: mulier si qua filium suum ponit supra te-
ctum (vgl. s. 1070) aut in fornacem pro sanitate febrium
(anh. s. xxxv)* posuisti infantem tuum juxta ignem (xxxix).
Nimmt das kind nicht zu, so hat es das elterlein, man
schiebe es in den backofen, so weicht das eiterlein (abergl.
75). Diese heilart gehört zu dem verfahren der göttinnen
und nachtfrauen, wenn sie kinder an die flamme legen
(s. 1012).
Man heilte aber, auch, indem man kinder oder tieh
durch ausgehölte erde^ hole steine oder einen gespaUnen
bäum gehen und kriechen liefs. Das hielt allen zauber ab,
oder vernichtete ihn oder wirkte sympathetisch, schon die
canones Edgari nach der ags. übersetzui^ bei Thorpe p*
396: 'treovvurdunga and stftnvurdunga and ^one deofles
cräft, f>aer ma j^a dld purch pa eorian Hhd,* 'mulieres,
quae babent vagientes infantes, effodiunt terram et ex parte
periusant eam et per illud foramen pertrahunt infantem'
(anh. xxx). ammen nehmen das neugeborne kind und sie-
fsen es durch ein hol (liv) : will es nicht gehen lernten, läfst
man es durch ranken des brombeerstrauchs kriechen, die
10 die erde gewachsen sind (abergl. 818). Kraiike sehafe
müssen durch eine gespaltne junge eiche kriechen, 'nollas
praesumat pecora per catam arborem aut per terram foror
tarn transire^ (xxx).
Grelöcherter steine gedenken die Urkunden verschie-
dentlich: 'from Pyrelan st&ne' Kemble 2, 29 (a. 847); 'du-
rihiltn stein.' MB. 2, 296 (a. 1130). ital. pietra perfusa.
sie heifsen auch nadelöhr^ ein solches stand z. b. zwischen
Hersfeld und Vacha bei Friedewald, sie scheinen auch an
die stelle alter holer bäume, die man hoch hielt, nach
deren aussterben gesetzt: nadelöhr est lapis perforatus in
locum arboris olim excavatae in media silva venatoribus ob
ferarum silvestrium copiam frequente a Mauritio Hassiae
landgravio ad viam positis^ per quemr praetereuntes joci et
DDIICH fiRDE Üim BÄUHB KttlECHE 911»
vexationis gratis proiU pmrepere solent ^). Das hänseln der
jfiger und reisenden blieb noch als der glauben an die
heilkraft lange geschwunden war. In Gallien mag er fester
gehaftet und weiter umgegriffen haben. Mes enfans trop
faibles reprennent des forces, lorsqu'ils ont ^t6 as$is dans
le irou de la pierre Saint Fess6, cette pierre informe plac^
aa milieu d'un champ est respect6e par les laboureurs, et
la charrue laisse un espace libre ä Tentour' (in Poitou. m^m.
des antiq. 8, 455. ähnliche Überlieferungen daselbst I;
429. 430).
Dieses schlüpfen durch eichspalt, erde oder stein
scheint auf den genius des baums, der erde das siechthunk
oder den zauber zu übertragen**). Aus dem Magdeburgi*
sehen vernahm ich folgendes: wenn zwei brüder, am be*^
sten Zwillinge, einen kirschbcmm in der mitte spalten und
das kranke kind hindurchziehen, dann den bäum wieder
zubinden, so heilt das kind wie der bäum heilt. In der
Altmark bei Wittstock stand eine dicke krause eiche, de*
ren äste in einander und löeher hindurch gewachsen wa*^
ren: wer durch diese löeher kroch, genas von seiner
krankheit, um den bäum herum lagen krücken in menge,
die die genesenen weggeworfen hatten (Temme s. 116.117).
In Schweden heifsen solche runde öfnungen zusammenge*
wachsner äste elfenlöcher, und frauen werden in kindes-
nöthen hindurch gezwängt. Von welchen krankheiten man
auf solche weise genas, wird nicht immer berichtet, fol*^
gende stelle lehft, dafs noch im vorigen jh. das engl. land*
Volk so die brüche heilte: 'in a farmyard near the midie
of Seiborne (a village in the county of Southamptön), Stands,
at this day, a row of poUardashes (gestutzten eschen),
which, by the seams and long cicatrices down their sides,
manifestly shew that^ in former times, they have been
clefl asunder. these trees, when young and flexible, were
severed and held open by wedges, while ruptured chil-
dren, stripped naked , were pushed through the apertures,
under a persuasion that, by such a procefs, the poor ba-
bes would be cured of their infirmity. As soon, as the
Operation was over, the tree in the suffering part, was
*) Pauli Hentzneri itiDerarium (1598. 1599). Breslau 1617. p. 5.
**J merkwürdig, dafs im altfranz. Tristran der zwerg Frocioe, als
er das gebeimDis tod Marks pferdeobren dem schwarzdorn beichtet,
seinen köpf utUer der holen tounel des baums durchsteckt, und dann
erst redet. 1321 -- 1334. sein geheimnis geht dadurch über auf den
dorn.
im MAUSB BnVPLÖGKBN
*
jplasiered with ioam, and carefuUy iwutbed up. If the
pari coalesced and soldered together, as usually feil out,
where the feat was performed with any adroitnefs at all,
the party was cured; but where theclefi continuedto gape,
the Operation, it was supposed, would prove ineffectual.
We have several persons now living in the village, wbo,
in tbeir childbood, were supposed to be healed by tbis
superstitious ceremony, derived down perhaps from cur
saxon ancestorSi who practised it before their conversioq
to christianity. Ät the south corner of the area neer the
charch, there stood about twenty years ago^ a very okl
grotesque hollow poUardash, which for ages had been
looked on with no smali veneration as a sbrewash, now
a shrewash is an ash whose Iwigt ot branches, wken
gently applied to the ümbs of catile , will immediately re«
Ueve the pairs which a beast suffers from the rmumg of
a shretDtnouse (spitzmaas] over the part affected. for it
is supposed that a shrewmouse is of so banefui and de-
leterious a nature, that wherever it creeps over a beast,
be it horse, cow, or sheep, the suffering animal is afBicted
with cruei anguish, and threatened with the iofs of the
use of the liinb. against this accident, to which they were
continually liable , our provident forefathers always kept a
shrewash at band, which, when once medicated, would
maintain its virtue for ever. a shrewash was made thus*);
into the body of the tree a deep hole was bored witb an
auger, and a poor devoted shrewmouse was Arust in
aHte, aud ptugged in^ no doubt, with several quaint
incantations long since forgotten. As the ceremonies ne-
cessary for such a consecration are no longer understood,
all succession is at an end, and oo such tree is knowo to
subsist in the manor or hundred. as to that on the area,
the late vicar stubbd and burnt it, when he was waywar-
') Rob. Plot, natural historjr of Staffordshire Oxford 1686 p.222:
supersütious custom tbe^r have in Ihis countj of makiog fiursrow tree$
for the eure of unaccoanlable swellings in their cattle. for to make
anj tree, whelher oaok, ath or elm, a nursrow tree they cateh one or
niore of theae nurarowa or fieldmice, which they fancj bite their
cattle and make them awell, and ha?ing bored a hole to the cealer
in the body of the tree, they put the mice in, and (hen drire a pegg
in afler them of ihe same wood , where they alarving at Taat com-
rounicate foraoolh auch a yirlue to the tree, that cattle thoa awolo
heing wipt vnth the haucht of U preaently recorer : of which treea they
haf e not so mauy neither, but that at aome places they goe 8 or 10
milea to procure thia remedy.
m BUDSOBABÜN IUI
den, regardless of tlie remönstrances of the bystanders, who
iaterceded in vain for ita preaervation*).
Dieaer aberifhiHb« von der ma^esche schlägt in an-
deres ein^ was schon vorher berührt wurde, einmal gleicht
die eingepflöckte maus dem in die hole eiche eingepflihlten
Unglück (s. 632), und es kommt uns zu statten, was Luthers
tischreden (ed. 1571 bl. 58*) melden: <ea wird einr loch in
einen bäum gebohrt, die seele darein gesetat und ein pflock
dafür geschlagen, dafs sie darjnne bleibe.' dann aber neh*^
men seele oder geist, indem sie den leib verlassen^ auch
andremal die gestalt einer mau$ an (s. 1036).
Raibikt nennen die Letten eine afoergiftubische knr bei
kopfschmerz: der leidende wird einigemal mit Kndenbast
um das haupt gemessen und mufli hernach durch diesen
bati kriegen. Es kommt auch vor, dafs durch gebohrie
lächer des heilsamen baums wasser gegossen und getrunken
werde •♦).
Sine art angang ist es, dafs die drei ersten kam oder
seUekbHUenf deren man im jähr ansichtig wird, heilmittel
wider das fieber abgeben (abergl.695. 718. 784. 1018), vgl.
die drilthalb rockenkorn (s. 1116).
Am Vogebberg tragen die giditkraQken eiserne ringe^
aus nageln, an welchen menschen sich erhängt haben, ge-»
sehmiedet, an ringfinger der rechten band, gichtsegen
werden in ungeMeicbter leinwand mit Idnenen fäden ohne
knoten auf der brüst getragen, beides gehört zu den amu-^
leten und bindungen.
Krankheiten und heilmittel werden auch tu die erde
vergraben, in den ameisenhaufen (abergl. 864). Hierher
gehört eine heilung der epiiepsie ini 10 jh. durch einge*
grabne pfirsichbiüten , wie sie Ratherius in seinen praelo*
quiis üb. 1. (ed. Hart, et Dur. p. 808. ed. Ballerini p. 31)
ungläubig meldet: factum sit, infectum ait, narratum est
*) Gil. White: tbe natural hittorjr and antiquities of Selbome.
Londoa 1780. 4. p. 202— 204.
**) phjruca Hildegardia 3, 10 de cupreaao; q«od ai aliquia homo
a diabalo Tel per noagica irretitaa eat, praefatum lignum, quod cor
dicilur, cum terebro perforei et id ficlili Tase aquam Tiyi fonüs tollat
et eam per idem foramen id aliud fictile yas fundat, et cum jam
iofaiMiil dieat : <ego fände te , aqua , per foramen istvid in tirtuoii
Yirtate» qnae deua est, nt cum fortitudine quae tibi adiMt in natura
tua fluaa in hominem i&tum, qui in senau suo irretilua eat, et omnea
contrarietates in eo deatruas, et cum in rectitudioem , in quam deua
eum poauit, in recto aensu et acientii reponas.* Et aquam istam
per noTem diea jejunua bibat, et etiam tociens hoc modo benedicatur,
et meliua habebit.
Grimms my tküL 8» mugmke. 71
im IN ERDE «TSCKJW
qnod refero. Cujusdam divitis fitiu^ gutia, quam cadittm
dicunt, laborabat. medicoram amne probatissimorum erga
eum inefficax ingenium ad desperatioa^m aaiutis paternum
atque ipaternum deduxerat animum, cum ecce unus ser-
vorum suggerit, ut flores arboris persicaa optime munda-
toa primo lunis (l e. lunae) die aprilis mendis in vase yi"*
treo colligerenty quod 9ub radice qjusdem arbori9, mtdü
omnibußf ab uno quo vellent 9uffbderetur, eodem die
reversuro ip$o , a quo positum est , anno y ergente , si fieri
passet, hora quoque eadem, et efiosso vase flares in oleum
coneersos arborem siecMim inveuturo, quod sub altare
positum, presbytero quoque ignorante, nooem misiis super
eo oelebratis sanctificaretur, et statim post accessum ejas-
dem morbi noeem t>tct&uf in haustum diatim scilicet aegro
daretur^ cum oratione dominica, ita duntazat, ut post Ribera
nos a malo' a dante diceretur : 'Ub^a deus istum hominem,
nomine ill., a gutta cadiva', et quibus novem diebus missam
quotidie audiret^ azynium panem cibumque quadragesi-
maleai post jejunium caperet, atquei Ua deo miserante eon-
yalesceitet« Factum est, si tamen factum est, ille o^nvaluit,
servus emancipatus est, etiafn bares adscriptus, medicina
ab inaumaris adprol^ata multis quoque salutis eontulit
remedia.
Flieder oder hoUunder hilft gegen zahnw^ und fieber:
dei; fieberkranke steckt, ohne ein wort dabei au sprechen,
einen fliedenweig in die erde» da bleibt das fieber am
flieder haften, und hängt sich dann an den, der zufällig
aber die statte kommt, dän. ebergl. 162. Besonders ist
flieder heilsam, der über bienenstdckea (op bjintjekoven)
wächst; man schält seinen hast nach oben (nicht nach unten)
»u, und gibt dem kranken den absud zu trinken^).
Beachtraswerth ist dies übertragen der krankheit auf
bäume y d. h. auf den geist^ der in ihnen -wohnt. Unter
den beschwörungsformeln beginnt xxvi mit den werten:
'j^eig ich biege dich, fieber nun lafs mich!' ^hollerast
hebe dich auf^ rothlauf setze dich drauf, ich bab dich ei-
nen tag, habe dus jähr und tagP Wer die gicht hat gebe
drei frcitage hinter einander nach Sonnenuntergang unter
einen tannenbaum: Hannenbaum ich klage dir, die gicht
plagt mich schier' u. s. w., die tanne wird dörren und die
gicht 'aufhören, 'deus vos salvet sam&tiee, panem et sal
ego vobis adduco, febrem tertianam et quotidianam acei"
piatis vos, qui noio eam.* Westendorp s. 518 verzeichnet
*) lapekoer fen Gabe 8cr6ar. p. 31. 32.
: I
ÜBiaTRAQEN 1123
folgesden niederländtechw brauch. Wer vom kattaa fleber
genesen will, gehe firühnnorgens (in der uohte) zu einem
alten weidenbaum, hUipfe drei knoten in einen a$ty und
spreche dazu: 'goe morgen, oUe^ ik geef oe de kolde, goe
morgen oldeP dann kehre er um und laufe, ohne sich
umzusehen, eilends fort. abergK 1074 heifst es: wer fie*
berfroflt hat gehe stillschweigends und über kein wasser
zu einer holen weide ^ hauche dreimal fernen athem Am-
ein, keile da9 loch »ckneü xu und eile ohne sich umzu-
sehn und ein wort zu sprechen heim, so bleibt das fieber
fort, fbrmd xuv wird die gicht auf frau fichte über"
(ragen.
Es können krankbeilen ebenwol auf thiere übertragen
werden, 'praecordia yocamus uno nomine exta in homine,
querum in dolore cujuscunque partis si caiulus laciens ad-
moveatur apprimaturiiue bis partibus, transire in eum mor-
bus dicitur, idque in exenterato perfusoque vino deprehendi,
vitiato viscere illo quod doluerit hominia; et obrui Uües
religio est' Plin. 30, 4. 'sunt occulti interaneorum morbi,
de quibus mirum proditur. si caiuUy priusguam frideant,
applicenftur triduo stomacho maxime «c pectori et ex ore
aegri suctum lactis. accipiant, transire f>im marin, postremo
exanimari dissectisque palam fieri aegri causas. mori et
humari del^re deos obruios terra,' 30, 7. 'quod prae-
terea traditnr in torminibus, mirum est, anofe apposita ventri
tran»ire merbum anatemque emori.' 30, 7. So bat man
noch' bis in den letzten jbh. junge weife angelegt und sau-
gen lassen. Wenn der leichdom (clavua, ^Xog) hünerauge,
elsteraugey nnl. exterög, krähenaugey böbm. hifj oko heifst,
so dachte man si^ . dabei auch Übertragungen . als thunlich.
Tobler 18^ meldet, wer da wo eine elster safs, ausrufe:
'zigi, aigi, ägesty i ha dreu auga ond du gad zwä!' ver-
treibe sein elateiraüge.
Die fliegende gicht wird so geheilt, dafs man den
kranken ganz und gar in sauberen flachs wickelt: liegt
er dann d«rin, wie ein jüngferchen in rosen, so wird ein
sdiaffeU über , ihn gebreitet und ihm nun • die arznei zum
schwitzen eingegeben. Dieses einwickeln ist ein in der
alten thiersage berühmtes mittel, der ißeberkranke löwe
soll sich in die haut eines lebendig geschundnen" vierthalb-
jährigen wolfs winden und schwitzen; das lehrt schon die
äsopische fabel (Reinh. cülx). ausführlicher handelt davon
das altdeutsche gedieht: dem löwen war eine ameise ins
hirn gekrochen und hatte sein siechthum verursacht; Rein-
hart verordnet ihm die haut eines alten wolfs umzuthun,
71*
112« EIN WINDES :
ein bärenfett aufzulegen und einen kaiiienhut aufsusel&en:
in die erwflrmten Icatzenhaare kriecht die ameise aus des
kranken haupt. Solches einwinden in frischabgezogne
thierhaute ist im mittelaiter wirklich far mehrere sniAlle an-
gewendet worden, s. b. bei zufrtthfifebornen schwäehiichen
kindern^ bei ungebornen ausgeschnittnen (s. 362), bei men-
schen, die einen geMirlichen stürz gethan. In einem nie-
derd. iusfspiel des 16 jh* betitelt 'de böse frouwens' soll
man die kranke ^in eine miske pagenkut beneijen.' Schmidt
Ober Ostmongolen s. 229 bemerkt ^ dafs aoch diese Völker
zur heilung einer krankheit die füfse in die ofoe brüst ei-
nes frischgeschlachteten pferdes stellen. Auflegen des
warmen thierfleisches wird verschiedentlich erwähnt: 'oi-
tmm gaUinaceum pullum per medium dividere et proti-
nus caKdum super tidnus imponere, sicut pars interior
corpori jungatnr.' Celans 5, 27; 'eine sdnoaru hemu
aufschneiden und aufs gesokime hmupt legen,' (Ettners
hebamme 795); frisches ßeiseh auf die wunde (belg. mus.
7, 446) ♦).
Auch der fbr den siechen löwen aus Randolts haut ge-
schnittne hintn rieme (Reinh* 1951) stimmt zu einem al-
ten heihnittet (Brest, hs. des 14 jh. in den fundgr. 1, 325):
für daz vallende übel, du salt warten, swenne iz en an
ge, so nim einen Atrstnen riemen nnde bint im den umbe
den hals di wile im we ai, unde sprich: in nomine etc.
so binde ich hie den siohthum dises mensohen in disem
knöpfe, unde nim den selben riemen denne unde knüpfe
einen knoten dar an. den selben riemen sal man denne
binden dem siechen umbe den hals, unde derselbe nnensche
sal sich denne enthalden von dem wine nnde von dem
fleische, biz daz er kume da man einen toten man begrabe,
da sal man den riemen losen dem siechen von dem halse
unde sal den selben riemen begraben, mit dem toten manne,
wan der selbe rieme sal dem toten geleget werden linder
*) bis diebut oooulto dki judicio idem Braclias (episcopus leo-
diensit, f 971) morbo, qiii/iiptf« dicitur, miMrabiliter laborabaL pa-
liebalur autem in oatibas. erat igitnr Tidere miseriam. tarn graviter
eoiin TIS yaleludinia grassabatur, ut mirum in modum carnes yiri lu-
pino modo consumeret, corroderet, devoraret; solamque solatinm,
non quidem ipet etadendae aegritodinia. ted aahem dilatio mords
erat, qaod qnotidie dao ijNtIK ^aXUmarum eplamea et eviseerftli mane,
dooque Teipere, Tice carniom yiri oonaameDdi morbo, ao si lopinae
rabiei, opponebantur. die hüner wurden an der stelle mit blndea
befestigt. Gbapeaville 1, 191 — 194. Hautentzündung und fressende^
geschwfir heifst wolf (lupns): sich einen wolf gehen, reiten, lat »n-
itririgo, gr« naQurgt/ifua*
HBiLMITTBIi USS;
di tehuUer , unde sol einer gpreehen , der den riemen le-
get etc. der sichlnm gewirret im nimmer mere. Ander-
wfirts wird angerathen gegen die epilepsie sich mit einer
wolfthaui ftt» gürten (belg. mus. 6, 105).
Wfthrend die heutige heilkunde fast auf vegetabilische
und mineralische mittel eingeschränkt ist, brauchte die äl-
tere manigfachen thierischen stof. hersen gewisser vögel,
fleisch, blut und fett gewisser Uiiere hatten sehr eigentbüm-
liehe heilkraft *). dem kranken löwen hilft genufs des affen^
ßeisches (Reinh. gglx), doch der unwissende wolf räth ihm
das des becks und widders an**), btut der vögel und des
fuchses heilt wunden (pentam* 2, 5). krähenblut zaubert
(anb. s. Lvi). blmi aus dem hahnkamm, gehim einer häsin
hilft (Ettners hebamme 875).
Hieran reiht sich die abergläubische heilung des aus-
satzes durch das bM unschuldiger kinder und reiner Jung-
frauen ; die der fallenden sucht durch das bltU hingerichteter
(abergl. 1080). spetckel, ja reiner athem sind heilkräftig***).
Eine menge sympaSkeüscher mittel heilen oder scha-
den. So wird gelbsucht unheilbar, wenn eine gelbfüfsige
henne über den siechen fliegt (abergl. 549), geheilt aber
durch schauen in schwarzes wagenschmer (66). Überspan-
nen der kanne, des bechers bringt herzgespann hervor (11.
949); weidedrehen krummen hals oder leibschneiden (373,
vgl. oben s. 1098). Das fieber wird gewendet oder ange-
baut, indem man leinsamen unter hersagen eines segens
auf dem acker anbaut : wie der same aufgeht mufs das
fieber weichen (HOfer 3, 131). Auf rosa oder rothlauf spU
man funken schlagen (383. 710), das böse vom leib, wie
mülradwasser (s. 559) abspringen lassen ^ über dem köpf
schwer redender kinder ein brot brechen (415), den ausge-*
rissenen zahn in eines jungen baumes rinde schlagen (630).
wider schlucken, ohrenzwang, zahnweh bestehn unter dem
volk viel solcher mittel (15h 211. 280. 581. 584. 721
950).
Sehr oft werden heilkräftige mittel angebunden,, um^
geknüpft um den arm 9 hals, leib getragen, dies nennep
die lau quellen des frühen MA. tigamenta^ Ugaturae^ phfr
- ■ ■■ ,1 i
I
*) Wanlej p.75 (Tgl. 220) fährt einen tracUtus Idparti fabulosus
an: medicina ex quadrapedibui.
**} 'mit der hekhen (fulica atra) füexen wirt dem man mazleide
Inioz.' La. 9, $64.
***) Herodot erzählt 2» 1 1 i wie ein blinder herstellung seines ge-
sicfata erlangen soll ^vwatniq ov^^ y«^a/4<y«9 Tov^ Qf&dikfAovqf i^T^q na{/ia
TW iutvT^q avdqu fnovvov nt^^ijtiM^f ^^^Y ^*i^^ hvaa an^qoq.
11261 AN6ßBIN0B
lacteria. qiv\ct%%riQiu sind * solcke sichernde schützende
angehänge, amnlete, hfiufig von blech, daher sie in ahd.
glossen plehy plehhir heifsen, aber auch von glas, holz^
knochen, kräutern, silber und gold; Hgaturae scheinen
blorse fadenknüpfungen. der neuere name ist on^eAenke
(abergl. 869. 870]. audi geheime Schriften und ranen wur«
den angehängt, der zweck war aber nicht immer heilang,
sondern umgekehrt auch Zauberei und Verletzung. Hi^ sind
Zeugnisse für beide aHen: ut derici vel laici phylactem
vel falsiis scripHones aut ligatvras^ quae imprudentes pro
febribus aut aliis pestibus adjuvare putant, nullo modo ab
illis vel a quoquam Christiane fiant , quia magicae artis
insignia sunt.' capitul. 6, 72; 'admoneant sacerdotes non
ligaturas ossium vel herbarum cuiquam adhibitas prodesse,
seä haec esse laqueos et insidias antiqui hostis.' capit
add. 3, 93. Greg. tur. mirac. 2, 45 berichtet von einem
kranken knaben, zu welchem man den klugen mann (ario-
lus] berufen liefst Hile vero venire non differens accessit
ad aegrotum et artem suam exercere conatur, incantatio-
nes immurmurat, sortes jactat, ligaiuras colh suspendit'
lex Visigoth. VI. 2, 4: 'qui in hominibus vel brutis anima-
libus, seu in agris seu^in vineis diversisque arboribus ma-
leficium aut diversa Hgamenta aut etiam scripta in con-
trarietatem alterius excogitaveril facere.' lex sal. 22, 4: 'si
quis alteri aliquod maleficium superjactaverit) sive cum
Ugäturis in aliquo loco miserit.' im anhang s. xxxn. xxxin.
xxxvn werden solche bald heilsame bald schädliche liga"
furae und nefaria Hgamenta angeführt; Kopps palaeogr.
3, 74 fr. hat andere stellen über amulete und ligaturen
verzeichnet. Hincmar 1, 654 sagt: 'turpe et fabulas nobis
notas referre, et iongum est sacrilegia computare, quae ex
hujusmodi de ossibus mortuorum atque omeribus carbo-
nibusque extinctis (oben s; 588) . . . cum fiiuHs cohrum
fnultiplidum, et herbis varii» ac cocleolis et serpentnm
particulis composita, cum carminibus incantata depreben-
dentes comperimus.' diese bunten faden gemahnen an den
virgilischen vers: Uema tibi haec priitium tripHci diversa
colore IMa circumdo' und an das ^necte tribus nodis, ter-
nos Amarylli colores' (ed. 8, 73. 77)*). Sollen dergleichen
angehenke unsern vorfahren von den Römern zugebracht
*) die lettische braut zur trauung fahreud mufs' in jeden graben
und teich, den sie sieht, und an jede hausecke ein bnndel gefärbte
faden und eine münze werfen zum opfer fnr wasser und hattsgeisler.
Merkels Letten p. 50 (TgL ehsto. abeingl. 11].
AN6BBIN0B. NEStfiLKNÜPFBN 112t ^
sein, 80 gfeschall es schon in früher zeit , die episl. Boni-
fiioii 51 (a. 742) sagt; Micnnt quoque se vidisse ibidem
muUeres pagano rUu pkylacteria et ligaturas in braehiis
et crunbns ligiatas hiabere et publice ad vendendum yenales
ad comparan<him alüs offerre/ Beda 4, 27: 'nam et multi
... ad erraüca idohiriäe tnedicamina concurrebant, quasi
missam a deo conditore plagam per incantationes vel phy-
laeteria . . . cohibere valerent/ ein phylacterium mit reli-
quien vom hals bis £ur brüst erwähnt Sigeb. gembl. 828.
Bonaventurae centiloquium 1^ 29 (opp. ed. venet. 5^ 130]:
'maleficinm est peritia, per quam muUeres faciunt aliquas
ligaiuras in damnuoi vel in commodum alicujus^ ut de
crista gcMi et de r<ma et de imagine cum eis.' Schon
Plinius 30, 1 nennt anbindsei von käfem, des fülwant
Ms. 2, 160^^ gedachte ich s. 624, auch diesen brauch weist
Piin. 28^ 19 auf: dentes qui equis primum cadunt facilem
dentitionem praestant infanübm adaltigaH.' der neben dem
fülisant geiiamte gevater soll ihn wol dem pathen eigen-
htodig umthun? vom anbinden der heilliräuter redet das
folgende cap. umständlicher.
Der Verzauberung neuvermählter ist schon s. 1027*
1049. erwähnung geschehen, die hexe kann durch blofse
hermurmelung eines Spruchs während der trauung, wenn sie
dabei zugegen ist, den mann zum zeugen, die frau zum
empfangen untüchtig machen. Hincmar 1, 654 erzählt einen
fall, und gibt die Zusammensetzung des mittels an, das
neben der beschwörung angewendet wurde; auf Hinemar
gründet sich eine steUe in Gratians decret II. 33, 1. $.4«
diese sauberei beifst senkelkmüpfen ^ nesksUmüpfen, schloß'*
Mohlieflmn^ binden y weil dabei heimlich ein knoten ge*-
knüpft, ein scfalofa zugeschlagen wird*), nestel bedeutet
einen bendel (ligula), senket, wenn er oben an der- spitze
mit blech, zum leichtem einsenken, gefafst ist. man. sagte
auch brueheerknüpfen j niederkleid, nackmäntel knüpfen,
franz. nauer raiguiUette, es soll funfzigeriei arten solcher
Verknüpfungen und eine menge unverständlicher knüpf-
Sprüche geben**), das zugemachte schlofs, der geknüpfte
knoten wurde weggeworfen, nieht an die bezauberten
gehängt.
Vieles wird bei schwangeren und gebührenden beobachtet,
vgl. abergL 41. 176. 293. 337. 364. 489. 561. 654. 674«
") hÜfemittel dagegen in Ettoers hebamme b. 294. 296. Wegneri
sehanplati p.- 625 ff.
**) Bodin Obers, von Fiiohart p. 74. 75.
1)29 , GSmiRTS9IL|!B
688. 691. 702. 724—732. 815. 859. 924. 933. ehsln. U.
18 — 23. Legt die frau des mannes pantoffel an, bindet am
hochzeitstag der bröutigam der braut die Strumpfbänder^ so
wird sie leicht gebähren. Bezaeht sich hierauf auch die
Sitte, deren alter ich gleich beweisen will, dafs die braut
in der braatnacht heimlich ihr hemd mit dem des mannes
wechsele? Vintler sagt s. hs: das sint dan eüich briute, die
legent ihr hemd an irs mannes ort. Deutlicher in Turlios
Wh. 148; diu künigtn wart gebrtset in ein bemede:
'aiser dir st gelegen bt,
und er dar nAch entslAfen st,
s6 lege tougen sin hemede an;
und ob dtn sfn gesuöcbeii kan,
dai ez werila heimliok getAn,
sich, dat dich iht TerdrieKe,
<ßfi Hemde sin houpt beslieie;
daz sol an dlnem yltze sl^n:
dar n^ch soldn über in g^n
an sime hemde, daz wirt dir nomen.*
Den Griechen förderten oder hemmten höhere göttli-
che Wesen gehurt, die Eileiihyienj botinnen der Hera,
woraus allmälich eine einzige Eileitkyiay die römische Lu^
cinOf wurde, in unsrer edda ist Oddrän^ Atlis Schwester,
der entbindungen kundig, sie reitet über feld zu der krei-
fsenden, wirft den sattel vom rosse und schreitet in den
saal (Siem. 239) , kniet vor der Jungfrau nieder und spricht
ihren Zauber, man sagte: Inosa ma^r fr& mögum (exsol*
vere matres a pueris) S®m. 187^ und legte das amt den
nornen zu. Es mufs dabei uralte lösende und hindernde
noch heute beobachtete sympathetische mittel gegeben ha-
ben; ttbereinanderschlagen der beine, falten der bände vor
der gebährenden hinderte, von einander lassen und los-
machen förderte, wahrscheinlich half jenes rasche absatteln
des rosses.
Ov. met. 9, 298: dextroque a poplite laevum
pressa genu, digitis inter se pecüne ßmeüs
sustinuit nixus. tacita quoque carmina voce
dixit, et inceptos tenserunt earmina partus.
310 divam residentem vidit in ara,
brachiaqne in genibus digitis connexa tenentem.
314 exsiluit, junctasque manus pavefacta remisit
diva potens uteri.
Assidere gravidls, vel cum remedium dicui adhibea«*
tur, digitis pectinatim inter se implexis veneficium est,
idque compertum tradunt Alcmen» Herculem pariente. pe-
jus si ctrca unum ctmbote genua; item poplites alternis
genibus imponi. Plin. 38^ 6; ferunt difficiles partus statim
HBILWASSBR. RBLIQDIBN Ill$
9obif com qiiis tectaRi, in quo sit graTids^ transmigeril
lapide vel missiH ex bis, qoi tri« animalia singfulis ictibus
ifiterfecerint bominem^ aprum, uraaoi. probabiNus id facit
hasta veiitaris, eTulsa e corpore hominis, ai terram non
attigeril 28, 4.
Vergiftungen wurden zuweilen grewaltsam geheilt: man
hieng den kranken an den belnen auf, und rirs ihm nach
einer wette ein aug ans, im glauben, das gift werde durch
diese öfiiung fiiefsen: 'tarnen intoxicatos Albertus in Austria,
et diu per pedes suspensus, oculum perdens evasit/ Alber*
tus argent. (ed. basil. 1569) p. 167.
naner, fueUen und feuer haben kraft die gesondbeit
zu erhalten oder herzusteilen (s. 552. 554. 572. 585. 588.
590); besonders aber die quelle^ welche der gott oder der
heilige in dett fels gesprengt hat. die um den heilquell
gewundne oder dabei erscheinende $6klange (s. 551. 554)
darl dem schlangenstab Aesculaps verglichen werden. Aus
felsen und mauern trieft heilendes wasser oder Ol. Die
eingemauerte mutter (s. 1096) reichte noch eine Zeitlang aus
einer öfnung der wand heraus ihrem sdugling die brüst,
bis sie mdlioh starb, an dieser stelle tropft es beständig^
Weiber denen die milch vergangen ist, treten dahin und
werden geheilt » die muttermilch hatte so lange geströmt,
dars sie auch fremde brüste in flufs bringt. Aus Italien
kenne ich eine ähnliche sage: ^est quoque non procul ab
l hoc oppido (Veronae) in valle quadam Polioella dicta locus
^: Negarina nomine, ubi eaxum dnrissimum visitur, in quo
^. mammae ad justam muliebrium formam sculptae sunt, ex
^ guarwm papiUis perpetuae etillmU aqnae, quibus si lactans
>^ mulier papillas aspersit et laverit, exsicoatus aliquo ut fit
'^ vel morbo vel alio casu, illi lacteui hwnar revocatur.
Hentzneri itinerar. p. 201.
Den gräbem der heiligen wurde im MA. unmittel-
bares heilvermögen beigemessen und alles was mit ih-
nen in berührung stand gewährte hilfe, sogar d^ trunk
des über knochen, kleider, holssplitter und erde ge-
gorsnen wassers. rasen und thau auf dem grab heilen
(Greg, turon. vitae patr. 6. .7 % Beda 3, 9 erzfihlt von
*) Greg. tar. mirao. 1, 21 theilt ans fintebiui ^7, 18) die sage
Yon eioem eribHde des heilandi und der frao, lu Caesarea, deren
bkaUauf gestillt worde» mit: hi^ua ad pedeai atalsae in basi herba
^^ qaaedam nota sp<^eie aaseitur. quae cam exorta faerit , creteere «f-
^ que ad shlae iUms aerea» tndumtnfi fimirimm. solet quam cum
^ summo TCirtice cresCeos herba conHgerit^ Tires inde ad dtpeüendos
4 omnea morbos langQoreaqae oonquirit, ita nt quaecnnqne faerit illa
infirmitas oorporia, hanatu ezigao madefaota salutaris graminia de-
im RELIQDieN
dem hailigien Oswald: in loco, nbi pro patria dimicans a
paganis mterfectus esl, i»»que ihodie ionUaies infirmanm
et homimm et pecarum- celebrari non deainont. iinde
coAtigit ut puherem ipsumy ubi coi^s ejus in terram
corruit^ multi auferentes et in tiquam mittente» suis per
haec iiifirmia maUttm commodi afferrent, qui videlieet mos
adeo increbuity ut paulatim ablata exinde terra fossam ad
mensuram statnrae virilia reddiderit. 3^ 11: de puhere pa-
vimenti, in quo aqua lavacri iilius effusa est, multi jam
sanati infirmi 3, 13: habeo quidem de ügno^ in quo
Caput ejus occisi a paganis infixum est ... . tunc bene-
dixi aquam, est aiittkun roboris praefati immittens obtuli
aegro potandam. nee mora, melius habere eoepit. 4, 3
von dem h. Ceadda (f 672): est autem locus idem sepul-
cri tttmba lignea in modum domunculi facta coopertus,
habentß forameu in pariete, per quod solent hi, qui causa
detotionis illo adveniunt, manum suam immittere, ac par"
tem puheris inde ässumere^ quam cum in aquas mUerint
atque has infirmantibus jumentis sive homtnibus gustandas
dederint, mox infirmitatis ablata molestia cupilae sanitatis
gaudia redibunt. 4, 61 von Earconvald: etenim usque ho-
die feretrum ejus oaballarium, quo infirmus .' vehi solebat,
servatum a diBcipulis ejus, multos febricitantes vel alio
quolibet incommodo fessos, icmare non destitit non solum
autem suppoaiti eidem feretro vel appoBM curantur aegroti,
sed et astulae de illo abst^sae atque ad infirmos allatae
citam illis solent atTerre medelam. Reliquien heilen nicht
allein, sondern bringen glück, ruhe und fruchtbarheit, un-
geflihr wie hleinode der elbe Und zwerge in einzelnen ge-
schlechterp ; ubiounque hae refiquiae fuerint, iUic pax et
augmet^um et khitag aeris semper erit (Pertz 1, 71)*).
pelUtur : nihili omnino yiriuni g^reos , si. anlequam aereae fimbriae
summitatem crescendo contigerit, decerpalur. hanc statoam ad simi-
Ktudittem yultus Jesu tradebant, qaae permansit etiam ad nostra (Ea-
sebii) usque t&mpora,. ticot ipsi oculis nostrls mspeximu«. den sohö*
nea mythus ersähU aqoh Agobardus nach (opp. ed. Baluie Par. 1666
1, 248. 249), ea kam darauf an, dafs das kraut bis zum saun des
kleides emporwuchs, erst durch dessen berührung erlangte es heilkraft.
*) les reliques sunt fön, deus i fait grant Tertuz,
iloc juit.un oontraift, aet am out ke ne se mut,
tut H OS H'crussirent, U ners li sunt estendut:
ore sailt sus an peez, uukea plus saiii ne fad. rom. de Ghar-
lemagne 192—105.
lea reliques suol forz, granz rertuz i fait deua,
que il ne venent a ewe, neu partissent les guet,
nencuDtrent a?eogle ki ne seit reluminet,
les cuntrez i redreaeent e les muz funt parier^ 255—258.
eUOSDCaiAlUFHlflrCBR 1131
Die legen«)«» sind TCtll wunderbarer rettungen, weioke w&IM
fartenden siechen am grabe des heiligen zu theil wurden«
eine unglaubliche menge von kranken nahm zn diesem mit-
tel ihre Zuflucht; treflich aber wird es in der thierfabel
parodiert (Reinh. s. ct. cxxyi): der fieberkranke hase, der
ohrenzwfingige wolf genesen, sobald sie sieh auf das grab
der gemarterten benne gelegt haben. Von solchem wahn
waren die Heiden frei ; ich finde nie gemeldet, dafs sie tob
reliqiHen und bei den hageln ihrer könige und riesen hei-
lung suchten*), aber heilige wälder heilten (s. 64).
In Griechenland, namentlich Böotien, war es gebräuch-
lich, dafs genesene die metallene abbildung des erkrankW
gewesenen gliedes im tempel aufstellten, als uva^tj/Lm^a
nennt eine inschrift ngoownov , Tn&og, aiSoiov^ ^bIjq
u. s. w. **), aus solchen weihgeschenken wurden hernach
heiHge gefsfse gemacht. Die sitte der votivtafeln mit nach««
gebildeten gliedern können nun schon die beidnisohen Römer
nach Deutschland übergeführt haben, wenn man nicht zu^
geben will , dafs unsere Torfahren früher selbst damit be*«
kannt waren. In der s. 71 aus Gregor mitgetheUlen stelle
heifst es ausdrücklich : membra, secundum quod unumquem-*
quef dolor attigisset, tculpebat in Hgno; und dann weiter
'visi enim in eo barbari gentili superstitione modo auri
argentique dona> modo fercula ad potum yomitumque ebrii
olFerre^ cultumque, quo nihil insanius, istie simidacirum
inanis dei , ac ut quemque affeeü membri dolor pre$serat^
sculpebat in ligno suspendebaiqtie ppitulaturo idolo.! das
geschah hi Ripuarien, im 6 jh. Darauf bezieht sich auch
bei EUgius s. xxxi: ^pedum rimiKhidines , qQOsper bima
poninit, fieri vetate, et ubi invenerit igni cremate, per
nuHam aliam artem salvari vos oredatis nisi per invoca-^
lionem et crucem Christi;' und im indiculus §. 29 ^d$
ligneis pedibm vel manibus pagano ritu.' einer gdtthm-
ten wird im l^ouin bedeutet, *ut instar semivivae manum
ceream formtodo • exprimerel et ad sanctae Idae tumulum
deferret' (im anfang des 10 jh. Pertz 2, 573). Zugleich
aber lehren diese Zeugnisse eine bedeutende verschieden-*
*) den arfprang des reliquiencuhus werde ich ao eiDem andern
orte' untersiiGhen. .
'*) eorp. inscript. 1, 750 no. I5it0 woBockh sagt: doMria ikicdi*«-
calionit causa Ampbiarao oblata« qui ex oraeulo per tomiiium dato
restituti in fSDitatem eranl, ii partim membri, quo labararantf effi^
giem dicabant (p. 474. no. 497. 498) partim alia donaria, quemad-
modum etiam in fontem Amphiarai dejicere nammos lolebant. ygl.
Pausan. t, 3.
1132 OUBDERAüFKiNCBN
heit cler Grieche brachte da0 dpa&rif$a j weM das übel
geheilt war, aas dankbarkeit; der Deutsche stellte das
glied im tempel öder an der wegscheide auf, um dadurch
erst g^esung zu bewirken: opiiulaturo idohy und per
nullam aliam artem sahari vos credatis. darum reichte
auch ein höhemes oder vielleicht wächsernes abbikl hin,
das ein unstattliches geschenk für den hilfreichen gott ge-
wesen wflre. man vergl. die aus einer andern stelle Gre-
goffs RA. 674 angelegnen werte und Ruinarts anmerkung
dazu. Diese deutsche paganie berührt sich also mit dem
sauber durch Wachsbilder (s. 1045) und mit heidnischen
opfern , die zwisöhen dem was erfleht werden soll ^ und
dem geopferten gegenständ analogie beachten, kinder-
lose eitern brachten ein kind aus wachs , hob oder sttter
dar, wahrend umgekehrt wftchserne oder silberne bilder
auch zur bufse für den getödteten leib dienten. Was aber
den bekehrern greuelhaft heidnisch vorkam, duldete und ge-
atffttäte später die kirche. Eine AltOttinger votivtafel stellt
einen v^unglückten dar, dem ein pfeil durch die augbraue
in den augapfel gegangen war (Schm. 1, 842) *). An be-
rühmten wallfartsorten findet man hünde, füfse u. s. w. aus
holz oder wachs angeheftet und vor den kirchen wurden
die krüoken aufgehängt, mit welchen der sieche gekommen
war, deren er geheilt beim Weggang nicht mehr bedurfte:
ut ineredibilis materies scabeUorum atque oscUlorum post
perceptam sanitatem a redeuntibus ibi remaneret. acta
Bened. sec. Y. p. 102, vgl. Pertz 2, 574. Bei den Grie-
chen schliefen kranke oft in dem tempel der gottheit, auf
die sie ihr vertrauen setzten, und empfingen m iraium an-
zeige des heilmittels **); ühnliches kommt in legenden des
MA. vor, K. b. in der angeführten stelle aus der vita s.
lUae/ man halte dazu den träum im neuen haus oder stall
(s. 1099).
Es gab abergläubische zeichen, aus deren beobachtung
man abnahm, ob ein gefährlich kranker unterliegeA oder
genesen werde, des geichreis, flugs, wendens der vdgel
ist s. 1089 gedacht. Barchard s, xxxvn führt an, dafs man
steine aufhebe und nachsehe ob ein lebendiges thier dar-
*) man hieng aach bildlich die krankheit auf. so findet «ich bei
woadertbitigen gnadebbildera in Baiern uod öalreich uater den
wäcbaeraen händen und füften eine kr^bs oder krdtenähnliohe fe-»
al^lt, worunter die im leib lunkrieohende bormoiter Terataaden wird.
Schm. 1, 188. Höfer 1, 78.
**) Jac. Phil. Tomaaini de donarüa ac tabelUe volivia. PataYÜ
1654. 4. cap. 34 p. 214—226 tota pro aegrotanlium salutf.
STERBBNSZBHIHEN. PEST 1131
unter «ei: ähnbcb ist das aufgreifen einer handvoll erde
und forschen naob einem lebendigen wesen darin (s. xlvi,
9). Der bück des vogeis Galadröl nnd die Stellung des
Todes zu häupten oder zu füfsen (s. 813) waren bedeutsame
zeichen, dafs das stehen »u ß/sen frommte, wusle schon
PtiniusäO^lO: 'eundem (ricinum) in augurie vitaiium habent
nam si aeger respondeat qui intulerit, a pedibus sianU
interrogantique de morbo, spem vitae certam esse; mori-^
Inrum nihil respondere. adjiciunt^ ut evellaUir ex aar«
laeva caws, cui non sii alias quam niger color.' Noch
heule isl schottischer glaube, wenn m^n in des krankes
aoge die mMnnlein nicht mehr sehe , müsse er sterben : ia
der glanzlosen pupille des brechenden auges spiegeil sich
des gegenüberstehenden menschen bild nicht melir. Schon
im ags. dialog zwischen Adrian und Rithens (Thorpe p. 48);
'S8ga me, on hvAm mäig man man geseon raannas deäd?
ia f»e seoge, tvege manltoan beo^ en manf|es eä§um<
gif ^A fid ne gesibst, fionne svilt se man, and bid geviteB
mr firim dagum.' Hierau mufs verglichen werden , dafs
man nvch in eines verzauberten menschen äugen die nigt}
nicht sieht (s. 1028), und sie in einer hexe aug verkehrt
oder doppelt stehn soll (s. 1034). Kann ein todkranker
nicht verscheiden, so soll man eine schmdel anf dem dach
wemäem (abergl. 439), drei siegeln amfheben (721) oder
anderes holes hausgerfttbe mmkehren (664). das gidiche
mittel wird bei epileptischen (853) und kreifsenden (561)
angewendet: 'wann es im kreifs^i schwer hergehet, läfcrt
man den man drei schmdeln aus dem daoAe »iehem
und v^kdirt wieder einstecken.' Etteers hebaonne p« 663.
vgl. oben s. 1070.
Ich habe bis zuletzt verspart von der pest und den
vielfachen Überlieferungen zu reden, die sich an ihr er«-
scheinen knüpfen, wann nach grofsen Überschwemmungen
feuchte nobel und schwüle dünste die luft vergiften, bricht
sie plötzlich aus und verbreitet sich unaufhaltsam über die
erde.
Dem gr. Xoi/uog (s. 842) entspricht auch im genus das
ahd. sterpOf scelmo (nihd. schelme), gl. jun. 219 scälmo,
fihusterbo, altn« skelmisdrep; ahd. touol {Di\x\. 1. 50P),, ags.
eöl^ gen« ytA^s. die laf. benennungen pestis^ lues sind weib-
lich, wie das serb. kuga^ morija. masc. aber das b6hm.
poln. mar, Ktth. moros , lett. mehris. das serb. und slov.
knga ist das mnd. koghe (Detmar 1,81.113. 127.148.377),
ja in einem mhd. gedieht (bei Heyer und Mooyer s. 46"^)
• steht koge. man sagte mlid. der gähe t6t WigaJ. 3729»;
1134 PB8T
Mni. gäddt Maerl« 1, 230. aber auch de^ gro/$e töd^
sohwed. digerdöden (altn. digr crasaua, tanidus), attn. searH
daudi, dän. den sarte dödy der schwarze (od, vielleicht gar
mil bezug auf Svrtr (s. 769) *).
Den Griechen sandten des zürnenden ApoUo klingende
pfeile die pest: schnell sterbende münaer tödtet ApaUauSf
schnell sterbende freuen der Artemis geschofs; vergleich-
bar ist der jüdische würgef^el (II Sam. 24, 1$). HermeSf
beschttizer der heerde, trägt um sie, seuchabwehrend^ den
mdder; hernach trägt ^ ihn auch um die etadt u^to^
<p6go6^. Jungfrauen wurden geopfert, der verheereiuien
krankheit einhält zu thun. Nach Plinius 26, 9 kann eine
Jungfrau mit aufigelegtem varbascum gesohwulst (panos)
heilen: experti af&rmavere plurinun referre, si virgo im-
ponat nuda jejuna jejuno et manu sopina tangens dicat:
'negat ApoUo peetem po»$e crescere^ oui fttida wgo resümr
guatr atque ita retrorsa manu ter dicat^ totiesqu« despu-
•fltambo. die formet ist von der schweren seuche auf
di^ geringe übertragen : so wird auch entkleidung der jung^
frau bei abwendung der dürre (s. 560. 561) und noch an*
dremal erfordert.
Jener todeeengel ist der Tod selbst, der seine leute
abholt. Bme langob. sage redet von zwei engeln, einem
guten und bösen, die das land durchziehen: pari etiam
modo haec pestilentia Ticinura quoque depopulata est, ita
ut cuncäs civibas per juga montium seu per diversa ioca
fugientibtis in foro et per plate«i civitatisr' herbae et fru*
cteta nascer^ntur. tuncque visibiliter multis apparuit, quia
bonus et malus angeius noctu per deitatem pergerenty et ex
jussu boni angeli malus angeius, qui videbatur venabulum
manu ferro, quaHensde eemAuh ostium oujuscunque domus
percuisisset y tot de eadem domo die sequenti homines in-
terirent. tunc per reveiationem cnidam dictum est, qood
pestis ipsa prius non quiesceret, quam in basilica beati
Petri, quae ad viacula dicitur, sancti Sebastiani martyris
altarium poneretur. factumque est, et delatis ab urbe Roma
*) Paul Diac. 2, 4 schildert eine Terheerende seuche in zägeo,
die BD das lebendige, Ton Boccaccio la eiogang des decamerone
eotworfDe bild erinnern, wie Terödet Schweden und Norwegen zur
zeit der grofsen pest waren beschreiben; Afzelius 4, 179. 180 nnd be-
sonders Faje 8. 135 — 148 naeh schönen Tolkssagen,
**) Massilienses quodea peslUentia laborabant, iiiuw se e» ptnff'
rwribui oferebai alendna anno integro publicis et purioribus cibis.
hie postea ornatus rerbenis et yestibus sacris circumducebahir per
Mam cwUalem cum exsecrationibus , ut in ipsnni reciderent mala
-civitatis, et sie projiciebat^r. Petron. cap« 141.
RST IISS
beati Srbtfltiani reliquis, moxnt id-jam dicia baaitioa alta-
rium constitutum est , peius tpsa quieeU. Paul. Diac. 6, 5.
Als im j. 589 xu Rom die Tiber ausgetreten und eine Seu-
che entsprungen war, die viele menschen rafte, ordnete der
heil. Gregor feierliche kreuztracht, achtzig leute stürzten
'allen gfthes' vor seinen füfsen in der kirche nieder und
starben; vom gebet sich aufrichtend 'sach er sldn üf dem
Dietriches hüse einen engel mü phtotigem noertey der idis-
keie da» selbe swert durch stnen gSren. do verstnont sich
der heilige man, daz der 6wige vater stnes zomes hin ze
den fiuteu erwinden wolte' *).
Gleicb solchem todesengd zieht dienord. ffW mit ihrem
rosse umher (s. 290. 804), es ist das auf dem kirchhof er-
scheiaende tadiempferd (s. 1095).
Nach einer voigtländischen ttberlieferung kommt die
pest als blauer dunst, in gesiaU einer ioolkey gezogen. JuL
Schmidt p. 158. das bezeichnet jenen schwülen nebe), der
Seuchen voranzieht, und der blaue dunst gemahnt an des
donnergottes feuer (s. 162). Einst wtitete die pest im Oden-
wald und zeigte sich als blaues flämmchen an der sacristei
der statUkirche zuErbach, wo sie ein^emoiierl wurde. Amm.
Marc. 23^ 6 (a. 363): fertur autem quod post direptum hoc
idem figuientum (ApoUinis simulachruro) incensa dvHate
(Seleuoia) «milites fanam sorutantes invenere foramen an--
gustum: quo reserato ut pretiosum aliquid invenirent, ex
adyto quodara concluso a Cbaldaeorum arcanis labes prmor"
dialis eaßsUuüy qnee insanabilium vi oonceptd morborom ejus«
dem Veri Marcique Antonini temporibus (A ipsis Persarum
fimbus ad usqüe Rhemm et Gallias cuncia contagiis pol"
hiebai et mortUms, Auch im j. 1709 wurde die pest zu
Conitz in Preuben in ein loch der Hnde auf dem kirohhofe
gebannt und ein dazu bereit gehaltner pflock, der genau
fügte, eingeschlagen: seitdem hat sie sich nicht wieder im
lande zeigen können (Tettau und Temme s. 222). dies
stimmt zum einpfählen der Unsaelde und der maus (s. 832.
1120)^ aber allgemein zu der Vorstellung, dafs krankheiten
auf bftume übertragen werden können, das einschliefsen
der seuche in tetnpel und kirche bezieht sich auf ihren aus-
gang von der gottbeit.
*) denUehe predigten heräosg. Ton Karl Roth s. 76. rgl HofTm.
fomdgr. 1, 77 and -Greg. tar. 10, 1. 2. das Digtriehshaus war die
moles Hadriani, apfiter die EngeUburg, ebeo nach dem enge!, der
aich anter den bittgängen blicken liefs. unsre Tolkssage schrieb aber
grofae , römische gebäude lieber Dietrich zu , namentlich auch das
Amphitheater zu Verona (deutsche heldensage a. 40. 203).
Id86 PBBT
Augttstiniu de ¥erbo «postoL 168 stellt die pest als
vnmehkichende frau dar, welche sich mit göld abfinden
tüfsl: 'proverbium est panieam, qood quidem latine vobis
dicam^ quia punice non omnes nostis. punicum enim pro-
verbium est antiqua«: numum tmlt PesHlenüa? daos Uli
da, et ducat se.'
Ais zu Jastiniaos zeit die grorse pest wütete, sah man
auf dem meer eherne barlieD, worin schwarze männer aon*
der haupt saGsen: wohia sie fahren begann die pest ausza-
brechen, in einer stadt von Ägypten waren von allen ein-
wohnern nur sieben männer und ein zehnjähriger knabe
übrig, sie wollten sich mit ihren schätzen retten, die männer
fielen aber in einem hause vor dem thor todt hin , da floh
der knabe allein, doch unter dem thor fafste ihn ein ge-
spenst und schleppte ihn ins haus zurück, bald darauf
kam der Verwalter eines reichen mannes, um geräthe aus
diesem hause zu holen, und der knabe warnte ttin fortsnei-*
lau: in demselben augenblick sank er mit dem knaben todt
zu bodeQ. so erzählte bischof Johannes. (Assemanni bibli-
oth. Orient. 2, 86. 87).
Neugriechen denken sich die pest als bimde frauy welche
die Städte von haus zu haus durchwandert, alles was sie
berühren kann tödtend. sie geht aber tappend und tastend
die mauern entlang, und wer sich vorsichtig in der mitte
des gemachs hält, den kann sie nicht erreichen. Nach einer
andern volkssage sind es drei fürehterliche frauen, die in
gesellschaft durch die Städte ziehen, und sie verheeren, die
erste ein grofses papier, die andere sdieeren^ die dritte
einen besen tragend, sie treten zusammen in das haus^ wo
sie Schlachtopfer suchen: die erste schrnbt die namea in
ihr register ein, die zweite verwundet sie mit der scfaeere,
die dritte kehrt sie weg. (Fauriel diso. pr61. lxzxiii.) Hier
sind die drei parzen [a* 385) oder furien und euoieBiden
todesgöttinnen geworden.
Schön ist das bretagnische lied * bösen EUiant', die
pest von EUiant bei Yillemarquö 1, 46-51. Eia müller
gieht die sage, sah am fürt des flufses eine weifigekleidete
frau, mit flem stab in der band, sitzen, die übergefahren
sein wollte, er nahm sie aufs pferd und brachte sie hin-
über, da sagte sie 'junger mann, weifst du auch, wen du
überführtest? teh bin die Pest; schon -habe ich meinen
Umgang durch Bretagne geendet, jetzt will ich in die kir-
che von Elliant zur messe und wen mein slftb berührt,
der wird schnell sterben, dir aber und deiner mutter soll
kein leid geschehn.' so geschah es, alle leute in der bürg
1931
8tgriien<j tweitwäffentmimm ^die^mtne wiüke Audi i ihr kohtli
Naoh'.ein^ft tolkämdiii^gt er ne« m^> dm-sckuUeftn... mm
tin^m 'einBigenr -haBA- ilicrdeii neun i Kinder begraben / >iMr
kindihof war aageCilli! bis xii den. maiierii. /neben -ttem
MrcAAfl/) .Mehl- eine -eid^j bn- ihreh ^pfel . ist -ein weifees
Uich gebunden; • die >: Pest : hat- aile 'tettle hingeraft/. -KUm
vertrieb sie endlich :.dainil dafe. man; »sie besang; als siMp
ihran^tiameniii' den biedern geftaimt und entdedsl sah/ wich
sie aus dem.slaiad undrfcebrlentiDnier'Zurficki > Das b^ehveik
<ider»iqfaAfte«T isl )gans >wie bei.^der gfttlki.Berhta: oder, bei
ciMsdheil wäse». •
Voiirden iitth. tiSMne,' der. pest «oder tedesgdttM «lüehte
lebMjiAsfilhrlicheile sagen wisaeni sie würgt Aerbarmnnfslosc
4iid . taiwe MGüAkie fcsmMigtttr. (dab. dieh die pest würge^
ieti ein :bekahiiler flueh, (Mieieke s. v. DbnaleUis i41*)i aber
atibh Magita öden bloss dMbei (gbUi») heifst die illtth; pest
und man fludht f^miM ji/ Hagilofiy imma }i( diewaiP Aus
den» pohMchen i Litthailen' lerzäfalt Adiih Ifiekieiiücx'*^} von
dbr Mordiea'ldsiemae (pesJjungfraM) folgendes c
kiedy : zarasa/ Lit^e »«■• uderayc ,
j^ prayjsoiec-.wie88C(ta )0dgadme zrseAioa ; . '
bä jes'li sljnsena iwaideiofom ^ribrayc^
nicetie nftipustydh'^ancttaiadach. i b^oniabh •
staje widomie morotca dmetoica^ f
; . . : w bieliznie/ z wiaiiHieni egbistymi na ekroniaeh^
«coljem przenoisi>bifltjewie^kBB"drziesnt '
. « w reku 'chustka skrwawioni; -pofwi^wa.
. Dtfiewioa slapa kruki etjowieazozeuii:
; ' na 'SiellA^ zamki i liogate aiiasta; ( n'
u üe re^y krwawe chuMa skinie,
t vtyie patacfMr aniieaiia«aie w pustynte;
gdzianega elapi, s^i^zy gvöb» wyrastal^^)» . . '
WoyißtQki Ij .51 nennt sie iPotoMTrw, mms eigentlich lufl,
dttnst {s. 1135)^ dann aber auch pest bedeutet- in weirseai
gewand auf steleeii schreHet sie einher, nennt sioh einem
imnhe, dem *$ie befe^net, und will auf seinen schultern
*) Roqrad Walknrod poezye. (Warszawie 1832 p. 96).
***] wenn eine aeüche Litthauen trift, so steht (man darf den ^ai-
deloten glauben {»^iinessen) sicfhtbar auf einsamen ^ottesSckern und
leMern die ptittjanffrsii in w^iftem kleid; einen fenrigety kränz tnk
^k^ $cUife4 .an dtr stirne tra^i sie sairi^drslihe, mU d«r band mMii^
«je etn kfuHg^ J^h. lansaan^eQ acbrittes geht sie in. dörfer, schlölser
und reiche Städte; so oft sie mit dem tucbe winkt, wandeln sich
jpai&ftte in wüsten« w^^kio ibr fufa tritt» äfnet sich ein frisches grab.
Ufa iretf» nichts ob »ob bia^owsctkie drzewa richtig übertrage, norh
ob dies adj. mit bialjowieszczka (»•. 449) T^rbuaden ^erdeä dirt >^
GrinuM myMol. S. musgmbe, • ^
•1 t| «
tua
dufercb ^lA Keuft^fr ff^/timgeätspmumr i8«|hiti'iiHtteqiviilii0p
den todiett JoHe fldsuiMb Ueiben. , Mr t iraiiii > Irigt • . ne 'nsa
durch stfidte und döffferywo fWi nilr dBMt/tfi:A0.iaia^ igtiiM
attte dabin, und TW* ihnm.flicheik.dll^neBflcheik'/ AniHrai
däobe et'Sid zu eptfänkeai und spiw^ 4n< delii 6träp\^'si6
dMr hob. sieb. fedetlekhtift die.:höhi^tuml eilta im dia.wahi»^
|}9biii|^,: lüftbvöndi.deff. manai mttvgkngi. • . i > •• / !;.;./
' In. €ifi^ andehh ;eiiBiUo«g: 1; IST-beifstMsie iDmui
(maa. ««h-bwi Uchuma), soiangec sie.lierf^sbfaii, atafh«; die>ddrfer
ikte, .iUe hähiMiisiMi} heiseil» uiidj kümieiiitiiichli nehit^lpräheD;
die hunde bellen nicht mehr, doch wittern sia-di« Fest-fM
minima i/fgl 8. 632) und lqiunriBn.s ^ - ^BÜi UiiieB sah« iie in
VBt€if%nageuiand$ .mit tLMssmAäm ihwr^ friieii»einbn stehen
2tawi>aetaeni.uflui di)&;leilsE- biiiairf »Uinwf n, m^ deii'teob«n>
itan huiildien'. eu. entgebn. < risbh: iiähatli ler 'aaih> der leittti
ttn(} atttftt um,: daß; ^ p^st. Mitob viitBr die \hiq«N^ fUktq
A9U droht aw^inocih imiti räche. unA versdMrindati.ü .-d. *
c'w pift • Auufesa; fahrt ' ailbh : au weilen auf: einem ->^ageo
durch den wald| von gespen^n^ ef|leB)tnHl iihii»ib«gfeitet':
dieser geisterzug h^ifti Uwmmi y W^ycnlii <n1 ^ 130- 133.
159- 163. :die.ff68t IcohiUejMoeh «iwiMssfaiiiie^alividaaemj
dann ziehen dia')eotfioineni «liiensoheRi c^vietter ^ii| ibire hSu-
ser, hüten sU;h>:abean wol>diiifdb<dieiitb[lKi«pnflnigBlHiy sondern
steigen durchs fenstei\» .* ^ -vosiv • ,.i :.// -
piYKan.Jn.'die. naittfr d^e 17/ Jh.. Mit: wiäaxJohämi Paruni
Schulze, ein \WMidiaeheff bane«*) mähte«: -ßs^ t^l m zuge-
gangen, das..4fid. nan^ wie es daitlHi allcnMt fenedet ist
worden, der ist . gewMMB. urid bat' gehjeifiieii Niebtihr, da
anitzo Kuffalen auf wohiMniy wddiei^ nachb^r* Loohan ist
gewesen, wie er von. der« jäkadt fahrt, iflompit am man bei
ihm unter wegens^ bHM eint wen^ auf den wagen/ zu tre-
ten, sprichr eR aeiYsehr^auide.' faagt iba der Hans Niebuhr
auf weedisQbe, wie «ax^m dörszeit diei s^rapba ffei^ftöcblich
fawtesen, wohin tiod ber(?i und Bibipk ihn auf deu' wafaa.
wil er vorerst: aich eicht kond ^tben. dieaeit^jebubr aber,
•waa t)*.ttnkMt^ beginneti bariieiii zpj fragieiK gibt er sich kund
und spricht, 'ich wil mit ip deinen dorf, dg bin ic* noch
nicht gewesen, denn ich bin' der Pest: Da bat dieser
Niebuhr um. sein lebent,, gßb dpr Pest ihn eip. lebr, er
Mit iba vor diorf sttahen» lasaen- mit dean. wagen» und sioh
^Mokend alisniekm m& überal baih Meid ae seinem leibe
baben, und so.l sein keiielhaken nehtni^n, fi)>rte nus seim
*) aus dem dorfe Soten, kircbspiela^KäBlea, im LäaeburaiMhen
um 1740 «ohrieb er «ine cbTÖniit a«f ami. der br.lädeb« ebnrbiadt.
jahrg.. a Hinnarrer . 1 794 . p. 282^ 283.
0
- » . : . . • \ . .
&MS «\i8g«ihan' ititf4e#f idottfieB amb-sdin hcferumb laufen,
de» MUe i¥ -unt»r di» 'ÜüiMMsfmeU» ^ergri^im,: hika nur
nidmfiniiA niir ereiH" frfigt', spricht <deif:= F^9ty ^diirchl .^ebi
ger«eiii, die in de« tränken kXM^t ist.' Der Kiebuhr aber
\M ihn 'ihit dem* >waf en eiM ^^ut« eeke vom Aorf>' deM
es h^ Httchis; nahm den hffs$6lfMk^, lief lisdkefid' «iis
iiflm dorf «urf i^ifitd ihm und stalb das ^is» avrter die hrv^
icken, Welebes ütt a^ 1690 ie9i seftt>>er gesehen harbe^ da
tHebraok'isi: gpebesseri worden^, aber iron rost baids wr^
^ehrl. Wte^ dü^ser Nietiiibr nlich s^n pf^d nM nwgm
-koflipt; sagt »der Pesi: ^^eficU das gewust, soil ich dir das
nicht kund gethan haben, das du ein solciies in deinem
siM dieh hast ntr^noitim«^n, m* hast nt^ dm gAnvi dorf
im gismachh^ wtvittei^ Ni^bdlif voi« dem dorf kemfit, spaii^
^r seitie pfei^ei «TMi wag^ffi ntfd JMt ifcn 'dranf sitsen. isl
;iBiooh kein« 4(rflnhbfeit> ^ttn pl^^rfli^lWiili dorf gespürt wordeA;
(sa^slentiti tftlen «nvIie^eiMtofi dörl)^ liat die senohe lieft^
y^oyt^X S&httl»eS'ung«sfelilaeKter, fvtöfeit Bricht. Dai
wegsebaffsn des JtesseWUt/lens iotin berdb'^eibt* ailflassüng
de^! hause» 'SuMildi^üokisri'f 'Hn^'leei'eü hflusern haft d^r \m
nlohts 'zu JHoien. m^ di^r äWr^teifde , «iiistieberttf« ^ig%n^
«Mtmer ^ymbeliseh '^s Mai ^ ^m Kbi^ tiiedef ^Ütt^^^i*;
so mufs es der neue besitzergreifer* ^aufecbirrzen'*). ; Dfti^
laufen HAI dai9 baes, rnndi^s^ &rf gWIcbt ^eneni frageh des
Wfddets um die etadi, md die' entkteldnng stimiiil M dem
Fömisehen bpaoah. • *
Weil aber die Pest schleicht zn fnb ist, Iftfet ^ sieh
enf .dem wagen in dlis dOrf einfabreri, öder auf dem rü-
cken , gleich bocke^di^n bausgetstern und irwhdben fs. 489.
868) einschleppen. :
Nach schwtedlsoben sageft Karti' die < Pest Vbn süderi faef-
ins' dorf, biieb vw dem ersten höf ^ehtv ufid issih yM ein
khki^ sehoner knabe wx^^ ü&t eiti reibeis^n (rifva) ih derr
band hatte- nnd tianvnf rieb, wenn das geschah, Ml^ t|oeb
einer oder der andere im Imis leben^ d'a die feAe nicht
iBiltes mit sich wegnahm: kam er aber ins nächste dorf, so
fblgte hinter ihm die Pestjunfffrm (pestflidka) , die kehrte
mit einem besen vor dem thor, dlBinri starben eile im gan^
«am dorf. man evbiiokte' sie- ibtr nur sehr seHien und im-
mer, bei ttig^ftanbroeh. « (Af2<älins 4, tV9).
In Vestergötland beschlofs nian - ^gen den* digerdöd
ein meVieehenopfer/ und «teei arme heti^Vsind^^ die ge-
I a «j > I I *^
*) Wnlfter dedaction , beiL no. 4. 5. 135.
72*
<tl«0 f«tT
nie daber «ega&gfln -kMen !y aolllen ißbrn^rin diß^ettde
gegrmben w«v4m^ . mau winrf ^bneU 4ieA^frHbe loit, «ab
den kind6rn,.di«^ hungrig waren; «Akmula; auf; kuobi^A. uml
liefs 816 3u)li nieder set4«n: .wtylirDnd isi^ .«rsan , . scbtaafßlte
dfls volh die. erde in dm. höii^ 'poV^/rißf daa kl^e kind,
al» die eiwte scbauf«! iibßr m g^Vforfm ward) '4ß M mv
^de a«f mewi spMNiab^rol.' der* bttgel w.urd« l^b^r den
londern zuaaafiinen geworfen und tian hiVrte niqbi« vMeiier
^on ihttea. (Af^us .4, J81). Hieran Jialie man das ein^
■MLUnrn der kiiider in dieigriindfoalie des .neu^n hA^S (s. 1095i)
und das opfer der jungen kub ;in> keilig^ fauer bei.yieh-
ataffben (a. 57&).
In Morwagea ,stom.mw sif^b. die ^Peß^\,Y0r:Bi$ «to,
bkichei frauj die m land. uii^fuhr ifiit #in«r reik^^ (rivey ei-
nem gesabnlea werkzailg, womit erde; joder hell: und ge*
jfiaid^, auaeinander geMgw wirdj.uad; eiMn» :bas0n (lima);
wfP .üiedia Feibe brauqkte, kämm einaiftoe.aiU d^m ieken
davon, wo sie aber mit dem besen fegte, starb. jede mut«-
ler^eel^,; ) Zu ^inem^ maiva, dec^aie über ein kMnes^asser
«ets^eitjj^nd.be^lufig.fQr^^rte^. aagle aie\ /daheim auf der
))Apk,.\Tirat :dtt d^in .fer.g^g<«fd : finden', kaum war er • nach
Iwius gel^ng^, aei siechte ^r und. starb aisogieich. Oft er^
spMn^ &ie ancb in r^them klfiid^j^A wer ^ aijiiattl, gerftlk
Hi'Bngsl^' .(F4^ye,.s< 135). - . ■.;•.,, •
,Diie Serben sagen« Kugß^ sei em leibbdfte frau^ die ia
nteii/sßu ^cfii^ g^nUU ge^e, vjeÄe \m^ Ae so gefiehn,
einige getragen, sie kam zu einem mQiiacJieil .ottfe feld
oder hß^^fiaeie ihm unterwegi^ .und '^agteii Heb Mik die
Kuga^i trag mich dort bin!' der. mann nahm sie huckepack
und trng.^ie ohne mühß dahin wa sie wOUte. \>h^ Kugen
(pesten) haben ihr land beim meer, aber gojtt schickt aie,
wenindie li^ute i^rel tbun.und viel aüifdigiett. ' Zur seit wo
die ppat würgt, nenat nMia ^ie nicht kugat^ sondern ftuaia
^evi)(terio)^ um. sie gen^ig^: zumacbM. dann wagi MA
au^b nichit^ upgewas^fiepie gefäJCie siehn zu lassen ^ denn
napbts g^t sie durch . di^ ktt^ , und wo sie deifgleiehen
orblipkl^ scheuert ^nd fegt , sie, alle löffel und stihttssolo (und
wird dadurch im haus; aitfgekaUen), ' zuweilen trftgt sie auch
den speck aus d^m böden weg.
Pier :er,scbeint. sie iwiedfrufla n^oh ari der alten, igöttis^
nen, unserer Holda.ufid Berbta,; die keitfe unordiwig in
Mn^balt. i^»n (s. 247. 2^0). - '
Den SJovenen i^ di^v viebaßjiche (ktigi) ein a«Aec!A»^ef
kalb, das durch sein geschrei rinder und schafe tödtet
(Hurko p. 784).
:m'/i:«'!> <pb8t ü'i/ 'H
aati
Der teufei soll gesagt haben, gegen die kuga gebe es
nur ein mittel , hacke und haue d. h. begräbnis. (Vuk s.
^' ^h linhisfc^iel^^^^^^^ ^mySieiM/t aU'tlst
schnell fortzuwandern in stahlharte berge, in den dunkeln
Ni^rdiM:' relc^ferdiiind wtf^^pfcflrri soH ihi^^dazu gl^|eben
if^den.^ Sie keiSsi ruii^, die pUHzlich«, wie jenes nihd.
der ffiAhe tötl - , : , .
Man hat in Niederdeutscbknd volkssagen von dem
Bridnuum, wekhier naehts den leuten in itas fensler hinf
emgueki: wen er dann ansieht, der murs* ite jähr und tag
sterben, gerade so schant Berhta ins feilster (s: 252) bder
der Tod (s. 732)< auch in Tirol erzfihlt man voiti gespenst,
das ift sterbensaeiten umgebt : zu welchem fenst^ es ein-
s^hauif in dem hause sterben die leute (DS. no. 266).
.In der Lausitz sohleteht Smerinitssa voeißgesiaUet in
dm ddrfera um : auf welches haus sie ihren schritt kehrt,
da gibt es bald eine leiche. im hause selbst thut- sie ihre
gegenwart kund durch pochen und bretwerfen. Zuckungen
stek*bender sind keanzeichen , dafs sich Smertnitza . ihrer
bemächtige, (laus, mon; sehr. 1797. p. 756).
Es kann im mindesten nicht zweifelhaft bleiben, dah
alle diese Yerschiedenartigen personificationen der pe^
als ausflüsde bdherer gottheiten des alterthums zu betrach-
ten sind, deren mitleidige und furchtbare gewalt dabei wech«-
selsweise vortritt. weifsgescMeiert schreiten sie eitiher
^teich Berhta und der zu mittag im getraide wandelnden
mutteh pestjungfrau und schicksalsjungfrau berühren' sich
nahe,, morowa dziewica und Marena, Horena {& '^^^)i die
Tersehrende göttin und die heilende, schonende Bir. •
.>
, ' .
«^ •
ii
litt KRÄÜTBRimP STEINB
• • 1 . ' ' ' * .
M I ' • . ' ' 1 ' 1 • ■ • , I I • • 1 I t «1
. Pliniiia hflifiber s^6 inaHirgesKilii^htt ^uvch ^,^^
reia gebor^itet j- dab er awch die alAHrglfliibiscbeir ineiiiiin|en
des volks von thieren und pflanzen umständlich' anaUftfaren
nicht verschmftfai. ' wie Jleohte seine ehiifuFcUt tot dem
aHerthtuii/ seitie sprachgewandte- iknrsteiiäiig ab .vmi dem
trocknen ernsl: unsror heutigen naturfbrseher, die» hieiiieii
bück auf den braiaeh der hdaifat-veHrenden^ md alle^kraft
und ^er des deuischtin ausdrtiti(s!füir geringfügig achlen.
^Krüt, «^(ßtfie unde foarfhitat an .fereften grdzea bort'
sagt uns Freidank 111, 6, und da' den zweiigen hesondere
fcunde der in kräuterii verborgnen heügabe beiwohnt (d. 420*
426), so ist zu beachten, dafs gerade einem hOnige ihres
g«8chlecht8 GoMemar (s. 422. 435. 477) der ausspruch in
.den mund gelegt wird: 'Christianos fidem in eerb^, Judaeos
-tu lapidibui pretiosis-j et Paganos in herbis penere.' Mei-
bom Script. 1, 186. Dai9 heidenthum bietet • eine fttlie my*
ihischer vorirtellongen von d«in urapruiig und den manig-
fachen tugenden der hräulier. .
Wie unter den menschen. ragen unter deai ' KRÄUTERN
•edle vor gemeineff. sie* sind von göUern an einsaiher heiliger
atiltte geischaffen , aus dem hliit unschuldiger gesprossen,
<von- vögehi herangetragen, unter dend fufatrill der gOttia
ikeimt die bidme, wie: diei i^o sich Ikbende traurig scholdea
gha& üAd gewächse. dorren, am giplel des bergs, auf wel-
chen der liebende die geli&btl^ ätetbend empor . getragen
hatte und ihr letzter labetrunk gegossen war, wuchsen bell-
kräuter, die dem ganzen lande zu statten kamen (Marie de
France 1, 268). berge hegen das seltenste der pflanzenweit,
oben auf der Ida lagerten Zeus und Here (II. 14, 347):
foiai d^ vno '^&wv dia qivtv veo&rjXia noirjv^
Xiüxov &* igaijevTa lih hqohov ^^ vaKtv&ov,
nvHvov Kcil fiaXanov , os dno 'i&ovog vif/6a iegye.
Solch ein blumenbett schwebt noch den minnesftngern in
gedenken (Walth. 39. 40), aber die menschen müssen sich
blumen und, gras unter vogelsang dazu brechen. Der an-
sieht des mittelalters lag es nah heilende kräuter aus dem
grabe heiliger männer spriefsen zu lassen, wie wir blumen
auf grabhügel pflanzen und davon zum angedenken pflü-
cken, auch an dem hügel des huorco wächst wundenhei-
lende rosamarina, deren brechen menschen in tauben wan-
nütDtjn 1143
ihU; (liealinnj'4^ 8^ -im frab^ des heiligen (fflgl bineif
binMbBiiaiy ..voit dessen früditeH kranke alsbald genesen
(Gifeg;^ tor. mirae. 1^ 4^). Hr^Cfrinli 8.1120 ist »ngeführt, wie
am. fufft einesi bäüigen > bildt^s eine fUwa 9petiefi (das isl
|eiM^) hpinenaeKe ^^o^kt;^) fluni )sa«in des kIeid6S')keran«J
aprors .«iid> dann.:heitkrä{Ugf Wurde; hierzu kalte loh was
Biia £4,< 19 mdldet: herba m capAe stahmd Haia e^ttecta-*
q«e 'alieajus in reatia pernio et alligiita va lino ruff capitis
dolorem confestim ee<hire traditur.
: Viele krttuter und blumen .sind aaeh göäem befiaimi^
daiek dis ahldsiie der namen selten bi^riehtej^ daher sm ma-"
nigfaoher'.nuatefuof unterliegen, der gott bat die pflanz
zen .henrorgebralokt und sieb ihrer bedient, sie sind ihnl
lieb oder verhafst, ihre gesteh und färbe, wird eineeinen
güederh'dea fMtlichen leibs, dekn gewande oder geräthe
das goUa vergiioben. so faeifst BtMn brä (s, 203, vgL
aoperoilium V4ilefis)y Freyju här (s. 280) nach dem leuch-n
kenddR glänze der blume, fbmeotes foUme (s; 220)^ Kiarda^
9öttr (fi. 198) nach den blättern, die wie fünf finger neben
einknckT steha. Dotmerrebe ist lett. Pehrkones. Donner-^
kraut f D&nnepbesen (s. 168) können wie barba JoTia aui
dem struppigen geflecht der ranken gedeutet werden ; ich
weifs i(ber nicht wie sich Perumka (s. 166) au Perun ver-»
hftit Tettfebbifs ist von dem eindruck der afthne genannt)
den «tan an der pflaoae Wurzel zu gewahren glaubte und
dem bösen geisle zuschrieb. Eine menge andrer benen-^
nrngenaind von tiiieren, vonEüglicb denen der einheimi-^
sehen tebel hergenommen, bfei weichen die phanlasie atif
AhnKehe 'Weise gesehiftig war.
kki: 6aMri(rit wird an bltimen und kräutelm das heilsame
dot^i'dea beitota freund, das sebfidliohe dvrck feind be-i«
iseictinet, z. b. Ramäprija^ der Laksohmi Heb ir= letni^;
JdmapfHja dem Jartia lieb =i= ficua indica^ v|l. Potts forsöM.
2« 424:4427. Hierzu halte ich daa abd. g^aafwtge^zam
marrabinm altiuns (Graff 4, 279), mnA. gotedtghetknei^Tv^m
beitrl/^ s. 48) uiid die l'edensert ^ergaz im got* (gramm.
4, 195) VgL oben g. 17; das kraut heifst nhd. andern.
Ohne Zweifel führen aodere kridter ihren götiliohen
nam^n dab^r,* dafa sie zuetat von götlern den Üerbliehen
ata heilkräftig getüie^m wurden, bei den Griechen sMei*^
nön Mhewe und Artemis in dieser bezlehung tbfttig: ich
gUmbe dafa voai uaaerh göttinnen fHgg und Fregja^ oder
wer a)e^ap4ter zu terlreten hat, vor allein Jfafio, ihfe stelle
eiimeluAen. WahraGheinlicb* wurde ArtemUia yoa Artemis
gründen oder* geäeigt, iVo^en^tfiaera (Fun;' 27, 12/ 104)
1144 niDtra
VNinPro«erpina; '^datf ma^&imtw ndes di« (nUtKoto •|]a0M<>
ffoß, Plin. 22f 17 erAäUlf: verMUiKtams^färioM^Athenieonaiil
prificipi, onm ü»* ili. ktoe lieinphiia ;^edifica»at:'rei»issQtqa£i
iuper altiiudiiiQin faaligiitetiiniteljßkcidMfiät,! hac herbb: dici«
tur. satnatds , iii(ifM(r«ta ifetioli $ofknio^ .a IfM^roaiy .' qnara
Air^Atfhttiffi; vöcariiCöepta! eat^ assigaaiQr<|uei ei dea«. voii
der lirppa heifst es. 24, 18 : > mi^det^ir .ek süibus effo^äa sine
ferm: «piidan iadjieiual et fodieiiteiii<;d«cttre opoptere: 'haep
est herba argemoti, quam .MmienDa r^^m^^nsiiibiis remeriiaiti
qui^ de illa gtistaverint.' a^ye/iov bedeutet! albug^. ob der
Ms näme von der götterbotin., die sie verktiridigte, oder
von der weifsen färbe der lilie, oder aus ««dem giUnden
herzuleiten ist? auch eia engel offenbarte im tcaum die
angelica (Aw. 1, 159).
Jene von thieren herstammenden beneDBungen köonea
dadurch noch sinnvoller werden, dafs maii solche thiere
auf den göttercultus zurückführt« so brauchte den naaun
bärenktaue, Wolfsmilch, abd. wolveszeisala « ags. vulfestifesel,
ags. hrüfnesleäc (rabenlauch) nur ein mythus unter 2u lie-
gen, aus welchem sich ein Verhältnis des krauts zu dem
tagesanbruch (s. 705), dem von der wölfin aufgesängtea
beiden, dem von dem ;gdtterboten hergelragneii heilmittel
ergäbe« ein überzeugendes heispiel gewährt die speekU^
tMirfte/, die der heiligte Vogel (s. 638)4 nach dem vermut-
lieb einer der hehren wälder unsrer vorzeit Spekieshart
brefs, herbringt, nicht blofs die . zum sprengen dar keile
taugende, sondern vor dem abbrechen schützt und ver-
theidigt er zumal die paeonia [ü, 925). die heilende natuWa
wird auf llamv den göttlichea arzt bezogen, der gerade
dem verwundeten Ares beisteht (IL 5, 900), so dais mir
hieraus zusamnenhang zwischen Ares und. diam römischen
Mars, desäen vogel der specht ist, durchbricht. auch
Athene hiefi Ilamvia, aber nicht ungahüfig seheint, dafs
wiederum nach unserm Zia ein ja*aut. genannt ist: altn.
Tfoitr^ dftn. Tyned, daphne me;lereun(i (s« 180), was sich
ahd; übersetzen liefse Ziowilu, ZioWeswitu, d.i. Martis
arbor, lignum, frutex : statt dieser: ahd. ibeneniiung fiadel
sidi eine andere entsprechenAe , die, ich jetzt riohtiger als
oben s» 399 zu i erklären glanibe. . damute d^ohte ich an
Sigelint, weil aber die Schreibung dgeliwla^ d< i. Zigiriiala
überwiegt (Graff 5, 627), Zihnt (Graff 5, 659) dasselbe
scheint, und neben ZniUmd . noch : heute: in Ostreich ZU-
Undy Zwilmd , ZwUinde • daphne mezeKeum . ' Meutet *))
*) also in landstricfa^B, die eilag usd nicht' tieUg geb^Mebea (<.
113b 193); in dem pianaBennam^Q fo%lich grif derZiaeullps weiter am.
J
lEKlSni «141
{Ön|i''>0|i*;'iaqli8 sd»i alte Tj^r-'stlHBtL i (Ma. iai müht
aMii tiiiä^ sondMi ateh über •Usl'^iiiM die ipflan*keiftl
]Mai^baMi:'MiMiMMnn<^ Mid aeidettast {iür » seHindebiEittiii^
seiliwIelMNit); den nraii: ala beilendeii' gifl tnifsrief eti (pfflei^
(Wfer .»/ 335)^ 'i^intffs/Tiirasvudsi Vifesvjadä, TSgeaKMd
ist ')eieht:eu! NiifelMBraieiiu- SeMn tan datiliM ! und pai^onia
iwrWaiidt oder . untorachieden; ibror mytbiadien «maiogie
bAirima»!. es i nichta; naeii- Pllmiis hieb letaterei auob peli-r
(oroben, n^yto^of^o», weil sie vier ader fiiitf (oHwienlrägl^
ihr Mbm. natne lavtet wlSi lyko, d^ i. woMabatA, ibv francv
^poii, d. wenreif, loepgarou. Aus F< Hagn. lex. 7S&
75& b&te ieb »ber neob einige andere merkwürdige fflda-
sennamen naeb. die viob ^Sarüs, franz. violette de Jüan»,
beifst • in Island r^61a , T^rsMIa , was ba«re üheraeüun^
des lat namens scheint, der weniger den gott als den
monnt ansdrückt, nhd. aernvidev wichtiger ist das ndrweg.
lyrihialm (Tyris gniea) oder Tharabn, Tkorhiaim (Thori
galea), Tkorkat. (Thori pUens) für aconiUini, wo^n das nbd.
MeiiM/Miij sebwed. dtn. stormhat (stiinnhut) Zinnat, es
sdieint einer ähnlichkeit der blnmengeslalt mit dem betn»
oder bm abgesebn; die pflanae beiG^t aber anch wolfskraot^
düfn.' otveurt) engl, welfbane, dän. nlvebane, nlv^dttd, was
sich auf T^s kämpf mit dem wolf deuten und wiederum
mit jenem wolfsbast, garou vergleichen lädst, da auch andre
benennuilgen nwischen daphne und aoonitmn schwanken,
ja wolfsbast darf an die de« Fenrisftlfr angelegte fesaelii
liedtng (dftn.ieding, Molbechs . cfial. lex. s. dl7), dr&mi und
gleipnir (Sa. 33« 34. 35) gemahnen. Noch ein nantfe filr
daphme warde 8. SSO angegeben: Wiehndibeere , «ebeli
dem novd. YekmdtuN fttr defei bedkrttfUgen baldrian (di^
valisri^tia^, so dafa^die deolang wieder auf einen der gröfs«*
ten hdden mners allerthums führt, dessen vater der heUr-
kimdige Wate War.
Be > ist Haber tilip eine gäringe zahl von kräatern nach
g^Herni'Oder |ielden genannt, gegendber den vielen auf
göitinnen und weise frauen zurttckführbaren. upter 'ihnen
follen 'iM UAeisten heiltzutige auf üforMi » die wie bei klei-
nen, zierlicben käfern (s. 658) oder glänzenden Sternen
(«."^O) die ältere A*o«iri» ersetzt. FrauensehühU ist tri^
folinaä melilotiis , weil die Uome einem weiberschuh gleich
sieht, sonst auch Marienpaniäffelehen'; ist Ciffnipedium cal-r
eeolns Veneria danaeh gemacht? FrauamenieUy äta fraua
maUeü (Tobler' 204^) alchemüla . if olg. , von ihren maniel-
artig gefalteten blttttern. Frauoßecheli geum rivale (Teibl.
Ulf Kx&ijm
(dkm tk 2801); Btkamk^es.iUMi mi hetbt eipUkiris^ c4|pMn
faff fmeris l>ei A^vteJMS-lierbii 47 lote* nl' e*. d^her .M«
lehnt? ^ Riouenirän, MaHmihHm^ orafcis MMCola (StaM«
1, S96) erinnisrl M Heleaianni, 4 laonmis sHeienMi Müm
(Piia. 21, 10), nocb rnehr um Freyfas: f oldthrflne«, gMr
Freyjv (Sn. .126. 133, .ir«i oben s. 301)' umI an das Bioler-
Mlen von blttnidn und edelsteinen/ w«iin * gölfimietk lidien
odet w'einen (s. 1055); ein koslbbrer' weiniheiftit wiaar tielh
frauenmUük wie der btamenname muHfsrgoUesgläicbem «nt^
gtand erzähh die ktriderlegende. flrauemschlä/M, JihNMH
schlüs8ei)fnmulü veris (Stald. 1, 124), sotist iwA himmdsschMs-
sel, flchUteselblome , weil sie den friUing isrseUiebt oder
jM^Utze öfnei? sie trägt aueii andre harnen und ist die
heilkrftftige betonica, von welcher naohhef noch. Da alle
solche gewdchse auf unsern wiesen heimisch sind, ist es
unwahrscheinlich , dafs ihre benennnng aus dem Intein ge*
schöpft und erst in den letzten Jahrhunderten aufgekracht
wurde; obgleich ahd. giossen kein mit frouwa xUsammen«'
gesetztes kraut darbieten. Auf Ostara die oiterbhtm6 (Aster-*
gloie Ms. 2, 61*) zurückzuleiten wUre allzukühn ^ weH sieh
der äu^drack wie maiblume von der zeit ihrer bitte ver-
stehn lafst; geopfert wurden maiUunien (s. 52) von weifsen
frauen getragen (s. 914)^ und abergl. 1075 rüth sie vor
Sonnenaufgang zu pflücken.
Bhmen sind frftulioher sohmnck, kränze werden von
Jungfrauen gewunden, kräuter von erfiahrnen franen gele-*
sen. schön sagt Mamer Jls. 2;* 174*: .'ez rinohet als ein
edel krüi üz einer megde hknt.' Warum solBe nicht sohOB
den weisen freuen unseres frühstes atterthums kräuterbunde
beigewohnt haben? nodh kexen uitd* alteit 4ireibern wird
sie zugeschrieben und nicht ahme bedetatuiig soheinty dtifs
die hexen ihrem bnhler.odbr sich setbst nanwn '.att^ beil^
kräutern entnehmen (s. 1015). hexenkrinter dOffen aber
ganz eigenffieh \betchteArcna ^ bemfkraut heifSen , obgleich
man diese benennang auch anf einzelnä pflanzen . ange-
wandt hat.
Das brechen und holen der krftiiter muste im feitetimtb«*
ler zeit und aaeh hergebrachtem braooh ^esebeüft;
Meist vdr Bonnetaaui)|;attg in. tegesfrühe; iM*ba fu»-
cnn^e a rivis aut fiuminibus anie ' ioKs . artmn eottccta,
ita fii nemQ coHigentem mdeat, PtiiL. 24^ 10; praecipiunt
Biiqvi eibssoris («HNTgallid^) ante saUe arimm prtuiqiimn
gvUfuam aSud ioqucmiur,'. fer tfabUare eam^ itdin silUa-
tnm ex|krmierey> ita pmeeipuas^ esse/ vires. 26. l<9j lyunt si
iilffn aur
ttHraginep^^ oailoraiiiriSfii''CBpere^.adaUi|p«a üdüMK Ifali ^Htaitii
34/ 14r'Mvb«Q0^(S«iMltiin.*lrarbMii) sinülra »aliu Itgt ^
jMgrifiwJ !rB4}, 11; .ridfMin {pistMoAlaft (tmie.söks otImhi
«viitfltai uKfolintfitikind. 20, 4« Den witeas- suohto i^an in
filBummnty ptmä Imm^ Plin. i)4, 4; tdie ▼Mbenacii« oiroa
taenia lOrlnin^ ita^ ut m>kma mU ^ol eompidai. 85> A« Von
nMinadiBii «nd'geiftirnen lingeseki, ungefifrobhen xani ud<»
fegesseiy aoilderfiaiiMnler sidb den heüigei kriltttern>paheh.
MMbiflineB aind «dr soimenaufgafig, Mtfelsabbiff odr Joia»^
nMuffemodU zo breehen (abeirgL 140. 1G7S). :
f lifei. 25) d gibt nacfaffieht you' dneü kraflt, wetebeb
ittd Rdncff Aar&a iMAminca nannten ^ weii sie aua dm
awi^eA Germanien und Britannieil gelegnen inaein {iBk
doeani kmilis extra terras potitis 27, 1) gebracht warde:
flerem eibenes vocatit , qui oolleotuft priusquam tänürua
mMoMiur .eX devoratua seciiros e fiiloiintbFUS in- fotuoi red-*
dit. Friaii, qua easira erant, noslria deaienatratere iUan^
mirorque nominia eanaam, niai forte conlinea oeeano Bn^
tanniae Irelut propinqoae dicavere. non enim i^de appel*»
latam eam quoniam ibi plorima nasceretur cerfiun est,
etjamoum Britannia libera* Hier haben mr eine schon
von den alten Germanen beachtete pflanze, und die beatim;«-
BMing, dafa sie vor dem ersten im jähr gehörten donner-
soUng gebrochen werden müsse, klingt ganz deutsch, sie
schotete gegen blitz, war also dem donnergott beilig, gleich
der baiisworz (s. 167), die auch donnerwehr heiCst. aga.
glossen übersetzen die britanniea kasven hjäek; hieren ist
giaiicn^, da6 zweite wert entw, von büd praeda oder h^de
portiis > abzuleiten , im letzten fall läge der begrif einer
bläiien «^eblume neb. ein w^ssergewä^ war es auf jedep
Xalli man jneintnhydirolapathum^ . gern möchte ich darin da|(
4<ßB Friesen und Seelftndern heilige seeblau (s. 620} wieder
erkennen, dessen blume weifs oder gelb .sein soll; der
name nixbfumej^ triummel kfinrtXe an die indischen des
loius gemahnen: llamiprija (der Hama, d. i. Lalkschmi lieb],
SrtvAs^ (hau^ der Sr! = Lakschmi^ der aus dem meer ge-*
sliegnen),
Wurde ein kraut ausgegraben^ so war es römischer
geirtucb, vorher rings um in die erde meth und honig,
gleichsam ^uf sbh^^e, einzugiefsen, dann die wurzel mit
dem Schwert zu umschreiben, gegen morgen (oder abend]
zu schauen, und die gegrabne alsbald in die höhe zu heben,
ohne dafs sie die erde berührte^, faf>i8 ante et m^ife- ter-
rae ad piamentum datis, circumseripiam ferro (verhlena-^
1148 niurn
b«n) iirffodi üWKra «Mmk' et* iuUime^tdm, Wm M^ »;
0t'ifO98iiri ;(irMi^)' Miilsi 'anlern|eiisibu8!>i^^ agua mtn
üumfiäa hie ^veliili-^ flmeamHtio 4krrae bhmähMur, dr^
tmmweripi» müerone glmdm arbe fri^Moiy^ ek edtn legeriat
eam* prolMtif tfii'irai0Afm^A!^(fcni;' 21yi^;t'«ig!nm elMi^
raM'metoiRpMren'vocaät, -^o'^tt Aaimä Mffii|nt fiwgaiiU
qu(^ spirgBüte^ el psoorki -clm prakatwnb sdlemni, hoc et
reügÜMios cöiUg^r« priiMRn eniiii' ghMo drammcribiimry
dein- (|ui isucd^uros euty.opiutn gpeciat et preoatur, v\ id
lieedt sibi. eoncedenlilMis dns flMere,' observatqve aqmüae
i^olaius; fere enim secnnlibiia interMy ei s\ prßpe adoo^
MUy moritvram illo anno qui succedet augurium est. 25, 5;
«airent effossuri (mandragoram) * oontreriaBi ventvati 0t tri-
ins cireulis anie gladio drcumscribimt , po^ea fodiimt
ad ifceasum gpectantes. 25, 13. Aach wurde Boweileodie
gegrabtie worzel nach gemachtem gebrauch vrieder einge-
graben, damit sie leben bleibe: haue (senecionem) si ferro
ärcumseripttlm effodiat aKqois tangatqae ea deatem et alter-
nis ter despuat, ac reponat m mmdem heum ita ut
9wai herba, ajunt dentem eum pojstea non doUturun.
26, la
Es galt zu verhüten , dafs kaltes eisen an die Vrarzel
komnfi^ (daher man sich des goldeSy oder geglühten eisens
zum Schneiden bediente) und dafs das ausgezogne kraut,
der geschhittne zweig die erde berühre *): radicem (pisto-
lochiae) ante isolis ortunl erutam invöhunf lana coloris,
quem nativum yoeant. quidam auro e/fodiendam consent,
cavendnmque ne terram adtmgat 20, 4 ; (riscum) collectum
e robore sine ferroj «i tetrarn non attigity comitlalibus me-
deH (pufaht). 24, 4; virgam e myricis defractaiti, ut neque
iertamy "neque ferrvm atHngefet,24, 9: cavendnm ne avulsa
herba terram tangat. 25; 13; herba juxta quam catles uri-
nam ftinduht, evulsa he ferro ättingatur, luxatls celerrime
medetur. 24,19.
Mit der , linken hand wurde gebrachen oder ausge-
zogen ; zuweileil geschah es entgürtet und entschuht ^ und
in dem brechen niustd at^^^^oc^en werden für wen
und £11 welchem behuf: si quis unum ex bis (pomis pn-
nici uiBili) solutus foinculd omni cinctus et calceatus atque
etiam anuli decerpserit duobus digitis^ pollice et quarto
sinistrae manus atque ita lustratis levt tactu oculis^ mox
1 ^11' »»iii»p
I •
im:
*) wi^ ibun der hete die erde zu berühret ttfcbt gestaUete
<«• l'CI28]$ dM ijir^tfr.ii^egio.
I'MK^
hm
aiiiliMi < owlßnt^m < linibecilUiM^wl piaa^ruS' - eQ. t «nno. äji^: 6.;
jivAoci{iiiMr ^m ;mM<rfii«imafii^i ad . bps. üw».! Qru^tiif(| (im
vDJamaQU l2i^, aO<; paribenium ; •. « . magi OQpIfaoAertifinatf
fiHM^rfaiiiNMui .«valli eaiu^ube.Q^i . di<?jqqe ^^ujuii paiwa y^l-r
Uluit^ ne^ :ir0spi«er^. 21^ 36;; ,p9«wd«^iicbi^a. • . ., fiolium
fijßs^ misirm doüttfi jnbentl Mtgi et i^itf't^ -cf ttt^ sfuMaMv
dici.. i% 20 : i4ir«^Uur ui qui . MUigiijt M/a^^;i(i^o«^Haif^
«10:^ 86 . CQQlrif JBgjaiot: «l> coiUra . #mp^ coUeciipnes et
contra vulnpra^ iiiM$iiie ifiaiMi #0i2/a(, 2?,.](3;. autüainalis
uriteae f adiaein . «alUeatam in iterti^nis, jta.nr M^iri.iii4ii>*
c^^n^ «u«i:i$ruüar. eat.radii;;,! 6ii(}4/t4r«p<9 ct|i «et i lytioriMf
ßüa e^imaturr.liberane: miftrj^ tradid.eruojti .:92, ,}4;: bttr
gloaao iiiarea^mi», aii-quia medullam ^ «^ leitile ejpfdli^ /din
:c»^qiie «d gtMii \tib0ratHkm föbr^üid t&|ciH i2@^: IL Cor
^WtoUaJft, &^ von ,der radtfintai* 4»Wtt; |i«3(«f e« eoiMi/tT
>$HWMw ¥0€a[nt. , .tea . iii Mac^ia^ mantibiift pl^riiaa. vAaaoiiiir)
oiiiiii(|va.!pf«ori ia$ixi«iia; ef4 <salutßW(i; ta^M' tnMti .«Aodilii^
ante splis ifPium, 'Sic enim Mf^ «lyareiaa vim cmdiiiiur
babelre* . -,...••• -/• , .••- '. ;
Oergleioheii «ä^pab^n* verurag ,iQb fcoiiUch ^av« unaerer
Qinb^iip^lßQheii armen nnA ^abg^blafstetn überliefQruAgi.weaig
gegeiiüb^ au ate^Uen. tedevl^nd . itf Buraarda, laa^bricht
yo^ der ;M/i«a) (dfeifi hyOso^tanula)^ quam virgiMm ntidam
wMütfli^, difiit0* dewkve manm er«ere. Dp<eiimt -^t ^fUdtpitils
joriMaht . oiun Ugamin^e^ aliquo ad mmkmmr^isAMn .den^
p^4U^ UgiaT^.; dftr . zireck . wiurde «eben s.: 5^ mg^mgk
dia naoktbpit des sie auitreirsänden mAd^beiMt atinftrail zUje^
nem gürtelablegen und entadbubea , dock die rechte band
und der recbte ftifs weieb^n ab Von der yerwendang linfcei
giiedof bei den Römern, der ganze gebreui&h . scbeiQt^ »b&t
aiKt» in .Gallien . bekannt gewei^^ wo bereiiKtf dier HOmec
auagebitdeten kräutercultiis wahraabaaen, wie sidb -naobber
noeb zeige» $oll. Ein aga. kräut^rbuch hat folgendes ger
gott aqg)B(hsekmerz, ¥id eägena s&re: cer >iunMm upgoAge
oMe hvemmtMipo fuUiöe gesigan Onginne, gS 16 ^e^«
ytenn yyrte Pna^erpmaeam and bevrit hi äbdtan mid. äm^n
gjßU^fium krmge and cVed frät ^ b! 16 eägena l^oeüan^
mndn ville, üfter ^rm dagon gä )k(i fiaBr tö »r sunnan-*
gancge andf geniiti ht and hob onbftlail ^äs «annes avy-
ran. heo fra«iiild vol. Gegeili üUftdle: gaag an Irnnresa-*
fenj' f>o«iBe M$nne. an seile sie, ^«^ f^ü yile Ehnam stan«
das, sing fionne beneifeite et pater soster aOid .ating |>tn
aeax op jil vyrte. tot atician eft t6.{ioa£no däg and niht
riM msüfpm
ähd ^ g^Mim and^ ifonM bebiMd. ig«ng>fi>^tt^ svl|fetide
Md {)#«h >{yo bväthvega egesttie» oiigreio «aüis inM^'timi,
tie ctedfid ^kim'^nf]^ vord>l6, kft ^ owmeM fübr^ vfHld,
^ j^ft dn > ibren 8^ gemeftrGo4es4s ding -^Ihiqö - Mfiedidte
pater nfCMeri Adelf j^* vyrtf. toi «Itcuut >dr «tttc f^nUMi.
gniigtd eft svd frü rtdi^H :inil|^ Uciiiüotfn.'iiiid lege Uiider
r^ofdd mid f»Am geexte», teti liogeen bfldät sti«Mi4^ mipe' #fo.
Awdde eiddMr; d6 t6 drenoei' dAd bistte^pv^rt ^8ii#Cri6t«8
iti»t08 NgO) ävyl f»rtta ew flu^oleaiii, geoi |>rivtf hftlig nm
on: eing on* pater- noMer eitd' crediw etc« atid hifii^eäc
pml»rit wUd' 9tmard& oti' mi kealfei o» eroce)* and driAtie
fKHie drenoy sMHta» Mn^ h\A sena »sah > Hier' actelnt dte
iateiiu^ohe grundlege, difiH ektfs^altong cfaHstKeber febPttiH
ehe, öSbnbar. ^ Ttiiers im traitö defifsuperstitieiis eügt: qeel-
qees ans: poer ee garatitir M iMMfoweti «to- i^barmae'Yoet
coeiHfir de grand tmalii^, aiavi^ sam avair 4a€^ Um-s maim,
sam» mfoir prU diM^ mm paHsr ä perBmine-ei iMs mkier
peraewfffe eil leiH" «iiemifi^ ütii» cerlaiiiie ffieete^ et Jar aieMeirt
eiMeiCe'siir ia yeraojnwe iiiaMficiiie «ou ensairsbMe.' Ils fw-
tent sur eux une racine de chicor6ey qu*ils ont toueMe*i
genom» ai*ec ide Pöt et c/efai^^Miti:!«! jo«r de la ti4itf^it^ de
saint^ Jean bapttste, vm peu emunt ie 4ok%l^ li^S et qo'H^ont
ensuit;e arracb^e de lerre ati^ un fe^renrefit et a^ve^bean^
eoop* deetir^moniesi^. apr^« l'livoir eXDi«eizöe a^eü tep^
de Judas Maehab^. 4a» aMig" wietfef» eeltMeb sei» mid
gleiobt dodh den- rtMnmehefi hergjingen, Judaa heldensdiwert
vertritt das kreisziehende fernim. ndlta^id statf eisen ab-
geschnitten wird auch abergh 581. Als Reiiart aoP der
wiese die gesuchte pflanze fiadel und behutsam' atiszieht,
heifst ea 'ne t'a tHbUe riesquaekie^ en^s h m^nja mw«
kibier^ del remanant ala frotar trestetes lea plales* (}tt*il ot
et li cuir maintenant^ reclot et Aig«iria et Iresfoz' saiM.'
(25105-11). das hra«l gellte wt^)&p gerieben »oeh ge-
quetscht werden (vgl. Micttels* Tristi 2, £0). We«n iit Thur-
neissers erM^ der archidexen, Bei4iif 1575' 61.- 76 gesagt
wird: ^verbeen, agrimenia, modeiger charfiteytags' gnA»«a
hilfit dich sehr, das dir die frawen> werden holdf, doch
brauch kein eisen, grabs wUt goldtf so schvhit das aus Ist.
quelle geflossen. Viel merhwttrdiger beiM es in eineai
Kede des hitzlerischen bachs' von dem ^kr««t herfen' 137.
294: <daz ist gar ein edei hHU, grabez Uükynieki %e t^
sehäizen eikd dttrübet gesetzt^ begrif man» dk;b>d«' wardst
geletzt an dinep s«Men b6hstei0 pfamt:' seiokie aehfltaan
ttnd httler des krapts vergleicbea skh jedein di^ paeooit
IHXOtBI %Ul
hvpaoiiänden f^edM f ' ferh iA>er(-4nöofate 'ifMn'VM ihnen
- , . Ütter dasiottöfMAffi («tfii^Mrd y gi9W(itbnHch adalügare ^))
det» gebroishneü' «iler geg^atoeR' hräuler j^erth^ill Himiiii
fddgieifide vorsdxriften? herba AÜattigaU iae&o hrachio Ua^ «t
0»^ ^ü^'^t^'i/Aitf lignoreV 94^19*; inagi heiio4ropiuin| qttar-
Htti^ ^ar(?r/iti ierti$fkmtor Migari - jnbeni a<> ipso aegrO',
pvecariqae cmv soliitivrinn ae nodos liberatum, et ita fasere
Hentiiejdearttff HeriMi. %S^; 21; suni qdi gemküta ißotmn <<rel
Hdinsii vöL € diiatars li4bU9iretlierbi8i ad hancartic^aiortfm nii^
ineBfiiii ' mtt&it^ iamir iucididtt nigra jubeanlad Demedia slru^
mae paitoruNvre. jBjumUn liebere esaci quii coiNgat, Ita ire
in 'doipiin «bseiiti» «cnin medttatur , sup0rvenieiiti((«# ter^di-^
tefe,! ^jeflmo jbjVntif»^: medicainentiiniidare^' atque ita M^K^
joKi?, ti^odiue tid Meere. ''Ciudd ei gramiiitHii'igeiifere neptmn
nWarwpnüwi'tofcätvt eflkaeisirime' oapMl>iiiträr>doiore6 adfaltiga--
tur. 24, 19; alliget ei Septem folia. 26, 11: verbenaca Ju^
nieotorom' febribus äi vino medetnrj: sed in terticinis a tertio
gemcuhimmAt quai'taais af qoarlm' 26, ii ^/ slatl dei
anUhdem» legte man iflwob^ util^i >db8' kranken hattpAvssdn*:
aoiaw^ Bhin^oiatUfn'piknno^ nfigro^ ignöPanHs;fmMn0 subjfdla**
tiir. -S|B; i1>; •s^atnosaUfoit olf(ielam, *^n\ inseia ^h capUn
posilaoK 27<; 7. 0er kranke aollte >in der • regel niobt
Hiisset») was ihm aag^baadew od«r ikttergeteg4'i4ii|irdie^; g«-«
lenke* und knoten i der kräuler«t<inden in betag a«f art und
wtedephoiniig desbandes; Oft r^ebt esihin, das iscbüftzehde
fawicks m det hand sfi Aa//^^ oder* bei^ sreli im>güine^'w
bmg^ny m%%m poipuli m manu iewmtihw inte?tHgo> Don
m«inatttiij 24^ 8 ; virgam qiir in manu kaheani Mt in eAicft^
negantiir intertriginem sentire. S4, 9i? Ytt^erMk^ne» me^
fi^i Catö absiatbnmi' pofMicttib seeum kabentib^, t^\ 8;
aber aaoh wer die ttfoiphaea in der hand haltend fielj Wurde
epileptisch' (s. 620}«
Man piegte aber in vielen gegendea Deutschlands kfiüf^
tige kriMilef oben an der« bühne an dem hauptbalken,: öder
liber tbttr und tkorweg au/kuhängen, wo sie das jaAr hin«-
durch- blieben^ bis sie dlM'ch^ frisehe ersetzt wurden. "
*) eine merli würdige Zusammensetzung =<t(fa(2%are, man moste
den ursprang der durehgedmngnen asstmilatioa nicht mehr fühlen,
weil «oeh ein ad f ortrat. fthnliä, doch nidit ganz, wiare naser bd.
part« gfgläekl (I. gegelikkt), ToUkommAQ. aber gUicbt akfraoz. con^
ciieillir s;;: cencollig^i-ei copGonlig.ere,
**) yid keäfodece (kopfweb) : ^delf vegbrcedan (plantago) butan
Isene »r suonan upgange, bind hi moran (die beeren, den samen)
ymb ^it ketf^d' mid >TT»fere*<M {yrnd^. «ona faftn bid'«e}/
tl9S IRlDTn
I :Seite«m.ivflr dar •nimiMibe brfifch ^ MebAn den iwg
zo legen und mit den hitukirch wachsenden grashälmentmheh'
ieh: cjribro in limite.adjecio h^bMte min« onUintes-rdeeerp-
lue tdaUig^atoeque gßtamdw * pirliis acoeleranl. 24^. 19. das
sieb , war beilig««- gerilh (s. 1062. 1€66). eixstare ist ^dra
atarcL paomitere. mich eriimert da8.an^uaaer^.i«eifl|hämer,
welche dii^ diiine einißs gevrobenen. l«<As' danach bestim«-
mea, dafe die halme (wie hei jeneahtaiab) hiidarch ateehan:
item e» apreeUai oudi;diehafläl/ das ^ikandkrt.md'aibeo«*
taig fil« httobtttochs gäbinf deaft ^vi^n ittnmi, das Msdlbr hacb-
taoHßh aUli so awach ain^ .wenn flUan daaapiNeil «feinwasea,
das gens gras und hotten dut^ dM . tuoch nfligiot . fsseoi
1/12; und daa^aelb tuch sol man auf «ineai wasen.isfseiten
und m1 dag in der mafa aein, das die. gelMi dadurch wal
gras mögiaNi eas«n. aud nicht Ifunger slarhind. ]^2S4. Mar
ist TOft keiaen . heilen die reda^ aber, di» belitcktakigBimlse
ähnlich. . : \ ' .
J^ach .di0sen allgem^vail^ eröitt0i?aigeQ: will ich< einaehie
berühmte heükrüter .duaebgebn^ - einige schehMin jedach
abaichtfieh keinen beatimMen- iHtaMtn an fttfhrea;. dahia
geMrt das kraut, welches die^dgai ven.hivfteuxund pctaidi
abhielt: . peatem a milio atque psinicoy sAnrnoiraln passe*-
r«mque agmina , scio : abigi herba ot/t» notnien iffn^tum
e$tj in fttatnor anguiia segetia ; deCbSßa ,. mirum' did» ut
pmniru» a«ila avis intnai: PJin. 18, 17.: Ein. gadiiaht Ls. 1.
211'^ 18 eratthlt vdn eia^r juiigfrau, däa sich anf. dem anger
bkimen zum krant gehrochen und vtan. i]iig)sßbr eiu tir
wdieluumieB krami ergriffen habe: kaum war daa kraut
in ikner htmdy so sah sie vot sich alle ihpe. liebhaber,
vernahm ihre rede und wQste aUe ihf e gedaukeu. nuletat
aber schlug ihr eine gefärtin daa • wunderbare kraut aus
der band, dafa es in «inea ¥ortlbei?flie(seiMlen baeh fiel
und fortschwamm; da war alle Weissagung wieder ent-
schwunden. Auch die uugenna%te blaue mtfnderbhime
ifi. 916. 924), die dem hirlen^ wenn er siiB «umnereehens
aufgesteckt hat, plötalich seine äugen i^fuel und den bisher
verborguen eingang aum schätz entdeckt (js. 923), orscheial
desto geheimnisvoller, weil sie gar nicht angegeben wer-
den kann, der name vergifsmeinnicht, den sie sich gleich-
sam selbst beilegt, soll blofs ihre bedeutsamkeit auadrüpken,
und mag erst im veriauf der aeit auf myesotis angewandt
worden sein. Solch einen' imperativiscbea krAutnameu weist
uns auch Plinlus 27, 12 auf; circa Atiminom uota ^st herba
quam resedam vocant^ discutit collectiones inflammatio-
nesque pmnea, i|ui. curant aa^ adduui baep verb«: 'Aeie(Ai
KRÄUTBR. ALRAUN! 115S(
morbos reuda^ scisne, scisoe qau hie pulloto egerit? ra-
dicea nee oapat nee pedes habeanti' haeo ter dicunt toties-
qae despuunt collectio ist geschwalst und darauf oder die
entzttndiing mufs das pullos agere gehn. was wir jetzt
reseda (odorata) nennen mag ein andres kraut sein.
Unter allen berühmten wurzeln steht die Alrw^ oben
an. sohon ahd. gl. liefern alrUmay . alrün für mandragora.
(Graff 2, 523. Sohm. 3, 97) und ieh habe s. 375. 376 den
namen der persönlich gedachten pflanze wol befugt mit
dem der weisen freuen unsers höchsten alterthums zusam-
mengestellt. H. Sachs IV. 3, 34 schildert noch die Abraum
als eine am Scheideweg begegnende göttin *). dazu kommty
dafs die würzet ' selbst menschlich gestaltet und ihr aus-
**) diese persÖDlichkeit der Alraun geht deutlich aus einem schwank
hervor, den eiiie hs. des 15 jh. überliefert: Dieitur de quadam mu-
liere, ^oae babuit ^irum nimis darum, quae quandam Tetnlam in
sortilegUB famosam consuluit. yetula Tero ezperta in talibus Talde
dixit, se optima sibi scire et posse (sub) yenire, si suum Teilet con-
silium imitari. et dum ipsa promilteret se Teile imitari, Vetula ad-
jeeit: 'babesne in horto (uo canapum spissum et longumT* quae ait
*babeo yaMe optatam.' cui yetula 'vade! inquit Uribus noctibus su&«
eeasire in creposculo serotino ad ipsum bortum tali modo et forma,
prima namque nocte accipe unam libram lardi spississimi et optimi,
quam poteris habere, secunda nocte duas, tertia vero nocte tres, et
semper ponas dextrom pedem ad canapum, ac projiciendo lardum
nsque ad medium canapi yel eitra haec dioes yerba:
Ahattn du til güet,
mit trawri^m möet
ruef ich dich an;
dastu meinen leidigen man
bringst darzue ,
das er mir kein leid nimmer tue.'
Tertia igitur nocte cum muKer haec Terba repKcaret, yetnla abscon-
dita in canapo jacebaU prius autem informaTerat praedictam mulie«
rem, quod attentissime ausoultaret, qnae sibi tertia nocte dicta
Ahraum insinuaret. unde in haec Terba suh voce rauca ei valde aUena
abscondita in canapo respoodebat:
fraw, du solt baim gan
und solt güeten müet hau , .
und soll leiden, meiden, sweigen;
thuest du das Ton allen deinen sinnen,
Bo maobtu wol ein gäeten man gewinnen.
Et sie mulier ?erba illins relulae imitabatnr, et Wri amaritudo in dul-
cedinem et mansuetudinem ?ertebatur. Äbnlich ist ein mbd. gedieht
(altd. wäld. 3, 160-163) und ein märcben {KM, no. 128), wo aber
der mann, statt der frau, sich am holen bäum oder Spindelbaum (fu-
sarius) im sarten weissagen läfst (s. 618). Der anruf <Alrün, du vU
guou' gemahnl an Walthers stelle ron der kleidenden und schroten-
den frö Solde 43, 7, wo gleichfalls gesagt ist: 'si «•/ guote.'
Grimms mythoL 9* tmigmbe, • v
1154' KRADTBR. ALRAUN
reirsen foigenderaiarsen beschrieben ist: wenn ein erbdieb,
der noch reiner Jüngling ist, erhängt wird und das wasser
oder den samen fallen Iftfst, wächst unter dem galgendie
breitblättrige, gelbblumige alraun. beim ausgraben ächzt
und schreit sie so entsetzlich, dafs der grabende davon
sterben murs. man soll also freitags vor Sonnenaufgang,
nachdem die obren mit baumwolle oder wachs verstopft
sind, einen ganz schwanen kund, an dem kein weifses
faärchen sei, mitnehmen, drei kreuze über die alraun ma-
chen und rings herum graben, dafs die wurzel nur noch
an dünnen fasern hänge, dann werden diese mit einer
schnür an den schuxm» des Hunds gebunden, dem hond
ein stück brot gezeigt und eiligst weggelaufen, der band
naph dem brote gierig folgt und zieht die wurzel aus, fällt
aber von ihrem- ächzenden wehruf getroffen todt hin. hier-
auf wird die wurzel autgehoben (das ist jenes in sublime
tolli)« mit rothem wein gewaschen, in weifs und rothe seide
gewickelt, in ein kästlein gelegt, alle freitage gebadet und
alle neumonde mit neuem weifsem hemdlein angethan. fragt
man sie nun, so offenbart sie künftige und heimliche dinge
zu wolfart und gedeihen , macht reich , entfernt alle feinde,
bringt der ehe segen, und jedes über nacht zu ihr gelegte
geldstück findet man frühmorgens verdoppelt, doch über-
lade man sie nicht damit, stirbt ihr eigner, so erbt sie
der jüngste söhn , mufs aber dem vater ein stück brot und
geld in seinen sarg legen, stirbt er vor dem vater, so
geht die alraun über auf den ältesten sobn, der aber sei-
nen jüngsten bruder eben so mit brot und geld begraben
soll. Alle diese bestimmungen klingen alt und können hoch
hinauf reichen. Schon jene abd. glossen halten alrüna für
die in der vulgata Gen. 30, 14 mehrmals vorkommende
mandragora^) ^ wo der bebr. text dudaim liefst, die mhd.
dichtung aber erdephil verdeutscht (Diut. 2, 79). vom man^
dtagoras (gr. /lavögayogag) aber meldet Plin. 25, 13: man-
dragoram alii circaeum vocant, duo ejus genera, candidus,
qui et mas, niger qui femina existimatur .... carent ef-
fossuri (album) contrarium ventum et tribus circulis ante
gladio circumscribunt, postea fodiunt ad occasum spectan-
tes. wichtiger sind diesmal zwei verse bei Columella 10, 19
quamvis semihominis vesano gramine foeta
mandragorae pariat flores, moestamque cicutam.
der semihomo mandragoras entspricht jener sage und selbst
*) ei steht der weibliche pl. mandragorae, die LXX haben ft^lm
fiavdQuyogwp, erdSpfeL
KRÄUTER. ALRAUN. SCHLAFDORN 1155
das vesanum gramen könnte ihr näher entsprechen, als aus
den Worten erhellt. Auch Hildegard phys. 2, 102 sagt:
mandragara de terra, de qua Adam creatus est^ dilatata
est, et propter aimilitudinem hominis suggestio diaboli huic
plus quam aliis herbis insidiatur. et ideo cum de terra
effoditur, mox in salientem fontem per diem et noctem
ponatur. Da franz. mandaghire für mandragore steht, ist
8. 384 gemutmafst, dafs die Ke Maglore aus Handagloire
entsprungen sei, und das wäre als bestätigung des analogen
Verhältnisses zwischen Alrüna und alrüna nicht zu verach-
ten. Ich schliefse mit einer ags. Schilderung aus Thorpes
anal. s. 94, die doch wol ins 10. 11 jh. zu setzen ist und
jene Zuziehung des hundes beim ausziehen bestätigt: deos
vyrt, fie man mandragoram (engl, mandrake] nemned ....
fionne f»ü t6 hire cymst, ^onne ongist ^u h! be ^äm, ^e
heo on nihte sctned ealsvA leohtfät. j^onne f)ü hire hedfod
»rest geseo, fionne bevrtt f)ü ht vel hrade mid tserne, f>y
Ifles heo ^e ätfleo. hire mägen is svä micel and svä m»re,
fifit heo unctenne man, ^onne he t6 hire cymed, vel hrade
forfleon vile. fordy f)ü ht bevrtt, svä ve mr cv»don, mid
tserne, and svä ^ü scealt onbütan ht delfan, svä ^ü hire
mid j^äm tserne nä ätfarine; ac ^ü geornlfce scealt mid
ylpenbsmenon stäfe ^A eordan delfan, and f^onne f>ü hire
handa and hire fSt geseo, f>onne gevrtd ^ü ht. nim fK)nne
bone oderne ende and gevrtd t6 Anes kimdes svtran, svA
pAt se kund hungrig st^ vurp him siddan mete t6 foran, svA
pikt he bine ähräcan ne mäge, büton he mid him f>a vyrte
upäbrede. Sie scheint bei nacht wie ein licht, es wird ihr
haupt, bände und füfse beigelegt, sie soll erst mit eisen
umschrieben werden, damit sie liicht entweiche, nicht mit
eisen angerührt, sondern mit elfenbeinernem stab6 gegra-
ben; vieles gemahnt an lat. grundlage (bevrttan circum-
scribere). statt an den schweif soll an den nacken des
hundes gebunden werden (vgl. belg. mus. 5, 114). Plinius
legt dem mandragoras vim somnificam bei.
S»m. 194« wird ein wefnpam (schlafdorn) erwähnt,
mit welchem Odinn Brynhild sticht, dafs sie entschläft, wie
im märchen Dornröschen auf den stich mit der spindel.
die domroMe ist hier bedeutsam, da eben ein moosartiger
auswuchs am wilden rosenstrauch oder am hagedorn uns
noch heute schlafapfel oder schlafkum heifst, also schon
in dem namen Dornrose bezog auf den mythus liegt, man
sagt auch blofs kuewi (Schm. 2, 314], welches kaum als
Konrad, vielmehr aus kfienzel, küenzen (ansatz unter dem
kinn) erklärbar scheint, legt man ihn schlafenden unters
73»
1156 KBÜDTEft. MI9TEL
hauptkassen^ so erwachen sie nicht, bevor man ihn wegge-
nommen hat*).
Der Schlafapfel soll aus dem stich einer wespe in den
dorn hervorgehn; gleich wurzellos entsteht auf eichen der
weissagende gallapfel (abergl. 968) durch solchen stich, ital.
gaUo%%My neapol gliantraj vgl. pentam. 2, 1 Hre gliantre
mascole.' gewächse, deren Ursprung aus samen und Wur-
zel nicht nachgewiesen werden konnte, erschienen wunder-
bar und zauberkräftig, man hängt gallapfel zu des hauses
Sicherung am küchenbaiken auf.
Namentlich galt der mstel für heilig, den man Tom
himmel auf die äste andrer hehrer bäume, zumal der eiche
und esche, niedergefallen wähnte, ahd. misHl (nicht weib-
lich mistila) Graff 2, 890. mhd. mi$tel, Martina 161 <> jAmers
mistel. mit einem zweige dieses krauts wurde Baldr er-
schossen: als Frigg allen pflanzen eide abgenommen hatte,
war es ihr noch zu jung erschienen : vex vidar teinüngr
einn fyrir austan ValhöU, sä er MisHUeinn kalladr, sA |>6Ui
mer üngr at krefja eidsins. Sn. 64, und in Völuspft wird
gesungen Saem. 6^
stöd umvaxinn vöUom haerri
mior ok miök fagor MisHlteinn,
hoch über das feld hinaus stand gewachsen der zarte
schöne mistelstab; teinn ist der aufgesehofsne ast, goth.
tiins, ahd. zein, und man dürfte ein goth. mistilatäins, ahd.
mistilzein annehmen, wird nun ein ags. mi$mtä angegeben,
so kann es leicht aus misiiltän verderbt sein, dessen Über-
einkunft mit dem eddischen mtstiUeinn willkommen und
wichUg wäre; doch läfst sich auch tA zehe hören, und
scheint durch das engl, misseltoe bestätigt. In Schweden
soll die immergrüne parasitpflanze gewöhnlich einen oder
zwei fufs, aber auch bis zu drei eilen hoch aufwachsen
(Geijer häfd. 1, 330). F. Hagn. lex. 512 führt an , dafs sie
in Vestergötland vespelt heifse, heiliger spelz, triticum sa-
crum. ein kraut, von dem der tod eines der gröfsten,
geliebtesten götter abhieng, mufs für hochheilig erachtet
worden sein, doch seine heiligkeit war wiederum deutschen
und celtischen Völkern gemein. Des celtischen glaubens
versichert uns Plinius 16, 44: non est omittenda in ea re
*} sHnga ttefnftom auch fornald. sog. 1, la 19. 3, 303. 306.
im Trietan wirkt blofses küsseUn schlaf, Ulr. 1672. 1693, der xoube-
raere küsseltD.* Heior 4911. nach eioem mSrcben (altd. bl. 1, 145)
Schrift and briefe (d. h. runen), oder federn ron den wilden rauben
leoten (s. 404. 454), die man sieb also auch geflögelt oder befiedert
dachte.
KRÄUTER. HISTBL 1157
H Ckillianiiii adniiralio. nihil hubent droidae (ita soos
•ppellattt magos) nitco et arbore, in qua Signatar (si modo
Sit roter], aacratiiis. jam per se robantm eligunt hscoi,
nee olia saera sine ea fronde confieinnt, ut inde appeliati
qaoqne interpretatione graeca possint druidae Tideri. enim-
▼ero quidqvid adnascahir Ulis, e eoelo musum patant
signomque en»t electae ab ipso deo arboris. Est antem id
ramm admodom iDTentu et repertam magna religione
petitur^ et ante omnia sexta luna, quae principia mensium
annorumque iiis facit, et secnli post tricesimum annum,
quia jam virium abunde babeat, nee sit sui dimidia. omnia
MnanOem appellantes suo Tocabolo, sacrificiis rite siib
arbore praeparatis, dnos admorent candidi coloris tamvs,
quorum comua timo primum emcianiur ^), sacerdos can^
dida eesie cultas arborem scandii, falce aiurea demeiUf
eandido id excipitur sago. tum deinde viotimas immolant,
precantes ut suum donum deus prosperum faciat bis quibus
dederit. foecnnditatem eo poto dari cuicunqne animalium
sterili arbitrantur, contra venena omnia esse remedio. tanta
gentium in rebus frivolis plerumque religio est. Dieser
scbönen beschreibttng läfst Plinius andere nachrichten vor-
angehn, aus welchen hier noch einiges auszuheben ist:
rttei tria genera. namque in abiete ac larice stelm dicit
Euboea nasci, hypkear Arcadia, tucnm autem in quercu,
robore, pruno silvestri, terebintho, nee aliis arboribns ad-
nasci plerique. copiosissimum in quercu, quod dryos hy^
phear adjicinnt discrimen, frisco in bis quae folia
amittant et ipsi decidere, contra inhaerere nato in aetema
fintmde^. omnino antem satum nnllo modo nascitar, nee
nisi per akmm oottim reddUnmy maxime pahmMs ac
turdis. haec est natura, ut nisi maturatum in ventre avium
non proveniat. altitudo ejus non excedit cubitalem, semper
frutectosi ac vnridis. mas fertilis, femina sterilis. aliquando
non fort. Auch bei uns heirst eine drossel der mistler
(Schm. 2, 645, mhd. misteltere?), engl, misselbird, und das
wegtragen des samens durch eögel steigert in andern uns-
rer mythen die heiligkeit des frischen gewächses (s. 920);
es ist dann keine mensehenhand im spiel und die göttliche
*) itiere die nie im joch, roiie die nie angespannt waren, RA.
547, der heilige branch fordert alles frisch.
**) Virg.Aeo«6,205: quale seiet sU?is bramali frigore vwonfn
fronde Tirere nova, quod non sua seminal arbos,
et croceo fetu teretes circumdare truocos;
(alis erat species auH frondentis opaca
llice, sie leni crepitabat braetea rento.
llSe KRÄUTER. MISTEL
ßlfung offenbar. Vimmm ist 4«8 franz. gtri, und noch Iris
auf heute hat sich die Verehrung des krauts in dem freu-
denruf agmUumeuf (s*. 716) erhalten, in Wales pflegt man
2tt Weihnachten den mistel ilber den thüren aufzustecken,
er heifst nach Davies pren awyr (der lustige bäum), pren
uchehar (bäum des hohen gipfela), pren puraur (banm
des reinen golds) und die zweite benennung erinnert an
das eddische völlum hierri» sonst aber wird das welsche
olhiachy bretagn. oUyiach, ir. uUeiceach, gal. uileicey d. i.
allheilend, von ol, uile universalis, als benennung des mi-
steis angegeben. Ein . bretagnisches lied (barzas breiz 1 ,
56) läfst den Merlin frühmorgens den hohen ü$t tmf der
eiche (warhuel ann derwen) holen. Unsre alten kräuter-
bücher unterscheiden eichenmistel , heselinmistel und bim^
bäuminmistel und keine darf die erde berühren; einige
hängen sie in silber gefafst hindern um den hals. Im preufs.
Samland heifst der mistel ttispe (was dem viscum, gui gleicht,
doch verwechselt man auch sonst mistel mit mispel); an
birken, kirschen, linden ist sie häufig, selten und wunder-
bar an haseln. sie wächst schnurstracks aus dem stamme,
und trägt zwischen den glatten immergrünen weidenartigen
blättern silberweifse beeren , wie kleine nüsse oder wie
erbsen. wo die hasel wispen hat ist sicher ein schätz ver-
borgen. (Reusch no. 10). Bei den Slaven finde ich die
namen böhm. melj, gmelj, omeli, russ. omela, litth. amalai,
lett. ahmals, doch keine sagen.
An das viscum fügen sich zwei andre druidische kräu-
ter, Plin. 24, 11: Selago legitur sme ferro desOra manu
per tunicam, qua Hniitra exuitur velut ä furante^ can^
dida ee$te vestito pureque lotis nudis pedibus, sacro facto
priusquam legatur pane vinoque. fertur in mappa nova.
haue contra omnem perniciem habendem prodidere druidae
Gallorum. lidem Samobim herbam nominavere naecentem
in humidis , et hanc einisira manu legi a jejunis contra
morbos suum boumque, nee respicere legentem nee alibi
quam in canali deponere ibique conterere poturis. Das
pflücken der selago ist eigenthümlich, mit der rechten , aber
nicht der blofsen sondern von einem kleid bedeckten band
(vgl. s. 923) soll sie gelesen und dann mit der linken ver-
stolnerweise ausgezogen werden, nach Davies br. myth.
280 ist es das von den Welschen gras duw (gratia dei)
genannte kraut Villemarquö hält es für aour g^oten (an-
rea herba) bretagnischer lieder 1, 58. 96, es müsse bei
Sonnenaufgang barhaupt und barfuls auf der wiese ausge-
zogen .werden und leuchte von weitem wie gold. es läfst
KRAUTES. BALDMAN. BETONIE 1159
rieh nur selten und ven haüigeii leaten auffinden, nach
einigen ist es unser bärlapp (lycopodiam). Samolus soll
anemone polsafilla sein, nach Davies s. 274 heifst er mit
welschem namen gwlydd.
Baldrian ist entsteRt ans täleriana und nicht zu ziehen
auf Baldr, nach dem ein ganz verschiednes kraut^ die an-
themis cotula Baldrs brd, schwed. Baldersbrä, zusammen^i-
gezogen Barbro hiefs. aber Valeriana fährt einen andern
mythischen namen VeUmdnartj Wielands wnrz (s. 360), und
ihre heilkraft ist berühmt, pie Serben nennen sie odoljan
(von odoljeti überwältigen] /die Böhmen odolen, und unter
den serbischen viline pjesme (von der vila selbst gelehrten
Uedeni) findet sich bei Vuk (1^ 149 der neuen ausg.) ein
Spruch :
da zna sbensk^ gl^Ta,
schto j'odoljan trava,
tTagda bi ga brala,
o paa osehiTala
Qza 86 nosila,
d. h. wüste jede firau, was odoljankraut ist, sie würde es
immer lesen, in den gürtel nähen und an sich tragen, dies
kostbare kraut zu vernachlässigen warnt die vila.
Bilsenkrauiy ahd. pilisa, belisa (hyoscyamus) s. 560 und
8. 1149.
Beionica, Plin. 25, 8: Vettones in Hispania eam, quae
Veikmica dicitur in Gallia, in Italia ante» serraMa, a
Graeeis cestros aut psychomorphon, ante cunotas laudatis-
siraa. exit anguloso caule, cubitorum duüm, a radice spar*
gens folia fere lapalhi, serrata, semine purpureo . . . tan«
tum gloriae habet, ut ddmtM, in qua sata sit, hda existi^
nmtwr a friaculü omnSbw morstbus imponitur
9eUonkea, cui vis Uinta perhibetur, ut indusae draUo efus
Berpefitef ipsae sese interimant fiagellando. franz; betoine,
mhd. baOme: ^altiu wtp grabent poldni.' MsH. 3, 193>»;
^86 gdnt eteliche mit bcesen baiänien umb!, Berth. 58;
^ettiich kvndent paiamken graben' Vintler anh. s. ui; Mie
Mr ich batdnie» graben.' Aw. 2, 56. ein italien. sprach
empfiehlt, um jeden preis sich ihrer zu versichern : Wenda
la tonica e oompra la beUmica.' Wenn sie Martina 27*
(Diut. 2, 129) beschrieben wird 'diu gelwe batdnie hol*, so
stimmt das nicht zu jener purpurfarbe (blofs des samens?)
in der Schweiz ist badönikli fliüiblume, Schlüsselblume, hir-
len bringe» I sie ihren mädchen mit von der alp (Stald. 1,
124. 386). vermutlich sind mehrere arten zu scheiden,
poln. hukwica, bObm. bukwice bald betonioa, plantago, bald
1160 MADBLOBB. FAIR
priamfai. Did Angelnchi0B nanntaa die betonie« bmeopnfH,
herb« epiecopi, was auf heiligkefl achVeÜMii libt.
MadalgSr in ahd. giosaen basilioiHn^ in den krtaler«
bfichern auch aenedo. der apradi laatel ^Modelgeer ist
aller wnrzel ein eer.' Im Wealerrfek, aobald ein alerben
onter den achweoMn anabriebt, backen aie ihnen die war-
ssel in daa ab und murmein gebedein; daa behfitel die
achweine, dafs der schehn (die aencbe) nicht nnter aie kenmie.
Da in nnarer heldenaage Heimea Täter MadelgSr genannt
iai (a. 360) y nnd ebenao einer ^enninne aohn, der die ne»
beikappe anlegt (Horolt a. 40. 4l); wird die mythiaehe be-
dentaamkeit dea pflanzennamens glanblieh.
Auch Mangold lapathnm ziehe ich aitf den uralten na-
men der rieain, welche gold malen konnte (a. 498).
Ahd. faram filix, mhd. eann, vamy ags. feam^ engl.
fem. von der filix meldet Plin. 27, 9 nichts mythisches.
Hildegard phys. 2, 91 : in loco iUo, obi crescit, diabolos
illusionea suas raro exercet, et domum et ioeom, in quo
eat, diabolua devitat et abhorret, et fulgura et tonitrua
et grando ibi raro cadunt. ein krSoterbnch sagt: fwnir
kraut ist auf dem felde schwer zu tilgen, aufser man reiTse
es um auf den tag Johannis enthanplung, dann vergeht der
fam. er seheint weder blnmen noch samen zu tragen;
wer farnsamen holen will, mafs keck sein nnd den teufel
zwingen können, man geht ihm auf Johannisnacht nach
Tor tagesanbrnch , zündet ein fener und legt tücher oder
breite blätter unter das famkraut, dann kann man sdnen
Samen aufheben. Manche heften bitthendes farnkraut Afer
die hawthüre, dann geht alles gut, so weit die peitsdia
beim fuhrwerk reicht (etwa auf fünf achritte hin). abergL
988. Redekers westfäL sagen no. 46 enthalten einige i^
here auskonft: der farnsamen macM tmsicAlbiir , ist aber
schwer zu finden , denn nur in det mittsommersnnobt voa
zwölf bis eins reift er, und füllt, dann gleich ab und ist
verschwunden, einem manne der gerade in dieser nacht
sein verlornes füllen suchte und durch eine wiese kam, in
welcher famsamen reifte, fiel er in die echuhe (wie die
knotten^ s.914), des morgens kehrte er wieder nach hause,
trat in die stube und setzte sich: es dapobte ihn aettsaai,
dafs frau und hauale.ute gar nicht auf ihn achteten, da
sprach er , ' das fohlen habe ich nicht gefunden.' alle ia
der Stube anwesenden erschraken sichtlidi, jsiie hörten des
mannes stimme und sahen ihn nicht, als ihn nun die frau
bei namen rief, stellte er sich mitten in die sUibe und sagte:
Vaa rufst du, ich stehe ja nahe vor dir.' da wurde der
VAm. BBIFIIBS 1161
scbtedk- noch gröfser, und dem mamfh iei ein, daft'Hin el^
was in den Behohen drückte , als wäre eand darin^ kaum
halle er aie abgezogen und ausgestaubt, so stand er sieht«»-
hat da vor aller äugen. Das ist der wiMeheltäme de$
varmen (oben s. 926). Conrad von Wttrzburg in^ einein
liede MaiL 3, 458^: ,
hol« ich sdmeii een datnvant,
den wttrfe ioh dar den scheiden ,
da« sin yersittiiden, d mtn dienest von ir solde scheidM.
die scheiden sind grofse fische, silari, und öfter zu Wortspiel
gebraucht (Schm. 3, 324. Höfer 3, 65). ihhen soH farnsame
im verschüngen dargeworfen werden, eh ein liebender aus
dem dienat seiner frau scheide ; der same, schmt es, würde
ihm anderswo glück zu wege gebracht haben, er gibt ihn
fort, um ihr treue zu halten, unsicfatbarkeit ist hier nicht
gemeint. Nach Thiers soll die fougire (filix) 'cueillie bi
▼eiUe de la aaint Jean justement k midi' glück im spiel
bringen dem, der sie bei sich trflgt.
Dies famkraut heifst im Thfiringerwalde irrkraui, man-
che nennen es auch atterkreutich , oUerknmi, wenn man
ohne es zu sehn darüber schreitet, so macht es irre und
wirre, und man kennt weder weg noch steg mehr, selbst
wenn man auf den bekanntesten stellen des waMes ist. um
das irregekn zu verhüten oder aufzuheben mufs der wand*
rer sieh niedersetzen und die schuhe wechseln, oder wenn
es ein fraueiizimmer ist, die schürze abbinden und umge-
dreht anbinden, alsbald weifs man wieder den rechten weg.
(Haupts zeitschr. 3, 364. Bechstetns Franken s. 269. 286).
Sicher war der irrsame in den schuh oder gürtel, beim
entschuhen und entgürten wieder heraus gefallen. Man sagt
auch, wer otterkraui bei sich trage, den verfbigen die Ot-
tern so lange bis er es wegwerfe. An einigen orten h^frt
es WcMurgitkraui. Sein russ. name ist paporotj pohi. pa-
frocy altböhm. papnU, jetzt papradf^ kapradj, sloren. pra^
ftatj praprot^ litth. papeuüs, lett. papardL Auch nach Woy-
cicki 1, 94 erblüht es gerade auf Johannis mütemacht und
schwer ist diese blume (kwiat paproci) zu erlangen, weil
unter dem brechen stürm und donner sich erhebt; wer
sich jedoch ihrer bemächtigt, wird reich und kann weissagen.
Ahd. ptpö» artemisia (Graff 3, 22 an unrechter stelle
und falsch geschrieben), mhd. btbo» (:gröz) Ls. 2, 526, nhd.
verderbt in betfu/s, und danach nnl. bitoet; schon gl. Jun.
406 bifu», der name scheint echt deutsch und von p6zan
cudere gebildet wie anapöz incus, mhd. aneböz, nhd. am-
bofs, so dafs nhd. beibob gesprochen und geschrieben wer-
liee KRÄDTSR. BBIFVSS
den sbllte. die badeolMig murs ungeflihr die des nhd.
ichlag sein, was bei Legau eioen bastard ausdrückt. muW
mafsltche alta. form wäre btbAt, woran der lett name MA-
öofe« erinnert, das beutige ad. buk, biteke seheint trauliche
Verharzung*); dän. bj^e, sdiwed. aber gribo (graunes^.
Wer beifuTs im hause hat, dem mag der teufel nicht scha-
den, hängt die wurzel Mer dem Üwrj so ist das haus ge-
gen alles Oble und ungeheuere geschützt. Johannistag gär-
tet man sich mit beifufs und wirft ihn, unter sprttchen und
reimen ins feuer (s. 585), daher die namen Johannisgüiiely
saimemoendgüriely gürtetkraut, franz. herbe de s. Jean, die
Wurzel wird feierlich gegraben, in kränze gewanden, um-
gehangen und von jedem, mit dem Unfall den er an sieh
hat, in die flamme geworfen. Wer beifufs an sich hängt,
ermüdet nicht auf der reise, dies letzte ist nach Plin. 26,
89: artemisiam alligatam qui habet viator negatnr lassitudi-
nem sentire. auch die ig/Ltfjpsiai nuXaiai (ed. Sillig s.
212): agte/uialav %ri¥ ßoxavvjv el Tis s'j^et iv iävi , Xvsi
vov HiifiaTov. ags. heifst die artemisia mmcgtyrt, engl.
mugwerty muggon: vid nrictum gonge ofer land ^^\z&s he
teerige, mucgvyrt nime him on hand^ odde dö on hü sc6j
fi^lies he mMge, and fionne he niman ville ler sunnan up-
gange, cvede fäs vord «rest: tollam te, artemisia, ne las-
sus sim in via. gesegna hie fionne f>ü upteo. Rob. Cham-
bers theiit s. 34 schottische sagen von ihrer heilkrait mit.
Als ein mädohen in Galloway beinahe der Schwindsucht erlag
.und alle an ihrer rettung verzweifelten, sang eine naeerfrau,
die dem volk oft heiteamen rath ertheilte:
wad ye let the bonnie may die i' your band,
and the mugwort flowering in the landl
alsbald pflückte man das kraut und gab der kranken den
saß davon, und. sie ^ard hergestellt. Eine andere Jung-
frau war an dieser krankheit gestorben und ihre ieicbe
wurde am hafen von Glasgow vorbeigefahren, da streckte
die mermaid das häupt aus dem wasser, und rief mil lang-
samer stimme:
if tlp«y wad drink nMes in march,
and eat nwggons in maj,
sae mony braw maidens
wadoa gang to the claj.
Warum sollte nicht schon ein goth. bibitrts gegolten
haben ? dafs die Gothen eigne, bedeutsame namen der krSn-
tef und Sträuche besafsen, erhellt aus den vom gr. wort
*) oder ist der flau, name pt^o, esthn« poio, fu^fo terwaadt ?
KRÄUTER. GDNOBLREBB. TBUPBUBISS 1168
abwdieheiiden abertragmigeii bei UlfHas« /9«roc» rubos gibt
er diurcb aihvahmdi Marc. 12, 26. Log. 6,44. 20,37, worin
afhws equtts , tondi fomes (vgl. ahd. zunlara , nhd. xander)
stecken mögen; avxafuvoe bdhuAagm$ Luc. 17, 6, was
beinbaum sagt, und noch heute heifst der hartriegel bekH-
holz. die Ursache beider benennungen ist uns aber ver^
loren.
Hederich ist iiein alter name, sondern erst dem lat
hedera nachgebildet, nur dafs darunter nicht epheu, viel»
mehr hedera terrestris gemeint wird, Linn^s glechoma be*
deracea, ein unkraut mit kleinen blauen blumen. seine echte
benennung lautet gtmderebe, gundebrebe, donnerrebe, gu»^
dermanny ahd. gunderreba acer (Graff 2, 354), was nicht
ahorn sein kann, auch steht gundereba immer unter den
kriutera. sie galt fOr heilkräftig und gegen sauber schützend,
beim ersten austrieb auf die weide werden die kähe durch
einen kroM ven gundemuum gemolken, und wer einen
solehen auf dem haupte trügt vermag die hexen zu erken«
nen (abergl. 462. 463). gund führt auf* die alte valkyrie
(s. 393) , donner - auf die blaue färbe des blümchens und
auf Donar, dazu tritt dafs den Letten der hederich pehr^
hanes heifst nach Pehrkon dem gott das böhm. ohnica
(von oben feuerj gilt dem gelben, ganze äcker überziehen-
den hederich; ruft man den biluerinnen, die ihn im feld
jftten, hederich zUf so schelten sie.
Eine art der scabiosa heifst suceisa und tnanus diaboä^
teufelsbifs, tetifebabbi/$, engl. deüUs bit, dän. diäeels Md,
böhm. dertkus, (Sertuw kus, russ. djabolskoe ukuschenie,
sonst auch rasa, tschertow paletz (tenfelsdaume), poln. czar*
towe zebro (teufelsrippe). die wurzel ist unten stumpf, wie
abgelassen. Of ibasius sagt, dafs mit diesem kraut der teufel
solchen unfug trieb, dafs die mutter gottes erbarmen hatte
und ihm die macht benahm, ergrimmt bi/s er die fDwr»el
tmlen oft, und so wuchst sie noch heute des tages. wer
sie bei sich trägt, dem vermögen teufel und böse weiber
nicht zu sehaden« Nach andern bifs der teufel sie ab, weil
er ihre beilbaft den menschen nicht gönnte. Gräbt man
sie mitternaeht vor Johannis, so sind die wurzeln noch tm-
abgebiseen und verjagen den teufel. unter den tisch gewor«
fen bewirkt sie, dafs die gaste sich schlagen und zanken.
Einige kräuter heifsen nach menschlichen eigennamen.
Bertram und schon ahd. PerMram (Graff 3, 349), mhd.
BereUram Ls. 2, 526 entspringt aus pyrethrum und soll
dem fremden wort deutschen klang verleihen, merkwürdi-
ger scheint die herba boni Henrid (chenopodium) , auch
1164 GOTBEINRIGH. SSLim&L, DOSTB
«
Mors bama Henricui genannt, gui Heimieh; st&h fiMnricA
(«tripiex); roih Hemrtoh (abergl. 1002). ich erküre sie ans
den vorstellunfen ton elben und kobolden, die gern Heinz
oder Heinrich heiben (a. 471. 472), waa hernach auf tenfel
mid hexen übergieng (a. 955. 1016), aoiohen dümomgchen
weaen schrieb man die heilkraft des krautea za. selbst die,
ihrem ursprang nach, unerforschte sage vom armen Hein-
rich könnte mit einem kraut sust^mmenhängen , das den
aufsatz heilte, die herba boni Henrici soll gerade gegen
diese sucht angewendet worden sein.
Wurde einem kraut allgemeine heilgabe für alle übel
zugeschrieben, so hiefs es wie Galliern der mistel o/Modi,
uileiceaehy den Griechen to ndvauts, 17 napaneicc, woraus
eich eine tochter des Asklepios napdueia personifi6ierte.
in unsrer spräche finde ich keinen pflanzennamen allheil,
allheila, wol aber seipheila (euphrasia) Graff 4, 864 und
die kräuter heilallenoelt (Achillea, millefolium), keUaUenekor
den (supercilium Veneris) , auch aUermamkarm$ch und newi-
manmhrcft bedeutung der neunzahl zeigt sich nicht min-
der darin, dafs man neunerlei blumen zum kränze wand.
heilhoMto (Graff 4, 759) ist bermodactylus, ich weifs nicht
weiche pflanze, sie heifst aber auch huniUmch (GraiT
2, 143).
Zwei krfiuter stehn in der formel alliterierend neben
einander: doste und dorant (origanum,*antirrhinum). ahd.
döBto (Graff 5, 232) , 'der echte ausdruck für das , was wir
jetzt wilden majoran, thymian nennen oder toolgemuij böhm.
dobrdmy$l. für dorant kommt auch vor aranij nach eini-
gen soll es nicht antirrhhium, vielmehr marrubiom sein,
ahd. goifarge%»an. vor beiden kräutern fliehen wichtel and
nixen; darum heifst es: 'hftttestu nicht dorant und <losfeii,
wollt ich dir das hier helfen kosten!' ^hebauf dein gewand,
dafs du nicht fallest in dosten und dorandP ^stofs mir nicht
an den dmrant, sonst kommen wir nimmer in unser Vater-
land.' DS. no. 65. Jul. Schmidt s. 132. Redeker no. 45.
Neben doste pflegt auoh hartheu (hypericum), daa ei-
trige harämn nennen (s. 981) die geiater zu scheuchen:
'doste, harthau, weifse heid thnn dem teufet alles leid.'
hypericum perforatum, fuga daemonrnn^ teufelafluoht,
Widertän (adiantum) mit dem part. von tuen gebildet,
spftter in mderäMn, widertod verderbt, die echte form bat
noch 6. Frank bei Schm. 4, 34. das kräuterbuch sagt: damit
wird viel abenteuer getrieben, das lassen wir als narren-
werk und teufelsgespenst fahren, heifst auch Jungfrau^
haar und ist schön goldfarb. es haben die alten weiber
WEGBKJSITB, LAUCH UßS
viel fantasei mit krfitttern und sprechen, das reibe steiabrech-
lin (saxifraga) mit den linsenblättlin heifse (Äthan, das nacket
jungfraohaar heifse uriderthon und mit beiden können sie
nach ihrem gefallen 'abthon' und 'widerthon.' Soll das sa-^
gen: mannbeit nehmen und geben? dann stünden sich abe^
tän und wiederiän gegenüber, wie zubringen und abbrin-
gen s. 1028; Frisch hat 1,5^ abthon trichomanes, polytri-
chon, und 2, 446^ widerthon lunaria, thora salutifera.
Einige kräuter, plantago und proserpinaca, heifsen da-«
nach, dab sie am wege spriefsen (proserpunt) und den
fufstritten ausgesetzt sind, ahd. wegarih (Graff 1, 670) nhd.
Wegerich; ahd. wegapreita, ags. eegbrtBde, engl, waybrede,
dän. 9eiWed; ahd wegckspreüi (Graff 6, 395) : ahd. toe^o*
treta; mMtreta (Graff 5, 522) nhd. wegetritt; ahd* ^ega^
warta, nhd. wegewarle, was man auch auf Cichorium zieht.
Es gibt davon einige mythen : das kraut soll eine Jungfrau
gewesen sein, die ihres liebsten am wege wartete (s. 787),
gleich Sigünen (Tit. 117. 118). Paracelsus (opp. 1616. 2, 304)
bemerkt, dafs die blumen der Wegwarte sich nach der sonne
neigen und ihre kraft im Sonnenschein am höchsten sei^
ihre wnrzel aber nach sieben jähren sich in eines cogels
gestalt wandle.
Lauch, ahd. louh, ags. leic, altn. laukr ist allgemeine
benennung saftiger kräuter ; einige arten scheinen heilig ge-
wesen zu sein. aUium caepasque inier deos in jur^urando
habet Aegyptus. Plin. 19, 6. Als Helgi geboren war und
Sigmundr sein vater aus der schlacht kehrte, heifst es
S»m. 150^:
sialfr g^ck vtsi or v!g]^ymo
üngom fcsra Urlauk grami.
Völs. saga eap. 8: Sigmundr var ^ä kominn frä orrostu ok
gekh mei einrnn tauk tm6t syni stnum, ok hermed gefr
hann honum Helga nafn. itrlaukr ist allium praestans, aili-
um victoriale; es erhellt nicht, ob der könig als heim-
kehrender Sieger lauch trug, oder weil es sitte war beim
namengeben ihn zu tragen, keinen dieser gebrauche erläu-
tert das übrige alterthum. man warf lauch in den gesegne-
ten becher. Sa^m. 195*.
Die sorbus heifst altn. re^mr, schwed. r^nn, dän. r^nn^;
es ist ein heiliger Strauch, weil ihn Thörr im ström fafste
und sich daran hielt, weshalb gesagt wird: 'reynir er biörg
ThArs sorbus auxilium Thori est. Sn. 114. Noch heute
glaubt man in Schweden, dafs ein Stab von diesem rönn
gegen zauber sichere, und am schif hat der gemeine mann
gern irgend etwas von rönnholz gemacht, zum schütz gegen
1166 KRÄUTER
Sturm and wasserffeister^ fflögrönn dient zn geheimen kün-«
sten. Afzeiius 1, 19.
Den Serben sind samdokas und okoloUchep IcrSuter,
die in liebestrftnlie gemisclit den liebhaber zwingen zu der
geliebten zo kommen, ustuk, ein liraüt und der spruch,
den die Zauberin hersagt, um ein fibel zum weichen (ustn-
knuti) zu bringen. Vuk s. vv.
Troj»iele (dreikraul) h^Cst den Polen eine wunderbare
pflanze mit blauen blftttern und rothen blumen: sie flörst
liebe ein, macht vergessen und versetzt schnell wohin man
will •).
Im gedieht von Elegast 763 ff. kommt ein ungenanntes
kraut vor, das man nur in den mund zu legen brauchte,
um zu verstehn was die hähne krähen und die hunde bel-^
len. Wer, nach Villemarquö 1^ 62, zuRUlig auf das goldne
kraut (s. 1158) tritt, entschläft alsbald und versteht die
spräche der hunde^ wölfe und t>ögeL Anderwärts hängt das
Verständnis der vögebprache ab vom genufs einer weifsen
Schlange (s. 934), in der edda von dem des drachenherzens.
ein märchen läfst einen drei jähre lang erlernen was die
hunde bellen , die vögel singen , die frösche quaken **).
Viel weniger mythisch als kräuter sind STEINE, ob-
schon edle von den gemeinen, wie bei jenen, unterschie-
den werden, denn die steine wachsen nicht so lebendig
und sind nicht so zugänglich wie die pflanzen; der Mnme
kann jeder hirte und wandersmann in wald und auf wiese
*) Tolkslieder der Polen gesammelt tod W. P. Leipx. 1833. s. 90.
**) ags. kräuternamen, so bald sie einmal aus den handschriften
critisch herausgegeben sein werden , versprechen reiche ausbeute für
die mjthologie, wie ich schon in einzelnen beispielen dargelegt habe,
hier noch einige dunkle narneo. pulegium (polei) doeorget dmntU
(dTOsle« dTjsle) fährte ich s. 4t7 an, wenn das altn. dusü , Ictis
opera, yielleicbt quisquiliae, duslla everrere hinzu genommen werden
darf, Zwerges kehricht; eoÜanerSg ist achillea oder njmphaea, womit
ich Collen ferhd, stolzmutig, aus den gedickten Tergleiche, also stol-
zer crocus (ahd. kruogo) oder krug (lagena), jeoachdem man das
zweite wort versteht; ä^fpana, ich weifs nicht welche pflanze; vulfu
comb (lupi pecten , crista) chamaelea ; foxes glöfa (vulpis chirotheca)
ist buglossa, ahd. hrindeszunga^ hindkelede paeonia, engl, hindhele,
scheint cervam celans, defendens und helede, oder heolad, wie auch
geschrieben steht, mit heolodhelm (s. 432) vergleichbar, Lre fährt
ein beiihheolode auf; eneo^hoien bald ruscus , bald victoriale , d. i.
herba victorialis, idaea daphne, engl, kneebollj, kneeholm; kv^tettd
iris illyrica, erinnert an hv^tunga omina , auguria. geormenledf, eor-
me$äedff malva. wäre ahd. irmanloup (oben s. 326). Die ahd. nameo
bei Graff 3, 863-72 ziehen minder an, und sind unvoUstSndiger auf
ans gekommen.
STEINS. WAISE 1167
iittken, die edektdne werden nicht in unsefm boden ge-
zeugt, sondern dem schofs der erde abgewonnen, aus wei-
ter ferne eingeführt, bedeutsam galt daher krauterkunde
für heidnisch, steinkande für jüdisch (s. 1142); jüdische,
maurische handelsleute holen die edelsteine aus dem mor-
genland. wunder und heilkraft der edelsteine waren im
mittelalter frühe bekannt, nie aber volksmäfsig, und darum
gibt es fast auch keine deutschen namen und sagen dafür,
dies Verhältnis kann also zur bestätigung der heimischen
mytben von den pflanzen gereichen, aus Harbods, Erax,
Albertus magnus und anderer weitverbreiteten werken über
die edelsteine gieng so wenig haftende sage unter das
Volk als ans Walahfried oder Macer Ploridus, die von kräu-
tern gelehrt und trocken, wie ärzte, meldeten, auch des
Plinius nachrichten im 36 buch scheinen auf unsern aber-
glauben gar nicht eingeflossen zu sein *).
Dennoch gibt es einzelne, althergebrachte mytben. die
edda nennt einen heiligen iarknasieinn Ssem. 137^ 139*
213* 238*, der beim kesselfang in das heifse wasser ge-
worfen wurde, und den der künstliche schmied Völundr aus
kinderaugen fertigte, das ags. eorcanstdn glossiert mar-
garita und topazion, im cod. exon. 73, 27. 238, 12. 478, 7
hat es den allgemeinen sinn von edelstein, eorcnanstdn
scheint verderbte form, der entsprechende goth. name air-'
knMtdins, ahd. erchanstein darf sicher vermutet werden,
da goth. airknis echt, heilig ausgedrückt und ahd. erchan
in andern Zusammensetzungen übrig ist (Graff 1, 468). es
scheint aber der eirunde milchweifse opal, der sonst auch
orphanus, pufriUus, mhd. weise heifst, und so köstlich war,
dafs er die deutsche königskrone schmückte. Albertus M.
sagt: arphanus est lapis, qui in Corona romani imperato-
ris est, neque unquam alibi visus est, propter quod etiam
orphanns vocatur. est autem colore quasi vinosus , subti-
lem babens vinositatem , et hoc est sicdt si candidum nivis
candens seu micans penetraverit in rubeum darum vinosum
et Sit superatum ab ipso, est autem lapis perlucidus et
traditur quod aliquando fulsit in nocte, sed nunc tempore
nostro non micat in tenebris. fertur autem quod honorem'
servat regalem. Hatte das ahd. toeiso schon die bedeutung
des Steins gehabt, so würde sie kaum den glossen fehlen.
desto gangbarer ist sie den mhd. dichtem, seit die sage von
herzog Ernst erscholl, der im fernen ausländ mit seinem
*) man erwäge die darren aufzablungen Parz. 791 und fragm. 45^^.
anziehender ist ein gedieht ron Stricker (b. Hahn 44-52); dem EracUuM
wohnte steinkande bei (Mafsm. a. 468-473).
1166 STEINE. WA19E. PKRLE
Schwert 4en edelstoiii tob einem feigen schlug und dem
könig zur gäbe darbrachte (z. 3604-23 uod 5643 des lie-
des und in Ödes lat. gedieht 6, 357). Thilippe setzen weir
sen üf I* Wahb. 9, 15 ; 'schouwe wem der weise ob siroe
nacke std, der stein ist aller fürsten leitesterne.' Wallh.
19, 3 vgl. Helbl. 2, 881 ; 'der künec also den weisen hkV
Ms. 1, 15*; 'wie si durch den berc bar wieder kämen, ii
sie der kröne weisen inne nftmen.* Ms. 2, 138*; 'den weisen
ie vil höhe wac der keiser und daz riebe, dur daz nie stn
geitche wart unter manigem steine«' Tr(U. 20; 'ich stich im
abe den weisen.' Otto bart 314. man sehe auch die in
Heinr. von Krolewitz V. U. bei Lisch s* 208 geaammelten
stellen. Albert und Conrad erklären den namen daher, dab
der stein ohne gleichen sei und wie der waise ohne ver-
wandten stehe; so auch die glosse zu Ssp. 3, 60. in der
spanischen kröne befand sich ebenfalls eine pächtige perle,
welche Auerfana (waise) oder sola (einzige) biefs und bei
der feuersbrunst des palastes 1734 verbrannte, franz. ist
solitaire ein einzeln gefafster diamant. Doch bricht eine
tiefere mythische idee durch, pupillus bea^ichnet ursprüng-
lich den kleinen, unmündigen knaben UQd gebt dann in den
begrif von orphanus über, pupilla und xopi; hingegen drü-
cken mädchen und augapfel aus, in dem man das bild ei-
nes kindes wahrzunehmen glaubt (vgl. s. 1131). Yölundr
schmiedet nun den iarknasteinn aus äugen der getödteten
knaben, der stein konnte pupilla oder pupillus heifsen, also
jenem orphanus begegnen, und so ward erchanslein zum
weisen. Aus Tbiassis äugen wurden leuchtende Sterne, alle
Sterne sind edelsteine des himmels ; Übergang auf den fun-
kelnden stein ergibt sich leicht. Heinr. von Krolewiz will den
himmel als ein haus schildern und bringt wiederum die
äugen mit dem weisen in beziehung (z. 1194. 1203. 1216).
Die perle schon in den träumen vorbedeutsam mit der
thräne verglichen entsprang nach dem mythus aus der Ve-
nus thräne, wie sich Freyjas thränen in goldtrapfen wan-
delten (vorhin s. 1146) auch Väinämöinens zäbren fallen als
perlen ins meer (Kalew. rune 22). die perle ist folglich
metall oder stein, unserm alterthum galt sie für einen im
meer gefundnen stein, daher auch eorcanstän sie bedeutea
konnte und selbst der lat. name unio an jenen sinn des unver-
gleichlichen Waisen erinnert: in tantum ut mUli duo repe-
riantur indiscreH, unde nomen uniowum romanae impo-
suere deliciae. Plin. 9, 35, 59; ideo uniones dictos qoia
nnnqtiam duo simul reperlantur. Isid. or. 16, 10. Plinius
fährt fort: nam id (nomen unionum) apud Graecos non est,
STEINE 1169
ne apud barbaros quidem inventoras ejus aliud quam mar^
garüae. war aber perlfischenden barbaren das wort mar-'
garita^ /Ltugyagh^g gelftofig, so könnten es diesmal Römer
und Griechen von deutschen stammen entnommen haben,
in deren spräche abd. marigreo», mhd. mergriez, alts.
merigriota, ags, meregreot, meregrot völlig verständlich
klingt und sabulum, calculus maris aussagt, zwar erscheint
jetzt das goth. markreiius I Tim. 2, 9 nach /nagyagit^Q
und mit lautverschiebung gebildet, welchem ahd. marchrtz
zu entsprechen hätte, entweder strebten die ahd. alts. ags.
ausdrücke das fremde mort unsrer spräche nah zu bringen
(was sonst gewöhnlich nur in einem dialect, nicht in dreien
zusammen versucht wird), oder dem Gothen war ein ma-
rigriuts unbekannt, vielleicht ungefällig, so dafs er den
ausländischen namen nachahmte, der nun gar in unserm
frauennamen Gretchen steckt. Das ahd. perala, berala,
ags. pearl scheint aus beryllns, und trägt wieder den be-
grif gemmula auf das muschelgewächs über, man dürfte
zu margarita auch das skr. marakata halten^ weiches apd-
Qaydoß, fiagaydog bedeutet und diesem unmittelbar ver-
wandt ist. die mhd. dichter brauchen mergrieze bald von
sand, bald von perle: 'üz der bühsen giezen stöubtne
mergriezen' Trist. 4669; 'von glänzen mergriezen' Troj.
1446.
Wie erchanstein aus dem menschlichen äuge entsprun-
gen war, perle aus der muschel, scheinen auch andere
edelsteine die phantasie des HA. angeregt zu haben, die in
und aus thieren wuchsen, was Harbod cap. 24 vom lyn^
curius berichtet, ist Rudlieb 3, 101-127 weit ausführlicher
zu lesen, auch diese leuchtenden luchssteine geziemen in
den fingerring der königin, in die kröne des königs. An-
dere sagen reden von kräftigen steinen, die sich im haupte
des hahn9, der natter und kröte erzengen, im leib eines
verschnittnen dreijährigen hahns wächst der alectorius (Har-
bod cap. 3): 'invictum reddit lapis hie quemcunque geren-»
tem, extinguitque sitim patientis in ore receptus.' nach dem
mhd. gedieht mufs der kapaun sieben, nach Albertus neun
jähr alt sein. Das gedieht des Wiener cod. 428 no. 136
von edelsteinen nennt aber den sehlangenttein als eigentlich
siegeerleihenden :
ich hoBre Ton den steineo sagen,
die naiem und kroten tragen,
daz gr6ze tagent dar an lige,
8wer si habe, der gesige;
mohten daz tigeMteine wesen,
86 toh ein wurm tU wol genesen,
Grimms mjftk^L S, musguht» 74
1170 STEDfl
den in stnem Itbe Meg«»
dax in niemaii enlöege;
den hahngtein den durstotUlenden:
man sagt Ton kanensieinen
swer ir in munt nem einen,
dax er guot tur den dnrat im st
der heiligen schlänge und natter, die goldkronen trSgt (s.
650. 651) und edelsteine (gesta Rom. ed. Keller s. 68. 152),
scheint der siegstein mehr als dem hahn beizulegen. Al-
bertus führt einen stein borax an, den die kröte auf dem
köpfe trage, ohne ihm Wirkung des siegs zuzuschreiben:
borax lapis est qui ita dicitur a bufone quod in capite ip-
sum portal. Otnit, Hone 557. 558. Ettm. s. 91 heifst die
kröte hebräisch.'
ez ist üz dem garten ein abrahemsche krot,
swenne diu gewehset, si bringet einen stein
daz diu sunne üf erden niht bezzers überschein,
deutlicher wird im Dresd. gedieht gesagt, dafs der stein auf
ihr wachse und unter allen steinen der höchste sei. Nach
pentamerone 4, 1 wächst die preta de lo gallo im köpf
des hahns und ist ein wünschelstein, mit dem man alles
erlangt. Die morgenländische fabel yon den drei lehren
des gefangnen vogels (Reinh. gglxxxi und Ls. 2, 655] er-
wähnt eines ähnlichen, in der lerche oder nachtigall her-
zen oder magen wachsenden Steins. Dem schlafenden Si-
gurdr grikr entwendet seine tochter den siegstein aus der
lasche und gibt ihn an Dietleib (Vilk. saga cap. 96. 97);
einen solchen besafs auch könig Niiiung (das. cap. 25), doch
in beiden stellen ist die natur des steins näher nicht ange-
geben, auch Vintler (anh. s. lui) beschreibt ^den sigelstein*
nicht, es scheint aber, dafs er künstlich, heimlich wie glas
Seblasen, wie erz gegossen werden konnte: 'ze samen si
ö sAzen sam sie einen sigstein bliesen* Seifr.Helbl. 4, 124
von verschwornen ; *gar taugenlichen vor dem rat zusamen
giengen fru und spat, pis sy gussen ain sigelstain/ Mich.
Behairo 22, 11. ;iach Hagens Cölner chron. 1003 ist der
diatnani gemeint, mit dem man siegen soll. Die gedichte
melden siegbringender, unsichtbar machender fingerrioge
(z, b, Troj. 9198), deren kraft immer von dem in sie ge-
fafsten stein abhängt. Harbod cap. 27 vom gagathromeus:
'quem qui gestarit dux pagnatums in hostem, hostem de-
pulsum terra marique fugabit'
Des vom himmel fallenden ceraunius {Ksgawiag) erwähnt
Marbod cap. 28: 'qui caste gerit hunc, a fuhnine non ferietor,
nee domns aut ville, quibus afiberit lapis ilie.' was er hinzu-
DONNERSTEIN 1171
fltgi: ^crystallo similem Oermania miiXere fertor, coeruleo
lamen infectum nitiloque colore*, staromt aus Plin. 37, 9,
51: est inter Candidas et quae cermmia vocatar,. falgorem
siderun rapiens y ipsa crystallina, splendoris coerulei^ m
Qermama nascens; die aufgenommne lesart hat jedoek
Carmania. an cker deutschbeit Aes donnerstems (s. 164) ist
nicht zu zweifeln, und Miölnir wird, gleich dem heinn
(s. 856), den Odinn warf und der in Thors haupt steckte
(s. 346), über alle andern steine hinaus heilig gewesen sein.
Hiölner klingt bedeutsam an die slavischen benennungen
des blitzes tnolnija und munja, in den serbischen liedern
wird letztere zur personificierten Munja, und als Schwester
des Donners (Grom), als braut des Mondes (Miesetz] dar-
gestellt (Vuk 1, 151. 154 der neuen ausg.), was der per-
sonification des Hammers (s. 166. 951) begegnet, um so
mehr ist Holnija dem Miölnir identisch. Auch den Römern
mufs der donnerkeil, silex, ein Jovis lapis gewesen sein:
iapidem silicem tenebant juraturi per Jovem haec yerba
dicentes: 'si sciens falle tum me Dispiter salva urbe arce-
que bonis ejiciat, uti ego hunc Iapidem I' aus des Juppiter
feretrius tempel holten schwörende stab und Rapidem si-
licem quo foedus ferirenf, gerade wie Thors hammer bünd-
nisse weihte. Nach Livius 1, 24 wurde das geopferte
Schwein mit diesem stein getroffen: 'tu illo die, Jupiter,
populum romanum sie ferito, uti ego hunc porcum hie
hodie feriam, tantoque magis ferito, quanto magis potes
pollesque.' id ubi dixit porcum saxo silice percussit. das
gleicht unserm fluch: 'das dich der Hammer schlage!' Nicht
anders hiefs den Finnen der donnerstein Ukonkiwi, des
Ukko, des altvaters stein; den Indern hira, htraka, Indras
donnerstein (Potts forsch. 2, 421] oder vadshra, was zugleich
donnerkeil und diamant bezeichnet. Wie ihm hier die natur
des edelsten aller steine beigelegt ist, sahen unsere vor-
fahren den harten flins, die Römer den silex darin, mythe
und aberglaube messen ihm die gröfsten kräfte bei: malleum
aut silicem aäritun, ubi puerpera decumbit, obvolvunt can-
dido linteo contra infestationem fearum, albarum feminarum,
strygum, lamiarum. Gisb. Voetii sei. disputat* theol. Ultraj.
1659. 3, 121.
Wie es einen stein der weisen (lapis sapientum) geben
soll, von dem Weisheit, oder die kunst gold zu machen und
leben zu verlängern abhänge ( öskasteinn , wünschelstein,
s. 131), kannte der Norden auch die sage von dem lifsteinn»
in Kormakssaga cap. 12. s. 116. 118 trägt Bersi einen sol-
chen am hals^ der beim schwimmen heil bringt.
74*
1IT2 STEiNB
Nur grorse steine, d. i. berg^e und (eisern beifsen nach
göttern, beiden, riegen, die auf ibnen hausen oder sie ge-
scbieudert haben; kaum einzelne sleinarten, wenigstens
keine heilkräftigen, so wurde ein gewisser sehtefer riesen-
brot, fyeriklmff (s. 513), ein tufstein näckebröd (s.4i7)^ eia
verkohlter stein Swrtarinmdr (s. 770) genannt.
SPRUCHS 1173
GAP. XXXYm. SPRUCHE UND SEGEN.
Noch stArkere macht als in kraut und stein liegt in dem
wort, und bei allen Völkern gehen aus ihm segen oder fluch
hervor*), es sind aber gebundne, feierlichgefafste werte
(verba coacepta), wenn sie wirken soUen, erforderlich , lied
und gesang; darum hingt alle kraft der rede, deren sich
priester, erst, cauberer bedienen, mit den formen der poesie
Bttsammen.
Ausdrücke des sagens und singens treten über in den
begrif des zaHberns, die aof#i; (s. 852) wird inaoidi^ Od.
19, 457, knmd^, sprechen, singen wird besprechen, 6e-
smgemj schwören (goth. svaran respondere) beschwören
(goth. bisvaran opirfj>ff/), wie jurare cornjurare, cantare
incatUttre, akd. galstar^ ags. gaUor^ gealdor, altn. galdr
(incantatio) leiten sich ab von galan canere; das ags* spell^
eigentlicb dictum, fabula, goth. spül, schftrft sich au Zau-
berspruch.
Dem segen gegentber steht der fluch, dem heil der
schade, für jenen brauchte der Gothe noch das deutsche
wort ^wpems evXoylu^ von ^iuf>jan ivkoyelv; das ahd.
segan dieatio, dedicatio, benedictio rührt aus lat. Signum,
das ags. segen drückt blofs Signum = vexillum aus; mhd.
nhd. gelten segen auch von zaubersegen. nauBkaysiv ist
bei Ulf. ubilqi^an, maledicere, fl6kan aber plangere, das
ahd. fluochön, mhd. vluochen, nhd. fluchen maledicere, im-
precari, ahd. /ImoA maledictio (männlich und ganz verschie-
den vom fem. fluoh rupes). alts. farflöcan maledicere, harm-
guidi naledictum. ferner ist fluchen ahd. farhudsbon, mhd.
eerwd»en^^)y detestari, condemnare, verwandt, scheint es,
dem ags. hvMung (divinatio) poenit. Ecgb. 2, 23. 4, 19.
tgSk eergau (schlecht geschr. virgan, vyrgan) maledicere,
detestari, eigentlieh damnare, goth. vargjan, alts. waragian.
agSv cursumf engl* eurse. altn. bcßn (precatio) ags, bin (oben
s. 27) streifen an imprecatio.
Zwar gilt lautes besdureien, berufen und fluchen, doch
*) Plioias 28> 2 untersucht die gewalt der wrha et incania$nenta
earminum in fielen merkwürdigen beispielen.
**) var hin verwIUen n\ .gar verteilter snA! Mi. 1, 23*; nu tw
Ton mir vencd»en! La. 3, 77; ww Ton mir verstöten! MaH. 3, 441^;
fi«r t^n mir Gedieh 9erhml La. 3, 77,
Uli SPRÜGBB
in der regel verlangen segen und auch fluch leise, lispelnde,
flüsternde rede. ahd. huispalön sibilare GraS 4, 1239, ags.
hvistUan fistulare, sibilare,. «ngU whistl^,. wie man der be-
zaubernden schlänge pfeifen und 2ischeri ^beilegt ; mhd. t^t-
speln: wispeln wilde vogel zemt, hunde ez letzet und lernt.
Renn. 22370; aspis will keine u>ispelu>art vernehmen Ms.
2, 202^; 'aller wtirnrel toispel unde mürmeV Hart. 74«.
denn auch murmeln ist daföelbe, ahd. mfinntt/dii, mtirflnfrdn,
nhd. zuweilen mummehUj tin). tnompekn. Paul. Diac. 1, 13,
der freilassung per sagittam gedenkend fügt hinzu: nmtmr-
muranteSy ob rei firmitatMi, q^aedam patria verba, das war
ein langobardischer segensspruch *). ähnliche ausdrucke
sind ahd. muHlön (Graff 2, 707) nhd. prot»elny preHeln,
fMTöpeln, ursprünglich vom geräusch des siedenden wassers
(das v^asser brutzelt, pröpelt, pripelt, singt], dann sehr pas-
isend auf segensprechen angewandt: 'über eine krankheit
pro^ln und teispeln' d. h: heinilich segen sprechen, an ei-
nigen orten sagt man prebeln, nnl. preetelen ; Frankes weit-
buch 134* hat preü^ln.
Allein es gibt noch ein echteres, älteres worl, das
goth. rtffta, welches meist [nvoxfjgiov , einigemal ß&vlt^,
ovftßövXiov aussagt, wie mich dttnkt ursprün^ieh das leise,
feierlich gesprochne, hernach erst geheimnis. ovfißovhov
ist geheimer rathschlag. dem geheimen wort lag nahe die
geheime Schrift, wie auch mal rede lind zeichen war. Ulf.
setzt für'^'pa^i^, ygiftiLta nur mi§I, nicht runa, weil in den
vorkommenden stellen keine geheimschrift gemeint wird,
man dürfte wetten, dafs ihm fär diese runa geläufig war,
wie die Franken frühe rüna = litera kennen, ahd. rüna,
ags. rün character magicus, mysterium. C»dm. 211, 12. 250.
6. 262, 9, in der letzten stelte mit deutlichem besag auf
böcstafas 262, 7; altn. rfln litera, neben runa linea, aus
welchem Verhältnis zwischen ü und u die ablautende for*
mel riuna, raun, rurium erhellt, wozu auch altn. raun
(tentamen, experiinentttm), reyna (tentare), vieUeicfat reynir
(Morbus, oben s. 1165) gehört, im ahd. verbum rimih^ su-
surrare, rünazan marmurare, mhd. rünen, nhd. raunen,
ags. rünian dauert die Urbedeutung des geheimen flüsterns,
ahd. 6rr(lino ist ein vertrauter, der ins ohr raunt, das altn.
transitiv r^na bezeichnet secretum scrutari, literas scrutari
und vermittelt jenes raun tentamen, scrutatio. Ben. 378 steht
sanfte irünen entgegen 'dem Öfibnf Höhen singen. ' finnisch
drückt runo Ued aus (s. 854). Jetzt wird uns eine schon
*) ter noyies Carmen magido demufinwrüi ore. Ot. intet 14, 57.
»Ktüciie. «DifBN iirs
^ vorfehibie bdnennimg volikoBinen klar, ja sie erscheint
«ach allen seilen hin zutreffend. Aliruna heirst die ger*
manische weise frau, weil sie aljarufM und in geheimen,
dem gemeinen volk unversittndiichen werten redend, zu-
gleich der Schrift und des zauhers kundig ist; die goth.
runa, die ags. rüncräft war ihr eigen, ali- kann nur be-
deuten: anders, fremd, was nicht vulgär und profan ist,
also den begrif von runa noch erhöht, auch auf das hei-
lige, vielleicht zum cuitua der prieslerinnen gehörige kraut
(s. 1153) durfte der name selbst übergehn.
Das alterthum unterschied eine menge runen, und wft-
ren uns ihre benennungen dem ganzen umfang nach ver-
stündlich, so liefsen sie schnell übersehn, was insgemein
durch Zaubersprüche ausgerichtet wurde. maU' mahlte, ritzte
oder schnitt sie gewöhnlich auf stein oder Aob, rtmsteme,
nmstäbe; auch rokr diente dazu (s. 1038). die ahd. na-
men kahabünaf. ttrüna, lagorüna sind nach den huch-
staben hahal, is und lago; clofrüna und stofrüna bleiben
unsicher, letztere scheint der blofse stupf apex. heUirüna
bedeutet necromantia, todesrune, in klarem bezug auf Haija,
Hella; ich halte dazu das nhd. höUen»w<mg, worunter man
die mächtigste Zauberformel versteht, wie sie dem doctor
Faust eigen war. hal%rüna ist nicht sächlich sondern per-
sönlich zu nehmen, waldfrau, lamia (s. 404), nicht ohne
die nebenvorstellung des klagens und flüsterns. die abd.
frauennamen Kundrün, Hiltirün, Sigirün, Fridurün, Paturün
sind walkürisch, aber auch auf sächliche kundrüna^ AtM-
Htita, sigurümiy fnäurAna, paiurüna zurückfflhrbar, wobei
noch zu beachten scheint, dafs den personen der aus-
gang -a mangelt, sie wurden einer andern decl. überwie-
sen. Aus dem mhd. knierünen (heimlich übers knie reden)
Ms. 2, 137* läfst sich ein subst. knierüne folgern. Ags. ist
beadorüm Beov. 996 litera belli =» bellum, rixa; AeMne
Beov. 324 aber persönlich furia, parca, todesbotin, in einer
glosse bei Lye pythonissa. Sa?m. 194. 195 zählt Sigrdrifa,
d. i. Brynhildr, selbst eine valkyrja dem Sigurd die runen
auf, deren künde ihr vor allen beiwohnen muste: ihr dar-
gereichter becher ist 'fuUr lioia ok Itkrutafa, gödra galdra
ok gamanränay voll Heder, heilstäbe, guter zauber und
wonnerunen. dann führt sie auf Hg^änar, öbrAnar, biarg*
rdnar^ brimränary mälränary hugränavy von sigr victoria,
ölr cerevisia, biarg saxum, brim mare, mAI sermo und hugr
animus zu leiten, blofs bei Ölrün bin ich unschlüssig, das
im eigennamen Öbrun offenbar dem Aliruna bei Tacitus
entspricht; kaum sind alle alirünen . auf alus , ölr cerevisia
1176 RDNBN. PLOCHB
surückzttbringen , eher mntinafBe ich, iuta ÖlrAn entweder
für Elrüft, Elirün stehe und mit ölrün vermischt wmrde, oder
dafs das ü der zweiten silbe das a der ersten in 5 |^e.
wandelt habe, gakränar (contentiones) S«m. 165^. in den
dftn. Volksliedern sind oft rantme runery starke nnd krftflige
genannt (1, 235. 280. 2, 33. 3, 335. 4, 47).
Ffir den erfinder aller runen galt aber Odinn (s. 136).
und ihm wohnt die gröfiste gewalt der worte bei. YngL
sage cap. 7: f>at kunnt bann enn at gera med ordum et-
num, at slöckva eld ok kyrra siA , ok snüa vindum. Odinn
vissi of allt iardfd, hvar fölgit var, ok kann kunni f>au
liod, er upplaukz fyrir hönum iördin ok biörg ok steinar
ok haugarnir, ok batt bann med ordum emum fift er fy-
rir biuggtt, ok gekk inn ok tök {Mir sitkt er kann vildi.
Afzelitts, sagoh. 1, 4, erwähnt, aber zu kurz und undeut-
lich, einer seltsamen schwedischen volkssage von einem
mann Kettil Runske zu Kettilsäs in Abheda, der Odins rtm-
Stäbe (runekaflar) stahl und damit dessen hunde und stiere,
ja zuletzt die meerfrau festband, die Odin zur failfe kommen
wollte, unter diesem Odin scheint ein hirt oder riese ge-
meint, der den älteren gott vertritt, sein beiname runske
geht offenbar auf den erwerb und besitz der stftbe.
Lieder und runen vermögen also die gröfsten dinge,
sie können tödten und vom tode wecken wie gegen den
tod sichern; heilen und krank machen, wanden binden,
blut stillen, schmerzen mildern, schlaf erregen; feuer lö-
schen, meersturm sänftigen, regen und hagel schicken;
bände sprengen, fessel zerreifsen, riegel abstofsen, berge
öfnen und schliefsen, schätze auflhun; kreifsende entbinden
oder verschliefsen ; waffen fest oder weich, Schwerter taub
machen; knoten schürzen, die rinde vom bäum lösen (s.l039);
saat verderben (fruges excantare) ; böse geister rufen und
bannen, diebe binden. Diese wunder sind schon im weseo
der dichtkunst gelegen (s. 861). im rihiatal S®m. 28-30
sind achtzehn Wirkungen der runen angegeben.
Besondere gewalt wohnt aber den fluchen und Ver-
wünschungen bei. unsere mhd. dichter sagen ^Hefe fluo-
chen' Ms. 2, 188«; 'swinde fiuochen' Helbl. 2, 518; zoni-
ehioch Helbl. 1, 656. bedeutsam heifst es: 'ich brach des
vluoches Aer^en kisef MsH. 2, 339^, seine Wirkung ist kiesel-
hart, und kann nicht leicht gebrochen werden.. Waltk73,29:
xw^ne her»eiiehe fiüeehe kao ich ouch,
die flaochent nAch dem willeo min.
hiare müezens beide esel und der gouch
gehoBren i n enbmen jCii.
w^ in deone, den yil armen!
J
FLÜCHE Uli
der nflohtern vernomnme fluch wittt desto heftiger. Nach
irischem Volksglauben mufs jeder ausgesprochne fluch auf
irgend etwas niederfallen: er schwebt sieben jähre tu der
bift und kann jeden augenblick auf den, wider den er ge«*
than wurde, sich herabsenken ; verlttfst diesen sein Schutz-
engel, so nimmt alsbald der fluch die eines unglttcks, ei-
ner krankheit oder Versuchung an und stürzt auf den ver-
fluchten. Auch pentam. 2, 7 wird gesagt, dafs der fluch
flügel gewinne und gen himmel steige: mesero W mardet-
tiune dessa vecchia Fascelle, che sagUeüero subeio *n ctelo.
einem verwünschten pferd soll das haar leuchten: a cavallb
iastemmiato luce lo pilo. (ebenda).
Aus der alten poesie lassen sich beispiele der krSftig-
slen fluche sammeln; der eddische Seem. 144«
nie röstom er ^ü skyldir neAar vera,
ok vazi f>er ä badmi barri
gemahnt an die s. 164. 904 aus unsrer Volkssprache mit-
getheilten formein. auch Saem. 165" ^ hebe ich hervor, in
einem minnelied (Ben. 82) heifst es: 'der ntder schar, daz
die vor kUchen liegen I' auf ungeweihtem bodem begraben*),
'der bluomen schtn sol iemer sin von ihr gewalt gescheiden.'
Die mnen auf grftbern fügen zuweilen am schlufs einen
fluch gegen den bei, der den stein abwälze oder forttrage:
at rydi sa verdi sa stain f>ansi velti, er werde zu rost, Un-
heil treffe ihnl so endigen auch die lat. Urkunden des MA. mit
Verwünschungen des Übertreters, aber biblischen, kirchlichen.
Ein mhd. gedieht hat diese fluche: daz dtn wtp got
von dir loBse! vische, vögele, würme, tier mit liuten dtner
vrOuden burc erstürme! gnAde in allen landen sol dir stn
gehazi dich mtde gruoz von alten guoten vrouwen, dtn
sAme und euch dtn sät verdorre unsüeze, sA 6elbo6 der
berc von allen touwen verteilet ist, der vlouch dir haften
müezel HsH. 3, 52.
Wie sonst beim sSen gebetet und gesegnet werden soll,
gibt es einige kräuter, die uiUer fluchen gedeihen: nihil
ocino foecundius, cum maledicHs ac probris seren(him
praecipiunt, ut laetius proveniat, sato pavitur terra, et cu-
minum qui serünt, precaniur ne exeat. Plin. 19, 7 **). na-
*} aouehfiefioog ron christlicher gemeioichaft mors arspräoglieh
in dem beinameo 'vor chilchon* gelegeo haben : Radolphus de Solo*
doro copiomioe eor ehUehim^ Bartmannas dictas vor kUchon (eh. a
1260). Solotharoer wochenbl. 1827 s. 12a 160.
**) Fiacharl Garg. 244^: difs förmana gebett treibt schif und wa-
gen, ein kauptmananuch etik darch nenn hämisch, iek kdat danoock
wol baailien, quendel and kreasen setzen, dann dieselben rom flachen
im HELLIRDNA
pos serere nudum vokmt, precantem sibi et vieinig serere
se. 18, 13.
Einen feierlich beschwören hieb ahd. mumigdn inti
numSn (hortari et monere], ags. mynegian and manian. 'sfs
bmumgdt thuruh then himilisgon got, Usuoran thuroh thes
forahta, ther alla worolt worabtol' 0. IV. 19, 47; 'ih U-
munUtn dih' beginnt die formel (anhang gzxjcii). nochmhd.
Troj. 10519; Mes wart vil manec wilder geiat von ir ge^
muniet und gemanU!
Jene helUruna, necromantia, stellt sich in den liedem
dar, welche nach heidnischem brauch auf todtenh&geln
und gräbem ausgesprochen wurden, damit ein todter rede
stehe oder etwas herausgebe, der indiculus superstit un-
terscheidet sacrilegium ad sepulcra mortuorum und sacrile-
gium super defunctos, id est dadsisoi, AM steht für död
oder ddd (vgl. nedfyr, nodfyr s. 570), das alts. sisas stelle
ich zum ahd. sisuwd neniae . dessen sg. sisu , siso haben
würde, 9%$e$ang ist Carmen lugubre (Diut. 2, 283^ Graff 6,
281), eine alts. beichtformel liefert: ^ik gihörda hetlunnussia
endi unhrdnia sespilon\ wfire das sesespilon ? die dunkle
Wurzel erscheint auch in den eigennamen Sisebutus, Sise-
nandus u. a. m. (gramm. 2, 476). hetbmnussia müssen Ver-
wünschungen sein, vgl. alts. hatol dtrus, Heh 110, 8. ahd.
hazzal malitiosus, gl. Hrab. 957^ neniae sind carmina fune-
bria, preislieder zur ehre der todten. in Britferthi vita
Dunstani (gb. 925) cap. 1 (acta sanct. 19 mai) heifst es von
diesem heiligen: 'aoitae gentiliiatis vanissiraa didicisse car-
mina et historiarum frivolas colere incaniaHonum nenias.*
gerade so sagt Gregor, tur. mirac. 2, 1 : ^ad vicum, in quo
fanatici erroris naeniae colebantur.' das ags. bgrgensang
verdeutscht epitaphium, Hones glossen 943. 944 geben fe-
sang, /icfeo4' epicedium , byriensang^ bergekleody bgrgkod
Carmen super tumulum. in Hroswithas Proleriüs heifst es
bei einer beschwörung: 'supra genüUs tumulum sub tem-
pore noctis stans^ herebi domino suplex.' Der altn. ans-
drnck ist aber ealgaldr qveda (leichenzauber singen) Siem.
94*, Odinn zwang damit die beschneite, beregnete und
bethaute vala (s. 290). aus dem hügel zu steigen und ihm
zu antworten. Gröas söhn und Hervor sprechen fast die-
selbe formel aus: 'vski fiü Gröa, vaki fiü göd kona, vek
ek ^ik daudra dural' S«m. 97* ; 'vaki t>ü Angant^r, vekr
^ic Hervor einka döltir ykkar SvftfuT (fornald. sog. 1,435).
gerfeien, däramb. wirds jenes manDes entschuldigmig bei dem richler,
■warttOib er sein, weib gereuft bette, nemblich darumb weil er bat
ffauten setien müssen.
8PRENGCN. STÜRMEN »179
dann vreehsek Hervor mit dem vater schauerliche gfrsprfiche
und zuletzt wird ihr das begehrte schwert aus dem hügel
herausgeworfen. Nicht anders erfolgt die hergäbe des
eohwerts aus dem grab an den beschwörende!! söhn in dem
volksfied Yon Orm (sv* fornsanger 2, 446. 447. danske viaer
1, 59. eO) oder in dem färöischen von Virgar d. i. Wittich
(Lyngbye s. 369). Wolfdietrich zwingt die todte zunge seines
begrabnen vaters sieben werte zu reden. (Cod. dresd. 313).
Wie beschwörung die gräber sprengt, weichen ihr
adilofs und riegel. Ferabras 2759:
veno a Tus de la cambra, si la trobat tancada^
et a dit son conjur: tota s'es desfermada.
in folgender stelle aus meier Helmbrecht 1205 wird zwar
nur des hinzutretens gedacht, der viehdieb mufs aber, als
er sich näherte, lösende werte gesprochen habdn:
nln geselle WolveadnizKel
uf luot er ^ne slüzzel
alliu sldz und tseohalt:
in einem jAr h^n ich gezalt
hundert tsenhaUe gr6z,
daz ie daz sl6z dannen ichöz,
als er von verre gie dar *uo ;
ros, ohsen und manic kuo,
die ungezah sint beliben,
die er üz dem hoye hAt getriben ,
daz ie daz sl6z von stner stat
tch6z, siDafifi er dar suo irai.
noch jetzt stehn einzelne rauher und gauner im ruf, ihre
ketten und Schlösser besprechen zu können, dafs sie ihnen
abspringen.
Götter und dämone konnten durch ihre blofse macht
wind und stürm erregen, Zauberer thaten es durch lieder.
Saxo gramm. s. 71 von einem Oddo, vir magicae doctus,
ita ut absque carina altum pererrans hostilia saepe navigia
concitaHs carmine procellis everteret. diese tempestarii
sind schon s. 604. 605 verhandelt worden, carminibus in
nimbos solvere coelum. Saxo gramm. 17. die lieder wand-
ten aber auch unwetter und hagel ab, wie sie sie heran-
lockten« 'cum averti carmine grandines credant plerique,
ciyus verba inserere non equidem serio ausim,' Plin. 17, 28.
Wie die gesamte Zauberei auf alte weiber herab sank
und der vorzeit glaube kerlinga eilla hiefs (Saem. 169), 'alter
foibe träume' Turl Wh. 1, 82», ygaddeiß fiV&oi l Tim. 4,
7 oder goth. ttsalf)anäizö spilla ; ergieng es den altüber-
lieferten heilformeln nicht besser, schon die miracula s.
Matthiae (von einem Trierer benedictiner des 12 jh.) cap.
34 drücken sich so aus; cujus dolore mater affecta^medir
IIS« HAFTLIBDBR
cinam et anUiä adhibah eormina. (Pek. thes. niiee. 2, 3
p. 234).
IHese abergläab»chen formein frommen der gescluchte
unsrer mythologie, und enthalten nachrieklen Ton göttern
md gebrfinbhen des heidenthums, die ohne sie verschollen
wftren. sogar geistliche bficher gönnten ihnen räum, weil
man ihre anwendbarkeit in gewissen fällen, wenigstens
krankheiten des viehs, noch für nlltdich und statthaft er-
achtete, eine imsichtige samlung derselben, die zu man-
chen aufschlüssen leiten mtiste , scheint jetzt noeh nidit an
der zeit, da sie zerstreut und aus dem munde des volks
oder den hexenprocessen erst langsam zu gewinnen sind *].
Einige bedeutende beispiele sollen aber hier nidit allein
ihren werth sondern auch ihre zfthe Verbreitung durch bei-
nahe ganz Europa aufser zweifei setzen.
Das erste gedieht der Merseburger hs. ist ein hafüied,
beim knüpfen und lösen der bände zu singen, hier aaf
eines gefangnen erledigung gehend:
eiris sAzan iditi^ sAzun hera duoder,
sama hapt heptiduo, suma heri lezidua,
suma clüb6duo umbi cuoniowidi:
inspriDCg haptbaodum , ioTar yigandain !
d. i. olim sedebant nymphae, sedebant huc illuc (ags. f)ider,
engl, thither), aliae vincula vinciebant, aliae exercitum mo-
rabantur, aliae carpebant redimicula: exsili e vinculis, ela-
bere hostibus! den sinn der letzten zeile hat zuerst Wa-
ckernagel eingesehn, wodurch sich auch die vorletzte er-
läutert, das pflücken der binden löst den haft und nun
kann der gefangne entschlüpfen. Von dem haft heften
wurde schon s. 373 geredet, des bindens und entbindens
gedenken auch die minnelieder. Beda 4, 22 erzählt von
einem, der nicht gebunden werden konnte: nee tarnen
vinciri poiuii ^ nam mox ut abiere qui vinxerant eadem
ejus sunt vincula soluta . . . interea comes, qui eum te-
nebat, mirari et interrogare coeplt, quare ligari non pos-
set, an forte Uterai solutoricis, de qualUms fahulae feruntf
apud se haberet, propter quas ligari non'posset? at flie
respondit, nihil se talium artium nosse. er wurde einem
dritten verkauft: sed nee ab illo uUatenus potuit alligari.
Beda erklärt das wunder daher, dafs weil man ihn für todt
geglaubt hatte, für die entbindung seiner seele messen ge-
lesen worden seien, nicht unwichtig scheint die etwas
*] Horst bekam für aein buch eine pergamenths. des 15 jb. toII
Segensformeln, Ton welchen er nichts mittheilt (cauberbibl. 4, 363)i
und die seitdem xo Trier fehlt.
E1NR6KK«N 1181
weiter gehende tgs. Übertragung : aod hine ftceftde) hvtlde^
he {mi dl^sendltcan H^e cude and fia stdnas mid kirn dvrt»
tene häfde, be svylcam mmi leäs spell seogad; doch wel-»
cherlei steine stellte sich der übersetBer unter den biü runen
beschriebnen vor?
Man hat drei kaufen von frauen anzunehmen, deren
jeder ein besonderes geschäft verrichtete.
Die andre Merseburger formel soll ein erlahmiee pferd
heilen :
jRM eode Wödan yuorun zi holca»
d6 wart demo Balderu Tolon sto tuox birenkit;
d6 biguolen SinihgurU, Sunnä era suister,
d6 biguolen Frudf Foüd era suister,
d6 bigaoleo Wödan, ad be wola conda,
sdae hAnrenki, s6ae bluotrenki
adse lidirenki
b^n zi bdoa, bluot zi blaoda,
lid zi giliden, s^se geltmida stn.
hier wird ein den göttern zugestofsnes abenteuer besungen,
wie Wodan Balders ausgerenktes füllen durch besprechen
(bigalan) geheilt habe, die hersagung des lieds heilt nun
auch andere lahme rosse. Was die Übrigen götter nicht
vermögen, vermag Wödan, gerade wie es Tngl. saga 7
heifst: Odinn kunni at gera med ordum einum at slöckva
eld ok kyrra sid, ok snüa vindum hverja leid er bann vildi.
er ist also der gröfste zauberer oder wunderer von allen.
Nun höre man unter welchen gestalten diese beschwö-
rung in dem heutigen volksaberglauben fortgepflanzt er-
scheint, in Norwegen:
Je«tfff reed aig tit hede,
da reed han sdoder sit foIebeeD.
Jesus stigede af og llgte det:
Jesus lagde onarv i oiarr,
been i been, kjöd i kjöd,
Jesus lagde derpaa el blad,
at det skulde bliTe i samme stad.
in Schweden gegen die pferdekrankheit flSig (flog, anflog):
Oden slar pa berg«t,
han spörger efler sin fole,
flöget bar han fält. —
spotta i din .band och i bans mun,
ban skall fa bot i samma stund.
eine andere hingegen hebt an :
Brygge frlgade fra:
bura skall man bola
den flaget fir?
beide schwedische, ofl'enbar unvollständige weisen theilt P.
Magnusen im dagen 1842 no. 119 mit. Dafs in den Nie-
derlanden ähnliche reime fortleben, ersehe ich aus ein^m
1182 EINRBBIKEN
biiefe Haibertsmas, worin qs heifit: een nijner boeven gtf
my Toorleden jaar een rijm, dat de toverdokters prevelden
terwijl, zij den Terroklen voet van een paard met de band
▼an boven naar beneden stroken en alzo genazen. er hätte
mir den reim selbst sollen mittheilen.
Bedeutsamer klingt die schottische, aus den fireside
stories by Rob. Chambers, Edinb. 1842 p. 37 entnommne
tiberiieferung. When a person has received a sprain, it is
customary to apply to an individual practised in casting the
toresüng Üiread, this is a thread spon from block woolf
on which are cast nine knoUy and Hed round a sprained
leg or arm. During the time the Operator is putting the
thread round the affected limb, he says, but m such a tone
of voice OS not to be heatd bg the bystanders, nor even by
the person operated upon:
the lord rade,
and the foal slade;
he lighted,
and he righCed.
■et joiot to Joint;
bone to hone,
tnd sinew to sinew.
heal in the holj ghosts name!
hier dient der spruch noch für Verrenkungen des mensch-
lichen leibs, obgleich von dem gleiten des fohlen ausge-
gangen wird; zu den geraunten werten tritt aber noch eine
iigatur des wollnen fadens in neun knoten.
Wie genau stimmt in diesen, von einander ganz unab-
hängigen fassungen das bdn zi btoa, been i be^n, bone
so bone, das lid zi giliden, kjöd i kjöd, sinew to sinew;
wer an die treue dauer des im volk Überlieferten nicht
glauben kann, empfangt hier beispiele vom zehnten jh. bis
auf heute in Deutschland, Schottland und dem Norden,
sicher sind dieselben werte oder ähnliche zahllose mal in
a'lien Iftndern deutscher zunge abergläubisch angewandt
worden, der cod. vatic. 4395 enthält bl. BA^ folgendes:
'gott wurden IUI nagel in sein hend und fuez geslagen, da
von er IIII wunden enphie, do er an dem heiligen chreuz
hing (I. hie), die fünft wunden im Longinus stach, er west
nicht waz er an im räch ... an dem dritten tag gepot
got dem lichnam^ der in der erden lag, flßisch zu fleisch,
pluet zu pluei, ädern zu ädern, pain zu pain, gelider zu
gelidern, yslichs an sein stat. pei demselbigen gepeut ich
dir fleisch zu fleisch u. s. w.'
Aber noch mehr, weit höher hinauf, schon bei den
ältesten Römern hafteten verrenkungssprüche ^ voll dunk«*
BINRENKBR' IM3
lor Worte, der bereits s. 205 aus Ceto angefahrte mag
jetzt ganz folgen, weil er aaf art und weise der deutschen
iormelo lichi wirft. Luxum si quod est, hac canthne
Sanum fiet. harundinem prende tibi viridem pedes IV aut
V longäm. median) diffinde et duo bomines teneant ad
coxendtces. incipe cantare 'in alio. s. f. motas va^ta daries
dardaries astataries Dissunapiter' , usque dum coeant» fer*
rum insuper jactato. ubi coierini et altera alteram tetigerit,
id manu prende el dextra sinistra praecide. ad iaxum ^ut
ad fracturam aliiga, sanum fiet, et tarnen quotidie caniaio
*in alio s. f. vel luxato. vel hoc modo, huat hanat hua(
ista pista si^ta, domiabo damnaustra, et kkcato. vel hoc
modo, huat haut ista sis tar sis ardannabon dunnaustra.'
Auf diese beschwörung geht was Piinius am schlufs von
buch 17 sagt: cartninis verba inserere non equidera serio
ausim, quanqqam a Catone prodüa, contm Iii^ata membra,
jungenda arundmwn fissurfte. Die worte erscheinen uns
jetzt unsinn und mögen auch verderbt sein; warum sollten
sie aber nicht ursprünglich der sabinischen oder einer be-
nachbarten spräche des alten Italiens, von welchen wir nur
wenig wissen, zugehören, die reime ista pista sista oder
die alliteration domiabo damnaustra (im folgenden daiina-
bon dunnaustra erscheint das nemliche wieder, weshalb
nochmals ista pista sista zu lesen sein wird) erinnern an
die reime des Spruchs bei Virgil: limus ut hic durescit et
haec ut cera liquescit uno eodemque igne, sie nostro
Daphnis amore (ecl. 8). in Dissunapiter steckt der golt,
gleich dem Phol und Wodan unsrer spräiche. Marcellus
Empiricus, ein arzt des 4 jh., hat in s^nem buche de
medicamentis eine forme! gegen herzweh: in lamella stan-
nea scribes et ad Collum suspendes haec, antea vero etiam
cane : corcu ne mergito , cave corcu ne mergito cantorem,
utos, utos, utos, praeparavi tibi vinum lene, libidinem,
discede a nonita, in nomine dei Jacob , in nomine dei Se-
baoth I
Im cod. vindeb. theol. 259 werden lateinische und
deutsche formein zusammengestellt. {De eo quo)d spUrihalz
dtctmiM) *). si in dextero pede contigerit, in sinistra aure
sanguis minuatur, si in sinistro pede, in dextera aure mi-
nuatur sanguis. Äd nermes occideridos. Feruina (?) dei
gracia plena. tu hiabes triginta quinque indices et triginta
quinque medicinas. quando dominus ascendit ad coelos,
ascetidit memorare quod dixit. Äd apes conformandos,
*) mhd. spurhalz Diul. 2, 140, vgl. diu »purgalze M»H. 3, 278«>.
1184 PFERDEHBILUN6. HIRTBNGBBET
¥08 estis anciii« domini (vgl. 8. 659. 858], adjuro tos per
nomen domini ne fugiatis a fiiiia hominum. Ad puttos de
nido. crescUe e^ muitipiicamini et vivite et implete terram.
Contra sagittam diaboli. palamiasit. palamiasit calamia
insiti per omne corpus meum. per iata tria nomina per
patrem et filium et filium sanctum. aiua aiua aias sanctas
sanctus sanctus. in dei nomine cardia cardiani de necessa
(? receasu) propter illum malamman quod domnus papa ad
imperatorem transmisit, quod omnis homo super se portare
debet amen, tribua vicibus. De hoc quod 9purikah dicunt.
priraum pater noster.
Tifc fl6t aftar themo watare, Terbrastnn stna Tetherun,
th6 gih^lida ina nae drohtin» the selyo druhtia
thie geh^Ie that hört thera spurihelti!
Contra eermes:
gang 6t neiso mid nigun nessiklinon,
üt fana themo margf ao that b^o. fao themo b^ne aa that fl^tg, M
fao themo fl^sge an thia hdd, öt fan ibera büd an tbeaa aträla ! drahtin
weithe töl*)
Der neaso, mit seinen neun jungen, ist das auszutrei-
bende gewürm.
Petrus^ Michahel et Stephamu ambulabant per viam, sie
dixit Michahel: ^Stephani equus mfiuus, signet illum deus,
Signet illum Christus, et erbam comedat et aquam bibat.
Zwei dieser formein betreffen wieder das lahme, die letzte
das kranke pferd (Ducange s. v. infusio). die Übergänge
von marg an bdn, flßsg und hAd gleichen aber dem ein-
richten der. Verrenkung.
Die ältesten ; schönsten segen bei allen Völkern laufen
über in gebete, welche bei opfern hergesagt wurden, und
die einfachsten sind im birtenleben aufzusuchen, wie fri-
sche Unschuld klingt in jenen gebeten an den donnergott
(s. 160). Wenn die Tscheremissen ihr hehrstes fest Schu-
rem begehn und stille friedliche opfer darbringen, bei wel-
chem sich kein weibliches toesen blicken lassen darf (vgl.
s. 1105), sprechen sie ein gebet, aus dem ich wenige sätze
ausHebe: wer gott opfer gebracht hat^ dem gebe gott heil
und gesundheit, den kindern die zur weit kommen schenke
er geld, brot, bienen, vieb die fülle, er lasse die bienen
heuer schwärmen und honig in fülle wirken, wenn der
frühling naht, lafs, o gott, die drei arten vieh auf die
*) ein cod. tegenia. 524. 2 zu München hat eine ahd. etwas ab-
weichende fassong: gang dx nesso mit mim nesdftcUnoH tt fonna
marga in deö Adra, ronna d^n Adrun in daz fleisk, fonna demu fleiske
in daz fei, fonna demo Teile in diz tulll. ter pater noster. auch ahd.
nesso mit SS. tuilli wie strAIa ein geräth, rgl. mhd. tulli Nib. 897, 3
und Haupt zu Engelh. 1916.
HIRTBNOBBET. ACKERSEGEN 9185
drei wege hiaatas, schütze sie vor tiefem sohiamm, bttren,
Wölfen dieben: wie der bopfen prall ist und voll, s^ sbgne
uns mit glflck und verstand I wie das licHt hell brennt, so
lafs uns leben I wie das wachs sich ansetzt^), verleih >'Uns
heiti (aus Aleks. Foks o Tschuwaschach i Tscheremisach«
Kasan 1840^ mitgeth. in Brmans archiv 184L heft 2).
Dapem pro bubns piro florente facito. dapem hoc
modo fieri oportet Jovi dapali culignam vini quantuum vis
polluceto. eo die feriae bubus et bubulcis, et qui dapem
facient. cum pollucere oportebit, sie facias. Jupiter da-
paliSf quod tibi fieri oportet, in domo familia mea culignam
vini dapi, ejus rei ergo macte hac illace dape pollucenda
esto. macte vino inferio esto. Vestae, si voles, dato, daps
Jovi assaria pecuina, urna vini Jovi caste. profanato sine
contagione, postea dape facta serito milium, panicum, alium,
lentim. (Cato de re rust. 132).
Hieran reiht sich eine ags. bot d. i. puoza des un-
tragenden, durch Zauber verderbten ackers aus cod. exon.
5214. Her is seo bot, hü f>ü meaht f»!ne äceras betan,
gif hl nellad vel veaxan, odde f)aBr hvilc ungedofe {>ing
onged6n bid on drj^ odde on lybiäce.
Genim ^onne on niht, csr hit dagige, feoeer tyrf im
feover healfa j^äs landes, and gemearcä, hü ht »r stödon.
nim j^onne ele and hunig and beorman, and selces feos
meolc, j^e on f)8Bm lande st, and selces ire(yocynnes da&l,
f>e on f»8em laqde s! geveaxen, bütan heardan bedman;
and edlere namcudre t>yrte dsel , bAtan glappan änon; and
dö {>onne hftlig väter {>«ron, and dr^'pe fionne f)riva on
{>one stadol fidra turfa, and cvede f)onne fifts vord: 'cre-
Seite, veaxe, et multiplicamini^ and gemänigfealde, et replete,
and gefylle, terram, f>ds eordan, in nomine patris et filii
et Spiritus sancti benedicti, and pater noster, sv4 oft svft
f>at oder. And bere siddan f»ä iwrf tö cyrcean , and mes-
sepreost 4singe feover messan ofer f>ftm turfon, and t>ende
man ffät grine tö ^am veofode. and siddan gebringe bian
^ä turf, par hi cbt etBron cer sunnan setigange, and
hftbbe him gevorht of cvicbedme feover Cristes m»lp, and
ftvrlte on ®lcon ende Hattheus and Marcus, Lucas and
*) quidquid tangebam crescebat tanquam favus. Petronias cap.
43. 79. man kennt das anablässige steigen der wabe im bienenstock.
Wenn den Serben weihnachts der badnjak brennt, tritt der eingela-
dete polatnik hinzu, schlägt mit einer feuerschaafd auf den brand,
dafs die funken stieben, während er spricht: so Tiel schafe , so viel
siegen, so fiel Schweine, so Tiel rinder, so fiel gluck and segen, o£r
hier fwdsm fliegen! Vuks Montenegro s. 106.
GrimuM mijftkeL 8, tmtgube. 75
1186 . A€KfiRSBOBN
Johannes, lege ^ftt Cristes mari on f>one pyt neod^veardne,
ovede ^nne: crtix Malthetis, crux Marcus, crux Lucas, crux
Johannes, nim f>onne f)ä lur/* and sette fiier ufon on and
evede fionne nigon sidon {)As vord: crescite and svä oft
pater noster. and pende {)e f)oniie edsiveardj and onlüt
nigon sidon eädmddlice, and cved f>onne fite vord:
«4fttYeard iu Blande» Arena iQ me bidde.
bidde. ic hone meran dryfaten , b. i. {>. midan dryhten ,
bidde it pone b^ligan heofonrices yeard.
eordun ic bidde and upheofön,
$md hi södan sancta Marion,
and beofenes meaht and he^breoed, .
^ftt ic mdte fds geMor mid %\(e drjbtnes
tödum ont^nan ^urb trunne gebanc,
Iveccan häB Tästmas us t6 voruldnvtte »
gefvllan lAs foldan mid faste geleäfan ;
▼litigian »As iMmg$mrf, sfA se vUega ctM,
{>it se bSfde Are on eordrlce se ^e «Imyasaa
dslde d6mlice drybtnes ^ances,
Vende {)e f)onne {)riva sungange^* ästrecce pe ponne on
andlanff, and Arin {isar letanias, and cved {)onne 'sanclus,
sanotus, sanctus' od ende, sing ^onne. benedicite äpene-
don earmon and magnifieat and pater noster III, and be-
beod hit Criste and sancta Marfan and |>sere hftlgan rode,
16 iofe and to veordinga, and f>am 16 &re f>e {lüt land ige
and eallon f>&m fie bim underfieodde sint ^pnne ^ät eall
st ged6n, ^onne nitne man tmcüi swd äl (Bbnesmannumf
aiKd seile him tvA svylc svylce man fkt him nime, and ge-
gaderie ealle bis sulhgeteogo 16 gftdere. Uorige t>onne on
§am beäme stör and finol and geh&lgode sdpan and gehdlr
god teaU. nim f)onne f>äl s®d , sete on fiäs m^I^ bodig.
cved {)OBoe:
Erce^ erce, erce, eardan fn$dor*),
geunne l>e se alvealda ^ce dryhten
ieera teaxendra and vridendra,
eAettiendra and elnien«lta,
. sceif tiece **) si sctra yästma ,
and bcre brAdan bere yfislnia,
and pSBre byttan bysBte yfistma,
and ealra eordan yästma.
geanne bim ^ce drybten
and bis bilige ^ an faeofonam sint,
|Ȋt bis yrd st gefridod yid ealra feonda gehySne,
and beo st geborgen yid ealra bealya gehyylc,
l>Ara lybiAca gednd land slyen.
*) die s. 232 versachto deutnng dieser «eile bleibt ein yragstäcfc.
aucb ein andrer ags. gealdor gegen natternbifs beginnt: serre «rore
aurnem nadre »rcuad bei ernein nifkasrn etc.
**} cod. sceafltahen. ich veraiehe mampuluni oapiat»
ACKEimjsGjEiH im
DO bUde ic ^pe Tealdend» te ^e päs reoruld gesoeöp,
Ht ne, st nin tö {»äs cTidoI ytf , ne 16 f>Ss crliflig man ,
{>fit ^Tendan oe mäge yord hus gecvedene.
t)onne man f>ä sulh fori drtfe and j^ft forman furk on*-
iceote, cved ^onne
hAI fes |>il^ folde ßra mSdar!
beo f»a grörende od godes fadme,
f6dre gefylled firnns t6 njU6!
nim ^nae iUces cynnes meto, and äbace man innetear-
dre handa brädtw hläf, and gecned hine mid meolce and
mid bälig vilere^ an<i kcge undßr pä forman furh. cved
{»onoe:
ful Xcer f6dre8 fira cjBoe
beorht bldyende, f>d gebl^tsod yeord
j^Ss h^Iigan naman, j^e ^än heofon g^sce^p,
and pAa eordan {>e ve on 1i6ad.
ae god ^ |»Aa grandaa gereorfate geunne os gr6¥eiid6 gife,
Mt aa oornn gehyyle cutne tö njrtte;
cve4 ponn4) {»riva cresoite in nomine patris benedicti amen,
and puter noster ^riva.
Diese merkwürdige nachricht acheint, obgleich ihr
gchoa christliche brduche beigemischt werden, weit in das
alterth^iHn heidnischer opfer und ackerbestellung hinauf zu
füjiren. wie dem Jupiter die daps bereitet und die wein-
$ch9le ausgegossen, hernach hirse, fenich, iauch und linse
gesftt wurde, gehn auch hier dem pflügen opferbräuche
vorher, aus des ackers vier windeln werden rasen ge-
schnittea, .51, honig, hefe, von alles yiehes milch, von
alles baumes ast (aufser hartbäumen, d. i. eiche und buche,
RA. 506), von aUem namhaften kraut (aufser kletten) auf
die rasen gelegt und heiliges wasser gesprengt; dann die
rasenstücke zur kirche getragen, so, dafs d^s grüne gegen
den altar gewendet ist, vier messen darüber gelesen, und
die rasen noch vor Sonnenuntergang wieder auf den acker
gebracht, nun geschehen die segensprüche und unbekann-
ter von bettlern erkaufter samen (vgl. s. 1091) wird geholt,
auf den pflüg gesetzt und ein andrer spruch hergesagt,
dann die erste furche geflügt, allerlei mehl genommen,
ein laib mit milch geknetet, unter die erste furche gelegt
und noch ein sogen gesprochen. Es ist bekannt, dafs die
Rdmer. mehlkuchen und fruchte auf den ackern opferten,
mir scheinen aber auch unsre weisthümer noch unverstandne
spuren jener heidnischen sitte zu bewahren: kommt der
pflüger an ein enda der furche, soll er da finden einen
iopf mit honig und am andern ende einen topf mikh, so
er schwach würde sich daran zu erlaben (weisth. 2, 547,
wo für milch melts steht, was weder mehl. noch malz sein
75*
kann), ferner^ beim pfltigen soll ein brot so grofis gebracht
werden, dafs man es in eine achse des pflugrads stecke
und eine furche damit ackere; breche das brot, wenn die
furche aus sei und habe der pflüger nicht ein andres rad
bereit, das er an die stelle setze, so solle er büsfen;
breche aber das brot, eh die furche fertig sei^ möge er
ohne bufse heimfahren (2, 356). Anderem«! lautet die be-
stimm'ung so: breche dem pflüger ein rad^ so habe er eur
bufse ein brot zu entrichten, das gleich hoch mit dem
pflugrad und von aller frucht, die der pflüg gewinnt, ge-
backen, und so gemach solle er mit dem pflüge tahven,
dafs ein flnke seine jungen auf dem rade fitzen könne (2,
179, 180). auch 2, 547 heifst es, wenn ein körn haber
in das pflugrad falle, dafs die tögel in der bift es ge-
niefsen sollen. 2, 120 ist blofs die gröfse des brots nach
der des pflugrads ausgedrückt, 2, 128 wird aber wiederum
gesagt, aus der frucbt, die die hübe trägt, und die iiMe
bricht, soll ein kuchen von der gröfse des pflugrads ge*
backen werden und nun der pflflger damit pflügen: breche
das rad, eh er ans ende komme, so sei er brüchig, breche es
nicht, so sei er dennoch brüchig, den kuchen von allet fruchtj
die die müle melt, nennt* 2^ 147 und das an die stelle des
auslaufenden pflugrads einzusteckende rockenbrot 2, 262.
412. 587. Was sollen diese seltsamen Vorschriften ? nie
werden pflüger mit honig und milch gespeist, nie brote
und kuchen an die achse gesteckt worden sein, die erste
furche zu ziehen, es scheinen alte opf^rlaibe, die mit ho^
nig und milch begossen in die furche (ad piamenlum s. 1147)
gelegt und den pflügern ausgetheilt wurdet!, an welchen man
auch die vöglem picken liefs; dafs sie aus allerlei fruchi,
um den ganzen ertrag des ackers zu umfassen, bereitet
waren, wie in der ags. formet der iaib aus aller arl mehl
gebacken ist, entscheidet beinahe.
Verelius, in den anm. zu Hervararsaga s. 139 meldet,
dafs die schwedischen bauern den gebacknen julagalt (s.
45) trocken werden lassen und bis zum frühjahr aufheben,
dann aber einen theil davon unter die frucht reiben und
den pflügenden rossen, einen theil den pflughaltem zu es-
sen geben: verrem istum Actum siccant, et ad veris tem-
pus, cum semina sulcis sunt credenda servant. tum partem
ejus comminutam in vas vel in corbem^ ex quo serofna
sunt dispergenda^ immittunt, hordeoque permiztam eqois
aratoribus, alteram servis stivam tenentibus comedendam
relinquunt, spe forte uberioris messis percipiendae. Das
ist also auch ein opl'erkuchen , der unter die saat gemischt
FI:ACB99B0BN. ;WOLFBE«BN <|189
ttnA vte den < pM^mden Hkiwm utid meitsdidii gakostot
wurde ;- wer. weife ob nicht dw verbrennen des teufeis, das
veribeilen und ausstreuen seiner tsche auf den ackern, des«
Ben. matt die hexen- sieh (s. 1025. 1026), aus denli gebäck
«ides #plerkuchens in götzengestalt entsprang? auch zum
baaltftie wurde ein ku^en gebacken und unter die: menge
vertheilt (s. 579).
Bei dem flachsbam wird es mcht an Segensprüchen
und brauchen graaangelt haben, noch heute singen die
midokein luHer dieser arbeit mancherlei lieder. Wenn, der
lein gesät wurde, stieg an einigen orten die hausfrau auf
den tisch, tanzte und sprang rücklings herab: so heeh sie
niedenprang i so hoch sollte der flachs wachsen^ (vgl.
abergl. 510). Lasicz s. 50 von den Samagiten: tertio post
ilgas die deum Waizganthos eolunt virgines, ut ejus bene-
ficio tarn lini quam cannnbis habeant copiam. ubi altissima
illarum, impleto ptecentulis, quas sikies vocant, sinu, et
^ianf peile nna m sedM manuque sinistra sursum elata
iibrum proli^oim tiliae vd nkno detractum, dextera vero
craterem cerevisiae baec loquens tenet: 'Waizganthe pro<-
•duc nobis tarn altum Itman, quam ego mmc alta sum^
neve nos nudos incedere. pemittasl* post haee craterem
exhaurit impietumque rursum deo in terram effundit, et
plaeentas e sinu ejicit, a deastris, si qui sint Waizgantho,
comed'endas« Si haec peragens firma perstet, boAum lini
proyentum- anno sequenti futurum in animam inducit, si
fopso pede aitero nitcOur, dubitat de futura copia, fidem-
que effectus sequitur. In der Wetterau, beim sfien des
krauts; mdfs. die frau amf den heerd springen und rufen:
^häopter wie mein köpf, blfttter wie mein schürz und dor^
sehen (Strünke) wie mein bein!* so wird das kraut ge-
rathen«
Wie die Römer den wolf von den ackern abwehrten,
berichtet Plin. 26, 20: hipos in agrum non acoedere, si
capti unius pedibus inCractis cultroque adacto paulatim son-
guis circa fines agri spmgafur^ atque ipse defodiatur in
eo loce , ex quo coeperit trahi ; aut ri pamerem , quo pri-
ivttis suhus eo anno in agra ductus sit, excussum aratro
föens huium, qto' famiüa eonventi, (Asumat; ae Uipvm
nuHi anitaali nocitnrum in eo agro, quam diu id fiat.
Der folgende hirtensegen aus einer hs. des 15^jk.
verrftth weü Mteren Ursprung: ich treip heut aus in unser
Heben flrauen haus, in Abrahams garten (vgl. s. 1170), der
lieber herr sant Mertein, der sol heut meineS' (vihes) pflegen
und warten, und der Heber herr sant Wolfgang ^ d^r lieb
1190 WOLF UND BnURNSIGfiN
bdrr sant Pdter, der tut <ten himeliseben sIumniI, die ret^
gperrent ' dem waif und der i>ohin ivn dritssel, daft si weder
^ui lassen noch bein schroten, des helf mir der ma», der
Chain übel nie hat getan (d. L Christus , vgl. oben s. 22
und den gegensatz s. 940), und die heiligen V vnuiden be^
hüten mein vieb vor aHen hokhtmdem; V pater et V ave
Maria.
AUe reime brechen unsichm* dorob* die hoUhunde sind
Wuotans waldhunde (s. 134); die holtes gehlMan, silvae
latrones (El. 223), die hölsinge (Reinh. s. iv) and dafe ne-
ben dem wolf die weibliche eoAe (vulpes) genannt ist,
stimmt sogar zam goth. faüh6, ahd. fohA. Wolf gang aber,
der hier die heerde schützen soll, heHst so entweder weil
er dem wolf entgegengeht, oder ihm als beiden der wolf
zu glücklicher stunde begegnet ist (a. 1093).
Da ich keinen deuttschen biet^emsegen angetroffen habe,
will ich einen lateinischen aps Balnze eapitul. 2, 663, nach
einer Sangaller hs., geben. Ad rerecandum examen apnm
dispersum : adjuro te mater miorum per denm regem coe-
lorum et per fllum redemptoirem filium dei te ad^ro, ut
non te in altum levare nee longe volare, sed quam plus oito
potes ad arborem venire (veiis): ibi te alloces cum omni
tuo genere vel cnm socia tua, ibi habeo bona vasa parata,
ut vos ibi in dei;- nomine laboretis etc« mater amorum
(für apmn] ist die ags. heomddor (s. 660), die wagende
wabe (vorhin s. 1185) hiefs beobredd eod, exon. 425, 20,
mhd. biebrdt (gramm. 3, 463), sonst auoh td» und wdbe
(vom weben , wirken , vgl. s. 660) ; . der stock biehat (vas,
gioth. kasi) , das fluglooh ahd. flop^iar (Oraff 3, 163) \ unse-
rer Sprache standen vordem viel mehr beBenaunigan finr die
bienensucht zu gebot und . sohdnere*
Weil runen auf hast geschrieben wurden (limrünar &
berki rtsta ok ä badni vidar, Sem. 196"», cortex carmini-
bus adnotatus, Saxo granuii. 44), mag das altertbum auch
mnen gekannt haben die den biat tom hafne lö$tem. zau-
beriieder vermögen das khad ans der mutier sohoÜB, die
rinde vom hast zn lösen. : Bei nnsern hirtenbuben haben
sich fast durch ganz DeittscUand reime ernalten, die sie
einen weidenasi auf dem knie oder mit dem wesseratiel
klopfend tactmftfsig singen , um den ftoal ftur pfeift^ tfneer-
leM (ibssuirennen. die einfachete) aber nicht ülteate fas-
snng lautet : Fabian Sebastian , lat mi de ieidet^t afyami
(Voss zu Idylle 6, 179). in Ditsnarsen: Fabian Sebastian
lat den saft ut holt gani man wähnt, auf die^r heiligen
tag (20 Jan.) trete der safk in die weide, anderwärts man-
BAST LÖBBN. üffiXBIfPFEIFE 11(91
f «In b^de MflMiii , dkfür ist' 4er Spruch Iftngir: »a «d pipfi
(waluscheiiilich sappipe, saftpfeife) up« mölendike dar sit
en man, de heet Johan, de har dre rode alöveln an, de
ene hörde mi to, de anner hörde di (o, de drudde h$r-
dem papen to, do kam de die besäe (hiNce) mit es bian*-
ken meste, sneet den küken den kop af, amcieten inboseh,
plamps sä de kusch, U ie wpipe »oek nicM.good? Hai*
bertsma im overijsselsohen almanak für 1836 sagt: de twijg
rijp en gesneden zijnde slaan de kinderen met hei hecht
van een mesje on een der groene rijsjes, tot dat de hast
loslaat, dien zij er dan heel aflrekken en als een pijp ge-
bruiken om op te fluiten of er erwten door de blazen. zoo
lang het kind met zijn mesje op den ba$t tikte^ plag het
ottdtijds de volgende regelen te zingen: ^Umge, kmge pipe^
toenneer bistau ripe? te meye, te meye^ as de veugeltjes
eyer lekt. H ketjen op den dyk z(^t, sute melk met brok-
ken at. doe kwam de voele hease al met de saharpe messe,
wold et ketjen et oor afsnien; it ketjen ging ant iopen to
hope, to hopel de voele hesse ging Iopen. heel of, half
of, houwe dijn den kop af, so dood as en piere^ kump
sün levendage net weer hiere.' Aus der Neumark gibt Fir-
menich s. 121 diesen sprach: 9%pp sapp seepe, moak mi
'ne flöte, wovon denn? von meieroan, von thymegoan, det
se balle mag afgoahn* s. 131 aus der Priegnitz : ^sibbe
sibbe sibbe säubken, loat mi det kleine fleutken goot af--
goahn, goot af goahn bes up den letzten kooaken.' Man
sieht, wie Sebastian aus sappipe, sibbe sabbe und vielleicht
hast hinein gerathen ist. Im Böhmerwald wird der weiden
oder erlenzweig so beschworen (Jos. Rank s. 168): pföfferl
gel owa, sist schloga dö owa, lei's rintt o drahd5 eiz,
heargotl pfeizi (pfeiflein geh ab, sonst schlag ich dich ah,
liebes rindlein ja zieh dich jetzt, herrgöttlein p^feif). Woy-
eicki kl. 1, 92. I5l meldet, um eine wunderbare pfeife
(fujarka) zu erlangen, die alle leute tanzen mache, ratlsse
man im dunkeln wald die grüne weide aufsuchen, welche
niemals toasser' ramohen noch den hahn krähen hörte:
CO by nigdy niestyszata sznma wody, ni piania koguta.
dieser ausdrflcklich vom landvolk am Prut und Dniester
entnommne zug stimmt wunderbar zu Plinius angäbe 16,
37: ex qua (sambuco) magis canoram buceinam tubamqne
credit pastor ibi caesa, ubi gallorum cantum frutex ille
non exaudiat. von schalen der weide wird nichts be-
richtet.
Aus dem Harleyms. no. 585 fol. 186 theilte mir Price
ein altes ags. speU gegen fcersüce^ d. i. unversehens enl-
•1192 SKITRIfSTiaHSBfiBR
«tandnen stiek mit. man soll die drei krioler feferfk^
(engl, feverfew, im capit. de TilUs b. Perix 3, 186 febriAigia
SS febren fugami) , rolke messel die durch den hof wichst
{ygi 1152 durchs sieb) xaid wegireUe (ahd. wegabreita plan-
tage) dazu in butter sieden« vid farstiee feferfuge and seo re€Ue
neiek, f>ö j^rh mm invyxd; and veffbrwde^ rytte in bnleran.
Hl Ade Vttron ht \ä hMde, fbA ht ofer j^one hlar ridon,
veroQ inmöde« hä ht ofer und ridon.
fcjid bd ^e na pA, ^ifoe .ntd genefsn m6ke.
- üt Ijtel spere^ gif her inne sie!
st6d uoder linde, noder leobtum scjlde,
^cer hA mihtigan tif hjra mSgen berftddon ,
and nt gyliende gStrat sendon.
10 him odeme eft Tille sendan
fleogeode ilAn forane iö geanes.
üt Ijtel spere , gif hit her inne sie 1
8fit smid, 8l6h 8eax Ijtel
. .;.... tsema Tand STide.
• üt lytel apere , gif her inne aie 1
eez amidas aeton, Tülspera Totbton,
ütspero niea innapere
gif het inne sie tsernes d«],
hägtessan geveorcj hit aceal gemjltan,
gif ^a Tiere on fei! scoten, odde T»re on tnse acoten,
odde Tsre on blöd aeoten
odde Tsre on lid scoten , naafre ne at ^tn Itf ^taBsed,
. gif hit Tflsre ita ge$cot, odde hit Tiere ylfa gescat^
odde hit T»re hägiessan gescoiy na ic Tille ^tn helpan:
*!« be t6 b6 böte isa gescotes, ^is ^e tö böte ylfa getcoteSf
18 pe tö böte hägiessan gescotes, ie |»tn Tille helpan.
leo bttr on fjrgenl
heAfde hAl Testn, helpe ^ia drjhtenl
nim f)pnne f^ftt seax, Ad6 on viBtan.
Einige lücken stören, zum gründe liegt die annähme , daTs
die Stiche des kranken vom geschofs der geister verursacht
werden, mächtige frauen, hägtessan (s. 992} seien laut
über das land geritten und haben gellende Speere gesen-
det^ hernach aber wird genauer 6sa, ylfa und hägtessan
gescot unterschieden y geschofs der götter (s. 22), elbe (s.
411) uqd der hexen (doch steht der gen« sg. hägtessan,
nicht, pl. hä^tessena). der bescliwörende , indem er den
hergang erzählt ^ ruft dem kranken zu, dafs er sich decken
solle; dann werde er genesen*), immer wird dazwischen
gerufeo: heraus kleiner speer, wo du in dem leibe bisti
*) {»isne ntd genesan; eigenthümlich fügt die ags. spräche lu die-
sem Terbo den acc, atatt des ahd. gen., Tgl. pA ajcce genjs. BeoT.
3950; ntda gehTane genesen häfde. SeoT.4789; fela ic gadrieaa genia.
BeOT. 4848; se pä göde genas. Gsedm. 121, 33..
SBGBN WIDER ZAUBER 11S3
liann flilin der beschwörer fort, er habe «nter gchflde ge-
deckt gestanden, als die weiber ihre geacbofae fliegen lie«-
faen, and bereite sieh, ihnen den gegenwurf zn senden^
ein mesaer, dessen schmieden durch einen schraied, so wie
das TOn schlaehtspeeren durch sechs schmiede gemeldet
wird, das saubereisen solle schmelzen, wohin es auch ge^
schössen sm, in haut, fleisch, blut oder glied, die hilfe
komme, zuletat heifst es: (die zauberio) fliehe in die wild<-
nis, du, der kranke, sei am haupte heil, gott helfe dir.
nach beendigung des spells soll das messer (jenes vom
Schmied geschmiedete?) in wasser gethan werden, hinter
scoten scheint ausgefallen: odde v»re on bftn scoten, hin«-
ter fyrgen vielleicht: seo ^one flftn sceät (oder: sende).
Andere bisher ungedmckte formein danke ich Kembles
mitthetlung. Cvid ymbe. nim eordan^ oferveorp mid fitnd
svtdran handa under ^Inum svtdran fdt and cvet:
f6 ic ander fdt, fnode ic btt
hTJt, eor^9 mag M $aha vikia gehoykef
and yid andan aod ▼idsnuinde,
and Tid ^A micelan mannea tangan.
and vid on forveorp ofer greot f^onne bis virman and cved:
Sitte ge etc. (folgen die schon s. 402 gegebnen verse).
Gegen väterälfddle (wasserelbsucht) : gif mon bid on väter-
Slfädle, {)onne beod him f)ä handnäglas vonne and f)ft ei^
gan tearige, and vile locian nider. d6 him f>is tA tece-
dorne: eofoi^rote, cassuc, eovberge, elehtre^ eolone, mersc«
mealvancrop, fenminte, dile^ lilie, Attorldde^ polleie, mar-
robie^ docce, eilen, felterre, vermftd, strdvbergean leif,
consoldc. ofgeot mid ealad, dö hftlig väter t6, sing |»is
geaUor ofer |»riva:
ic benne ävrftd betest beadovneda,
svä benne ne burnon ne burston,
ne fundian ne feologan ne hoppettan,
ne vund vaxian, ne dolh diopian,
ac him seif healde hftlevsge,
ne ace |ie f>on mA, f)e eoraan on eäre ace (?Age].
sing fiis manegum stdum. eode ^e onbere mid ealbm
hire mihium and mägenum. fifts gealdor mon mag singan
on vunde.
Die unter dem rechten fofs mit der rechten band auf-
gegriffene erde ist heilend und schützend, der erde wird
miht and mägen beigelegt, häleecege stimmmt zu heilawAc
s. 551.
Über die el bischen mare und nachimare reicht wenig
ftus, was s. 433 gesagt wurde; sie reiten nicht allein men-
schen, sondern auch pferde, deren mahne morgens von
1194 T^ACBTHAK
schweifo trieft' wfii Terworren ist, yffß. Svratttewits rotf ^.
688). Caime^iciter in e|^ist«ri« de ara ad Noviomagum re-
perta p. 25 sagt: abigmit eaa njfmpkoi (matres deas, mai-
ras) hodie nistici &$se eepitis eqmmi ieotU n^'et^y eujvs-
modi ossa per has traras in rustieonm vülte crahra est
aiumadrertere (vgl. 8.626)^ nocte aiiteai ad concabia equi-
tare creduntur et eqnos fatigare ad longinqua itinera. iihid
namque datum decUiu litis moffisqüe^ si rusticoram labulis
credimus, Bt manentes loca peregrina adeant ia eqm$ ma^
neuHbuSy qui tarnen viae labores sudore testaiitur. Nuper
confebulatus mecum villicos aegerrime ferebat eqnos sqos
proxima nocte exagitatos defluente per corpora sudore;
causam cum quaererem req)OBdil iratus, makram nocimmam
equitasse. Aus diesem maira nocturna , sei es nun mit
fnat'ana (s. 388) oder gar juclga verwandt, möchte man
wol den namen nacMmarj engl, nüghimore leiten, lüge uns
eine andere deutung nicht noch näher, dem ahd. masc.
marah (equus) ags. mear, altn. marr scheint das ags. fem.
meare (so wird besser zu schreiben sein als m®re) altn.
mara zur seite stehend, zwar das ahd. meriha bedeutet
nur equa, nicht ephialtes, und nhd. unterscheiden wir zwi-
schen mähre und mahr; aber dem altn. mara wohnt gerade
umgedreht der begrif des daemons bei, schon Yngi. saga
cap. 16 wird könig Vanlandi von einer mara im schlaf todt
getreten: ^mara irad hann\ und als ihm seine leute zur
hilfe sprangen 'trad hun fötleffgina*, zuletzt 'kafdi hun hö-
fudity svA at ^ar dö hann,' die Vorstellung mag also zwi-
schen dem gerittenen thier und dem reitenden, tretenden
schwanken, wie auch der teufel bald reitet, bald als pferd
erscheint und auf sich nimmt. Gleich der fnara hiefs es
s. 255, dafs die Stempe tritt. Gute marsagen hat Wolf no.
249-254 aus den Niederlanden; zumal merkwürdig ist mir
eine von ihm s. 689 mitgetheilte beschwörung gegen den
geist :
o maer, gjr lelyk dter, .
komt tock dezeo nicht niet w6er,
alle uMters xult gjr waejen.
alle boomen zult gy blaeyen,
alle tpieren gerat zult gj teilen ,
komt my toch dezen nacht ntet kweHen!
WOZU man den hcnnebergischen Spruch (in Haupts zeitscbr.
3, 360) halte:
das waüala alle berge durchtra,
alle mnMer dorchblt,
alle bletlkh abllt,
ofwerdfisie tpörd* iah!
NAGHTMAV. BUrrBBGEN 1196
die niiöblfahrt des geistes ^ird gembint , es tnbt iber alle
berge^ watet oder badet durch lUe wasser, blatet dia bäume
«b, zählt dto halme der gerate, bis tag aabrioht. auf den
maerentahkeu (migfeln?) soll die mar ausruhen. Der name
waUata mag sich aoa waHen, wadebi, odear eineiu wefarof
(gramm. 3, 293) erklären, da die nftchtlicheu geister (abergi.
876) als klageintiiler (s. 403. 404) eracbeinen. Sehm. 4, 54
waulen, jammen, winaebi. Den dritten sprueh gewährt
Sehreibers tb. 1839 s. 321: drudmUtopf, ich verbtele dir
haus und hof, ieh verbiete dir meine be^stWe, dafs du nicht
Ober mich tresteat (? trottest , trittst), tröste m ein ander
haus, bis du über alle berge und wasser steigest und alle
tamsteeken ehiest (? zehlest). $o. kommt der liehe tag teier
der in meim hmm. Drute ist eins mit HiahrO; wie druten-
Bopf eins mit marenzopf, alpzopf, drutenfufs mit maerenvoet.
das wichtigste aber sdieint, dafs tagesanbrueh den tag*
acbeubn gtist vertreibt (s. 435), und gerade wie diese
aprüche scbfiefat AlviismAl : ^n# ectm^ mmna i salV ich ver-
mute die formel noch anderwärts, und r^ner gefa&t
Gern pflegen eingänge der sogen etwas erzählendes
voran zu stellen, eine handlung, aus welcher sich dann die
kraft der kiUe ableitet, und M>ei haften vorzüglidi beid-
niaehe wesen, z, b. wfim ein sprach beginnt:
sprach Jungfrau BUU
*blut slaod Blille !* *)
wer erkennt hier nicht augenblicklich die alte walküre £K/d!a,
die blut vergiersen und wieder zum stillstand bringen kann ?
Wird aber nun angehoben: Maria gieng über land, Chri-
stus, ^ieng über land, oder heifst es in einem sprucb ge-
gen den fingerwurm : Gott t>ater fährt zu acker, ackert fein
wacker, ackert alle würme heraus, der eine war weifs, der
andre schwarz, der dritte roth; hier liegen alle würme
todtl.so liegt am tage, dafs solche formein nicht in der
christlichen zeit entspringen, wol aber unter dem volk,
welches nur heilige namen einschaltete, fortdauern konn-
ten, die heidnischen anlasse, die den dunkeln oder läppi-
schen sinn der worte aufschliefsen würden, sind uns ver-
borgen, so tritt Jesus und the lord an Wuotans platz (s.
1181. 1182),
Christus in petra sedebat,
et virgam manu tenebat
(Mones anz. 7, 609). sonst auch: Hiob gieng über land,
hatte den stab in der band« Jestis und Petrus giebgen
wandern t aus einem land ins andere; das gemahnt an die
*) hpoit^S iifta Mlaivip It^t&w. Od. 19» 467.
■LDT ÜN» SUGBT SBOHBN
weit Terb^Mlet6 Tonrtdlong (s. S18); es ist «her nicht im-
nier sa ieioht, wie io diesem telslett MI, der ziub gnnde
liegenden keidnisehen nttten ra gewahren. Am liebstes
wird von drei wesen asgehoben , wie die idisi sich in drei
sohaaren theilen (s. 1181), schauen diret Marien aas (s.368)
gleich drei nomen und feen,
es giengen dIret hfilder Aber feld
(Keisersbergs ameis. 50*, vgl. anbang s. cxu). Es sUigen
drei jvnfffem vom hknmel zur erden, die erste beirsl BkU-
gülpey die andere Bhüsmlpe, die dritte BhOsUhutiü. (mark.
forsch. 1 , 262). die letzte ist jene irh anddni spruch allein
genannte Jungfrau Hilde. ' Aus Roth, de llominibus vel.
Germanor. medic. Heimst. 1735 p. 139 schreibe ich aodi
her: juvat subnectere incantationis fefmuten, qua in mar*
chia brandenburgensi atque adjacentibus regionilnis in o-
phthalmia euranda uti sotent anus decrepitae, insanos ritus
deperientes, quam qaldem factis variis gestieulationibus ac
digitis ante dolentes ocutos ter decussartim motis, touko Ph-
iurramine semel atque itemm twmtire consuescunt, ita autem
habent: Ibant aliquando tre$ pueUae in via virenle, prima
noverat remedium aliquod contra suflhsionem oeuloruin,
altera noverat remedium aliquod contra albuginem, et tertia
profecto contra inflammationem, eaeque sanabant una ratiene
omnia. in nomine patris, filii et spiritos sancti. amen.
Einzelnen krankheiten wird die heilende sache, als im
streit begriffen, entgegengestellt: 'de ros un de toiedy de
stan in strid, de ros verswann, de u>ied gewann'; oder 'de
flecht un de toiedy de krakeelten sik; de wied de gewünn,
un de flecht verswünn' (mekl. jb. 5, 102. 103); oder 'de
flockasch (flugasche) un de flechte y de flogen wol over dat
wilde meer; de flockasch de kam wedder, de flechte nim-
mermeer.' (abergl. 811).
Sprüche für die wunschelruthe, wenn sie schätze oder
erzadern anschlagen soll, s. 927. eine formel beim aufsu-
chen der thongrube in Haupts zeitschr. 3, 190.
In den zurufen an thierey deren angang weissagt, de-
ren treiben geheimnisvoll erscheint, dürfen uralte formein
erkannt werden, ob schon ihr ausdruck vielfacher entstel-
lung unterlag; dahin gehören die reime an den.schwan [s.
400), storch (s. 638), kukuk (s. 641), Martinsvogel (s. 1083],
Marienkäfer (s. 658) und ähnliche, deren Übereinkunft bei
den, verschiedensten stammen unseres volks anzieht.
In Scandinavien, wo die herschafl des heidenthnms
länger anhielt, müssen die meisten solcher sprttche theils
schriftlich aufgezeichnet, theils noch unteE dem volke vor-
SEGBNSrCHlMBLN llSffi
> banden sein, und aus ihnen würde sich der Zusammenhang
I der werte wie des Inhalts mit heidnischer fassung am be-
ä stimmtesten ergeben. Den sprach, mit welchem Gr6a den
r stein aus Th6rs haupte lösen wollte (8.348), überliefert uns
f die edda nicht, aber ganz ähnliche können später bei men*
sehen und thieren afigewandl worden sein. Sehr zu wün-
schen ist die baldige bekanntmachung einer über 2000 stücke
¥ begreifenden in Schweden ron L. F. Rääf veranstalteten sam-
'» long 9 welche in der monatsschaft Ntmer (Ups. 1839-40)
c s. 271-77 vorläufig angezeigt wird. Unter diesen aufgezeich-
i!» neten segensformeln lassen sich hin und wieder auch noch
I einzelne runen erkennen und ihr gebrauch wird einigemal
I ausdrücklich erfordert: so findet sieh folgende vorsobrift
3 Ober die art und weise einen dieb zur erstattung deg ge-
jr stolnen, bei Verlust seines auges, zu zwingen: man soll
< sonntagabends bei Sonnenuntergang sich auf eine hochge-
B leg»e steile, mit einem eimer voll wasser« begeben, die rane
fi S schneiden und de« dieb auflegen innerhalb bestimmter
^ zeit das gestolne gut zurückzubringen oder sein rechtes
,^ m^e zu verlieren, die rune S scheint sich auf sonntag
^^ und Sonnenuntergang, vielleicht aufsyn (visus, äuge) zu be-
^ ziehen; ist auch bei dem wassergefäfs das wort sä (situU)
gemeint? wahrscheinKeh wurde das wasser ausgegossen,
dflfs es den hügel herab lief.
iD«
naa . nacmtkäob
« •
NACHTRAGE.
t. 1. 10 einem backe, diae fioh soviel nit heidenthon befsCtt,
darf detseo wortbegrif nicht onbesprochen bleiben, für eodengläu-
bige Tölker hettea ij riechen und Römer iLeinen eignen nameo (dena
h^dodolotf /9cf^/3«pot galten nicht in solchem sinn); aber den Juden
und Christen des NT. stehen V&voq, V&tta, l&ttMol entgegen ; lat. gen-
fei ond ^niUes, Ulfilas brancht den fi. fnüddi, und gern im gen.
neben pron. pki ^iud^ somAi ^iud4 (gnmm. 4, 441«457L ^iodisköi
Terdentscht iä*mm^ Gal.2, 14. da ToriugfWeiae griecbiacher glaube
dem jüdischchristlichen gegenüberstand, nahm auch^if^Af^y die bedeu-
tung ^&piMoq an und wir trafen s. 95 fXlrfvtKÖjq^^f&inKaiq, was dem
Gothen wiederum biudiskös gewesen wSre , wie ihm *EXXr;vfq fnudöi
find Job. 7, 35. 12, 20. I €or. 1, 24. 12, 19; nur I Gor. 1, 22 tieht
er Kr^kfte Tor. diei*'i&iiiyvs=gentilis stioMit aiidi zum begrif voa
rieae, der aicb aoa mehr ala einem Tolksqamen (a, 493. 494) eol-
wickelte: die griechischen mauern wurden au heidnischen, riesischeo
(s. 501). Ahd. Terwendet noch N. den p1. diele für gentiles (Graff
5, 128). Unterdessen war der engere begrif too pagns n^ßtj allge*
meiner geworden (ager, eampus) , wie er no6h im it pneite , frans.
pajFa lebt, ond pn^nti« begann gmiiUsy daa in den sinn ron nobilii
auswich , zu yerdräogen , in allen roman. sprachen gilt nun ptiganot
payen, ja es ist ins böbm. pohan, poln. paganin, littn. pagonat Tor-
gerückt. Frühe schon wurde aus dem gotb. hÄibi campus ein adj.
kdipns agreslis, campestris ^ paganus gebildet, Ulf. überträgt Marc.
7, 26 «AJl^Wc durch keUpnd, und ahd. entsprang ans heidi heidattt
nihd. aus beide heiden, ags. ans hed hteäen^ engl, aua heaih AcoMeii,
nl. aua beide keiden^ alto. aus heidi heidinn; schwed. dio. sagt man
Kedmnq, das ahd. wort behauptet adjectiyische natur und bildet den
gen. pl.^ heidao4ro (paganorom). das nhd. Keide gen. heiden f. heiden,
gen. neidena ist falsch, aber schon seit Luther im gang. Zur yollen
estitignng gereicht das mlat nere^fif = pag^anus , z. b. in einer s. 73
angezognen stelle, nnd der 'wude heiden' in unserm heldeobuch ist
deutlicher pleonaamus.
8. 2. wenigstens 150 jähre Tor den Mähren waren, nach Kopi-
tars forschung, die Carenkmer Christen, und wie Conatantinua por-
pbyrog. meldet seit Heraclius (f 640) die Croaten.
8. 6. hätten wir Terzeichnisse alter und Tolksmäfsiger hw^-
nament so wurde sich , glaube ich , ergeben , dafs dem thier die be-
nennungen Terschiedner götter zur herab Würdigung beigelegt wurden.
Vilk. sage cap. 230. 235 überliefert uns Thor und Paron, jenes iit
der ahn., dieaea der sUt. name, in der slowakischen form Parom f.
Pernn (s. 156). den sächsischen hirten oder Jägern war wol Tkm^
fMtr, yielleicbt ist Donner noch jetzt für hunde gangbar, ein steo-
berhund heifst den Polen GnmUoi (Linde 2, 798), den Böhmen
HfmUes (Jungm. 1 , 759) = Donner, Walddonner, bei Helbling 4,
441 ff. finde ich einen hund Wunsch (nicht Wünsch). Ähnlich ist
NACHTRÄGE ItfiSl
der äJbergaoig t/Oh yoiksiliiiieli «nf hiwdlee das böhm. Bedroh be-
zeichnet einen Obotriten und benennt einen hond (Jangm* 1, 150);
iSdflir in der Nialsfi«ga ein bandentaie aeheinft Same, Sabme s=: Läpp-
liader; HalbliB« 4» 458 hat Ftm^
a. 12. das proaomen d«r vor got Ms. 2 > 260^ gilt von .eioAiii
heidniscben.
8. 12. GoU JMi geber des höchsten pulf und selbst das höchste
0uif flumoium bonnm. so nennt ihn auch Plato td aya&iv,
s. 13. 6 1. ttadaUäf und mit diesem particip werden nele namen
gebildet,. E. b. D4(vada4ta dc«doso«, Mitradalla (Mithradates) =s; 'HA*Ö.
4w9Q, Srtdatta o. Sw w. die Serben reden gott an samouutdam boshe !
selbsterachafner gottl
8. 13, 42. Snorri 119 sagt von Sif: t< hArfagra god, ich weib
sieht ob ein Heide ea gesagt haben würde,
e. 14, 1^ solche scheu kann swiefacben grund haben: der bjB^*
lige »ane aoll niohl misbraucht, der «nheilige« forchtbiure durch Ter*
nnsialtiing gemildert werden, Tgl. s. 939 über tevifel. wie das folk
gefürobtete thiere anders benennt, sagt es statt Donner lieber doniier-
wctier (dan. tordenveir), donnerstag, donnerwetlatein (wetteratein oder
Wetzstein?) donnerkeil, donnerw&aehe, dummer (s. 166). forum, sog«
10, 283 steht OMimer f. Odino , neUekht wurde WuoUns beer eb--
sidiUieh rerindeit in Muie$ he^r (s. 883); aiicb Fälani i^J^hal nnd
ähnliches zu erwigen.
8. 15. der berohigenden rerbindttog des ick mit goU steht ent-
gegen die aoheHende des dw mit ieufel (s. 966).
8* 15. ich wsn gat selbe worble dich mU nner goüitfk^ kani.
WigaK 9723; iwAre got 4w h4t geleit stoe kunst und stne krAft*
stnen ritz und stne meisterschaft an disen loblloheu Up^ .lw..l665;
bei ChrAtien .«je la fiat dMP «is sa eun« nue > por nature fere muser,
tout ie mont i porroit user , s*ele la Toloit contrefere • qoe ja neu
parroit a cfaief trere; no dex^ B*il sen Toloit pener« ni ponoit, ce
cnit, aeseoer> qve ja uoe teile feist, por peine que il i meist
8. 16. Seh weic das wol das sin .goi mihi verdrütMi\ Ms. 2*
127^; <ir b4r gelteb dem golde als «x got ummd^en $0lde. Ms. 2,
%2P; *sta swert d|it geinc an stner hant, dat gQi »ehe wäehde m^re,
we der ritter w^e ? dej engele muosten lachen, dat bej is sua künde
machen.* Haupts seitsehr. 3, 24. diese Zufriedenheit der geleiten-
den achaizengel (s. 830) oder walküren n«fa zom lachen der geisier
SL 898 gehellen werden.
8. 17. Parz. 43, 28: ein somie got in daz geb4t.
8. 20. den tollen sinn yon msfod Hei« 4, 13. 15, 17 wird uns
erst eine genauere aoskunft über das yerblltnis «wischen goth. mitan
nnd miiitan« ahd. mezan und meizan erachlieüsen ; die lat. metiri u|id
m^tere , anfser dafs sie nicht lautyerschoben sind, drehen die quan*
tilit am. das alte. mUitu^ scheant eioigemal sector, meaaor« Sa.
104. 105 beifaft das hanpt, womit Heimdali erschlagen wurde 'miö*
tndr Heimdallar* und das schwert 'mans.miötudr*, Henrar. sage s. 441
'aenna miötudr*.
s. 20i 'got het gegonen ^ ir Tel ir omndeL r^ und wiz ir kel*.
Sachen w. 24, 154.
s. 23 zur stelle aua Landn. 4, 10 Tgl. Völs. S|iga cap-.26 tou
Sigord: *f>at hjgg ec at her fari einn o/" ^di^uei'; jPari. 36. 18
'ald4 wtp und man Terjach, sine gesshen nie helt sd irünneclich, tr
5Wls t» jsAiBi» iCfi gdtüh\ um so begründeter iBi die nnmerkun^
ISOO NACHTRÄGE
• •
ober Siegfried s. 359, Ten dMi es noch Nib. 87» 4 beifoC: »der dort
$6 hirlUshen $6i,
•« 26 --30. g«liird«n des hämdefaUeH$y Uimt, havpietUbiöftem
erwachsen aus kindlichroher Tonteihnig des alterihoBM, wonaob d^
flehende nena^h dem nachtigea golt, acinem aieger, aich als wehr-
lose* ^/^ darbietet and anterwirft
s. 30. achdn iat das alle, gebet: bidjoni herjafödr I hogom sitja
(rogemus denro in aDimis sedere noatris) Sam. 113*, wie die Cbri-
aten den heiligeo geist flehen herab so kommen.
a. 31, 8. 'in (den nonnen) wiren de mJknde ad'vojt, b6 wea st
got büden,' of aijt mit Tltse diden, he id in nnmmer inkünde dem
rosenroten m&nde hedelicher dinge Teraagen'. ged. Ton der yronwen
aperwere (cod. berol. 184, 54a).
8. 31. seheinfränmiigkai und tuMehleln bezeichnete acbon daa
IIA. durch die krXftige redenaart 'er wil gole dU fü^^e ahea>%en\
La. 3, 421. fragm. 28». liones am. 3, 22; 'nnaerra herrgoll die
fäefo «bbeifaen wetten.' Schm. 2,231; *den heiligen die fäfii abbeten
wollen'. SimpKc. 4, 17; berrgottbeifaer. Hdfer 2, 48; berrgotlfisler
(füfaler) Sebmid 103; heiligen fresaerin. 10 eben a. 62; itaL maagia-
paradiso, franz. mangeorde crucefix; böhm. hrjzipÄter, poln. gryai-
paeierz (heiligen fresaer) ; bdhm. nein, liziobrazek (heiligenlecker) eine
belachweater heifat gleiehbezeithnend kaptUrttey fampaftrste, Igwygf-
rinne (Monea achanap. a. 123. 137).
a. 36, 6. was bedeutet Lanz. 5028 'Tor crdzem vmigeviheie ( : ge-
nibele)? im Tit. 5198 iat ungeubere aoviel als ongeheuer.
8. 37. daa epfer berabt anch auf dem gedenken, dafs den göt-
tem menachlicbe speise angenehm aei, getneinaehap zwischen göttem
und menschen stattfinde.
a. 38. die osierfemer, mmfmtr^ «omusafu^atiar mit ihaen man-
nigfachen gebriochen, leiten auf heidnische opfer zurück, zumal iat
das reihen der heiligen flamme, laufen durch die brande, werfen tob
bluroen in daa feuer, backen und anatheilen grofaer brote oder kochen,
und der reihentanz zu erwfig^i. tinze giengen in spiel und dramatiache
Yorstellung ober (Tgl. s. 239. 730. 1009). Afzellua 1, 3 schildert ein
noch jetzt an gothtändischen orten eiogefuhrtea opferspiel des Ton
Terkleideten burschen, die sich ihr gesiebt schwärzen ond-achminken
(Tgl. 8. 483. 484), dargestellt wird, einer als epferthirr in pelz gehüllt
sitzt auf einem stul und hilt im munde einen büsehel. scharf abge-
achnittner kaJbney die ihm bis zu den obren reichen und ein ansehn Ton
Schweinsborsten haben: daa bedeutet den dargebrachten juleber, den
in England lorbeer und rosmarin achmucken (s. 195), wie daa teu*
felsopfer rante, roamarin und pomeranze (a. 962). Der alten Saeh-
aen grofses opferfest war den 1 oct, , und wird auf einen 534 über
die Thüringer daTongetragnen aieg (a. 100) bezogen ; noch in urk. dea
IIA. führt diese hehre zeit den naroen der gem^mo^vehe (Würdtwein
dipl. magunt 1 praef. 111 ^V. Scheffera Haltaus s. 142 Tgl. Höfera
östr. wb. 1, 306), eine andere chronik gibt 25 aept. an (Eoc. fr. or.
1, 59), und Zisa (s. 275) wurde 29, Michael. 28 sepL gefeiert, ao dnfr
überall begang eines kerb$iapfer$ gemeint aein mufi. Aulher den
grofsen festen opferte man bei besondem gelegenheiten, zumal faun-»
gersnoth und Tcrbeerenden krankheiten; auch für langea leben: bl6ta
til Unglifis (Landn. 3, 4) und für beliebtheit (bockaanfd) beim Tolk:
Grlmr, er hl6tinn Tar daudr für ^okkaattld ok aaUadr kamban (Landn.
if 14. 3, 16). dieaer beiname kamban mv^ auf daa opfer dea todlen
MQBÜtRJClGnr
•UiMMtiinf iftka Midf wli a^boid 4ato ^to« «M. ))pcMii|iiia funoi,
.mal.JBRnben (coikMK) Divt. 2^ 207«, vgl^ aMU»» z« AndK 4.
t< 99« Oroslui 7, 87" tiftir kada§aium, 4ea> er «inea « Seytbeii
Jittlinit' aber Goikcn.dMch Jtalieii. füte^n lafM: ifl&i (ut moi esl bar-
TOD ibm «agt Augustinus im sermo 105 ca^. 10« .Rb4daga>)r#us..rex
Gotborum . . . « Romae .. « . •/pvi sacrificabai qiiotidie > nundabatur-
que abique » quod a sacrificiis non desl^teret
s. 40. Tboro opfert seinen soho den eöttern. Worm nion.dan. 285.
8. 44. in oiebrerea gegenden Deutschlands und Frankreicbs pile-
gen zu bestimmter jabrszeit die scbläcbler einen mit blumen und
bändern geachmuckten masl0chsen , unter dem geleite von irommela
und pfeifen durcb die strafsen zu fubren und trinkgeld einzusanv-
mela. lo Holland nennen sie den ocbsen beider und bangen ibm
vergoldete äpfel an die börner, voraus geht ein scbläcbter mit dem
beil. das alles scbeint Überbleibsel einer allen opferfeier.
a« 45, 19. der stelle aus dem Lauterbacber w. kann icb jetzt
nocb eine andere aus dem Vinkbucber, in alemannischer gegend*
zur Seite setzen., es beifst 1, 436, der scbultheifs solle in dem kl»-
ster ein scktoein t $cbiUing Pfenning werth auslesen und sobald
die erqte angeht auf den klosterbof lassen, wo man ibm gütlicb kost
und freien zutritt zum körn gewähren müsse da bleibe es bis zum
dönnersiag nach sapci Adolf, wo es gescblacbtet, und halb dem raeier,
halb der gemeinde ausgelbeilt werde, auf denselben tag empfangt
die gemeinde auch herrenbrot und Ifiise. der preis von sieben Schil-
lingen entspricht den im Lauterbacber w. bestimmten acbthalben und
ist ein sehr hoher, den gewöbnÜchen werlb übersteigender (vgl. GöÜ.
anz. 1827 ». 336. 337); es war ein in den weisthüm^rn ]an,ge forjt-
j;efübrler und oft gebrauchter ansatz, der sich für ein ausgewähltes
opXerihier ziemte, das Lauterbacber goldferch wird gleicb dem Vink-
bucber ausgetheilt und in feierlichem mahl verzehrt; das ganze ge--
richt führt davon seinen namen (3, 370). zu Vinkbuch hat. man blofs
den heidniscben ausdruck tergessen odef verschwiegen; sicher gsib
es noch in andern deutschen gegenden solche gerichtsmaWe* der
heil. Adolf war bischof zu Strafsburg und sein Xag fällt auf d^n 29
oder .30 august (Gonr. v. Dankr. namenb. s. U7), das geriebt also
in den anfang sept In den haushält pflegt man 8c;hwein^, bei /eip.-
^ehendem winter, im nov. oder dec. zu schlachten, und wenn dies^e
beiden wecbselsweise tcA/acA/monat beifsen, dürfte auch darin bezug
auf heidnische opfer fortdauern, zumal ein ags. name des nov. bjät^
mönad lautet der gemeine mann stellt bei diesena schlachten ein
gasimal an und sendet fleisch und wurste seinen nachbarn , was von
der alten opfergemeinscbaft und fleicbvertbeilung übrig sein mag.
Merkwürdig ist, dafs auch in Serbien an dem feierlich brennenden
badnjak, der vöjlig dem weihnacbtsklotz oder julklotz (s» 594) gleicht,
ein gflmes «c4«7etn, oft daneben noch ein Spanferkel gebraten wird.
Vukf Montenegro js. 103. 104.
8. 50. mit erfordernissen heiliger opferthiere In Verbindung
stehend scheinen auch die. bunten oder fahlen rinder, geifse, bocke,
di^ haubichten hennen samt zwölf hünkeln, die für erleguog gehegten
wildes zu entrichten wareti (RA. s. 58t).
8. 55*. trinken in gou» miwhie. Helbl. 2, 1376.' fimofiä safufti-
•qUe mei M&aasa bibit». LiodprMidi anUrpod. 2, 70; dtoMi m ümor^itn
▼itfMi biMaie. Midpr. biat Ott 11. 12; äon ptoderit tibi baloaBdi,
Grimms mjftkoL 8. ausgäbe, 76
Vm NACSBTIliOB
ms^ te,;MM4«i pottt m mmon ieaii Joktmtm prmc^H^lu IMjft.
legalio 65» hier ift •!•• der Uafer gemfiAt , «ithi der et «Bgeliil ;
.io.ded Fei. Faber •ragatoriom 1, 148 aber .beftinilBl der letetere.
f. 56. ebetfeUek mofs ti«! ireiter -alt im Norden (s. 194) fi^
•lieb ge^eien aein; aaeh in Frankreieh buk man e&eheüns auf neu-
^br. m^oi. de fac. ceN. 4, 429.
s. 56. aofser den gebeten und opfern bitte ein wesentficber be-
atandtbeil des heidniscben caltns berrorgehoben werden sollen: das
feierUche umtragen, umführen der götterhilder; niqbt blofs an einer
stfttle sollte die goltbeit weilen, sondern sieb ron zeit zu zeit dem
ganzen umkreis des landes yergegenwSrtigen (s. 312). so fuhr Ner-
tbos iBinher (inrehebatur populis) nnd Berecjnthia (s. 234), so zog
Ft6 im fruhliDg ans, so wurde das beilige schif (s. 242) , der beilige
pflüg umgefübrt. des ungenannten gotbischeo ffottes bild zog auf
dem wagen (s. 96). einholen des Sommers oder Mais, austragen des
Winters oder Todes beruben auf gleicher rorstellung. Holda, Berbta
nnd alle ähnlicben wesen halten zu bestimmter jahrszeit ihren Um-
gang, den Heiden zur freode, den Christen zum schrecken; selbst
Wuotans heerszug kann so aufgefafst werden (Tgl. frau Ganden s. 879).
Seit Fro nicht mehr erschien, zeigte sich noch Dietrich mit dem her
(aper) und Dietrich Bern (s. 194. 8B9) oder man führte den s6nar-
föhr zum heldengelag (s. 195), den eher durch die bänke (s. 45).
n den öfTentlichen rechtsgebrSucheu ist der umritt neugewihlter kd-
nige durch die landesstralsen, die feierliche Instration der wege, der
grenzbegang, wobei tor alters götterhilder nnd priester kaum gefehlt
haben, ganz zu yergleicben. Nach der bekehrung gestattete auch die
kirche solche umznge fortwährend, nur dafs ein Siarienbild oder hei-
ligenbHder getragen wurden, namentlich wann dürre, miswachs, seuche,
'oder 'krieg ausgebrochen war, um regen (s. 562), fruchtbarkeit der
icker, genesung und sieg znrnckzufohren ; selbst einer fenersbrnnat
trog man beilige bilder entgegen. Der indicul. paganiar. meldet
"XXVIII 'de simulacro qnod per campos portanf, wozu Eccard |, 437
ans noch ungedruckter yita MarcsTidis (nicht Maresndis) eine wich-
tige stellt teittheilt: statnimns nt annualitta secunda feria pentecostes
patronum ecciesiae in parocbiis yestris longo amhiiu etreumferenUs
et domos Testros lustrantea , et pro genüliiio ambartMÜ in lacrjmia
et Taria derotione tos ipsos mactetis et ad refectionem panperum
eleemosynam comportetis , et in hac cnrti pemoctantes super reK^
quias TigiKis et cantibos solennisetis , ut praedicto mane determina-
tnm a tobis ambitum pia lustratione complentes ad monasterium
cum bonore debito reportetis. confido aotem de patroni bujns mi-
sericordia, quod sie ab eo gyrade terrae semina tiberius proveniant
et tariae ahis in<^emenHae cesseni. Die römischen ambarvaUa wa-
ren entsnndignngen der felder und es wurde bei dem terminns publi-
cüs geopfert; maigänge und beriite der grenzen und wege zur zeit
des deutschen heidentboms mässen ihnen sehr fihnlicb gewesen sein.
Auf der Gabelheide in Meklenburg zogen noch im 15 jb. die Wen-
den mit lautem geschrei um die grünende saat (Giesebrecht i; 87).
s. 59. merkwürdige stelle S»m. ]14i>: korgr hladinn steinom,
gilot at gleri ordit, rodit 1 nyio nauta blödi.
8. 59« dem. Uit^ I4cua entspreche gotb. Uniha, das auch durch
•hd« löh^ «g». kdh bestütigt wird. . daa engl. Uy gebt aebon in den
~ ifoajwieae, .{^d über, jundf ascb d««. aki«. %, Mkm. Mr iat
*UMn^ß^$ .1203
ii^leifili Imia, «ne «Bd wiese, niclil hHoU <lev weld, «och. die wald-
aoe war gÖUero heilig.
fl. 00. 4eos nemorm ineolere penaasani habe«! (Semogitae).
JLasicx 46. Jiabitarunt dt quoque ayhag*.
s. 60. Tacitufl worte darf man sieht anders nehmen als tie lau-
ten, zu »einen tagen besafs Germanien keine meister, die tempel
gebaut, bilder gemei£ielt bitten ; da war der hain aufenthalt der göt-
ter und ein beiliges zeicben Tertrat das bild. Moser %, ^ will die
stelle so fassen, dafs man die allgemeine Tolksgpitbeit nnaichtbar
verehrt habe, um nicbt der landscbaft dureh Terleibung des tempels
einen Torzug zu geben ; besondere götter seien aber abgebildet wor-
den, diese yorstellupg ist an politisch und schon der damaligen ah-
gescblossenheit der volksslämme unangemessen, ohne Zweifel er-
wuchs auch der gegend, wo ein götterberg lag, ehre und heilighält
daTon » .wie z. b. den orlern Rhetra oder Loreto , weil sie das slavi-
sche heillbum oder ein marienbild eolhielten; das hinderte nicht,
dafs anderwärts derselbe cuhus sitze gewann.
s. 66. leicht ist Übergang von dem begriffe des waldlempels auf
den einzelnen göttlich Yerehrten bäum. Festua ha^: delubrum fus^is
deübraUis, ouem Tenerabantur pro deo. die namen einzelner bäume
aind zugleich namen Ton gdttionen, z. b. alta. Hltn, Gn4.
a. 67. den Polen hiels der heilige hain rok und wroe9ifMkQ, Tgl.
rosa, roschlscha hain. drohte feiodes einfall, so schnitt man gerten
(wicie) des hains, und sandte sie den nachbarn zum aufruf. Mickie-
wic» 1, 56.
8. 74. . Folcuini gesta abb. lobiensium (um 980) b. Pertz 6, 55.
est locus ubi inlra termiuos pagi, quem veCeres a loco, ubi wper^-
iiom $eiUUiUu fanum MarA sacrtweratt Fafmm martin$e . dixerunt.
Famara ^^ Hepnegau, unweit Valenciennes.
a. 78. bedeutet hanui wald, fels, karuffon priester, ao gleicht
das ir. earn steinbaufe und cairtieae priester. O'brien 77*.
s. 79. in Ulrichs Lanzelet heifst ein abt: der ^%toU nuLn 4613.
4639 TgL 3857 und 4620 (ftwarte, 4626 priester. dazu gehört aber
Sm gHote frouwe (a. 401) d. b. ursprünglich bona socia, so dafs auch
in dem guten mann etwas heidnisches, ketzerisches durchblickt das
heiraohen ist in der tbierfabel ein geistlicher und beilst Reo. 8125
freudmnsy und Frobert ?== Fruotbert
8. 81. equo vehi Qamii^i diali uon lioebat, ne si longiua digre-
deretur sacra neglegerentur. Festus.
8. 82. noch. Ton mhd. dichtem wird goUi friunit goies degen
einsiedlern udd mönchen beigelegt im Renner 24587 heifst sanet
Jost 'heiliger goies kauhi/
8. 83. klöstern , aber auch landroeiern , zumal inhabern alter
freibtitten (s. 75) scheinen noch im HA. einzelne recMe zu^ndig,
die sich auf den tMeidnisehen fniesterstand zarückleiten lassen, wt>-
Ton ich bei abhandlung der weisthumer attsfnhrlich reden Werde; So
•oUen sie für die fanle mark einen keßael, oder «n/t ndd gewiekif
samemlich aber di«' »uehi oder wmeherihiere halten, -denen öberall
grofse |OB«r ermaen wird.
a; §5. • wie Gasaandra den Untergang von Troja f erkunden unire
Weissagerinnen das ende der weit (s. 773) und Tacitus ano; 14, 32
(»ritiscfoer driMfdinncjn erwähnend: feminae in.fnrore turbatae adesse
.tasUium cimik^^'» Tgl. 14, 30« m Völuspä liegt .uns aber das erha-
benate beispiifl Y^r. . . ....
76 •
priesterlichei, miin erwäge ihre juiigfrSalichk(4t''(fc^.^ 390). '
'-».91 M» /brMtidiefi'ftdtaeil äi)l1i\«n «tt^Mtsoklfdll ekilifeiftiitche
götler zutraute, folgt aus os]^. tO:'Uliiie''et «««ertf^^t«» kjolNorilm tK-
^i/iNi titui pfii y««ab«rtlttlr/' 9«bi(6 patefuclU pToHAl ^m citbfris et
> TeMibuflr cand^dift 'db^ad Mtlt> tffft^i pMetnvi SHi, W fiibi profntü
Micedones repdlereni ytic& Aupplid tnödaltfntel was bier feotn
l^utide Kegt, lalfti den wabftHi Göth^n bogftrf ^dfi% fremd sefin, und
docb ^ibt «Ich daraäs dba Jornandeti tusi^bt.
s. 94. lelt. ttks gatfee Udd elba tikzib«, glaube an jgMzeii, ab-
gdtterei.
8. 95. Ariboilis tita «: BmmeririmMi t^dla sanct. sept; 6« 483):
- *fradidero te genti Satoouid , ouae foi idbh^m ' tiklt&r eaiUHf, vm-
' abweisbafeif zteugnis d&Mr, dafs die beMoisi[ib)!ii Sabh6e^ ftn aebten
jh^. (der freisingisdie b^cbof Aribo fälK ili 'die jähre T94-^7fö)
tü/bfn ähgffttem dienten.
s. 102, 7. skvrda&i in den atig^tibrlieii «tdlen fsl ein göHerbtId
tind tiinif ein Itknesfi ^les Fre^r; Blöi^ bat ^4rgo(t fdolum, scul-
ptiie, von sktir sttb^rundium, wdt es' glf^ich^am ibscfatoilter, iftiter dach
gestell! werden inttss«, wbzu die «hd. gl. iftür^tf'lat^ (Graff 6,596)
zu passen- st^bt&inf. doch ileiii attn. ftliArgonf mang^t- tl^ nihere ««is^lfn.
s. 102; 6. Aber netiftdb «üfgefundne OdiVisbilder s. näditrag zn
s.'184'. i^t^die^. 501 gedachte bitd^eüle Mnea ilbrfyert htufteAde er^
inneHing'ait'^ii'h^idtfisebea g&t^enbitd? '
s. 103- die aus M^on und Maerlant angeführten IMWiebsügen,
ftn ^rtind eiderlnii, sitid sebr verNcbie^fM ^ewebdcft. nath der leuten
l*fe4lT ein jtinglikig 'beim bdispiel d^n ring yöxA Brtger dnd steckt ihn
•'aä'die hattd eines 'Ifarienbilds, naifrfa der ersteit legt einer zu Rom
im Golosseum den ring beim flifQs!%anipf ab untt''in''den finger eines
heidfli^t^en bilde», das ihn eitikrihiimt. ' bei^e bfl<lef machen dod
die yerlöbnis geltend, das liltfrUbZ. gedidht l&fet aber dbn gequihen
tithtet diese Rabelais ^n er^ignisr des 1} Jb., eita eiMmann Meekt
* befm 'trallspieleti lieb ^ix^ atf den fingtf ehrar zbbh>cbft]eti Vena»-
bildseule, und erlangt ihn nur miV hilf6 ein^s zaübeHdlndig«!!' prith
'isters Palämbu^ witidef. IWe «ärge'irak', 'W2e "äan <i6H früh yerbrei-
tet^ ursprünglich aber undeutscfar. > -
's. IO4. ..Mder' Yoh Frear und Tborj/Prigg' uW^re^Ja neben
'(einander.' Füllers sagabibf. 1, 92. '
n a« 10$* ., dafs Otnin^ in A^hrepi. fegenden forkpoimt 2eugt fär
eijD^ allgemciaeren begrif, es is^ wie, 4^1- *»> ^od fairguni der hei-
lige berg und. wald. Ledebur hält den. Teutoburgerwam für Osaiog.
oOffuvk^ruiski ^nebniggi. scheint oali T€;n^apdt.
a^ 114*. da» alt». • «ummmEb^ kt berrorzuiicbgany d« aonet lieber
! a41 als aunila gusagt.wird, aonniidagr laelmint tos. dea bek«lii;ean dev
Sprachgebrauch der übrigen Deutschen iiaohgeahät<> • toU«Qdam«{i
• das sch^ied.' dXn/ tdtaäatf (statt aoldag): .iua; iMer «ptatldautaclieji form
entipniBgien mm.-
8. tf 5; Jos. Mchk gesch. joid Maitiz 2; 27 ff! (iMpfert. % m. ^)
beschreibt' elneutömiiicbetanindMi altar,' Vifhfsclieiislfet am dem
dritten oder yierten jb., an welchem die sieben- 'WoMÄwl^ggdller (1
.4
fhfmnh 9t Apollo». 9 Djaim 4 HWf ^ Mercur, 6 Jipitcf ».T.Vjjdqb)
und 9ßi Mhler »t^Ue ein gßiuitt auigeliAa^ii siod. ... 1
... 8. tl8. auch die Finiiei^ hüh^n I^Aupgck« (halhe yo<;liQ von
keski mediam), wie SlaTen, Litthauer und HochdiefiUc.he.. efi wto
•iicfil unwiifbUg «ufizpaiueli}, wann sueiwt und 4|os Wlcboruiißache
nRcbdeitaGhe tM9d Sln^eir die absiraclfl. bepeiiQung miUawooh« upd
sreda (böhm. atreda) ai^fuMeiit «libi^nd Niddeideutsche und Hor
nanen Wodapnwid Mßccur babieken« : . .
a, (20. 9tn friea. gott ITarM isl einfältig ^acb den geo, in der
jKuaaaaqieiiaoCzqog Warosdei, Wernadei (Ricbib. a. tt42) erfundep
wi^mkt wo W^roa deuÜAcb ana Wadena, Woden«, das r aua äniitora
dea d.ao a en^praag; kaum wird aich eio 00m. Wern irgend dar-
Jiieten, ancb aprecban die h<^iUigao Westfrieaen Wansdej» die. Nord-
Drieaeo Winadei, ohne aolcbea r.
. a. 120, 23. Wnotan mng der aUdurabdringende , webieade geial
MB (dpvm ire per oiimaa, Virg. &eorg« 4« 220), aber die gleicbatel-
lm% der woprte waUio nad vadere war verifebU. ; jenem at^bt kurzen«
diesem. langea a z«, mii radare läfai Mcb das ult«^ aga. gei^ti^a zu«*-
/mmaouan bringen,
8. 121. Wadam acbeint noch im auarnf des niederd^ Tplks ala
boUiayerung- oder fluch zu leben» ao in Westfalen: 0 Wtnuh^, Wuo^
dam! Firroewh I, 257. 260; in Meklenburg: Wod, Wod! (8^680).
a. 122, Goifried Ton Vit^rbo (b4 Piatorius ed. StruTe 2, 305}
liat die sage aua Paul Diac» mit enUlelUen namen» für .Wotan €iadam,
fnr Frea Feria, bei Godaa» oder Votam denkt er* hernach aq das
(d?ii^che goi (deus). Der scltaamei Jikclacw hisloriographus geb«t
deuüii;h aus dem *hoQ loco* l^ei Pantna K^Tor* .
a. 125, 19. auch Ms. 2. 2541^; <^ biüa wirf ich i^uMegä dir';
rtMeg^tf^urf gleicht dem i>ei unaei^n, yariabnen so einOuCsreicheo
liammerwarf s und siaga isl ahd. malleus (Graff 1$, 773). , auoji 'M^.
2g .6^ : nut einem 9kgel er zuo deip t^iffde warf. . der Tpm bimmel
l(e,worffie scblegel wird also nichts als ein do^n^rkeij .^j^in und das
drttokle apri^^hwi^irtt 'swer irrn ,ri(« daz 'der. d^n ile^er.iqnde* Par^.
J60v \6 bezieh sich yieVeicbt auf einen schätze anzeigendejy, heil^-
briv^endefi dpnneratein (0> L64), der .nur ZDÜUig waldverirrten zv
JMuiden koifmt, weaMb fucb Walfr^im baumsMlmme. ^pte^ welch^ja
4er glücksatein yorriigt-, s)egeU Urkunde und zil nennt... " , .
. : 9. 126, t-'.evien Dakamu^^ dojsAtor bonorum, nenpt Xra8icz*47.
-' k. 126, .27^4 alln. OiAein fradenname« Ibraim. aftg. 1^ 246^
8. 127. 'auch in tlartoianns rweirem bdch). 113: mtt hat der
^W^iMth geflUoehet Engelh. 579: 'ez bAt ze stnem teile d«i* Wkfath
Vergezzen fiii^ttder. 4703 : ^z hMe an Ki det* Wwi^h geleü. aeiien
über die mhd. grenze hinaus: an yr yst Wensches Tlyt geleit. Habpts
xteittchr. 3, 221 ; mnt. getiichte Mdttin ke}iie''pl<rsonifi(iatidn Wunsch
itar. auch die NHi: uüd Gndr: keinen Wnnsd»,' aber' WolM. 97Ü
«dtfi mitffdkef Mein amte*. / • «
. 8. 132. alts. aod suoki^n Bei. l74, .26; fadar t^ohiän Ifel. 143,
23; dpftdash^m, liobt odar, sinllf, godes rlki suokiW Hei. 85«. 21
1.7,. 17, 63, |4. 137,. 16. .176, 5; ygLnacblrag zu s. 7BÜ
■^•dWI Wni'' ".•.. I ..>♦•''• ' i' i i '. • «»■»'• «• Mni ^ •!{! I .'' .1' ' 'j
1266 HaCHTIIÄGB
1. 134,3. Röthbarf habe ich zwar toiitt auf Thor ge^eoteti doch
fornald. sog. 2,239—257 imGrani und kavdgrmU ausdruckfiicb OdiDD.
a. 184, 5. Sigmnnda schwert bricht, als er In Odins apeer haot
V6la. aaga cap. it.
a. 134. dem Oswald fliegt aein ra5e auf ($ch9d und arm, 749.
^A% nnd Oswald redet mit ihm (95. 96). Neulich sollen in Dlnmark
und Schweden abbildongen Odins gefunden wofden sein, die man,
wenn etwaa seltsame nacbricbten gegründet iind, bekannt zu machen
nicht lange slnmen wird, ein bauer zuBoealund auf9eeland pflügte
zwei goldne mit asche gefüllte umen aus, oben am deckel flodJet
sich Odifi stehend mit beiden raben auf aetnen achuhern, den beiden
Wölfen zu aeinen fnfsen in getriebner arbeit abgebildet (kunstbl. 1843
no. 19 a. 80^) beim dorfe Gömmraga auf öland worden ebenfalb
goldmunzen entdeckt, deren eine OcÜfi mit den rohen auf der sehal-
ter tiarstellt, die kehrseite hat runen (knnslbl. 1844 no. 13 s. 52*).
8. 136, 33. ea heifst '{»aer ofl^<f, ^r ofreiat, f>»r oflnigdl Hropti^,
die las, schnitt und erdachte (bedachte) Odinn. auch snorri sagt
Yngl. cap. 7 : *a1lar besser Idröttir kendi hann med rümtrn ok liMam*.
a, 139, 10. achon Caesarius heisterb. 8, 46 stellt beide formen
nebeneinander: 'CrtulSfM&era tel, ut atii dicunt, Wudiniherg\
a. 140. Woensel :=z Woedenssele, Wodani aula liegt unweit
EindhoTen am Dommel in Nordhrabanf ; eine merkwürdige mir ton
J. W. Wolf nachgewiesne stelle darüber findet sich in Gramajes
Taxandria p. 23 : imo amplius supersunt aperte cjmbrieornm deornm
pagis aliquot, ubi forte culti erant, indita nomina, nominatim Mer-
curii in Woemetf honoris in Eer$d^ Martis in Roysei. uti enim
Woen Mercurium eis dictum alias docui, et eer honorem esse omoes
sciunt, ita Roy Martern a colore sangoineo cognominatum ostenduot
illi, qui tertiam bebdomadis feriam Royäaeh indiffitant auf Eenel
und Roysei, die in der nahe ron Woenael, aimdich in dem nord-
brabintiscben district Oirschot liegen, werde ich bemach zurück-
kommen, dies gleicht den s. 144 anffeföhrted Odinssair, Othfiosile,
Onsala. Wunstorp, Wunsdorf, stldlcnen und stift in Niedersacbsen,
heifst in einer urk. von 1179 (bei Falke trad. corb. 770) noch toII-
itflndig Wodenstorp, Bei Windbergen in Ditmarscben fährt ein platt
an einem gebölze den namen Wodendag^ Wonslag. Unweit Ha-
dersleben. in Schleswig sind die dörfer Wontbt^ , IfdHsM, ffoyem
froher Wodeneyen. Efine ags. urk. ton 862 (bei Kdmble 2, 73) lie-
fert in einer grensbeatimmung den anadmek Vdneioe z^ YSienei-
afac, Wodani atipea, und yerrith uns zugleich den eioflufii des got-
lea auf die alte grenzroesaung, Wuot#n, Hermes, Merour scheioea
foUheiten des mafses und der greni«. Tgl. WoedeniMpanme , Woenttd
(a. 145).
a. 142. bei Situna in Veatergötland liegen schöne wieaen Om-
dNifama (Odenaingar) genannt, auf welchen des gottes pfarde go"
weidet haben sollen (Afzelius I, 4). in SuddeutacbJand enihlt maa
Ton des hurgherrn weidendem schiminel (s. 884).
8. 142. 143. zu fru Wode, Waude, Wanden Tgl fru Oaue
8. 231, fru Ganden s. 877.
s. 147. ein gegensatz zwischen Oäinn und Th&rr ist recht ber-
Torgehoben in der s. 818. 819 ausgezognen sage. Da aber Tbdrr
als Odins sobn, als dessen yetjnngung dargestellt wird, und beide in
Zeus oder Jupiter zusamtneufaHeo, müssen -sie oll in einander auf-
gehn. Wenn Odinn in den eddaliedern Thmndr beifat (Saem. 28^ 47*)
«AcanvÄiit mi
so kMd dt» TOD «iaenk ^«rbriien fiyajii' =ac agli. j>iiii>iilk , lObtro ge-
kftite« iv«rdeii nnd gitkhfM mk Donar mIb. iwar deiiKil inatt ' buBd^
Urioattts Ton j^oa^^ lonaä. Waotan iat als Viftaia dat rau^ichei de^
kill, «i4 wir flaheo ihn den achlegel worfea, wieThAkr den Ikanmer.
t« 148l daa gr. f»h0^ wflre goiobiekl dia badeotattgto rout, wat,
waaaeh, wilie, gadaarka au TereHiigaa.
a« 148l aa daa batoaaieii des Tialgawandeilan gMtes Glogriidr,
Veglamr stiraoit vku&r initfetmt bot Saio 45. In der HeHh dea
Fbal. Diae. 1, 9 (Tgl. a. 109. 123): *Wodaa aana, qaeai adjacla lilera
Ciwodaa dikeront, ipaa aat oui apud Rofnanoa-Mercariua dlicüur, et
ab uatferaia Germaariaa genlibiia al deoa adoratur, qvn »on oin^abaee
taai|»ora aed looga amerkia, nee in Germania acd in ßraeeia fuiaie
jperbibeUir', will nrao daa fetsta qai aof Mereurina atatt auf Wedaa
siaban <Ad. Sebmidta teitaehr. 1, 264)« und damit gieilge daa ein^
atiaMDea dieaer naehridht iv Snorri and Saxo rerloren. Dem Paulnä
war es mn die abgeaahoiaekibeit der 1,8 erxihlten' Yangobaird* sagife
an tboo, deren anbialofiacben grand er daanit aaMeckt, dafa aur teil
janea ereigniaaea xwiscben Wandalen und Winilen Wodan nicht- fia
Gennanicn aondem Grieobenland geberacbt babe, waa ibm ans andern
aagän bekaanl aein konnte, und mer oben dw merkwnrdige Ist die
aaeianag, dafa Maranr aof Griechenland einausehrinken aei, wurde
weiter reiehea, and nicht blofs den heidnischen glauben der Dent-
achen aondeni audb der Itomer treffan. beidniaohe aötter galten aber
fnr allgegenwirtig, wie aaboKi daraoa folgt, dafa nuotansberge an
▼ialea örfer» «dea ganaen landea angenommen wurden, die aemein-
aohaft dea goMea nnfer Deötachen, R#mern, Griechen gab ano kei-
•aa aaatofa.
a. 149, 13 ober Odiiff, (Mi vgl a. 20. 341; Odind heifat alda
OmOt. Saim. 93l> 951>.
a. IdO, 11. Odiiin fainn ^mU. Yngl. cap, 15, wie der oAe gott
(a. 19) uad Tb6rr altvater, graforafer.
a. 151. in Th6rr darf nicht RR, blöfa daa erste R (da dasaweke
ieuTiacb iat) aoa NR gedealet werden ; ea iai alao ayncope dea N
TOT R, etwa wie im mnl. ere , mire f. 4nre, mlnre.
a. 152 auch Ogier 10915: lor poina deterdeat, lor panmea \oat
balant,' ni oiaaiix nia ame dSea tmuuU; und Garin 2, 38: nea dieu
iMMianl ni poaaiei oir.
s. 153. man wire rersucht daa luakiacbe Tina =a Jupiter, ta
Taaaana ood Donar la atellen; richtiger fügt ea aidb lo Zijt (s« 177).
a. 153 Gnniach: Motiiefi pänee (Renral 118*) der Täter donoeft.
^a Finnen bedeutet dUb proaTua, senex und iat bisinamcf der göiier
Wiittimöinea uad ilmarinen. Ultko bezeichnet aber auch für aich
4ien donnesgolt (a. 160). den achwediacben Lappen iat a^a aowol
a^ua ab tanitroa.
a. 154. J«y»ftr äpeiMtiHM. MicaH atovia 131. 135. ^^9 nai^^tUn
.^s, Heaycb« •-
t a. 155v TwmMH aehreibt Jnatingers Bemer ehren, s. 50.
a. \%% bobm« box] posel, gottea böte, blitzltral.
a. 164. engl. ikmndwhoU; achwed. Tkort ti^§e^ dlin. tor4mr-
kiU iordemtfaüle, mehr dairon iat cap. XXXVll s. 1171 nachge-
.tragen. • tm Miölnir mnfa auch die femig« moA eiher a. 773 ange-
ührten aga. atelle gehalten werden. Dafs bei dea douner^otis bild-
aenlen der hawmxt unrergeaaen war, scheint sieb noeb.<aus spitem
ignia ao argeheo (a^ 501).^
» >
1208 lucmnAfis
1, ifia Bmk littk. siMMmI^kq 294«ilVrftim^ ^if$ tut hhmm/^^
siege ap, der«uch die beii«iiouii|} tikl( Ullis juttekt. Keenee ^MilHeitiii
1, 439 will doumm-Ußjiipferd f&c die siege sdliei« ilicMt für deo fO|el
in «ospructh nebiBfn, ^«i begUuiHgimg (e^rden» .«bertvilHMnieea
wire. Der mjrthoB toq des g€$elUa€ÜeUn ^ . durch hawmerweihe
wuderbelebien bdcken , Ton dem UigUcb geeeltoeA und auigeiellifait,
jeden «bend aber wieder fati» trtnieiHl^ tiim^ fohrlmnip ■ (Sm 42)
acbeiot in mehr als einer gealelt wiedeTKulc ehren« Wolfs Wodaot
ff. XXVlll bringt aus Barihol. de Snina (f -t54&} quaeslio de slngi*
bns folgende aielle tou hexen in Ferrara beit diovoi etiank, qaod
peelquam comederunl. aliqnem pioguein bnTem. Tel ali<funin fegelem
fioo TeX arcaoi seo cophinum panibna eyacilaruntt et cotiittnipaefuot
•a Torantea, domina iUa fereutit mmrea mrgaf (fiiMii inaoii gesiat, ei
TaM Tel loea, et stalim «I prin» plena #nnt Tini Tel penia «c ei ai*
hil inde fnisset assuoiptuiB. simulier c^ngeri juhu o$§a avtnMi wor»
Im« batU Muper corwm ^W ecptenmm ipsumque per quaUMr -partM
•uper oasn reTOlTena oir^iafiie perctiliefif , emmi bm>€m retUüf nt
prius, ac redueeodum jnbet ad locun auum. Das teuflische beaen«>
nahl läfat sich gut xu dem des donnergotts halten* £s Tiind eher
«iQ^h in legenden erzählt , dafs der heilige den aufgetthriem ■ Mn
nach der mahlteit eua den knoohen wieder belebte» und schon pCisiB
Amis nutzt diesen glauben um einen betrug zli spielen (s. 969 ff-)*
folkssagen lassen einen sauberer« wenn der fisth gegtu^ ist» dis
gräte ins wasaer werfen, und den fisch Ti>a neuem lebendig werdea
Wie bei diesen apeisen erfolgt in «mlern sagen* die erweekung ser-
slückter menschen im märchen Tom If aehssdelbom ; im mylkua tob
Zeus und Tantalus, wo die tou Demeter Terzehrte scbulter des Fe*-
Jops (OTid 6i 406) an des boeks serspaltnen scbeiikel , der nun Isbm
bleiben mufs, gemahnt; im mjthus Ton Osiris inid dem heil. Adal*
.bert (TesMlie a. 33) TgL DS. so. .02 und ^eoh2d<37. auch in der
finnischen achten rnne sammelt Lenuntokämrens mutter SUe güeder
seine« serstäckten leibs und beldit aie Ten neuem: Das legen der
ebgehaonen häupter su den roinpCeo im Waltbarius 1157 (egLs. 93)
scheint känftige Wiederbelebung anzudeuten und stimmt so einem sog
in den norske cTentjr s. 199. 20 Iw
s. 169. TKunresfeld in ags. uiL bei Kemble 2, 115« 193. 272.
Thorsborg auf Gotland im Gutalag s. 107. 260. 7M» nes Eythj^
«ags cap. 4.
8. 171. sus LsndnAmsbAk wfire noch manebes uberTkomcallos
anzuführen I j^ar stendr enn Tkön stemn* 2« 12; g^nga. tu fr^Ua Tid
TkSr. 3, 12; rAdrr wird sameist Tcrehrt, 4ai» Frefßr 4, 7 und den
•entsprechen- die eigennamen . Tkdrmdr und Freyvüw in einem ge-
aehlechl, 2,6; bedeutet difesea vtdr arbor? un4 .etwas pricsterlfichea?
nie begegnet Odiuvidr, aber ein Tfpidr ist s. 1144 als pAannensasie
beigebrscht Th6rs hammer hatte die mäsk, die ehe, die runes (wie
auf den steinen ausdrucklich gesagt wird) zu weihen. Ich habe cap.
XXX III gewiesen t ine vielfach Thbrr in den teufcl der Christeo
öbergieng, und es kann nicht befremden, dafs er zngieicJi etwas. plum-
pes und riesisohes annahm , denn such der riese ward sttm . teufeL
äer feind und Terfolger aller riesen zur zeit der As^n (Si 503u 512)
ersohien den Gbnslen selbst sIs tölpel (dorper s. 501) und wirft, mit
den riesen steine um die Tfelte (s. 512). Aber ssboii in der edd^
t sehen ThrjrmsqTids ifsl und Iriidbt Th6rr onmilsig wie ein riese, und
die norweg. Tolks sge ISfst ihn auf der hocbzcit tonnen biers sn-
NAGHTRÄftB 1209
(Fa)ie fl. 4). Umge^biiit Tkrpm^^^.si^ gnU rie«e «ekog
d«ili naüe* aaeh ein Donar (■. 499)« . Sehr «mgebreiiet im Nor/deo
wr- die nrnnttiige Mge Tom-.boJNiKgsgubbe (borgminn, riesan)» dea
«4 Mai^r .maDn- sn geiatttr bittet »• der aifib aber xa kemmeq wei-
geri., als er-lMMt daüi a«ck Thw Oder Tardmweir eingeladen eei
(a«^Oä)t doch aendei er rewbes gesebeilk (vgl* AfseUas 2, 158. Mol*«,
becbi eyentyr no. 62, F. Magn. s. 935). bei aller abveicJiung er^
sebeiat in- der<a«lage dieaer fabel l^wiaae limliehkeit mit der vom
gfivalter tod (a. 8t 3X ^ *u^h der tod ein teulel» Celglich rieae ist.
a. 180. mit iroit gröfaerea reebt ala der Pariaeir mofia Marti«
gelMtet hierher, «las fmtum Matiu bente Femara in Hennegau (nachtr.
zu «. 74), *neb Herrn. fiftiUer das altfränk. Ditbar^um (oder Disbar->
mn) in temiiao Toriiigorum hei Greg« tur. 2, 9, Cblodioa eaatellum.
Vm wäre latimaieri für Tia ax Tire» and hönoite an Diepitar, Diea«
piter gemahnt haben, kein ähnlichea galliaobes wort leitet auf Mars,
Had )die gkagend iat grotidfrinkiaeh, Liphtiaae , wo nns Sa)in6t neben
Thanar und W6dan genaaat wird , nah- dabei, wegen EreMberg und
Mtrihtrg a. 182 balie ich die ilteaten arkoodea hei Seiherti aafih^
ytorglieheaw ao; II a. 9€2 gewihr« Eresbarg; ao. 25 e. 1030 scban
Iferehaig; 1,98 a. 1043 meaa Ereabui«; no^Sl a. 1 150 m«na Bre«^
barg; no. 70 a. 1170 mona Ereaberch; no. 85 a. 1184 Hereafeurg;
»e. 115 ki 1201 mona Marita: no. 153 a» 12.19 Mersberch; no. 167
A. 1222 Elreahetfcli oo. 179 a. 1226 mmia .Marti«; no. 186 a. 1220
mens Heresberg; no. 189 a. 1230. maoa Martis und MerabenL. mom
Xarla« warmer gielehrte aäme^ Mersberg der yolkamfiisige » Ereaberg
der älteste, da bald roons, bald castellum gebraucht wird» sind berg
Ußd hu^g gleich gerecht. Widakind 2, 11 ond Dietmar 2, 1. schrei-
hea iferaaM*^ , Eregburchy ala mb die eiaaafame dea Offts im j« 93$
Btifihlen.-
a^ 183« aiaa keaateauf dea gedenken fallen , in Mrlta^ aei die
Erde nach den a<220 aagspgehnea formea gemeint allein die au<»
«icht der allein aetate die erde in den roitlelpuael der weit« nicht an«-
.ler die plaeelea , aie kann alle keinem woebentag aamen ; gegeben
fcabea. uMod bei keiaem tolk findet sieh ein solebel', man; mäste denn
Veaua oind Freyja aar erde mechen. Zu Ertaf^ -tritt jetst das TorhJa
aaa Graiaajre aagaaogbe ortKohe Ehtm^ wobei weder an 4ra bonor»
tDOoh die peraDniieierte Era (a. 385. 848) lu denken ist, aoadern aa
eiaen waeheataggolt. Nioht an üherseha, dafs iSrlor» ^rdag ala
'maaaaaame eraoheiaea, und das taxaadrisehe Eerael fom heonegaui«-
«hea Tisberg oder Fanmara wenig entfeitit Jag.
8i 185. die eingreifende personificalfton -dea sMioaKf (s. 839)
steht der dea kammeri zur seite, und beide-, •glaabeiehf beatSrkeo
einander, begrif and name Toa zweia der: grofalea. götler gehen in
ta werkzeog aber« durch welehea sich ihre mae hl,. bekundet.
a. 186u »dieaett FtaaiMfer« jgteioht der • tiMüsobe» erksnameo Vä«-
iaadera liei Briaea (nacii Steub a. 79. 178 «s Velnaatris« Vuloau«-
turusa) durch blofien aafiall. ^ -
a. 193. dea Adamua bremenais adgabe toa Fricto: *eu^us.etiam
aimulaohrum .flngani mgMtH miup»' gewinnt , seitdem WoMT hi der
Wodana s. XXI. XXII. XXIII spite feier und bilder dea Priäptt
oder Tarf ta dea Niederlanden naehgewieaen • bat. iers . laotet ags.
leert > aU. merg^ aad Harbort 4054 sehe«! sich dea aaaaen Xeraes
aaszuspretkea. Phailaadienat, wie er anter fielen folkem des-al-
-lerlhama Ta^breitet i#ary nuifa aaa' einer aahaldloiaa tamfafnDgi^a
1210 NACHTHÄeB
iengenden prineipt lierg«leitel werden > die ein« spllere ihrtr ttede
b^waste teit ingstlieh mied, am ende Ini auch Phol und die nehm
tor dem worl (i. 209) soleiien enÜlang, obgleich ich nicht wifs
^alloi attadräcklich beraneaziehen. «la eher (■. 948b 975) geaMbal
Phol an des Fr6 geheiligtet thier, und et wflre nicht daa eiostga
heispiel, dafs swei gÖUer sich in bestimmten iafaemngen ihres we*
sens bernbren.
8. 197 auch Egilssaga 672 Freyr ek NiSrdr nebeneinander.
s. 199, 4 Ton unten: es beruht auf S»m. 65« 'yid systor ^oiii
gazlu sttkan m6g*, obschon die schweeter nngenennt bleibt
8. 203, 22. in Schweden Barire* in Sliane üegt ein BaUmt'
herg^ im Öttingischen ein BMem, im Vorarlbeeg, östUoh tod Bre-
gern, BMer^ekwang, doch fordern solche ortsnnmen Toraieht, weil
sie Ton minnero Baldar und Baldheri röhren können, daher ich mick
enthalte noch mehrere anEuföhren.
8. 203, 36. die blicke Wh; 381, f 6 sind die glltef enden pfeUe?
s. 208. bei Fkol dringen so yiel denl«ngen sn, dafe man sich
yerirren wurde , durften sie sich alle geltend machen, das chaMii-
sehe hei oder hai scheint blofser mehrem göttern zuständiger titel:
bei Uranus, bei Jupiter, bei Mars, finnisch ist paio feuer, altn. hÜ,
ags. hal rogus, slay. paMÜ brennen, wosu das röm. PdUa und di«
TaHlien, phMts wurde Torbin erwogen, man mufa sich torerst
der einheimischen anklänge Tersichem bei einer gottheit, die wir jetzt
nur noch dem kahlen namen nach kennen.
8. 209. Schmids westerw. id. 145 hat ffotteekgTf hoüeeker fiir
gespenst, popanz.
s. 212. bei Foseie iat mir ein «odrer gedenke durch den köpf
gefahren, im anhang zum heÜenbuch heißen Eehe^ VauU, Ahtni"
rot brüder. die form Fasai statt der gewöhnlichen FasoU l»rancbt
kein fehler zu sein, es gibt mehrere ahd. mannanamen auf *at, alts.
auf -ad, *id, und Fasat, Fasolt bestehen nebeneinander. FataU (vgL
nachtr. zu s. 895) und £cfta worden aber für göltiiche rieaen des
Windes und wassers, Abentrot für einen dimon dea Kehta erkannt.
Wie Ecke zsz Oegir an der Eider und auf Läasöe komte Fosite aaf
Helgoland Tcrebrl werden. Die übereinkiinft mit Fort^H darf man
nicht fallen lassen, nur die deutnng Por-seti, Forasiie wird iiedeok-
lich ; ich bitte lust For$-eA aus fors (Strudel) diu. loa <a. 559) zo
erkliren, und einen dämon des slrudi^, einen Fatae^ria» (s. 461)
anzunehmen, wozu des Foaiu heilige quelle stimmt. Jenen drei
brüdern wird aber im heldenbnch ein Tater Neotig^r (denn se ist for
Mentiger zu lesen) = ahd. Nandgir gesetzt, und gemahnt er nicht
an Forsetis mutter Nanna = Nmidä? •
8. 213. MimeUfere, Lichtenst. franend. 199, 10.
8. 217. Oegir beifst auch Gfmir Ssem. 59v G4mk- Sa, tZH* 163.
Tielleichl epulator? doch kenne ich fdr> daft altn; jgaumr blofs die
btedeutODg cora, attentio, während das ahd. gourna^ diU; g6ma cnrs
und epulae, das a^s. gtming cura und* nuptine ausdruckt.
8. 221. Loki wird gleich seinem aohne Fdnrir in feaael gelegt.
wie '• Hefist das net* für Ares und Afrodite schmiedet, bereitet aoch
Loki ein net» Sn. 69, worin er aelbst gefangen wird.'
8. 224. an mehrem orten gehn noch jetzt nnter dem Tolk leüme
Ton den zwölf stunden,- nnd die beidem letzten werde» ao tMeiefanet:
'om elfe ktmnnen die ttdlfk, um zwölfe bricht) das gewöibe (bricht
der tod auf dem gewÖUie)>.' -Bollle'dflhnieinr<aker)giaiibe an das er-
NAeHTRÄGB 1211
tebeitten tfes wölfa oder der w^lfe bentt Weltuntergang, dem brechen
der bimmelswölbung nachhallen? Wenn am brennenden licht ein
itfiöb des doehlea sich ablöst und neben haftet, so dafs die kerze
nnn 'schneller Tenehrt wird , heifst es : 'ein ^tolf (rSnber, dieb) ist
am Kcht'; anch das gleicht dem sonne odermond Terschlfogenden wolf.
s. !227. auf Hr6do liefse sieb nun jenes Roysei (die spatere
Schreibung ist Rem$el) und Roydaeh bei Gramaye ziehen, der an
Mars denkt; Urkunden mästen erst aufser zweifcl setzen, Wetcfaer
Wochentag gemeint sei. Hruodtae ist gerade ahd. mannsname (GralT
5, 362), alts. BrötUag gewähren trad. corb. $. 424 ed. Wigand ; sie
können eich tu Hruodo, firödo Terbalten wie Baldag zu Baldar, und
die kurzung Roydag, Rodag gliche dem Roswith f. Hr6dsuith. es
wire ein starkes zengnis für den Ghrodocultus, wenn Roydag der
siebente der Woche ist; bleibt es beim dritten, so darf angeschlagen
werden, dafs auch der dritte monat dem Mars geheiligt war und den
Angelsachsen Hrddemönad hiefs (g. 186).
s. 230. bei Ifertkus rerdienen rucksicht die Neriereanen des
Ptolemaens, denen er freilich ganz andere läge zuschreibt, als bei
Tacitus die der Nerthus huldigenden stimme einnehmen.
«. 231. 'de aaue /r« is nu al dot* s. 422. Im Alten burgischen
heifst der angeführte erntebrauch: eine teheune hauen, arch. des
henneb. rereins 2, 91.
8. 243. bei einem aeestnrm thnn die schiflfer gelübde. e chi dice,
vna iMoe vo far fare, e poi pariarla in Vienna al gran barone.
BuoTO d*Anlona 5, 32. Die Lappen pflegen ihrem jaoloherra zu
Weihnachten kleine mit rennthierblut bestrichne schifpB darzubringen
und an die b8ume zu hingen. Högström eflerrelninger om Lapland s. 5 1 f .
8. 245. darf man die s. 235 angeführte inschrift *dea Hludana
in HMana umsetzen, so wire das noch willkommner als die ana*
logie zur altn. Hl^djn, und nriltestes zeugnis für HMa, welcher
schon das goth. unhuipö, und der zwar seltne, doch bei Schannat
trad. Md. no.445 yorrithige ahd. A-auenname Folda zustatten kommt.
Graff 4, 9f5 hat auch Holdatind. Schutzes abbandlung de dea Hlu-
dana erschien zuerst Lp. 1741, und wenn in Wolf (Wodana s. L) eine
niederiindische de dea Huldea, Trajecti t746 namhalt macht und
deren titel wirklich so lautet, kann dies nichts anders sein als eine
ypn Cannegieter nach unsrer Hnida , wie sie bei Eccard Torkommt,
aufgestellte sehr ansprechende mutmafsung. der lat. dati? ffuidanae
wurde die achwaebe form ahd. HoldAn, ags. Hbidau ausdrucken, wie
man in lat Urkunden Berla, Hildegarda flectiert Bertanae, Hildegar-
danae; doch mag auch ein nom. Bertana, Htildana entsprunsen sein,
hiemach leitet wiederum Tanfanae wenigstens auf einen deutschen
nom. Tanfa und aHe yersuche wiren abgeschnitten, aus -fana ein
celtisches wort oder das lat. fanum zu machen. Tanfa gemahnt an
den alto. mannsnamen Danpr oder an die ahd. wurzel damph ; über-
ginge des F iq GH und TH angenommen, ergibed sich noch andere
mö^ichkeiten , i. b. ein weiblicher name Tancha (grata) entspräche
dem minnlichen ahd. Dancho (gratus) Graff 5, 169. Ich binyon
Hnldana abgerathen und gestehe, dafs sich auch Hludana behalten,
Hlüda (clara, praeclara) deuten liefse; das gewicht der übrigen
gründe hat den ausschlag zu geben, unter diesen ist aber die an-
wendunff yon gute holden, hoüar yfttlir (s. 278) auf geister, yon hoU
regln (Sartii. 60>) 'auf götter besonders zu beachten; im altn. adj.
hollr s= goth. hulps, ahd. hold hatte aasimilation statt,' wihrend -itn
»19 BUiQIKTBJUi«
«igenoaniDii HMr die «Ite form bUeh; denn baldr occuUiui, celalos
w erkllrea tcheint bedAnUich.
f. 246. auch io Schottland heiOil et» weqa die eriten achnee»
flocken faliea ; the mfin o'ike £a## are pj^fcinf (heic geete , and, send*
ing iheir feaihen here awaj, here aw.ajr« na ptreuTa. JSamlaad heilsl
ei: die engel schatten ihr l^etlchf^ wenn et schneit, die «cbnee-
flockeo sind ihre pflaiimep, viele aber jbllen yorhei Mnd gelangiBi^ lo
unserer erde.
a. 247. Brückners beitr.zum benneberg. idiotic(OQ.a.9 fuhrl am
dem dortigen Volksglauben an: 'am obersten (tag) koiniat die lf$Ue'-
frau (Hollefra, Hullefra) und wirft spvhti herein , wer sie nicht toIU
spinnt , dem bricht, sie den hals.' genau wie ea andrer orte von
Berhia und Berhtoü (s. 252. 257. 260} , ja voqi teufßl (s. 945) er*
sählt wird. Ferner sagt man : 'am oberste« mrd die Hoikfrau vtr^
krannff was an das austragen des tods und sägen des aken weibt
(s. 742) erinnert, schreiende kinder werden beruhigt : 'still der Ifid-
(eftfte, der HmUepifpel kommt*. HoUepeier (sonst auch Hersche,
Harsche, Hescbeklas, Runrecbt, Rupp/sr» Tg), s. 482) heifst der zar
seit der winterweade» in HoUes geleit, umziehende rerqiiimnite knecht
Aus der beifugung von frau (vgl. gaue fru. s. 231) eriiellt der ur-
sprüngliche, adjectiyische sinn des namens ffoHf.
8. 251. Vertiera, berichtigt 8.940. In Bsiefn und Deutschböh*
nsen Bm-hia auch durch die heilige lm€^^ deren tag schon au/ den
13 deo. fällt, f ertreten, frau. ImU schneidet den bauch auf» Schin.
2, 532. Jos. Rank s. 137.
s. 256. das BerehißUfningen gleicht d^m kt^mutusek im Böh-
merwaid» der nach Jos. Rank s. 76. 77 auf pfiogsteo Torgenommea
wird, koahen und bursche richten um diese zeit grofse, lautkosl-
len4e peilachen zu und veijagen damit alle he^en aus iiäusern, - stal-
len , Scheunen.
s. 258. rmn€ Pedaujue. Micbelet bfst. de Fr. 1, 496. 49& 2, 152.
8. 259. -epiphänm (Ducange s^ t.) entweder 25 dec. (dies oats«
lia) oder der spätere tag, an welchem der stcira dea drei königen
erschien, aber der abd« pkeriniofi paraaoere (Qraff 5> 360} ist qhar-
freitag und von Prehentag, Perchtentag yerscbiedea. Ein carroeiunn
hiefs den Lombarden Beria uad .fisrlectoto.(J}ucaqge •< v.)f Tielleickt
der umfahrenden gottio oder königin wagen?,
8. 278« zu der Frea bei Paulus mu(s .vor allem die fr€a des
litttprandiscben geaetzea 6, 4Q. ond 67 gebaltea werden,,, ea bedeutet
uxor , domina , nicht libera,, iogenua. Paulus die Frea. dexa Wodao
ah gemablin beilegend verwecMelt sie folglich, i^il .der qord. Frigg.
der Wechsel geschieht eher häufig, z. b. yr^%^ (oroelfd.. ^. 2, 25. 26
•ei« heita A Fref/ju iind 4 Holt (Odiaq) vorkoifpi^nt, ^o^ sollte hier
wiederum Frigg dem Odion zur aeüe ^ebn.» wie ifu prolog de9
GiitfiMii&fniL . . . •
. ft, 279,. frwMkm ßf 65a .
a* 280. das saoskr. fniia, freund, bezeichnet in götternamen
gatte. und galtin. Pott 2, 425 vgl, s. 1143.
s. 281 • frn Frekfi ist nunipebi:- Yon Ad. K^bP wieder enfge*-
fuoden, oemlioh in der (Jkermark. wo sie Fruike heifst,!, und an fro
Harke der Mittelmark, fru Qode df^ Prignita alpXsl. ,
a. 28t Frätmgkffr^ in penibles cbar^e 2,. 265. ... .
a. 283« Vreoe kann Verena die ina^teria, oder Veronieä seia;
.T|[l» YrkiA Ben, 328, . . .. i : . = *.
i. 284. Vgl; läf*dar mM ».«09. dafft d^fti' alt«: dictiter durch
h^lag halsiDeni da^ IngMcfirm des tezCc$» aüsffifkiren woihe -folgere i€h
MmSl auf aeiuem adj. h^ag; imlesseii nennt er blöls die sebweine,
iiicht diebtrode; VLhi iiid|;l9eti, tfal^ er sicfar htdsmem ala erweiterong
tu noerigriofon darHite« *
«. 1^7. ich wüste nXthX, tiafs Lachm. diese BtelleD ober €tefuom
selbst in den «nn. tvL Iw. s. AW mittheilen wollte, sie hStten steh
'ohtieWn in meiif '^ap. XXIX besser gefügt als bierbcr.
s. i&&, die ahd. Rahana steht auf sehr schwachen fafsen.
■. 296. im sänskr. wird tudha nectar Ton amrita aflnbrosia an-
tertchveden. überall scheint ein adkr im spiel dabei, garnda beifst
sodhibara, amritifaarana, neclardfeb, ambrosiadieb (Polt 2, 451), <Minn
entfahrt odhroBffr tinÜ Zeus den ihm nectal-schenkenden Ganymed in
tf<llergestalt (s. 1066). t^n odhrosrir ist s. 855 nfiher gehandelt.
s, 297. die götler werden härir ok ganäir. Sn. 81. dem Freyr
wird <at tannfift' beim zahnen geschenkt, er also aufwachsend gedacht
B. 300. der strahl ans Carls monde gleicht dem, der in den
mnnd seiner geliebten scheint und gold darin beleuchtet [s. 400^.
s. 301. götter um) beiden latheh, noch im Rudffeb 2, 174.
■203: 3, n Wird dem redenden kdnfg subridere beigelegt ; Nib. 423, 2
ton ßranbild: mit snUeUndem munde si aber absei sach. im gedieht
▼on €id hlufig: Mnrisose de la boca und alegre era.
s; 3M. kaum ist der |[ott, dessen hilfe angerufen wird, genannt,
10 ffdlf tr da, h^^eh Mn& s. 371 gegeben, in einem ftröischen
Ked erscheinen Otitn'n, ffönir, L&h^ji, eh der sie herbef wünschende
'tt^ch aWSgeredel hat (Lyngb^e s. 502. 506. 508). eben so plötzlich
fst «bef Av^h der teufH zur band (s. 964).
s. 304; eott reitend gedacht (oben s. 16).
' b. 307. Ventfs wird nur dem Htpptfmenes sichtbar. Oyid. met,
f 0, 660.
s; 30T. Odinn, Ni6rdr, Prejr etüegeo nach Tngl. fO. lt. 12
ittankheitto (sAtfdaotir). '
sl 909. «gs. Addma nahes. Beoy.49'11.
s. 3f0. wenn Or. mel. 11, 640 sagt: hunc tcelon saperi, mar-
-Mfe 'Phobetora ttägut nnminat, ist das den Grrechen iiaehgeahmt,
wie schon die namen zeigen.
s. 312. trnwaW sagt Älart Cap. 2, 9? ipsi dicnntur dii, et cae-
ütes alias perb^ibentur J» . nee admodum eoS' mortalium cnrarum
Tola soUicitant, dnu&ftqane perhibeoltir. '
s. 8!6. die Stadt Heldbnrg in Thüringen faeifsl schon in alten
nrk. traidiherga MB. 28», 33.
s. 317. einige slatisebe ansdroeke fnr held sind merkivdrdig:
rtii8.'t^f(^», serb. vUes; niss. hogaiyr, po\n, hohater, böhm. hohatyr,
was w^r mit bog deas, noch bogst dfres verwandt, sondern einem
pers. und talarischen behader gleieh sein soN«
». 820. wie in den ahn. slammtafete Yngvi, Niördr, Frejr fol-
gen in deh ifftschwedtSchen bei Geijer (bftfder 118. 121. 475) Inge,
Heoreh, Fro, für Neoreh steht auch Neroeh, beides entstellt aus
ifkoHfc.' Gierig i*er nus der folge Ingti «d Freyr der rerbundne
name Ingvifregr (umgestellt fre* Ingriua s. 192) henfvr, oder ans
-ihm erst jeike genealogische fotge? in skMdsparmll bei 9n. 211«
'liefftt Yng^freyr v6bi> Odins, »nd nach der nuMhlung de^ ftWSlf
6dl^r ' dreizehn asen' flb.^lU Idfst sich nkht zweifeln, dafs Yngetfreyr
tttr'gK»ieh>He)''mit ^Ma" eirifMieu Fte^ galt.
s. 323» bei Neaoius & 17 aekmen SteTAOioa^ und Saamarie
(a. 39n 40) gerade die schleäteste lesa^i HiMQ auf«
a. 331. Vrotuldensiraei (a. 263) uod PharmMii fÖMQ aich l»e-
deutsam aa firau Holda uod Herodias, deren schweireii dorch die luft
eioen naroen der milchstrafse leicht erkürl, umsomehr aU auch Ww-
ton, der mit Holda nfichtlich jagt, io der welschen benenanDg caer
Gwydion erscheint, selbst, dafs Diana dieser Jagd» Juno der milch-
strafse angehören, atiromt, und gött^r odt^ geialer dehen auf dem
hioinilischen weg wie in der himmlischen Jagd. Iringe8$trS%a lehrt
wie frühe unsere vorfahren götter und beiden damit in Terbindung
brachten, über den Tollen ausammenbang dieser mjrtben müssen noch
aufschlüsse gegeben werden. Auch der JacobsweK oder pilgrimweg
war zugleich auf erden und am bimmel; bei Lacomblet nennen die
urk. 184. 185 (a. 1051) einen Jacobswech neben der via regia, and-
lang WatUn^ strset. Kemble 2, 250 (a. 944).
s. 338 für Hercules = Donar vielleicbt die s. 147 beigebrachte
ags. stelle zu erwägen. Herakles war söhn des Zeus and riesenfeind.
8. 339. war Ülixes nach Tac. Stifter Ton Aseiburg, so ist nichts
einfacher als bei ihm selbst an Imco, Escifi, Asko au denken (s. 324),
hätte Isco die Römer auf Ul-ixes gebracht, wie sicher wäre sc in
IscacTones. Mannus des Isco vater könnte auf XaerfM geführt haben,
insofern Xaöq und Xüoq mit einer Schöpfung des ersten mannes (der
origo gentis war) aus tiein und fela (a. 537» 538) Terknüpft worden,
Adto erwuchs gerade so aus dem bäum, di^rc und nfvi^Ji stehn aion-
Toll im mjthus zusammen, wie liut aus liotan mag laoq «ua siiwr
Wurzel mit kuoq, X7taq kommen. Die interpretatio romana gieog eher
analogien des begrifs nach, als des lauts, darum will ich auch bei
Casior und PoUux nicht an die brüder Hadu ^»d Phol (Baldr) denken.
s. 341. SigtiamiOdioB söhn (foroald. sog. 1,413.414); wer aber
ist Baus (gen. Boi) Othini ex Rinda filius bei Saxo gramm. 46? etwa
Biar, Btaf , BeaT = Biomlf (a. 34^)? Sato 1^22 aeniit ans auch
einen von Thörr gezeugten held: Haldanus Biarwrammus apod Sueo-
nes magni Thor filius ezistimatur. aufser ihm weifa ich keinen andern.
s. 344. inschrift bei Gruter LVIII, 5: Marti Segomoni sacmm
... in civitate Sequanorom« und H, 2» : düs deabua omnibua Veiu-
rius L. L. Securius (al. Segonutnus) pro se auis4)ue.
s. 345. unter den Gothenhelden ziehen (hnda und Cnioida bei
Jemandes cap. 22 an, vielleicht dem aga. Offa npd Cnebia der oier~
cischen stammreihe vergleichbar.
8. 355. die . mythische unterläge der fabel von Teil ergibt sich
aus einer oberrheinischen, der ältesten auCieichnnng der teUiscfaen
unmittelbar vorausgehenden sage des 15 jh. im malleus malef. pars 2
cap. 16 de sagittariia maleficis : fertur de ipso (Fun^kero), quod qui-
dam de optimalibus cum artis aue eiperientiam certam capore vo-
Inisset, eidem proprium plium patmuluM ad meUun jMifinl, et pro
aigno auper Atrrefttm pueri denarium^ sibique mandavii, ut denari^M
,sine Hrreio per sa^Utam amoperet, cum antem maleficus id se
facturum , sed cum difficultate aasereret libentius abstinere , ne per
diabolom seduceretur in sui interitnm; verJNS tamen principis la-
ductns sagittam unam collari suo eirca Collum immiait et alteraoi
baUstae snpponena denarium. a . Urrefo pueri sine ompii nocumento
'Bqfmtssii. . quo viso dum il|e malefi^um interrogasset , cor sagittaai
.coHari impoauisset? respoodit, tsi decept^s .per diabolom poenun
occidissem, cum me mori necesae foMOt« .8ttbiM> »«fM fogifta allmä
firACHTRÄGS IM 5
m> <rii»i|^Tiimn, ot tel tic mortem meam viodioaMev«' dittaericbiifs
moste. eiw« um 1420 gefalle«, die sage in der milte 4es 15 jk um*
gegangß« seip.
f. 3^7. mortuam (Taunasem regism) Golbi tu/er mumina poyuU
Mm colueraot* Joraaod. caf». (» mag dieaer Taunasis gothiach oder
getisch aein, maa siebt ans der atelle, dafa Jornandea gotbiache göt-
ter annabm.
a, 360» 2t* aficb P^am im Lrainiscben lied bat drti köpfe (tri
gUlT^).
8. 362. das neageborne kiod spricht, norske eventyr 1 , 139.
Juod hemafnet aus mutterleib geboren. Scbrötera finn. runeo a. 3.
. 8. 364. Lamp. Alex. 5368: atn hüt was ime be^aogea al ■ mU
MoSfli€« hurtten.
s. 365. in deo überlieferten genealogien wird den urabnen ho-
bea alter, wie acbon in der belügen scbrift, zugelegt. Stuerr hinn
SnmJi, der von Kiri und loknll entsprossne, soll 300 jabre erreicbt
aben» gleicb viele Bälfda gamU (fornald. sog. 2, 8). Das mbd.
gefUcbt Ton Dietrichs ahnen (1869-2506) gibt dem Dielmart und
Sigeker jedem 400 jabre lebenszeit, dem Wolfdieterich 503, dem
MngdieUrich 450, dem Dietmar 340 jähre, erst Dietrich von Bern
«rreicjit nur das menschliche aiel, Otnit, Sigebers söhn war jung er*
legen, ohne sweifel sind dies unerdichtete sagen, die weit hinauf
aich yerliereo, so entstellt und verschoben sie auch seien. Sigeher
(aiid. Siguharij ist deutlich der altn. Sigarr, nach dem die Siglingar
oder Sikltngar benannt sind, Sigebers tocbter heifst Sigeiini, Sigars
tocbter Signf, diese beiden SigeTint und Sign^ sind identisch. Hug^
di^teri4;h , der in frauenkleid um Hildebttrg wirbt , fällt zusammen mit
Hmgbardir («chwed. Habor, d8o. HafburJ, dem geradeso die Werbung
um ^t^^ (scfawed. Signil, diu. SignildJ gelingt, obgleich hier. die
geachichte tragisch endet und die namen abweichen: doch weisen
tiag und kag, die beide einer wunel sind, auf einander bin. ancb
^t^smtfine, die gemablin Wolfdietrichs, der im beldenbuch Hugdiet*-
ricbs söhn ist, erinnert an Signj^. Das ganze stück Ton Hugdielericb
im heldenbucb ist ungemein lieblich und sicher ur^lt.
a, 374« es wird ankommen darauf, ob auch die bss. imiMS».
woUc^n oder. TÜlendin haben ; wenigstens steht neben jenen im druek
790* 997 das masc. folant^ also verschieden davon.
a. 376.. liefse sich twm suf niosan (sternutar«) ziehen, dessen
l^art. ahd. nrnran^ mbd. nom lautete, wegen der weissagenden kraft
des niesens (s. I070J? doch scheint in diesem verbum die besondere
bedeutnng alter als die allgemeine , und schon die ahn. form hnioaa
wideratrebt,
s. 378. in engl. Wörterbüchern findet man wagward sufer« durch
parzen und furien erklärt, und wardtister» hätte kein bedenken, aber
wagward bedeutet wunderlicb, mürrisch und lautete sonst wagwardcn
(▼gt f« 1120 zeilc 33), worin werden an das dän.. vorren, vorn
(gramm. 2, 675) erinnert welche ags. form liegt wol zum grund ?
s. 383^ bei Olgers gehurt erscheinen seeh» weise frauen und
begaben, die letzte iieilst Mcrgae,
s. 387. dies märcben geht weit um, in Norwegen (eventjr no.
13) und in Schottland (Roh. Chambers p. 54. 55).
8. 388- im. ausländ 1839 no. 278 eine schöne littbauiscfae sase:
die ddwßi wfiUÜ^ei waren sieben götlinnen, die erste spann das
lel^fBA^der.nienacben ims ein^m rocken, den ihr der böobsjle gott |[e-
geben IhaCM, di« tweito MUeKeile« Mtfb, die dritte wob. 4ie tiefte
eviihlle mSroben , «m die -arbeiteiiden tmn «lierbreiiheo Mi locken,
deon liefsen sie Tom werk, so Terdarb das gewebe, die f&iifle ef»
mabttte ne fum lleift, und bereitete dem leben llfvge, die sechste
ftcbnitt den faden ab, die eiebeift« wuseh das gewand utid gab es
dem oberafen golt, es wurde dem menäcben cnm tedtenbetnd, unter
den sieben spinnen und weben nur drei.
8. 388« Bchnitieln in der eechsleii aeile des klndtrreinis wo!
drehen? die siebente lautet anderemal: die dritte schneidt den fadea.
s. 395* auch vrd Bahehilt^ die DietWch am brnnnen scMafend
(wie Sigurd Brynhild) antrilt , ton der er sieb- beüende salbe geben
und sein geschick weissagen lifst (Ecke (51 — 160) mufs den norneo
oder Talkyrien beigezählt werden
s. 3^ manche erzihlungen- Ten tehwanf^auen leben noch unter
dem nord. Yotk. Ein jnngling sah drei tthntäne irich am Strand nie^
derlassen, ihr weifses TOgelhemd ins gra^ legen und sich in schöBe
Jungfrauen wandeln^ dann im wasser baden, das hemd wieder neh^
men und in scbwangeslalt fortfliegen, er lauerte ihnen ein andermal
auf und entwandte dffr jüngsten das hemd, da fiel sie mr ihm auf
die knie und flehte darum; er aber Yöhrte sie mit sich beim und
heiratete sie. als sieben jähre yerstrichen waren, tetgte er ihr das
bisher yerborgen gehahne hemd i kaum hatte sie es in der band , so
eiUflog sie ah $chwan dttrch das ofne fenster, und der trauernde
gatCe starb kurz hernach. Afeelios 2, 143-145. umgekehrt Terlafst
der schwanheld seine gattin, sobald die untersagte frage geschieht.
Einbaoer hatte einen aeker, auf welchem ihm altes, was er ans^
stellte, jedes jähr in der lohannisnacht niedergetreten wurde, er Kefs
awei jabre hintereinander seine beiden ältesten söhne auf dem acker
wachen, sie hörten - naittarnachts ein btavsen in der Inft und fiden
daton in tiefen schlaf, als das nächste jähr der drifte söhn wachte,
sah er drei /tin^/Wvuen * geflogen kdmmem, die ihre flöget von sieh
legten and nun den acker auf und ab tanzten, er sprang nuf, holte
dici 4lngel und begte sie tmter den stein, auf dem er safis. nachdem
sich die Jungfrauen mnde getanzt hatten, kamen sie "^eu* ihm trnd batea
um ihre flügel, er erkiSrte, wenn eine Ideiben und sich ihm yer-
iniUen wollet sollten die beiden' andern die #ag^ zurück erhatlea.
▼on hier an nimmt das mirchen andere wendung, dii$ in den mjthns
▼on den schwanfranen weniger eingreift, nloch ist bemeHcensWertb,
dafs eine der jungfranetf dem geliebten ' mit einem cMbtchtr in der
band einen trunk wasser reicht , gerade wie sonst die eibinnen und
wimscbweiber erscheinen (s. 39t. 302). Molbeeh no* 49.
s. 401. die sieben jähre stimmen zu denen der eben angefShr-
ten sobwed. sage. '
8. 404. im Wolfdietrich (dresdn. hs. :i90 — 29T) g«htt %w&f
j^dfManeM unf einen htrgy bnlen 4efn beiden zu si6h und pflegen sein,
die schönste will ihn zu manne n. s. w. diese wesen sind mehr weise
frauen als elbinnen.
s. 410« «eo viM. cod. exnn. 418,8. 419, 3. 5: 420, 4, 10. über
das wiehiehpiel noch eine stelle in Üanpls zeittrchr. % €0: *ap9f mit
dem -twAARKit ^f dem tisdi umb guoienwln.*
s. 411. sich «i/W. Qelbl. 2, 42«.
s. 4(3. alln. aeheint tarpr, ags. Mrp, Aisena, yon zwergen
gebraucht. Haupfs aeilMbr. 3, 15^ yerwlrndt ' i«t dchi" IVatiettnarite
Irpa <B, 87) ; ob Ad. ftmiUn Twn eiiMrai zw«rg gelte iHd fGraff 3,
i^i apmwint) Qi^er kloh too ein9in kind« wie diu lat pasu«, pusip,
«lebt dahiu.
8. 421. irisch beifst das echo weniger ^höo, aber ähDlich mii«
aüa ffchweio des felsejis.
a. 421. fion. peuhalo däumliog (Kalew. 13, 67); tute« fUnif
pikku miea, kleiner mann von drei fiogern (13, 63. 68l 24, 144).
s, 423. Etbemiein^ name einea adlichen g^phleehU. Elwen"
«letn weisth. t, 4. in den Niederlanden nennt das Yolk dii: hügel,
welche graburnen entbalten, alfenbergen (belg. oius. 5, 64^; scbätze
stecken in den gräbern wie bei den elben , und gleich .diesen sind
die todten unterirdische.
s, 423. deii namen aru>9gger$^ womit KM. 2, 163. 164 die erd*
nlnnchen heraus gernfen werden, verstehe ich noch nicht, kaum
klingt das altn. Arvakr an (s. 621).
8. 424. vgl, nachtrag zu s. 868.
a. 430. in Smäland geht die sage von der Stammutter eines nam-
haften geschlechts, die elbjungfrau war, durch «tn asdoch der wand
mU den sonnenttralen in ein haus kam und von dem söhn geheiratet
warde. sie- gebar ihm vier kinder und verschwand an einem heite-
ren la^ auf die selbe weise, wie sie gekommen war. Afzelius 2, 145.
a. 435. mitÖdmans erzählung ist Afzelius 2, 157 zu Tertleichen.
a. 438. die sage vom wechselbalg ai^f frau Gaudens hündlein
abgewandt (s. 8|79).
s. 438. pfad getreten von kleinen füfsen. Ortnit s. 17.
. a. 443. pUmasM^hnid. Josu Rank Böhmerwald s. 274.
s. 447. serdi. Reinh. 597 (des alten fragments).
a, 451. AfzeUus 2, 145. 147 nennt schwed. löfjerskor, -laub oder
wal^jungfrauep , die er mit Lmifey (s. 225) vergleicht, von denen
das Volk aber wenig zu erzählen weifs.
8. 45 K QUch wAren ime diu ör^fi als eime fpdUi6ren vermieeeL
Iw. 440.
a. 453. die sage von dem entweichenden hausgeist, sobald ihm
lohn geboten wird, ist überall verbreitet. .Jos, Rank s. 277 hübsch
von einem waschweiberl , dem die hausleute schuhe machen lassei^
wollten» aber es reichte sein füfschen zum mafse nicht dar; man
atreule mehl auf den fufshoden und nahm das mafs nach des ^eib**
chens tritten. als die schuhe fertig und ihm auf die bank gestellt
waren, hub es an zu schluchzen, streifte die bemdermelchen wieder
vor, entscbürzle das kleidchen, stürzte laut klagend davon und wurde
nie wieder gesehn. > nemlich zur zeit, da das weiberl ins haus ge-
kommen war, hatte es die hemdermel zurückgestreift und das kleid
geschjürzt, damit ea alle , dienstarbeit desto leichter thun könne. Ähn-
liche geschichten erzählt Chambers s. 33 vom brownie.
s. 455. skogsnerte. Faje s. 42.
a. 464. 465. rl erklären einige aus ra angulus oder einer kur-
zung von radande.
s. 468. altn. skürgod lares ;oben zu 102, 7).
a, 468. coboldus (vor 1250). zeiUohr. des hess. Vereins 3, 64.
s. 479. der schwed. iomle i glirden sieht aus wie ein jähriges
kind, hat aber ein altes verständiges gesicht, unter rother mutze, er
zeigt sich mittags (s. 918- 1114) im sommer und herbst, tangsam und
keuchend schleppt er einen atrohhalm oder eine ährq. als der bauer
lachte und fragte: was hilft es mich, ob du mir das oder nichts
trägst? entwich er verdrossen aus dem hof und gieng zum n^chb^rn.
Grimms mytkoL 8» ausgäbe, 11
1216 NACHTRÄGE
darauf wich aller aegen tod dem, der ihn refachtet hatte, ond wandte
sich zam andern. Der bauer, welcher den fleifsigen tomte ehrte
nnd auf den kleinsten halm achtete, wurde reich, und reinlichkeit
und Ordnung herschte in seinem haushält Manche Christen glauben
noch an solche hausgeister ond stellen ihnen jihrlich ein opfer an,
oder wie sie es nennen , geben ihnen lohn, es geschieht auf jnl-
morgen und besteht in grauem tuch , tarbak und einer schaufei erde.
Afielius 2, 169.
8. 487. im zerstörten Weifsenstein bei Werda unweit Marburg
hauste nach der rolkssage ein riese namens Efstt (ezzal?), und die
wiese an der stelle, wo der riese beim Untergang der bürg die^oMfie
ihür derselben in die Lahn rersenkte , heifst noch jetzt der Efsdnterd.
s. 492. Mbne in anz. 8, 133 nimmt torise für friscy - und macht
daraus Friese und Perser.
s. 493. Renn. 1365 der gebäre ein getraue (:alie). zu troll?
s. 494. trold mit zwölf häuptern. norske erent. no. 3; mit 5,
10, 15 häuptern. das. no. 24.
B. 497. Hröngnir will Freyja oder Sif. Sn. 107.
8. 500. ttakies tSre, waldes n/fe Wolfd. 467. 99 1 . Torhin zus. 451.
s. 504. als gott der herr ob der erde schwebte und steine site,
rissen ihm über Sfontenegro die sacke und der ganze rorrath fiel
nieder. Vuks Montenegro 5.
8. 519. die finn. sage besser in Kalewala rune 19.
s. 521. die Lappländer melden tou einem riesen Stah^ der
einäugig war und in eisernem gewand umher gieng. man färehtele
ihn als menschen fresser und gab ihm den beinamen jitjatja.
s. 525. ahd. biginnan und in^nnan Tom spalten und schälen
des getraides. hauptstelle O. III. 7, 27 Tom gerstenkom : thoh findo
ih melo thür inne, inthiu ih en bi^nne (es spalte, öfne). seltsam,
dafs Festus bei inchoare auf chaos gerSth, wie beginnen zu gfnan
führt, cohus , woTon andere incohare =:; inchoare leiten , ist nichts
anders als chaos. Festus s. r. cohum.
8. 526. nach' der zendischen lehre äut des itrsHers Kajomer
hufte der erste medsch.
8. 526. die erde dachte sich wenigstens Snorrr rund, er sagt s.
9: 'hon er krtoglött utan, ok bar utan um liggr hinn diupi siär*; so
auch im Lucidarius: *dise weit ist sinwel und umbeflozzen mit dem
wendelmer, darin swebt die erde als daz tutter^ in dem wizen des eües
ist*, vgl. Berthold s. 287 und Wackern. Basler hss. s. 20. Diese
Schöpfung des himmcls und der erde aus den iheUen des eies wird
Ralewala rune 1 dichterisch geschildert
8. 533. hier ist nun auch die fünfte aufzeichnung aus einer Pa-
riser hs. des 15 jh. wie sie Paulin Paris mss. franpais de la bibL du
roi 4, 207 zieht: Adam fu form^ ou charap damaeien, et fn fait si
comme nous trouTons de htnt parties de choses, du Umön de la
terre, de la mer, du soleilf des nues, du venty des pierres , du saini
esprit et de la elarte du monde, de la terre fu la ehar^ de la nier
fu le Sana , du soleil fureot les yevlx , des nues furent les penteest
du yent mrent les attaines, des pierres furent les os, du aaint esprit
fu la ote, la clartö du monde signi6e Ctist et sa creance, saichex
que se il y a en Tomme plus de limon de la terre, il sera paresceui
en toutes maoi^res, et se il y a plus de la mer, il sera sage, et se
il y a plus de soleil, il sera beau, et se il y a plus de nues, il sera
pensis, et se il y a plus du TenC , il Sera ireux, et se il y a pltis da
picrre, i\ seri rfar, «rar et lanro», el se il y a ploa- de saint espril,
il aeri fradeox, et se il y a plaa 4e la elartö dti monde, U sera
beaux et amez. Diese- aeht stocke weichen wieder Ton den übrigen
angaben ab.^ doch tlimmeD erde, meer, wölke, wind, stein, sonne;
der heil, geiat und die weltklarheit treten eigenthämlich in. adem,
haar, (hrinen, augenbuntheit mangeln, das champ damaden ist der
«ger plasmetionis Adae, qui dicitor ager damascenus, Tgl. Fei. Fabri
eragator. 2, 341.
' 8. 533. Bunie äugen sind octUi txim, proT. wnn «boeihs (Rayn.
8. T. Tar), altfranz. yairs iex (Roquef. s. ▼.). man sagt ahd. bluom^
fSh (blumenbunt) Graff 3, 426, ge^^het oAh tien bluomon.
8. 535. anch die riesen bilden einen menschen aas Mm (leir).
Sn. 109. Ilmarinen der finnische gott schmiedet sich eine gattin aus
gM, ruBo 20.
8. 537. der gemein und gelehrtjndischen spräche bezeichnet
A§chkenas Deutschland und den Deutschen, der name steht Gen. 10,
3 u. Jer. 51, 27; wie früh dessen unrichtige anwendung aufkam,
weifa auch J. D. Michaelis spicil. geogr. Hehr. 1, 59 nicht; es mufs
«her sobon geschehn sein im 15 jh. wo nicht früher, und die rabbi-
ner mögen doch dabei röeksicht genommen haben auf eine ihnen zu
ohr gekommne ableituog der Deutschen Ton einem slammherrq Ä»^
(uMiiu^ oder dem trojanischen.
S. 538. dklu ritf /••< ravrft ntgl Sgvv ^ ntgi nivfftfv; Hes. theog.35.
s. 546. hiermit zu Tergleichen die sage von DoÜe (s. 935).
s. 553. das härten und ergänzen der Schwerte im loasser war
sicher auch deutscher glaube. Vilkinasaga cap. 40 p. 100 meldet, als
zwerg Alberich den Nagelring geschmiedet hatte, suchte er in nenn
königreichen , eh er das wasser fand, worin das schwerl gehärtet
werden könne; endlich gelangte er zum wasser Treya, und da ward
es gehärtet hierzu stimmt Eckenlied str. 81 , nur ist es noch ge-
nauer: *daonoch was ez niht TollebrAbt, d6 fuortenz zwei wildiu ge-
twerc wol durch niun künecriche, biz daz si kernen zuo der Dräi,
diu da ze TVet^e rinnet , daz swert daz was s6 liehtgemAl: si har-
ten* in der DrdUy des wart ez also fin^* Wer aber zweifelt noch an
wirklichen deutschen liedern, die der Vilk. saga unter liegen?
s. 557. wenn der Lutterhorn unweit Herberhausen (Helperhu*
senj bei Göttingeo lauft, so gibt es theure Zeiten; baut aber in die
helperhüsche müle die spinne , und ins rad die schwalbe, so sind
gute Zeiten.
8. 559. 0 fons Bandusiae, non sine floribus cras donaberis haedo,
Horat. carm. 3, 13.
s. 566. der ßufs, ein gott, heifst Sva^. Od. 5, 445. 450.
s. 567. zwölf oder achtzehn ströme der unterweit, namentlich
▼erzeichoet Saem. 43^ Sn. 4. ich hebe Leiptr herror, bei deren
klarem wasser (wie bei Styz und Acheroo) geschworen wurde. Siem.
165« *at eno liosa Leiptrar ratni.'
s. 567. die edda nennt neun teeUen und zählt ihre namen auf
(Sn. 124, Tgl. die räthsel der Her^ararsaga s. 478. 479). mich ge-
mahnt das an die nona unda im Wallharius 1343 und an den fluclus
decumanus.
8. 573. in der practica des Berthol. Carrichter, leibarzles Maxi-
milian des II wird (wie ich entnehme aus Woifg. Hildebrand Ton
der Zauberei, Lp. 1631 p. 226) ein zauberbad beschrieben, das nicht
an gemeinem (atahlgesehlagnem) feaer gekocht werden d«rf ; «es heifsfl:
77 •
1220 XkCKnAfX
XU eiDen apfelbaun, ila dtr ^onmer tinj/ttMagen JuU, aas det-
MQ holt U£i dir €tae aäg« naoben, mit dieser sigeo soUa auf einer
Msffi sehweüef dfträber viel yolks geht, «• kmge sägem, bis es sieb
aDtnodet dann osach holz aus birkenschwfimmen und zund es bei
diesem feaer an , mil dem du das bad zurichtest , und Lafs es bei
leibe nicht ausgehn.
s. 577. die Araber haben zun feuer reiben zwei hölzer Mareh
und Aphar, jenes ist mSnnlicb , dieses weiblich. Chinesen sagen,
kaiser Sui habe zuerst holz mit holz gerieben, die unbequeme rei-
bttog wir4 als heilise beibehalten, lader und Perser drehen ein röhr
in dürrem holze. Kannes urk. 464. 455*
s. 590. die ital. sohiffer entiönden auf den schiffen im meer
Johannisfeuer. Fei. Fabri evagat. 1, 170.
s. 594. serb. bndnjak, ein scheit frisches eicbenholzea , das zu
Weihnachten entzündet und mit wein begossen wird., der an solchem
feuer gebaekne und ausgetheilte knchen (Vuks Montenegro 105) ge-
mahnt an den galischen brauch (s. 579).
' s. 598. wie im alten Norden blAs kdri! wird rom achwed. schif-
ferfolk gerufen : blls Iu0sa I statt des gottea eine göttin» Afzelius 1, 30.
s. 598. in .den Niederlanden der Wirbelwind barende frau, Wolf
HO. 518. 519. 520.
s. 600. auch nach indischem gtaubeo kommt Sturmwind tob
Garudas fliügeln. Somadera 2, 102. des Augs bewegung regt den wind.
s. 600. Dietmar Ton Merseburg 3, 6 (Pertz 5; 761) drückt sich
so aus : post baec autem imperator ordinavit ezpedillooem suam ad-
▼ersus Lotharium regem Rarelingorum , qui in Aquisgraoi palatium
et sedem regiam nostrum semper .respicientem dominium valido exer-
cilu praesumpsit io^vadere sibique versa aquüa designare. haec stat
in Orientali parte domus, morisque fuit omntum huoc locum possi-
dentium ad sua eam vertere regna, diese angäbe scheint ungenauer
als bei Richerus, denn nicht in das eigne reich, sonderb das fremde,
abhfingige richtete man des adlers haupt.
s. 608. an einigen orten hat man ahe grSber entdeckt, in wel-
chen die leichen weder der Unge nach noch sitzend, sondern mit
bänden, haupt und beinen zusammengedrückt, fast in riereckigen be-
hSltern lagen, herr Friedr. Troyon aus der französ. Schweiz, welcher
yiele gräber der yorzeit sorgsam untersucht und beobachtet bat, theille
mir seine ansieht mit, dafs diese auffallende bebandlung der todlen
leiber yielleicht den menschen wieder in dieselbe läge versetzen solle,
die er yor der geburt im schofs der mutter eingenommen habe, so
wäre die rückkehr in die mütterliche erde zugleich anzeichen der
künftigen neuen geburt und auferstehung des embrjons.
S. 612. ol ki&-OL KHtQu^onai, Luc. 19, 40.
s. 6 17. eine scbolie zu Adams ?on Bremen bist. eccl. (Lindeobr.
p. 61) ist der anfübrung werth : prope illud templum (upsaliense) est
arbar mastima^ lata r^mos eitendens, aestate et nieme semper yirens:
cujus illa generis ait, nemo seit, ibi etiam est fons , ubi sacrificia
Paganorum solent exerceri et homo yiyus immergi, qui dum immer*
gitur, ratum erit votum populi. sinken im wasser war gutes zeicheo,
wie beim gottesurtheil (RA. 924 ygl. s. 1028 yon den hexen).
8. 618. hier hätte aber auch der Unde sollen gedacht werdep,
unter der im heldenbuch gern, die zwerge ihr wesen haben und die
thelden in Battberaohkf fallen» ihr^r hlute aiilaer duft betäubt»
NAGHTR&GB 1231:
k. 620. Mob M«H. Hatticönii Friria, Franekirae 1620 p.7 foU
Frito das zeichen der Heben ueblätter einigeföhrl haiien ; intigne Fri*^
aonis, ut Cappidas refert, icpfem fbcroni rubra Mfmpheae herbae
folia, io tribas argenteis cootftitulae trabibos per »eulum caendemn
obtiqu« ditctis. Cappidaa war angeblich ein geistlicher zo Stayorn
im anfang des 10 jn., ni aber sonst röllig uobeksaiH. Aadere be«*
ziehen die eintbeilung Frieslands in sieben seelande auf die sieben
biitter des wapens ; maa weifs nidrt genau , wann • diese siebenlhei-
iuBg des landes zuerst cntaprang,
s. 621. runen *A Skipnis tönnom* Sasm. 196", wie auf des bä^
reo latze und des wolfs klauen, altes rfitbsel in Herrararsäga von
Odinn und Sleipnir: wer sind die zwei zusammeD zu ding gehenden?
sie haben drei äugen, zehn füfse und einen schweif, fias ist gana
die ausdruckaweise unsera alterthums, wenn es z. b. in den weisthü-*
mern heifst, die amtleute sollen siebenthalb mund zu gericht kom*
■len, so bedeutet das drei niänner zu pferde mit einem hund.
8. 622. uote*), Tgl. fomm. sog. 10» 312.
s. 630. sanskr. heifst das pferd Srtbhräiriy bruder der Sri (Lakschmi),
weil es gleich ihr \und Afrodite) aus den meeres wellen kaiti. Pott
2, 407. um so nachhaltiger ist die gleichstellung des rosses und schifies.
s. 633. bei heüigbäi^ der eigenname Htdechetn (trad. corb. Wig»
$. 268) und ahn. HaUbülm zu erwägen.
s. 637u man vgl. den sperUng des nord. königs Dag. (Yngl« saga).
s. 639. der grunspecht heifst auch giefyjogelt östr. gi/evogel
fStelzhamers lieder s. 19. 177), goijsvogel (Höfer 1, 306), niederd.
güiwgelf gieiMgelf engl, rainbirdy rainfowlt weil sein geufs! giefs!
giet! lautender ruf regengufs yerkünden soll, von ihm ist eine merk-
würdige sage Terbreitet. Als golt der herr, bei erachaffbbg der weit,
durch die thiere einen grofsen brunnen (teich) graben liefs, enthielt
aich dieser vogel aller arbeit, aus furcht sein schönes gefieder (seine
gelbeq füfse) zu besudeln, da bestimmte golt, er solle nun auch bis
in ewigkeit aus keinem bmnnen (teiche) aaufen: deshalb sieht man
ihn immer nur aus holen steinen oder Wagenspuren, ia denen sich
regenwasaer gesammelt hat, mühsam picken, wenn aber lange kein
regen fiel und trockne zeit iat, dürstet ihn heftig Und ununterbrochen
hört man ihn sein ängstliches gieti schreien» und der liebe gott er«*
barmt sich und giefst regen. (Reuach in den preufs. proTinz. hl. 26,
536 aus dem Samland). FSblmann theilt in den Dorpater verhandi. 1^
42 einen estbnischeo mjthus mit: gott liefs den Embacb graben (oben
8. 566) und stellte alle thiere ans werk ; der pfingstwgel aber flog
anthätig von ast zu ast und pfif sein lied« da fragte ihn dar herr:
hast du sonst nichts zu thun, als dich zu zieren? *die arbeit', ant-
wortete der vogel, 4st schmuUig, ich kann meinen goldgelben rock,
meine aüberoen hosen nicht preisgeben.' *du kleidernarr', rief der
herrf *von nun an eollst du scnwarze hosen tragen und deinen dural
nie aus dem baeh löschen, soudern die tropfen von den blättern
trinken und sollst dein lied nur anstimmen, wenn alle andern ge-
schöpfe vor dem nahenden gewitter sich verkriechen. Offenbar ist
der norweg. Gerirudtvügel ^ der durstig den regen anpfeift, identisch,
und andere erzShIungen werden den giefsvogel aus der Verwandlung
eines eiteln , trägen menschen deuten.- Zuweilen wird unter gteja^
vögelt giefeer, tDoasertoatl ^ pfimgstoogel , regenpfeifer nicht der apecht
verslanden, sondern eiAe schnepfe (Höfer 1« 305. 341), deren ruf
wieidcrum. auf geiritter ddutet (s. 166)* oder der brachvogel (nuroenius
1223 HI^GHtFfiiGK
arquatus), firans. phmier (^ laviarits) , bdliai. JMka, polo. kuHg, kuWtj
Diederd. regemooln^ wateneoh (brem. wb, 5, 286).
S. 641. auch neugriechisch: no{fno ^«i/, novudnt /»Wy »« dgfVQo^
8. 643. eben weil des knkafcs ruf um Johaonis TerstoBimt,
nimmt der rolksglaube an, dafs er sich nach dieser zeit im einen
habieki wandle.
8. 645. Tid 68TMina apa, Smm. 25b; Attninnr apa, Sssm. 55*.
8. 646. Wiedehopf, des kukuks laquai, weil er mit ihm komnnt
und geht (im fruhjahr und herbst). Döbel I. 1, 68.
8. 648« den schwedischen Lappen bezeichnet iaiine nicht blofs
Specht, sondern auch abergläubische Weissagung, tajetet ist Terstehea.
erw&ge ich das, so seheint unser speki einem verlornen stamme spi-
han, späh, sp4hnn angehörig, wovon spehön explorare und spAhi
sapiens, prudens.
s. 650. diese schlänge heilst in der Schweiz sioHemourm (Wjfs
reise ins Berner oberland s. 422), im Salzhurgischen birgshUte (Schm.
I, 196).
8. 653. l^ngormr wird « Völs. saga c. 17 Ton dreki unterschieden,
jenes ist ein kleiner, dieses ein grofser wurm, gleichviel mit Ijngti
mag also das ahd. heimo, alts. hima, ags. hämo sein, wovon ich s.
360 redete; Vilk. saga c. 17 s. 31 heifst heima ausdrucklich allra
orma tkemetr (omnium yermium minimus), da er aber giftig ist, darf
er nicht die unschuldige cicade (ahd. muhheimo) bezeichnen.
8. 655. Helbling yon ungestalter kleidung redend wirft 1, 177
die frage auf, wo räcke und bauch eines in solcher ehen^erpeunt ste-
ckenden bleibe? den weiten mantel nennt er käfergarten, in dessen
falten sich kfifer fangen, dies hecerpiunt stimmt zum aga. ceafortün,
8. 657. tnaikäfer klingt (wie maiblume) zu allgemein, und nicht
volksmäfsig. auch kein lat. name ist überliefert. /i^Xolov&t^ bezeich-
net den maikäfer oder goldkSfer, die knaben banden sie zum spiel
an faden (Aristoph. vt<p, 763), wie bei uns. das ital. scarafaggio ist
aus scarafone (scarabaeus) gebildet, das franz. hanneion diminntir
des Teraheten Hanne pferd, welches vielleicht dem Schröter (wette-
rauisch peitganl), franz. cerf volant, d£n. eeghiort, schwed. ekl^ort
d. i. eichhirsch gebührte, das meklenb. eksäwer =r eicbkäfer, wird
wie das einfache sever, säoer, tebber (Schätze holst, id. 4, 91) auf
den maikäfer bezogen, in andern niedersäcbs. gegenden hört man
maisävei, nuUMel. eäver, »äver (brem. wb. 4, 592. 5, 310 mag nichts
als käfer sein, mit Übergang des k in z, s; Cbytraeua nomencl.
saxon. hat seoer und ^c{«eeer = goldkäfer; oder läfst sich dasbochd.
wiefer (gegen die s. 36 Yorgetragne ableitung) rergleichen ? auf dem
Westerwald ist pöwiti , käwUi maikäfer , in Ravensberg potSmmd
mistkäfer; hier klingt fast das ehstn. poua käfer, maikäfer an. Wie
die namen des hirschkäfers , maikäfers, mistkäfers, goldkäfers schei-
nen auch die spuren eines alten käfercultus bald in dem einen baki
dem andern zusammenzufltefsen. Im pentam. 3, 5 vrird ein hilfrei-
cher eearafone (scarabaeus) aufgeführt.
8. 658. böhm. krawka, krawicka, sommerkälblein.
8. 659. honig speise der götter, ^dtui fVwd^. hjn|n. in Merc.
560. Yon Odhrceris dreekr s. 858.
8. 659« in der altschwed. chrtmik heifst Fiölnir entstellt Siebn.
bei Saxo fällt könig- Honding in süfsen meth.
8. 660. bieneh weben einen tempel aus wachs und federn.
NAQBTI^GB 12231
9c]iwen](9 gr. niyüi. a» 129* nach iiB«erm kindernf» no, 107 s. 130.
131 ein scblofs aas wachs und honig.
s. 663. wie den ruhenden gestirneo sHiU und Hsche wurden den
wandelnden, gleich allen göttern (s. 304} rosäe und tpa^en beigelegt,
der tDogen gehört wirklich zu tteg, carpentuip zu carpere (yiam);
der kimmeUwaifen ist auch der des höchsten gottc^s. Q. 1. 5. 5 yom
Terkändenden engel: floug er sunnün päd, sterröno $iräui, wega
woüumo, auch den Indern ist wolhenpfad s=: himmel* Somadeva
1. 17. 2, 157.
s. 664. sonnenrad Tit 2983, Tgl. s. 578. merkwürdig, dafs man
zu weibnachten in einigen scbleswigschen gegenden ein rad ins dorf
rollte, das hiefs: at triUe juul i by. Outzen s. t. jöl s. 145.
8. 665. Ot. met. 13, 85 t legt dem cjclops die worte in den
mund: unum est in media lumen mihi fronte, sed instar ingentis
dipei quid? non haec omnia magno sei Tidet e coelo? soIi tarnen
iffttcia orbis, gleich dem riesen hat der gott (Wuotan, der himmel) nur
ein äuge, das ein rad und ein schild ist. ags. bedcen gpdes Beov.
1135, die sonne, das grofse himmelszeichen. den Serben beifst die
tiefste stelle im see oko (äuge). Vuks Montenegro 62.
s. 674. eine wichtige und entscheidende stelle bietet das Mal«
hauser Statut (noch aus dem 13 jh.) bei Grasshof s. 252 dar: ein
fremder, wenn er sich in der Stadt niederlassen will, mag sich Ter^
suchen *ein nwoe unde ein wedil, daz siot Tier wochin*, ef darf ei-
nen ganzen monat bleiben, bis die beiden erscheinungen des monds^
das neue und ToUe licht staltgefunden haben.
s. 675. /hip Ton fhipati, kneipen, abbrechen.
a. 676. vgl. den schott aberglauben Tom neumond bei Cham-
bers 35b 36«.
8. 679. ein sanskr. name des monds druckt aus lepore praedi^
ius* ßopps gloss. 173**.
8. 682. aus dem holzdieb und brudermörder werden die monds-
flecken,' aus dem spreudieb (s. 331) die streifen der milchstrafse ge-
deutet
s. 687. es ist ein aberglaube , dafs mitternachts zwölf uhr der
kimmehwagen mit groftem geräusche sich umdrehe, also wieder ein
rauschen (s. 707).
s. 688. im finnischen epos ragen päiioä (sonne), Asfu. (mond)
und otawa (wagen,, glaublicher Siebengestirn) heryor, werden per-
sönlich, göttlich gedacht, und oft nebeneinander genannt.
s. 689. böhm. paletkj u wozu (däumlinge am wagen). Jungm.
3, 14.
8. 689. dän. Marriieeny Marrirokt Orions gürtel.
8. 689. den Römern hiefs Orion Jugula , es ist dunkel warum,
Varro und Festus.
8. 691. . das gestim der ghtckhenne scheint mir in unser alter-
thum Terwachsen. die kindermärchen haben den besondem zug,
dafs nässe oder eier geschenkt werden, aus welchen goldkleid, sil-
berkleid und glucke mit sieben (oder zwölf) kücklein herTorgehn,
wodurch sonne, mond und Siebengestirn dargestellt werden. KM. no.
88* (2, 13]. auch in der elnleitung zum pentamerone kommt aus der
wundernufs eine voecola co dudece polecine, das ungr. marcben bei
Gaal s. 381 hat goldne kenne mit sechs küchlein, was Siebengestirn
meint, die Jungfrau, ihren Terlornen geliebten suchend, muTs sich
d^r^h die kostbar^eiten d|er drei nässe eingang bei ihm verschaffen;
1^' NAOtti'bKifir
eft wafen drei geirioder, Woraof ioütie, rnonJ utd HieUen^stirüe ^*
wirkt standen (rgl. Wigal. 812), gäben der Sottn6, de» Monds uAd
Siebengestifos, die der wabdernden unterwegs zu tbeil wurden, aus
dem dritten kleid machte Überlieferung zuletzt die gluckbenne selbst.
Schatzgrfiber graben nach der kostbaren glucke mit den kuchlein
(8. 932). benne mit 12 hünkeln war auch irdische bufse (weisth.
1, 465. 499). ich weifs nicht, ob die nnfs an Jduns huol zu denken
erlaubt; was aber sonne, mond und glucke bei uns, sind bei den
Finnen noch riel deutlicher piiwi , kuu , otawa.
s. 695. bei H. Sachs 11. 276^ wird einer vom regenbögen herab
gestoften. auf dem regenbogen läfst das finnische lied eine Jungfrau
sitzen und goldes gewand weben, rune 3.
s. 699. 'sam mir diu heUic nahi hintr Seifr. Helbl. 2, 1384.8, 606.
' s. 700. denne sunna kitat, cum sol occumberet. Diut. 1, 492*.
s. 701. gegeosatz: *861 er I auttri' Vilk. saga s. 58.59, sonne geht auf.
s. 702. Kooitar sagt mir, zaschao pa oe izischao ! sei mehr im-
precatorisch .* dals du hineingehest (Welleicht, dich rerirrest) und nicht
herauskommest! mögest du dich setzen und nicht aufstehn !
s. 704. occasus interitus rel solis in oeeanum mersio. Festus.
untergehn im see ist zugleich pfandsetten des göttlichen auges im
brunnen. hier auch noch 6ine zierliche forme! Wolframs, Parz. 32,
24: *d6 bete diu müede sunne ir liebten blic binz ir gelesen.*
8. 706. *ein nacht doch nicht gefunden ist ttn einen «Idto^en,
)iOBr ich sagen.' Suchenw. 22, 30.
s. 706. Hh6 iz zi dage wani/ 0. 111. 8, 21.
s. 707. lo mati «im en lalba, Ferabras 182.
8. 708. üf brach könnte man auch Ton brehen leiten? doch sa-
gen wir heute anbrechen, anbruch.
8. 709. ein altfranz. fratienname ist BrunmaUn^ Ren. 15666.
15712. 16441 = morsendämmerung.
8. 712, 6. es muis heifsen djnja hana fiaürar^ rauschen der
hthne federn.
8. 712. schön Göthe: der abend wiegte schon die erde, und an
den bergen hieng die nacht
s. 713. sanskr. für abend radtchaifAmukhA , mond der nacht,
radschani nacht, gemahnt an der Hella mund.
8. 714. bei Homer vt*( o^^vaitf^ die finstere.
s. 714. Afzelius 1, 4. 13 redet unbefugt von modemaUy die in
keinem nord. denkmal begründet ist und blofs aus Beda entlehnt wird.
s. 717. das griecb. jähr hat nur drei theHe «m^, ^fi^q, x*»/iuv
und da fehlt der herbst, unsre beiden grofsen jahresfeste sommer
und Wintersonnenwende schieden iu>ei theite, diö erntefeier am sehlufs
sept. oder das einholen des sommers kann den dritten oder Tierteo
tbeil begründen. Ton der zweitheilung zeugen auch die ags. aus-
drücke nUdsumcr und tHidtimer, altn. midiumar, nudveir, welche jenen
gipfel der 8onnenwendo ausdrückten, und denen kein inidhearfeit
zur Seite stand; ein ags. nUdlencten (engl. nUdlent) begegnet, und
gleicht etwa unserm mitfasien. Wie Terbielt sich zu midsumor und
midyinter das miU$ere? auch der tag (Ton 24 stunden) zerfiel in zwei
bfilften, ags. dSgor, altn. dagr genannt, jede Ton ]!2 stunden, und
dögor terbdlt sich zu dag, wie missere zu gear. den ahd. denkml-
lern mangelt neben tac ein tuogar, aber ein goth. dSgr neben dags
schliefse ich aus fidurdögs und abtäudögs bei Ulf.
8. 721. der bluenden heide voget ist mit gewalt Af uns getoget,
J
NACRTRXe« 1225
boBrt wier mit wiftd« broget Af wah nnd in gerilde. Ma. 1, 198^;
uai #a§ terirt der wunne Mrt von des argtin TfiiftA»*« ntt Ms. t, 192*5
der' Wttiler und äine knehie, dat ist der rife nnd der wiiit. Hartm.'
erstes büchl. 834.
8. 722. kerbest Und lemo zwAoe gen^ca. N. Cap. 67.
8. 722. florum prima Ter nunliantinin oioto alba. Plio. 21il(, 38.
i. 735. bisset kommer SiTard Snarensrend (s. 345); ban fdrer
OS sommer i by, DV. 1, 14. ein göttlicher beld.
8. 741. solch ein ostersahs aucb bei Ntlhart MsH. 3, 243«.
s. 748. eine im 13 jh. yerfafste scbrift des Aegidins aureae
tallis religiosDS crzäblt den niederifindischea braach eine pßngs^^
mgin zu wfiblen, xur zeif des bisebof Albero Ton Lattich (f 1155):
sacerdntes ceteraeque erclesiaslicae personae cum uniTerso populo
In solemnitalibus pasehae et penteeostes aliquam ex saoerdotum con<-
cnMfiis pnrpnratam ac diademate renitentem in eminentiori solio
Cönstittttam et corlinis yelatam reginam ereabani, et eoram ea assi*
Stentes in cboreis tirmpanis et afiis mdsicalibus instrumentis tota die
paailebant, et quasi idolatrae effecti tpsam iamquam idohnn cohbant.
CbapeaTilie 2, 98*
8. 748. auf alte m&mfiahre deutet die beneDnang des mondea
ätktU (8. 073).
8. 755. die schlänge heifst umgiör^ allra landa, mit dem beisati
*'%h «r god fiü\ die die göfler hassen. S«m. 55«.
8. 761. die hölle wird als Herberge y gasihaus, als Valhöü darge»
stellt, wo die sterbenden noch denselben abend einkehren (s. 132):
*Ter skulam A VaiMl gista i qvel^ fornald. sög. 1, 106; 'yid munum
( aptan Odinn gista' 1, 423; merkwürdig Abbo 1, 555 (Pertz 2, 789) :
*p]ebs inimica deo pransura Plutonis in uma,'' wol ist auch gesagt
worden : heut abend werden wir in nobisbaus einkehren ! des beilands
Worte a^ßiQov fiiv* lf».ov Vaij h Tfl naQndtla^ Luc. 23, 43 haben heute,
nicht heut abend.
8. 766. dillesiein gemahnt mich an den nabelstein ^ ofigtaXn^ zu
Delphi.
8. 767. der brunne fuhrt leicht auf die yorstellung des bads:
ze helle baden. Ms. 2, 254«. es kann auch in feuer und schwcfel
gebadet werden.
8. 779. sobald Helgi diese nutHerschaft erworben hat, übt er
sie auch aus, indem er dem von ihm erschlagnen Hundtngr knechts-
gesehäfte auferlegt, die stelle Saem. 166^ ist merkwürdig, sie zeigt,
dafs man auch im künftigen leben den unterschied der stSnde fort-
anoahm.
781. solch ein wonneland, frendenland ist auch in der celti-
sehen sage |;egrändet, die fee Morgan (s. 384) geleitet dabin; Parz.
56, 18 lese ich:
den fhort ein feie, hiez Murgan,
in 7Vr de la schoye,
8. 781 , Tgl. 796. ein glashaus in der luft ( chüteau en Tair ]
schon im altfranz. Tristan ed. Michel 2, 103 (ygf. 1, 222).
8. 700. 'wou Sihj tretet ikf ein tippe, weit ir nibt ertrinken!*
Helbl. 1, 354.
8. 791. auch im roman TOn Gawan fuhrt ein schwan einen na-
eben, worin ein todter ritter. Kellers Romyart 670.
8. 792. hi«r war eine stelle aus Plutarcb anzuführen (opp. ed.
lleiske 7» 652): « 4\ Jif/t^Q*o^ ^fi/ ta^v ns^l xifp J^ipcTTttv^««
1226 IUiQHTRAQB
y ijf 0 w v' tfpäi nollii i^^f*9Ui 9»o^M<f «c, mp hla^ <f « «/* o v tt y ual ijfjmnv
uvof*ai^ta&u§ t nitvoi»* d^ avroq larogiat; *ul Oiaq evtnaf nofinß tov
ßaa^itmq^ tUi rijp tyyiOTa nnfUmiv tüv ig^ß^mp^ i'xovoav pv noXXavq iw
oinovvra^f it^ovQ dl ual davJLovq nuvvaq vno r Cw BQtTtuPuv
ovraq, a^iitofiivov ^ avrov yfoiori, av/x^^^* fAfyaXijr ntgi xov rti^a
*al Sioa^ftiktq nollaq yiria&cu, utal nvfv/nuxa ttuta^ayijvai. nul ntativ
nff^ar^Qaq» intl 6* lX»<p^at » Uytiv rovq vgohiazuq , ot« tu» HQitaaovw
rtvoq tHktiyftq yfyoviv, taq ya^ It'xyoq dvajvwo/ttvoq ^^vtu 6h¥ov cvd\it
»jff*, oßtwvfttvoq dl noXXotq Xvnt^goq hrtpp ovT»q al ßtyaXat ^vxoti Tac
/»Ip avttXufitfn^ tvfitvftq nal aXvnovq tx^vatv^ al dl oßiatiq uvrw %ul
gt&o^ai noXXäxiq ft^v, taq pvplp nvtVftaTa xal idXaq rginovot^ noXXdziq
dl XotfiiHoii; nu^fo^v d*Qa 9«^/«aTToi;0<v. ^MiV /i^i^o* f$iap tlpu^ v^ao»,
Iv ^ topKqovov KUTitQx^f^^ ^QovQovfitvov vuo Tov ßg^o^t» Ma&iv-
dopTtt, diöf»cp yuQ uvT^ TOP vnpop lA&fAijxo^^od-ak ^ noXXovq dl nt^i
ttrrop *lpfu daifiopaq onudovq ual &fQQnop%aq, dieser schlafende Kro-
DOS auf dem heiligen, feraen eiland mit seinem gefolge Yon dienern
gleicht einem bergentruckten Wuotan.
8. 794. diese brücke auch in der legende Ton Tundalns (Hahns
ausg. des mhd. gedichts s. 49. 50). die seele mufs eine gestolne
kuh darüber treiben.
797. Michael heifst er in einer Urkunde des 13 jh. (MB. 7,371)
praepositus paradisi et princeps animarum.
s. 802. Töty nu nim dln teil an mir! Wh. 61, 2; TSt^ daz du
mich nu kanst sparn ! Wh. 61, 12.
s. 604. fida menn dauSir, S»m. 166b. 167«.
s. 815. nach Kalewala rune 6-9 scheint Tuonela flufs der Un-
terwelt, auf dem heilige schwane schwimmen.
s. 817. auch aud^na ist altn. das Schicksal und audinn fato cod-
cessus. audna raedr hvöra manns Itfi. fornald. sog. 1, 95.
s. 820. die wunschelfrau schaui in das gesHm, ahd. hl. 1, 129.
8. 822. Mulleohoff macht so eben in der Nordalbingia a. 11 den
Ortsnamen Welanao aus Ansgar (Pertz 2, 687. 699) gellend für einen
alts. gott Weh, ags. Vela, der mir auch schon s. 148 Torgeachwebt
hatte : ein älterer sott des glucks oder heils statt der späteren göttio,
SAIida, Sselde. lieber noch als Welanaha möchte ich auslegen W^e-
Janowa, wozu auch das jüngere Welnau stimmt, der ort lag auf der
rechten Eibseite unweit Itzehoe, und der flufs Stör scheint die aoe
gebildet zu haben, Welanowa gliche der Wunschesouwa und Pho-
fesouwa (s. 567). es kommt alles darauf an die Persönlichkeit des
Wdo erst anderwärts festzustellen, was aus Hei. angeführt ist reicht
nicht aus, denn auch welanowa für gkicksinsel genommen (Atterboms
lycksalighetens ö) widerstrebt nicht der alten anschauungsweise, Rei-
chenau (augia diyes) enthält denselben begrif und in der nähe tod
Welnau erhob sich Glückstadt. Im ags. vdan berunden (gramm. 4,
752) herscht doch eine sächliche , obwol mythische bedeulung Ton
rela vor: golt selbst sitzt yelan beyunden, Adam und Eva stehn mid
yelan beyunden, Gsedm. 42, 2. 27, 19» d.h. in pracht, Seligkeit ge-
bullt, das gold velan beyunden macht den gegensatz zu dem gold
galdre beyunden , der Zauberkraft gegenüber wird eine heilige golt«
liebe angenommen, und dies vela scheint allerdings an Vday wie
der ganz verwandte begrif umnsch an Wunsch zu reichen.
8. 824. frd Saide hat in an sich genomen, wril stn pflegen. Ecke
10« 160; s6 gruenet dtner Smlden H$, Ms. 2,.258>; s^ deicket onp
NAOmiAOB 1227
der «foAfefi kMd MsH. 1, 377, ei« woBsehrihst. der Saidm
WigaL 8761. 9271. 9386.
8. ^4. bMilUn in Lohengr. sebcint ganx eigentlich bekleiden»
wie aock Weither 43 fr6 Snlde iäeidm und sekrdUn (gewend schnei-
den) läfst sie schneidel kummer za oder hohen mnt. das *wie si
mtn tergaa* ist zu beachten.
t. 828. mit Forhitia ist auch die s. 913 angeführte FeUda zu
tergleichen (Ms. 2, 10^).
s. 828. tief wurzelt in unsrer mythologie die Torstellung der
wütuckekUnge, ich will sie näher betrachten, es gibt göttern zustän-
dige aber auch menschen rerliebne Sachen, Ton denen eine fülle glu-
ckes und heiles abhängt, die höchste gäbe des wutueheM liegt in ih-
nen, darum scheint jener althergebrachte name zutreffend, bedeutsam
heifst im sanskrit der wünsch manoraihat rad des sinnes, mutes;
erschliefst es uns den begrif des göttlichen Wunsches Ton einer neuen
Seite? der Wtmsch dreht das rad der gedanken. In der edda wer-
den die wünscheldinge als künstliches Zwerggeschmeide dargestellt und
unter götter rertheilt. Odinn besafs den speer GüngtUrf dessen
wurf sieg rerleiht, Thörr den hammer Miöinir, der als donnerkeil
niederschmetterte, weihte und von seihst in die band wmüekkehrie,
solch ein schwort, das eon selbst sieh schwang (er siälft Tegiz) Sssm.
82" Sn. 40, hatte auch Frejr, sein name ist unüJserliefert der knüp^
pel ams dem sack in unsem märchen ist die rergröberte sage ; in
GEgis halle waren bierkrüge oder becher, die sich selbst aufsetiten
(siälft barsc f>ar öl) Soem. 48; WolCdieterich (cod. dresd; 296. 297)
kam zu göttinnen , auf deren tisch die semmd sdber gieng und der
wein sich selbst einschenkte; den Griechen beifsen solche geräthe
avTo/taToi II. 18, 376. CEgishiahnr mufs ursprünglich dem OEgir,
einem der noch mit Odinn zusammen fällt, eigen gewesen sein, wie
Zeus und Athene, die höchsten götter, Aegis schütteln; dann aber
gieng er auf beiden über, aus dem wunderhelm erwuchsen heht^
heim, gritnhelm, tamkappe, wunschmantel (KM. no. 122), vnmschhut,
die Zwergen , beiden , glückskindern das Termögen gewähren un-
sichtbar zu wandeln, schnell durch die luft zu schweben. Der Freyja
und Frigg gebührte BrUinga men, das gleich dem »^4«? der Venus
und Juno Sehnsucht (^fit^oq) erregte (s. 2iB4) und dem schwert, Speer
und hammer der götter zur seite steht (s. 839. 840). Am sohleier
oder haupttuch der Sif wuchs goldnes haar, wie auf dem erdboden
Setraide ; der eigenname mangelt. SMdbladnir wird bald als schif,
ald als hut geschildert, die beide sich falten und breiten liefsen,
darin zu fahren oder stürm zu erregen ; wünsehelschiffe in den norske
erent t , 18. 142. hieran grenzen ßügelsohlen und meilenstiefd»
auch Gnllinbursti , Freys eher führt durch luft und wasser. Von
Odins ringe Draupnir troffen andre ebenschwere; die wundergabe
Ton Fnllas ring (Fullo fingrgull Sn. 68) ist nicht angegeben rielleicht
machte er unsichtbar, gleich dem der Arentiure (s. 864). Draupnir
gemahnt an den brutpfenning (DS. no. 86) oder heekethitler der Jün-
gern zeit ; dem, der das Togelherz gegessen hstte , lag jeden morgen
ein goldstück unterm kopfküssen. Damit Tcrbinden sich wunsehseckel
und $Dünsehelrute, welche den bort öfnet, aber auch zu nähren scheint
(s. 926). ähnlich ist die Wunderblume und springwunel. ein vogd^
nest macht unsichlbar (DS. no. 85. Haupts zeitschr. 3« 361. Monas
anz. 8, 539). Prodis wünsehelmüle Grötti malte alles was der malende
laut wünschte (Sn* 146), gold und salz; daran schliefst sich das
1218 lUQVridUUE
^iMribrMl, detgen tvttkBmig eoliehnC i^n m^i (i. 896), ohne un*
serm altertham fremd gewesen zu sein; des manoratba würde Torhin
erwUbnC. aoch die brktif che sage hatte ihr gläoksrad «oders anfgefafst
(s. 827). Solch eioe male, solch ein rad dürfen ror allem gtfttter**
speise malen. Die götter beaitxen den wiuierhHekkmMranky der men««-
schen gäbe des dichteos yerleiht, götter jung erbilt Idana äpfd
▼erjnngen, wie äpfel in der Vöisünga sage achwanger, in der yod
Snewitchen schlafend machen, in Fortunatussage hömer geben und
nehmen. Jener wnnschmanlel wird zum vmiuekhtchj das gebreitet
alle gewünschten speisen aufstellt : solch ein tuoh lassen die dän. und
schwed« lieder von ackerwolie (aperM DV. 1, 266. 300. BkemU s?.
TIS. 2, 177) weben, einer grasart mit wolliger blome (eriophorum
polystachium) ; dies wünscheltnch begegnet auch norske erentjr \,
44. 274, es wird out dem «Ar eifier Mhiis gezogen, s. 112. andere
wünsckdiüeher müssen stillschweigend gesponnen oder der hanf dazu
mnfs in einer tagesfrist gernpft, geröstet, gebrecht, gehechelt, ge-
sponnen und gewoben werden. Die Serben erzählen von einer ipmi-
Jerkukf ans deren okr gam gesponnen, die hernach geschlachtet und
begraben wird, auf deren grab wnnder gescbehn. einer wunschelkuh
KAmaduh oder KdnuMenu gedenkt die indische mjthe (Pott 2, 421.
Somadeva 1, 196j. eines wütuehelböcki , der geld sohaft, das nor-
weg. mürchen 1, 45, eines eseU pentam. 1,1. der machandelbom
im märchen ist ein ttunsekbaum, und Ton einem solchen aehnttell
sich Aschputtel alle prächtigen kleider; Indern heifster kalpa vriktka
(bäum der wünsche) oder Mamwathadt^aka (wunachgebend) Soma-
deta 2, 84. wie die kleider der sonne und des monds ist die gold*
glucke mit den sieben hennen (nachtrag zu 8.601) in der nuia ent-
halten. Fortuna trug ein fatthom (s. 628.843). der ziege Amaltheia
hom gewfihrte den njmphen , die Zeus geflegt hatten , alles was sie
wünschten; nach einer andern sage besafs die nymphe Anaaltheia
ein stierhorn, welches fpeita und imidk, wie man nur wünschte, in
fülle gab. Wer sieh einem gastmal der feen, erzihlt die schottische
Überlieferung, nähern, ihnen hinkbeeher oder irinkkom wegnehmen
und durch einen fliefsenden ström nuTerschüttet tragen kann, für den
wird es ein füUhom des giücke (a comucopia of good fortune^ sein;
bricht es entzwei, so schwindet alles heil Rob. Chambers p. 32. 33.
wir wissen, dafs die weisen freuen und eibinnen irimkhamer entge-
genbringen (s. 301.302), dafs kleinode der elben (wie jener echmie-
denden zwerge) menschlichen geschlecbtern glück bereiten: sckwert,
fing uod becher (s. 426), dafs der schwan in Loherangrint geechlecbt
8chu>ert, hörn und fingerlein liefs (Parz. 826, 10). Oberona hom^ der
zu den elben gehört, war ein wünsehhom und erregte zauberhaften
tanz, andere wunder wirken die Harfen der gÖtter und beiden (s.
860. 861). Aufser dem hom gewährt die elbische gäbe auch heil-
bringendes broi. hieran reihen sich die schönen mjthen Ton dem
öüerügiemf das nie yersiegt, Ton dem süfsen brei, der überquillt, tob
dem garn^ das sich nicht zu ende haspeln iäfst. Ein wunderbecher
war aber auch Dxehemschids becher und der berühmte Gral (greal,
Ducange s. t. grädalus, graletus, grasala, grassale, grassellus), näh-
rend und heilkräftig, den die romanische sage mit christlicher Ter-
band, wie des Longmus Speer und die blutende lanie «n einen heid-
nischen wunschffpeer mahnt ; nägel des kreuzes werden zu siegbrin-
gendem zäum Terarbeitet (EL ziu), holz des kreuzes und zahllose
reliquien wundertbätig angewandt (Tgl. s. 1131)» ringe und edelsteioe
n2»
hielt man aq reliquieD* um deren kraft in sie äbergekn zu laraen.;
eMateine aiod in K^ewitsem ainn wunteksteine 9 den lodern war Duo*
jarattM eie solcher (Pott % 421) und machte aeinea eigner aller
wüniche tbeilhaflig. Nicht herühsiter aeio kann der Gral in den ge-
dichten Yon der tafeirunde als es Sampo ioi finnischen epos ist. lU
marinen der goll hat ihn in Pohjola geschmiedet, und glücklich war
es in dem lande zu leben , das ihn besafs , alle felder standen yoII
aaatea und früehte; die götter suchten ihn aber wieder zu gewinnen
(gerade wie Odbrorir a. 855) und der raub gelang Wäinamöinen und
IlmariDen; doch Loubi, Pohjolas herrin , folgte ihnen in udlergesaU
(wie Suttnng dem Odinn, s. 836) und erreichte die flüchllinge auf
dem meer. Als Louhi nach Sampn greift, W&inämöinen mit dem
atener auf ihre finger schlägt, fällt Sarapo ins meer und zerbricht;
blofs der decket (kirjokannen 23, 393 vgl. U, 361) bleibt in Louhia
hand , mit dem sie nach Pohjola zurückfliegt : seitdem herscht dort
elend und hungersnoth. stücke des Sampo findet Wäinamöinen am
seeilrand, lä&t sie säen und es wachsen daraus b&ume, worunter
eine hohe die sonne verdunkelnde eiche. Das zusammentreffen die-
lea Sampo mit dem nord. unsterblichkeitatrank überraaeht, und die
von den böchalen gott am meereaufer aufgenommnen stüeke, aus
welchen bäume spriefsen, Tergleichen sieh den von drei äsen am
jtrand gefondnen Aakr und Embia (s. 537. Sism. 3^). der name
Satnpa, sicher ein uralter, heiliger, gemahnt an die mongolische sage
Tom bäum Aaambnbararcha , deaaen ins wasser fallende fruchte den
laut sambu tob sich geben (Majers mjth. wb. 1, 565), tibetanisch
heifst «an^pa geläutert, heilig. Wir entnehmen aus allen diesen bei-
apielen, die noch nicht einmal ToHständig sind, wie in der hülle sinnlicher
Torstellungen Ton speer, hammer,'hut, beim, maatel, hörn, becher,
apange, ring, scbif, rad, bäum, rnte, blame, tucb, speise, trank
die geistigen, von sieg, gluck, friede, genesung, frnohtbarkeit, reieh«-
thnm, tugend und diehtkunst verborgen liegen. Wo aber mehrere
einzelne eigenschaften , wie im Sampo und Gral, zusammenflössen,
da steigerte sich der begrif nad die heiligkeit einea solchen gegen-
ständes.
8. 833. auch im pl. (die utualdtn; so in einem niederrhein.
gedieht Ton Wilhelm, dessen braobstücke F. A. Renfs heraosgegeben
hat Kitzittgen 1839 s^ 13 *ganc »allen otuelden hin!' was mieh erin-
nert an *zuo zailen marsen Tarn' (s. 336).
s. 839. die personificationen Hamar und Heru, als waffen der
höchsten götter, gegenüber der friulichen spindel und hal$spange,
UAtersttttzen sich weohselsweise (vgl. zu s. 185). der hammer blieb
teufliafth(8. 951) und im aberglauben (a. 1171), doch das schwert lie-
iaen sich die männer nicht Terunehren. Die Inder personificierten
das Opfermesser und redeten ea an (Gott. anz. 1831, 1762).
s. 842. bruoder Zornli , Ergerk (oben s. 251). Hans Sache
stellt den HederUin als Zenkleins bruder auf, in bärenhauL
8. 845. auch Fromuoi Sigeminnes dienstfran im Wolfdieterich
673. 675-77. 719.
8. 845. Helbl. 7, 61 läfst Wdrheit und Trivwe aus dem lande
fahren, eigenthümlich ist aber was er von der Wirbelt weiter erzählt,
wie eie in einen pfoffen gefahren sei, sich in seine wange geschmiegt,
zuletzt aber bei öfnung seines raundes ihn wieder Terlassen habe 7,
65-102. 7, 751 werden Untugenden aufgefordert in den richter zn
aUefen. beide tilgenden und Untugenden kehren also gliekh dem
1^0 NACBTIÜUSE
daemon (s. 966) in menBchen ein aad wmchen wieder Ton ihnen.
Solche Torsteilungen lagen aber nah und schon iltere diehter lasaen
namentlich die Mmne in das herz der menschen einkehren, es be-
setzen, z. b. Ms. 1, 26l>: *ach säeze Jlftfine, foege dich in ir herze
und gib ir minnen muot!' Nicht zu übersehn ist Ms. 2, 260> die
naiye frage der tochter an die matter : 'nn sage mir , . ob dto Mimu
lebe und hie bt uns üf erde st, ald ob um in dm lüften twebe?'
sie weifs also Ton höheren wesen, die sie sieh in der luft bausend
denkt, wie die heidnischen walküren in der luft fuhren, der mutier
antwort redet von Venut: *si Tert unsihtic als ein geUtj ai en h^l
nibt ruowe naht noch lac,* vgl. s. 424.
s. 846. de tunica Christi non consaia. Greg. tur. mirac. 1, 8.
8. 854. Wigal. s. 312 geigen sechs fiedler allen komtner vom
herzen, wer sie doch stets zu gebot hätte!
8. 854. leika hörpu ok segja sogar svü at ganHMpigLü at. fomald.
sog. 1, 315.
862. *au jnd ou on eorone les biaus dis.* cour. Renars 1677.
s. 881. dixerunt majores nostri, tempore melioris et probiorii
aevi, €one%$binai sacerdoium in aere a dtumanibui non alit^ quam
feras sylrestres a canibus Tenalicis agOari aique tandem discerptas
inrenin: quod si hominum quis^iam haec audiens Tenationem sw
damore a<ltiuoerit, Uli partem vel membrum caneubmae disseetum üd
januam domus maoe a daemonibus suspenaum. Bebelii facetiae,
Tub. 1555 p. 11*. die faolzweiblein werden hier darch die pfaffen-
Irauen vertreten, das kann aber in der rolkssage schon des 13 jh.
geschehen sein.
s. 884. Johann Hühner reitet dnäugig auf schwarzem rosse %«
miiUmachi, DS. no. 12a
8. 868. ohne zweilel hat schon das mnL gedieht von Marg. van
Limburg (a. 1357) gleich dem späteren Volksbuch und Johans vea
Soest bearbeilung (Mones anz. 4, 168) den VenuBberg^ dessen ältestes
vorkommen mithin dem 14 jh. beizulegen ist. eine Dresdn. ha. des
15 jh. (Hagens grundr. 336] enthält ein noch angedrucktes, wahr*
scheinlich noch im 14 jh. verfafsles gedieht vom Venusberg. ich.
Yon Soest dichtete 1470, Hermann von Sachsenheim 1453, vor ihnen
nennt schon Job. Nider (f 1440) im formicarius* den Venusberg. Job.
Herolt (s. 885) redet von Diana und frau Unhold, nah verwandt ist
der berg, in dem Felicia und Juno hausen (s.' 913). Vielleicht hatte
man in Italien ähnliche sagen, denn Paracelsus meldet (Slrafsb. 1616.
2, 291 <^): so ist auch nicht minder, dafs mit diesen pjgmaeis ist der
Venusberg in ItaUa besetzt gewesen, dann Venus selbst ist ein njm-
pha gewesen, und der Venusberg ist ihrem reich yergleicht worden,
aber dieselbig ist auch abgestorben,' darumh ist auch ihr reich mit
ihr vergangen und hat aufgehört dann wo hört man mehr von ihnen
sagen , wie vor alten zeiien , da der Dannkauser und andere mehr
sind darinnen gewesen? und ist solches von ihm kein fabelgedicht,
sondern ein warhaftig geschieht, und in den chirurg. Schriften (Strafsb.
1618. 8, 332^): ellich die seind hoch daran, praclicieren heimlich und
yerborgen nigromanciam, als campisirer, die kommen aus dem Ve-
nusberg und haben ,ibr kunst getauft im VeltHner und haben mit dem
bruder Eckart mettin betet und mit dem Danhäuser ein blutwarst
gessen. Afzdius 2, 141 erzählt von einem bräutigam, der 40 jähre
bei den elben war. alle sagen versetzen Venus und Holda in elbberge.
s. 895. Viel bedeutender ist eine sage des Eckenlieds. FtueU
MA€HTRÄOfe: 1231
|a^ mit hundeiL eiu leUdes fräukin iu wald, gerade wie der wilde
jfiger dafi hdUweiblein (s. 881); in Lafsberga ausg. 161*201, in Ha-
gens 213-254 Tgl. 333. dies wird fär die auffassung Fasoht wichtig,
der ein aturmriese war (a. 497. 602) und hier gleich Wuotan im
wilden beer aufzieht.
8. 905. diea kegelschieben im berg gleicht dem schallenden
donner. *die engel schieben begel,* sagt man in Norddeutschland,
wann es donnert.
8. 906. einen Siteren mjthus gewährt das chron. ursbergense ad
a. 1123: in pago wormaeiensi Tidebantur per aliquot dies non modica
et artnaia tnulHiudo equitum euntiöm et redeuntium, et quasi ad pla*
eitum cölloquium nunc hie nunc iilic turbas facere, circa nonam
Tero horam etddam monH, q%u> ei exiisse videbanHir, se reddere. Tan-
dem quidam de incolis regionis illius non sine magno timore hujus-
modi tam prodigiosae concioni crucis signaculo munitus appropin-
quat mox quandam ex illis occurrentem sibi personam per nomen
omnipolentis domini nostri munifestare causam populi, qui sie appa-
ruerit, adjurat. cui ille inter cetera *non sumus' inquit 'ui putatis
fantasmata, nee militum, ut Tobis cernimur, (urba , sed animae nuU"
tum inter fectorum, arma rero et habitus atque equi, quia nobis prius
ftierant instrumenta peccandi, nunc nobis sunt materia tormenti,
et Tere totum ignitum est quod in nobis cernitis, qaamvis id tos
corporalibus oculis discernere non possitis.* In hujusroodi comitatu
dicitur etSam Emicbo comes ante paucos annos (a. 1117] occisus
apparuisse et ab hac poena orationibus et eleemosynis se posse redimi
docuisse. Donnersberg (s. )55) lag im Wormazfeld , es wird also
kein andrer gewesen sein, aus dem, iU den die alten geister fahren:
Seelen der gefallnen, wieder erweckten beiden (s. 893), hier nur mit
christlichem auge in höllischem feuer geschaut.
8. 909. altfranz. le sec-arhre, Varhrt sech oder 9upe, Tgl. die
im thöatre fr. au moyen age s. 171 ausgebobnen stellen.
s. 929. gezwtet tu der wünschektse, Tit. 5161 ; wiinschelbemde
Tit 5169.
s. 932. die sage Tom wüsten schlofs und bartscheren auch Sim-
plic. iri3. 1, 617.
s. 949. 951. noch zwei fhiere sind anzuführen, in deren gestalt
der teufel erscheint: hahn und käfer. gökelbahn und scbwejn bauen
miteinander am graben (s. 975) und unter dem mantel des menschlich
gebildeten leufels ragt, wie pferdefufs, haknkralle herTor. werden
aber donnerschröter und mistkäfer teuflisch genommen, so Terbürgt
das ihre heidnische auiFassung.
s. 953. ich kann fünf oder sechs andere Ortschaften des namens
Ovelgunne in Niederdeutschland aufzeigen, z. b. in der Altmark bei
Werben.
s. 955. Oggetoedel liefse sich erklSren. wedel ist flabellum und
kommt in andern icufelsnamen, wie Grunwedel, Straufswedel (s. 1016)
Tor, stimmt auch zu flederwisch. ogge scheint aber ocke, ecke, uoke
(s. 217. 218), also wäre die abd. form Uokiwedely flabellum horrendum.
s. 965. des Ht/oeUs hint. Rol. 2, 31.
s. 967. auch 'daz weiz er und der liwoel wol.' Helbl. 7, 125.
s. 978. der handschlag dient bei Terzanberuogen. Wolfdiet. 1372.
Ton der heidin Marpalie: 'sie sluog ir hend ze samen* und Terwan-
delt sich plötzlich in eine krähe.
8. 989. %auber werfen Wolfd. 515. 520. 533.
1232 NAiCÜTRiGS
8. 1004. auch Preqlken %lfikh a^tirere hhcksißr^ß. TeUau and
Temm« n. 264.
«. 1017. auch auf VilL saga cap. 1$0 hätte sollen angeführt
werden, dafs ein tUfr die königin, Aldrians gemahlin bewältigt, qod
auf diese weise Högai ( Hagano) erzeugt wird. Helgi zeugt die Skuld
mit einer älfkona (foroald. sog. 1, 32. 96).
a. 1027. fionisch für Schmetterling auch /uotien ftotra (mortis ca-
nis), s%ulen horendo (lupi yectis); schwed. troüslända daeroonis fusus).
a. 1047. einen gesellen ans fremdem lande herbeizubrt^gen sie-
det man dessen ibrümpfe; oder man nimmt des gesellen sdiuhe in
einen neuen topf, schöpft damit fn^en de» ström wasser und siedet
nun die schuhe im topf vier tage lang; uiich deren rerlauf wijrd er
kommen, (in Hessen).
s. 1047. Verwandlungen in thiere (rgl s. 621) aind entweder
freiwillige oder gezwungne* das höhere, mächtige wesen wandelt sich
selbst in die ihm bequeme tbiergeslalt, oder es Terhiogt sie zur strafe
oder aus räche über einen menschen, in den sagen sind es häufig
schwiegermiiUer oder stiefmütiery die kinder Yerwandeln, altn. slmpw^dur
shop. foroald. sog. 1, 31. 58.
s. 1048. wer einen wolfsgürtel, <jlfbamr trägt, heifst ahd, v>olf'
hetan^ altn, ulfhedinn (das d steht für prganisches d) und zumal
wurden wütende berserkir ^/'A«^ntr; ^eir hpfdu Yargstaka fyrir bryn-
i'ar. VatDsdcela s. 36; berserkir ^eir T^ru kalladir ulfhiedar (L ülf-
lednir). Gretlissaga 32>. Ulßedinn ist aber auch mannsname wie
ahd. Wolfheian MB. 28 no. 52. 246. ebenso kommt Tor biarnhedion,
geiihedinn, der ein bärenfeil, geifsfell angethan hat, aU mannsname
Biamheiinn Landn. 45, uod das einfji^che Heäinn, stammyater der
Hiadnlngar, aga. Ueodeuingas voq Heden oder Heodeo. der Tocal
ist also e (nicht e) und man hätte ein verlornes Terbum ahd. hetan,
hat, hAtum (goth. bidan, had, h^dum) anzusetzen, Lye fuhrt an he-
den casla, was wol casula, kleid ausdruckt , und altn. soll auch geU-
he^inn pallium e pelle caprioa bedeuten, doch ziehe ich in Wolfhe-
tan die participialform Yor.
s, 1049. foroald. sög. 1 , 50 erwähnt ein liosta med ülßandska
(schlagen mit dem wolfshandschuh) ^ wodurch jemand in einen bär
▼erwandelt wird, die thiergestalt bei tag, die meoschliche bei nacht
annimmt
s. 1055. den Hebestränken stehn li^eskuchen zur seile. Barc-
hard (anh. s. XL) beschreibt, wie flauen sich nackt auf waizen wäl-
zen, ihn zur müle gegen die sonne (alt. andscelis, inverso ordine)
malen lassen und daraus brot backen. Nach dem Tolksabergtauben
in Samland soll eine frau, wenn sie wahrnimmt, dafs ihr mann
gleichgültig gegen sie werde, beim brot oder fladen hacken neunmal
hintereinander etwas von dem rohen teig zurücklegen und ihm zuletzt
einen fladen daraus backen, so wird sich bei dessen genufs die alle
liebe wieder finden. Den Ehsten heifst karwakak (haarbrot) ein brot,
in das zum zauber haare gebacken sind. Auch die Hebesäpfel, io
die man zeichen schrieb (HoCTm, schles. monatschr.' s, 754 )> gehören
dahin.
s. 1059. lett. blehnu tizziba, aberglaube, glaube, an eitle dinge,
blehnas.
8. 1060. denkbar ist, dafs noch zur langobardischen zeit Über-
reste altrömischer Wahrsagung im schwang giengen ; Paul. Biac. 3, 30:
habebat lunc Agilulf quendam de suis aruspicem puerum^ qui per
NACaiTRiGB 1233
•rtem diaboliBaiDi oaid fatnniA porteaderent iefiw fuhmmm intellk-
gebat die eiraskiseaen luraapicieo waren vorzüglich auf fulgura ge-
ricklet (O. MäUer 2, 32).
I« 1063. die sohwingangeii dea sUbs und seklüsseh gleicbeo de*
nea der wünsekeinUe (s. 927j.
•• 1067. an geacklaehteten opfern worden solche extiapioien
Torgenoinnien, aber aach blors um der Weissagung willen thiere ge-^
sahJaohiei: rechiso pectore [tmiaru) extraxit fortissimuni jecmr , et
inde mihi fulura praediziL Pekronins 137. Auch hei den Tscherhes-
acn gilt weissagiing aus sobukerbliltem» TgL £rman8 archiT 1842
heft 1 s. 123.
f. 1071. Terschieden die weissaguog ans hasekiä$$en (Petron.
a. a. o.) : infra ' manua meas camellam Tini posoit et cum digitos pa-
nier extensos porris apioque lustrasset, aTellanas nuces cum pr«»
eulion€ mersit in Tinom : et sire in summum redieraot sive snbsede-
rant ex hac oonjectnra dicebat.
s.^ 1071. wen die rechte band jueki^ der wird geld geben müssen,
wen die linhe, der wird geld empfangen; wea das rechte ange jucki,
der bekomffit zu weinen, wen das linke, zu lachen; juckm ihm die
fusaohlea» so steht ihm tanz bevor, juckt die nase, eine nenigkeit«
bekommt jemand einen gelben finger, so ist ein verwandter gestorben«
s. 1084. *sant Mmim* vogel, wo! über herl* daz ist aü gsr der
ninwen haut» Ib. der Hitzlerio 241 b; den MartiosTOgel leichtsinnig
hersnrufen, daa ist der heutigen weit brauch, vgl. diu niuwe bsnt und
alte hant im Renner 2087-2111. Reinaert wird gerufen: *al heil»
edel Toghel, kere herwaert dinen vloghel!
s. 1099. träum tm neuen beU , fornald. sog. 1, 367.
s. 1102. auch Ftiä ist parca, parcens, vgl. golh. freidjan
parcere.
s. 1109. russ. der weichselzopf, eo^efs, was an Volos s. 592
rjihrt.
s. 1112. pruisfiU, habe ich gramm. 2, 20 richtia zu ^riutsn
gestellt und 2, 598 den anomalen gen. bruts f. ^rntis erksunt pruts
edeutet quäl, plsge und dann suf die Krankheit angewandt aossatz.
die abd. form wäre druzisfel. vollkommen stimmt das böhm. irud
in beiden bedentungen dolor und leprs. desgl. das poln. tr^d. auaschlag.
a. 1116. auch Renner 12183: airecket iuoh nieder und lät iuch
a. 1129. einea milchtropfenden felaena gedenkt auch des Fei.
Faher cTagatorium 1, 449.
a. 1143. die durch den säum des qewands bedingte heilkraft
lifst aich auf daa biblische aaumanruhren beziehen Matlb. 9, 20. 14,
36. Marc. 6, 56. Luc. 8, 44.
a. 1144. Hermea reifat dem Odjaaeua daa wider zauber krfiftige
yci^^axov aua der erde: /»wiv dk ^«y malhvoi &tol (waa auch a. 307
nachzutragen).
a. 1152. in den polniachen brdchen wXchat eine schöne blaue
Sternblume auf langem atengel (vgl trojziele a. 1166), der die banern
feind aind, weil aie glauben, dafa alte weiber und sigenner aich ih-
rer bedienen, um die knhe zu behexen, dafa aie aich die milch aelbat
auaaaugen. Potta zigeuner a. vm.
a. 1159. eberwurij schon abd. epnrwurz, carlina acaulia, Karls-
distel, auf bergen dicht am boden ohne atiel wachsend, mit silber-
weifsen, unwelkenden blittem. Als während einer pest Carl der
Grimms m^ikoL Sie uusgabe, 78
1234 NAdmiiGB
grofte in sorgeo eotachlifeD war, ertehien dem triomenden ein enge)
und befahl ihm eioen pfeil in die lafl lo tchieften : auf welches kraat
er niederralleo werde, das sei heilsam gegen die seuche. Carl schofs
am morgen den pfeil ab, dessen spilse in einer eberwnrz stecken
blieb : sobald man sie inilich anwandte, wich die pest Wer eber«
wnn bei sich trigt , und wenn er noch so lange liefe , wird niemals
mäde; auch entlieht er einem gesellen, der mit ihm über feld geht,
alle kraft, weshalb man sie ehmals bei Wettrennen den pferden an-
zuhingen pflegte, oder einem weib oder mann in der ehe, ohne dafs
sie es meritten , worauf dann der andere theil abiehren und sterbea
muste. auch wurde die eberwun in den trog genigelt, dafs die
Bchweine darüber fressen, und daher soll ihr name rühren. fWoIfg.
Menzels litteratnrbl. 1844 s. 9. 10). Wahrscheinlich hat die nenen-^
nung eberwurz andern grund, carlina scheint aber nach der sage
gebildet, dem könig Carl erschienen oft Terkundigende engel im träum,
und Tom kämpf mit dem Eber gingen schwere trinme; vieHeicbt
heilte das kraut die Tom eberzahn gehaune wunde.
s. 1168. nicht blofs der Freyja thrine wird zu gold, auch ein
5 riech, mythus lifst das fjltmxQw ans den thrinen der SennentoGhter
er Schwestern Phaethons entspringen, sei es nun aM oder hemsUiny
Buccinum. für dieses kennen schon Tacitus und Plinius das deutsehe
wort o^eiiim (gramm. 1, 58); ein alto. name lautet rafr Sn. 156.
achwed. raf, diu. rat; ags. glossen haben eoUuand electrum (bei
Mone 1106 eolcfang). man Tgl. Werlauffs gelehrte abh. Tom Irern-
atein Schleswig 1840.
REGISTER
123S
REGISTER.
Aaskereia 898
abcat 95
Abel 897
Abenlr6l 710
abgott 13
Abraham 1189
abrahcmsch 1170
Abundia 263. 1008
abjssDS 933
Adam 531. 540
AdoDia 901
Aegel 355
filfAdl 1193
Aeolas 597
AescuIapioB 1164
AedelslAn 107
Affenberg 645
Agemond 478
agerold 1228
dgetroc 432
Ahriman 936. 963
Ajo 336
ailwars 433
Alberich 421
Albdonar 170
albleich 439
albsohofa 429
Albunea 464
alba 57
Alirona 85. 375
alp 411
diptrhamr 398
alpzopf 433
Alrane 1153
AlsYidr 621
Al^iiofr 434
altiBsimus 19
AWilr 397
alx 57
Amala 345
amaiooen 390
ambro 493
Ampbion 861
Ana 86tl 1106
Aoar 697
AndlAogr 768
Andrari 559
anel 607
Aogandeo 178
Angant^r 178
ans 22
antheia 33
Antichrist 770. 771
antilago 775
Aphrodite 284
Apollo 100. 136. 147.
587. 773. 854. 958.
1101. 1134
aquilo 600
aranscart 444
Ares 100. 183 185
Arianrod 331. 384
Artemis 901. 902. 1101
1134. 1143
Artemisia 1143
Artur 633. 895. 912
Arrakr 621
arweggers 1217
Asaheimr 497
Asbiörn 633
AsbrA 694
Ascbanes 537
Aschkenas 1219
Asgardr 778
Asketül 56
Askiburg 324
Askr 324. 527. 537
AspriAn 514
Athene 244. 504. 632.
1101. 1143
a{>n 715
atisks 1069
Atli 153
atzraann 1045
Aochoir 721
Aurinia 85. 374. 375
Austri 430
Audamla 526. 630
Ayar 272. 493
■ Afentiure 863
Ayernas 766
aTiliodön 30
Azdingi 317
baba 447
Babehilt 1216
Babilöne 906
Bacchus 239
badi 59
badniak 1220
Bäldig 202
bSrenbrot 743
Bakrauf 1033
Baldander 188
Baldr 201 ff.
baldrian 1159
Baldrsberg 1210
BaldrsbrA 1143
Baltero 948
balwonas 94
band 23
banshi 413
barguest 480
barlebaen 955
baomheckel 925
Beal 208. 580
bealdor 201
bealtine 579
BeaT 342
Becbte 257
Befana 260
beifufs 1161
beider 1201
Belenus 579
belewitte 441
Bellona 189
Bellores 580
Benz 955
beomödor 1191
BeoTuir 342. 639
Berecjntbia 234
bergbüi 499
Bergelmir 496. 526.
529. 541
bergrind 500
bergtagen 435
78*
»36
RE0I8TBR
Hertha 250 ff. 401.
751. 864. 920
Berhloll 257. 884
Bernhart 346. 889
Bertram 1163
bethphania 552
betonica 1159
bi'anac 121
Bielbog 203. 208. 936
Biflindi 135. 836
Bifrönt 694
Bil 679. 680
Bildaberta 255
bildukkas 475
büerit 442
Billich 842
BilliDg 347
bilse 560
bilseDschoitt 444
Biört 1101. 1102
biuds 59
BUater 515
Blakulla 1005
Blancheiear 400
Blaserle 430
Blicero 809
BUd 1101. 1102
Blocksberg 1004. 1232
blöuo 31
Blutstälpe 1196
bockschnitt 445
Bodn 855. 857
Bodrok 1199
Bölyerkr 856
Börr 323. 526
bogatyr 1213
bona socia 468
bonae mulieres ICH
bonae res 1012
hon homind 493
boni homibes 1019
bonne dame 401
Boreas 597
botri 476. 619
Boas 1214
brag 480
Bragaroedur 216
Bragr 215
Brahma 544
bramberend 955
Brana 499
Brego 215
BregoTine 82. 861
Breidablik 203. 755
Breide 347
Brigida 578
Brlmir 527
brlmyylf 464
Brlslngamen 283. 1227
britannica 1147
Brond 203
Brosingamene 283
Brünhild 889
Brüni 307
BrunmatiB 1224
Bruqnakr 216
Brynhildr 395. 1 102
burgrüna 376
Bari 323. 526
Burlenberg 933
baschmotter 452
hatte 474
butze 474. 956
Gain 682
calendas 594
Carl 906
Carl quintes 890
GAsere 340
Gastor lOÖ. 339
census 649
Gerberas 775
Geres 233. 286
Geridwen 695
Gharon 791
chela 891
Gherasci 185
Gheryiobargus 998
Ghimken 471
chirihha 75
Ghlangere 251
chrenect'ad 608
chrisroare 3
Christoph 496. 509
Christas 166. 1195
Chrodo 187. 227
Globes 482
CniVida 1214
coboldas 468. 1217
Ctitel 119
Cura 833
Cybele 233. 234
Cjpripediom 1145
Daedalas 351
DSghrefii 705
diamling 420
Dagr 697. 699
Danpr 342. 1211
Danr 342
diae 1013
Datanaa 1205
Decius 841
Degltngar 697
dehselrlte 1024
Demeter 233
Derk 194
Deucalion 538. 543.
545
deas 176
derin 439
Diana 99. 100. 260.
261. 263. 885. 902.
1008. 1114
schwarze Diana 289
Diespiter 177
Dieterle 680
Dietrich 346. 498
Dietrichbem 889
dillestein 766
ding 411
dirp 909
dls 373
Dishargam 1209
Disendach 114
Dissanapiter 205
diyes 176
Dobropan 118
Dodola 561
doBgr 1224
döcklilfar 413
Dörrndr 397
dögor 1224
Dold 935
dömsdag 775
Donanadel 458. 981
Donar 112. 151 ff. 772
donnerbart 167
donnerffoeg 167
donnerkraat 1143
Donnersberg 154. 155.
169. 1231
donnerstein 1171
donnersiege 168
dorant 1164
dorper 501
doste 1164
drache 654
draagr 867
Draapnir 52a 1227
dreäm 854. 1098
Drlfa 598
droost 488
daende 468
"* . t
ABGIStER
mh
duesse 382
dumbr 499
dameke 688. 689
damipg 688
Duriöo 527
dura 487. 488
durva 608
duscii 449
dutten 511. 512
DyAparas 841
dTergmil 421 '
dyergr 412
drergslagr 1110
dyergaofit 440
DwjTan 546
Dziewanoe 885
Dziewicii 447
Dzuma 1138
Earendel 348
Elistre 266. 267
eberwun 1233
eburdrung 333. 689
Eckart 887. 888
Ecke 218. 602
Eersel 1206
Egihelm 217
EigU 349. 353
Eileithyia 1128
Eim 566
Einheri 778
Eir 1101. 1113
Eishere 523
elbe 411
Elbegasl 434
Elbendrötsch 412.^7
Elbericb 421
eidborg ^95
Elegast 434
«Iflräd 619
Elias 157. 158. 772
Eliodnir 762
ellefolk 411
Embacb 566 '
Embla 527
EndjmioD 903
ent 491
enzmann 491
eoforcombol 195
Eor 182. 183. 839
eorcantUa 485
eoten 485
EoTden 147
epiphaoia 259. 1212
epurbelm 195
Era 385 .
Erculea 773
Erde 229
erdh^nlein 655
erdwarm 506
Ere 845
Erebus 540
Eresberg 182. 1209
EricblhQDius 689
Erik 955
Eriksgata ^34
Entacll3
EnBenricfi 933
Ermiogslrete 330
Ero 229. 1209
Ertag 183. 1209
«aa geacot 1192
Escio 323
Eskja 537
Eiael 1218
Elicbo 346. 367
Etzel 153
Eagel 439. 930
Euring 332. 333
Europa 631
Ewald 423
dwarto 79
exercitus antiquus 893
feralia exercitas 902
Ejlimi 931
FAfoir 345. 930
Fairguneia 156
fairffuni 610
fairbyas 753
fairj rings 438
Falada 624
FAlant 1199
Fama 849
Famara 1209
fanatici 73
Faoigolt 498
fantasma 450. 466^
fanoiD 74
Farbaali 225
farn 1160 ,
Fasat 1210
Faaolt 218. 494. 602.
1230
Faste 742
fata 382
faunas 450
faärataoi 1059
faxi 621
feig 816
Felicia 913. 1227
Fenja 498
Fenrir 224, 774
Feruina 1183
Fialar 422. 436. 855
frau Fichte 619
Fifeldor 219
fimbul 785
FiDD 199. 516
Fiöloir 659
Fiörgjn 157. 235
Flederwisch 1016
Flore 400
Fönn 598
Folcrald 200
FölkyAngr 282
Folla 2)65. 285. 843
rollet 475
follis 475
folmAoi 672
folter 1029
Fornax 235. 596
Fomeotea folme 1143
ForDiotr 220. 496
fors 559
Forseti 210. 1210
forst 59
Fortuna 822 ff.
Fosete 210. 1210
Fosetesland 567
Fosse 330
Fossegrim 461. 559
Fräcingborat 1212
Frank 1199
Frauen Schüssel 1146
fränja 19. 190
FreA 117. 122. 190 ff.
27a 1212
FreäUf 199
Fre&Tine82. 192. 340
fru Freke 281
Freki 134. 634
frau Frene 283. 1212
fres 634
Freyfaxi ,194. 622
Frejja 103. 276 ff. 389.
514.797.1007.1055
FrejjuhArll43. 1146
Freyju boena 658
Prejr 103. 146. 190 ff.
622
Freys yinr 82
Freiyidr 1208
Fria 112
1288
REGISTER
Fricc» 278
Fricco t02. 193. 196
1209
Fricka 899
Frtd not. 1233
frtdhof 75
FridoTolf 199
Friedrich rothbart 906
ff.
Frigg24a 276 A 820.
891. 1181
Frigpjar rockr 689
friscmg 44. 45
Fr6 190 ff. 446
Froberge 196
Froger 341
Froho 190
Fr6muot 845. 1229
FrAa 277
fhi Froike 1212
Fnima 843
fällborn 1228
Fuld 944
Falla 265. 285.
falli^s 672
funkentag 594
fr6 Fuoge 287
fjlgja 829
gadeUd 589
gadelam 736
Galar 855
galgenmSpnlein 480
gahog 13
sallicena 396
Gallut 636
Gambara 336
gambanteinn 928
GliQglati 803
GAngleri 148. 301
GAogrAdr 14a 301.
1207
Gaona 85. 374
Gargaotaa 509. 521
Garmr 775
Garada 601. 1220
Gaachsberg 645
fru Gauden 877 ff.
fro Gaue 231
Gaulr 341
Gftuu 20. 328. 345.
842. 1207
Geftt 149. 345
GeQon 287. 820
Gefn 288
GeilAt 701
Getrniördr 198
gelmir 529
gelatar 34
gemeinwoche 1200
geofon 219
Georgenhemd 1053
geormenleAf 1166
gepanU 831
Gerdr 193. 285
Geri 134. 634
GAm6t 344
Geraemi 840
Gertrad 53. 639. 797
geapenat 866
getwAfl 433. 867
GeTit 328
Giallarhoro 214
Gibicho 126. 344
giefiiTogel 1221
giezeo 93. 127. 1199
gtfr 493
g'gant 491
iltine 1137
Gimill 783
ginnan 525. 1218
glDodogagap 525
ginregin 297
GiöU 762
Giuki 344
Gladtheimr 780
glatborg 781
glathaua 1225
GUtborn 890
GlitDir 829
gluekhenne 1223
gläckthelro 829
Gd4 838. 849
gnideld 574
gobeÜD 470
fhi Gode 231
godgabbe 152
G^dmundr 783
Gödormr 146
Godralf 200
Göndal 391
Göntiöl 689
G6i 232
goldbarg 780
Goldemar 477. 1142
goldferch 45. 1201
goldaele 780
gotes friunl 1203
gott 12
grAl 1228
Samir 943
rani 896. 930
Grant 946
graaminnchen 418
Saoniana 945. 977
reodel 222. 464
gHdr 493
Sima 997
Hmhildr 395
Grimoung 155
Grimnir 632
Grtmr Oegir 969
GHpir 84
Gröa 346
Grönjette 896
grom 837
ffroftrater 153
GrAtti 1227
GrzmUaa 1198
gadia 78
Gadinsberg 139. 890.
1206
Gäbicb 422
gaetel 449
Gakenberg 905
Gallfaxi 623
GalUnborsti 194. 1227
Gallintanni 214
GolUoppr 214. 623
GallTeig 374
Sinderebe 1163
dngnir 134. 1227
Gonnlöd 340. 855
Gunnr 393
gaogo 905
Gnrorjrate 807
gaatr 430. 598
gate fraa 401
gato holde 425. 1109
gafe Labbe 492
gotenachbar 425. 468
Gwodan 123
Gwjdion 137. 331.
384. 1214
gtgr492
Gyllir 623
G^ir 1210
Habonde 263
Hadbarc 399
Haddtngr 317. 322
higteate 992. 1 192
hafg^gr 456
Hagano 344
RE6ISTBR
1239
Hagbardr 121S
hagebart 997
hainal 710
Hake! 875
Hakelberend 133. 873.
875
Hakelberg 874 ff.
Hakelblok 873
Hakalabairands 1205
hAleyflBge 1193
hAlfriti 499
Halja 288. 760. 799
Halle 1000. 1001
Hallinsktdi 214
halpful 948
Hamadio 178
Hamar 166. 837. 1229
Hamdir 178
Hamglöm 603. 994
bamlDgja 831
hammer 951. 1171
hampelmann 470
hannetoQ 1222
Hana 519
hapt 23
HAr 148
Harbardr 134
frau Harke 232
Harthgrepa 522
barac 59
baspelholz 618
Hati 224. 668
Heado 204
Heardingas 321
Hecate 902. 993
Hedion 1232
beiden 1198
Heidi 603
Heidr 374. 994
HeidrAn 778
beilawAc 551
beiltgenfresser 1200
beili86d 1060
beimcben 414. 428
Heimdallr 213. 537.
1199
Heimo 360. 494. 81 1
Hein 415. 811
bein 856
beincben 811
Hekelberg 953
Hei. 225. 288 ff. 1135
Helblindi 225
Helgafell 61 1
Helgi 361
Helgoland 211
Heliaa 343
Helium 793
helkappe 431
bellegr^ye 945
bellehunt 948
hellekruke 1017
Hellenen 501
Hellequin 893
bellengel 223. 942
belljfiger 887
belliruna 1178
hellweg 761
belothelm 432
behlü 765
HelToet 292. 764. 793
Hemmerlin 166
Hennil 71 1
bonua Henricua 1164
Heofonfeld 213
Hepb£8l 440. 536
Hera 232
Herbort 842
Hercules 100. 108. HO.
147. 207. 337. 33a
514
Hercules Saxanns 339
Here 284. 644
Heremöd 149. 204
HerBötr 373
Herjafödr 778
Herjan 778
Herimuot 205
Herkja 232
Hermen 329
hermen 107
Hermes 101. 136. 137.
800. 803
Hermino 320. 326
Hermunduri 107. 333
Herodias 260. 599.
885. 1011
beros 316
berrawaga 687
Hertba 234
berlinga 316
Heru 185
Henrör 396
Hesus 185
beyan 661
berenring 333
bexe 992
bexenluBcb 1212
Hiadntogar 893
HickeniU 330
Hildegrlm 217
Hildr 393
Hilta 189
Himeleaberg 662
Himinbiörg 213. 662
Hinze 471
Hinzelmann 471
hirrligspor 868
Hiuki 679. 680
binri 866
HIadoIet 119
HIadgadr 396
Hl^r 219. 837
Hlesej 220
HlidskiAir 124. 778
Hltr 1101. 1102
Hllfbursa 1101
HItn 828. 83a 843
H16dyn 235
Hlöck 373. 393. 841
Hlörridi 152. 170
Hludana 235. 837,
1211
Hnikarr 135. 861
Hnikudr 457
Hnoss 840
bobgoblin 470
Hodeken 432
Hödr 204. 783
Hmnir 137. 14a 783
börgabrodr 103. 603
HöUr 977 '
bof 75
H6fyarpnir 850;
Holda244ff864. 887
899.920. 1211
bolden 455. 1027
frau Holle 245. 1042
Hollefrau 1212
HoUepeter 482. 1212
Hollepopel 473
Hollezopf 433
boltaj[>6rr 162
bolzbund 1190
bolzroeier 811
bolzweiblein 403. 451.
885. 1231
Hopfenbutel 473
Horant 861
bornbUse 1013
bomtroU 656
bomf»ula 1014* .'
1240
REGISTBÜ
Hortelberg 887. 1004
Hotherofl 402
Hrctyelgr 599. 00t
hrliWadubd t087
HrMa 186
Hrede 266. 839
HrtiDgerdr 499
hrtrojburs 498
Hr6do 1211
Hromolao 155
HropUt^r 178
HrotshArtgrani 818
Hrdognir 494. 499
Hraodo 187
hone 489
Hätchen 476
fraa Hält 499
Hugdietrich 1215
Hugino 134. 637
HaldaDa 1211
Huldra 249. 421. 898
floldreslat 438
Huldofölk 421
hundessattel 1027
Haoger 842
buDgerbriinne 557
Hunne 490
huosi 35
huorco 454
hüsiDg 468
hnzd 922 .
Hrergelmir 530
hTÜa qtinna 907
Hyfjaberg 1102
Htmir 496
Hyndla 87, 773. 1007
Hyrrokin 509. 1006
jSUe 486
lafnbAr 148
lalkr 339
lardar inegin 608
lardar meo 609
iarknasteinn 1167
iarnbaus 494. 500
larntaxa 500
laroTidjar 451
Ibor 336
IdaTÖllr 783
Idisiariso 372
Idunn 216
Jesus 119^
Jettha 85. 486
llija 157. 159 .
imago 94
ImelAt 358.
Imelange liort 953
incobo 479
incobns 449
iDgeslde 468
Ingo 320
ingoamo 468
ioTeitan 26
lörmuogandr 225
lörmangrand 107
Fötonheimr 497
iötUDD 485
Jobannes 54
JobanoisabeDd 555
Jobaonisfeaer 582 ff.
Jobaoniagürtel 1162
jol 664
iotan 487
IriDg 332. 333
trmansdl 104 ff. 327.
759
Irmino 325
Imyrit 333
Irpa 87. 102. 603.
1216
Irregaog 869
Isaogrin 218
Isaroa 345
Isco 320. 538
Isis 108. 236
Iskrzjcki 480. 86 1
ispolin 493
Issi 979
Istio 325
itis 87. 372
juger 1027
Jugnla 1223
jälbock 483
julgalt 1 188
iumala xxtiii
UDgbrunae 554
Juno 603
Jupiter 63. 96. 109.
110. 153. 159. 819.
1055. 1201
Jup. apennittus 1207
Jup. ardens 99
Jup. dapalis 1185
Jup. niger 945
luwaring 332
lyaldi 423
tridja 451
kamban 1200
kapeltrete 1200
KAra 395. 396
Kiri 598. 602
Karlwagen 13a 687
katermaon 471
Ratzenyeit 448. 471
keyerpioni 1222
Kifbättser 906
Kirkegrim 461
Kirl 227
klagnwUer 1088
kliDtekönig 892
kobolt 468 ft
koleda 594
kollki 449
korr 416
korred 424
kralemoc 119
Rrampus 482
kres 590
Krfmbilt 218
Krodo 187. 228. 728
Rrooos 200
Kuga 1140
kukaritza 646
kupalnitza 591
Kupalo 591
kou 1223
Kreldülfr 1007
Lada 118
Laertes 1214
Lasradr 778
Laima ä87
Lamia 467
laudAs 171
Laogbardr 124. 905
Langbein 523
lar 468. 865
larya 468
Laufey 225
Lauma 695
Laurin 422
Leiptr 1219
Lei 339. 743
Liber 193
lindwurm 652
liufllngar 425
Linmendiog 851
Lodr 148. 221
Logi 220. 221
Lokadaun 868
Lokj 221 ff. 514. 963.
1210
Loptr 225. 598. 836
luppe 492
ftCGlSTSIt
1241
Locia 1219
Lucifb^ 936
Lacina 1128
ludegheer 683
Luoa 92. lOS
luoti 437
LMrlenberg 933
lotiD 475
Latterborn 1219
lyncuriuB 1169
Maoabre 810
Machaoo 1101
MadalgAr 360. 405.
1160
mere 433
Magila 1137
Maglore 384
MagDi 784
Magonia 605
maigraf 736
inaira 1194
raalfeu 569
malleus 951
Mamurienda 731
MAnagarmr 224. 668
Managolt 498. tl60
Matiala 766. 815
onanas^fts 753
mandragora 1154
mandacuB 1036
maoes 865
Mini 666 ff.
MAnins^o 671
manleika 93
Mannas 319. 544
Manoratha 1227
Mansberg 887
DoaateHahre 1024
Manus 541. 544
Marena 7dl
marg^gr 456. 459
Maria 159. (66. 246,
248.280.388« 1101.
1143
Mariedgarn 744
Marienkfifer 658
Marientchüh 1145
Marierok 689
mariflAiy 567
marmennil 405
Marfl96. 100. 108.109.
110. 178 ff. 237. 239.
327. 616. 036. 891.
958. 999.
Marao 330
Marspiter 178
MarlinsTögel 1083.
1233
faDuin Marlis 1203
Marzana 733
masca 1036
matrona 1194
Matuta 464
mausschlSgel 1044'
meldropi 607
mella 493
Mellonia 660
Meltifine 405
Memerolt 494
Memnon 704
Mendelberg 154
Menglöd 86. 250. 284.
395. 1102
Menja 498
Mennor 319
Mercurius 100. 101.
108. 109. 110. 117.
136. 327. 357. 929.
949. 999
mergriez 1169
meriiDinni 404. 455
Merlin 1158
mernieut 602
Merovinge 364
Mersberg 1209
merwtp 404
merzaiöUi 643
Mesitocb 196
metod 20. 1199
metten 379
BiezzeD94. 129. 1199
Michael 796. 797. 819.
830 1184. 1226
mildjungardf 754
milch mutter 651
milchstrafee 331
miltou 607
Mlmameidr 353. 635
Mlmi 352. 353
Mlming 352
Mlmir 84. 663. 665.
liOt
Mlmisbrunnr 553. 756
Mimminc 349
Minerra 1144
minne 52
Minne 1230
Diinni 404
Miölrfir 164. 1171
MSA837
MitotilFeitin 1156
mithras 300
mödraneeht 714
mödurntt 608
moereiD 386
Molnija 1171
moly 1233
monat 671
montjoie 154
moosleute 451. 885
mora 433
Morena 801
m Organ 709
Morgana 384. 607
Morgue 1215
M5t80gnir 527
mudtpelli 769
müemlein 1081
mugwort 1162
fnumhart 473
mnmling 458
mammel 457. 473
Mummelsee 564
Mundilföri 666
Munja 157. 1171
Muninn 134. 637
niunljoT 154
mnome 451
Muotesher 887. 1199
Musa 854. 863
Muspilli 568
myrüridlr 401
nabelstein 1225
nachtmar 1194
NAdala 841
Naglfar 774
naht 698
nahtfara 1009
nahtfrows 1009
nahtoir 1007
nahwe 801
N41 981
Nanna 202. 456
Napfhana 478
Nari 225
nebelkappH 431
nebelschif 606
Nehaea 390
Nehadennia 236. 390.
456
nennir 458
Nentigdr 1210
1242
KBGiSTKII
oeonennT^ag 78t
Neptimafl99. tlO. I3ö,
23a 289. 457. 465
Neri 380
Nertereani 1211
Nerthas 197. 230. 231
Niardar yöttr 1143
Nibelot 358
Nibelunge 531
Nibling 930
nichofl 456
nicker 456
iiicor 456
nid 672
Nidhöggr 760
Nidi 673
ntdsUang 625
NieUen 472
Niflheimr 1520.760.763
Niflhel 289
nighlmare 433
nigromanzie 989. 1065
nikuz 135. 457
nimidas 614
Niördr 197 fiL 321
niflien 472
oiumAoi 672
nixblume 457
nixe 457
Noab 541
nobiskrug 954
nodfjr 570
norn 376 ff.
notfeuer 571 ff!i
nt 672
N^i 673
Ntr 422
Oberon 421 ;
Oceanas 217. 541
October 1002
OdAioBakr 783
Oddiner 1199
Oddrdn 1128
Odebero 638
Oden 540
Odenberg 905
Odensfors 145
OdhroBrir 855.858
Odinnl20ff.322.323.
389. 818. 855. 940.
970. 1067, 1086.
1176. 1181. 1206
Odinsair 144
Odia»ey 144 . •
Odinshani 145
OdinsTB 144
Odr 281. 858
Oegir 216. 217
Oegisdjr 219
Oegisbialmr 217
Ökujb6rr 151
ölp 411
Ölrdn 353. 376. 396.
« 1175
Örboda tlOl
Örgelmir 496
örlög 381
ÖrTandill 34a 686
Oetc 537
Oescingai 324
Offa 361
Ofnir 649
Of6ti 996
Ogautan 607
Oggewedel 955. 1231
Ogier 913
Okkupernis 603
Olaf 49a 517
olbrzym 493
Olda 248
OoMomica 467
omaja 559
Omi 131
öminnisöl 1055
Onar 697
Onsingar 1206
Onaike 145
Opa 233
Orcua 291. 432. 454
Orentel 347. 348
Orion 689. 693. 901.
902. XXXIV
Ormuid 936
Orpbeua 861
oaoillam 68
Oskabjr 135
Oakaateinn .1171
Oaki 126
Oaning 1204
Oaaa 849
Oatacia 1008
Oatara 267. 26a 740.
920.
oaterfeuer 581
otawa 1223
Othin 102. 89t. 983
Ofelgunne 953
Oyida 1214
piiwX 1223
Paeon 1101. 1144
Pakula 965
palilien 592
Pallaa 157
Pallor 188
Palnat6ki 897
PaUar 201 ff.
Pandora 536. 540
Papalaga 560
par aon laabe 707
paro 59
Paron 1198
paratuk 419
Parthenium 1144
Paror 188
Pedanque 258. 1212
Pehrkonea 1163
peklo 765
Perknnaa 156. 160.
1208
Perun 118. 156. 733.
957
Peranika 1143
pesadilla 433
Peterle 956
Peterminnohen 478
Petra8l37. 1184.1217
peukalo 1217
pfanenzagel 685
pfingaUcblfifer 746
Pbaraildia 261
Pboebua 110
Phol 205 ff. 262. 581.
599. 944. 94a 975.
Pholeaouwa 206
Pboleapiuni 207
Pholeapronno 208
Pholidi 208
Pholmonat 749
Picua 22a 638
Pikullia 765. 965
piladi 93
pileati 81
pilmaacbnitt 1217
piloaua '449
pilwix 440 ff.
pipen 452
pilkfiinen 160
Plejaden 691
plompe 620
Pinto 945
Pogoda 603
polednice 447. Uli
REfilSTBR
1243
>
Polel 339. 743
PoIIqx 106. 339
Poltergeist 48 t
Poljphem496.62t.980
popel 473
Poseidon 200. 559. 777
Posterli 886
Powielrze tl37
Prechtölterli 884
preinscheube 445. 446
Priapas 193. 1206
prija 1212
Prometheus 225. 963
Proaerpina 290
ProaerpiBaca 1143.
1149
pschipoloitza 447
p6ki 468
Pplletag 581
PuQcher 1214
pura herba 609
Purperona 561
Qyasir 296. 855
Radigatt 1 la 227. 804
ragin 23
ragnarökr 774
Rahana 288. 1213
raj 782
rAkscbasas 493. ^21
ralcad 75
R4n 288. 464. 837
Rati 856
Raabeis 404
Raosch 947
red etin 494
ReisaroTa 897
rennpfad 476
Rerir 340
Renker Uder 739
rejnir 1165
Rheda 839
rhedo 839
Rhein 567
Ricen 268
Rtgr 214
Riksgata 335
Rinda 230
Rindr 63 t
Robigo 446
robin 472
Rodenstein 892
Rodentbaler 892
rodor 662
roggenmöme 445
rokindusta 6
Roland 107. 894
rosenlacber 1055
Rotbbarl l6l. 517
Rojdacb 1211
Rojael 1206
Räbezal 448
rnttelweib 886
rumor 851
rumpelffeist 473
Rumpelttilt 473. 515.
Ruprecht 473. 482. 889
ruaalki 460
de ruwe 463
Saefugel 340
Ssmlngr 341. 1014
setere 226
Birer 1226
Saga 287. 863
Sagones 863
Sahsn6tl49. 184. 196.
839
saljan 34
SAlida 822 ff.
samohis 1158
Sampo 1229
SAmr 1199
lapaude 382
saribant 649
Satere 114
Satjayrata 228. 544
Saturnu8 96. 109. 111.
115. 117. 226. 227
Satyrus 449
sAuiI 664
•äüip» 35. 49
SaxneAt 184
sceada 941
Sce^f 342. 343
Sceldra 342
sceocca 954
Scbalkflberg 645
Bcbamir 925
acbandlebacb 557
Schenzerlein 958
schepfe 379. 385
Schilbunc 343. 931
Sehiltunc 343
Schmetterling 789
Scbmutzli 483
Scbnellerts 892
Schrat 447
schrawaz 448
geschrndel 867
schwanring 399
schwarzekuh 63i
ScilBngas 343
Bcraz 447. 1217
scret 448
sedalganc 700
8eeblau620.1 147. 1221
SefaeöU 337
Segemon 344. 1214
segil 664
seidr 988
Seifriedsburg 930
selago 1158
selkenstert 433
setlentoit 433
«emideus 315
Sevo 337
shelljcoat 479
Stbilja 631
Stdgrani 134
Stdböttr l33
Stdskeggi 134. 905
Sif 286. 534
Sigefugel 340
SigegeM 340
Sigeher 121 5
Sigelint 399. 404. 1215
Sigeminne 404. 1215
Sigemund 344
Sigeylf 402
Sigfödr 122
Sigi 340
Sigmundr 790
SigoTesus 580
Sigrdrifa 395
Sigriami 1214
Sigrlinn 395
Sigrün 395
sigatein 1170
Sigt^r 178
Sigjn 225
Sihora 24
silyanus 448
simnlacmro 94
Sindgand 285
Sindri 869
Sinfiötli 344. 790
sinista 78
Sinneis 422
SinUrfizilo 344
Sippia 286
Sisuthros 541
Sitiyrat U9
Sita 286 '
»44
RB6I8TBR
Siyard SnareMT^iMl
1225
Skadi 307. 640
flkAld 83
Skelking 995
akeasa 493. 993
akialdtnay 395
Skinfaxt 62 h 699
SkiOidr 146. 341
Sköll 688
skoganerte 455. 12 17
aköhfll 454. 954
akratti 447
Skrtmir 508
Skuld 376. 393. 994.
995
akurdgod 102. 1204
SlagBdr 353. 397
SIeipoir 140. 629. 1221
Smertnifza 1141
Smrt 731
Soier 598
Snotra 843
söedrouea 458
SökoTabekkr 863
SoiDi 519
8ol 92. 108
86« 285
Sompar 61
S«n 855. 857
Sonne 666 ff«
Spali 493
Spange S40
apeht 1222
Spehteshart 1144
aporkel 749
apringwur^el Q34
Sretja 831
SHbhrAtri 1221
Stabs xLYii
Starkadr 497. 81 ß
stelbom 686
Stempe 255
Stepcnea 956
Stephanus 1|84
ateUgot 468
atillea.^l^ 425
stöpke 955
stollenwarn» 1222
8t6ma XI.TII '
striggeli 886 .
jlftaszjdlp 475,:
atreckefnfa 812: .,;.
Stribog 598 ..
atrömkarl 461
SuAp 328
Sueyo 336
Sumai: 719 ff.
aunewende 584
aangiht 584. 667
Sanja 286
Sunna 285
Sannenfrob 703
Sunnen bas 17
Suptüngr 489
Siurtalogi 775
Sartarbrandr lt72
Surlr 768. 769. 770.
784. 1134
Suttängr 489. 855
STadatU 1199
Svadilfari 514. 621
Sf Afnir 649
Svanterit 804
sTart^lfar 414
Syarthöfdi 994
STiaudr 719
STatoplok 9>13
SratoTit 913. xlvii
Sfaya 395
aTefoboni tt55
STen VäT^Qg 345. 397
Syen Ffildiog 345
SyjatoTit 629
Svfdr 121
Sjn 286. 843
^ritha 28t
Tagarod 709- 838
talamasca 867
Tamfana 1062
Tamlane 888
Tanaqytsl 198
Tanfa 1211
Tanfana 70, 2^ 256
Tanbfioaer 888. 1230
Taranfa 153
tarn kappe 4^1
Tartaroa 764
Uterman 469. iJQ
Taun^aia i!}15
Te« 355. 1214
tempestarii 6Q4. 1040
TeroBWgant (37
Te^ 1209
Terragan. 137
teofel8brant.960
teafelsmoller 959 ., .
TbarapHa 67,
tbanscUei^er 747
thaaatreicbar 1026
Ibegatbon 64
tbeiha 750
Tbetia 464. 592
Tfaeutb 136
Tbiassi 686. 497
ThiodTarU 1101
Tb6rgerdr87, 102. 103.
603. 995. 1043
Tbörbialm 1145
Tb6rketill 56 170
rb6rr 102. 103. 146.
147. 497. 503. 50a
512. 521. 8ia 98a.
1165. 1198
Tbdrsflsörk 169
Th6rsnes 1208
Tb6rTidr 1208
Tbridi 148
Tbrudgdmir 526. 529
Tbrudr 394
tbrutafill 1233
Tbrjinrl65. 497.836.
1209
Tbundr 1.206
Tbnro 666
tbura 487
TilaSS«
Tina 177. 697. 1207
Tia9 275
Tiua 175. 181
UuTelwiniuo 968
Ürar 176
Tiyisco 176. 319
geratter Tod 813
todtenscboh 795
Toko 354
tomte 1217
tomtekarl 468
Tonans 153
Tordenreir 1209
Trempe 256r
tremsemutteF M^.
triegen 432
Trip 909
TrisDiegist 137
tröU 956. 993
Tacbernibcg. 93|6
Tscbad 493
Tuisco i76. 318
heiligo tupnb^fi 495
Tamme 510v
tang<ri,663 '
m*
tonkelBterne 686
tuomestac 775
Tuonela 815
iaooen l^oira 1232
Turrisas 892
Totoael 874
Tjpbon 603
T^ 175 ff.
T^rhialm 1145
T^Tidr 180
addehat 426. 432
Ulfen 1216
ÜUerbock 1050
ügarlhilocaa 972
oblsceada 652
Ukko 160. 1207
Ukoo koira 1027
ülfhedinn 1232
ulf, ülve 411
Ulms 339
Ullr 209
Uofalo 944
UDffczibel 1200
unbolda 942
unboldnre 1001
unk 650
unnaratemn 611
unterirdische 423
Uokeaaha 218
Uokewedel 1231
Uranus 175.663
Urdarbrunor 400. 553.
756
ürdr 376. 379
urlac 817
Utgardaloki 223
Vada 350
Vaf^rddnir 496
▼agg« 781
Vagobofdi 499
Vala 374
Tilant 943
VAlaskiAlf 778
Valfrevja 391
Valböfl 133. 778. 1225
Vali 148. 784
Valis 344
f alkjija 389. 800
Valtamr 290
Vanadla 374
Vanlngi 198
Vauir 198. 308
Vasadr 719
Ve 58. 148
Vedrfölnir 757
Vedrhatlr 607
Vegtamr 148.290. 1207
Vela 1226
Velaodsurt 1145
Veleda 84. 85. 374
capillus Veneris 1146
Venus 117. 239. 413.
424. 1230
Venusberg 887. 88&
1008. 1230
Veorr 171
Yerdandi 376
Vereide 262
Ver^iliae 691
Tergifsmeinnipht 923.
1152
Versiera 940
Vesta 212. 577, 1185
Vetrlidi 633
Victoria 406. 844
Vtdar 784
Vidölfr 994
Vidrir 8^6
Vldförull 148
▼jeachlitsa 1031
Tiht 410. 1216
Tik6 115
Vila 407
Vilbiörg 823
rilcodlac 449
Vili 148
Vilkinus 349
Vilmeidr 994
Vinddlfr 430
VindI6ni 719
VindsTaIr 719
Vlngnir 171
Vingölf 780
Vlogförr 170. 862
Virgaot 157
V6de]geAt 340
V6denll0.1l7.120ff.
V6dneBbeorg 139
▼öU 87
Völnndr 350
Vor 286. 843
Volland 944
Voimar 477
Volos 592. 1233
VAma 131. 188. 707
V6n8toc 1206
Vrene 1212
Vronelde 263. 1214
Va]canu8 92. 108. 568
Vulturnus 600
VuscfreÄ 192. 340
Vut 120
Vyrd 377 ff.
WAchilt 405. 465
wadel 674
Wäinämöiiien854.860
Wetlingastrast 1214
Wahrheit 844
wabtelbein 949
Walburgiskraut 1161
waldbauer 500
Waldemar 895. 896
waldes t6re 1218
waldin 374
waldilojis 1215
walkyrie 133
waltant 19
Waltminne 405. 451
Waodu 545
warg 948
Wams 1205
wasch weibere 1217
wasserypgel 562
Wate 330. 1101
waterkiod 463
Watliogstreet 330
waywarden 1215
wazzerholde 246
wecbselbalg 437
Weckolter 618
Wedekind 906
wedel 674. 1223
weg breite 1165
wegewarte 787
Wejas 545
weise 1168
Welanao 1226
Weletabi 1035
Welnas 814
welrecke 389
wendilmeri 567
weralt 752
werewolf 1048
werpeja 388
Werra 251. 964
Wesna 733. 741
Westergibel 701
Westerwald 437
Wetter 515
wetterhexe 1042
Wich 184. xLvii
wicht 408. 409. 410
124«
RBGISTER
wiebcel 409. 4^433.
442
Wieglesdör 219
WieraDt349.350. 519.
1101
wiesenhapfer 789
wih 58
wihseling 437
wifde' mann 454
wildes fener 163
wildiu wtp 403
wtlsAld« 817
Wind 515
Windhelm 807
Windisprüt 598
Wintarolf 719
Wifllau 745
Wiuich 349
Witugowo 451
W6dan 102 ff.
Wödanea dag 114
Wode 141. 142. 876
Wodeneaweg 1 3a 143
Wbdenstorp 1206
Wodesterne 145
Woedenspanne 145
Wöhhanda 565
Woenlet 145
Woenadrecht 140
Woenael 1206
WQld 142
Woldar 662
Wolfbizo 1093
Wolfdielricb 1215
Wolfgang 1093. 1189
Wolfhelan 1232
Wolgemut 1015
Woherken 471. 457
Woadan 1205
woulerken 472
wrag 948
wöeiendea heet 471 ff.
wfieterich 121
wünsehelgerte 926 ß,
wünachelnnt 432
wtinschelweib 391
wonderbarg 932
wunderer 895. 983
wannigarto 781
Wunsch 126 ff. 390.
827. 842.929. 119a
1205
Wuotan 55. 99. 112.
120 ff 603. 871 ff. 999
Wuotanaberg 139. 976
WuotaDS wagan 138
Wnotilg6z 340
Wuotune 121. 958
Wurl 377
Yggdrasil 66. 756
Yggr 132. 188.842
Tlfagescot 429. 1192
Ymir 525. 527
Fngfi 320
sartgarto 781
ZemenYle 231
zepar 36
Zephjr 597
Zeui 153. 157. 160.
175. 176. 854
Ziesberg 180
Ziestac 112. 113
Zigelinta 1144
Zio 112. 175 ff. 999
Ziowari 180
Zisa 244. 269 ff.
sftTogel 643
Ziza 269
lunder 649
zwerg 415 ff.
Zjwie 643